Ludwig Purtscheller: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Ludwig Purtscheller''' (* [[6. Oktober]] [[1849]] in Innsbruck; † [[3. März]] [[1900]] in Bern, Schweiz) war ein österreichischer Alpinist und Lehrer.
[[Bild:Purtscheller.jpg|thumb|Ludwig Purtscheller]]
'''Ludwig Purtscheller''' (* [[6. Oktober]] [[1849]] in Innsbruck-Wilten, [[Nordtirol]]; [[3. März]] [[1900]] in Bern, [[Schweiz]]) war ein Alpinist und Lehrer.  


==Leben==
==Leben==
Purtscheller kam [[1877]] nach [[Salzburg]] und arbeitete als Turnlehrer an der Lehrerbildungsanstalt und an einem Gymnasium. Bis zu seinem Tod nach einem Absturz an der Aiguille du Dru im Montblanc-Gebiet wirkte er an diesen Schulen.
Ludwig Purtscheller war der Sohn des Innsbrucker Finanzbeamten Franz Purtscheller und seiner Frau Maria, geborene Gruber. Er arbeitete im Bleiberger Bergwerksbetrieb ([[Kärnten]]) als Angestellter und erwarb dort mineralogische Kenntnisse, war jedoch mit seiner kaufmännischen Tätigkeit nicht zufrieden. Nach der Turnlehrerprüfung in Graz arbeitete er in Klagenfurt. Er kam [[1877]] nach Salzburg und arbeitete als Turnlehrer an der [[Salzburger Lehrerbildungsanstalt|Lehrerbildungsanstalt]] und am [[Akademisches Gymnasium|k.k. Staatsgymnasium]]. Er erwarb sich gute Kenntnisse in Geografie, Geologie, Mineralogie, Botanik, Zoologie, Volkskunde und Geschichte. Er war sprachgewandt und beherrschte Italienisch und Französich in Wort und Schrift. Bis zu seinem Tod nach seinem Absturz am [[25. August]] [[1899]] an der ''Aiguille du Dru'' im Mont-Blanc-Gebiet ([[Frankreich]]), von dem er nicht mehr genas, wirkte er an diesen Schulen.


In seiner Freizeit war der Alpinist jährlich auf bis zu 100 Gipfeln. Er gilt als einer der Pioniere der Erschließung der Alpen. Er stand auf dem [[Großglockner (Berg)|Großglockner]], dem [[Sonnblick]], dem Piz Bernina, dem Ätna und dem Vesuv, dem Elbrus im Kaukasus oder dem Montblanc.
In seiner Freizeit war der Alpinist jährlich auf bis zu 100 Gipfeln. Er gilt als einer der Pioniere der Erschließung der [[Alpen]]. Er stand auf dem [[Großglockner (Berg)|Großglockner]], dem [[Hoher Sonnblick|Sonnblick]], dem Piz Bernina (Schweiz), dem Ätna und dem Vesuv (beide [[Italien]]), dem Elbrus im Kaukasus oder dem Montblanc (Frankreich). Er hatte Kraft und Ausdauer, eine Bescheidenheit und führte ein spartanisches Leben.


Gemeinsam mit dem deutschen Geografen Hans Meyer gelang ihm an seinem 40. Geburtstag [[1889]] die Erstbesteigung des Kilimanjaro, des höchsten Berges Afrikas.
Ab [[1883]] war er regelmäßig in den Westalpen unterwegs. Gemeinsam mit dem deutschen Geografen Dr. Hans Meyer gelang ihm an seinem 40. Geburtstag (6. Oktober) [[1889]] die Erstbesteigung des Kilimandscharo (Kibo) 5 859 [[m ü. A.]], des höchsten Berges Afrikas.


Purtscheller wurde in einem Ehrengrab auf dem [[Salzburger Kommunalfriedhof]] begraben. An seine bergsteigerischen Erfolge erinnern das [[Purtschellerhaus]] am [[Hoher Göll|Hohen Göll]], das kurz nach seinem Tod fertiggestellt und zu seinen Ehren umbenannt wurde, die [[Purtschellerstraße]] in der [[Stadt Salzburg]] und die Purtschellerspitze im Mawensigebirge in Osstafrika.
[[Datei:Lehrkräfte und Schüler des Bergführer-Kurses im Sommer 1899.jpg|thumb|[[Über die Bergführertätigkeit im Land Salzburg um 1900|Die Lehrkräfte und Schüler des Bergführer-Kurses im Sommer 1899 in der Stadt Salzburg]]. Die Namen der Personen in der Bildmitte, zweite Reihe von links: Major [[Gustav Edler von Pelikan]], Prof. [[Karl Kastner]], Prof. J. Mark, Prof. M. Haupolter, Prof. [[Ludwig Purtscheller]]; erste Reihe (unten) von links: Stadtarzt Dr. Würtenberger, Prof. Dr. H. Widmann, Dr.[[Moriz Zeppezauer]], S-Vorstand [[Carl Hinterhuber]], C-A. Mitglied Steinitzer und Prof. [[Eberhard Fugger]];]]


==Quelle==
[[1891]] erstieg er mit Gottfried Merzbacher mehrere Hochgipfel im Kaukasus.
 
[[1894]] wurde unter seiner Leitung die [[Österreichischer Alpenverein Sektion Lend-Dienten|Sektion Lend-Dienten]] des [[Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein|Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins]] gegründet.
 
[[1895]] heiratete er Hedwig (* [[2. Oktober]] [[1862]] in Staab, tschechisch ''Stod'', [[Böhmen]])<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/oberoesterreich/voecklabruck/207%252F1895/?pg=9 Trauungsbuches der Pfarre Vöcklabruck, Band XIII, S. 24.]</ref>, die Tochter des Bezirkshauptmanns von Kaplitz (tschechisch ''Kaplice'', [[Böhmen]]), [[Johann Nepomuk von Helmreichen zu Brunfeld]] (* [[6. März]] [[1826]] in Linz, [[OÖ]]; † [[26. Juni]] [[1907]] in Salzburg)<ref>[https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_70_0054-0060.pdf Franz Martin: Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte. 13. Von Helmreichen zu Brunfeld, in: MGSLK 70, 1930, S. 70]</ref>, die ihm eine Tochter schenkte: Hedwig (* [[16. September]] [[1896]])<!--, seit [[1917]] verheiratet mit Ernst Czerny (* [[28. Dezember]] [[1880]]), seit [[1960]] mit Heinrich Molterer.--><ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-st-andrae/TFB15/?pg=283 Taufbuch der Pfarre Salzburg-St. Andrä, Band XV, S. 278.]</ref>. Insgesamt bestieg Ludwig Purtscheller ca. 1&nbsp;700 Gipfel, davon mehr als 40 Viertausender.
 
Er war auch einer jener ersten Alpinisten, die Dokumentation betrieben. [[1893]] erschien im Standardwerk ''Die Erschließung der Ostalpen'', ''[[Salzburger Kalkalpen]]''; [[1894]] folgten die ''Stubaier Alpen''. Im selben Jahr gab er mit <span style="color:green">Heinrich Heß</span><ref>siehe EnnstalWiki → [[enns:Heinrich Heß]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> den Führer ''Der Hochtourist in den Ostalpen'' heraus. Er wirkte noch an vielen Publikationen mit.
 
== Ehrungen ==
Ludwig Purtscheller wurde in einem Ehrengrab auf dem [[Salzburger Kommunalfriedhof]] begraben. An seine bergsteigerischen Erfolge erinnern das [[Purtschellerhaus]] am [[Göllstock]], das kurz nach seinem Tod fertiggestellt und zu seinen Ehren umbenannt wurde, die [[Purtschellergasse]] in der [[Stadt Salzburg]] und die Purtschellerspitze im Mawensigebirge in Ostafrika. Seit [[1960]] erinnert eine Gedenktafel an der Schule (Universitätsplatz), an der er von 1877 bis 1899 wirkte, seiner.
 
[[Datei:Ludwig Purtscheller Gedenktafel.JPG|thumb|Gedenktafel für Ludwig Purtscheller an der [[Alten Universität]].]]
 
==Werke==
Ludwig Purtscheller schrieb eine Vielzahl von Reiseberichten und Tourenbeschreibungen. Unter anderem:
* Die Erschließung der Ostalpen
* Salzburger Kalkalpen
* Stubaier Alpen
* "Der Hochtourist in den Ostalpen", zusammen mit <span style="color:green">Heinrich Heß</span><ref>siehe EnnstalWiki → [[enns:Heinrich Heß|Heinrich Heß]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> 2. Band, online [https://unipub.uni-graz.at/download/pdf/2857317.pdf unipub.uni-graz.at], pdf
 
== Bilder ==
{{Commonscat|Ludwig Purtscheller}}
==Quellen==
* Stadt Salzburg: Ehrengräber auf dem Kommunalfriedhof
* Stadt Salzburg: Ehrengräber auf dem Kommunalfriedhof
* {{Quelle Leben über den Tod hinaus}}
* Prillinger, Ferdinand: ''Ludwig Purtscheller 1849–1900'', Salzburg 1960, ÖBL VIII, S. 340
== Einzelnachweise ==
<references/>


[[Kategorie:Geschichte|Purtscheller, Ludwig]]
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[[Kategorie:Geschichte (Person)|Purtscheller, Ludwig]]
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[[Kategorie:Person (Alpinismus)]]
[[Kategorie:Person (Bildung)]]
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Alpinismus]]
[[Kategorie:Alpinismus (Geschichte)]]
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Bildung]]
[[Kategorie:Lehrer]]
[[Kategorie:Zuagroaste]]
[[Kategorie:Tirol]]
[[Kategorie:Nordtirol]]
[[Kategorie:Geboren 1849]]
[[Kategorie:Gestorben 1900]]