Anton von Posselt-Czorich: Unterschied zwischen den Versionen

Die Seite wurde neu angelegt
 
K Textersetzung - „u.a.“ durch „u. a.“
 
(28 dazwischenliegende Versionen von 4 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
{{stub}}
[[Hofrat]] '''Anton von Posselt-Czorich''' ''auch'' Posselt-C'''s'''orich (* [[10. September]] [[1854]] in Brzezany, [[Galizien]], heute [[Ukraine]]; [[10. Juni]] [[1911]] in Innsbruck) war Beamter, Höhlenforscher und Alpinist.
'''Anton von Posselt-Czorich''' (* [[1854]], † [[1911]]) war  Höhlenforscher und Alpinist.  
 
== Leben ==
=== Familie ===
Sein Vater Julius Posselt († [[23. November]] [[1860]] in Karlsbad, [[Böhmen]], heute ''Karlovy Vary'', [[Tschechien]]), k. k. Offizier, war von [[1846]] bis [[1850]] Reitlehrer im ''Militär-Central-Equitations-Institut''<ref>Hierbei handelt es sich um eine zentrale Reitschule für Offiziere der k. k. Kavallerie, die von 1836 bis 1850 in Salzburg bestand und danach nach Wien übersiedelte.</ref> zu Salzburg. [[1853]] rückte er als Major zu seinem Regiment, dem Husaren-Regiment Nr. 3, nach Brzezany, der Friedensgarnison dieses Regimentes von 1851 bis 1859 und Geburtsort seines Sohnes Anton, ein. Zuletzt war er als k. k. Oberstleutnant Kommandant des Militär-Hengsten-Depots für Nieder- und Ober-Österreich, dann Salzburg und Tirol in Stadl bei Lambach, [[Oberösterreich]].
 
Posselt-Csorichs Mutter war Caroline Freiin Csorich von Monte Creto (* Dezember [[1826]]), Tochter des k. k. Feldzeugmeisters und österreichischen Kriegsministers Anton Freiherr Csorich von Monte Creto<ref>Weiterführende Informationen zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Csorich_von_Monte_Creto Anton Csorich von Monte Creto] auf wikipedia.de</ref>, der als k. k. Generalmajor von 1846 bis [[1848]] [[Festung Hohensalzburg|Festungskommandant]] zu Salzburg war.<ref>Von einer möglichen Vermählung oder möglichen Nachkommen Posselt-Csorichs liegen gegenwärtig keine Erkenntnisse vor.</ref>
 
=== Beamtenlaufbahn ===
Nach dem Besuch des Theresianums studierte er von [[1872]] bis [[1876]] am der Universität Wien Jus. Es folgte noch im selben Jahr sein Eintritt in den Staatsdienst bei der [[Salzburger Landesregierung]].
 
Ab [[1882]] war er fast ständig in Tirol bzw. im heutigen [[Südtirol]] tätig, so z. B. als k. k. Bezirkskommissär in Bruneck.<ref name= " Posslet-Corich in Mitteilung des DÖAV" > Personalnachrichten über Anton Posselt-Csorich in den  Mitteilungs-Bänden 9-10 des Deutschen Alpenvereines bzw. DÖAV [http://books.google.at/books?ei=lku1Tv6yBpSQ4gS-37D6Aw&ct=result&hl=de&id=XkgPAQAAIAAJ&dq=anton+Posselt-csorich&q=anton+Posselt-csorich#search_anchor]</ref> Von [[1887]] an leitete er die Etsch-Regulierung in Bozen und wurde ebenda [[1890]] zum Bezirkshauptmann ''extra statum'' ernannt.
 
Von [[1893]] bis [[1896]] versah Posselt-Csorich die Ratstelle bei der Statthaltereiabteilung in Trient und war Stellvertreter des dortigen Hofrates. Danach wirkte er bis [[1906]] als Vorstand des Statthalterei-Departments X, welches für Landes-, Gemeinde- und Volkszählungsangelegenheiten sowie den Fremdenverkehr zuständig war. Ab 1906 betreute er als Leiter der Sektion II der Statthalterei die Themen Gewerbe, Landeskultur, Sanität, Forstwesen und Wassersachen.
 
Bei  der österreichisch-bayerischen Grenzregulierung und bei der Grenzregulierung mit der Schweiz und Italien fungierte Posselt-Czorich als österreichischer Hoheitskommissär.
 
[[1907]] erfolgte seine Ernennung zum wirklichen Hofrat, [[1909]] seine Erhebung in den Adelsstand. [[1910]] trat er krankheitsbedingt in den Ruhestand.
 
Posselt-Csorich, ein ausgesprochener Fachmann für Wasserrecht, Flussregulierungen und [[Wildbach- und Lawinenverbauung|Wildbachverbauung]], machte sich auch sehr um den Fremdenverkehr in Tirol verdient. Auch war er Vertrauter der Kronprinzessin Erzherzogin Stefanie, bei der er in Südtirol zeitweise zur ständigen Verwendung zugeteilt war.
 
=== Posselt-Czorich als Alpinist und Höhlenforscher ===
Ab circa [[1874]] unternahm Posselt-Czorich Höhlenforschungen in den Salzburger Alpen und leistete im Gebiet des [[Untersberg]]es Pionierarbeit bei der Entdeckung und Wiederentdeckung von Höhlen.  


Er gilt als der Entdecker der [[Eisriesenwelt]] ([[1879]]) und der [[Schellenberger Eishöhle]] ([[1876]]).
Er gilt als der Entdecker der [[Eisriesenwelt]] ([[1879]]) und der [[Schellenberger Eishöhle]] ([[1876]]).


Bei der Monatsversammlung des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins am [[4. November]]  1879, berichtete Posselt-Czorich über seine Entdeckung der Eisriesenwelt. Man beschloss, die
Bei der Monatsversammlung des Deutschen und Österreichischen [[Alpenverein]]s am [[4. November]]  1879, berichtete Posselt-Czorich über seine Entdeckung der Eisriesenwelt. Man beschloss, die Höhle ihm zu Ehren "Posselthöhle" zu nennen. Doch sie gerät in Vergessenheit und erst [[1913]] werden die wahren Ausmaße der Höhle erkannt und man gibt diesem System ihren heutigen Namen - ''Eisriesenwelt''.
Höhle ihm zu Ehren „Posselthöhle“ zu nennen. Doch sie gerät in Vergessenheit und erst [[1913]] werden die wahren Ausmaße der Höhle erkannt und man gibt diesem System ihren heutigen Namen - ''Eisriesenwelt''.
 
Er war zwei Mal Mitglied des Zentralausschusses (später Hauptausschuss) des Deutschen und Österreichischen Alpenvereines (DÖAV). Innerhalb dieses Ausschusses bekleidete er die Ehrenstellung des Schriftführers<ref name= " Posslet-Corich in Mitteilung des DÖAV " />, welche Position er aber berufsbedingt niederlegen musste. In den Mitteilungsbänden und Zeitschriften des DÖAV veröffentlichte Posselt-Csorich einige Artikel, u. a. auch über Salzburger Höhlen.
 
Auf seinen Bergtouren, die er  meist mit Führern machte, begleitete ihn u. a. [[Alfred Pallavicini|Alfred Markgraf Pallavicini]] oder [[Rudolf Graf von Thun und Hohenstein]].
 
===Auszeichnungen und Ehrungen===
Posselt-Czorich war Ritter 3. Klasse des Ordens der Eisernen Krone sowie Träger des Ritterkreuzes des kaiserlich österreichischen Franz-Josephs-Ordens. Er war Ehrenbürger der Gemeinde Gossensaß, Hauptort der Gemeinde Brenner, Südtirol, [[Italien]].<ref> Posselt-Csorich Anton im ''Hof- und Staats-Handbuch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie für das Jahr 1905'', Band 31, [http://books.google.at/books?hl=de&id=os1VAAAAYAAJ&dq=editions%3ALCCN08004008&q=posselt-csorich#search_anchor S. 603]</ref>
 
==Nachlass==
Sein Nachlass<ref> Posselt-Csorichs Nachlass im ''Verzeichnis der künstlerischen, wissenschaftlichen und kulturpolitischen Nachlässe in Österreich'' [http://aleph20-prod-acc.obvsg.at/F?local_base=nlv&func=find-c&ccl_term=npz=posselt-csorich+anton?]</ref> wird im Tiroler Landesarchiv Innsbruck<ref>Nachlässe im Tiroler Landesarchiv Innsbruck [http://www.tirol.gv.at/themen/kultur/landesarchiv/archivbestaende/nachlaesse/]</ref>  aufbewahrt. Dieser enthält Briefe von und an Erzherzogin Stefanie, ihrer Kammerdienerin Ida Haas und anderen Personen, sowie Tagebuchaufzeichnungen, Notizen und persönliche Erinnerungsstücke Posselt-Csorichs.
 
==Quellen ==
* Artikel "Posselt-Csorich, Anton von" in ''Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950'' (ÖBL), Band 8, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, [http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_P/Posselt-Csorich_Anton_1854_1911.xml www.biographien.ac.at]
* [http://books.google.com/books?hl=de&id=PbYTAAAAYAAJ&q=corisch#v=onepage&q=csorich&f=false Csorich de Monte Creto]. In: ''Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1864''. Vierzehnter Jahrgang, Gotha, bei Justus Perthes, S. 123
* Jacob A. Hyrtl: [http://books.google.com/books?id=bpVAAAAAcAAJ&pg=PA80&dq=julius+posselt&hl=de&ei=Qju0Tv2kEcvRsga5wN3SAw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=8&sqi=2&ved=0CEgQ6AEwBw#v=onepage&q=csorich&f=false Freiherrn Csorich de Monte-Creto]. In: ''Die fürstlichen, gräflichen und freiherrlichen Familien des österreichischen Kaiserstaates: Mittheilungen über ihren Ursprung, Adel, Geschlechtsfolge und Wappen''. Band 2, Verlag Schaumburg & Compagnie, Wien 1852, S. 78ff.
* [http://www.buero-meisinger.at/pdfs/werfen1.pdf www.buero-meisinger.at]


==Quelle==
== Einzelnachweise ==
* [http://www.buero-meisinger.at/pdfs/werfen1.pdf www.buero-meislinger.at]
<references/>


[[Kategorie:Forscher|Posselt-Czorich, Anton von]]
{{SORTIERUNG:Posselt-Czorich, Anton von}}
[[Kategorie:Alpinist|Posselt-Czorich, Anton von]]
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Person (Geschichte)|Posselt-Czorich, Anton von]]
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
[[Kategorie:Person (Wissenschaft)]]
[[Kategorie:Forscher]]
[[Kategorie:Person (Alpinismus)]]
[[Kategorie:Ukraine]]
[[Kategorie:Galizien]]
[[Kategorie:Geboren 1854]]