Erzbistum Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Erzbistum Salzburg.jpg|thumb| | [[Datei:Erzbistum Salzburg.jpg|thumb|Die erste Kuppel links im Vordergrund gehört zur [[Kollegienkirche]], die beiden dahinter ebenso wie jene ganz rechts und die Figur in der Mitte zum [[Salzburger Dom]], im Hintergrund die [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]]]] | ||
'''Erzbistum''' ist ein Begriff aus der Kirchenorganisation und | '''Erzbistum''' ist ein Begriff aus der Kirchenorganisation und war nicht ident mit landesfürstlichen Herrschaftsverhältnisse des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums Salzburg]]. | ||
== | == Einleitung == | ||
Seinerzeit wie auch heute ist ein [[Erzbischof]] ein Bischof, der zugleich das Haupt einer Kirchenprovinz ist und damit höher steht als die anderen Bischöfe derselben Kirchenprovinz. Er ist zugleich kirchenrechtliche Appellationsinstanz gegenüber diesen anderen Bischöfen. | |||
==Erzbistum und Missionszentrum== | == Geschichte des Salzburger Erzbistums == | ||
Der Salzburger Gründerheilige und Landespatron [[Rupert von | Historisch war die [[Erzdiözese]], und daher auch das Gebiet des Erzbistums, immer – zumindest bis in die Zeit Kaiser Josefs II. – größer als das Territorium, das dem Erzbischof als [[Reich|deutschen Reichsfürsten]] unterstand; der kirchliche Machtbereich war also größer als der weltliche. Die Erzdiözese Salzburg umfasst heute das [[Bundesland Salzburg]] und einen Teil [[Nordtirol]]s; die Diözesen [[Diözese Graz-Seckau|Graz-Seckau]], [[Bistum Gurk|Gurk-Klagenfurt]], [[Diözese Innsbruck|Innsbruck]] und [[Diözese Feldkirch|Feldkirch]] bilden zusammen mit der Erzdiözese Salzburg die [[Salzburger Kirchenprovinz]], deren Metropolit der [[Erzbischof von Salzburg]] ist. Die dem Erzbischof zugeordneten Diözesanbischöfe heißen auch [[Suffraganbistum|Suffraganbischöfe]].<ref>Quelle Diskussion [[Benutzer:Karl Irresberger|Karl Irresberger]]</ref>. | ||
===Erzbistum und Missionszentrum=== | |||
Der Salzburger Gründerheilige und [[Salzburger Landespatron|Landespatron]] [[Rupert von Salzburg|Rupert]], der einer vornehmen fränkischen Adelssippe entstammte, war gegen Ende des [[7. Jahrhundert]] Bischof von Worms. Der Gegensatz zu den neuen Machthabern, den karolingischen Hausmeiern, veranlasste ihn, einer Einladung des [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzogs]] [[Theodo]] zu folgen. Nach einem Aufenthalt in [[Regensburg]] und einer vergeblichen Missionsreise an die [[Awaren]]<nowiki>grenze</nowiki> erhielt er um das Jahr [[696]] von Herzog [[Theodo II.]] die Reste der alten [[Römer]]<nowiki>stadt</nowiki> [[Iuvavum]] übertragen. Dort residierte der Herzogssohn und Mitregent [[Theodebert]], und im Bereich der [[Altstadt]] hatten sich [[Bajuwaren|bayerische Siedler]] niedergelassen. | |||
===Die Geburtsstunde von St. Peter=== | ===Die Geburtsstunde von St. Peter=== | ||
Rupert von Worms gründete mit Hilfe der romanischen Restbevölkerung das [[ | Rupert von Worms gründete mit Hilfe der romanischen Restbevölkerung das [[Benediktinererzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]], wobei er an ältere, noch lebendige kultische Traditionen anknüpfen konnte. Für die Mönche errichtete er eine stattliche Kirche, die wohl im Bereich des heutigen [[Salzburger Dom]]s stand. Im Auftrag Theodos weihte er zwischen [[713]] bis [[715]] das adelige [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Damenstift]] auf dem [[Nonnberg]], das der Herzog als "Hauskloster" seiner Familie errichtet und reich ausgestattet hatte. Als erste [[Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Äbtissin]] setzte Rupert seine Verwandte [[Erentrudis|Erintrudis]] ein, die er aus seiner fränkischen Heimat nach Salzburg geholt hatte. | ||
===Die Anfänge von Bischofshofen=== | ===Die Anfänge von Bischofshofen=== | ||
Als erster Stützpunkt für die [[ | Als erster Stützpunkt für die [[Slawenmission]] entstand die [[Maximilianzelle]] in [[Pongau]] im heutigen [[Bischofshofen]]. Die außerordentlich reiche Ausstattung, die Rupert von Worms von Herzog Theodo für seine Salzburger Kirche erhielt, war erstaunlich: Neben Iuvavum gehörte dazu der Großteil der [[Sole]]quellen von [[Bad Reichenhall|Reichenhall]], deren [[Salzgewinnung|Salzproduktion]] eine Monopolstellung im [[Ostalpen]]<nowiki>raum</nowiki> besaß, sowie ausgedehnte Ländereien samt den Eigenleuten, die sie bewirtschafteten. | ||
Offenbar verfolgte Theodo mit der Einladung Ruperts einen konkreten Plan: Dieser Weltmann, der überall hohes Ansehen genoss, sollte von Salzburg als dem südlichsten Stützpunkt aus den Ausgriff des Herzogtums Bayern über die [[Alpen]] nach Süden, in die einstige römische Provinz <nowiki>Binnen</nowiki>[[Provincia Noricum|noricum]] vorbereiten. Rupert von Worms | Offenbar verfolgte Theodo mit der Einladung Ruperts einen konkreten Plan: Dieser Weltmann, der überall hohes Ansehen genoss, sollte von Salzburg als dem südlichsten Stützpunkt aus den Ausgriff des [[Herzogtum Bayern|Herzogtums Bayern]] über die [[Alpen]] nach Süden, in die einstige römische Provinz <nowiki>Binnen</nowiki>[[Provincia Noricum|noricum]] vorbereiten. Rupert von Worms hatte diesen Weg mit der Gründung der Maximilianzelle eröffnet, sein großer Nachfolger [[Virgil]] konnte wenige Jahrzehnte später durch die erfolgreiche Slawenmission das heutige [[Kärnten]] für das [[Herzogtum Bayern]] gewinnen. Nach dem Tod seines unangenehmsten Widersachers, des Hausmeiers Pippin des Mittleren, kehrte Rupert um [[715]]/[[716|16]] an seinen angestammten Bischofssitz Worms zurück, wo er bald darauf verstarb. | ||
===Name Salzburg taucht erstmals auf=== | ===Name Salzburg taucht erstmals auf=== | ||
Ein Bistum in Salzburg hatte erst | Ein Bistum in Salzburg hatte erst [[Bonifatius]] [[739]] im Auftrag des Papstes eingerichtet. Der deutsche Name 'Salzburg' ([[Salzpurch]]) anstelle von Iuvavum wird in der um [[770]] verfassten Lebensbeschreibung des hl. Bonifatius erstmals genannt. Der Name ist abgeleitet vom [[Salz]] der Quellsalinen von Reichenhall, die Herzog Theodo an Rupert von Worms geschenkt hatte, und von der ''Salzpurch'' auf dem [[Festungsberg]]. | ||
Unter dem gelehrten Abt und Bischof [[Virgil]] ([[746]]/[[747 | Unter dem gelehrten [[Äbte von St. Peter|Abt]] und Bischof [[Virgil]] ([[746]]/[[747]]–[[784]]), der aus [[Irland]] stammte, erlebte Salzburg eine erste große Blüte. Die Rechte der Kirche wurden selbst gegen den Baiernherzog [[Odilo]] verteidigt, zahlreiche bischöfliche "Eigenkirchen" als Zentren der Seelsorge errichtet und eine erfolgreiche Mission unter dem slawischen Volk der [[Karantanien|Karantanen]] (in Kärnten) entfaltet. Auch die älteste slawische Schrift, die aus dem lateinischen Alphabet abgeleitet ist und sich nur in den "Freisinger Denkmälern" erhalten hat, wurde von Salzburger oder bayerischen Missionaren für die Karantanenmission geschaffen. | ||
===Zentrum der Kunst entsteht=== | ===Zentrum der Kunst entsteht=== | ||
Die | Die [[Altstadt|Stadt Salzburg]] wurde zu einem Zentrum der Kunst, Kultur und Literatur. In Salzburger Werkstätten entstanden Meisterwerke der Goldschmiedekunst, darunter der [[Tassilokelch]] für das [[Benediktinerstift Kremsmünster]], und mit dem prachtvollen Evangeliar des Angelsachsen Cutbercht begann die große Zeit der [[Salzburger Buchmalerei]]. Virgil errichtete den fünfschiffigen so genannten [[Salzburger Dom#Geschichte#Virgilianische Dom|Virgilianischen Dom]] von so imposanten Ausmaßen, dass dahinter der Einfluss Herzog [[Tassilo III.|Tassilos III.]] von Bayern vermutet wird; er habe dieses Gotteshaus als Krönungskirche für das von ihm erstrebte Königtum konzipiert. | ||
Virgil ließ zur Domweihe am [[24. September]] [[774]] die Gebeine des hl. Rupert überführen und sicherte damit das Andenken an den fast vergessenen Gründerheiligen. Rupert von Worms wurde in den folgenden Jahrhunderten zum Schutzpatron und zum Landesheiligen von Salzburg. Als Vermächtnis | Virgil ließ zur Domweihe am [[24. September]] [[774]] die Gebeine des hl. Rupert überführen und sicherte damit das Andenken an den fast vergessenen Gründerheiligen. Rupert von Worms wurde in den folgenden Jahrhunderten zum Schutzpatron und zum Landesheiligen von Salzburg. Als Vermächtnis hatte Virgil das berühmte [[Verbrüderungsbuch]] von [[Benediktinererzabtei St. Peter|St. Peter]] hinterlassen, das in seinem Todesjahr 784 entstand und in St. Peter verwahrt wird. | ||
===Das älteste deutsche Erzbistum=== | ===Das älteste deutsche Erzbistum=== | ||
Virgils Nachfolger [[Arno]] (785 | Virgils Nachfolger [[Arno]] ([[785]]–[[821]]) erlebte [[788]] den Sturz Tassilos III., des letzten Baiernherzogs aus der Sippe der Agilolfinger, durch dessen Vetter, den Frankenkönig [[Karl der Große|Karl den Großen]]. Um die reichen Besitzungen, die Salzburg vor allem von den Agilolfingern erhalten hatte, zu sichern, ließ er 788 bis [[790]] und ab [[798]] die beiden ältesten [[Salzburger Güterverzeichnis]]se anlegen. Dem Herrscher hatte Arno als Königsbote wichtige diplomatische Dienste geleistet und wurde dafür reich belohnt. Auf Anordnung Karls des Großen erhob Papst Leo III. [[798]] Arno zum [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischof]] und Metropoliten der [[Bayerische Kirchenprovinz|bayerischen Kirchenprovinz]]. | ||
Als [[ | Als [[Suffraganbistum|Suffraganbistümer]] wurden ihm die Bistümer [[Bistum Regensburg|Regensburg]], [[Bistum Passau|Passau]], [[Bistum Freising|Freising]] und [[Bistum Neuburg an der Donau|Neuburg an der Donau]] (alle in Bayern), [[Bistum Säben|Säben]] (südlich von [[Brixen]] in [[Südtirol]]) unterstellt. Ein Jahr später geleitete Arno im Auftrag des Königs den vertriebenen Papst nach Rom zurück und erlebte dort am Weihnachtstag [[800]] die Krönung Karls zum Kaiser. Dieser setzte [[811]] die Drau als Grenze zwischen den Kirchenprovinzen Aquileia und Salzburg fest. Damit sprach er den Großteil des Kärntner Missionsgebiets der Salzburger Kirche zu. Arno hatte, vor allem durch seine enge Verbindung zu Karl dem Großen, das Aufbauwerk seiner Vorgänger Rupert von Worms und Virgil erfolgreich fortgesetzt und vollendet. Salzburg wurde zu einem Zeitpunkt Erzbistum und Metropolitansitz, als im Gebiet von [[Wien]] noch die wilden Reiterscharen der Awaren umherstreiften. | ||
Heute ist das Salzburger Erzbistum das älteste Erzbistum im deutschen Sprachraum. | |||
===Mission bis zum Plattensee=== | ===Mission bis zum Plattensee=== | ||
Mit der Niederwerfung der Awaren durch Karl den Großen in zahlreichen Feldzügen ab [[796]] erhielt Salzburg ein neues Missionsgebiet in Pannonien rund um den Plattensee, Ungarn, zugeteilt. Die ''Ruprechtskirche'', die als älteste Kirche Wiens dem Salzburger Gründerheiligen geweiht ist, erinnert daran, dass auch dieses Gebiet einst zum Salzburger Missionssprengel gehörte, bis es [[829]] an Passau abgetreten wurde. Erst nach dem völligen Zusammenbruch der awarischen Macht gelang es den Salzburger Missionaren, unter den Slawen in Pannonien erfolgreich zu wirken. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden über 20 Missionskirchen errichtet und von Salzburger Priestern betreut. Baumeister, Handwerker und Künstler trugen Salzburger Kunst und Kultur bis an den Fürstensitz Mosapurc (Zalavár westlich des Plattensees). Der Herrscher des Ostfränkischen Reiches, König Ludwig der Deutsche, hat die Treue der [[Salzburger Erzbischöfe]] und ihr erfolgreiches Wirken in Kärnten und Pannonien [[860]] durch die Schenkung von 24 Königshöfen belohnt. Darauf gehen die reichen [[Auswärtige Herrschaften|"auswärtigen" Besitzungen]] des Erzbistums in Kärnten, der [[Steiermark]] und Niederösterreich<ref>um 800 schenkt Kaiser Karl Erzbischof Arn Grund in der Wachau (Arnsdorf)</ref> zurück, die bis zur [[Säkularisation]] | :''Hauptartikel [[Slawenmission]] | ||
Mit der Niederwerfung der Awaren durch Karl den Großen in zahlreichen Feldzügen ab [[796]] erhielt Salzburg ein neues Missionsgebiet in Pannonien rund um den Plattensee, Ungarn, zugeteilt. Die ''Ruprechtskirche'', die als älteste Kirche Wiens dem Salzburger Gründerheiligen geweiht ist, erinnert daran, dass auch dieses Gebiet einst zum Salzburger Missionssprengel gehörte, bis es [[829]] an Passau abgetreten wurde. Erst nach dem völligen Zusammenbruch der awarischen Macht gelang es den Salzburger Missionaren, unter den Slawen in Pannonien erfolgreich zu wirken. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden über 20 Missionskirchen errichtet und von Salzburger Priestern betreut. Baumeister, Handwerker und Künstler trugen Salzburger Kunst und Kultur bis an den Fürstensitz Mosapurc (Zalavár westlich des Plattensees). Der Herrscher des Ostfränkischen Reiches, König Ludwig der Deutsche, hat die Treue der [[Salzburger Erzbischöfe]] und ihr erfolgreiches Wirken in Kärnten und Pannonien [[860]] durch die Schenkung von 24 Königshöfen belohnt. Darauf gehen die reichen [[Auswärtige Herrschaften|"auswärtigen" Besitzungen]] des Erzbistums in Kärnten, der [[Steiermark]] und [[Niederösterreich]]<ref>um 800 schenkt Kaiser Karl Erzbischof Arn Grund in der Wachau ([[Arnsdorf in der Wachau|Arnsdorf]])</ref> zurück, die bis zur [[Säkularisation]] [[1803]] bei Salzburg blieben. | |||
Der Zusammenstoß mit den byzantinischen Missionaren Konstantin (Kyrill) und Method, ein Ereignis von welthistorischer Dimension, führte [[867]] bis [[871]] zu einer längeren Unterbrechung der Missionsarbeit. Durch die furchtbare Niederlage des bayerischen Heeres gegen die Ungarn in der Schlacht bei Preßburg [[907]], in der neben dem Markgrafen Luitpold auch Erzbischof [[Theotmar I.]] von Salzburg den Tod fand, ging das pannonische Missionsgebiet verloren. Die Früchte einer jahrzehntelangen, erfolgreichen Arbeit waren vernichtet. | Der Zusammenstoß mit den byzantinischen Missionaren Konstantin (Kyrill) und Method, ein Ereignis von welthistorischer Dimension, führte [[867]] bis [[871]] zu einer längeren Unterbrechung der Missionsarbeit. Durch die furchtbare Niederlage des bayerischen Heeres gegen die Ungarn in der Schlacht bei Preßburg [[907]], in der neben dem Markgrafen Luitpold auch Erzbischof [[Theotmar I.]] von Salzburg den Tod fand, ging das pannonische Missionsgebiet verloren. Die Früchte einer jahrzehntelangen, erfolgreichen Arbeit waren vernichtet. | ||
Das Missionsgebiet des Salzburger Erzbistums | Das Missionsgebiet des Salzburger Erzbistums erstreckte sich nach Südosten bis Unterpannonien (Ungarn, [[Slowenien]]). Die [[Salzburger Kirchenprovinz]] kommt zu einer Ausdehnung von über 30 Missionskirchen, acht Suffragan- und Eigenbischöfen. Donauabwärts nordöstlich, Oberpannonien, wurde von [[Bistum Passau|Passau]] aus missioniert. | ||
== | ==Das Privileg der Salzburger Erzbischöfe== | ||
Der aus schwäbischem Adel stammende Erzbischof [[Gebhard]] ([1060 | Der aus schwäbischem Adel stammende Erzbischof [[Gebhard]] ([[1060]]–[[1088]]) gründete mit Zustimmung von König Heinrich IV. und Papst Gregor VII. [[1072]] in [[Gurk]] in Kärnten das erste Salzburger [[Eigenbistum]]. Innerhalb der katholischen Kirche war es durch viele Jahrhunderte ein einzigartiges Vorrecht, dass die [[Salzburger Erzbischöfe]] vier [[Suffraganbistum|Suffraganbischöfe]] – im frühen [[13. Jahrhundert]] wurden drei weitere Eigenbistümer im bayerischen [[Chiemsee]], in [[Seckau]] ([[Steiermark]]) und [[Lavant]] (Kärnten) gegründet – ohne Mitwirkung von Papst und Kaiser einsetzen konnten. Auf dem ersten Vatikanischen Konzil [[1869]] wurde deshalb der Salzburger Erzbischof [[Maximilian Josef von Tarnóczy|Tarnóczy]] von Pius IX. mit den Worten begrüßt: "''Seht da kommt der halbe Papst, der selbst Bischöfe machen kann''". | ||
Während dieses Recht [[1920]] und endgültig mit dem Konkordat [[1934]] verloren ging, besitzen die Salzburger Erzbischöfe bis heute zwei besondere Ehrentitel: Als ständige Vertreter des Papstes (Legati nati) in ihrer Kirchenprovinz tragen sie seit [[1026]] den "[[Privilegien der Salzburger Erzbischöfe|Legatenpurpur]]", der älter ist, als das Purpurgewand der Kardinäle. Nach langen Auseinandersetzungen mit dem Erzbistum Magdeburg sicherten sich die Erzbischöfe im [[17. Jahrhundert]] den Titel des [[Privilegien der Salzburger Erzbischöfe|''Primas Germaniae'']], des ersten Kirchenfürsten in Deutschland. | Während dieses Recht [[1920]] und endgültig mit dem Konkordat [[1934]] verloren ging, besitzen die Salzburger Erzbischöfe bis heute zwei besondere Ehrentitel: Als ständige Vertreter des Papstes (''Legati nati'') in ihrer Kirchenprovinz tragen sie seit [[1026]] den "[[Privilegien der Salzburger Erzbischöfe#Das Tragen von Purpur|Legatenpurpur]]", der älter ist, als das Purpurgewand der Kardinäle. Nach langen Auseinandersetzungen mit dem Erzbistum Magdeburg sicherten sich die Erzbischöfe im [[17. Jahrhundert]] den Titel des [[Privilegien der Salzburger Erzbischöfe#Tragen des Titels primas germaniae|''Primas Germaniae'']], des ersten Kirchenfürsten in Deutschland. | ||
Am [[25. Juli]] [[1225]] erhielt das Erzbistum das [[Privilegien der Salzburger Erzbischöfe|Privileg]] der selbstständigen Besetzung des Eigenbistums [[Bistum Lavant|Lavant]]. | |||
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[[1648]] wird Salzburg durch den ''Westfälischen Frieden'' als souveränes Fürstentum im bayerischen Verwaltungskreis anerkannt. Der letzte Fürsterzbischof, [[Hieronymus Graf Colloredo]], floh am [[10. Dezember]] [[1800]] nach [[Wien]] vor den heran rückenden [[Salzburg unter Napoleon|Franzosen]] und übergab am [[18. März]] [[1809]] die von ihm aus Wien aus geleitete Diözese dem [[Bischof von Chiemsee]], [[Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg]]. | |||
Es folgte das [[Kurfürstentum Salzburg]] von [[1803]] bis [[1806]], von [[1810]] bis [[1816]] war [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern]]. Kirchlich änderte sich damals an den Bistümern aber wenig. Mit dem Staatsvertrag vom [[14. April]] [[1816]] zwischen Bayern und der [[Habsburgermonarchie]], kam Salzburg zum Kaisertum Österreich, und wurde ein Teil von Oberösterreich ("[[Salzachkreis]]"). Erst am [[25. März]] [[1824]] bekam das Erzbistum Salzburg nach dem Tod Fürsterzbischof Colloredos wieder einen neuen Erzbischof in der Person von [[Augustin Johann Joseph Gruber]], der vorher Bischof von Laibach gewesen war. Mit dem neuen Erzbischof ändert sich die zugehörige kirchliche Diözese grundlegend. Bayern erhielt in [[München]] einen eigenen Sitz als Erzbischof, der erste bayrische Erzbischof mit Münchner Sitz wurde [[1821]] Lothar Anselm von Gebsattel. | |||
Mit dem Staatsvertrag vom [[14. April]] [[1816]] zwischen Bayern und | |||
==Das Erzbistum heute== | ==Das Erzbistum heute== | ||
Die heutige Ausdehnung wurde [[1818]] eingerichtet. Papst Pius VII. entschied seinerzeit, dass Teile des heutigen Bundeslandes Tirol mit der Zillergrenze (im so genannten "Unterinntal") bei Salzburg bleiben, da diese Teile schon seit Jahrhunderten zur Erzdiözese gehörten; während die westlich des Ziller gelegenen ehemaligen Gebiete des Erzstiftes Salzburg, die 1816 an Tirol fielen, kirchlich weiterhin bei der Diözese Brixen verbleiben. Darüber hinaus legte er fest, dass die in Tirol liegenden Teile des aufgelösten Bistums Chiemsee zu Salzburg zurückkehren sollten. Weiters wurden die am linken | Die heutige Ausdehnung wurde [[1818]] eingerichtet. Papst Pius VII. entschied seinerzeit, dass Teile des heutigen Bundeslandes Tirol mit der Zillergrenze (im so genannten "Unterinntal") bei Salzburg bleiben, da diese Teile schon seit Jahrhunderten zur Erzdiözese gehörten; während die westlich des Ziller gelegenen ehemaligen Gebiete des Erzstiftes Salzburg, die 1816 an Tirol fielen, kirchlich weiterhin bei der [[Diözese Brixen]] verbleiben. Darüber hinaus legte er fest, dass die in Tirol liegenden Teile des aufgelösten [[Bistum Chiemsee|Bistums Chiemsee]] zu Salzburg zurückkehren sollten. Weiters wurden die am linken [[Inn]]<nowiki>ufer</nowiki> gelegenen drei bis vier Pfarren des [[Bistum Freising|Bistums Freising]] in Tirol neu zu Salzburg geschlagen. | ||
Damit hat die Erzdiözese Salzburg heute eine Ausdehnung von 9 715 km² mit ca. 624 000 Einwohner, davon gehören rund 516 000 zur röm.-kath. Kirche. Seit Jänner [[2014]] ist [[Franz Lackner (Erzbischof)|Franz Lackner]] [[Erzbischof von Salzburg]]. | |||
== Quellen == | |||
* [[Kleine Geschichte Salzburgs]] | |||
* [[Salzburg, die Geschichte einer Stadt]] | |||
* [[Das Erzbistum Salzburg in seiner Geschichte]] | |||
* [[Geschichte Salzburgs]] | |||
== | ==Einzelnachweise == | ||
<references/> | <references/> | ||
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[[Kategorie:Katholische Kirche]] | |||
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