Bistum Chiemsee: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Bistum Chiemsee''' | [[Datei:Bistum Chiemsee, gegründet 1215 1216.jpg|thumb|Bistum Chiemsee, gegründet 1215/1216]] | ||
Das '''Bistum Chiemsee''' war eines der (ursprünglich) vier [[Eigenbistum|Eigenbistümer]] des [[Erzbischof von Salzburg|Erzbischofs von Salzburg]]. | |||
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== Einleitung == | |||
Das Territorium des Bistums Chiemsee gehörte weltlich nicht zum [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift Salzburg]], sondern zuerst ganz und später teilweise zum [[Herzogtum Bayern]], was keinen, insbesondere keinen kirchlichen, Salzburgbezug darstellt.<ref>Quelle [[Andreas Hirsch]], [[Verein für Heimatkunde Bad Reichenhall und Umgebung|Verein für Heimatkunde Bad Reichenhall und Umgebung e.V.]]</ref> | |||
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== Geschichte == | |||
Am [[28. Jänner]] [[1216]] erhielt [[Erzbischof]] [[Eberhard II. von Regensberg]], der das Bistum [[1215]] gegründet hatte, das Privileg der selbstständigen Besetzung des Eigenbistums Chiemsee. Das Bistum bestand von 1215 bis [[1808]] und gehörte zum [[Erzbistum Salzburg]]. | |||
Im Jänner [[2009]] wurde das Bistum Chiemsee von Papst Benedikt XVI. als Titularbistum (historische Diözese, die einem Titularbischof zugeordnet ist) wieder errichtet. | |||
==Bischof== | ==Bischof== | ||
Die [[Bischöfe von Chiemsee]] waren [[Weihbischof|Weihbischöfe]] der | Die [[Bischöfe von Chiemsee]] waren [[Weihbischof|Weihbischöfe]] der Salzburger Erzbischöfe und wurden aus den Mitgliedern des [[Domkapitel]]s gewählt. Der Bischof galt als Lehnsmann des Salzburger Erzbischofs und wurde von diesem nominiert, konfirmiert, konsekriert und investiert. Er residierte zeitweise nicht nur in [[St. Johann in Tirol]], sondern auch außerhalb seiner Diözese in [[Bischofshofen]], auf [[Schloss Fischhorn]] und seit dem [[14. Jahrhundert]] in Salzburg im [[Chiemseehof]]. Da der Bischof von Chiemsee Vasall des Erzbischofs war, hatte er Sitz und Stimme auf den [[Hohe Salzburger Landschaft|Salzburger Landtagen]] und war kein [[Reich#Heiliges_R.C3.B6misches_Reich|Reich]]<nowiki></nowiki>sfürst. | ||
Bischofskirche war die Kirche des [[Kloster Herrenchiemsee|Klosters Herrenchiemsee]] auf der [[Herreninsel]] im Chiemsee. Die [[Augustiner-Chorherren]] des Klosters Herrenchiemsee bildeten das Domkapitel. | |||
==Gebietsumfang und -einteilung== | ==Gebietsumfang und -einteilung== | ||
===Grenzen=== | ===Grenzen=== | ||
Das Gebiet des Bistums Chiemsee war gänzlich vom [[Erzdiözese Salzburg#Geschichte|Erzbistum Salzburg]] umschlossen. Die Bistumsgrenzen verliefen vom | Das Gebiet des Bistums Chiemsee war gänzlich vom [[Erzdiözese Salzburg#Geschichte|Erzbistum Salzburg]] umschlossen. Die Bistumsgrenzen verliefen vom Südostende des [[Chiemsee]]s südwärts, die heutige tirolisch-salzburgische Landesgrenze entlang und danach, noch die Nebentäler des [[Brixental]]s in sich schließend, wieder nordnordostwärts, immer östlich des Inns, über das Kaisergebirge, bis zum Nordufer des Chiemsees. | ||
Im heutigen [[Tirol]] umfasst das ehemalige Diözesangebiet das Gebiet des [[Dekanat St. Johann in Tirol|Dekanats St. Johann in Tirol]] und fast das gesamte Gebiet des [[Dekanat Brixen im Thale|Dekanats Brixen im Thale]] (mit Ausnahme der Pfarren [[Pfarre Wörgl|Wörgl]], [[Pfarre Bruckhäusl|Bruckhäusl]] und [[Pfarre Itter|Itter]], deren Gebiet damals zur [[Pfarre Kirchbichl|Kirchbichl]] gehörte). | |||
Hingegen behielt der Erzbischof – der nicht wünschte, dass das Bistums Chiemsee an eine auswärtige Diözese grenze – alle dem Inn anrainenden Pfarren (im heutigen [[Regionaldekanat Tiroler Teil|Tiroler Teil der Erzdiözese]] die Pfarren Kirchbichl, [[Pfarre Ebbs|Ebbs]] und [[Pfarre Erl|Erl]] sowie nördlich von Erl die heute bayrische ([[Erzbistum München und Freising|münchen-freising]]ische) Pfarre Rohrdorf) bei der Erzdiözese. | |||
===Pfarreien=== | |||
Das Bistum bestand ursprünglich aus zehn [[Pfarre]]ien; davon lagen | |||
* fünf im heutigen Bayern: [[Pfarre Herrenchiemsee|Herrenchiemsee]], [[Pfarre Prien am Chiemsee|Prien am Chiemsee]], [[Pfarre Eggstätt|Eggstätt]], [[Pfarre Söllhuben|Söllhuben]] und [[Pfarre Grassau|Grassau]] | |||
* fünf im heutigen Tirol: | |||
: (bis [[1504]] zu Bayern gehörig): [[Pfarre Kirchdorf in Tirol|Kirchdorf]], [[Pfarre St. Ulrich am Pillersee|St. Ulrich am Pillersee]], [[Pfarre St. Johann im Leukental|St. Johann im Leukental]] [das ist [[St. Johann in Tirol]]] und [[Pfarre Söll|Söll]] | |||
:(bis [[1816]] zu Salzburg gehörig): [[Pfarre Brixen im Thale|Brixen im Thale]] | |||
[[1804]] bestand das Bistum aus elf Pfarreien mit 16 Vikariaten, zehn Kuratien, zehn Kooperaturen, elf Kaplaneien und Benefizien, einem Priesterhaus, einem Chorherrenstift, einem Kapuzinerkloster und 38 818 Katholiken. | |||
===Archidiakonate=== | |||
Bereits bei der Bistumsgründung wurde festgelegt, dass die Rechte des Archidiakons von Chiemsee, der zugleich Dompropst und Propst des [[Augustiner-Chorherrenstift Herrenchiemsee|Augustinerchorherrenstifts]] sowie des Inselklosters war, nicht geschmälert werden sollten. Bischof und Archidiakon standen stets in einem Kompetenzstreit, wobei Bayern die Position des Archidiakons unterstützte. Klare Rechtsverhältnisse wurden erst [[1613]] durch die Teilung des [[Archidiakonat]]es in einen erzbischöflich-salzburgischen und einen bischöflich-chiemseeischen Teil geschaffen. Durch die Errichtung eines Dekanates in St. Johann im Leukental wurde der Einfluss des Dompropstes [[1621]] wiederum verringert. | |||
{{mehr}} | |||
==Literatur== | ==Literatur== | ||
* Fürst, Max: ''Das Bistum Chiemsee und seine Bischöfe''. In: Heimatbilder aus dem Chiemgau, Nr. 49 (Traunstein, Historischer Verein für den Chiemgau, 1927) S. 226-240. | * Fürst, Max: ''Das Bistum Chiemsee und seine Bischöfe''. In: Heimatbilder aus dem Chiemgau, Nr. 49 (Traunstein, Historischer Verein für den Chiemgau, 1927) S. 226-240. | ||
* Wallner, Engelbert: ''Das Bistum Chiemsee im Mittelalter | * Wallner, Engelbert: ''Das Bistum Chiemsee im Mittelalter "1215-1508"'' (Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Stadt und des Landkreises Rosenheim, Bd. 5). Rosenheim, Verlag des Historischen Vereins Rosenheim, 1967. | ||
* [[Johannes Graf von Moy|Moy, Johannes Graf von]]: ''Das Bistum Chiemsee'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 122 (1982) S. 1–50. | * [[Johannes Graf von Moy|Moy, Johannes Graf von]]: ''Das Bistum Chiemsee'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 122 (1982) S. 1–50. | ||
* Naimer, Erwin: ''Das Bistum Chiemsee in der Neuzeit'' (Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Stadt und des Landkreises Rosenheim, Bd. 11). Rosenheim, Verlag des Historischen Vereins Rosenheim, 1990. | * Naimer, Erwin: ''Das Bistum Chiemsee in der Neuzeit'' (Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Stadt und des Landkreises Rosenheim, Bd. 11). Rosenheim, Verlag des Historischen Vereins Rosenheim, 1990. | ||
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* Heim, Manfred: ''Das Bistum Chiemsee in der Germania Sacra'', in: ''Bayerische Geschichte – Landesgeschichte in Bayern. Festgabe für Alois Schmid zum 60. Geburtstag'', hg. v. Konrad Ackermann und Hermann Rumschöttel (Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 68), München 2005, S. 393–406. | * Heim, Manfred: ''Das Bistum Chiemsee in der Germania Sacra'', in: ''Bayerische Geschichte – Landesgeschichte in Bayern. Festgabe für Alois Schmid zum 60. Geburtstag'', hg. v. Konrad Ackermann und Hermann Rumschöttel (Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 68), München 2005, S. 393–406. | ||
==Quelle == | |||
* Fischer, Peter: ''St. Johann war einst bischöfliche Residenz. Vor 200 Jahren wurde das Bistum Chiemsee aufgelöst''. In: Heimatkundliche Beiträge des Museums- und Kulturvereines St. Johann in Tirol [http://www.museum1.at/fileadmin/journal/Ausgabe_Fruehjahr_2008.pdf Nr. 12, Frühjahr 2008 (PDF, 683 kB)] = Tiroler Heimatblätter, 84 (2009), H. 1, S. 36–39. | |||
<!--== Einzelnachweis == | |||
<references/>--> | |||
[[Kategorie:Kirche]] | {{SORTIERUNG: Chiemsee, Bistum}} | ||
[[Kategorie:Kirche (Geschichte | [[Kategorie:Religion]] | ||
[[Kategorie:Erzbistum | [[Kategorie:Katholische Kirche]] | ||
[[Kategorie:Katholische Kirche (Verwaltung)]] | |||
[[Kategorie:Erzdiözese]] | |||
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