ARBÖ Landesorganisation Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''ARBÖ Landesorganisation Salzburg''', früher ''Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs, Landesorganisation Salzburg'' (ARBÖ Salzburg) ist einer der beiden großen Radfahrer- und Automobilclubs im [[Salzburg (Bundesland)|Bundesland Salzburg]]. | |||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
====Die Anfänge==== | ====Die Anfänge==== | ||
Um [[1900]] war die große Welle der Fahrradvereine und | Um [[1900]] war die große Welle der Fahrradvereine und "Vorwärts", so dachten sich die drei Halleiner Arbeiter, die [[1898]], mitgerissen vom Trend, den ersten Radfahrerverein Salzburgs gründeten. Denn aus diesem Motto wurde der Name des Vereins. Gleichzeit wurde auch ein Radfahrerverein gegründet, der sich dann aber [[1910]] den Arbeiter-Radfahrern anschloss, der sich in [[Hallein]] gründete, der "Bruderbund". | ||
Doch zurück ins Jahr [[1901]]. Im April wurden die Arbeiter-Radfahrer von | Doch zurück ins Jahr [[1901]]. Im April wurden die Arbeiter-Radfahrer von Salzburg aufgerufen, sich zu organisieren. Die Gründungsversammlung des 1. Arbeiter-Radfahrervereines in Salzburg fand dann im Juni statt. | ||
Äußerliche Symbole der Gemeinschaft waren besonders wichtig: gemeinsame Mützen, gleicher Pullover mit einem roten Streifen usw. Gemeinsame Ausfahrten glichen einem Festzug, Bannwart und Zeugwart waren ebenso von der Partie wie der Mann mit dem Trinkhorn. | Äußerliche Symbole der Gemeinschaft waren besonders wichtig: gemeinsame Mützen, gleicher Pullover mit einem roten Streifen usw. Gemeinsame Ausfahrten glichen einem Festzug, Bannwart und Zeugwart waren ebenso von der Partie wie der Mann mit dem Trinkhorn. | ||
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Auf der [[Trabrennbahn]] in Salzburg-[[Parsch]] fanden seit jeher nicht nur Pferderennen statt. So veranstaltete der Arbeiter-Radfahrerverein etwa im August [[1921]] das erste Radrennen, das trotz schlechtem Wetter 3000 Salzburger besuchten. | Auf der [[Trabrennbahn]] in Salzburg-[[Parsch]] fanden seit jeher nicht nur Pferderennen statt. So veranstaltete der Arbeiter-Radfahrerverein etwa im August [[1921]] das erste Radrennen, das trotz schlechtem Wetter 3000 Salzburger besuchten. | ||
[[1926]] war dann die | [[1926]] war dann die "Geburtsstunde" des ARBÖ. Waren es Anfang des [[20. Jahrhundert]]s hauptsächlich Radfahrer, die die Straßen bevölkerten, so kamen nach dem [[Ersten Weltkrieg]] die Motorradfahrer auf. Und so wurde der Arbeiter-Radfahrerverein ARV in den ARBÖ umgewandelt. | ||
====Der ARBÖ Salzburg von 1945 bis 1960==== | ====Der ARBÖ Salzburg von 1945 bis 1960==== | ||
Nach dem [[ | Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] waren es in erster Linie sportliche Interessen, die den ARBÖ Salzburg zu einem neuen Leben verhalfen. Schon [[1947]] hob [[Ferdinand Färberbeck]] den ARBÖ in Form der Radfahrerortsgruppe Salzburg-[[Gnigl]] aus der Asche. | ||
[[1950]] | [[1950]] wurde die erste Kraftfahrergruppe des ARBÖ in Salzburg unter [[Anton Magnus|Toni Magnus]] ins Leben gerufen. Die Gründung einer ARBÖ-Landesorganisation erfolgte am [[14. Juni]] [[1951]]. Die erste Vereinsadresse war damals die [[Paris-Lodron-Straße]] 21 in Salzburg. Mit dabei schon in den ersten Tagen des ARBÖ war auch [[Georg Kopp]]. | ||
In Hallein sorgte [[Ernst Kronreif|Ernst Kronreif I.]] als Obmann der Kraftfahrer-Ortsgruppe des ARBÖ Hallein, die am [[11. März]] [[1951]] wieder aus der Taufe gehoben wurde, für neuen Schwung. Kronreif war | In Hallein sorgte [[Ernst Kronreif|Ernst Kronreif I.]] als Obmann der Kraftfahrer-Ortsgruppe des ARBÖ Hallein, die am [[11. März]] [[1951]] wieder aus der Taufe gehoben wurde, für neuen Schwung. Kronreif war später auch Kompagnon der [[oberösterreich]]ischen Fahrrad-, Moped- und Motorradfirma [[KTM]]. Nicht von ungefähr, denn in Hallein gab es nicht nur das [[Halleiner Motorenwerk]], sondern auch der ARBÖ Hallein war in der Entwicklung kostengünstiger Motoren für Zweiräder tätig. Diese Werkstätte in Hallein, in der [[Bräuerstraße (Hallein)|Bräuerstraße]], war der Treffpunkt der sportbegeisterten Halleiner und vor allem der Jugend. Einer der ersten des ARBÖ Hallein und in den frühen Jahren des ARBÖ auch als ehrenamtlicher Pannenfahrer im Einsatz war [[Ernst Kussin]]. | ||
Um die Öffentlichkeit von der Leistungsfähigkeit der Kleinmotoren zu überzeugen, wurde von der Ortsgruppe Hallein aus eine 24-Stunden-Österreich-Rundfahrt veranstaltet. Über 50 Teilnehmer gingen an den Start, von denen 32 Teilnehmer erfolgreich das Ziel wieder erreichten. | Um die Öffentlichkeit von der Leistungsfähigkeit der Kleinmotoren zu überzeugen, wurde von der Ortsgruppe Hallein aus eine 24-Stunden-Österreich-Rundfahrt veranstaltet. Über 50 Teilnehmer gingen an den Start, von denen 32 Teilnehmer erfolgreich das Ziel wieder erreichten. | ||
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Die sportlichen Akzente des ARBÖ Hallein mit Ernst Kussin schufen ein gutes Wachstumsklima für den Nachwuchs. Aus dem ARBÖ-Ortsklub Hallein stammen so prominente Motorsportler wie der Staatsmeister [[Paul Schwarz]], [[Erwin Lechner]], [[Egon Dornauer]], [[Horst Pfeifer]], [[Eduard Kranawetvogl|Edi]] oder [[Inge Kranawetvogl]]. | Die sportlichen Akzente des ARBÖ Hallein mit Ernst Kussin schufen ein gutes Wachstumsklima für den Nachwuchs. Aus dem ARBÖ-Ortsklub Hallein stammen so prominente Motorsportler wie der Staatsmeister [[Paul Schwarz]], [[Erwin Lechner]], [[Egon Dornauer]], [[Horst Pfeifer]], [[Eduard Kranawetvogl|Edi]] oder [[Inge Kranawetvogl]]. | ||
In Salzburg organisierte der ARBÖ ab [[1950]] das | In Salzburg organisierte der ARBÖ ab [[1950]] das "[[1. Mai Rennen|1.-Mai-Rennen]]" auf der Autobahn bei [[Liefering]]. | ||
Am [[14. Februar]] [[1953]] stand [[ | Am [[14. Februar]] [[1953]] stand Dr. [[Hans Deutsch]] (späterer Direktor des [[Salzburg Airport W. A. Mozart|Flughafens Salzburg]]) an der Spitze des ARBÖ Salzburg. Mitte der [[1950er]]-Jahre übersiedelte die Landesorganisation in die [[Schwarzstraße]] 30 in Salzburg. Die Straßenwacht des ARBÖ, Vorläufer des Pannendienstes, wurde in den Gründerjahren von ehrenamtlichen Helfern in der Freizeit betrieben. Der ARBÖ pachtete eine Garage in der [[Glockengasse]] 4, wo das erste Prüfzentrum des ARBÖ entstand. | ||
[[1957]] wurde das erste KTM-Motorrad als Pannenfahrzeug der Straßenwacht in den Dienst gestellt, zuvor war eine Puch 250 der fahrbare Untersatz der ARBÖ-Helfer. Einen großen Auftritt hatte die ARBÖ-Straßenwacht 1957/58 bei den FIS-Winterspielen in [[Bad Gastein]], hier war schon die Beiwagenmaschine im Einsatz. | [[1957]] wurde das erste KTM-Motorrad als Pannenfahrzeug der Straßenwacht in den Dienst gestellt, zuvor war eine Puch 250 der fahrbare Untersatz der ARBÖ-Helfer. Einen großen Auftritt hatte die ARBÖ-Straßenwacht 1957/58 bei den FIS-Winterspielen in [[Bad Gastein]], hier war schon die Beiwagenmaschine im Einsatz. | ||
====Der ARBÖ Salzburg von 1960 bis 1970==== | ====Der ARBÖ Salzburg von 1960 bis 1970==== | ||
Zu Beginn des Jahrzehnts, [[1961]], wechselte die Landesobmannschaft zu [[Franz Angerer]], der jedoch schon wenige Wochen später, am [[28. Mai]], das Amt an [[Franz Bauer| | Zu Beginn des Jahrzehnts, [[1961]], wechselte die Landesobmannschaft zu [[Franz Angerer]], der jedoch schon wenige Wochen später, am [[28. Mai]], das Amt an Dr. [[Franz Bauer (ARBÖ)|Franz Bauer]] übergab. Ein ebenso kurzes Intermezzo erlebte die Selbstreparaturwerkstätte, die zwischenzeitlich einmal nach [[Wals-Siezenheim|Wals]] übersiedelte. | ||
Auf Antrag des Präsidiums und der Landesorganisation Salzburg wurde am 23. Bundestag im April [[1962]] die Langversion des Namen geändert, der Kurztitel ARBÖ blieb gleich: ARBÖ hieß nun ''' | Auf Antrag des Präsidiums und der Landesorganisation Salzburg wurde am 23. Bundestag im April [[1962]] die Langversion des Namen geändert, der Kurztitel ARBÖ blieb gleich: Der "ARBÖ" hieß nun '''''"Auto-, Motor-''''' '''und Radfahrerbund Österreichs"'''. Bei diesem Bundestag wurde DDr. Christian Broda zum bundesweiten Präsidenten gewählt. | ||
Der Technische Dienst des ARBÖ wurde [[1963]] in einer gemieteten Garage in Salzburg eingerichtet, jede Woche wurden stundenweise von den bekannten Helfern Kern, Kussin und Scheibl ehrenamtliche Prüfdienstleistungen erbracht. Die Ausrüstung in jenen Jahren | Der Technische Dienst des ARBÖ wurde [[1963]] in einer gemieteten Garage in Salzburg eingerichtet, jede Woche wurden stundenweise von den bekannten Helfern Kern, Kussin und Scheibl ehrenamtliche Prüfdienstleistungen erbracht. Die Ausrüstung war in jenen Jahren noch bescheiden. Motoreinstellungen wurden "nach dem Gehör" getätigt, Messgeräte waren unbekannt. | ||
Die steigende Mitgliederzahl und Dienstleistungen ließen den ARBÖ mehrmals umziehen. Der Umzug in eine Garage der [[Arbeiterkammer Salzburg|Arbeiterkammer]] in der [[Auerspergstraße]] 13 im Jahr [[1965]] brachte nur kurz Erleichterung. Das ARBÖ-Sekretariat war zu dieser Zeit in der [[Schwarzstraße]] 30 untergebracht. | Die steigende Mitgliederzahl und Dienstleistungen ließen den ARBÖ mehrmals umziehen. Der Umzug in eine Garage der [[Arbeiterkammer Salzburg|Arbeiterkammer]] in der [[Auerspergstraße]] 13 im Jahr [[1965]] brachte nur kurz Erleichterung. Das ARBÖ-Sekretariat war zu dieser Zeit in der [[Schwarzstraße]] 30 untergebracht. | ||
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Am [[2. August]] 1965 wurde der erste hauptberufliche Mitarbeiter, Manfred Hemetsberger, eingestellt. Pannenhilfe wurde von der ARBÖ-Straßenwacht immer noch mit einer Beiwagenmaschine in ehrenamtlicher Funktion erbracht. | Am [[2. August]] 1965 wurde der erste hauptberufliche Mitarbeiter, Manfred Hemetsberger, eingestellt. Pannenhilfe wurde von der ARBÖ-Straßenwacht immer noch mit einer Beiwagenmaschine in ehrenamtlicher Funktion erbracht. | ||
Hofrat Dr. Franz Bauer könnte eigentlich als | Hofrat Dr. Franz Bauer könnte eigentlich als "Erbauer" in die Geschichte des ARBÖ eingehen, denn er erkannte die Notwendigkeit, zuerst in Salzburg, später im gesamten Bundesland eigene Prüfzentren zu errichten. [[1969]] wurde das erste eigene ARBÖ-Zentrum bezogen. Das Gebäude in der [[Rosengasse]] 3 bot Platz für eine Tankstelle, 24 Garagen und eine Prüfbox. Zwei weitere Prüfboxen wurden 1969 gebaut. Der Cheftechniker des ARBÖ, Oberinspektor Schedl, präsentierte eine neue Dimension der Prüftechnik: die SUN-Abgastester. Eine Prüfdienstleistung umfasste in jenen Jahren immerhin neben dem mechanischen Test nach 56 Punkten auch eine elektronische Prüfung des Motorteils zu 29 Punkten. | ||
[[1967]] machte der ARBÖ auch auf den Straßen | [[1967]] machte der ARBÖ auch auf den Straßen "mobil", und es wurden 37 ARBÖ-Pannenfahrzeuge österreichweit eingesetzt, um Mitgliedern zu helfen. Salzburg erhielt am [[16. September]] sein erstes Pannenauto, einen VW-Käfer. | ||
Eine mobile Teststation, ein VW-Bus mit Zelt, zog durch das Salzburger Land, um auch in den Gauen die Mitglieder betreuen zu können. In [[Zell am See]] wurde [[1968]] die erste provisorische Prüfstation im Gemeindebauhof eingerichtet, die vorerst von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut wurde. Schon wenige Monate später wurde der erste hauptberufliche Techniker für den [[Pinzgau]] eingestellt, Hans Schranz. | Eine mobile Teststation, ein VW-Bus mit Zelt, zog durch das Salzburger Land, um auch in den Gauen die Mitglieder betreuen zu können. In [[Zell am See]] wurde [[1968]] die erste provisorische Prüfstation im Gemeindebauhof eingerichtet, die vorerst von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut wurde. Schon wenige Monate später wurde der erste hauptberufliche Techniker für den [[Pinzgau]] eingestellt, Hans Schranz. | ||
====Der ARBÖ Salzburg von 1970 bis 1980==== | ====Der ARBÖ Salzburg von 1970 bis 1980==== | ||
[[1970]] verstärkte ein Puch 600 die Pannenflotte des ARBÖ Salzburg. In Zell am See wurde Prüf- und Pannendienste angeboten, ab [[1974]] verstärkte Hubert Dürlinger den ARBÖ im Pinzgau und schon [[1977]] wurde der dritte Mitarbeiter eingestellt. Kurzfristig war auch der ARBÖ-Abschleppdienst in Zell am See stationiert. | [[1970]] verstärkte ein Puch 600 die Pannenflotte des ARBÖ Salzburg. In [[Zell am See]] wurde Prüf- und Pannendienste angeboten, ab [[1974]] verstärkte Hubert Dürlinger den ARBÖ im [[Pinzgau]] und schon [[1977]] wurde der dritte Mitarbeiter eingestellt. Kurzfristig war auch der ARBÖ-Abschleppdienst in Zell am See stationiert. | ||
[[1971]] wurde eine gemeindeeigene Garage in Bischofshofen als ARBÖ-Prüfzentrum angemietet, doch man war zum Neubau entschlossen und so wurde am [[24. Juni]] [[1973]] das eigene ARBÖ-Prüfzentrum seiner Bestimmung übergeben. | [[1971]] wurde eine gemeindeeigene Garage in [[Bischofshofen]] als ARBÖ-Prüfzentrum angemietet, doch man war zum Neubau entschlossen und so wurde am [[24. Juni]] [[1973]] das eigene ARBÖ-Prüfzentrum seiner Bestimmung übergeben. | ||
1971 war auch in anderer Hinsicht ein äußerst erfolgreiches Jahr für den ARBÖ. [[Peter Angermayr]] konnte als Landessekretär engagiert werden. Seine Erfolgsbilanz kann auch in nüchternen Zahlen erfasst werden: von 4200 Mitgliedern als | 1971 war auch in anderer Hinsicht ein äußerst erfolgreiches Jahr für den ARBÖ. [[Peter Angermayr]] konnte als Landessekretär engagiert werden. Seine Erfolgsbilanz kann auch in nüchternen Zahlen erfasst werden: von 4200 Mitgliedern als "Einstiegszahl" auf über 30.000 im Jubiläumsjahr, das Sein und Werden des ARBÖ Salzburg wurde von Peter Angermayr wesentlich geprägt. | ||
1973, als das neue ARBÖ-Prüfzentrum in Bischofshofen seiner Bestimmung übergeben wurde, konnten sich auch die Mitglieder in [[Gasteinertal]] über Zuwachs freuen: Am [[16. August]] konnte das ARBÖ-Prüfzentrum in Bad Gastein bei der BP-Tankstelle eröffnet werden. | 1973, als das neue ARBÖ-Prüfzentrum in Bischofshofen seiner Bestimmung übergeben wurde, konnten sich auch die Mitglieder in [[Gasteinertal]] über Zuwachs freuen: Am [[16. August]] konnte das ARBÖ-Prüfzentrum in Bad Gastein bei der BP-Tankstelle eröffnet werden. | ||
[[1974]], am [[23. Mai]], wurde im Pinzgau das neu errichtete Prüfzentrum des ARBÖ an der [[Loferer Bundesstraße]] eingeweiht. Der moderne Bau war auch ein Werk zahlreicher ehrenamtlicher Helfer, die die Baukosten auf knapp 600.000 Schilling senkten. Beinahe die gleiche Summe investierte der ARBÖ in den Kauf von technischem Gerät für das Prüfzentrum in [[Oberalm]], das gemeinsam mit der Firma Shell errichtet worden war. Es wurde dann am [[23. September]] eröffnet. Auch in Hallein waren ehrenamtliche Helfer im Einsatz, mit 1200 Stunden wurde ihre Leistung beziffert. Das brachte dem Bau verringerte Kosten von 400.000 Schilling, eine weitere halbe Million Schilling wurde in die Ausrüstung investiert. Am Karsamstag desselben Jahres fand das erste Radkriterium um den | [[1974]], am [[23. Mai]], wurde im Pinzgau das neu errichtete Prüfzentrum des ARBÖ an der [[Loferer Bundesstraße (Zell am See)|Loferer Bundesstraße]] eingeweiht. Der moderne Bau war auch ein Werk zahlreicher ehrenamtlicher Helfer, die die Baukosten auf knapp 600.000 Schilling senkten. Beinahe die gleiche Summe investierte der ARBÖ in den Kauf von technischem Gerät für das Prüfzentrum in [[Oberalm]], das gemeinsam mit der Firma Shell errichtet worden war. Es wurde dann am [[23. September]] eröffnet. Auch in Hallein waren ehrenamtliche Helfer im Einsatz, mit 1200 Stunden wurde ihre Leistung beziffert. Das brachte dem Bau verringerte Kosten von 400.000 Schilling, eine weitere halbe Million Schilling wurde in die Ausrüstung investiert. Am Karsamstag desselben Jahres fand das erste Radkriterium um den "Großen Preis der Stadt Hallein" statt. | ||
In der Jahresmitte 1974 feierte der ARBÖ Salzburg mit einem kleinen Empfang und Geschenken das 10.000ste Mitglied. Zahlen vom Herbst 1974: 11.000 Mitglieder im Bundesland, fünf Prüfzentren, 13 Pannenfahrer und Techniker, sieben Pannenfahrzeuge und zwei Abschleppwagen. | In der Jahresmitte 1974 feierte der ARBÖ Salzburg mit einem kleinen Empfang und Geschenken das 10.000ste Mitglied. Zahlen vom Herbst 1974: 11.000 Mitglieder im Bundesland, fünf Prüfzentren, 13 Pannenfahrer und Techniker, sieben Pannenfahrzeuge und zwei Abschleppwagen. | ||
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[[1975]] wurde dann im [[Lungau]] ein weiteres ARBÖ-Prüfzentrum in [[Tamsweg]] in der Zinsgasse eröffnet. | [[1975]] wurde dann im [[Lungau]] ein weiteres ARBÖ-Prüfzentrum in [[Tamsweg]] in der Zinsgasse eröffnet. | ||
Im November [[1978]] wurde schließlich ein weiteres Großprojekt in Angriff genommen: das Landeszentrum in der [[Münchner Bundesstraße]]. Im Juni [[1979]] wurde dem ARBÖ Salzburg eine große Ehre zuteil | Im November [[1978]] wurde schließlich ein weiteres Großprojekt in Angriff genommen: das Landeszentrum in der [[Münchner Bundesstraße]]. | ||
Im Juni [[1979]] wurde dem ARBÖ Salzburg eine große Ehre zuteil: Kraft Bescheides der [[Salzburger Landesregierung|Landesregierung]] darf der ARBÖ seit diesem Tag als erste Landesorganisation das [[Salzburger Landeswappen|Landeswappen]] auf seinen offiziellen Papieren führen. | |||
====Der ARBÖ von 1980 bis 1990==== | ====Der ARBÖ von 1980 bis 1990==== | ||
Die große Ära der Krampus-Ausfahrten und der Fuchsjagden waren jedoch vorüber. Neue Aktionen galten der Nachbarschaftshilfe, etwa [[1983]], als ein spastisch gelähmtes Mädchen zu einer Operation nach Turin gebracht werden sollte, Flugzeug und Eisenbahn waren als Transportmittel aber unmöglich. Der ARBÖ half spontan: Peter Angermayr und Franz Fuggersberger liehen einen Bus bei VW-Porsche Salzburg und brachten das Mädchen um die Weihnachtszeit mit | Die große Ära der Krampus-Ausfahrten und der Fuchsjagden waren jedoch vorüber. Neue Aktionen galten der Nachbarschaftshilfe, etwa [[1983]], als ein spastisch gelähmtes Mädchen zu einer Operation nach Turin gebracht werden sollte, Flugzeug und Eisenbahn waren als Transportmittel aber unmöglich. Der ARBÖ half spontan: Peter Angermayr und Franz Fuggersberger liehen einen Bus bei VW-[[Porsche Salzburg|Porsche]] Salzburg und brachten das Mädchen um die Weihnachtszeit mit seinen Eltern nach [[Italien]]. | ||
Ein Prüfzentrum wurde in den [[1980er]]-Jahren noch neu gebaut: das Prüfzentrum [[Mondsee]]. Es wurde am [[11. November]] [[1984]] eröffnet. [[1929]] wurde die erste Ortsgruppe des ARBÖ Mondsee gegründet. Am [[24. Oktober]] 1974 folgte die Wiedergründung durch [[Josef Wessenmayr]]. Mondsee zählt zwar geographisch zu [[Oberösterreich]], war aber von je her in die Landesorganisation Salzburg eingebunden, da alleine durch die Lage zu Salzburg eine nahe Verbindung gegeben war. | Ein Prüfzentrum wurde in den [[1980er]]-Jahren noch neu gebaut: das Prüfzentrum [[Mondsee (Ort)|Mondsee]]. Es wurde am [[11. November]] [[1984]] eröffnet. [[1929]] wurde die erste Ortsgruppe des ARBÖ Mondsee gegründet. Am [[24. Oktober]] 1974 folgte die Wiedergründung durch [[Josef Wessenmayr]]. Mondsee zählt zwar geographisch zu [[Oberösterreich]], war aber von je her in die Landesorganisation Salzburg eingebunden, da alleine durch die Lage zu Salzburg eine nahe Verbindung gegeben war. | ||
Zum Jahreswechsel 1985/86 hatte der ARBÖ Salzburg seinen eigenen Nachtpannendienst im Service inkludiert. Damit waren die Techniker des ARBÖ rund um die Uhr ein ganzes Jahr lang für die nunmehr 19.297 Mitglieder im Einsatz. | Zum Jahreswechsel 1985/86 hatte der ARBÖ Salzburg seinen eigenen Nachtpannendienst im Service inkludiert. Damit waren die Techniker des ARBÖ rund um die Uhr ein ganzes Jahr lang für die nunmehr 19.297 Mitglieder im Einsatz. | ||
Die Prüfzentren wurden mit neuem technischen Gerät versorgt. Hallein, Bischofshofen und Zell erhielten neue SUN-Motortester, Hallein-Oberalm wurde mit neuestem Dieselkompressionsdruck-Messgerät ausgestattet. Tamsweg erhielt einen Allrad-Taiga, um damit im Winter auch in den Wintersportgebieten rasch Hilfe zu leisten, und Bischofshofen wurde mit einer Abschleppachse | Die Prüfzentren wurden mit neuem technischen Gerät versorgt. Hallein, Bischofshofen und Zell erhielten neue SUN-Motortester, Hallein-Oberalm wurde mit neuestem Dieselkompressionsdruck-Messgerät ausgestattet. [[Tamsweg]] erhielt einen Allrad-Taiga, um damit im Winter auch in den Wintersportgebieten rasch Hilfe zu leisten, und Bischofshofen wurde mit einer Abschleppachse "verstärkt", die vor allem für den Autobahneinsatz wertvolle Arbeit leistete. | ||
====Der ARBÖ Salzburg von 1990 bis | ====Der ARBÖ Salzburg von 1990 bis 2006==== | ||
[[1991]], nach 30-jährigem Einsatz für den ARBÖ, übergab Hofrat Dr. Franz Bauer, im Zivilberuf Beamter der Salzburger Landesregierung, längst in Pension, das Präsidentenamt des ARBÖ Salzburg an [[ | [[1991]], nach 30-jährigem Einsatz für den ARBÖ, übergab Hofrat Dr. Franz Bauer, im Zivilberuf Beamter der Salzburger Landesregierung, längst in Pension, das Präsidentenamt des ARBÖ Salzburg an Dr. [[Horst Brank]], der als stellvertretender Direktor der [[Allgemeine Unfallversicherungsanstalt Landesstelle Salzburg|AUVA Salzburg]] dieses Ehrenamt übernahm. 24.000 Mitglieder zählte der ARBÖ in diesem Jahr. Ein schönes Abschiedsgeschenk des scheidenden Präsidenten, der anlässlich der Landeskonferenz auch zum Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit gewählt wurde. | ||
Dr. Brank musste sein Amt schon kurze Zeit später aus gesundheitlichen Gründen ruhen lassen. [[Franz Hawel]] stand [[1992]] interimistisch als geschäftsführender Vizepräsident Dir. Peter Angermayr zur Seite. | Dr. Brank musste sein Amt schon kurze Zeit später aus gesundheitlichen Gründen ruhen lassen. [[Franz Hawel]] stand [[1992]] interimistisch als geschäftsführender Vizepräsident Dir. Peter Angermayr zur Seite. | ||
Anlässlich der Landeskonferenz [[1993]] wurde Rechtsanwalt [[Peter | Anlässlich der Landeskonferenz [[1993]] wurde Rechtsanwalt Dr. [[Peter Cardona]] in das Amt des Präsidenten gewählt. Mit ihm gewann der ARBÖ einen versierten Vertragsverhandler für Motorsportveranstaltungen, der auch außergewöhnliche Sprachkenntnisse in diese höchst sensiblen Gespräche mit Motorsportzar Bernie Ecclestone einbrachte und somit noch einmal, gleich im ersten Jahr der Präsidentschaft, den [[Salzburgring]] ins Licht der Weltöffentlichkeit rückte. | ||
Der ARBÖ organisierte noch einmal den Lauf zur Weltmeisterschaft für Straßenmaschinen. Aber die finanzielle Schmerzgrenze war dann erreicht und der Motorsport, jahrzehntelang Wegbegleiter des ARBÖ, wurde zur Erinnerung. | Der ARBÖ organisierte noch einmal den Lauf zur Weltmeisterschaft für Straßenmaschinen. Aber die finanzielle Schmerzgrenze war dann erreicht und der Motorsport, jahrzehntelang Wegbegleiter des ARBÖ, wurde zur Erinnerung. | ||
"Räumt den Schilderwald", forderte der ARBÖ Salzburg Ende der 1990er-Jahre mit einer Aktion, die von den [[Salzburger Nachrichten]] und dem [[ORF Landesstudio Salzburg|ORF Salzburg]] mitgetragen wurde. Unglaubliche drei Jahre lang wurden sinnlose Verkehrsschilder und gefährliche Verkehrslösungen aufgezeigt, Verbesserungen vorgeschlagen. | |||
Die Radfahrer als erste Mitglieder des ARBÖ hat der zum modernen Dienstleister gewachsene Verein nicht vergessen. Der Bewerb | Die Radfahrer als erste Mitglieder des ARBÖ hat der zum modernen Dienstleister gewachsene Verein nicht vergessen. Der Bewerb "Fahrradfreundliche Gemeinde" hat bundesweit unzählige Gemeinden angeregt, mehr für die Radfahrer zu tun: von überdachten Radständern bis zu sicheren Radwegen und konfliktfreien Kreuzungen wurde vieles geleistet, der ARBÖ hat dies gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit jährlich bewertet und Sieger gekürt. | ||
Ein weiterer Schritt zur Etablierung des Fahrrades als Transportmittel auf Kurzstrecken war die Initiierung des Bewerbs | Ein weiterer Schritt zur Etablierung des Fahrrades als Transportmittel auf Kurzstrecken war die Initiierung des Bewerbs "Fahrradfreundliche Betriebe". | ||
Saniert wurden in den | Saniert wurden in den 1990er-Jahren die Prüfzentren Zell am See, Bischofshofen, Gastein und Mondsee, [[1999]] schließlich wurde ein neuen Großprojekt des ARBÖ in Hallein realisiert: der Neubau des Prüfzentrums an zentraler Stelle. Seit [[9. Oktober]] 1999 gibt es in Hallein eine Neue Mitte; das "Herz der modernsten Pannenhilfe, des kundenfreundlichsten Prüfdienstes" schlägt nun am [[Porscheweg (Hallein)|Porscheweg]] 5 − hier steht das neue ARBÖ-Prüfzentrum. Der elf Millionen Schilling teure Stahl-Glas-Bau, so der [[Bürgermeister der Stadt Hallein|Bürgermeister]] von Hallein, Dr. [[Christian Stöckl]], sei eine wichtige Einrichtung, um auch dem technischen Fortschritt der Automobilindustrie zu entsprechen und die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge im [[Tennengau]] zu gewährleisten. Verkehrs[[Landesrat|landesrätin]] Mag. [[Gabriele Burgstaller]] gratulierte dem ARBÖ anlässlich der Eröffnung auch zur Hundertjahrfeier. Es sei wichtig, einen kompetenten Ansprechpartner in Verkehrsfragen zu haben. Besonders der Aspekt der Verkehrssicherheit sei ein gemeinsames Anliegen, der ARBÖ leiste einen aktiven Beitrag. Immerhin seien auch durch die Initiative "Im Scheinwerfer", die die Salzburger Nachrichten und der ARBÖ gemeinsam gesetzt haben, schon zahlreiche Verkehrssicherheitslücken geschlossen worden. Auf Anregung des ARBÖ seien schon einige Novellierungsvorschläge zur Straßenverkehrsordnung an die Bundesregierung weitergeleitet worden. Der ARBÖ engagierte sich auch in Fragen des Konsumentenschutzgesetzes sehr stark, meinte die Landesrätin bei ihrer Festrede und hob die Bereiche Benzinpreise und Versicherungen hervor. | ||
Peter Angermayr als Landesgeschäftsführer und ARBÖ-Ortsklubobmann von Hallein | Peter Angermayr als Landesgeschäftsführer und ARBÖ-Ortsklubobmann von Hallein sah im neuen Prüfzentrum ein Signal für die Jahrtausendwende: "''Modernste Prüftechnik und Mitarbeiter mit Herz, das zeichnet den ARBÖ aus.''" Vier Techniker werden auch im Tennengau des neuen Jahrtausends dafür sorgen, dass die ARBÖ-Mitglieder bestens fahren. | ||
=== Präsidenten und Landesgeschäftsstellenleiter === | |||
Präsidenten: | |||
*1947–1953<sup>?</sup>: [[Ferdinand Färberbeck]] | |||
*1953–1961: Dr. [[Hans Deutsch]] | |||
*1961: [[Franz Angerer]] (bis 28. Mai 1961) | |||
*1961–1991: Dr. [[Franz Bauer (ARBÖ)|Franz Bauer]] | |||
*1991–1994: Dr. [[Horst Brank]] | |||
*1994–2010: Dr. [[Peter Cardona]] | |||
*2010–201x: [[Franz Meingast]], MBA | |||
*201x–201x: Mag. [[Isabel Groß]] | |||
*seit 2013 [[Manfred Gruber]] | |||
Landessekretär und Landesgeschäftsstellenleiter: | |||
*1971–2006: [[Peter Angermayr]] | |||
*seit 2007: [[Dietmar Doloscheski]], MIM | |||
== Radsport == | |||
: '' Hauptartikel [[Radsportergebnisse der Fahrer des ARBÖ-Salzburg]] | |||
==Motorsport== | ==Motorsport== | ||
Der ARBÖ organisierte unter anderem folgende Motorsportveranstaltungen (zeitweise): | Der ARBÖ organisierte unter anderem folgende Motorsportveranstaltungen (zeitweise): | ||
* [[1. Mai Rennen]] von 1950 bis 1960 | * [[1. Mai Rennen|1.-Mai-Rennen]] von 1950 bis 1960 | ||
* | * den [[Großer Preis von Österreich|Großen Preis von Österreich]] für Motorräder auf dem [[Salzburgring]] | ||
* Straßenrennen in Hallein in den 1950er-Jahren | * Straßenrennen in Hallein in den 1950er-Jahren | ||
* [[Gaisbergrennen (historisch)|Gaisbergrennen]] | * [[Gaisbergrennen (historisch)|Gaisbergrennen]] | ||
== Literatur == | |||
* "50 Jahre 1951–2001 Landesorganisation ARBÖ Salzburg", Juni 2001, Herausgeber Landesorganisation ARBÖ Salzburg | |||
==Quelle== | ==Quelle== | ||