Hans Sedlmayr: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Hans Sedlmayr''' (* [[18. Jänner]] [[1896]] in Hornstein (Burgenland); † [[9. Juli]] [[1984]] in Salzburg) war ein österreichischer Kunsthistoriker, der maßgeblich zur Rettung der Salzburger [[Altstadt]] und somit zur Gründung der erfolgreichen [[Bürgerliste Salzburg]] beigetragen hat.
Univ.-[[Prof]]. '''Hans Sedlmayr''' (* [[18. Jänner]] [[1896]] in Hornstein; [[Burgenland]]; † [[9. Juli]] [[1984]] in der [[Stadt Salzburg]]) war ein österreichischer Kunsthistoriker (Professor an der [[Universität Salzburg]]), der maßgeblich zur Rettung der Salzburger [[Altstadt]] und seines Grünraumes beigetragen hat. Er gilt mit als Begründer der grün-alternativen [[Bürgerliste Salzburg|Bürgerliste Salzburgs]].


== Publikationen ==
== Leben und Wirken ==
 
=== Kindheit und Jugend ===
Als Sohn des Gutsverwalters Ernst Conrad Sedlmayr verlebte Hans Sedlmayr glückliche Kindheitsjahre in Hornstein. In seinem autobiographischen Werk "''Das goldene Zeitalter''" schilderte er diese als eine Zeit, die ihm den Sinn eröffnet habe für die Schönheit einerseits der Schöpfung, andererseits aber vor allem auch der vom Menschen geschaffenen Ordnung. [[1907]] erfolgte die Berufung seines Vaters als Ökonomieprofessor nach [[Wien]], was für Hans die schmerzhafte Trennung von seinem geliebten Heimatort bedeutete.
 
In Wien-Döbling besuchte er ab [[1907]] das Staatsgymnasium und schloss [[1915]] seine Schulzeit mit der Kriegsmatura ab. Im selben Jahr meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst und erhielt für seine Tapferkeit und Umsicht als Artilleriebeobachter u. a. die Silberne Tapferkeitsmedaille. In den letzten beiden Jahren des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] hatte er als Mitglied der österreichischen Orientarmee Gelegenheit, in dem mit [[Habsburgermonarchie|Österreich-Ungarn]] verbündeten Osmanischen Reich u. a. Istanbul, Jerusalem und Damaskus ([[Syrien]]) zu sehen. Dabei machten die großen Zeugnisse spätantiker Architektur und Kunst auf ihn einen prägenden Eindruck.
 
=== Kunstgeschichte in Wien ===
So studierte Sedlmayr nach Kriegsende zunächst an der Wiener Technischen Hochschule Architektur und ab [[1920]] an der Universität Wien Kunstgeschichte. Seine Dissertation behandelte den Barockarchitekten "[[Johann Bernhard Fischer von Erlach|Fischer von Erlach den Älteren]]". Sedlmayr habilitierte sich [[1933]] an der Universität Wien mit einer Arbeit über "''Die ‚Macchia’ Brueghels''" und wurde dort [[1936]] Professor für Kunstgeschichte. Seine Lehrtätigkeit wurde [[1942]]–[[1943]] durch den Kriegsdienst unterbrochen, den er an der Ostfront zu leisten hatte. [[1943]] heiratete er.
 
=== Nachkriegszeit ===
Da er 1930–1932 Mitglied der [[NSDAP]] gewesen war und sich als Professor in der [[NS-Zeit]] weitgehend systemangepasst zeigte, wurde Sedlmayr nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] im März [[1946]] aus dem Universitätsdienst entlassen und bis 1948 mit einem Publikationsverbot belegt. Deshalb war er gezwungen in dieser Zeit unter einem Pseudonym zu veröffentlichen.
 
[[1948]] trat er mit dem Buch "''Verlust der Mitte - Die Bildende Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts als Symptom und Symbol der Zeit''" hervor, das binnen wenigen Jahren zahlreiche Auflagen erlebte. Darin griff Sedlmayr auf geistreiche Weise die [[Kunst der Moderne]] an. Er zeigte sich nicht nur in diesem Buch als Verfechter der figurativen Kunst und als Gegner verschiedener abstrakter Kunstrichtungen.
 
[[1951]] wurde Sedlmayr als Ordinarius für Kunstgeschichte nach [[München]] berufen und blieb dort bis zu seiner Emeritierung im Jahr [[1964]].
 
=== Salzburg ===
Nun wurde er an die neu gegründete Universität Salzburg als Gastprofessor auf unbestimmte Zeit berufen. Hier hielt er [[1965]] unter dem Titel "''Salzburgs Aufgabe in der Kunstgeschichte''" eine programmatische Antrittsvorlesung. Darin kündigte sich bereits sein Einsatz für Salzburg, insbesondere für die Altstadt, als herausragende – und daher als Ganzes erhaltenswerte – abendländische Kunst- und Kulturstätte an.
 
In den folgenden Jahren war er entscheidend an der Entwicklung des [[Altstadterhaltungsgesetz|Salzburger Altstadterhaltungsgesetzes]] beteiligt, das seinerseits europaweit eine Pionierleistung war. Somit trug er auch zur Gründung der [[Bürgerliste Salzburg|Salzburger Bürgerliste]] bei.
 
== Werke (Auswahl, hauptsächlich solcher mit Salzburgbezug) ==
* ''Verlust der Mitte. Die bildende Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts als Symptom und Symbol der Zeit''. 11. unveränderte Auflage. Otto Müller Verlag, Salzburg-Wien 1998, ISBN 3-7013-0537-4. Das Buch erschien auch bei Bertelsmann (1983) und als Taschenbuch bei Ullstein (etliche Auflagen ab 1955).
* Stadt ohne Landschaft. Salzburgs Schicksal morgen?, Müller Verlag, Salzburg, 1970
* in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK):
** ''Bemerkungen zu [[Schloss Kleßheim|Schloß Klesheim]]'', in: MGSLK 109, 1969, S. 253–274
** ''Die politische Bedeutung des [[Virgil]] [[Salzburger Dom|dom]]es'', in: MGSLK 115, 1975, S. 145–160
** ''Die [[Kollegienkirche]] und die Kirche der Sorbonne'',  120/121, 1980–1981, S. 371–398
* Die Kollegienkirche in Salzburg. Salzburg 1980.
* ''Johann Bernhard Fischer von Erlach'', hrsg. von Giovanna Curcio, Stuttgart 1997
 
==Quellen und Weiterführendes==
* Marco A. Sorace: Artikel "Hans Sedlmayr" in Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL) [http://www.bbkl.de/s/s2/sedlmayr_h.shtml Band XXXII (2011)]
* [[Wikipedia]]-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Sedlmayr "Hans Sedlmayr"]
* Wikipedia-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Verlust_der_Mitte "Verlust der Mitte"]
* Albert Ottenbacher: [http://www.albert-ottenbacher.de/sedlmayr/ Kunstgeschichte in ihrer Zeit: Hans Sedlmayr]
** [http://www.albert-ottenbacher.de/sedlmayr/seite4.html Salzburg-Teil] des Artikels
* [http://dispatch.opac.d-nb.de/DB=4.1/SET=10/TTL=6/REL?PPN=118612557 Literatur von und über Hans Sedlmayr] im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
* [http://dispatch.opac.d-nb.de/DB=4.1/SET=10/TTL=6/REL?PPN=118612557 Literatur von und über Hans Sedlmayr] im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
* [[Franz Fuhrmann]]: ''Hans Sedlmayr als Lehrer'', in: MGSLK 136, 1996, S. 431–435
* [[Alexander Pinwinkler|Pinwinkler, Alexander]]: ''Die "Gründergeneration" der [[Universität Salzburg]]: Biographien, Netzwerke, Berufungspolitik, 1960-1975'', Böhlau: Wien-Köln-Weimar 2020, ISBN: 978-3-205-20937-9.


== Weblinks ==
{{Zeitfolge
* [http://www.albert-ottenbacher.de/sedlmayr/index.html Ausführlicher Lebenslauf] mit einigen unappetitlichen Flecken
|AMT=Lehrstuhl für Kunstgeschichte<br/>an der Universität Salzburg
* [http://www.albert-ottenbacher.de/sedlmayr/seite4.html Salzburg-Teil] des obigen Lebenslaufes
|ZEIT=1964–1969
|VORGÄNGER=
|NACHFOLGER= [[Hermann Bauer]]
}}


[[Kategorie:Zuagroaste|Sedlmayr, Hans]]
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