Karl Friedrich Würthle: Unterschied zwischen den Versionen

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'''{{PAGENAME}}''' (* [[1820]] in Konstanz am Bodensee, † [[1919]] in Madras, Indien, als Kriegsgefangener) war Fotograf in Salzburg.
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[[File:Portrait des Karl Friedrich Würthle.jpg|thumb|Portrait des Karl Friedrich Würthle]]'''Karl Friedrich Würthle''' (* [[18. September]] [[1820]] in Konstanz am Bodensee; † [[8. Oktober]] [[1902]] in der [[Stadt Salzburg]]<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19021008&query=%22Nonntaler+Hauptstra%c3%9fe%22+%22Anna%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", Ausgabe vom 8. Oktober 1902, Seite 8, Parte</ref>) war [[Fotograf]] in Salzburg.
  
==Leben==
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== Leben ==
Er kam als Sohn eines Regiments-Chirurgen auf die Welt. Er erhielt seine Ausbildung am Stahlstichatelier Carl Ludwig Frommels in Karlsruhe, Deutschland. Nach seiner Ausbildung wandte sich Würthle als selbständiger Künstler nach München, [[Bayern]]. Dort schloss er Bekanntschaft mit dem Dichter [[Joseph Victor von Scheffel]]. Im Revolutionsjahr [[1848]] bekam er mit der Polizei Probleme, als er eine Karikatur der Lola Montez, der Geliebten König Ludwigs, veröffentlichte. Er ging nach Triest, heute Italien (Friaul), zum "Österreichischen Lloyd" als Kupferstecher.  
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Er kam als Sohn eines Regiments-Chirurgen auf die Welt. Er erhielt seine Ausbildung am Stahlstichatelier Carl Ludwig Frommels in Karlsruhe, [[Deutschland]]. Nach seiner Ausbildung wandte sich Würthle als selbständiger Künstler nach [[München]], [[Königreich Bayern]]. Dort schloss er Bekanntschaft mit dem Dichter [[Joseph Victor von Scheffel]]. Im Revolutionsjahr [[1848]] bekam er mit der Polizei Probleme, als er eine Karikatur der Lola Montez, der Geliebten König [[Ludwig I. von Bayern|Ludwigs]], veröffentlichte. [[1848]] ging er nach [[Küstenland#Triest|Triest]], zum "Österreichischen Lloyd" als Kupferstecher.  
  
Doch bald kehrte er nach München zurück und wirkte am "König Ludwig Album" mit, das ab [[1850]] zur patriotischen Verehrung des bayerischen Königs herausgegeben wurde. Seine sommerlichen Reisen in die [[Alpen]] arbeitete er in Stiche um. So kam er in Verbindung mit seinem späteren Kompagnon, dem Salzburger Kunsthändler [[Gregor Baldi]]. Dessen Verlag brachte einige dieser Skizzen heraus, später dann das "Album der Erinnerung an Gastein" nach Zeichnungen von [[Johann Fischbach]].
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Doch schon [[1850]] kehrte er nach München zurück und wirkte am "König-Ludwig-Album" mit, das ab 1850 zur patriotischen Verehrung des bayerischen Königs herausgegeben wurde. Seine sommerlichen Reisen in die [[Alpen]] arbeitete er in Stiche um. So kam er in Verbindung mit seinem späteren Kompagnon, dem Salzburger Kunsthändler und Fotografen [[Gregor Baldi]]. Dessen Verlag brachte einige dieser Skizzen heraus, später dann das "Album der Erinnerung an [[Gastein]]" nach Zeichnungen von [[Johann Fischbach]]. Erst Ende der [[1850er]]-, Anfang der [[1860er]]-Jahre begann sich Würthle mit der Fotografie zu befassen.  
  
Erst Ende der [[1850er]] - Anfang der [[1860er]] Jahre begann sich Würthle mit der Fotografie zu befassen. [[1858]] heiratete er in Konstanz die Advokatentochter Maria Spinnhirn und [[1861]] übersiedelte die Familie nach Salzburg. Hier gründete er [[1862]] zusammen mit Gregor Baldi eine fotografische Anstalt in der [[Riedenburg]] (Villa Almegg, auch Hitzgern Hof, ehemalige [[Weißgeschirr-Manufactur in der Riedenburg]], heute Riedenburger Straße 10).
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[[1858]] heiratete er in Konstanz die Advokatentochter Maria Spinnhirn, Schwester des Apothekers [[Hermann Spinnhirn]] (* [[1840]]; † [[1892]]) und übersiedelte [[1861]] mit Familie in die Stadt Salzburg. Sie hatten vier Kinder: Marie  (* [[1861]]; † [[1927]]), Thekla (* [[1862]]; † [[1931]]), Friedrich (* [[1866]]; † [[1919]]) und Fanny (* [[1876]]; † [[1907]]);
  
Die Firma "Baldi & Würthle" war bald für die Landschaftsfotografie sehr bekannt. [[1866]] übersiedelte dann die Firma in die [[Schwarzstraße]] Nr. 9. Dort richtete er die chemischen Labors, die Dunkelkammer und das Retuschierzimmer ein. Die noch im selben Jahr veröffentlichten ''pantoscopischen Aufnahmen'', Aufnahmen mit Weitwinkelobjektiv, von der Stadt Salzburg, erregten große Aufmerksamkeit. So blieb der geschäftliche Erfolg nicht aus und [[1867]] stellte das Unternehmen landschaftliche Aufnahmen bei der Weltausstellung in Paris, Frankreich, aus.
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==Baldi &amp; Würthle==
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:'' Hauptartikel  [[Baldi &amp; Würthle]]
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In Salzburg gründete er am [[15. Jänner]] [[1862]] zusammen mit Gregor Baldi eine fotografische Anstalt in der [[Riedenburg]] ([[Villa Baldi]], Villa Almegg, auch Hitzgern Hof, ehemalige [[Weißgeschirr-Manufactur in der Riedenburg]], heute [[Riedenburger Straße]] 10). Die Firma [[Baldi &amp; Würthle]] war bald für die Landschaftsfotografie sehr bekannt.  
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[[Datei:Rainer-Hütte im Kapruner Tal um 1890.jpg|thumb|Die [[Rainerhütte]] im [[Kapruner Tal]] um 1890, eine Aufnahme von Würthle &amp; Spinnhirn.]]
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Karl Friedrich Würthle zählte auch zu den Pionieren der Bergfotografie. So konnte [[Gustav Jaegermayer]] im Auftrag der Firma Baldi &amp; Würthle [[1863]] bei der [[Großglockner (Berg)|Großglockner-Expedition]] 84 Aufnahmen aus dem [[Glocknergruppe|Glocknergebiet]] mitbringen.
  
Kaiser Napoleon III. erhielt von [[Kaiser Franz Joseph I.]] von Österreich am [[18. August]] [[1867]] als Gastgeschenk eine Fotomappe des Unternehmens.
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Doch dann kam es [[1872]] zu Differenzen zwischen Baldi und Würthle, die [[1874]] zur Trennung führten. Allerdings blieb Baldi stiller Gesellschafter der Firma. Der Schwager Würthles, Hermann Spinnhirn, trat [[1882]] in die Firma ein, und man nannte sich forthin "Würthle &amp; Spinnhirn".
  
Doch dann kam es [[1872]] zu Differenzen zwischen Baldi und Würthle, die zur Trennung [[1874]] führten. Der Schwager Würthles, der Chemiker [[Hermann Spinnhirn]], trat in die Firma ein und man nannte sich forthin "Würthle und Spinnhirn".  
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[[1873]] erhielt Karl Friedrich Würthle aufgrund seiner Beteiligung  an der Wiener [[Salzburg auf Weltausstellungen|Weltausstellung]] mit topografischen Fotos eine persönliche Auszeichnung mit der Fortschrittsmedaille. Auch wurde ihm das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone durch Kaiser [[Franz Joseph I.]] verliehen.
  
Die Landschaftsaufnahmen, vor allem Hochgebirgsaufnahmen, erlangten Weltruhm. Man begann mit der Produktion und Vertrieb von Ansichtskarten. Dem dazu gegründeten Verlag gehörte auch eine Lichtdruckanstalt in [[Freilassing]] (Bayern) an. Es folgten Filialbetriebe in München, Wien, ja sogar in England eröffnete man in London ein Geschäft. In der Schwarzstraße Nr. 11 wurde ein weiteres Atelier eröffnet. [[1899]] kam dann auch ein Geschäft an die Ecke des [[Bazargebäude]]s, wo heute das [[Bankhaus Spängler]] untergebracht ist, dazu.
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==Würthle &amp; Spinnhirn==
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Die Landschaftsaufnahmen, vor allem Hochgebirgsaufnahmen, erlangten Weltruhm. Man begann mit der Produktion und dem Vertrieb von Ansichtskarten. Dem dazu gegründeten Verlag gehörte auch eine Lichtdruckanstalt in [[Freilassing]] (Bayern) an. Es folgten Filialbetriebe in München, Wien, ja sogar in London, [[England]], eröffnete man ein Geschäft. In der [[Schwarzstraße]] Nr. 9 - [[Haus Baldi]] - (zwischen der heutigen [[Raiffeisenverband Salzburg|Raiffeisenzentrale]] und dem [[Karajan]]haus, heute ist darin die ÖGUSSA angesiedelt) wurde [[1885]] ein weiteres Atelier eröffnet. [[1899]] kam dann auch ein Geschäft an die Ecke des [[Bazargebäude (Hotel d'Autriche)|Bazargebäude]]s des [[Hotel Österreichischer Hof|Hotels Oesterreichischer Hof]]''.
  
[[1892]], nach dem Tod von Hermann Spinnhirn über der Sohn von Würthle, Friedrich, diese Anteile. Das Unternehmen wurde wiederum unbenannt in "Würthle und Sohn". Aber der Zenit der Erfolge war überschritten und schon [[1904]] musste Friedriech Würthle junior sein Atelier an der Schwarzstraße an die Fotografen [[Eduard Bertel]] und [[Carl Pietzner]] verkaufen. Mit dem im Familienbesitz verbliebenen Verlag versuchte dann die Familie in Wien Fuß zu fassen. Doch [[1907]] kam es zum Konkurs. Man wandelte das Unternehmen in eine "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" um, die von der Schwester Friedrichs, Thekla Würthle geführt wurde. Ihr Vater, der Firmengründer, wanderte nach Indien aus, wo er Arbeit bei der fotografischen Anstalt "Johnston & Hoffmann" in Kalkutta fand. Er starb [[1919]] in Madras, Indien, als englischer Kriegsgefangener an den Folgen geistiger Zerrüttung.
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==Würthle &amp; Sohn==
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[[Datei:Stadtpfarrkirche Hallein 1900.jpg|thumb|[[Stadtpfarrkirche zu den Hll. Antonius Er. und Hieronymus|Stadtpfarrkirche Hallein]] 1900.]]
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[[Datei:Salzburg Altstadt Hohensalzburg 1900.jpg|thumb|Eine Ansichtskarte Würthle &amp; Sohn vor 1902.]]
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[[Datei:Salzburger Stadttheater in einer historischen Aufnahme um 1900.jpg|thumb|Das [[Salzburger Stadttheater]] in einer historischen Aufnahme um 1900.]]
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[[1892]], nach dem Tod Hermann Spinnhirns, übernahm Würthles Sohn Friedrich junior diese Anteile. Das Unternehmen wurde wiederum unbenannt in "Würthle und Sohn". Aber der Zenit der Erfolge war überschritten und schon [[1904]] musste Friedrich Würthle junior sein Atelier an der Schwarzstraße an die Fotografen [[Eduard Bertel]] und [[Carl Pietzner]] verkaufen. Dieses wurde von Bertel geführt, und [[1907]] verkaufte Pietzner seine Anteile an Würthle &amp; Sohn aber ganz an Bertel und schied aus der Firma.
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Bertel verkaufte nun seinerseits das Atelier [[1909]] an [[Karl Ellinger]], der es dann [[1916]] an [[Betty Steinhart]] weiter verkaufte. Frau Steinhart wurde [[1914]] als Geschäftsführerin eingetragen und führte das Unternehmen, während Ellinger zum Militär einrücken musste.
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Mit dem im Familienbesitz von Würthle verbliebenen Verlag versuchte dann die Familie in Wien Fuß zu fassen. Doch [[1907]] kam es zum Konkurs. Pietzner blieb aber bei der Firma Würthle &amp; Sohn, die als Verlagsanstalt fortgeführt wurde, Kommandist.
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==Würthle &amp; Sohn Nachf. Ges.m.b.H.==
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Man wandelte das Unternehmen in eine "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" um, die von der Tochter Friedrichs, Thekla Würthle, geführt wurde. Sein Sohn Friedrich wanderte nach [[Indien]] aus, wo er Arbeit bei der fotografischen Anstalt "Johnston &amp; Hoffmann" in Kalkutta fand. Dort starb dieser [[1919]] in Madras, [[Indien]], als englischer Kriegsgefangener an den Folgen geistiger Zerrüttung.
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Thekla Würthle führte zunächst das Geschäft in der Schwarzstraße Nr. 5 und 9 bis [[1911]], jenes in der Schwarzstraße Nr. 3 von [[1912]] bis [[1918]], das auch als Kunsthandlung lief.  
  
 
==Der Nachlass==
 
==Der Nachlass==
Schon [[1915]] wurde die Hauptniederlassung in Salzburg aufgelassen, nach Wien verlegt, wo sie jedoch bereits [[1916]] liquidiert wurde. Nachfolger, die "Galerie Würthle" in Wien, ist heute im Besitz von Hans Dichand. [[1912]] war bereits ein Teil des Glasplattenarchivs an die Wiener Firma "Kilophot" verkauft worden, die [[1926]] von [[Ernst Koschier]] verkauft wurde. Koschier betrieb in Salzburg am [[Gaisberg]] auf der Gaisbergspitze in der [[Villa Plauder]] neben dem [[Hotel Gaisbergspitze]] ein Atelier.
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Schon [[1915]] wurde die Hauptniederlassung in Salzburg aufgelassen, nach Wien verlegt, wo sie jedoch bereits [[1916]] liquidiert wurde. Die Nachfolgerin, die [[Galerie Würthle]] in Wien, stand um 2009 im Besitz des Zeitungsverlegers Hans Dichand. [[1912]] war bereits ein Teil des Glasplattenarchivs an die Wiener Firma "Kilophot" verkauft worden, dessen Inhaber von [[1905]] bis [[1930]] Felix Leutner war (* [[1881]]; † [[1966]]). Leutner verkaufte [[1926]] an [[Ernst Koschier]], der in Salzburg auf dem [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] auf der [[Gaisbergspitze]] in der [[Villa Pflauder]] neben dem [[Hotel Gaisbergspitze]] ein Atelier betrieb.
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Aber mehrere Tausend Glasplatten kamen in den Besitz von Edith Kraus, der Tochter von Ernst Koschier, die sie [[1998]] dem [[Salzburger Stadtarchiv]] verkaufte. Es besteht aus rund 6&nbsp;000 Glasplatten-Negativen der Firma Würthle.
  
Aber mehrere Tausend Glasplatten kamen in den Besitz von Edith Kraus, der Tochter von Ernst Koschier, die sie [[1998]] dem [[Salzburger Stadtarchiv]] verkaufte. Es besteht aus rund 6.000 Glasplatten-Negativen der Firma Würthle.
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== Bilder ==
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{{Bildkat|Würthle & Sohn|von Würthle & Sohn und  Würthle &amp; Spinnhirn}}
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==Quellen==
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* ''[[Salzburger Fotografien 1880–1918|Salzburger Fotografien 1880–1918 aus dem Atelier Würthle]]'', [[Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg]] 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4
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* F. Seidl, Nekrolog, in: [[MGSLK]] [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&amp;aid=slk&amp;datum=19030006&amp;zoom=2&amp;seite=00000394 43, 1903, S. 394]
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* ''[[Kronland Salzburg. Historische Fotografien von 1850 bis 1918]]'', [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]], Wolfram Morath (Herausgeber), 2000, ISBN 3-901014-68-3
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* [https://www.salzburgmuseum.at/deutsch/museen/neueresidenz/1-obergeschoss/109-baldi-und-wuerthle/biographie-wuerthle/ www.salzburgmuseum.at] Biographie Karl Friedrich Würthle
  
==Quelle==
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== Einzelnachweis ==
* ''Salzburger Fotografien 1880 - 1918 aus dem Atelier Würthle'', Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4
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<references/>
  
[[Kategorie:nicht mehr existierende Unternehmen|Würthle, Karl Friedrich]]
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{{SORTIERUNG: Würthle, Karl Friedrich}}
[[Kategorie:Stadt Salzburg|Würthle, Karl Friedrich]]
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[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Zuagroaste|Würthle, Karl Friedrich]]
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[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
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[[Kategorie:Handwerker]]
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[[Kategorie:Fotografie]]
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[[Kategorie:Fotograf]]
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
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[[Kategorie:Salzburg Pioniere]]
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[[Kategorie:Kupferstecher]]
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[[Kategorie:Zuagroaste]]
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[[Kategorie:Deutschland]]
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[[Kategorie:Geboren 1820]]
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[[Kategorie:Gestorben 1902]]

Aktuelle Version vom 5. September 2025, 14:58 Uhr

Portrait des Karl Friedrich Würthle

Karl Friedrich Würthle (* 18. September 1820 in Konstanz am Bodensee; † 8. Oktober 1902 in der Stadt Salzburg[1]) war Fotograf in Salzburg.

Leben

Er kam als Sohn eines Regiments-Chirurgen auf die Welt. Er erhielt seine Ausbildung am Stahlstichatelier Carl Ludwig Frommels in Karlsruhe, Deutschland. Nach seiner Ausbildung wandte sich Würthle als selbständiger Künstler nach München, Königreich Bayern. Dort schloss er Bekanntschaft mit dem Dichter Joseph Victor von Scheffel. Im Revolutionsjahr 1848 bekam er mit der Polizei Probleme, als er eine Karikatur der Lola Montez, der Geliebten König Ludwigs, veröffentlichte. 1848 ging er nach Triest, zum "Österreichischen Lloyd" als Kupferstecher.

Doch schon 1850 kehrte er nach München zurück und wirkte am "König-Ludwig-Album" mit, das ab 1850 zur patriotischen Verehrung des bayerischen Königs herausgegeben wurde. Seine sommerlichen Reisen in die Alpen arbeitete er in Stiche um. So kam er in Verbindung mit seinem späteren Kompagnon, dem Salzburger Kunsthändler und Fotografen Gregor Baldi. Dessen Verlag brachte einige dieser Skizzen heraus, später dann das "Album der Erinnerung an Gastein" nach Zeichnungen von Johann Fischbach. Erst Ende der 1850er-, Anfang der 1860er-Jahre begann sich Würthle mit der Fotografie zu befassen.

1858 heiratete er in Konstanz die Advokatentochter Maria Spinnhirn, Schwester des Apothekers Hermann Spinnhirn (* 1840; † 1892) und übersiedelte 1861 mit Familie in die Stadt Salzburg. Sie hatten vier Kinder: Marie (* 1861; † 1927), Thekla (* 1862; † 1931), Friedrich (* 1866; † 1919) und Fanny (* 1876; † 1907);

Baldi & Würthle

Hauptartikel Baldi & Würthle

In Salzburg gründete er am 15. Jänner 1862 zusammen mit Gregor Baldi eine fotografische Anstalt in der Riedenburg (Villa Baldi, Villa Almegg, auch Hitzgern Hof, ehemalige Weißgeschirr-Manufactur in der Riedenburg, heute Riedenburger Straße 10). Die Firma Baldi & Würthle war bald für die Landschaftsfotografie sehr bekannt.

 
Die Rainerhütte im Kapruner Tal um 1890, eine Aufnahme von Würthle & Spinnhirn.

Karl Friedrich Würthle zählte auch zu den Pionieren der Bergfotografie. So konnte Gustav Jaegermayer im Auftrag der Firma Baldi & Würthle 1863 bei der Großglockner-Expedition 84 Aufnahmen aus dem Glocknergebiet mitbringen.

Doch dann kam es 1872 zu Differenzen zwischen Baldi und Würthle, die 1874 zur Trennung führten. Allerdings blieb Baldi stiller Gesellschafter der Firma. Der Schwager Würthles, Hermann Spinnhirn, trat 1882 in die Firma ein, und man nannte sich forthin "Würthle & Spinnhirn".

1873 erhielt Karl Friedrich Würthle aufgrund seiner Beteiligung an der Wiener Weltausstellung mit topografischen Fotos eine persönliche Auszeichnung mit der Fortschrittsmedaille. Auch wurde ihm das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone durch Kaiser Franz Joseph I. verliehen.

Würthle & Spinnhirn

Die Landschaftsaufnahmen, vor allem Hochgebirgsaufnahmen, erlangten Weltruhm. Man begann mit der Produktion und dem Vertrieb von Ansichtskarten. Dem dazu gegründeten Verlag gehörte auch eine Lichtdruckanstalt in Freilassing (Bayern) an. Es folgten Filialbetriebe in München, Wien, ja sogar in London, England, eröffnete man ein Geschäft. In der Schwarzstraße Nr. 9 - Haus Baldi - (zwischen der heutigen Raiffeisenzentrale und dem Karajanhaus, heute ist darin die ÖGUSSA angesiedelt) wurde 1885 ein weiteres Atelier eröffnet. 1899 kam dann auch ein Geschäft an die Ecke des Bazargebäudes des Hotels Oesterreichischer Hof.

Würthle & Sohn

 
Eine Ansichtskarte Würthle & Sohn vor 1902.
 
Das Salzburger Stadttheater in einer historischen Aufnahme um 1900.

1892, nach dem Tod Hermann Spinnhirns, übernahm Würthles Sohn Friedrich junior diese Anteile. Das Unternehmen wurde wiederum unbenannt in "Würthle und Sohn". Aber der Zenit der Erfolge war überschritten und schon 1904 musste Friedrich Würthle junior sein Atelier an der Schwarzstraße an die Fotografen Eduard Bertel und Carl Pietzner verkaufen. Dieses wurde von Bertel geführt, und 1907 verkaufte Pietzner seine Anteile an Würthle & Sohn aber ganz an Bertel und schied aus der Firma.

Bertel verkaufte nun seinerseits das Atelier 1909 an Karl Ellinger, der es dann 1916 an Betty Steinhart weiter verkaufte. Frau Steinhart wurde 1914 als Geschäftsführerin eingetragen und führte das Unternehmen, während Ellinger zum Militär einrücken musste.

Mit dem im Familienbesitz von Würthle verbliebenen Verlag versuchte dann die Familie in Wien Fuß zu fassen. Doch 1907 kam es zum Konkurs. Pietzner blieb aber bei der Firma Würthle & Sohn, die als Verlagsanstalt fortgeführt wurde, Kommandist.

Würthle & Sohn Nachf. Ges.m.b.H.

Man wandelte das Unternehmen in eine "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" um, die von der Tochter Friedrichs, Thekla Würthle, geführt wurde. Sein Sohn Friedrich wanderte nach Indien aus, wo er Arbeit bei der fotografischen Anstalt "Johnston & Hoffmann" in Kalkutta fand. Dort starb dieser 1919 in Madras, Indien, als englischer Kriegsgefangener an den Folgen geistiger Zerrüttung.

Thekla Würthle führte zunächst das Geschäft in der Schwarzstraße Nr. 5 und 9 bis 1911, jenes in der Schwarzstraße Nr. 3 von 1912 bis 1918, das auch als Kunsthandlung lief.

Der Nachlass

Schon 1915 wurde die Hauptniederlassung in Salzburg aufgelassen, nach Wien verlegt, wo sie jedoch bereits 1916 liquidiert wurde. Die Nachfolgerin, die Galerie Würthle in Wien, stand um 2009 im Besitz des Zeitungsverlegers Hans Dichand. 1912 war bereits ein Teil des Glasplattenarchivs an die Wiener Firma "Kilophot" verkauft worden, dessen Inhaber von 1905 bis 1930 Felix Leutner war (* 1881; † 1966). Leutner verkaufte 1926 an Ernst Koschier, der in Salzburg auf dem Gaisberg auf der Gaisbergspitze in der Villa Pflauder neben dem Hotel Gaisbergspitze ein Atelier betrieb.

Aber mehrere Tausend Glasplatten kamen in den Besitz von Edith Kraus, der Tochter von Ernst Koschier, die sie 1998 dem Salzburger Stadtarchiv verkaufte. Es besteht aus rund 6 000 Glasplatten-Negativen der Firma Würthle.

Bilder

  von Würthle & Sohn und Würthle & Spinnhirn – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Quellen

Einzelnachweis

  1. ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 8. Oktober 1902, Seite 8, Parte