Salzburger Druck- und Verlagshaus Kiesel: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Salzburger Verlagshaus Kiesel''' war die vierte Druckerei, die in der [[Stadt Salzburg]] gegründet wurde, als sich [[1865]] [[Anton Pustet]]s Teilhaber [[Friedrich Keyl]] selbständig machte und [[Reinhold Kiesel]] mit in die neue Druckerei nahm.  
[[Datei:Salzburger Volksblatt Reinhold Kiesel.jpg|thumb|Titelseite der Ausgabe "50 Jahre Salzburger Volksblatt vom [[31. Jänner]] [[1920]] mit einem Bild von [[Reinhold Kiesel]].]]
Das '''Salzburger Verlagshaus Kiesel''' war die vierte Druckerei, die in der [[Stadt Salzburg]] gegründet wurde, als sich [[1865]] [[Anton Pustet]]s Teilhaber [[Friedrich Keyl]] selbständig machte und [[Reinhold Kiesel]] mit in die [[Keyl'sche Buchdruckerei|neue Druckerei]] nahm.  


==Geschichte==
==Geschichte==
Nach Keyls Tod [[1869]] führte Kiesel zuerst die Geschäfte weiter und kaufte dann am [[5. April]] [[1870]] die Druckerei. Ende des Jahres erscheint dann die erste Probenummer des [[Salzburger Volksblatt]]es, das ab [[1871]] dann vorerst dreimal wöchentlich erscheint. [[1872]] verkauft Kiesel Zeitung und Blatt an ein Konsortium unter der Führung von [[Gustav Trauner]], aber zwei Jahre später holt er sie wieder in seinen Besitz zurück.
=== Die Anfänge ===
Nach Keyls Tod [[1869]] führte Kiesel zuerst die Geschäfte weiter und kaufte dann am [[5. April]] [[1870]] die Druckerei. Ende des Jahres erscheint dann die erste Probenummer des [[Salzburger Volksblatt]]es, das ab [[1871]] dann vorerst dreimal wöchentlich erscheint. [[1872]] verkaufte Kiesel Zeitung und Blatt an ein Konsortium unter der Führung von [[Gustav Trauner]], aber zwei Jahre später holte er sie wieder in seinen Besitz zurück.


[[1893]] bekommt die Redaktion des Volksblatts den ersten Telefonanschluss Salzburgs. Es dauert fast zwanzig Jahre, bis das Volksblatt für seinen Eigentümer endlich einen Gewinn abwirft. Als Reinhold Kiesel am [[2. November]] [[1897]] stirbt, übernimmt seine Witwe [[Marie Kiesel|Marie]] das Unternehmen. [[1904]] wird die erste Rotationsdruckmaschine Salzburgs angekauft.
=== Erster Telefonanschluss Salzburgs ===
[[1893]] bekam die Redaktion des Volksblatts den ersten Telefonanschluss Salzburgs. Es dauerte fast zwanzig Jahre, bis das Volksblatt für seinen Eigentümer endlich einen Gewinn abwarf. Als Reinhold Kiesel am [[2. November]] [[1897]] starb, übernahm seine Witwe [[Marie Kiesel|Marie]] das Unternehmen.  


Am [[2. Juli]] [[1909]] gehen dann die Eigentumsrechte an ihre drei Schwiegersöhne [[Hans Glaser]], [[Engelbert Buchroithner]] und [[Josef Rutzinger]] über.
[[1904]] wurde die erste Rotationsdruckmaschine Salzburgs angekauft.


Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] kaufte das Unternehmen die ''Wagner'sche Universitäts-Buchdruckerei'' in Innsbruck, Buchroither und Rutzinger übersiedelten nach [[Tirol]], Glaser übernahm das Verlagshaus Kiesel in Alleinverantwortung.
Am [[2. Juli]] [[1909]] gingen dann die Eigentumsrechte an ihre drei Schwiegersöhne [[Hans Glaser senior|Hans Glaser]], [[Engelbert Buchroithner]] und [[Josef Rutzinger]] über.


Am [[25. November]] [[1924]] übersiedelte die Druckerei vom [[Waagplatz]] in der [[Altstadt]] in das von [[Wunibald Dunziger]] geplante [[Kieselgebäude]] an der [[Rainerstraße]]. Nicht nur das Salzburger Volksblatt, auch die ''Oberösterreichische Tageszeitung'' wurde hier gedruckt. Im August [[1929]] wurde der Buchverlag [[Das Bergland-Buch]] gegründet und [[Kurt Walter]] als Generaldirektor eingesetzt.
Nach dem [[Ersten Weltkrieg]] kaufte das Unternehmen die ''Wagner'sche Universitäts-Buchdruckerei'' in Innsbruck, Buchroither und Rutzinger übersiedelten nach [[Tirol]], Glaser übernahm das Verlagshaus Kiesel in Alleinverantwortung.


Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurde zwar keine Tageszeitung mehr hergestellt, das Verlagshaus blieb aber sowohl unter den Nationalsozialisten wie auch später unter den Amerikanern immer in Besitz der Familie Glaser. Ab [[1945]] wurden dann das [[Demokratisches Volksblatt|Demokratische Volksblatt]] ([[SPÖ]]), das [[Salzburger Tagblatt (KPÖ)]], kurz die [[Österreichische Allgemeine Zeitung]] und ab [[1950]] auch wieder das Volksblatt gedruckt.
Am [[25. November]] [[1924]] übersiedelte die Druckerei vom [[Waagplatz]] in der [[Altstadt]] in das von [[Wunibald Deininger]] geplante [[Kieselgebäude]] an der [[Rainerstraße]] in der [[Elisabeth-Vorstadt]]. Nicht nur das Salzburger Volksblatt, auch die ''Oberösterreichische Tageszeitung'' wurde hier gedruckt. Im August [[1929]] wurde der [[Verlag "Das Bergland-Buch"]] gegründet und [[Kurt Walter senior]] als Generaldirektor eingesetzt.


In den [[1970er]] Jahren begann der rasante Abstieg des Unternehmens. Im Juni [[1976]] übernahm die [[Salzburger Beteiligungsgesellschaft]] (SABEG) die Mehrheitsanteile, kurz darauf auch den Rest. [[Gerd Bacher]] wurde als Generaldirektor eingesetzt, ihm folgte nach seinem Wechsel zum ORF [[1978]] [[Manfred Holztrattner]] nach.
=== Nach dem Zweiten Weltkrieg ===
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurde zwar keine Tageszeitung mehr gedruckt, das Verlagshaus blieb aber sowohl unter den [[Nationalsozialisten]] wie auch später unter den Amerikanern immer in Besitz der Familie [[Glaser]]. Ab [[1945]] wurden dann das [[Demokratisches Volksblatt|Demokratische Volksblatt]] ([[SPÖ]]), das [[Salzburger Tagblatt (KPÖ)]], kurz die [[Österreichische Allgemeine Zeitung]] und ab [[1950]] auch wieder das Volksblatt gedruckt.


''die letzten Jahre gehören noch ergänzt ...''
In den [[1970er]]-Jahren begann der rasante Abstieg des Unternehmens. Im Juni [[1976]] übernahm die [[Salzburger Beteiligungsges.m.b.H.]] (SABEG) die Mehrheitsanteile, kurz darauf auch den Rest. [[Gerd Bacher]] wurde als Generaldirektor eingesetzt, ihm folgte nach seinem Wechsel zum [[ORF]] [[1978]] [[Manfred Holztrattner]] nach.


==Zeitungen==
Um [[1980]] endet die Geschichte des Verlagshauses und das Gebäude wurde zu einem Büro- und Einkaufszentrum umgebaut.
 
== Zeitungen ==
Folgende Salzburger [[Tageszeitungen]] wurden zumindest zeitweise im Salzburger Verlagshaus Kiesel hergestellt:
Folgende Salzburger [[Tageszeitungen]] wurden zumindest zeitweise im Salzburger Verlagshaus Kiesel hergestellt:


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* [[Salzburger Tagblatt (KPÖ)]]
* [[Salzburger Tagblatt (KPÖ)]]


==Quelle==
== Magazine ==
*Waltraud Jakob: Salzburger Zeitungsgeschichte. Salzburg Dokumentationen Band 39, [[Landespressebüro]] 1979
* [[Bergland]]
 
== Bücher ==
* [[Salzburger Amts-Kalender]]
 
== Literatur ==
* [[Ursula Kramml|Kramml, Ursula]]: [http://www.wienbibliothek.at/dokumente/kramml_ursula.pdf ''Salzburger Verlagsgeschichte von 1945 bis 1959'']. Diplomarbeit, Salzburg 2002. Insb. S. 126 ff.
 
== Quellen ==
* Jakob, Waltraud: ''[[Salzburger Zeitungsgeschichte (Publikation)|Salzburger Zeitungsgeschichte]]'',  [[Schriftenreihe des Landespressebüros]], September 1979, Band Nr. 39
* Salzburger Volksblatt, [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19200101&seite=1&zoom=33&query=%22hans%2Bglaser%22~10&ref=anno-search Ausgabe vom 1. Jänner 1920, Seiten 1–2: ''Fünfzig Jahre "Salzburger Volksblatt".''] (via [[ANNO]])


[[Kategorie:Wirtschaft]]
[[Kategorie:Wirtschaft (Geschichte)]]
[[Kategorie:Unternehmen]]
[[Kategorie:Unternehmen]]
[[Kategorie:Unternehmen (Geschichte)]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Elisabeth-Vorstadt]]
[[Kategorie:Druckerei]]