Schüttdorf: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Schüttdorf''', heute ein Stadtteil von [[Zell am See]], entwickelte sich nach der Wende zum [[20. Jahrhundert]] als „Dorf“ in der Nähe des [[Schüttgut]]es.
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'''Schüttdorf''' ist eine Ortschaft südlich des Zentrums der [[Pinzgau]]er Bezirkshauptstadt [[Zell am See]].
  
== Lage ==
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== Geografie ==
Schüttdorf liegt am südwestlichen Ende des [[Zeller See]]s, an der B 311, der [[Pinzgauer Straße]], an der [[Westbahn]] und an der [[Pinzgauer Lokalbahn]]. Das namengebende Schüttgut am Fuße des [[Bruckberg (Berg)|Bruckbergs]], früher [[Limberg]] genannt, gehört den Familien [[Piech]] und [[Porsche]]. Bekannt ist auch die [[Areitbahn]], die Skifahrer und Wanderer auf die [[Schmittenhöhe]] befördert. Ihre Talstation befindet sich ebenfalls am Fuße des Bruckberges, vor der Haustür der Schüttdorfer. Im Osten grenzt der Stadtteil an das [[Naturschutzgebiet Zeller See]], das durch mehrere [[Wege im Naturschutzgebiet Zeller See|Wege]] erschlossen und von drei [[Kanäle im Naturschutzgebiet Zeller See|Kanälen]] durchflossen wird.
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Der in der ersten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s entstandener und vorwiegend in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark gewachsener Stadtteil ist unter der Bezeichnung [[Zell am See-Süd]] Teil der [[Katastralgemeinde Zell am See]].  
  
== Allgemeines ==
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Schüttdorf liegt am südwestlichen Ende des [[Zeller See]]s, an der B 311, der [[Pinzgauer Straße]], an der [[Westbahnstrecke]] und an der [[Pinzgauer Lokalbahn]]. Schüttdorf wird westlich der [[Brucker Bundesstraße (Zell am See)|Brucker Bundesstraße]] vom namensgebenden, aus dem [[Schüttbachgraben]] kommenden und am [[Schüttgut]] vorbeiführenden [[Schüttbach]] durchflossen. In der Folge mündet der mehrfach unterirdisch geführte Bach in den parallel zur [[Porscheallee (Zell am See)|Porscheallee]] geführten Porschekanal. Im Osten grenzt der Stadtteil an das [[Naturschutzgebiet Zeller See]], das durch mehrere Wege erschlossen und von insgesamt drei [[Kanäle im Naturschutzgebiet Zeller See|Kanälen]] durchflossen wird.  
In diesem Stadtteil wohnen rund 5 400 Einwohner, die Beherbergungsbetriebe bieten 3 200 Gästebetten an (Stand Februar 2011).
 
  
== Entstehung und Entwicklung ==
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In diesem Stadtteil wohnten  mit Stand [[1. Jänner]] [[2018]] 5&nbsp;345 Einwohner (Zählsprengel Schüttdorf-Flugplatz-Zellermoos 2&nbsp;379,  Schüttdorf-Ost-Granisiedlung 1&nbsp;511, Schüttdorf-Ost 1&nbsp;455). Schüttdorf hat damit mehr Einwohner als die anderen Zeller Zählsprengel zusammen (4&nbsp;507, entfallend auf Zell am See-Zentrum 1&nbsp;025, Zell am See-Nord 1&nbsp;161, [[Bruckberg (Zell am See)|Bruckberg-Schmitten]] 1&nbsp;198 und [[Thumersbach]]-Erlberg 1&nbsp;123).<ref>Einwohnerzahl nach Zählsprengel 1. Jänner 2018 Gebietsstand 1. Jänner 2018) [https://www.statistik.at/web_de/nomenu/suchergebnisse/index.html www.statistik.at]</ref> Die Beherbergungsbetriebe bieten über 3&nbsp;200 Gästebetten an (Stand Februar 2011).
Nach Fertigstellung der im Volksmund als „Krimmlerbahn“ benannten Pinzgauer Lokalbahn im Jahr [[1898]], und ganz besonders ab dem Jahr [[1920]], wurden zahlreiche Häuser errichtet und das Dorf vergrößerte sich rasch.
 
  
===== Schulen, Infrastruktur und Lebensqualität =====
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== Geschichte ==
[[1955]] wurde eine [[Volksschule Schüttdorf|Volksschule]] namens "[[Ferdinand Porsche]]-Gedächtnisschule" errichtet. [[1960]] wurde der Kindergarten neben der Volksschule fertig gestellt und [[1962]] das Postamt eingeweiht. Dieses soll aber der Streichung der [[Postämter]] im ersten Quartal 2011 zum Opfer fallen. Auch eine Hauptschule wurde errichtet.  
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Nach Fertigstellung der im Volksmund als "Krimmlerbahn" benannten [[Pinzgauer Lokalbahn]] im Jahr [[1898]], und ganz besonders ab dem Jahr [[1920]], wurden zahlreiche Häuser errichtet und das Dorf vergrößerte sich rasch.
  
Im Jahr [[1967]] fand die Glockenweihe bei der neu errichteten und im Herbst 1967 eingeweihten [[Pfarrkirche Schüttdorf]] statt. Die Kirche wurde unter anderem von Bildhauer [[Josef Zenzmaier]] gestaltet. Von ihm stammt das Altarbild in Form eines Holzreliefs und der Tabernakel aus Bronze.  
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=== Namensgebung ===
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Die Wurzeln des Namens Schüttdorf  sind im [[mittelalter]]lichen "sit", "sid" bzw. mittelhochdeutschen "schüt[e]" und somit dem "Schütt" (Anschüttung, Anschwemmung) des Schüttbaches zu suchen. Auch der Hofname Schütter zu Schütt (heute [[Schüttgut]]) ist daraus abzuleiten.
  
[[1974]] wurde die [[Breiteckbahn]] an der Areithabfahrt fertiggestellt. Die Areitbahn, als Schüttdorfer Zubringer zur Schmittenhöhe, wurde nach ihrer Erbauung im Laufe der Jahre mehrfach modernisiert und vergrößert.  
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=== Entwicklung ===
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Infolge von Regulierungsmaßnahmen an der [[Salzach]] im Bereich der [[Brucker Schwelle]] und der Anlage der Seekanäle wurde in der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s der Seespiegel des Zeller Sees um rund einen Meter gesenkt.<ref>[[Josef Dürlinger|Dürlinger, Josef]] (1866): ''Von Pinzgau. 1. Geschichtliche Übersichten, 2. Orte- und Kirchenmatrikel; mit chronologischer Tabelle''. Selbstverlag: Salzburg. S. 22. In: [[Rainer Hochhold]]: ''Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise.'' 2013; S. 185; [[Erich Seefeldner|Seefeldner, Erich]] (1961): ''Salzburg und seine Landschaften.'' [[Verlag Das Bergland-Buch|Verlag "Das Bergland-Buch"]]: Salzburg-Stuttgart. S. 222</ref> Dadurch konnte ein Großteil der Zeller Moose in Wiesen- und teilweise sogar in Ackerland verwandelt werden, auf den dadurch neu entstandenen Kulturflächen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch erste "Hütteln" gebaut, nach denen der neu entstehende Ortsteil als "Hütteldorf" bezeichnet wurde. Auf Antrag der Bewohner fasste die Stadtvertretung am [[22. August]] [[1930]] den einstimmigen Beschluss, den Namen in ''Schüttdorf'' zu ändern.<ref>Sitzungsprotokoll der Stadtgemeinde Zell am See. In: Rainer Hochhold: ''Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise.'' 2013; S. 307</ref>
  
Zuletzt wurde mit Handelsschule, Handelsakademie und Gymnasium auch das wichtigste Zeller Schulzentrum erbaut. Eine große Postfernmeldezentrale nahm ihren Betrieb in den [[1970er]]-Jahren auf, Hotels wurden neu erbaut, alte Gastbetriebe modernisiert und Klein- und Mittelbetriebe aller Branchen siedelten sich an. Alles ist heute noch fußwegig erreichbar, hat teilweise noch dörflichen Charakter und das mit sehr guter Infrastruktur. Neben der Versorgungslage sind Seeufer mit Strandbad, [[Naturschutzgebiet Zeller See]], [[Tauernradweg]] und Langlaufloipen u.a.m. in Gehweite - auch für das Freizeitvergnügen Einheimischer und Touristen ist gesorgt.  
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An den Berglehnen der [[Areit]] und des [[Bruckberg (Berg)|Bruckberg]]es lagen früher bedeutende Bergbaureviere. Die Gruben der [[Kupfererzbergbau|Kupfer]]- und Schwefelkiesbergwerke wurden im [[16. Jahrhundert]] von privaten [[Gewerke]]n (Rosenberger, Freyeisen, ...) und anschließend von der [[Salzburger Hofkammer|fürsterzbischöflichen Hofkammer]] betrieben. Die im Wesentlichen bis [[1803]] befahrenen Einbaue befanden sich zwischen dem Schüttbachgraben im Osten und vom Beilgut in Richtung Westen bis [[Limberg]].
  
Schüttdorf beherbergt auch eine Besonderheit: hier hat sich neben dem [[Porsche Design Studio]] auch die Fa. Storz angesiedelt. Beide Designbetriebe haben Weltruf.
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Über die frühere Verwaltungsstruktur von Bruckberg (Bezeichnung nach Lahnsteiner: "Bruckberg-Schmitten")<ref>Lahnsteiner, Josef (1980a): Mitter- und Unterpinzgau: Mitterpinzgau. Saalbach, Saalfelden, Lofer, Salzburgisches Saaletal. – Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. 2. Aufl. (1. Aufl. 1960). Selbstverlag: Hollersbach. S. 21. In: Rainer Hochhold: ''Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise.'' 2013; S. 309 bzw. 422</ref> ist sehr wenig bekannt, jedenfalls gehörte aber der Großteil der Berglehnen bis hin zur [[Schmittenhöhe]] zu einer eigenständigen Kommune. Die Eingemeindung in den Kommunalverband Zell am See erfolgte am [[1. Oktober]] [[1935]], als letzter Vorstand von Bruckberg-Schmitten amtierte der Unterkeilbauer Alois Amoser.  
  
===== Dorf, "Suburbia" und Raumordnung =====
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=== Infrastruktur ===
Schüttdorf ist heute der bevölkerungsreichste Stadtteil. Er hat einerseits noch immer Dorfcharakter, andererseits ist Schüttdorf auch das „Suburbia“ von Zell am See geworden. Hier befinden sich der [[1959]] errichtete [[Flugplatz Zell am See]], mit Tunnelausgangsportal und Umfahrungsverteiler bedeutende Straßenbauten, die großen Supermärkte, Möbelhäuser, Baumärkte und Autohäuser.
 
  
Die Errichtung der erwähnten Großbetriebe ist aus Sicht der Stadtentwicklung zu einem gewissen Grad einsichtig, aber [[Raumordnung|raumordnerisch]] problematisch. Schüttdorf einerseits und [[Bruck an der Großglocknerstraße]] andererseits drohen durch den in den letzten Jahren erfolgten Supermarktboom zusammen zuwachsen und das Erscheinungsbild des [[Zeller Becken]]s nachhaltig zu beeinträchtigen.
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[[1955]] wurde eine [[Volksschule Schüttdorf|Volksschule]] "[[Ferdinand Porsche]]-Gedächtnisschule" errichtet. [[1960]] wurde der Kindergarten neben der Volksschule fertig gestellt, auch eine Polytechnische Schule wurde errichtet. Schließlich wurden in den [[1970er]]- und [[1980er]]-Jahren an der [[Straßen der Stadt Zell am See|Karl-Vogt-Straße]] mit dem [[Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Zell am See|Gymnasium und Realgymnasium]] und der Handelsakademie-Handelsschule auch das Zeller Bundesschulzentrum erbaut.
  
=====Hochwasser=====
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Das [[1962]] eingeweihte [[Postamt]] fiel der Streichung der Postämter im Jahr 2011 zum Opfer, heute befindet sich eine Postpartnerfiliale in der [[Straßen der Stadt Zell am See|Alten Landesstraße]].  
Der im Jahr [[2010]] von der [[Wildbach- und Lawinenverbauung]] präsentierte [[Gefahrenzonenplan]] erinnert alteingesessene Schüttdorfer an das Hochwasser im Jahr [[1956]], das mehrere Häuser unter Wasser setzte und an die Hochwasserkatastrophe im Jahr [[1966]], von der Schüttdorf ebenfalls betroffen war. Der neu erstellte Plan legt offen, dass fast ganz Schüttdorf [[Hochwasser]] gefährdet ist und geeignete Schutzmaßnahmen fehlen. Bei einem nächsten Jahrhundert-Hochwasser geht es nicht mehr um ein paar Häuser sondern um beinahe das ganze verbaute Gebiet von Schüttdorf mit seinen zahlreichen Wohnhäusern, den Schulen und den Großmärkten.
 
  
==Quellen==
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Im Jahr [[1967]] fand die Glockenweihe bei der neu errichteten und im Herbst 1967 eingeweihten [[Pfarrkirche Schüttdorf]] statt. Die Kirche wurde unter anderem von Bildhauer [[Josef Zenzmaier]] gestaltet. Von ihm stammt das Altarbild in Form eines Holzreliefs und der Tabernakel aus Bronze.
* Ferdinand Hölzl, „1200 Jahre Zell am See“, herausgegeben im Eigenverlag des Autors, Zell am See 1973
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Bekannt ist auch die [[Areitbahn]], die seit [[1970]]–71 als Doppelsessellift Wanderer auf die [[Areitalm]] und im Winter Skifahrer mit Hilfe des Schleppliftes Glocknerlift weiter auf die [[Schmittenhöhe]] beförderte. 
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Die in den [[1970er]]-Jahren situierte Postfernmeldezentrale wurde inzwischen aufgelassen, andererseits Hotels neu erbaut und alte Gastbetriebe modernisiert. Klein- und Mittelbetriebe aller Branchen siedelten sich an. Alles ist fußwegig erreichbar, hat teilweise noch dörflichen Charakter und das mit sehr guter Infrastruktur. Neben der Versorgungslage sind Seeufer mit Strandbad, [[Naturschutzgebiet Zeller See]], [[Tauernradweg]] und Langlaufloipen u. a.m. in Gehweite - auch für das Freizeitvergnügen Einheimischer und Touristen ist somit gesorgt.
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Schüttdorf beherbergt auch eine Besonderheit: hier hat sich neben dem [[Porsche Design Studio]] auch die Fa. [[Storz]] angesiedelt. Beide Designbetriebe haben Weltruf.
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=== Dorf, "Suburbia" und Raumordnung ===
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[[Datei:Schüttdorf vorne, Bruck i.Bildhintergrund.JPG|thumb|Im Bildvordergrund das Südende von Schüttdorf, dahinter die Westbahntrasse und die [[Pinzgauer Straße]], im Bildhintergrund das Brucker Gewerbegebiet Nord]]
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Schüttdorf ist heute der bevölkerungsreichste Stadtteil. Er hat einerseits noch immer Dorfcharakter, andererseits ist Schüttdorf auch das "Suburbia" von Zell am See geworden. Hier befinden sich der in der Zwischenkriegszeit entstandene und [[1959]] eröffnete [[Flugplatz Zell am See]], mit Tunnelausgangsportal und Umfahrungsverteiler bedeutende Straßenbauten, die großen Supermärkte, Möbelhäuser, Baumärkte und Autohäuser.
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Die Errichtung der erwähnten Großbetriebe ist aus Sicht der Stadtentwicklung zu einem gewissen Grad einsichtig, aber [[Raumordnung|raumordnerisch]] problematisch. Schüttdorf einerseits und [[Bruck an der Großglocknerstraße]] andererseits drohen durch den in den letzten Jahren erfolgten Bauboom zusammen zuwachsen und das Erscheinungsbild des [[Zeller Becken]]s nachhaltig zu beeinträchtigen.
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==Hochwasser==
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Der im Jahr [[2010]] von der [[Wildbach- und Lawinenverbauung]] präsentierte [[Gefahrenzonenplan]] erinnert alteingesessene Schüttdorfer an das Hochwasser im Jahr [[1956]], das mehrere Häuser unter Wasser setzte und an die Hochwasserkatastrophe im Jahr [[1966]], von der Schüttdorf ebenfalls betroffen war. Der Plan legt offen, dass fast ganz Schüttdorf [[Hochwasser]] gefährdet ist und geeignete Schutzmaßnahmen fehlen.
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Da in der Folge der Hochwasserschutz an die ebenfalls dringend notwendige Umfahrungsstraße Oberpinzgau - Salzachtal gebunden wurde und mehrfach unterschiedliche Varianten erwogen wurden, verzögerte sich ein Baubeginn immer wieder. Nach Zustimmung von insgesamt 72 Grundeigentümern konnte aber schließlich im Oktober 2017 der offizielle Startschuss für das Jahrhundertprojekt gegeben werden.<ref>[https://www.meinbezirk.at/pinzgau/c-lokales/zeller-hochwasserschutz-offizieller-start-fuer-das-jahrhundertprojekt_a2297942 www.meinbezirk.at]</ref> Ebenfalls im Jahr 2017 wurde der Schüttbach, der im Juni 2013 infolge mehrerer Murenabgänge  im Schüttbachgraben große Schäden an Gebäuden, Brücken und Straßen verursacht hatte, durch eine optisch allerdings wenig ansprechende Dosiersperre weiter verbaut.<ref>[http://www.schuettbach.org/ www.schuettbach.org]</ref>
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==Quellen und Literatur==
 
* Eigenartikel von [[Christina Nöbauer]]
 
* Eigenartikel von [[Christina Nöbauer]]
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* [[Ferdinand Hölzl]]: ''&nbsp;1200 Jahre Zell am See'', herausgegeben im Eigenverlag des Autors, Zell am See 1973
 
* {{Quelle PiN|24. Februar 2011}}
 
* {{Quelle PiN|24. Februar 2011}}
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* Rainer Hochhold: ''Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise.'' [[Stadtgemeinde Zell am See]], 2013
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==Einzelnachweise==
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<references/>
  
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[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
[[Kategorie:Geografie]]
 
[[Kategorie:Geografie]]
 
[[Kategorie:Pinzgau]]
 
[[Kategorie:Pinzgau]]
 
[[Kategorie:Zell am See]]
 
[[Kategorie:Zell am See]]
 
[[Kategorie:Ort (Pinzgau)]]
 
[[Kategorie:Ort (Pinzgau)]]

Aktuelle Version vom 11. Dezember 2024, 09:35 Uhr

Schüttdorf zwischen Naturschutzgebiet Zeller See und Schmittenhöhe und mit Blick in den Oberpinzgau, vom Erlberg aufgenommen
Schüttdorf und Zeller Becken vom Keilberg aus gesehen
Schüttdorf
Pfarrkirche Schüttdorf

Schüttdorf ist eine Ortschaft südlich des Zentrums der Pinzgauer Bezirkshauptstadt Zell am See.

Geografie

Der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandener und vorwiegend in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark gewachsener Stadtteil ist unter der Bezeichnung Zell am See-Süd Teil der Katastralgemeinde Zell am See.

Schüttdorf liegt am südwestlichen Ende des Zeller Sees, an der B 311, der Pinzgauer Straße, an der Westbahnstrecke und an der Pinzgauer Lokalbahn. Schüttdorf wird westlich der Brucker Bundesstraße vom namensgebenden, aus dem Schüttbachgraben kommenden und am Schüttgut vorbeiführenden Schüttbach durchflossen. In der Folge mündet der mehrfach unterirdisch geführte Bach in den parallel zur Porscheallee geführten Porschekanal. Im Osten grenzt der Stadtteil an das Naturschutzgebiet Zeller See, das durch mehrere Wege erschlossen und von insgesamt drei Kanälen durchflossen wird.

In diesem Stadtteil wohnten mit Stand 1. Jänner 2018 5 345 Einwohner (Zählsprengel Schüttdorf-Flugplatz-Zellermoos 2 379, Schüttdorf-Ost-Granisiedlung 1 511, Schüttdorf-Ost 1 455). Schüttdorf hat damit mehr Einwohner als die anderen Zeller Zählsprengel zusammen (4 507, entfallend auf Zell am See-Zentrum 1 025, Zell am See-Nord 1 161, Bruckberg-Schmitten 1 198 und Thumersbach-Erlberg 1 123).[1] Die Beherbergungsbetriebe bieten über 3 200 Gästebetten an (Stand Februar 2011).

Geschichte

Nach Fertigstellung der im Volksmund als "Krimmlerbahn" benannten Pinzgauer Lokalbahn im Jahr 1898, und ganz besonders ab dem Jahr 1920, wurden zahlreiche Häuser errichtet und das Dorf vergrößerte sich rasch.

Namensgebung

Die Wurzeln des Namens Schüttdorf sind im mittelalterlichen "sit", "sid" bzw. mittelhochdeutschen "schüt[e]" und somit dem "Schütt" (Anschüttung, Anschwemmung) des Schüttbaches zu suchen. Auch der Hofname Schütter zu Schütt (heute Schüttgut) ist daraus abzuleiten.

Entwicklung

Infolge von Regulierungsmaßnahmen an der Salzach im Bereich der Brucker Schwelle und der Anlage der Seekanäle wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Seespiegel des Zeller Sees um rund einen Meter gesenkt.[2] Dadurch konnte ein Großteil der Zeller Moose in Wiesen- und teilweise sogar in Ackerland verwandelt werden, auf den dadurch neu entstandenen Kulturflächen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch erste "Hütteln" gebaut, nach denen der neu entstehende Ortsteil als "Hütteldorf" bezeichnet wurde. Auf Antrag der Bewohner fasste die Stadtvertretung am 22. August 1930 den einstimmigen Beschluss, den Namen in Schüttdorf zu ändern.[3]

An den Berglehnen der Areit und des Bruckberges lagen früher bedeutende Bergbaureviere. Die Gruben der Kupfer- und Schwefelkiesbergwerke wurden im 16. Jahrhundert von privaten Gewerken (Rosenberger, Freyeisen, ...) und anschließend von der fürsterzbischöflichen Hofkammer betrieben. Die im Wesentlichen bis 1803 befahrenen Einbaue befanden sich zwischen dem Schüttbachgraben im Osten und vom Beilgut in Richtung Westen bis Limberg.

Über die frühere Verwaltungsstruktur von Bruckberg (Bezeichnung nach Lahnsteiner: "Bruckberg-Schmitten")[4] ist sehr wenig bekannt, jedenfalls gehörte aber der Großteil der Berglehnen bis hin zur Schmittenhöhe zu einer eigenständigen Kommune. Die Eingemeindung in den Kommunalverband Zell am See erfolgte am 1. Oktober 1935, als letzter Vorstand von Bruckberg-Schmitten amtierte der Unterkeilbauer Alois Amoser.

Infrastruktur

1955 wurde eine Volksschule "Ferdinand Porsche-Gedächtnisschule" errichtet. 1960 wurde der Kindergarten neben der Volksschule fertig gestellt, auch eine Polytechnische Schule wurde errichtet. Schließlich wurden in den 1970er- und 1980er-Jahren an der Karl-Vogt-Straße mit dem Gymnasium und Realgymnasium und der Handelsakademie-Handelsschule auch das Zeller Bundesschulzentrum erbaut.

Das 1962 eingeweihte Postamt fiel der Streichung der Postämter im Jahr 2011 zum Opfer, heute befindet sich eine Postpartnerfiliale in der Alten Landesstraße.

Im Jahr 1967 fand die Glockenweihe bei der neu errichteten und im Herbst 1967 eingeweihten Pfarrkirche Schüttdorf statt. Die Kirche wurde unter anderem von Bildhauer Josef Zenzmaier gestaltet. Von ihm stammt das Altarbild in Form eines Holzreliefs und der Tabernakel aus Bronze.

Bekannt ist auch die Areitbahn, die seit 1970–71 als Doppelsessellift Wanderer auf die Areitalm und im Winter Skifahrer mit Hilfe des Schleppliftes Glocknerlift weiter auf die Schmittenhöhe beförderte.

Die in den 1970er-Jahren situierte Postfernmeldezentrale wurde inzwischen aufgelassen, andererseits Hotels neu erbaut und alte Gastbetriebe modernisiert. Klein- und Mittelbetriebe aller Branchen siedelten sich an. Alles ist fußwegig erreichbar, hat teilweise noch dörflichen Charakter und das mit sehr guter Infrastruktur. Neben der Versorgungslage sind Seeufer mit Strandbad, Naturschutzgebiet Zeller See, Tauernradweg und Langlaufloipen u. a.m. in Gehweite - auch für das Freizeitvergnügen Einheimischer und Touristen ist somit gesorgt.

Schüttdorf beherbergt auch eine Besonderheit: hier hat sich neben dem Porsche Design Studio auch die Fa. Storz angesiedelt. Beide Designbetriebe haben Weltruf.

Dorf, "Suburbia" und Raumordnung

Im Bildvordergrund das Südende von Schüttdorf, dahinter die Westbahntrasse und die Pinzgauer Straße, im Bildhintergrund das Brucker Gewerbegebiet Nord

Schüttdorf ist heute der bevölkerungsreichste Stadtteil. Er hat einerseits noch immer Dorfcharakter, andererseits ist Schüttdorf auch das "Suburbia" von Zell am See geworden. Hier befinden sich der in der Zwischenkriegszeit entstandene und 1959 eröffnete Flugplatz Zell am See, mit Tunnelausgangsportal und Umfahrungsverteiler bedeutende Straßenbauten, die großen Supermärkte, Möbelhäuser, Baumärkte und Autohäuser.

Die Errichtung der erwähnten Großbetriebe ist aus Sicht der Stadtentwicklung zu einem gewissen Grad einsichtig, aber raumordnerisch problematisch. Schüttdorf einerseits und Bruck an der Großglocknerstraße andererseits drohen durch den in den letzten Jahren erfolgten Bauboom zusammen zuwachsen und das Erscheinungsbild des Zeller Beckens nachhaltig zu beeinträchtigen.

Hochwasser

Der im Jahr 2010 von der Wildbach- und Lawinenverbauung präsentierte Gefahrenzonenplan erinnert alteingesessene Schüttdorfer an das Hochwasser im Jahr 1956, das mehrere Häuser unter Wasser setzte und an die Hochwasserkatastrophe im Jahr 1966, von der Schüttdorf ebenfalls betroffen war. Der Plan legt offen, dass fast ganz Schüttdorf Hochwasser gefährdet ist und geeignete Schutzmaßnahmen fehlen.

Da in der Folge der Hochwasserschutz an die ebenfalls dringend notwendige Umfahrungsstraße Oberpinzgau - Salzachtal gebunden wurde und mehrfach unterschiedliche Varianten erwogen wurden, verzögerte sich ein Baubeginn immer wieder. Nach Zustimmung von insgesamt 72 Grundeigentümern konnte aber schließlich im Oktober 2017 der offizielle Startschuss für das Jahrhundertprojekt gegeben werden.[5] Ebenfalls im Jahr 2017 wurde der Schüttbach, der im Juni 2013 infolge mehrerer Murenabgänge im Schüttbachgraben große Schäden an Gebäuden, Brücken und Straßen verursacht hatte, durch eine optisch allerdings wenig ansprechende Dosiersperre weiter verbaut.[6]

Quellen und Literatur

  • Rainer Hochhold: Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise. Stadtgemeinde Zell am See, 2013

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahl nach Zählsprengel 1. Jänner 2018 Gebietsstand 1. Jänner 2018) www.statistik.at
  2. Dürlinger, Josef (1866): Von Pinzgau. 1. Geschichtliche Übersichten, 2. Orte- und Kirchenmatrikel; mit chronologischer Tabelle. Selbstverlag: Salzburg. S. 22. In: Rainer Hochhold: Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise. 2013; S. 185; Seefeldner, Erich (1961): Salzburg und seine Landschaften. Verlag "Das Bergland-Buch": Salzburg-Stuttgart. S. 222
  3. Sitzungsprotokoll der Stadtgemeinde Zell am See. In: Rainer Hochhold: Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise. 2013; S. 307
  4. Lahnsteiner, Josef (1980a): Mitter- und Unterpinzgau: Mitterpinzgau. Saalbach, Saalfelden, Lofer, Salzburgisches Saaletal. – Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. 2. Aufl. (1. Aufl. 1960). Selbstverlag: Hollersbach. S. 21. In: Rainer Hochhold: Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise. 2013; S. 309 bzw. 422
  5. www.meinbezirk.at
  6. www.schuettbach.org