Markus Sittikus von Hohenems: Unterschied zwischen den Versionen

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Erzbischof '''Markus Sittikus von Hohenems''' (* [[24. Juni]] [[1574]], † [[9. Oktober]] [[1619]], war ein [[Salzburger Erzbischöfe|Salzburger Erzbischof]].
[[Datei:Markus Sittikus von Hohenems Dommuseum.jpg|thumb|Markus Sittikus von Hohenems, betend, Detail des Grabdenkmals, um 1620, Salzburg, Dom;]]
[[File:Erzbischof Markus Sittikus 1618 02.jpg|thumb|Markus Sittikus von Hohenems mit einem Gartenteil von Schloss Hellbrunn ([[1618]]), ein Gemälde von [[Donato Arsenio Mascagni]].]]
'''Markus Sittikus von Hohenems''' (* [[24. Juni]] [[1574]] in Hohenems, [[Vorarlberg]]; † [[9. Oktober]] [[1619]] in der [[Stadt Salzburg]]) war von [[1612]] bis [[1619]] Salzburger [[Fürsterzbischof]].


== Leben ==
Der 38jährige Markus Sittikus verdankte seine Wahl am [[18. März]] [[1612]] zum Fürsterzbischof dem massiven Eintreten der päpstlichen Kurie. Er musste das Erbe seines Cousins, Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] antreten, der einen enormen Umbruch in der Stadt Salzburg begonnen hatte.


Der 38jährige Markus Sittikus verdankte seine Wahl zum Erzbischof dem massiven Eintreten der päpstlichen Kurie. Er musste das Erbe seines Onkels, Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] antreten, der einen enormen Umbruch in der Stadt Salzburg begonnen hatte.
Um den Beschlüssen des Konzils von Trient zum Durchbruch zu verhelfen, ordnete Markus Sittikus [[1613]] eine umfassende Visitation seines [[Erzbistum Salzburg|Erzbistums]] an. Diese bis [[1617]] flächendeckend durchgeführte Visitation war die erste dieser Art überhaupt. Sie brachte nicht nur zahllose Missstände ans Tageslicht, in ihrem Gefolge vollzogen sich auch tiefgreifende liturgische Neuerungen. Auch die Anlegung der Matrikenbücher (Personenstandsverzeichnisse) war eine Folge dieses Unternehmens.


Das wohl wichtigste Bauvorhaben seiner Amtszeit war der Neubau des [[Salzburger Dom]]s in "abgespeckter" Form. Dazu berief er [[1613]] den aus Como (Lombardei, Italien) stammenden [[Santino Solari]], der zu jener Zeit in Seckau in der Steiermark tätig war, nach Salzburg. Santino Solari war dann auch bis zu seinem Tod im Jahr [[1646]] als Hofarchitekt in Salzburg beschäftigt.  
Der prunkliebende Fürst starb, erst 45jährig, ganz plötzlich am 9. Oktober 1619.


Der zweite, rein italienische Bau, den Markus Sittikus erbauen ließ, ist [[Hellbrunn|das Lustschloss und -garten von Hellbrunn]]. Fürsterzbischof Markus Sittikus kannte diese Art von ''villa suburbana'' (Villen außerhalb oder am Stadtrand liegend), wohin sich die noble römische Gesellschaft in den heißen Sommermonaten zurückzog, aus seiner Zeit, der er am Hofe seines Onkels, des Kardinals Markus Sittikus von Hohenems, verbracht hatte.  
== Seine Werke ==
Das wohl wichtigste Bauvorhaben seiner Amtszeit war der Neubau des [[Salzburger Dom]]s in "abgespeckter" Form. Dazu berief er [[1613]] den aus Verno (bei Como in der [[Italien#Lombardei|Lombardei]], Italien oder am Luganer See, [[Schweiz]]) stammenden [[Santino Solari]], der zu jener Zeit in [[Seckau]] in der [[Steiermark]] tätig war, nach Salzburg. Santino Solari war dann auch bis zu seinem Tod im Jahr [[1646]] als Hofarchitekt in Salzburg beschäftigt.  


Diese Villen hatten zumeist große Parkanlagen, die im manieristischem Stil asymmetrisch zum Schloss angelegt, mit künstlich angelegten Wasserspielen für diese Freizeitgesellschaft unterhaltsam gemacht wurden.
Der zweite rein italienische Bau, den Markus Sittikus erbauen ließ, ist [[Hellbrunn|das Lustschloss und -garten von Hellbrunn]]. Fürsterzbischof Markus Sittikus kannte diese Art von ''villa suburbana'' (Villen außerhalb oder am Stadtrand liegend), wohin sich die noble römische Gesellschaft in den heißen Sommermonaten zurückzog, aus der Zeit, die er am Hofe seines Onkels, des Kardinals Markus Sittikus von Hohenems, verbracht hatte. Diese Villen hatten zumeist große Parkanlagen, die, im manieristischen Stil asymmetrisch zum Schloss angelegt, mit künstlich angelegten Wasserspielen für diese Freizeitgesellschaft unterhaltsam gemacht wurden.


Um den Beschlüssen des Konzils von Trient zum Durchbruch zu verhelfen, ordnete Markus Sittikus [[1613]] eine umfassende Visitation seines [[Erzbistum (Überblick|Erzbistums]] an. Diese bis [[1617]] flächendeckend durchgeführte Visitation war die erste dieser Art überhaupt. Sie brachte nicht nur zahllose Mißstände ans Tageslicht, in ihrem Gefolge vollzogen sich auch tiefgreifende liturgische Neuerungen. Auch die Anlegung der Matrikenbücher (Personenstandsverzeichnisse) war eine Folge dieses Unternehmens.  
Im [[Schloss Hellbrunn]] ließ Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems durch den Servitenpriester und Maler [[Donato Arsenio Mascagni]] (* 1579; † 1636) einen Festsaal und eine Turmzimmer (Oktogon) nach dem in der [[Renaissance]] entwickelten Konzept der idealen Stadt mit Fresken ausgestalten, die Gesellschaftsszenen und Allegorien in Tiefen-Perspektive in den Arkaden rund um einen Stadtplatz zeigen. Über dem Zugangsportal angebracht ist ein Wappenemblem mit dem persönlichen Wahlspruch von Fürsterzbischof Markus Sittikus: "''Numen vel dissita jungit''"  - ''Göttliche Macht verbindet sogar das Entgegengesetzte''. Zu sehen sind auch seine beiden Wappentiere, der Löwe und der Steinbock.


An Stelle der aufgelassenen alten Domschule errichtete er [[1618]] im Garten des ehemaligen [[Petersfrauen]]kloster ein Gymnasium, dessen Leitung er den Benediktinern übertrug - der Vorläufer der [[Universität Salzburg]].
An Stelle der aufgelassenen alten Domschule errichtete er [[1618]] im Garten des ehemaligen [[Petersfrauen]]<nowiki>klosters</nowiki> ein [[Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums|Gymnasium]], dessen Leitung er den [[Benediktiner]]n  des [[Benediktinererzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]] übertrug - der Vorläufer der [[Universität Salzburg]].
 
Der prunkliebende Fürst starb, erst 45jährig, ganz plötzlich am 9. Oktober 1619.


== Bildergalerie von Wappen des Fürsterzbischofs ==
<gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200">
File:Salzburg Gstättentor Innen Wappen und Inschrift.jpg|[[Wappen]] und Inschrift am [[Gstättentor]]
Datei:Portalinschrift bei der Wallfahrtskirche Dürrnberg.jpg|Portalinschrift und Wappen bei der Wallfahrtskirche Dürrnberg
</gallery>
=== weitere Bilder ===
* {{Commonscat|Marcus Sitticus of Hohenems (archbishop)}}
==Quellen==
==Quellen==
* [http://www.salzburg.info/sehenswertes_50.htm Salzburg Info]
* [http://www.salzburg.info/sehenswertes_50.htm Salzburg Info]
* [http://www.salzburgcoins.at/Landesfuersten/html/L08_sittikus.htm www.salzburgcoins.at Landesfürsten]
* {{Wikipedia-de|Markus Sittikus von Hohenems_(Salzburg)}}
{{Zeitfolge
|AMT=[[Salzburger Erzbischof]]
|ZEIT=[[1612]]–[[1619]]
|VORGÄNGER=[[Wolf Dietrich von Raitenau]]
|NACHFOLGER=[[Paris Graf von Lodron]]
}}
{{Navigationsleiste Erzbischöfe}}


[[Kategorie:Person (Geschichte)|Markus Sittikus von Hohenems]]
{{SORTIERUNG: Hohenems, Markus Sittikus von}}
[[Kategorie:Geschichte (Person)Markus Sittikus von Hohenems]]
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Erzbischof|Markus Sittikus von Hohenems]]
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
[[Kategorie:Geschichte (Person)]]
[[Kategorie:Erzdiözese]]
[[Kategorie:Geschichte (Erzdiözese)]]
[[Kategorie:Geschichte (Erzbistum)]]
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Religion]]
[[Kategorie:Person (Kirche)]]
[[Kategorie:Person (Katholische Kirche)]]
[[Kategorie:Katholische Kirche]]
[[Kategorie:Priester]]
[[Kategorie:Erzbischof]]
[[Kategorie:Zuagroaste]]
[[Kategorie:Vorarlberg]]
[[Kategorie:Geboren 1574]]
[[Kategorie:Gestorben 1619]]