Johann Nepomuk von Bernberg: Unterschied zwischen den Versionen

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In Salzburg lebte die Familie von Bernberg in der [[Sigmund-Haffner-Gasse|Kirchgasse]] 214.<ref>Schematismus von Oesterreich ob der Enns und Salzburg für das Jahr 1821,  zweiter Teil, 25.</ref> In seinem Sanitäts-Hauptbericht von [[1823]] erwähnt der Kreisarzt von Salzburg Dr. von Bernberg [[Söllheim]] als bewährtes, lange schon besuchtes Bad ([[Bad Söllheim]]). Es sollte bei Ausschlägen, Rheumatismen und bei "leichteren Unterleibs Anschoppungen" helfen.  
In Salzburg lebte die Familie von Bernberg in der [[Sigmund-Haffner-Gasse|Kirchgasse]] 214.<ref>Schematismus von Oesterreich ob der Enns und Salzburg für das Jahr 1821,  zweiter Teil, 25.</ref> In seinem Sanitäts-Hauptbericht von [[1823]] erwähnt der Kreisarzt von Salzburg Dr. von Bernberg [[Söllheim]] als bewährtes, lange schon besuchtes Bad ([[Bad Söllheim]]). Es sollte bei Ausschlägen, Rheumatismen und bei "leichteren Unterleibs Anschoppungen" helfen.  
== Pensionierung 1831 ==


Am [[4. März]] [[1826]] wurde Dr. v. Bernberg als Nachfolger des verstorbenen Dr. [[Joseph von Barisani|v. Barisani]] durch die Vormundschaft des minderjährigen Grafen Constantin von [[Lodron]] zum Kollegien-Arzt bestellt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=18900003&query=(text:Bernberg)&ref=anno-search&seite=14 ANNO], [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 1890, Seite 14</ref> Seine Verpflichtungen waren: "unentgeltliche Behandlung der Inspektoren, der Präfekten, Verwalter, Zöglinge und des Hausknechtes in Krankheitsfällen und jedenfalls alle Monat eine Nachschau". Die jährliche Besoldung dafür betrug je 30 fl. vom [[Collegium Rupertinum|Rupertinischen]] und [[Collegium Marianum|Marianischen]] Fond.<ref>Hermann Pick, Urkundliche Materialien zu einer Geschichte der gräflich Lodron’schen Kollegien Marianum und Rupertinum in Salzburg , in: Mitt(h)eilungen der Gesellschaft füt Salzburger Landeskunde, 30 (1890), 13.</ref> Weiters war Dr. v. Bernberg beauftragt die  Dienerschaft des ehemaligen Erzbischofes von Salzburg zu behandeln und deren Rezepte zu überwachen, da sie Arzneimittel Freiheit genossen. Für diese Aufgabe erhielt er 40 fl. jährlich.<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 152.</ref>
Am [[4. März]] [[1826]] wurde Dr. v. Bernberg als Nachfolger des verstorbenen Dr. [[Joseph von Barisani|v. Barisani]] durch die Vormundschaft des minderjährigen Grafen Constantin von [[Lodron]] zum Kollegien-Arzt bestellt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=18900003&query=(text:Bernberg)&ref=anno-search&seite=14 ANNO], [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 1890, Seite 14</ref> Seine Verpflichtungen waren: "unentgeltliche Behandlung der Inspektoren, der Präfekten, Verwalter, Zöglinge und des Hausknechtes in Krankheitsfällen und jedenfalls alle Monat eine Nachschau". Die jährliche Besoldung dafür betrug je 30 fl. vom [[Collegium Rupertinum|Rupertinischen]] und [[Collegium Marianum|Marianischen]] Fond.<ref>Hermann Pick, Urkundliche Materialien zu einer Geschichte der gräflich Lodron’schen Kollegien Marianum und Rupertinum in Salzburg , in: Mitt(h)eilungen der Gesellschaft füt Salzburger Landeskunde, 30 (1890), 13.</ref> Weiters war Dr. v. Bernberg beauftragt die  Dienerschaft des ehemaligen Erzbischofes von Salzburg zu behandeln und deren Rezepte zu überwachen, da sie Arzneimittel Freiheit genossen. Für diese Aufgabe erhielt er 40 fl. jährlich.<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 152.</ref>
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Von Dr. v. Bernberg sind mehrere Jahresberichte erhalten, da verschiedenes daran beanstandet wurde. Im Jahr 1831 liegen zwei Aktenvermerke zu Beschuldigungen gegen den Kreisarzt Dr. v Bernberg vor. In diesem Jahr kam es zu einer gefährlichen Zuspitzung der Gesundheitslage. Von Osten kommend näherte sich die die erste europäische Choleraepidemie.<ref>Anton Drasche, die epidemische Cholera, Wien 1860.</ref> Beim Kreisarzt wurde - auch angesichts seines Alters von bereits 64 Jahren - ein Mangel "der besonders zur Zeit größerer Not hochwichtigen Kraft des Körpers wie des Geistes" befürchtet. Eine Versetzung in den Ruhestand wurde eingeleitet und der [[Bezirksärzte in Tamsweg|Bezirksarzt]] Dr. [[Karl Maffei|Maffei]] aus [[Tamsweg]] nach Salzburg berufen um v. Bernberg zu unterstützen.<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 153.</ref>
Von Dr. v. Bernberg sind mehrere Jahresberichte erhalten, da verschiedenes daran beanstandet wurde. Im Jahr 1831 liegen zwei Aktenvermerke zu Beschuldigungen gegen den Kreisarzt Dr. v Bernberg vor. In diesem Jahr kam es zu einer gefährlichen Zuspitzung der Gesundheitslage. Von Osten kommend näherte sich die die erste europäische Choleraepidemie.<ref>Anton Drasche, die epidemische Cholera, Wien 1860.</ref> Beim Kreisarzt wurde - auch angesichts seines Alters von bereits 64 Jahren - ein Mangel "der besonders zur Zeit größerer Not hochwichtigen Kraft des Körpers wie des Geistes" befürchtet. Eine Versetzung in den Ruhestand wurde eingeleitet und der [[Bezirksärzte in Tamsweg|Bezirksarzt]] Dr. [[Karl Maffei|Maffei]] aus [[Tamsweg]] nach Salzburg berufen um v. Bernberg zu unterstützen.<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 153.</ref>
Anscheinend gab es Widerstand aus Salzburg, wo man mit Bernbergs Dienstleistung zufrieden war. Die Hauptvorwürfe der Landesregierung waren "Saumseligkeit und Unfolgsamkeit" einerseits und andererseits hatte er sich dadurch kompromittiert, dass er als Studiendirektor von fast  allen ihm  untergeordneten Professoren und Supplenten Darlehen aufgenommen hatte. All das ist im "[[Sitzungsprotokoll vom 27. Oktober 1831]]" einer Sitzung der Landesregierung nachzulesen und im Podcast [[Briefe an Behörden]] in der 12. Folge zum Thema Geld nachzuhören.


Zum Ende des Jahres wurde v. Bernberg pensioniert, "weil derselbe in Erfüllung seiner Berufspflichten äußerst lau ist, und sein Karakter sich nicht in vorheilhaften Lichte darstellt; wie in Berichten ausführlich nachgewiesen wird." Bezüglich der Pensionshöhe wurde die Hälfte der Bezüge als Betrag bestimmt, da kein zureichender Grund vorlag, wodurch ein günstigerer Antrag gerechtfertigt gewesen wäre.<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 153.</ref>
Zum Ende des Jahres wurde v. Bernberg pensioniert, "weil derselbe in Erfüllung seiner Berufspflichten äußerst lau ist, und sein Karakter sich nicht in vorheilhaften Lichte darstellt; wie in Berichten ausführlich nachgewiesen wird." Bezüglich der Pensionshöhe wurde die Hälfte der Bezüge als Betrag bestimmt, da kein zureichender Grund vorlag, wodurch ein günstigerer Antrag gerechtfertigt gewesen wäre.<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 153.</ref>