Mathäus Jungwirth: Unterschied zwischen den Versionen

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Dr. '''Mathäus Jungwirth''' (* [[19. September]] [[1777]]<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/oberoesterreich/esternberg/103%252F02/?pg=39 data.matricula-online.eu, https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/radstadt/TFBIII/?pg=129 data.matricula-online.eu]</ref> in Ruhmansedt bei Esternberg, [[OÖ]]; † [[8. Jänner]] [[1858]] in [[Neumarkt]]<ref>[[ANNO]], "[[Neue Salzburger Zeitung]]", [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nsr&datum=18580116&query=%22Matth%c3%a4us+Jungwirth%22&ref=anno-search&seite=3 Ausgabe 16. Jänner 1858, Seite 3]</ref>) war von [[1814]] bis [[1847]] Bezirksarzt von Neumarkt im [[Flachgau]].
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Dr. '''Mathäus Jungwirth''' (* [[19. September]] [[1777]]<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/oberoesterreich/esternberg/103%252F02/?pg=39, https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/radstadt/TFBIII/?pg=129 data.matricula-online.eu]</ref> in Ruhmansedt in Esternberg, [[OÖ]]; † [[8. Jänner]] [[1858]] in [[Neumarkt]]<ref>[[ANNO]], "[[Neue Salzburger Zeitung]]", [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nsr&datum=18580116&query=%22Matth%c3%a4us+Jungwirth%22&ref=anno-search&seite=3 Ausgabe 16. Jänner 1858, Seite 3]</ref>) war von [[1814]] bis [[1847]] [[Bezirksärzte in Neumarkt|Bezirksarzt von Neumarkt]] im [[Flachgau]].
  
[[Datei:Ruhmansedt.jpg|mini|Ruhmansedt bei Esternberg, der Geburtsort von Mathäus Jungwirth / [[Franziscäischer Kataster]].]]
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[[Datei:Rumansedt.png|mini|Jungwirtsgütl in Ruhmansedt bei Esternberg, der Geburtsort von Mathäus Jungwirth / [[Franziscäischer Kataster]].]]
  
 
== Leben ==
 
== Leben ==
Am [[12. Oktober]] [[1802]] promovierte Mathäus Jungwirth nach dem Studium an der Universität Wien. Auch Würzburg und möglicherweise Salzburg waren Studienorte bei Jungwirths Ausbildung in Medizin, Chirurgie (Josephinische Akademie in Wien) und Geburtshilfe. Gefördert wurde er dabei von dem [[Salzburger Domherr|Salzburger Domherrn]] Graf von Starhemberg. Dieser bat beim [[Ferdinand III. von Toskana|Kurfürsten]] "ihm das Erste erledigt werdende oder neu zu errichtende Landphysikat zu erteilen, als er bereits durch Herrn Hofkanzler v Bleul aus Auftrag Sr. Hochfürstlichen Gnaden des Erzbischofs Hironimus die bestimte Zusicherung erhalten hat, daß er nach erhaltener Doktorwürde im hiesigen Lande freye Praxis haben, und bey irgendeiner Vacatur bedacht auf ihn nehmen würde." Starhemberg hatte nämlich Jungwirths Studium der Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe in Salzburg, Wien und in Würzburg "mit Aufopferung großer Kosten" finanziert. <ref>SLA churf. u. k.k. österr. Reg. XI 025.</ref> Es bleibt offen, was ihn zu dieser gr0ßzügingen Handlung veranlasst hat, zumal Jungwirth aus einem aus wenigen Häusern bestehenden Dorf im nörldichen Innviertel stammte.  
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Mathäus war das zweite Kind des Ehepaares Georg Jungwirth und Eva Hell, die auf dem Jungwirtsgütl lebten, welches der Grundherrschaft Hofmark Schwendt im Innkreis unterstand. Das Jungwirtsgütl war eines von zwei Häusern des Ortes Rumansedt, der zur Pfarre Esternberg im nördlichen [[Innviertel]] gehörte (siehe Kartenausschnitt). Mathäus hatte noch die Geschwister Maria (* 1775), Josef (* 1780), Martin (* 1782), Johann (* 1785), Marianna (* 1788), Georg (* 1791) und Andreas (* 1792).<ref>https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/oberoesterreich/esternberg/103%252F02/?pg=39</ref> Es ist nicht klar, wie es dazu kam, dass Mathäus ein Gymnasium besuchen konnte.
  
Am [[16. Juli]] [[1804]] wurde er im [[Kurfürstentum Salzburg|kurfürstlichen Herzogtum Salzburg]] zum Landphysiker in [[Radstadt]] bestellt. Vom [[8. April]] [[1805]] ist ein Schreiben von seiner Hand erhalten, in dem er darum bittet, Schreibmaterialien vom [[Pfleggericht]] in Radstadt frei beziehen zu können. Er beschreibt darin einen Teil seiner Tätigkeit und nimmt auch auf seine geringen Einkünfte Bezug: "denn nicht nur an den löbl. Medizininalrath sind alle Postag, sonders auch an die löbl. Pfleggerichte Radstadt und [[Werfen]] alle Augenblik mehrere Berichte abzugeben. Die hiesigen Physikats-Einkünfte sind ferner, wegen der hier bestehenden Apotheke, gewis um 200[[Gulden|fl]] leichter als die der übrigen kurfürstl. Land-Physiker. Der Bittsteller hoffet daher, daß sein Ansuchen um so mehr gnädig bewilliget werde, als er wegen der Pferde-Krankheit stets eine Menge Berichte einsenden muß..." Die Bitte wurde ihm nicht gewährt.<ref>[[Salzburger Landesarchiv|SLA]] kurf. u. k.k. österr. Reg. XI 037 Jungwirth</ref>
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Am [[12. Oktober]] [[1802]] promovierte der 25‑jährige Mathäus Jungwirth nach dem Studium an der Universität [[Wien]]. Bei den wenigen anderen Ärzten aus dem Bauernstand erfolgte die Promotion deutlich später. Auch Würzburg und möglicherweise Salzburg waren Studienorte während Jungwirths Ausbildung in Medizin, Chirurgie (Josephinische Akademie in Wien) und Geburtshilfe. Gefördert wurde er dabei vom [[Salzburger Domherr]]n [[Johann Nepomuk Franz Xaver Joseph Graf Starhemberg|Graf von Starhemberg]]. Dieser bat beim [[Ferdinand III. von Toskana|Kurfürsten]] "ihm das Erste erledigt werdende oder neu zu errichtende Landphysikat zu erteilen, als er bereits durch Herrn Hofkanzler v Bleul aus Auftrag Sr. Hochfürstlichen Gnaden des [[Erzbischof]]s [[Hieronymus Graf Colloredo|Hironimus]] die bestimte Zusicherung erhalten hat, daß er nach erhaltener Doktorwürde im hiesigen Lande freye Praxis haben, und bey irgendeiner Vacatur bedacht auf ihn nehmen würde." Starhemberg hatte nämlich Jungwirths Studium der Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe in Salzburg, Wien und in Würzburg "mit Aufopferung großer Kosten" finanziert. <ref>SLA churf. u. k.k. österr. Reg. XI 025.</ref> Es bleibt offen, was ihn zu dieser großzügigen Handlung veranlasst hat, zumal Jungwirth aus einem nur aus wenigen Häusern bestehenden Dorf im nördlichen Innviertel stammte.
  
Im Juli [[1805]] wurde Jungwirth auf das Physikat zu [[St. Johann]] versetzt, weil Dr. [[Wolfgang Oberlechner]] (* [[1765]]; † [[1829]]) die Stelle in Radstadt erhielt. Dazu musste er die Gemeinden [[Gastein]], [[Goldegg]] und [[Großarl]] mitversorgen. [[1806]] untersuchte er die [[Die ehemaligen Heilquellen im Großarlbach bei St. Johann im Pongau|Heilquellen im Großarlbach bei St. Johann]].
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== Radstadt und St. Johann ==
  
Am [[30. September]] [[1806]] heiratete Mathäus Jungwirth in der [[Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt|Vikariatskirche]] in Radstadt [[Francisca Jungwirth|Francisca]] von [[Pichl (Adelsgeschlecht)|Pichl]] (* [[1791]]; † [[1850]]), die zu diesem Zeitpunkt erst 15 Jahre alt war.<ref>Trauungsbuch der [[Pfarre St. Johann im Pongau]], [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/st-johann-im-pongau/TRBIV/?pg=159 Bd. IV S. 310]</ref>
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Am [[16. Juli]] [[1804]] wurde er im [[Kurfürstentum Salzburg|kurfürstlichen Herzogtum Salzburg]] zum [[Landschaftsphysikus|Landphysiker]] in [[Radstadt]] bestellt. Vom [[8. April]] [[1805]] ist ein Schreiben von seiner Hand erhalten, in dem er darum bittet, Schreibmaterialien vom [[Pfleggericht]] in Radstadt frei beziehen zu können. Er beschreibt darin einen Teil seiner Tätigkeit und nimmt dabei auch auf seine geringen Einkünfte Bezug: "denn nicht nur an den löbl. Medizininalrath sind alle Postag, sonders auch an die löbl. Pfleggerichte Radstadt und [[Werfen]] alle Augenblik mehrere Berichte abzugeben. Die hiesigen Physikats-Einkünfte sind ferner, wegen der hier bestehenden Apotheke, gewis um 200[[Gulden|fl]] leichter als die der übrigen kurfürstl. Land-Physiker. Der Bittsteller hoffet daher, daß sein Ansuchen um so mehr gnädig bewilliget werde, als er wegen der Pferde-Krankheit stets eine Menge Berichte einsenden muß..." Die Bitte wurde ihm nicht gewährt.<ref>[[Salzburger Landesarchiv|SLA]] kurf. u. k.k. österr. Reg. XI 037 Jungwirth</ref>
  
[[1808]], als Dr. Oberlechner von seiner Physikatsstelle in Radstadt zurücktrat, bewarb sich Dr. Jungwirth darum mit der Einschränkung: "wenn sich nicht über kurz oder lang eine schickliche Gelegenheit zu einer einträglicheren Beförderung ereignen sollte". In den Jahren [[1810]], [[1811]] und [[1813]] wurden die Kinder Ludwig Ferdinand, Aloisia Stephanie Jakoba und Wilhelm Ferdinand geboren, die alle als Säuglinge verstarben.<ref>Taufbuch der [[Pfarre Radstadt]], [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/radstadt/TFBIII/?pg=376 Bd. III, Register, S. 22]</ref>
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Im Juli [[1805]] wurde Jungwirth an das Physikat in [[St. Johann]] versetzt, weil Dr. [[Wolfgang Oberlechner]] (* [[1765]]; † [[1829]]) die Stelle in Radstadt übernahm. Zusätzlich musste er die Gemeinden [[Gastein]], [[Goldegg]] und [[Großarl]] mitversorgen. [[1806]] untersuchte er die [[Die ehemaligen Heilquellen im Großarlbach bei St. Johann im Pongau|Heilquellen im Großarlbach bei St. Johann]].
  
Bei der Organisierung des Medizinalwesens im Jahre [[1814]] als [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern|Salzburg ein Teil Bayerns]] war wurde Dr. Jungwirth zum Landgerichtsarzt I. Klasse nach Neumarkt am [[Wallersee]] berufen. Im Oktober 1815 wurde er Landgerichtsarzt in Grieskirchen<ref>Salzburger Zeitung, 6. Oktober 1815, 393.</ref>, kehrte dann aber wieder nach Neumarkt zurück. Am [[18. August]] [[1818]] wurde er zum Districtsarzt von Neumarkt mit einem Jahreslohn von 600fl befördert. Hier bekam er auch drei Söhne, nämlich [[1814]] Ferdinand, [[1819]] Johann Georg August<ref>Taufbuch der Pfarre Neumarkt am Wallersee, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/neumarkt-am-wallersee/TFBV/?pg=34 Bd. V S. 60]</ref> und [[1821]] Franz. Gemeinsames Wohnhaus der Familie war das Haus Neumarkt Nr. 59. Zwei seiner Söhne starben vor Mathäus Jungwirth, der überlebende [[August Jungwirth]] studierte Medizin in Padua und trat wahrscheinlich im Jahr [[1849]]<ref>in: Nader, Medicinal-Schematismus 1848, 63, wird noch Mathias als Bezirksarzt genannt, aller dings der erhaltenen Jahresbericht von 1850 nennt bereits August Jungwirth als Verfasser.</ref> bei dessen Pensionierung die Nachfolge des Vaters an.
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Am [[30. September]] [[1806]] heiratete Mathäus Jungwirth in der [[Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt|Vikariatskirche]] von Radstadt [[Francisca Jungwirth|Francisca]] von [[Pichl (Adelsgeschlecht)|Pichl]] (* [[1791]]; † [[1850]]), die damals erst 15 Jahre alt war.<ref>Trauungsbuch der [[Pfarre St. Johann im Pongau]], [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/st-johann-im-pongau/TRBIV/?pg=159 Bd. IV S. 310]</ref>
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[[1808]], als Dr. Oberlechner von seiner Physikatsstelle in Radstadt zurücktrat, bewarb sich Dr. Jungwirth dafür mit der Einschränkung: "wenn sich nicht über kurz oder lang eine schickliche Gelegenheit zu einer einträglicheren Beförderung ereignen sollte". In den Jahren [[1810]], [[1811]] und [[1813]] wurden die Kinder Ludwig Ferdinand, Aloisia Stephanie Jakoba und Wilhelm Ferdinand geboren, die alle als Säuglinge verstarben.<ref>Taufbuch der [[Pfarre Radstadt]], [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/radstadt/TFBIII/?pg=376 Bd. III, Register, S. 22]</ref>
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== Neumarkt und Grieskirchen ==
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Bei der Organisation des Medizinalwesens im Jahre [[1814]] als [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern|Salzburg ein Teil Bayerns]] war wurde Dr. Jungwirth zum Landgerichtsarzt I.&nbsp;Klasse nach Neumarkt am [[Wallersee]] berufen. Im Oktober [[1815]] wurde er Landgerichtsarzt in Grieskirchen<ref>Salzburger Zeitung, 6. Oktober 1815, 393.</ref>, kehrte aber dann wieder nach Neumarkt zurück.
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Wegen dieser Übersiedlung von Neumarkt nach Grieskirchen verfasste er am [[11. Oktober]] 1815, einen [[Brief vom 11. Oktober 1815|Brief]] an das Generalkommissariat des Salzachkreises, in dem er schrieb: "Der Gehorsamst Unterzeichnete dient als Landphysikus bereits 11 Jahre, und während dieser Zeit musste er schon 3 mal Plätze wechseln, und dieserwegen große Summen auslegen. Nun soll er [...] zum 4ten male wandern, und seinen der dermaligen Ort, auf dem er erst 1 Jahr und 5 Monate ist, verlassen und nach Grieskirchen ziehen. Dieses fällt ihm äusserst schwer [...]".<ref>SLA Gen Kr Kom Neumarkt Nr 24</ref>
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Von einem Unglück bei dieser Übersiedlung – der Wagen mit den Arzneien war umgefallen – und von den Kosten der Rückübersiedlung nach Neumarkt erfahren wir in einem weiteren [[Brief vom 13. Juli 1816]].
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Am [[18. August]] [[1818]] wurde er zum Distriktsarzt von Neumarkt mit einem Jahreslohn von 600&nbsp;fl befördert. Hier wurden ihm auch drei Söhne geboren, nämlich [[1814]] Ferdinand, [[1819]] Johann Georg August<ref>Taufbuch der Pfarre Neumarkt am Wallersee, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/neumarkt-am-wallersee/TFBV/?pg=34 Bd. V S. 60]</ref> und [[1821]] Franz. Das gemeinsame Wohnhaus der Familie war das Haus Neumarkt Nr. 59. Zwei seiner Söhne starben vor Mathäus Jungwirth; der überlebende [[August Jungwirth]] studierte Medizin in Padua und trat wahrscheinlich im Jahr [[1849]]<ref>in: Nader, Medicinal-Schematismus 1848, 63, wird noch Mathias als Bezirksarzt genannt, allerdings nennt der erhaltene Jahresbericht von 1850 bereits August Jungwirth als Verfasser.</ref> bei der Pensionierung seines Vaters dessen Nachfolge an.
  
 
Am [[10. August]] [[1850]] starb Francisca Jungwirth im Alter von 60 Jahren an Auszehrung<ref>Sterbebuch der [[Pfarre Neumarkt am Wallersee]], [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/neumarkt-am-wallersee/STBII/?pg=58 Bd. II S. 89]</ref> und am 8. Jänner 1858 verstarb auch Mathäus Jungwirth im Alter von 79 Jahren an Altersschwäche<ref>Sterbebuch der Pfarre Neumarkt am Wallersee, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/neumarkt-am-wallersee/STBII/?pg=82 Bd. II S. 115]</ref>.
 
Am [[10. August]] [[1850]] starb Francisca Jungwirth im Alter von 60 Jahren an Auszehrung<ref>Sterbebuch der [[Pfarre Neumarkt am Wallersee]], [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/neumarkt-am-wallersee/STBII/?pg=58 Bd. II S. 89]</ref> und am 8. Jänner 1858 verstarb auch Mathäus Jungwirth im Alter von 79 Jahren an Altersschwäche<ref>Sterbebuch der Pfarre Neumarkt am Wallersee, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/neumarkt-am-wallersee/STBII/?pg=82 Bd. II S. 115]</ref>.
  
== Quelle ==
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== Quellen==
*  [[Eva Heitzinger-Weiser]] (unpubliziert): "Mathäus Jakob Jungwirth (1779-1858), Francisca Jungwirth geb. von Pichl (1791-1850) und ihr Sohn Johann Georg August Jungwirth (geb. 1819)", detaillierte Lebensbeschreibung von Mathäus, Francisca und August Jungwirth
 
 
 
== Einzelnachweise ==
 
 
<references/>
 
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Aktuelle Version vom 20. Januar 2026, 15:55 Uhr

Dr. Mathäus Jungwirth (* 19. September 1777[1] in Ruhmansedt in Esternberg, ; † 8. Jänner 1858 in Neumarkt[2]) war von 1814 bis 1847 Bezirksarzt von Neumarkt im Flachgau.

Jungwirtsgütl in Ruhmansedt bei Esternberg, der Geburtsort von Mathäus Jungwirth / Franziscäischer Kataster.

Leben

Mathäus war das zweite Kind des Ehepaares Georg Jungwirth und Eva Hell, die auf dem Jungwirtsgütl lebten, welches der Grundherrschaft Hofmark Schwendt im Innkreis unterstand. Das Jungwirtsgütl war eines von zwei Häusern des Ortes Rumansedt, der zur Pfarre Esternberg im nördlichen Innviertel gehörte (siehe Kartenausschnitt). Mathäus hatte noch die Geschwister Maria (* 1775), Josef (* 1780), Martin (* 1782), Johann (* 1785), Marianna (* 1788), Georg (* 1791) und Andreas (* 1792).[3] Es ist nicht klar, wie es dazu kam, dass Mathäus ein Gymnasium besuchen konnte.

Am 12. Oktober 1802 promovierte der 25‑jährige Mathäus Jungwirth nach dem Studium an der Universität Wien. Bei den wenigen anderen Ärzten aus dem Bauernstand erfolgte die Promotion deutlich später. Auch Würzburg und möglicherweise Salzburg waren Studienorte während Jungwirths Ausbildung in Medizin, Chirurgie (Josephinische Akademie in Wien) und Geburtshilfe. Gefördert wurde er dabei vom Salzburger Domherrn Graf von Starhemberg. Dieser bat beim Kurfürsten "ihm das Erste erledigt werdende oder neu zu errichtende Landphysikat zu erteilen, als er bereits durch Herrn Hofkanzler v Bleul aus Auftrag Sr. Hochfürstlichen Gnaden des Erzbischofs Hironimus die bestimte Zusicherung erhalten hat, daß er nach erhaltener Doktorwürde im hiesigen Lande freye Praxis haben, und bey irgendeiner Vacatur bedacht auf ihn nehmen würde." Starhemberg hatte nämlich Jungwirths Studium der Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe in Salzburg, Wien und in Würzburg "mit Aufopferung großer Kosten" finanziert. [4] Es bleibt offen, was ihn zu dieser großzügigen Handlung veranlasst hat, zumal Jungwirth aus einem nur aus wenigen Häusern bestehenden Dorf im nördlichen Innviertel stammte.

Radstadt und St. Johann

Am 16. Juli 1804 wurde er im kurfürstlichen Herzogtum Salzburg zum Landphysiker in Radstadt bestellt. Vom 8. April 1805 ist ein Schreiben von seiner Hand erhalten, in dem er darum bittet, Schreibmaterialien vom Pfleggericht in Radstadt frei beziehen zu können. Er beschreibt darin einen Teil seiner Tätigkeit und nimmt dabei auch auf seine geringen Einkünfte Bezug: "denn nicht nur an den löbl. Medizininalrath sind alle Postag, sonders auch an die löbl. Pfleggerichte Radstadt und Werfen alle Augenblik mehrere Berichte abzugeben. Die hiesigen Physikats-Einkünfte sind ferner, wegen der hier bestehenden Apotheke, gewis um 200fl leichter als die der übrigen kurfürstl. Land-Physiker. Der Bittsteller hoffet daher, daß sein Ansuchen um so mehr gnädig bewilliget werde, als er wegen der Pferde-Krankheit stets eine Menge Berichte einsenden muß..." Die Bitte wurde ihm nicht gewährt.[5]

Im Juli 1805 wurde Jungwirth an das Physikat in St. Johann versetzt, weil Dr. Wolfgang Oberlechner (* 1765; † 1829) die Stelle in Radstadt übernahm. Zusätzlich musste er die Gemeinden Gastein, Goldegg und Großarl mitversorgen. 1806 untersuchte er die Heilquellen im Großarlbach bei St. Johann.

Am 30. September 1806 heiratete Mathäus Jungwirth in der Vikariatskirche von Radstadt Francisca von Pichl (* 1791; † 1850), die damals erst 15 Jahre alt war.[6]

1808, als Dr. Oberlechner von seiner Physikatsstelle in Radstadt zurücktrat, bewarb sich Dr. Jungwirth dafür mit der Einschränkung: "wenn sich nicht über kurz oder lang eine schickliche Gelegenheit zu einer einträglicheren Beförderung ereignen sollte". In den Jahren 1810, 1811 und 1813 wurden die Kinder Ludwig Ferdinand, Aloisia Stephanie Jakoba und Wilhelm Ferdinand geboren, die alle als Säuglinge verstarben.[7]

Neumarkt und Grieskirchen

Bei der Organisation des Medizinalwesens im Jahre 1814 – als Salzburg ein Teil Bayerns war – wurde Dr. Jungwirth zum Landgerichtsarzt I. Klasse nach Neumarkt am Wallersee berufen. Im Oktober 1815 wurde er Landgerichtsarzt in Grieskirchen[8], kehrte aber dann wieder nach Neumarkt zurück.

Wegen dieser Übersiedlung von Neumarkt nach Grieskirchen verfasste er am 11. Oktober 1815, einen Brief an das Generalkommissariat des Salzachkreises, in dem er schrieb: "Der Gehorsamst Unterzeichnete dient als Landphysikus bereits 11 Jahre, und während dieser Zeit musste er schon 3 mal Plätze wechseln, und dieserwegen große Summen auslegen. Nun soll er [...] zum 4ten male wandern, und seinen der dermaligen Ort, auf dem er erst 1 Jahr und 5 Monate ist, verlassen und nach Grieskirchen ziehen. Dieses fällt ihm äusserst schwer [...]".[9]

Von einem Unglück bei dieser Übersiedlung – der Wagen mit den Arzneien war umgefallen – und von den Kosten der Rückübersiedlung nach Neumarkt erfahren wir in einem weiteren Brief vom 13. Juli 1816.

Am 18. August 1818 wurde er zum Distriktsarzt von Neumarkt mit einem Jahreslohn von 600 fl befördert. Hier wurden ihm auch drei Söhne geboren, nämlich 1814 Ferdinand, 1819 Johann Georg August[10] und 1821 Franz. Das gemeinsame Wohnhaus der Familie war das Haus Neumarkt Nr. 59. Zwei seiner Söhne starben vor Mathäus Jungwirth; der überlebende August Jungwirth studierte Medizin in Padua und trat wahrscheinlich im Jahr 1849[11] bei der Pensionierung seines Vaters dessen Nachfolge an.

Am 10. August 1850 starb Francisca Jungwirth im Alter von 60 Jahren an Auszehrung[12] und am 8. Jänner 1858 verstarb auch Mathäus Jungwirth im Alter von 79 Jahren an Altersschwäche[13].

Quellen

  1. https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/radstadt/TFBIII/?pg=129 data.matricula-online.eu
  2. ANNO, "Neue Salzburger Zeitung", Ausgabe 16. Jänner 1858, Seite 3
  3. https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/oberoesterreich/esternberg/103%252F02/?pg=39
  4. SLA churf. u. k.k. österr. Reg. XI 025.
  5. SLA kurf. u. k.k. österr. Reg. XI 037 Jungwirth
  6. Trauungsbuch der Pfarre St. Johann im Pongau, Bd. IV S. 310
  7. Taufbuch der Pfarre Radstadt, Bd. III, Register, S. 22
  8. Salzburger Zeitung, 6. Oktober 1815, 393.
  9. SLA Gen Kr Kom Neumarkt Nr 24
  10. Taufbuch der Pfarre Neumarkt am Wallersee, Bd. V S. 60
  11. in: Nader, Medicinal-Schematismus 1848, 63, wird noch Mathias als Bezirksarzt genannt, allerdings nennt der erhaltene Jahresbericht von 1850 bereits August Jungwirth als Verfasser.
  12. Sterbebuch der Pfarre Neumarkt am Wallersee, Bd. II S. 89
  13. Sterbebuch der Pfarre Neumarkt am Wallersee, Bd. II S. 115