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'''Anton Werber''' war in der Zwischenkriegszeit zwei Mal Bürgermeister von [[Zell am See]].
'''Anton Werber''' (* [[4. September]] [[1881]] in [[Itzling]], [[Gemeinde Gnigl]]; † [[3. April]] [[1955]] in [[Zell am See]]) war in der [[Zwischenkriegszeit]] zwei Mal [[Bürgermeister der Stadt Zell am See|Bürgermeister]] von [[Zell am See]].  
{{Personenstub}}
Anton Werber (vormals Wrba) war ÖBB-Bediensteter, bzw. nachfolgend ÖBB-Pensionist. 1919 – 1922 war er zum ersten Mal Bürgermeister von Zell am See. 1931 wurde er mit Unterstützung bürgerlicher Gemeindevertreter erneut zum Bürgermeister gewählt. Er war damit Vorgänger und Nachfolger des nationalsozialistisch gesinnten Bürgermeisters Josef Ernst, der von 1922 bis 1931 das Amt des Bürgermeisters von Zell am See ausgeübt hat. (Hochhold S. 297) Werber blieb in seiner zweiten Amtsperiode bis Mai 1933 Bürgermeister.
Infolge einer Pattstellung und vermutlicher Selbstauflösung der Gemeindevertretung nach einem Misstrauensantrag der Fraktion der NSDAP gegen Anton Werber, in dem es um Bezüge Werbers als Verwaltungsdirektor der Schmittenhöhebahn und um Zweifel an seiner Unparteilichkeit gegangen war, wurde die Einsetzung eines Staatskommissärs mit erhöhten Befugnissen erforderlich.
==Quellen==
*Ferdinand Hölzl, 1200 Jahre Zell am See, s. 136, Eigenverlag, Zell am See, 1975
*Rainer Hochhold, Cella in Bisontio, Zell im Pinzgau, Zell am See – Eine historische Zeitreise, S. 300, Eigenverlag der Stadtgemeinde Zell am See, 2013).  


== Leben ==
Der [[SDAP|Sozialdemokrat]] Anton Werber war der Sohn des [[Böhmen|böhmischen]] Lokomotivführers Franz Vrba und dessen [[1883]] geehelichter Frau Maria, geborene Jellmayer.
Nach Zell am See kam er [[1908]] als Lokomotivführer der [[Österreichische Bundesbahnen|Pinzgaubahn]] (weiters Installateur und Hausbesitzer bzw. nachfolgend [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]]-Pensionist).
[[1919]] ließ er seinen Familiennamen von ''Vrba'' in ''Werber'' eindeutschen (Bewilligungsbescheid der Salzburger Landesregierung vom [[26. März]] [[1919]]).<ref>Taufbuch der [[Stadtpfarre Salzburg-Gnigl|Pfarre Gnigl]], [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-gnigl/TFBXI/?pg=188 Band XI, S. 151.]</ref>
Aus den [[Gemeindevertretungswahlen 1919|Gemeindevertretungswahlen im Mai 1919]] ging Werber als potentieller Bürgermeisterstellvertreter hervor.<ref>Vgl. Sitzungsprotokoll der Marktgemeinde Zell am See vom 17. Mai 1919. In: Hochhold 2013.</ref> In der konstituierenden Sitzung des [[Gemeindevertretung|Gemeinderates]] am [[6. Juni]] [[1919]] gelang es den Sozialdemokraten jedoch, mit zehn zu acht Stimmen die Wahl Anton Werbers zum Bürgermeister gegen den Kandidaten der Bürgerlichen, [[Leo Gastgeber]], durchzusetzen. Werber blieb bis 1922 im Amt, von August 1920 bis September 1921 wurde er krankheitsbedingt im  Bürgermeisteramt von Vizebürgermeister Leo Gastgeber vertreten. Bei der Bürgermeisterwahl am [[22. April]] [[1922]] unterlag Werber dem nationalen Kandidaten [[Josef Ernst]] mit 10 zu 8 Stimmen.<ref>Sitzungsprotokolle der Marktgemeinde Zell am See 1919 bis 1922. In: Hochhold (2013) S. 281f.</ref>
[[1931]] wurde er mit Unterstützung der bürgerlichen Gemeindevertreter (die die Abwahl von Josef Ernst mit allen Mitteln durchsetzen wollten) erneut zum Bürgermeister gewählt. Er war somit Vorgänger und auch Nachfolger des nationalsozialistischen ([[NSDAP]], in Österreich ''Hitlerbewegung'') Bürgermeisters Josef Ernst, der von 1922 bis 1931 das Amt des Bürgermeisters von Zell am See ausübte. Werber blieb in seiner zweiten Amtsperiode als Bürgermeister allerdings nur bis Mai [[1933]] im Amt.<ref>Sitzungsprotokolle der Stadtgemeinde Zell am See 1930/31. In: Hochhold (2013) S. 296f</ref>
Nach zunehmenden Aggressionen auf der Straße mit blutigen Zusammenstößen zwischen Sozialdemokraten und Nationalsozialisten, persönlichen Diffamierungen (so wurde ihm auch vorgehalten, dass er erst kurz vor seiner ersten Amtsperiode seinen Familiennamen hatte eindeutschen lassen) und einem Misstrauensantrag der NSDAP-Fraktion gegen Anton Werber, in dem es um Bezüge Werbers als Verwaltungsdirektor der [[Schmittenhöhebahn]] und um Zweifel an seiner Unparteilichkeit gegangen war, schaltete sich im Frühjahr 1933 die Gemeindevertretung gleichsam selbst aus (Selbstauflösung). Eine für den [[2. Juni]] 1933 anberaumte Sitzung des Gemeinderates musste daher bereits von [[Bezirkshauptmann]] Regierungsrat Dr. [[Rudolf Hanifle]] als Regierungskommissär geleitet werden.<ref>Sitzungsprotokolle der Stadtgemeinde Zell am See 1933. In: Hochhold (2013) 299f</ref>
==Literatur==
* Hölzl, Ferdinand, ''1200 Jahre Zell am See'', S. 136, Eigenverlag, Zell am See, 1975
*Schausberger, Franz: ''Alle an den Galgen. Der politische "Takeoff" der "Hitlerbewegung" bei den Salzburger Gemeindewahlen 1931''. Böhlau: Wien/Köln/Weimar, 2005
* [[Rainer Hochhold|Hochhold, Rainer]], ''Cella in Bisontio, Zell im Pinzgau, Zell am See – Eine historische Zeitreise'', Zell am See, 2013. ISBN: 978-3-200-03385-6
==Quellen bzw. Einzelnachweise==
* Hölzl, Ferdinand: Pinzgauer Parteichronik. Band 1: Die Sozialdemokraten und Gewerkschaften. Zell am See 1983.
<references />
* Grabstein, [[Friedhof Zell am See]]


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{{SORTIERUNG: Werber, Anton}}
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[[Kategorie:Person]]
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[[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]]
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[[Kategorie:Bürgermeister der Stadt Zell am See]]
[[Kategorie:Zuagroaste]]
[[Kategorie:Zuagroaste]]
[[Kategorie:Zell am See]]
[[Kategorie:Geboren 1881]]
[[Kategorie:Gestorben 1955]]