Friedrich Welz: Unterschied zwischen den Versionen
K Textersetzung - „z.B.“ durch „z. B.“ |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| (10 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
'''Friedrich Maximilian Welz''' (* [[2. November]] [[1903]] in [[Salzburg]]; † [[5. Februar]] [[1980]] ebenda) war ein bedeutender Kunsthändler und Verleger. | '''Friedrich Maximilian Welz''' (* [[2. November]] [[1903]] in der [[Stadt Salzburg]]; † [[5. Februar]] [[1980]] ebenda) war ein bedeutender Kunsthändler und Verleger. | ||
== Biographie == | == Biographie == | ||
=== Aufbau der Galerie Welz === | === Aufbau der Galerie Welz === | ||
Friedrich Welz erlernte gleich mehrere Handwerksberufe, fühlte sich jedoch Zeit seines Leben zur Kunst hingezogen. Nach dem Erwerb beachtlicher Kunstkenntnisse und ersten Erfahrungen im Kunsthandel als Autodidakt übernahm er [[1934]] als Geschäftsführer und [[1937]] als Eigentümer die väterliche Bilderrahmen-Handlung in der [[Sigmund-Haffner-Gasse]]. Darin eröffnete er seinen "Kunstladen", aus dem sich bald die "[[Galerie Welz]]" entwickelte, deren erste Ausstellungen den Werken Gustav Klimts, Egon Schieles, [[Alfred Kubin]]s und [[Oskar Kokoschka]]s gewidmet waren. Spätere Ausstellungen hatten die Wiener Secession, den "Nötscher Kreis", die italienische und französische Kunst des [[19. Jahrhundert|19.]] und [[20. Jahrhundert]]s sowie den deutschen Expressionismus zum Thema. [[1937]] verlegte er die Galerie in die frei gewordenen Schauräume der "Wittek-Villa" in der [[Schwarzstraße]]. Dort organisierte er die im austrofaschistischen [[Ständestaat]] viel beachtete "Waldmüller-Ausstellung". Prominente Besucher waren unter anderem der damalige Salzburger [[Landeshauptmann]] [[Franz Rehrl]] und der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg. | Friedrich Welz erlernte gleich mehrere Handwerksberufe, fühlte sich jedoch Zeit seines Leben zur Kunst hingezogen. Nach dem Erwerb beachtlicher Kunstkenntnisse und ersten Erfahrungen im Kunsthandel als Autodidakt übernahm er [[1934]] als Geschäftsführer und [[1937]] als Eigentümer die väterliche Bilderrahmen-Handlung in der [[Sigmund-Haffner-Gasse]]. Darin eröffnete er seinen "Kunstladen", aus dem sich bald die "[[Galerie Welz]]" entwickelte, deren erste Ausstellungen den Werken Gustav Klimts, Egon Schieles, [[Alfred Kubin]]s und [[Oskar Kokoschka]]s gewidmet waren. Spätere Ausstellungen hatten die Wiener Secession, den "Nötscher Kreis", die italienische und französische Kunst des [[19. Jahrhundert|19.]] und [[20. Jahrhundert]]s sowie den deutschen Expressionismus zum Thema. [[1937]] verlegte er die Galerie in die frei gewordenen Schauräume der "Wittek-Villa" in der [[Schwarzstraße]]. Dort organisierte er die im austrofaschistischen [[Ständestaat]] viel beachtete "Waldmüller-Ausstellung". Prominente Besucher waren unter anderem der damalige Salzburger [[Landeshauptmann]] [[Franz Rehrl]] und der österreichische Bundeskanzler [[Kurt Schuschnigg]]. | ||
=== Aufstieg während des Nationalsozialismus === | === Aufstieg während des Nationalsozialismus === | ||
| Zeile 13: | Zeile 13: | ||
=== Wirken nach 1945 === | === Wirken nach 1945 === | ||
Nach dem Einmarsch der [[USA|US-amerikanischen]] Truppen wurde Welz von diesen vorübergehend im [[Lager Glasenbach|Internierungslager Glasenbach]] festgehalten, konnte seine Rolle während der nationalsozialistischen Ära gegenüber den amerikanischen Beamten jedoch derart herunterspielen, dass er nach wenigen Wochen wieder auf freiem Fuß stand. Nach seiner Freilassung konzentrierte sich Friedrich Welz wieder auf seine Ausstellungstätigkeit und trug mit seinen Präsentationen zu Henri de Toulouse-Lautrec über [[Anton Steinhart]], Anton Kolig und Wilhelm Thöny bis zu | Nach dem Einmarsch der [[USA|US-amerikanischen]] Truppen wurde Welz von diesen vorübergehend im [[Lager Glasenbach|Internierungslager Glasenbach]] festgehalten, konnte seine Rolle während der nationalsozialistischen Ära gegenüber den amerikanischen Beamten jedoch derart herunterspielen, dass er nach wenigen Wochen wieder auf freiem Fuß stand. Nach seiner Freilassung konzentrierte sich Friedrich Welz wieder auf seine Ausstellungstätigkeit und trug mit seinen Präsentationen zu Henri de Toulouse-Lautrec über [[Anton Steinhart]], Anton Kolig und [[Wilhelm Thöny]] bis zu Marc Chagall und [[Giacomo Manzù]], der künstlerisch mit Salzburg besonders verbunden war, zur Neubelebung der Kunstszene in Salzburg und in ganz Österreich bei. [[1948]] gründete er seinen eigenen Verlag ("Galerie Welz"), als dessen bedeutendste Leistungen die Werksverzeichnisse von Kokoschka (seit [[1956]]) und Klimt (seit [[1967]]) gelten. | ||
Auf seine bereits [[1943]] formulierte Idee hin wurde [[1953]] die "Schule des Sehens" gegründet, die als "[[Internationale Sommerakademie für bildende Kunst|Sommerakademie für bildende Kunst]]" unter der künstlerischen Leitung Oskar Kokoschkas realisiert und von Welz selbst bis [[1963]] organisatorisch geleitet wurde. Die Sommerakademie unterschied sich dabei durch ihre begrenzte Dauer von vier Wochen und die Tatsache, dass es keine Aufnahmeprüfung und keine Einschränkung aufgrund Nationalität, Geschlecht, Alter oder Vorbildung gab, in vielerlei Hinsicht von anderen Ausbildungsstätten. | Auf seine bereits [[1943]] formulierte Idee hin wurde [[1953]] die "Schule des Sehens" gegründet, die als "[[Internationale Sommerakademie für bildende Kunst|Sommerakademie für bildende Kunst]]" unter der künstlerischen Leitung Oskar Kokoschkas realisiert und von Welz selbst bis [[1963]] organisatorisch geleitet wurde. Die Sommerakademie unterschied sich dabei durch ihre begrenzte Dauer von vier Wochen und die Tatsache, dass es keine Aufnahmeprüfung und keine Einschränkung aufgrund Nationalität, Geschlecht, Alter oder Vorbildung gab, in vielerlei Hinsicht von anderen Ausbildungsstätten. | ||
[[1976]] vermachte Welz einen Großteil seiner privaten Sammlung, darunter das vollständige druckgraphische Werk Oskar Kokoschkas, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband, dem [[Land Salzburg]]. Dieses sah sich durch diese Schenkung dazu veranlasst, das seit [[1974]] nicht mehr genutzte | [[1976]] vermachte Welz einen Großteil seiner privaten Sammlung, darunter das vollständige druckgraphische Werk Oskar Kokoschkas, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband, dem [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]]. Dieses sah sich durch diese Schenkung dazu veranlasst, das seit [[1974]] nicht mehr genutzte [[Collegium Rupertinum]], einen mittelalterlichen Gebäudekomplex, der einst unter [[Salzburger Erzbischöfe|Fürsterzbischof]] [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]] als Ausbildungsstätte des Priester- und Beamtennachwuchses erbaut wurde, zu erwerben und als Museum zu adaptieren. Welz fungierte von der Eröffnung der "Modernen Galerie und Graphischen Sammlung [[Museum Rupertinum|Rupertinum]]" im Jahr [[1977]] bis zu seinem eigenen Ableben [[1980]] als deren erster Rektor. | ||
Für seine Leistungen erhielt er zahlreichen Ehrungen der Republik Österreich, des Landes Salzburg und der Landeshauptstadt Salzburg. Unter anderem wurde er mit der Verleihung eines [[Professor]]entitels und mit der Würde eines Ehrensenators der [[Universität Salzburg]] bedacht. Friedrich Welz verstarb am 5. Februar 1980 in seiner Heimatstadt und wurde im Familiengrab am [[Salzburger Kommunalfriedhof]] beigesetzt. | Für seine Leistungen erhielt er zahlreichen Ehrungen der Republik Österreich, des Landes Salzburg und der Landeshauptstadt Salzburg. Unter anderem wurde er mit der Verleihung eines [[Professor]]entitels und mit der Würde eines Ehrensenators der [[Universität Salzburg]] bedacht. Friedrich Welz verstarb am 5. Februar 1980 in seiner Heimatstadt und wurde im Familiengrab am [[Salzburger Kommunalfriedhof]] beigesetzt. | ||
== Familie == | == Familie == | ||
Friedrich Welz war der Bruder des bekannten Malers und Architekten [[Jean Welz|Hans Welz]] (* 1900 in Salzburg | Friedrich Welz war der Bruder des bekannten Malers und Architekten [[Jean Welz|Hans Welz]] (* [[1900]] in der Stadt Salzburg; † [[1975]] in Kapstadt), der sich später mit Vornamen "Jean" nannte und heute als einer der bedeutendsten Maler Südafrikas gilt. | ||
== Auszeichnung == | |||
Im Kavalierhaus des Schlosses Elsenheim, dem Wohnsitz von Friedrich Welz, fand am [[4. November]] [[1978]] ein Empfang anlässlich seines 75. Geburtstags statt. Aus diesem Anlass verlieh ihm [[Landeshauptmann]] Dr. [[Wilfried Haslauer senior]] den [[Ring des Landes Salzburg]].<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=rWPDknww69e83%2Fpl%2B5dLalNDk9wgMLrV09Zcbw%2FlE1Y9bVQJXDFQs1kMx8IO91SRpeuDesxeqlP%2F1LtBR1OYrcuUG8Qhvpl%2BZg3ecS3VHyH1Sa9MyhNG6LHWQxw2HLku&id1=19781104_14&q=%2522Heinrich%2520Kitzberger%2522#sn-archiv-14 www.sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]", Ausgabe vom 4. November 1978, Seite 14 sowie [https://www.sn.at/archivsn?img=p1M1Kd7fL135goY2Dpk0szDU6FcIRHnElhQiTdBBHelgUkHoaGCq3OExYs69Yx9z9qdw28vFRus%2F6qFigXd1o6Y0UjpLM25iIVFtVB17UiSMPqifXyi0D5P07ZRK0P%2Bx&id1=19781106_07&q=%2522Friedrich%2520Welz%2522#sn-archiv-7 www.sn.at], 6. November 1978, Seite 7</ref> | |||
== Weblinks == | |||
* [http://www.galerie-welz.at/galerie.htm Galerie Welz] | |||
* [http://www.salzburg.gv.at/themen/ks/kultur/archiv-3/galerie/galerie-geschichte/ge_plan.htm Salzburger Landessammlungen: Provenienzforschung und Restitution – Friedrich Welz und sein Plan] | |||
* [http://www.argekultur.at/kunstfehler/ShowArticle.asp?AR_ID=105&KF_ID=11 kunst|fehler online: Friedrich Welz – Avantgarde-Ikone in braunem Rahmen] | |||
== Literatur und Quellen == | == Literatur und Quellen == | ||
| Zeile 29: | Zeile 37: | ||
{{Quelle Kulturlexikon}} | {{Quelle Kulturlexikon}} | ||
* {{Quelle Leben über den Tod hinaus}} | * {{Quelle Leben über den Tod hinaus}} | ||
== Einzelnachweis == | |||
<references/> | |||
{{SORTIERUNG:Welz, Friedrich}} | {{SORTIERUNG:Welz, Friedrich}} | ||
[[Kategorie:Person]] | [[Kategorie:Person]] | ||
| Zeile 39: | Zeile 45: | ||
[[Kategorie:Geschichte (Person)]] | [[Kategorie:Geschichte (Person)]] | ||
[[Kategorie:Person (Kunst)]] | [[Kategorie:Person (Kunst)]] | ||
[[Kategorie:Mäzen]] | |||
[[Kategorie:Töchter und Söhne der Stadt Salzburg]] | [[Kategorie:Töchter und Söhne der Stadt Salzburg]] | ||
[[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]] | [[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]] | ||
[[Kategorie:Geboren 1903]] | |||
[[Kategorie:Gestorben 1980]] | |||