Kobler-Spängler-Briefe: Unterschied zwischen den Versionen
neuer Abschnitt ~~~~ |
K →Hinweise zur Postbeförderung Salzburg - Wien um 1871 / 1872: Verweis ~~~~ |
||
| (4 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe Sammlung Otto Holzapfel 01.JPG|thumb|Die Kobler-Spängler-Briefe-Sammlung von [[Otto Holzapfel]].]] | [[Datei:Kobler-Spängler-Briefe Sammlung Otto Holzapfel 01.JPG|thumb|Die Kobler-Spängler-Briefe-Sammlung von [[Otto Holzapfel]].]] | ||
Die '''Kobler-Spängler-Briefe''' bezeichnen eine umfangreiche Briefsammlung aus dem Besitz von [Nr. 18<ref>"Nr. 18" usw. [Geschister mit Kleinbuchstabend] bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] (* [[1839]]; † [[1912]]). | |||
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe Sammlung Otto Holzapfel 02.JPG|thumb|Aus der Kobler-Spängler-Briefe-Sammlung von [[Otto Holzapfel]].]] | [[Datei:Kobler-Spängler-Briefe Sammlung Otto Holzapfel 02.JPG|thumb|Aus der Kobler-Spängler-Briefe-Sammlung von [[Otto Holzapfel]].]] | ||
== Über die Korrespondenz == | |||
Diese Sammlung wurde von [[Otto Holzapfel]] aus [[Freiburg im Breisgau]] dem [[SALZBURGWIKI]] zur Verfügung gestellt. Seit Oktober [[2025]] befindet sie sich im [[Stadtarchiv Salzburg]] mit der Bezeichnung "Sammlung Spängler-Kobler-Briefe" unter der Signatur "AT-STARSBG, PA 1564". In absehbarer Zeit wird die Korrespondenz digital im SARIS-System<ref>[https://saris.stadt-salzburg.at saris.stadt-salzburg.at]</ref>abrufbar sein. | |||
Über die Tochter von Franz II. Xaver Gregor Spängler – [Nr. 9] – Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, [Nr. 8] Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [Nr. 2] Otto Holzapfel (* [[1941]]) in Freiburg im Breisgau in [[Deutschland]]. Er hat die Originale bis auf einen Rest, der noch übertragen werden muss, 2025 dem Stadtarchiv Salzburg geschenkt (Datenstand April 2026). | |||
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe Sammlung Otto Holzapfel 03.JPG|thumb|Aus der Kobler-Spängler-Briefe-Sammlung von [[Otto Holzapfel]].]] | |||
Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [Nr. 79] [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [Nr. 39] [[Zäzilia Amalia Schlegel]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [Nr. 38] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz II. Xaver Gregor Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels gibt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni" wieder.<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich, [[Otto Holzapfel]], zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref> | Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [Nr. 79] [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [Nr. 39] [[Zäzilia Amalia Schlegel]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [Nr. 38] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz II. Xaver Gregor Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels gibt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni" wieder.<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich, [[Otto Holzapfel]], zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref> | ||
| Zeile 16: | Zeile 17: | ||
=== Franz Castelli === | === Franz Castelli === | ||
Franz ''Francesco'' Castelli<ref>In Verbindung mit "Ariernachweis" und "Ahnenpass" wird die Identität von [Nr. 78] Franz Castelli für die Familie wichtig. Aus den Belegen bei den Kobler-Spängler-Briefen ([[Kobler-Spängler-Briefe]]) [dort nicht abgedruckt] ergibt sich, dass "Rudl" Widerhofer am 27. Dezember 1938 aus Innsbruck an Franziska Spängler schreibt. Er bedankt sich für den Brief über die Ahnen, hinter denen er "wie der Geier" her ist. Selbst will er entsprechende Geburtsscheine besorgen und fragt nach "Castelli". (Die Schwester von Franzi Spängler, Toni Spängler, * 1879; † 1918, heiratete Rudolf von Widerhofer, * 1876; † 1940.) "Tante Franzi" [Nr. 9 a; Franziska Spängler] wäre eine "noch prächtigere Tante", wenn sie "den Kerl ermitteln" könnte; er fragt, ob sie irgendein Dokument hätte und bittet Grüße auch an Holzapfel auszurichten. Dazu gehört ein Brief an Franzi Spängler, Krems, Ringstr. 2, [Poststempel] 2. Oktober 1939, von Otto Dafert ([Stempel:] Dozent Dr. Otto Dafert, Wien 27, Trunnerstraße 1), mit maschinenschriftlichen Blättern und einem Brief (vergleiche [[Kobler-Spängler-Briefe]], dort nicht abgedruckt): "Wien, am 2. Oktober 1939" an Franzi [Franziska Spängler] mit der Abschrift des Taufscheines von Franz Castelli; ebenso ein Blatt von Otto [Dafert] vom 13. Februar 1939 wegen des Totenscheins von Castelli mit dem Geburtsjahr 1798; der Vater wäre Offizier gewesen. Ein Blatt liegt bei, italienisch, datiert Brescia 1939, die maschinenschriftliche Abschrift vom Taufschein "Francesco Filastro" Castelli, Sohn des Giovanni Antonio Castelli und der Rosa, Tochter des Giovanni Palini, Brescia 18. Juli 1796, ausgestellt 1939. - "Castelli" dürfte ein verbreitete Name sein. Kaum Verwandtschaft besteht mit dem [[Wien]]er Ignaz Franz Castelli (* [[1781]]; † [[1862]]), der selbst über seine Familie in ''Aus dem Leben eines Wiener Phäaken [[1781]]–[[1862]]. Die Memoiren des I. F. Castelli'' neu hrsg. von Adolf Saager, 3. Auflage, Stuttgart (o.J.), S. 37 schreibt ''Mein Name hat zwar italienischen Klang, und es wäre wohl zu vermuten, dass meine Voreltern Italiener gewesen seien, aber ich habe darüber nie etwas Gewisses erfahren können, denn mein Vater selbst wusste über seine Ahnenleiter nichts weiter, als dass sein Vater ein ehrsamer Schneidermeister in der Leopoldstadt [Wien] gewesen sei.''</ref> aus Brescia in Oberitalien, schreibt [[1821]] und [[1827]] aus Peterwardein (damals [[Habsburgermonarchie]], heute Novi Sad) in [[Serbien]] und aus (dem ebenfalls in dieser Zeit unter österreichischem Einfluss stehenden) [[Venedig]] fünf Briefe an seine Verlobte Fanny Kobler in Salzburg. Sie heiraten nicht, bleiben aber im Kontakt. Er, Landvermesser beim Militär, im "Genie Korps" (Pioniere) im Rang eines Oberleutnants, stirbt, bevor er eine Familie ernähren kann. | Franz ''Francesco'' Castelli<ref>In Verbindung mit "Ariernachweis" und "Ahnenpass" wird die Identität von [Nr. 78] Franz Castelli für die Familie wichtig. Aus den Belegen bei den Kobler-Spängler-Briefen ([[Kobler-Spängler-Briefe]]) [dort nicht abgedruckt] ergibt sich, dass "Rudl" Widerhofer am 27. Dezember 1938 aus Innsbruck an Franziska Spängler schreibt. Er bedankt sich für den Brief über die Ahnen, hinter denen er "wie der Geier" her ist. Selbst will er entsprechende Geburtsscheine besorgen und fragt nach "Castelli". (Die Schwester von Franzi Spängler, Toni Spängler, * 1879; † 1918, heiratete Rudolf von Widerhofer, * 1876; † 1940.) "Tante Franzi" [Nr. 9 a; Franziska Spängler] wäre eine "noch prächtigere Tante", wenn sie "den Kerl ermitteln" könnte; er fragt, ob sie irgendein Dokument hätte und bittet Grüße auch an Holzapfel auszurichten. Dazu gehört ein Brief an Franzi Spängler, Krems, Ringstr. 2, [Poststempel] 2. Oktober 1939, von Otto Dafert ([Stempel:] Dozent Dr. Otto Dafert, Wien 27, Trunnerstraße 1), mit maschinenschriftlichen Blättern und einem Brief (vergleiche [[Kobler-Spängler-Briefe]], dort nicht abgedruckt): "Wien, am 2. Oktober 1939" an Franzi [Franziska Spängler] mit der Abschrift des Taufscheines von Franz Castelli; ebenso ein Blatt von Otto [Dafert] vom 13. Februar 1939 wegen des Totenscheins von Castelli mit dem Geburtsjahr 1798; der Vater wäre Offizier gewesen. Ein Blatt liegt bei, italienisch, datiert Brescia 1939, die maschinenschriftliche Abschrift vom Taufschein "Francesco Filastro" Castelli, Sohn des Giovanni Antonio Castelli und der Rosa, Tochter des Giovanni Palini, Brescia 18. Juli 1796, ausgestellt 1939. - "Castelli" dürfte ein verbreitete Name sein. Kaum Verwandtschaft besteht mit dem [[Wien]]er Ignaz Franz Castelli (* [[1781]]; † [[1862]]), der selbst über seine Familie in ''Aus dem Leben eines Wiener Phäaken [[1781]]–[[1862]]. Die Memoiren des I. F. Castelli'' neu hrsg. von Adolf Saager, 3. Auflage, Stuttgart (o.J.), S. 37 schreibt ''Mein Name hat zwar italienischen Klang, und es wäre wohl zu vermuten, dass meine Voreltern Italiener gewesen seien, aber ich habe darüber nie etwas Gewisses erfahren können, denn mein Vater selbst wusste über seine Ahnenleiter nichts weiter, als dass sein Vater ein ehrsamer Schneidermeister in der Leopoldstadt [Wien] gewesen sei.''</ref> aus Brescia in Oberitalien, schreibt [[1821]] und [[1827]] aus Peterwardein (damals [[Habsburgermonarchie]], heute Novi Sad) in [[Serbien]] und aus (dem ebenfalls in dieser Zeit unter österreichischem Einfluss stehenden) [[Venedig]] fünf Briefe an seine Verlobte Fanny Kobler in Salzburg. Sie heiraten nicht, bleiben aber im Kontakt. Er, Landvermesser beim Militär, im "Genie Korps" (Pioniere) im Rang eines Oberleutnants, stirbt, bevor er eine Familie ernähren kann. | ||
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe Sammlung Otto Holzapfel 04.JPG|thumb|Aus der Kobler-Spängler-Briefe-Sammlung von [[Otto Holzapfel]].]] | |||
Castelli schreibt aus Salzburg am [[31. Dezember]] [[1820]] an [[Seraphin Kobler]]. Er beichtet dem Vater Kobler das "Unglück", den "Unfall", bittet aber, nicht nur dem "bösen Zorn" zu folgen. Nach drei Jahren erwartet er zum Hauptmann zu avancieren; er will eine zivile Stelle als Kreis-Ingenieur suchen und kann dann auch seine Familie ernähren. Im Augenblick "darf" er sich in "politischer" wie in ökonomischer Hinsicht nicht verehelichen. Ein Brief an Fanny Kobler, datiert ''Venizia 20 marzo'' [20. März 1832, im Jahr seines Todes], berichtet von seiner Krankheit. Er will nach Brescia reisen, um seine Krankheit pflegen zu lassen. Für März und April zahlt er ''16 t. C. M.'' (Taler ''courante'' Münze) ''ich wünschte der Amalia Hunderte geben zu können'', aber wegen seiner Krankheit muss er dem Arzt viel bezahlen. | Castelli schreibt aus Salzburg am [[31. Dezember]] [[1820]] an [[Seraphin Kobler]]. Er beichtet dem Vater Kobler das "Unglück", den "Unfall", bittet aber, nicht nur dem "bösen Zorn" zu folgen. Nach drei Jahren erwartet er zum Hauptmann zu avancieren; er will eine zivile Stelle als Kreis-Ingenieur suchen und kann dann auch seine Familie ernähren. Im Augenblick "darf" er sich in "politischer" wie in ökonomischer Hinsicht nicht verehelichen. Ein Brief an Fanny Kobler, datiert ''Venizia 20 marzo'' [20. März 1832, im Jahr seines Todes], berichtet von seiner Krankheit. Er will nach Brescia reisen, um seine Krankheit pflegen zu lassen. Für März und April zahlt er ''16 t. C. M.'' (Taler ''courante'' Münze) ''ich wünschte der Amalia Hunderte geben zu können'', aber wegen seiner Krankheit muss er dem Arzt viel bezahlen. | ||
| Zeile 38: | Zeile 41: | ||
Großmutter [Nr. 79] [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]], "Höllbräuin" in der Stadt Salzburg und Besitzerin des Gasthauses [[Höllbräu]] (heute [[Hotel Altstadt Radisson Blu]]), wechselt über viele Jahre hinweg Briefe mit ihrer Enkelin Fanni. In diesen Briefen ist viel von "Gesundheit", "Tod im Kindbett" usw. die Rede. Das ist nicht zufällig und nicht nur allgemeines Gesprächstema der Zeit, sondern auf die besondere Beziehung beider Frauen zueinander zurückzuführen. Zumeist geht es jedoch (später) um Alltagsdinge, um familiäre Nachrichten und um Grüße. | Großmutter [Nr. 79] [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]], "Höllbräuin" in der Stadt Salzburg und Besitzerin des Gasthauses [[Höllbräu]] (heute [[Hotel Altstadt Radisson Blu]]), wechselt über viele Jahre hinweg Briefe mit ihrer Enkelin Fanni. In diesen Briefen ist viel von "Gesundheit", "Tod im Kindbett" usw. die Rede. Das ist nicht zufällig und nicht nur allgemeines Gesprächstema der Zeit, sondern auf die besondere Beziehung beider Frauen zueinander zurückzuführen. Zumeist geht es jedoch (später) um Alltagsdinge, um familiäre Nachrichten und um Grüße. | ||
Nachstehend einige Beispiele aus der umfangreichen Korrespondenz, die hier im SALZBURGWIKI, aufgeteilt auf mehrerer Artikel (siehe Navigationsleiste am Ende dieses Artikels), nachzulesen ist. | == Beispiele aus der umfangreichen Korrespondenz == | ||
Nachstehend einige Beispiele aus der umfangreichen Korrespondenz, die hier im [[SALZBURGWIKI]], aufgeteilt auf mehrerer Artikel (siehe Navigationsleiste am Ende dieses Artikels), nachzulesen ist. | |||
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe.jpg|thumb|Aus der Kobler-Spängler-Briefe-Sammlung von [[Otto Holzapfel]].]] | |||
=== Brief vom 19. April 1872 von Fanny Kobler an Fanni Spängler === | |||
Papier mit Prägedruck "englisches Staatswappen" | Papier mit Prägedruck "englisches Staatswappen" | ||
''Salzburg 19. 4. 1872: Dank für Zeilen aus Kufstein, aber das sind wenig Nachrichten, von allen Seiten wird gefragt, "wo ihr seit, und wie es Euch geht"''. Die Großmutter beklagt sich über fehlende Nachrichten, "''es hat mich sehr geschmerzt, dein Mann zeigt dir alle Naturschönheiten, "ein ganz kleines Plätzchen in deinem Herzen gehört auch noch mir, so hab ich mir gedacht. [...] Seit mehreren Tagen rüstet sich alles zum Ball der Morgen stattfinden wird. Mina hat ein gelbes Seidenkleid mit weisen Oberkleid, die Lida'' [Guttenberg] ''ein Rosakleid. Es sind über 600 Personen geladen. [...] Die Arigler'' ([[Arrigler]]) ''Lina ist Braut von Hr. Hager der von Arigler das Geschäft gekauft hat. [...] Lebet wohl und vergnügt bis wir uns in Mödling treffen, Gott erhalten uns gesund, dieß ist der innigste Wunsch deiner dich liebenden Großmutter Fanni.'' | ''Salzburg 19. 4. 1872: Dank für Zeilen aus Kufstein, aber das sind wenig Nachrichten, von allen Seiten wird gefragt, "wo ihr seit, und wie es Euch geht"''. Die Großmutter beklagt sich über fehlende Nachrichten, "''es hat mich sehr geschmerzt, dein Mann zeigt dir alle Naturschönheiten, "ein ganz kleines Plätzchen in deinem Herzen gehört auch noch mir, so hab ich mir gedacht. [...] Seit mehreren Tagen rüstet sich alles zum Ball der Morgen stattfinden wird. Mina hat ein gelbes Seidenkleid mit weisen Oberkleid, die Lida'' [Guttenberg] ''ein Rosakleid. Es sind über 600 Personen geladen. [...] Die Arigler'' ([[Arrigler]]) ''Lina ist Braut von Hr. Hager der von Arigler das Geschäft gekauft hat. [...] Lebet wohl und vergnügt bis wir uns in Mödling treffen, Gott erhalten uns gesund, dieß ist der innigste Wunsch deiner dich liebenden Großmutter Fanni.'' | ||
<hr> | <hr> | ||
=== Brief vom 14. Dezember 1872 von Fanny Kobler an Fanni Spängler === | |||
''Salzburg am 14te Dez: 1872. Liebe Fanni! Dießmal muß ich deinen Brief gleich beantworten, damit du nicht zweifeln darfst ob ich euch beherbergen werde. Wie, und warum du, daran auch nur einen Augenblick zweifeln konntest, weis ich nicht. Ich habe nur zu ein paar Bekante mich geäußert, das wenn ihr im Winter kommt es mir recht leid thut, weil ich euch zum schlafen kein geheiztes Zimmer geben kann, das hab ich auch zu Franzens Mutter gesagt. Wenn es die Geschäfte deines Mannes erlauben, o, so komt nur meine Lieben die alte Großmutter hat große Sensucht euch einmal wieder zu seh’n. – Die Feyertage werden ja doch keine Verhandlungen sein, und so gebe ich mich der Hoffnung hin, euch gewiß zu seh’n. Die Lida'' [Guttenberg; Freundin] ''hab ich nur einmal gesprochen, solang sie jetzt in Salzburg ist, jezt hat sie die Nani schon 8 Tage die Winterkleidung zusammenzurichten. Hast du dir ein schwarzes Tuchkleid gekauft, oder nur eine Ueberschosse [?] und eine Jage'' [Jacke] ''. Die meisten Mädchen bey uns, haben Ansetze von Sammt wenn es aber nicht ein schönes Sammt ist gefallen sie mir viel weniger als von Tuch. Der Walli<ref>Walburga Schneeberger, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-st-andrae/TRB6/?pg=255 Trauungsbuch der Pfarre Salzburg-St. Andrä, Band VI, S. 245.]</ref> ihre Hochzeit wird den 25.ten Januar sein. Erlach Robert ist Brautführer und Ida'' [Schlögelhofer] ''eine von die Kranzjungfraun. Die Schwester der Haßseck [?] die Mari hat den 20.te Hochzeit mit Herrn Mößer<ref>Karl Möser, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-st-blasius/TRB3/?pg=122 Trauungsbuch der Pfarre Salzburg-St. Blasius, Band III, S. 119.]</ref>, der einmal die Schneeberger hat heurathen wollen, er ist Braumeister in Steuer [Steyr]; die [[Laschenzky|Laschenzki]] welche dich herzlich grüß, hat zwey Hochzeiten in einer Woche. Das deine Wirthschaft so gut geht freud mich sehr, aller Anfang ist schwer, besonders wenn man fremd ist, ich habe auch gar nicht gezweifelt, das es so werden wird, wenn du länger in Mödling bist. Was deine Geschwister betrift mußt du entweder jeden etwas geben, oder keinen nichts [!], ich glaube es'' [ist] ''nicht notwendig ihnen etwas zu geben. Die schönen Tage sind jetzt bey uns vorüber, 2 Tag haben wir Schnee und kalt. Wenn es zur Reise kommt wie ich hoffe, zieht euch ja recht warm an. Jedenfalls sey so gut ein paar Tage früher es mir wißen zu lassen wann ihr eintrefft. Lebe recht wohl, grüße deinen Mann von mir herzlich, es ist auch für ihn wohlthuent einige Tage'' [fehlt wohl: Ferien] ''zu mach’n. Erfreue bald mit einer angenehmen Antwort deine dich liebende Großmutter Fanni Kobler. – Alle Bekanten grüßen dich herzlich Deinen Brief hab ich erst den 12.te erhalten'' | ''Salzburg am 14te Dez: 1872. Liebe Fanni! Dießmal muß ich deinen Brief gleich beantworten, damit du nicht zweifeln darfst ob ich euch beherbergen werde. Wie, und warum du, daran auch nur einen Augenblick zweifeln konntest, weis ich nicht. Ich habe nur zu ein paar Bekante mich geäußert, das wenn ihr im Winter kommt es mir recht leid thut, weil ich euch zum schlafen kein geheiztes Zimmer geben kann, das hab ich auch zu Franzens Mutter gesagt. Wenn es die Geschäfte deines Mannes erlauben, o, so komt nur meine Lieben die alte Großmutter hat große Sensucht euch einmal wieder zu seh’n. – Die Feyertage werden ja doch keine Verhandlungen sein, und so gebe ich mich der Hoffnung hin, euch gewiß zu seh’n. Die Lida'' [Guttenberg; Freundin] ''hab ich nur einmal gesprochen, solang sie jetzt in Salzburg ist, jezt hat sie die Nani schon 8 Tage die Winterkleidung zusammenzurichten. Hast du dir ein schwarzes Tuchkleid gekauft, oder nur eine Ueberschosse [?] und eine Jage'' [Jacke] ''. Die meisten Mädchen bey uns, haben Ansetze von Sammt wenn es aber nicht ein schönes Sammt ist gefallen sie mir viel weniger als von Tuch. Der Walli<ref>Walburga Schneeberger, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-st-andrae/TRB6/?pg=255 Trauungsbuch der Pfarre Salzburg-St. Andrä, Band VI, S. 245.]</ref> ihre Hochzeit wird den 25.ten Januar sein. Erlach Robert ist Brautführer und Ida'' [Schlögelhofer] ''eine von die Kranzjungfraun. Die Schwester der Haßseck [?] die Mari hat den 20.te Hochzeit mit Herrn Mößer<ref>Karl Möser, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-st-blasius/TRB3/?pg=122 Trauungsbuch der Pfarre Salzburg-St. Blasius, Band III, S. 119.]</ref>, der einmal die Schneeberger hat heurathen wollen, er ist Braumeister in Steuer [Steyr]; die [[Laschenzky|Laschenzki]] welche dich herzlich grüß, hat zwey Hochzeiten in einer Woche. Das deine Wirthschaft so gut geht freud mich sehr, aller Anfang ist schwer, besonders wenn man fremd ist, ich habe auch gar nicht gezweifelt, das es so werden wird, wenn du länger in Mödling bist. Was deine Geschwister betrift mußt du entweder jeden etwas geben, oder keinen nichts [!], ich glaube es'' [ist] ''nicht notwendig ihnen etwas zu geben. Die schönen Tage sind jetzt bey uns vorüber, 2 Tag haben wir Schnee und kalt. Wenn es zur Reise kommt wie ich hoffe, zieht euch ja recht warm an. Jedenfalls sey so gut ein paar Tage früher es mir wißen zu lassen wann ihr eintrefft. Lebe recht wohl, grüße deinen Mann von mir herzlich, es ist auch für ihn wohlthuent einige Tage'' [fehlt wohl: Ferien] ''zu mach’n. Erfreue bald mit einer angenehmen Antwort deine dich liebende Großmutter Fanni Kobler. – Alle Bekanten grüßen dich herzlich Deinen Brief hab ich erst den 12.te erhalten'' | ||
<hr> | <hr> | ||
=== Brief vom 27. Juli 1874 von Fanny Kobler an Fanni Spängler === | |||
''27. 7. 1874 Liebe Fanni! Alle Bekanten grüßen euch. Hast du die Laurey [?] nie besucht? Weis dein Mann nicht wo er angestellt ist. – Ich sollte dich ein wenig auszanken, weil ich seyd den 14ten Juni keine Nachricht auf meine zwey Briefe erhalten habe, und mir gar kein Hinternüß denken konnte. Ich hätte so gerne die mir zugeschückten Kleider in Ordnung gebracht; weil der Vater vom K. Beringer könnt mit deinem Bruder Karl in Schweiz gehn wird, und ich weder hörte, das er Verschiedenes zu der Reise benötiget, besonders ein Beinkleid. Du kannst dir denken das die Mutter [und] der Karl über Euer Geschänck erfreud warn. Auch den Vater hat es gefreud das du an Karl gedacht hast. Das schwarze Beinkleid hab ich für Hinterholzer behalten. [...] besonders ist dein Vater wie ich entschieden dagegen das du die Zimmer bürsten thust, er sagt, solche Arbeiten muß man gewöhnt seyn, es könnte für dich üble Folgen haben, da deine Brust nicht so stark ist. In Mödling gibt es gewiß einen Zimmerputzer, wenn du alle 14 Tage einen kommen läßt, der dir auch zu gleich die Teppiche ausstaubt ist es oft genug, und diese Auslage wird schon zu bestreiten sein, um sich der Gefahr […] böse Folgen auszusetzen. Ich bitte dich, mich bald darüber zu beruhigen, das du dein Zimmer nicht mehr sebst bürsten wilst. So viel Geschück im Kleider machen hab ich dir fast nicht zugetraut das du dich auch über Männer Kleidungs-Stücke wagst. – Da muß dir dein Mann schon ein gutes Trinkgeld gegeben haben. – [...] und sträng dich nicht so sehr an. Dieß wünscht und erwarthet deine Großmutter Fanni.'' | ''27. 7. 1874 Liebe Fanni! Alle Bekanten grüßen euch. Hast du die Laurey [?] nie besucht? Weis dein Mann nicht wo er angestellt ist. – Ich sollte dich ein wenig auszanken, weil ich seyd den 14ten Juni keine Nachricht auf meine zwey Briefe erhalten habe, und mir gar kein Hinternüß denken konnte. Ich hätte so gerne die mir zugeschückten Kleider in Ordnung gebracht; weil der Vater vom K. Beringer könnt mit deinem Bruder Karl in Schweiz gehn wird, und ich weder hörte, das er Verschiedenes zu der Reise benötiget, besonders ein Beinkleid. Du kannst dir denken das die Mutter [und] der Karl über Euer Geschänck erfreud warn. Auch den Vater hat es gefreud das du an Karl gedacht hast. Das schwarze Beinkleid hab ich für Hinterholzer behalten. [...] besonders ist dein Vater wie ich entschieden dagegen das du die Zimmer bürsten thust, er sagt, solche Arbeiten muß man gewöhnt seyn, es könnte für dich üble Folgen haben, da deine Brust nicht so stark ist. In Mödling gibt es gewiß einen Zimmerputzer, wenn du alle 14 Tage einen kommen läßt, der dir auch zu gleich die Teppiche ausstaubt ist es oft genug, und diese Auslage wird schon zu bestreiten sein, um sich der Gefahr […] böse Folgen auszusetzen. Ich bitte dich, mich bald darüber zu beruhigen, das du dein Zimmer nicht mehr sebst bürsten wilst. So viel Geschück im Kleider machen hab ich dir fast nicht zugetraut das du dich auch über Männer Kleidungs-Stücke wagst. – Da muß dir dein Mann schon ein gutes Trinkgeld gegeben haben. – [...] und sträng dich nicht so sehr an. Dieß wünscht und erwarthet deine Großmutter Fanni.'' | ||
<hr> | <hr> | ||
=== Brief vom 22. Dezember 1875 von Fanny Kobler an Fanni Spängler === | |||
''22. 12. 1875 Liebe Fanni! Es ist gerade 11 Uhr Mittag und ich habe das Kistl wo sich die kleine Ausstat[t]ung für euer kleines Kind befindet den Eillgut übergeben. Morgen wirst du es in Haus gestellt erhalten. ich hoffe das Christkind wird euch'' [erreichen] ''du kannst es glauben liebe Fanni es hat mir viele Mühe und Sorge gemach alles zusammen zu bringen. Ich habe es mit Freuden gethan. Wenn Gott mir die Gnade schänkt das kleine Wesen an mein Herz zu drücken und ihm den Urgroßmütterlichen Kuß zu geben, bin'' [ich] ''für alles belohnt. Du wirst sehn wie mit Mühe und Sorge für das kleine Wuzi wächst, nur meine ich immer es wird dir zu viel werden ohne Magd, weil dir dir schlaflosen Nächt oft Müdigkeit und Unwohlsein bereitet gemacht haben, und auch für das Geschäft deines Franzes beschwerlich ist. Doch wenn der liebe Gott dem ich täglich inig bitte Gesundheit schänkt, wirst du dich schon daran gewöhnen, die Lieb überwindet alles. Der Güttig Gott schänke dir an Geist und Korper ein gesunds Kind. Ich brauche dir nicht erst zu sagen wie gern ich dir in den Wochenbett zur Seite gestanden wäre und alles überwacht hätte. Doch ich weis ja die gute Mutter'' [Spängler, geb. Lürzer] ''bey dir die ja Sorgsam, lieb und gut ist, Gott möge ihrr Gesundheit schänken. Wie wird sich dein guter Mann freuen das kleine Püpchen auf seinen Arm zu tragen und auf seinen Knien zu schaukeln. Euer Leben wird jetzt ein ganz anderes sein. Eine Kinderlose Ehe wird mit den Jahren zu Monoton, es fehl dem Leben an Jntreße'' [Interesse] ''. Nun liebe Fanni hab ich einmal über das was uns beyde so sehr intresiert sprächen können nach dem ich mich schon lange gesähnt habe. Heute hab ich gerade die Lichte für meine Augen da ich mehr sehe als gewöhnlich. Ich füge daher dem besten Wunsch zum freudigen Christkind, dem aufrichtigen herzlichen Wunsch bey zum Neuenjahr bey, Gott wolle uns Gesundheit und ein Wiedersehn verleihn. – Meine Gesundheit hat sich viel gebessert, doch frey bin ich von meinen Magenklopfen nicht, aber ich darf doch wieder etwas mehr genießen, und es dauert nicht 4-5 Stunden lang. Ich danke dir für den Stoff den du mir hast färben lassen er gefählt mir gut, was daraus wird, weis ich noch nicht. Die Näherin ist im Spital bedenklich krank, wenn sie wieder besser wird, werden ihr die 3 [[Gulden|fl]] zur Erholung recht wohl thun. Ida welche dich vielmals grüßt, ist jetzt recht beschäftigt. sie geht in 3-4 Häuser wo sie Kleider macht, man ist mit ihr zufrieden, da muß von 4 ½ Uhr bis 7 ½ Uhr fleißig nähn, und kann nicht davon laufen. Gestern war sie den ganzen Tag bey mir, da haben wir die Kindswäsche geordnet und zusammen gebunden, es hat ihr Freude gemacht, es thun zu dürfen. Jetzt muß ich schlüßen eds wird schon dunkl die Augen versagen mir ihrn Dienst. Ich meine du sollst die Wäsche wenn du selbr gesehn hast in der Küste lassen, du darfst nur einen Tepich darunter legen, da kanst du sie in jeden Zimmer stehn lassen. Grüße die Rosi, ich hoffe das Mieder wird recht sein Lebe recht wohl es umarmt Euch beyde Euere Großmutter Fanni.'' | ''22. 12. 1875 Liebe Fanni! Es ist gerade 11 Uhr Mittag und ich habe das Kistl wo sich die kleine Ausstat[t]ung für euer kleines Kind befindet den Eillgut übergeben. Morgen wirst du es in Haus gestellt erhalten. ich hoffe das Christkind wird euch'' [erreichen] ''du kannst es glauben liebe Fanni es hat mir viele Mühe und Sorge gemach alles zusammen zu bringen. Ich habe es mit Freuden gethan. Wenn Gott mir die Gnade schänkt das kleine Wesen an mein Herz zu drücken und ihm den Urgroßmütterlichen Kuß zu geben, bin'' [ich] ''für alles belohnt. Du wirst sehn wie mit Mühe und Sorge für das kleine Wuzi wächst, nur meine ich immer es wird dir zu viel werden ohne Magd, weil dir dir schlaflosen Nächt oft Müdigkeit und Unwohlsein bereitet gemacht haben, und auch für das Geschäft deines Franzes beschwerlich ist. Doch wenn der liebe Gott dem ich täglich inig bitte Gesundheit schänkt, wirst du dich schon daran gewöhnen, die Lieb überwindet alles. Der Güttig Gott schänke dir an Geist und Korper ein gesunds Kind. Ich brauche dir nicht erst zu sagen wie gern ich dir in den Wochenbett zur Seite gestanden wäre und alles überwacht hätte. Doch ich weis ja die gute Mutter'' [Spängler, geb. Lürzer] ''bey dir die ja Sorgsam, lieb und gut ist, Gott möge ihrr Gesundheit schänken. Wie wird sich dein guter Mann freuen das kleine Püpchen auf seinen Arm zu tragen und auf seinen Knien zu schaukeln. Euer Leben wird jetzt ein ganz anderes sein. Eine Kinderlose Ehe wird mit den Jahren zu Monoton, es fehl dem Leben an Jntreße'' [Interesse] ''. Nun liebe Fanni hab ich einmal über das was uns beyde so sehr intresiert sprächen können nach dem ich mich schon lange gesähnt habe. Heute hab ich gerade die Lichte für meine Augen da ich mehr sehe als gewöhnlich. Ich füge daher dem besten Wunsch zum freudigen Christkind, dem aufrichtigen herzlichen Wunsch bey zum Neuenjahr bey, Gott wolle uns Gesundheit und ein Wiedersehn verleihn. – Meine Gesundheit hat sich viel gebessert, doch frey bin ich von meinen Magenklopfen nicht, aber ich darf doch wieder etwas mehr genießen, und es dauert nicht 4-5 Stunden lang. Ich danke dir für den Stoff den du mir hast färben lassen er gefählt mir gut, was daraus wird, weis ich noch nicht. Die Näherin ist im Spital bedenklich krank, wenn sie wieder besser wird, werden ihr die 3 [[Gulden|fl]] zur Erholung recht wohl thun. Ida welche dich vielmals grüßt, ist jetzt recht beschäftigt. sie geht in 3-4 Häuser wo sie Kleider macht, man ist mit ihr zufrieden, da muß von 4 ½ Uhr bis 7 ½ Uhr fleißig nähn, und kann nicht davon laufen. Gestern war sie den ganzen Tag bey mir, da haben wir die Kindswäsche geordnet und zusammen gebunden, es hat ihr Freude gemacht, es thun zu dürfen. Jetzt muß ich schlüßen eds wird schon dunkl die Augen versagen mir ihrn Dienst. Ich meine du sollst die Wäsche wenn du selbr gesehn hast in der Küste lassen, du darfst nur einen Tepich darunter legen, da kanst du sie in jeden Zimmer stehn lassen. Grüße die Rosi, ich hoffe das Mieder wird recht sein Lebe recht wohl es umarmt Euch beyde Euere Großmutter Fanni.'' | ||
<hr> | <hr> | ||
=== Brief vom 21. Februar 1876 von Ida Schlögelhofer und Fanny Kobler an Fanni Spängler === | |||
Ida [eine Freundin von Fanni, verh. Schlögelhofer] und "Großmutter", Fanny Kobler, an Fanni Spängler: Salzburg den 21/2 [1]876./ ''Liebe gute Fanni! Gestern war die Mutter bei der Großmutter wo sie ihr mitteilte, das sie am 29ten Feber'' [Februar] ''abreisen wird, um Euch alle außer Sorge zu bringen, wir wünschen nur das es alles recht glüklich vorüber geht, dieß bitten wir den lieben Gott innig, u. ich und Großmutter freuen uns ebenso auf dein Wuzi [Kind] wie du dich u. Franzl, u. wie sehr würde es Großm.''[utter] ''freuen diesen kleinen Weltbürger in ihre Arme schließen zu können. Großm. lässt dich bitten wenn der große Akt vorüber ist ihr gleich zu telegrafieren'' [darüber mit Fannys Schrift:] ''Dem Papi viele Grüße. Thomas grüßt Dich.'' ''u. die ersten 9 Tage ih täglich durch Telegramm wißen zu laßen wie es Dir u. dem kleinen Wuzi geht, sei nur muthig liebe Fanni, der Allmächtige zur dem Deine Großmutter täglich bettet wird Dich gewiß wieder bald gesund hervorgehen laßen, u. Dir Dein kleines Wuzerl auch recht gesund erhalten./ Die Großm. wird die Rechnung schon bald in Ordnung bringen, du sollst nur bald schreiben, was du für Wien ausgelegt hast./ Also liebe Fanni ich schließe auch dem Briefe meinen herzlichsten Dank an für die Besorgung der Franzen, u. Großmutter wird Dir den Betrag durch die Mutter'' [Spängler] ''überschiken, dem ich ihr am 12te Febr. übergab, ich danke Dir noch vielmals dafür, das du mir so lange zugewartet hast. An Franzl von uns herzliche Grüße, u. Großm. läßt ihm sagen er soll nur recht standhaft sein, es ist Dir auch eine Erleichterung./ Nun lebe wol liebe Fanni nächstens ein ausfürlicherer Brief, sei herzlich geküßt u. gegrüßt, von Deiner Freundin Ida u. Großmutter.'' / [Fanny Koblers, 1796-1886, eigene Schrift:] ''Liebe Fanni! Wie mich das glüklich macht heute 8 Tag dich in Geselschaft der guten Mutter'' [Spängler] ''und erfahrene Frau zu wissen kann ich dir nicht beschreiben, nach dem dein Befinden Gott sey Dank immer so gut als es unter diesen Umständen seyn kann ist, so wird alles gut vorüber geh’n. Mein Befinden ist zimmlich gut, daher kannst du auch in dieser Beziehung ruhig sein. Laschanzki'' [Laschensky] ''seine Frau wird auch schon im März entbunden; es'' [geht] ''gut soviel ich von seiner Mutter höre welche dich vielmals grüßen läßt. Frau v: Bauernfeind'' [Paurnfeind] ''ist von Reumatischenschmerz im Fuß schon 8 Wochen im Bett. Wenn dein Wuzl Gethauft und eingewikelt ist, so'' [gib ihm] ''einen lan lange[n], lange[n] Kuß von mir, was würde ich darum geben wenn ich bey euch sein könnte. Lebe wohl liebe Fanni, grüße deinen Mann. Meine Augen erlauben mir nicht länger zu schreiben. Fanni.'' | Ida [eine Freundin von Fanni, verh. Schlögelhofer] und "Großmutter", Fanny Kobler, an Fanni Spängler: Salzburg den 21/2 [1]876./ ''Liebe gute Fanni! Gestern war die Mutter bei der Großmutter wo sie ihr mitteilte, das sie am 29ten Feber'' [Februar] ''abreisen wird, um Euch alle außer Sorge zu bringen, wir wünschen nur das es alles recht glüklich vorüber geht, dieß bitten wir den lieben Gott innig, u. ich und Großmutter freuen uns ebenso auf dein Wuzi [Kind] wie du dich u. Franzl, u. wie sehr würde es Großm.''[utter] ''freuen diesen kleinen Weltbürger in ihre Arme schließen zu können. Großm. lässt dich bitten wenn der große Akt vorüber ist ihr gleich zu telegrafieren'' [darüber mit Fannys Schrift:] ''Dem Papi viele Grüße. Thomas grüßt Dich.'' ''u. die ersten 9 Tage ih täglich durch Telegramm wißen zu laßen wie es Dir u. dem kleinen Wuzi geht, sei nur muthig liebe Fanni, der Allmächtige zur dem Deine Großmutter täglich bettet wird Dich gewiß wieder bald gesund hervorgehen laßen, u. Dir Dein kleines Wuzerl auch recht gesund erhalten./ Die Großm. wird die Rechnung schon bald in Ordnung bringen, du sollst nur bald schreiben, was du für Wien ausgelegt hast./ Also liebe Fanni ich schließe auch dem Briefe meinen herzlichsten Dank an für die Besorgung der Franzen, u. Großmutter wird Dir den Betrag durch die Mutter'' [Spängler] ''überschiken, dem ich ihr am 12te Febr. übergab, ich danke Dir noch vielmals dafür, das du mir so lange zugewartet hast. An Franzl von uns herzliche Grüße, u. Großm. läßt ihm sagen er soll nur recht standhaft sein, es ist Dir auch eine Erleichterung./ Nun lebe wol liebe Fanni nächstens ein ausfürlicherer Brief, sei herzlich geküßt u. gegrüßt, von Deiner Freundin Ida u. Großmutter.'' / [Fanny Koblers, 1796-1886, eigene Schrift:] ''Liebe Fanni! Wie mich das glüklich macht heute 8 Tag dich in Geselschaft der guten Mutter'' [Spängler] ''und erfahrene Frau zu wissen kann ich dir nicht beschreiben, nach dem dein Befinden Gott sey Dank immer so gut als es unter diesen Umständen seyn kann ist, so wird alles gut vorüber geh’n. Mein Befinden ist zimmlich gut, daher kannst du auch in dieser Beziehung ruhig sein. Laschanzki'' [Laschensky] ''seine Frau wird auch schon im März entbunden; es'' [geht] ''gut soviel ich von seiner Mutter höre welche dich vielmals grüßen läßt. Frau v: Bauernfeind'' [Paurnfeind] ''ist von Reumatischenschmerz im Fuß schon 8 Wochen im Bett. Wenn dein Wuzl Gethauft und eingewikelt ist, so'' [gib ihm] ''einen lan lange[n], lange[n] Kuß von mir, was würde ich darum geben wenn ich bey euch sein könnte. Lebe wohl liebe Fanni, grüße deinen Mann. Meine Augen erlauben mir nicht länger zu schreiben. Fanni.'' | ||
<hr><br /> | <hr><br /> | ||
| Zeile 84: | Zeile 91: | ||
Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, [[1871]], über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen weniger die direkte Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so nahen) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen Nähe und Ferne, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des [[19. Jahrhundert]]s, liegt der Reiz dieser Briefe. | Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, [[1871]], über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen weniger die direkte Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so nahen) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen Nähe und Ferne, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des [[19. Jahrhundert]]s, liegt der Reiz dieser Briefe. | ||
=== Originale im "Familienarchiv" Otto Holzapfel === | === Originale im "Familienarchiv" Otto Holzapfel === | ||
| Zeile 93: | Zeile 97: | ||
Weitere Briefe vor allem zwischen [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] (* [[1839]] in der Stadt Salzburg; † [[1912]] in Krems) und seiner Ehefrau Franziska Maria Amalia Schlegel, "Fanni" (* [[1848]] in der Stadt Salzburg; † [[1905]] in Krems; die Tochter von [[Richard Franz Schlegel]] aus der ersten Ehe) = Sosa 19, von Antonia Spängler = Sosa 37, geb. [[Lürzer von Zechenthal]] an den Sohn, vom Bruder [[Otto Spängler]] = Sosa 18 a, sind noch nicht übertragen worden. – Zusammenfassendes über die Familien ist mit "'''#Name'''" markiert (im Anschluss an die Briefe). | Weitere Briefe vor allem zwischen [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] (* [[1839]] in der Stadt Salzburg; † [[1912]] in Krems) und seiner Ehefrau Franziska Maria Amalia Schlegel, "Fanni" (* [[1848]] in der Stadt Salzburg; † [[1905]] in Krems; die Tochter von [[Richard Franz Schlegel]] aus der ersten Ehe) = Sosa 19, von Antonia Spängler = Sosa 37, geb. [[Lürzer von Zechenthal]] an den Sohn, vom Bruder [[Otto Spängler]] = Sosa 18 a, sind noch nicht übertragen worden. – Zusammenfassendes über die Familien ist mit "'''#Name'''" markiert (im Anschluss an die Briefe). | ||
==== "Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co" ==== | ==== "Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co" ==== | ||
Gertrude Maier schrieb [[1973]] eine Wiener Dissertation über die "Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co". Sie weist darauf hin, dass die Spängler Bank ([[Spänglerbank]]) die älteste, noch bestehende Privatbank in Österreich ist. Sie wächst nach einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs in Salzburg im 19. Jahrhundert heran. [[Salzburg unter Napoleon|Napoleonische Truppen haben Salzburg]] [[1809]] besetzt; es gibt auch eine Einquartierung im Hause Spängler. Der Krieg bedingt einen erheblichen Rückgang des Handels (u. a. durch die Zollgrenze zum [[Herzogtum Bayern]]), und die Einwohnerzahlen sinken bis um 1830. Erst danach gibt es eine langsame Erholung, der dann auch den [[Fremdenverkehr]] einschließt, und z. B. ab [[1842]] gibt es jährliche [[Mozartfest]]e, welche auch von der Spängler-Bank gefördert werden. | Gertrude Maier schrieb [[1973]] eine Wiener Dissertation über die "Geschichte des Bankhauses Carl Spängler & Co". Sie weist darauf hin, dass die Spängler Bank ([[Spänglerbank]]) die älteste, noch bestehende Privatbank in Österreich ist. Sie wächst nach einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs in Salzburg im 19. Jahrhundert heran. [[Salzburg unter Napoleon|Napoleonische Truppen haben Salzburg]] [[1809]] besetzt; es gibt auch eine Einquartierung im Hause Spängler. Der Krieg bedingt einen erheblichen Rückgang des Handels (u. a. durch die Zollgrenze zum [[Herzogtum Bayern]]), und die Einwohnerzahlen sinken bis um 1830. Erst danach gibt es eine langsame Erholung, der dann auch den [[Fremdenverkehr]] einschließt, und z. B. ab [[1842]] gibt es jährliche [[Mozartfest]]e, welche auch von der Spängler-Bank gefördert werden. | ||
| Zeile 103: | Zeile 105: | ||
==== Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz ==== | ==== Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz ==== | ||
Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, [[1871]], über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen nicht so sehr Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist [für mich] schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so ‚nahen’) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen ‚Nähe’ und ‚Ferne’, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des 19. Jahrhunderts, liegt m. E. der Reiz der Briefe. – An vielen Stellen werden wir nachdenklich, z. B. in Fragen der Erziehung der Kinder: Wie kann man etwa einem zögernden Mädchen von acht Jahren in der ersten Schwimmstunde ‚Feigheit’ vorwerfen und ernsthaft darüber diskutieren? | Die vorliegenden Briefe sind Alltagskorrespondenz (z. B. auch die beiden Briefe der Mutter Spängler an ihren Sohn Franz, [[1871]], über Heiratsaussichten und Hochzeitsvorbereitungen). Die Briefe betreffen nicht so sehr Salzburger Stadtgeschichte, obwohl uns weitere Details zur Erklärung willkommen wären. Das Verständnis mancher Einzelheiten ist [für mich] schwer zu rekonstruieren, und einige (zumeist nebensächliche) Fragen bleiben offen. Die Briefe stellen Zeitzeugnisse dar, welche zwar nicht unabhängig von einem Kontext zu verstehen sind, aber auf ihre Weise Einblicke in die Mentalität unserer entfernten (und in manchen Dingen doch so ‚nahen’) Vorfahren bieten. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen ‚Nähe’ und ‚Ferne’, zwischen Vertrautheit mit den angesprochenen menschlichen Problemen und Entfremdung vom Zeitstil des 19. Jahrhunderts, liegt m. E. der Reiz der Briefe. – An vielen Stellen werden wir nachdenklich, z. B. in Fragen der Erziehung der Kinder: Wie kann man etwa einem zögernden Mädchen von acht Jahren in der ersten Schwimmstunde ‚Feigheit’ vorwerfen und ernsthaft darüber diskutieren? Die Großmutter von Otto Holzapfel, Johanna Spängler (* [[1882]] ; † [[1973]]), verheiratet mit Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), wohnte in Krems an der Donau und in [[Unterach am Attersee]]; sie ist bei einem der letzten der übertragenen Briefe, [[1897]], gerade fünfzehn Jahre alt. Gertraud Saska (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet mit Hellmut Saska (* [[1911]]; † [[2002]]), Krems, ist eine Tochter dieser Johanna Holzapfel und meine<ref>des Autors Otto Holzapfel</ref> Tante. Von ihr und aus ihrem Nachlass habe ich diese Briefe. | ||
== Hinweise zur Postbeförderung aus den Kobler-Spängler-Briefen == | == Hinweise zur Postbeförderung aus den Kobler-Spängler-Briefen == | ||
| Zeile 109: | Zeile 111: | ||
=== Allgemeines zur Post === | === Allgemeines zur Post === | ||
Bis in die Neuzeit gab es Botendienste z. B. großer Städte und einzelner Universitäten. Handelshäuser unterhielten länderübergreifende Kaufmannspost, moderne Staaten organisierten staatliche Stafettenreiter. Die Postwege mit festen Kursen von Kutschen (und Poststellen für den Pferdewechsel) waren allerdings lange Zeit für den privaten Briefverkehr gesperrt. Erst "um 1800 waren alle mitteleuropäischen Städte durch regelmäßige Postverbindungen miteinander verbunden."<ref>Vgl. Wikipedia.de "Geschichte der Post" [Zugriff: März 2021]</ref> Der (heutige) "Gasthof Spanglerhof Albergo" bzw. "Spanglwirt" in Sand in Taufers in Südtirol hatte große Stallungen für die Saumtiere (siehe auch: [[Handel (historisch)]]) für den Handel zwischen Salzburg und [[Venedig]]. Es war das Stammhaus der nach Salzburg ausgewanderten Familie [[Spängler]] (siehe auch zu: [[Franz Anton Spangler]]). Ein Bruder des Georg Spängler, Mathias Spängler [Spangler], war wahrscheinlich Kaufmann in Venedig. Genannt werden auch<ref>nach [[Franz Valentin Zillner]], ''Geschichte der Stadt Salzburg'', Bd. 2, Salzburg 1890, S. 315; dort wiederum nach anderer Quelle</ref> die Venezianer Kaufleute Matthäus Spángler, gest. 1.8.1767, und Johannes Spángler, gest. 9.8.1783, 67 Jahre alt. Als Taufpate zu Franz Josef Spängler wird 1758 ein "Joh. Matthias Spängler mercator in Venetia" genannt. | Bis in die [[Neuzeit]] gab es Botendienste z. B. großer Städte und einzelner Universitäten. Handelshäuser unterhielten länderübergreifende Kaufmannspost, moderne Staaten organisierten staatliche Stafettenreiter. Die Postwege mit festen Kursen von Kutschen (und Poststellen für den Pferdewechsel) waren allerdings lange Zeit für den privaten Briefverkehr gesperrt. Erst "um 1800 waren alle mitteleuropäischen Städte durch regelmäßige Postverbindungen miteinander verbunden."<ref>Vgl. Wikipedia.de "Geschichte der Post" [Zugriff: März 2021]</ref> Der (heutige) "Gasthof Spanglerhof Albergo" bzw. "Spanglwirt" in Sand in Taufers in Südtirol hatte große Stallungen für die Saumtiere (siehe auch: [[Handel (historisch)]]) für den Handel zwischen Salzburg und [[Venedig]]. Es war das Stammhaus der nach Salzburg ausgewanderten Familie [[Spängler]] (siehe auch zu: [[Franz Anton Spangler]]). Ein Bruder des Georg Spängler, Mathias Spängler [Spangler], war wahrscheinlich Kaufmann in Venedig. Genannt werden auch<ref>nach [[Franz Valentin Zillner]], ''Geschichte der Stadt Salzburg'', Bd. 2, Salzburg 1890, S. 315; dort wiederum nach anderer Quelle</ref> die Venezianer Kaufleute Matthäus Spángler, gest. 1.8.1767, und Johannes Spángler, gest. 9.8.1783, 67 Jahre alt. Als Taufpate zu Franz Josef Spängler wird 1758 ein "Joh. Matthias Spängler mercator in Venetia" genannt. | ||
Post gegen Gebühr wurde seit dem 16. Jahrhundert befördert; das Porto zahlte in der Regel der Empfänger. Eine neuere Phase der Postgeschichte in Österreich beginnt mit dem Bestreben der Habsburger "ein eigenständiges "Landespostwesen" einzuführen;<ref>Vgl. Wikipedia.de "Österreichische Postgeschichte bis 1806" [Zugriff: März 2021]</ref> Orts- und Tagesstempel gab es seit 1787, mit der Portoentrichtung durch den Absender wurden seit 1817 Briefkästen aufgestellt, die erste offizielle Briefmarke gab es 1840.<ref>Vgl. Wikipedia.de "Österreichische Post" und "Briefmarke" [Zugriff: März 2021]</ref> Die "Reichspost" unter der Leitung der Thurn und Taxis spielte eine große Rolle bis 1806, als Privatunternehmen bis 1867.<ref>Vgl. Wikipedia.de "Thurn-und-Taxis-Post" [Zugriff: März 2021]</ref> Ende des 18. Jahrhunderts erlaubten die Wirtschaftsbeziehungen Salzburgs mit z. B. Triest "eine eigenständige Briefpostverbindung", die jedoch im Konflikt mit Thurn und Taxis 1787 wieder eingestellt wurde.<ref>Vgl. Wikipedia.de "Erzstift Salzburg", mit Literaturhinweis [Zugriff: März 2021]</ref> | Post gegen Gebühr wurde seit dem [[16. Jahrhundert]] befördert; das Porto zahlte in der Regel der Empfänger. Eine neuere Phase der Postgeschichte in Österreich beginnt mit dem Bestreben der Habsburger "ein eigenständiges "Landespostwesen" einzuführen;<ref>Vgl. Wikipedia.de "Österreichische Postgeschichte bis 1806" [Zugriff: März 2021]</ref> Orts- und Tagesstempel gab es seit 1787, mit der Portoentrichtung durch den Absender wurden seit 1817 Briefkästen aufgestellt, die erste offizielle Briefmarke gab es 1840.<ref>Vgl. Wikipedia.de "Österreichische Post" und "Briefmarke" [Zugriff: März 2021]</ref> Die "Reichspost" unter der Leitung der Thurn und Taxis spielte eine große Rolle bis 1806, als Privatunternehmen bis 1867.<ref>Vgl. Wikipedia.de "Thurn-und-Taxis-Post" [Zugriff: März 2021]</ref> Ende des 18. Jahrhunderts erlaubten die Wirtschaftsbeziehungen Salzburgs mit z. B. Triest "eine eigenständige Briefpostverbindung", die jedoch im Konflikt mit Thurn und Taxis 1787 wieder eingestellt wurde.<ref>Vgl. Wikipedia.de "Erzstift Salzburg", mit Literaturhinweis [Zugriff: März 2021]</ref> | ||
"Freimarken" für Österreich gab es ab 1850. [[Bad Ischl]] war eine bedeutende Poststelle; auf der [[Postalm]] erholten sie die Pferde im Sommer. Lokale Bezeichnungen wie "Gasthaus zur Post" in [[Hof bei Salzburg]], "Hotel Alte Post" in [[Faistenau]] und "Gasthof Post" in [[St. Martin bei Lofer]] erinnern an dieses Wegenetz, das heute keine Rolle mehr spielt (vgl. [[Gasthof zur Post]]). Genauere Daten für das Postwesen und die Briefbeförderung in Salzburg fehlen jedoch noch. Die folgende Übersicht gibt erste Hinweise auf einen begrenzten Bestand. In dieser älteren Briefsammlung fehlen allerdings in der Regel die Umschläge, die vielleicht nähere Auskunft geben könnten. In manchen Fällen wurden Briefe vielleicht gesammelt befördert (vgl. Einzelbrief mit gebrochenen Lacksiegelresten; wie die Briefe allerdings mit [für uns heute] oft wenig aussagekräftigen Adressen zugestellt wurden, ergibt sich daraus nicht. | "Freimarken" für Österreich gab es ab 1850. [[Bad Ischl]] war eine bedeutende Poststelle; auf der [[Postalm]] erholten sie die Pferde im Sommer. Lokale Bezeichnungen wie "Gasthaus zur Post" in [[Hof bei Salzburg]], "Hotel Alte Post" in [[Faistenau]] und "Gasthof Post" in [[St. Martin bei Lofer]] erinnern an dieses Wegenetz, das heute keine Rolle mehr spielt (vgl. [[Gasthof zur Post]]). Genauere Daten für das Postwesen und die Briefbeförderung in Salzburg fehlen jedoch noch. Die folgende Übersicht gibt erste Hinweise auf einen begrenzten Bestand. In dieser älteren Briefsammlung fehlen allerdings in der Regel die Umschläge, die vielleicht nähere Auskunft geben könnten. In manchen Fällen wurden Briefe vielleicht gesammelt befördert (vgl. Einzelbrief mit gebrochenen Lacksiegelresten; wie die Briefe allerdings mit [für uns heute] oft wenig aussagekräftigen Adressen zugestellt wurden, ergibt sich daraus nicht. | ||
Brief aus Venedig vom 19. November 1827 mit stark vergilbtem, grauen Umschlag, gefaltet, dreimal mit rotem Lack versiegelt; mit blasser Tinte: "de Venice" und "A’ Mademoiselle Mad.lle Francese [?] de Kobler" / "fl 20 x" [1 Gulden 20 Kreuzer] / "Salzbourg." und "abzugeben beim höhlbräuer mit 15 fl. C. M." [Das ist vielleicht Hinweis auf die Erhebung der Portokosten beim Empfang, d. h. Bezahlung an den Boten, um die Zustellung zu sichern.] | Brief aus Venedig vom [[19. November]] [[1827]] mit stark vergilbtem, grauen Umschlag, gefaltet, dreimal mit rotem Lack versiegelt; mit blasser Tinte: "de Venice" und "A’ Mademoiselle Mad.lle Francese [?] de Kobler" / "fl 20 x" [1 Gulden 20 Kreuzer] / "Salzbourg." und "abzugeben beim höhlbräuer mit 15 fl. C. M." [Das ist vielleicht Hinweis auf die Erhebung der Portokosten beim Empfang, d. h. Bezahlung an den Boten, um die Zustellung zu sichern.] | ||
Zur umfassenden Post-Geschichte von Wolfgang Behringer (2003) müssten die regionalen Besonderheiten Salzburgs herausgearbeitet werden.<ref>Behringer, Wolfgang: ''Im Zeichen des Merkur. Reichspost und Kommunikationsrevolution in der Frühen Neuzeit'', Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2003 (''Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte'', Band 189; zugleich Habilitations-Schrift an der Universität Bonn).</ref> | Zur umfassenden Post-Geschichte von Wolfgang Behringer (2003) müssten die regionalen Besonderheiten Salzburgs herausgearbeitet werden.<ref>Behringer, Wolfgang: ''Im Zeichen des Merkur. Reichspost und Kommunikationsrevolution in der Frühen Neuzeit'', Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2003 (''Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte'', Band 189; zugleich Habilitations-Schrift an der Universität Bonn).</ref> | ||
| Zeile 122: | Zeile 124: | ||
Vgl. [[Kobler-Spängler-Briefe]], soweit bisher dokumentiert<ref>Die meisten Briefe dort sind ohne Umschlag; genauere Hinweise an den entspr. Stellen.</ref>): | Vgl. [[Kobler-Spängler-Briefe]], soweit bisher dokumentiert<ref>Die meisten Briefe dort sind ohne Umschlag; genauere Hinweise an den entspr. Stellen.</ref>): | ||
29. April 1821 Brief, bezeichnet "Nr.9 – Peterwardein – An Herrn Doctor Bayer hochwohlgebohren zu Salzburg – abzugeben im Johannes Spital", postalischer Ovalstempel "Peterwardein" | [[29. April]] [[1821]] Brief, bezeichnet "Nr.9 – Peterwardein – An Herrn Doctor Bayer hochwohlgebohren zu Salzburg – abzugeben im [[St. Johanns-Spital|Johannes Spital]]", postalischer Ovalstempel "Peterwardein" | ||
Briefumschlag "Madmoiselle Mad.lle Françoise de Kobler, Salzburg" aus "Podvin", handschriftlich "von Brod", No. 22; Ankunftsstempel Salzburg 7.11.1822 | Briefumschlag "Madmoiselle Mad.lle Françoise de Kobler, Salzburg" aus "Podvin", handschriftlich "von Brod", No. 22; Ankunftsstempel Salzburg 7.11.1822; vgl. [[Franziska Kobler]] | ||
Briefbogen, gefaltet "A Mademoisel Francoise Kobler. Ricapito presto Hóllbr[äurer] a Salisburg. [undeutliche Stempel:] RES GEN[X] 28 / A SALZBURG 3 FEB 1XXX [1833] | Briefbogen, gefaltet "A Mademoisel Francoise Kobler. Ricapito presto Hóllbr[äurer] a Salisburg. [undeutliche Stempel:] RES GEN[X] 28 / A SALZBURG 3 FEB 1XXX [1833]; vgl. [[Franziska Kobler]] | ||
[bisher nicht gelesen:] "Fräulein Amalia" aus Stuttgart 1843, an "Fanny v. Castelli, Besitzerin des Gasthauses zur Hölle Salzburg", Postbrief aus Stuttgart mit Stempeln, 14. | [bisher nicht gelesen:] "Fräulein Amalia" aus Stuttgart 1843, an "Fanny v. Castelli, Besitzerin des Gasthauses zur Hölle Salzburg", Postbrief aus Stuttgart mit Stempeln, [[14. Jänner]] [[1843]] von Ph. Reichmann; vgl. [[Zäzilia Amalia Schlegel]] | ||
Briefumschlag, gestempelt "Kufstein 18.Jän." und "Salzburg 19.Jan." [vgl. folgenden Gegenbrief vom 22. Januar 1843]: "A Mademoiselle Mademoiselle Amalie de Castelli à Salzburg. abzugeben in Kobler’s Bräuhause" | Briefumschlag, gestempelt "Kufstein 18.Jän." und "Salzburg 19.Jan." [vgl. folgenden Gegenbrief vom 22. Januar 1843]: "A Mademoiselle Mademoiselle Amalie de Castelli à Salzburg. abzugeben in Kobler’s Bräuhause"; vgl. [[Zäzilia Amalia Schlegel]] | ||
gefaltetes Blatt mit Lacksiegelrest: 1844 [5. Juni 1844] Stempel "Warasdin 6.Jun.XX" [im Zusammenhang datiert 1844] und "Salzburg 10. Jun." an "Fräulein Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg. Judengasse No. 67. 1ter Stock." | gefaltetes Blatt mit Lacksiegelrest: 1844 [5. Juni 1844] Stempel "Warasdin 6.Jun.XX" [im Zusammenhang datiert 1844] und "Salzburg 10. Jun." an "Fräulein Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg. Judengasse No. 67. 1ter Stock."; vgl. [[Zäzilia Amalia Schlegel]] | ||
Stempel "Warasdin 29. Jun. 1844" [Varazdin, Kroatien] und "Salzburg 3.Jul." an "Fräulein Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg, Judengasse No. 67. 1ter Stock" | Stempel "Warasdin 29. Jun. 1844" [Varazdin, Kroatien] und "Salzburg 3.Jul." an "Fräulein Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg, Judengasse No. 67. 1ter Stock"; vgl. [[Zäzilia Amalia Schlegel]] | ||
Umschlag, gestempelt "Warasdin 5. Oct. 1844" und "Salzburg 9. Oct." an "Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg, Judengasse No. 67. 1ter Stock" | Umschlag, gestempelt "Warasdin 5. Oct. 1844" und "Salzburg 9. Oct." an "Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg, Judengasse No. 67. 1ter Stock"; vgl. [[Zäzilia Amalia Schlegel]] | ||
Umschlag, gestempelt "Scheerding 17 Aug. 1845": "A Fräulein Fräulein Amalie Castelli abzugeben beym [[Höllbräu]] in der Juden-Gasse ([[Judengasse]]). Salzburg", rückseitig gestempelt "Salzburg 19 Aug" [ohne Jahreszahl]; mit Foto | Umschlag, gestempelt "Scheerding 17 Aug. 1845": "A Fräulein Fräulein Amalie Castelli abzugeben beym [[Höllbräu]] in der Juden-Gasse ([[Judengasse]]). Salzburg", rückseitig gestempelt "Salzburg 19 Aug" [ohne Jahreszahl]; mit Foto; vgl. [[Zäzilia Amalia Schlegel]] | ||
Brief mit Umschlag, gestempelt "Scheerding 26 Jan. [1]848" an "Madame Madame Amalie Schlegel k.k. Kreiswund-Arztens Gattin Wohlgeborn[e] a Salzburg." Stempel Rückseite "Salzburg [wahrscheinlich:] 29. Jan." [ohne Jahreszahl]; mit Foto | Brief mit Umschlag, gestempelt "Scheerding 26 Jan. [1]848" an "Madame Madame Amalie Schlegel k.k. Kreiswund-Arztens Gattin Wohlgeborn[e] a Salzburg." Stempel Rückseite "Salzburg [wahrscheinlich:] 29. Jan." [ohne Jahreszahl]; mit Foto; ; vgl. [[Zäzilia Amalia Schlegel]] | ||
Briefumschlag von | Briefumschlag von Franz Xaver Gregor Spängler an die Mutter in Salzburg von der Reise mit [[Franz de Paula Albert Eder]], Siegel entfernt, keine Marke, unleserliche Stempel, aus Einsiedeln in der Schweiz vom 20. Juli 1853 und aus Mailand vom 27. August 1853 mit Umschlag, Siegel abgeschnitten, Marke entfernt; vgl. [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] | ||
Brief mit Stempel: "W[ien]" unleserlich und "Salz[burg] 30 / 4", mit Rest einer Briefmarke [Foto] "An die wohlgeborne gnädige Frau Antonia Spaengler geb v. Lürzer zu Salzburg / Wien am 29. April 1859" | Brief mit Stempel: "W[ien]" unleserlich und "Salz[burg] 30 / 4", mit Rest einer Briefmarke [Foto] "An die wohlgeborne gnädige Frau Antonia Spaengler geb v. Lürzer zu Salzburg / Wien am 29. April 1859"; vgl. [[Antonia Spängler]] | ||
Bogen, gefaltet, Reste von Siegellack: "An Herrn Otto Spaengler / Studierenden am k. k. Gymnasium zu Salzburg / d[ur]ch Güte." [Brief:] "Graz am 27. Mai 1860…" | Bogen, gefaltet, Reste von Siegellack: "An Herrn Otto Spaengler / Studierenden am k. k. Gymnasium zu Salzburg / d[ur]ch Güte." [Brief:] "Graz am 27. Mai 1860…"; vgl. [[Otto Spängler]] | ||
Bogen, gefaltet: Meiner lieben Mutter Frau Antonia Spängler Salzburg. dG. [durch Güte, d.h. wohl durch Boten] "Wien am 24 Dezember [1]861…" | Bogen, gefaltet: Meiner lieben Mutter Frau Antonia Spängler Salzburg. dG. [durch Güte, d.h. wohl durch Boten] "Wien am 24 Dezember [1]861…"; vgl. [[Otto Spängler]] | ||
Briefsammlungum im Umschlag mit Stempel "Salzburg 20. 2. XX" [unleserlich] / "Sr. Wohlgeboren Herrn Dr. Franz Xaver Späng[ler] k. k. Landesgerichts Auskultant zu Salzburg."; mehrere Briefe aus Freising 1865 bis 1868; Briefmarken herausgeschnitten | Briefsammlungum im Umschlag mit Stempel "Salzburg 20. 2. XX" [unleserlich] / "Sr. Wohlgeboren Herrn Dr. Franz Xaver Späng[ler] k. k. Landesgerichts Auskultant zu Salzburg." [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; mehrere Briefe aus Freising 1865 bis 1868; Briefmarken herausgeschnitten | ||
=== Hinweise zur Postbeförderung Salzburg - Wien um 1871 / 1872 === | === Hinweise zur Postbeförderung Salzburg - Wien um 1871 / 1872 === | ||
Vgl. | Vgl. Kobler-Spängler-Briefe, soweit bisher dokumentiert<ref>genauere Hinweise an den entspr. Stellen.</ref>): | ||
Fanni Schlegel, [[Franziska Spängler]], schreibt im Brief vom 1. und 2. Juli 1871 vom "Postwagen", der in Salzburg nachmittags vorrüberfährt und dem sie den Brief gerne mitgegeben hätte, damit er rechtzeitig in Wien bzw. Mödling ist. Der Brief vom 17. September 1871 ist in Reutlingen am 17. abgestempelt und in Wien am 18. September. Ein Brief, der am 7. Oktober in Salzburg "11-12 Mitt[ags]" abgestempelt ist, ist am 8. Oktober in Wien. Ein Brief, gestempelt "Mödling 20/12" ist in "Salzburg Stadt" gestempelt "10-11 [Uhr] Früh". Franz Spängler reist am Samstag, 23. Dezember 1871 abends "mit dem Postzuge" von Wien ab und ist Sonntag früh in Salzburg. Der Brief vom 2. Jänner 1872 ist gestempelt "Mödling 2/1 72", "Wien…" [verwischt] und "Salzburg Stadt 3/1 9-10 Früh". Ein Brief vom 15. Februar 1872 ist adressiert "Wien Poste restante Hauptpostamt". Im Brief vom 20. Dezember 1872 wird erwähnt, dass 30 Gulden "mittels Postanweisung" überwiesen werden. | |||
Fanni Schlegel, [[Franziska Spängler]], schreibt im Brief vom 1. und 2. Juli 1871 vom "Postwagen", der in Salzburg nachmittags vorrüberfährt und dem sie den Brief gerne mitgegeben hätte, damit er rechtzeitig in Wien bzw. Mödling ist. Der Brief vom 17. September 1871 ist in Reutlingen am 17. abgestempelt und in Wien am 18. September. Ein Brief, der am 7. Oktober in Salzburg "11-12 Mitt[ags]" abgestempelt ist, ist am 8. Oktober in Wien. Ein Brief, gestempelt "Mödling 20/12" ist in "Salzburg Stadt" gestempelt "10-11 [Uhr] Früh". Franz Spängler, [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]], reist am Samstag, 23. Dezember 1871 abends "mit dem Postzuge" von Wien ab und ist Sonntag früh in Salzburg. Der Brief vom 2. Jänner 1872 ist gestempelt "Mödling 2/1 72", "Wien…" [verwischt] und "Salzburg Stadt 3/1 9-10 Früh". Ein Brief vom 15. Februar 1872 ist adressiert "Wien Poste restante Hauptpostamt". Im Brief vom 20. Dezember 1872 wird erwähnt, dass 30 Gulden "mittels Postanweisung" überwiesen werden. | |||
Was die Effektivität der damaligen Post betrifft, so lässt sich z.B. aus der engen Korrespondenzfolge im Jahre 1871, September und Oktober, ersehen (jeweils Poststempel mit Angabe der Uhrzeit), dass Briefe, die abends in Mödling oder Wien aufgegeben wurden, bereits am frühen Morgen des nächsten Tages in Salzburg waren. Offenbar wurde auch mehrmals täglich Post versandt bzw. zugestellt. Auch aus anderen Jahrgängen dieser Korrespondenz wird nachvollziehbar, wie die Post damals fungierte. Zum Beispiel wurde ein Brief mit ungenügender Anschrift dennoch zeitnah zugestellt (statt, wie heute üblich, zurückgeschickt zu werden), vgl. die beiden Briefe vom 22. Juli 1889 und vom 24. Juli 1889. Zudem hätte diese "Auslandscorrespondenz" von Salzburg nach Bayreuth sämtlich zusätzlich mit Porto versehen werden müssen; das ist nicht geschehen, und sie wurde dennoch zugestellt. | Was die Effektivität der damaligen Post betrifft, so lässt sich z.B. aus der engen Korrespondenzfolge im Jahre 1871, September und Oktober, ersehen (jeweils Poststempel mit Angabe der Uhrzeit), dass Briefe, die abends in Mödling oder Wien aufgegeben wurden, bereits am frühen Morgen des nächsten Tages in Salzburg waren. Offenbar wurde auch mehrmals täglich Post versandt bzw. zugestellt. Auch aus anderen Jahrgängen dieser Korrespondenz wird nachvollziehbar, wie die Post damals fungierte. Zum Beispiel wurde ein Brief mit ungenügender Anschrift dennoch zeitnah zugestellt (statt, wie heute üblich, zurückgeschickt zu werden), vgl. die beiden Briefe vom 22. Juli 1889 und vom 24. Juli 1889. Zudem hätte diese "Auslandscorrespondenz" von Salzburg nach Bayreuth sämtlich zusätzlich mit Porto versehen werden müssen; das ist nicht geschehen, und sie wurde dennoch zugestellt. | ||
== | == Personen-Übersicht [in Klammern Sosa-Nummern nach Geneanet oholzapfel == | ||
* Franz (Francesco) Castelli [Nr. 78] an Fanny (Franziska) Kobler [Nr. 79] | * Franz (Francesco) Castelli [Nr. 78] an Fanny (Franziska) Kobler [Nr. 79] | ||
* Maria Anna Lürzer von Zehendthal [Nr. 75] an Franz Xaver Gregor Spängler [Nr. 36] | * Maria Anna Lürzer von Zehendthal [Nr. 75] an Franz Xaver Gregor Spängler [Nr. 36] | ||
| Zeile 189: | Zeile 180: | ||
Runde Klammern ( ) sind aus den Briefen mitübernommen; eckige Klammern [ ] enthalten meine Zusätze. / Schrägstrich bedeutet Zeilenwechsel oder Blattwechsel (nicht durchgehend markiert), manchmal (in diesem Zusammenhang) auch ‚Ersatz‘ für einen [fehlenden] Punkt. Durchstrichene Wörter und unterstrichene stehen so im Original, ebenso Kleindruck über einer Zeile. XX und XXX sind [für mich] unleserliche Stellen. – Natürlich wird eine derartige Datei nicht fehlerfrei sein; für entspr. Hinweise ist der Autor Otto Holzapfel sehr dankbar. | Runde Klammern ( ) sind aus den Briefen mitübernommen; eckige Klammern [ ] enthalten meine Zusätze. / Schrägstrich bedeutet Zeilenwechsel oder Blattwechsel (nicht durchgehend markiert), manchmal (in diesem Zusammenhang) auch ‚Ersatz‘ für einen [fehlenden] Punkt. Durchstrichene Wörter und unterstrichene stehen so im Original, ebenso Kleindruck über einer Zeile. XX und XXX sind [für mich] unleserliche Stellen. – Natürlich wird eine derartige Datei nicht fehlerfrei sein; für entspr. Hinweise ist der Autor Otto Holzapfel sehr dankbar. | ||
== Außerhalb des Briefwechsels == | |||
Kleinbilder und ähnl., mehrfach mit handschriftlichen Zusätzen, die sich auf [[Franziska Schlegel]], verheiratet Spängler, beziehen = marmorierter Pappdeckel, Notizbuch ohne Inhalt mit Totenbildchen (Partezettel) u. ä.: | Kleinbilder und ähnl., mehrfach mit handschriftlichen Zusätzen, die sich auf [[Franziska Schlegel]], verheiratet Spängler, beziehen = marmorierter Pappdeckel, Notizbuch ohne Inhalt mit Totenbildchen (Partezettel) u. ä.: | ||
* Bildchen mit Kelch usw. Fleisch/Blut/ Abendmahl, Luzern o. J.; | * Bildchen mit Kelch usw. Fleisch/Blut/ Abendmahl, Luzern o. J.; | ||
| Zeile 252: | Zeile 243: | ||
== Kostenloser Download-Link == | == Kostenloser Download-Link == | ||
* [https://www.sn.at/wiki/images/pdf/Otto_Holzapfel-Salzburg_Venedig.pdf | * Otto Holzapfel (Hrsg.): "[https://www.sn.at/wiki/images/pdf/Otto_Holzapfel-Salzburg_Venedig.pdf Salzburg - Venedig. Franz Xaver Spänglers Bildungsreise 1853"], pdf (6 MB), [[Otto Holzapfel]] (Hrsg.): "Salzburg - Venedig. [[Franz II. Xaver Gregor Spängler|Franz Xaver Spänglers]] Bildungsreise 1853 und die Freundschaft mit dem [[Erzbischof]] [[Franz de Paula Albert Eder]]" | ||
== Literatur == | |||
[nicht eingesehen] | |||
* H. Widmann: Geschichte Salzburgs, Bd. 1–3, 1907 ff.; | |||
* [[Heinz Dopsch]]; [[Hans Spatzenegger (Publizist)|Hans Spatzenegger]]: "[[Geschichte Salzburgs, Stadt und Land]]", 1981. | |||
* [[Franz Valentin Zillner|Franz V. Zillner]]: [[Geschichte der Stadt Salzburg (Buch I.)|Geschichte der Stadt Salzburg]], Bd. 1 und 2, Salzburg 1885–1890. - hier zitiert: "Dopsch, 1996": Heinz Dopsch, [[Robert Hoffmann]]: "[[Salzburg. Die Geschichte einer Stadt.]]", Salzburg - München 1996. | |||
Angefügt sind bis [[1938]] u. a. die Briefe und Postkarten, die sich die Großeltern von Otto Holzapfel schrieben, nämlich (Sosa 9) Johanna [Hansi] Holzapfel, geb. Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet 1904 mit (Sosa 8) Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940). Sie schreiben u. a. über ihre Kinder, Rupert (geboren 1905 in Krems a.d.Donau) – das ist mein Vater – , Walter (* 1909), Traudl (* 1917) und Otto (* 1920). | |||
== Quelle == | == Quelle == | ||