Franz Xaver Jehlin: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Sein Vorbereitungsstudium<ref>"1796/97 Xaver von Jehlin Log. Ingolstadt" Eintrag im Matrikelbuch Ingolstadt, 111.</ref> absolvierte Jehlin in Ingolstadt.<ref>Die | + | Sein Vorbereitungsstudium<ref>"1796/97 Xaver von Jehlin Log. Ingolstadt" Eintrag im Matrikelbuch Ingolstadt, 111.</ref> absolvierte Jehlin in Ingolstadt.<ref>Die spätere Ludwig-Maximilians-Universität (nun [[München]]) war von [[1472]] bis [[1800]] in Ingolstadt situiert. in: [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig-Maximilians-Universit%C3%A4t_M%C3%BCnchen de.wikipedia.org]</ref> Das Studium der Arzneikunde (Medizin) absolvierte er in Ingolstadt, Erlangen[?], Bamberg und Würzburg. Zur "mehreren Ausbildung unternahm er eine Reise nach [[Wien]], um die dortigen Spitäler zu besuchen, promovierte [[1802]] in Landshut und erhielt die Nota in ''forma optima'', welche Note er auch [[1813]] bei der Proberelation<ref>"Nach den damals geltenden Normen hatte der Mediciner ein ''Biennium practicum'' durchzumachen, nach diesem eine Proberelation abzulegen und den Staatsconcurs zu bestehen." in: Carl Zeiss (1871): Zum Gedächtniss an Dr. August Max Einsele, k. Gerichtsarzt und Professor, seinen Freunden aus Dankbarkeit und Verehrung gewidmet von dem Botanischen Vereine in Landshut – Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins Landshut – 3: 65–176, 92; die zweijährige Proberelation (auch: biennium practicum) ist mit dem heutigen praktischen Jahr vergleichbar und bedeutete einen Einsatz als Arzt unter Aufsicht. in: Markus Moser (2017): Der Sammler Dr. Joseph Oberndorfer und seine Fossilien-Sammlung – ein Beitrag zur Geschichte der Paläontologie in Bayern und zur Frage der Fundorte im Raum Kelheim – Zitteliana Serie A+B gemeinsam – 90: 55–142, 60; </ref> in München erhielt." Zur selben Zeit absolvierte der aus [[Hallein]] stammende Arzt [[Karl Maffei]] seine Proberelation in München.<ref>StAM (RA) 15739 (Individuen der Regierungs Kammer des Inneren Landgerichts Personal und Landgerichtsärzte)</ref> |
| − | Biennium practicum durchzumachen, nach diesem eine Proberelation abzulegen und den Staatsconcurs zu bestehen." in: Carl Zeiss (1871): Zum Gedächtniss an Dr. August Max Einsele, k. Gerichtsarzt und Professor, seinen Freunden aus Dankbarkeit und Verehrung gewidmet von dem Botanischen Vereine in Landshut – Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins Landshut – 3: | ||
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| − | Nach seiner Promotion wurde Jehlin 1803 | + | Nach seiner Promotion wurde Jehlin [[1803]] "als Land- und Salinenarzt in Reichenhall ernannt, in welcher Eigenschaft er auch bis zu seiner Versetzung nach [[Traunstein]] im Jahr [[1817]] verblieb."<ref>StAM (RA) 15739 (Individuen der Regierungs Kammer des Inneren Landgerichts Personal und Landgerichtsärzte)</ref> |
| − | Als Landgerichtsarzt verdiente er | + | Als Landgerichtsarzt verdiente er 600 [[Gulden|f]], als Salinenarzt 300 f und 12 Klafter Holz und als Stadtarzt 60 f mit 15 Klafter Holz, sowie als Arzt des Bergamtes 50 f - zusammen also 1010 f und 27 Klafter Holz. Er war also − wie alle Salinen- oder Badeärzte − sehr gut bezahlt.<ref>StAM (RA) 15739 (Individuen der Regierungs Kammer des Inneren Landgerichts Personal und Landgerichtsärzte)</ref> "In Gemäßhelt höchster Entschließung vom 2ten Februar anno dieß haben Se. Churfürstliche Durchlaucht Nachbenannte zu Landgerichts=Aerzten auf gleichfalls nachverzeichnet neu organisirte Landgerichte mit Bestimmung eines Gehalts von 600 fl. vom 1sten Jauner heurigen Jahrs anfangend, gnädigst angestellt, und selben die gleichs falls nachfolgende Instruktion, die ihren Wirkungskreis, und Dienstleistung bestimmt, zu Handen stellen, und selbe hierauf verpflichten lassen |
Reichenhall zum dortigen Landgerichte wurde angestellt Jehlin."<ref>Churpfalzbaierisches Regierungsblatt. IX. Stück. München den 29. Februar 1804, 195.</ref> | Reichenhall zum dortigen Landgerichte wurde angestellt Jehlin."<ref>Churpfalzbaierisches Regierungsblatt. IX. Stück. München den 29. Februar 1804, 195.</ref> | ||
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| − | 1835 wurde sein in Reichenhall geborener Sohn Karl Jehlin Kandidat an der Universität Ingolstadt/Landshut/München für das Studium der Pharmazie.<ref>Matrikelbuch, Ingolstadt, 230.</ref> | + | [[1835]] wurde sein in Reichenhall geborener Sohn Karl Jehlin Kandidat an der Universität Ingolstadt/Landshut/München für das Studium der Pharmazie.<ref>Matrikelbuch, Ingolstadt, 230.</ref> |
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Aktuelle Version vom 4. Januar 2026, 18:38 Uhr
Dr. Franz Xaver Jehlin (* 1778 in Ingolstadt) war Landgerichts- und Salinenarzt in Reichenhall, als dieses von 1810 bis 1816 Teil des Salzachkreises war.
Leben
Der 1778 in Ingolstadt geborene Franz Xaver Jehlin war, wie aus seiner erhaltenen "Qualifications-Tabelle" hervorgeht, katholisch und verheiratet und hatte einen Sohn und eine Tochter.
Sein Vorbereitungsstudium[1] absolvierte Jehlin in Ingolstadt.[2] Das Studium der Arzneikunde (Medizin) absolvierte er in Ingolstadt, Erlangen[?], Bamberg und Würzburg. Zur "mehreren Ausbildung unternahm er eine Reise nach Wien, um die dortigen Spitäler zu besuchen, promovierte 1802 in Landshut und erhielt die Nota in forma optima, welche Note er auch 1813 bei der Proberelation[3] in München erhielt." Zur selben Zeit absolvierte der aus Hallein stammende Arzt Karl Maffei seine Proberelation in München.[4]
Nach seiner Promotion wurde Jehlin 1803 "als Land- und Salinenarzt in Reichenhall ernannt, in welcher Eigenschaft er auch bis zu seiner Versetzung nach Traunstein im Jahr 1817 verblieb."[5]
Als Landgerichtsarzt verdiente er 600 f, als Salinenarzt 300 f und 12 Klafter Holz und als Stadtarzt 60 f mit 15 Klafter Holz, sowie als Arzt des Bergamtes 50 f - zusammen also 1010 f und 27 Klafter Holz. Er war also − wie alle Salinen- oder Badeärzte − sehr gut bezahlt.[6] "In Gemäßhelt höchster Entschließung vom 2ten Februar anno dieß haben Se. Churfürstliche Durchlaucht Nachbenannte zu Landgerichts=Aerzten auf gleichfalls nachverzeichnet neu organisirte Landgerichte mit Bestimmung eines Gehalts von 600 fl. vom 1sten Jauner heurigen Jahrs anfangend, gnädigst angestellt, und selben die gleichs falls nachfolgende Instruktion, die ihren Wirkungskreis, und Dienstleistung bestimmt, zu Handen stellen, und selbe hierauf verpflichten lassen
Reichenhall zum dortigen Landgerichte wurde angestellt Jehlin."[7]
Die "General Instruktion für die Landgerichts-Aerzte" vom 27. Oktober 1803 war im Anschluss abgedruckt.
1809, bei der Personal-Ernennung der sämtlichen Gerichts-Ärzte der ersten zwölf Kreise des Königreiches, wurde Franz Xaver Jehlin im Landgericht Reichenhall bestätigt.[8]
1815 wurde Jehlin in gleicher Eigenschaft zu dem Landgericht Pfarrkirchen (nördlich von Braunau und westlich von Schärding) versetzt.[9]
Zuletzt (vor 1828[10]) war Jehlin Landgerichtsarzt in Traunstein, wo er im Jänner 1833 als 54-Jähriger quiesziert wurde.[11]
1835 wurde sein in Reichenhall geborener Sohn Karl Jehlin Kandidat an der Universität Ingolstadt/Landshut/München für das Studium der Pharmazie.[12]
Einzelnachweise
- ↑ "1796/97 Xaver von Jehlin Log. Ingolstadt" Eintrag im Matrikelbuch Ingolstadt, 111.
- ↑ Die spätere Ludwig-Maximilians-Universität (nun München) war von 1472 bis 1800 in Ingolstadt situiert. in: de.wikipedia.org
- ↑ "Nach den damals geltenden Normen hatte der Mediciner ein Biennium practicum durchzumachen, nach diesem eine Proberelation abzulegen und den Staatsconcurs zu bestehen." in: Carl Zeiss (1871): Zum Gedächtniss an Dr. August Max Einsele, k. Gerichtsarzt und Professor, seinen Freunden aus Dankbarkeit und Verehrung gewidmet von dem Botanischen Vereine in Landshut – Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins Landshut – 3: 65–176, 92; die zweijährige Proberelation (auch: biennium practicum) ist mit dem heutigen praktischen Jahr vergleichbar und bedeutete einen Einsatz als Arzt unter Aufsicht. in: Markus Moser (2017): Der Sammler Dr. Joseph Oberndorfer und seine Fossilien-Sammlung – ein Beitrag zur Geschichte der Paläontologie in Bayern und zur Frage der Fundorte im Raum Kelheim – Zitteliana Serie A+B gemeinsam – 90: 55–142, 60;
- ↑ StAM (RA) 15739 (Individuen der Regierungs Kammer des Inneren Landgerichts Personal und Landgerichtsärzte)
- ↑ StAM (RA) 15739 (Individuen der Regierungs Kammer des Inneren Landgerichts Personal und Landgerichtsärzte)
- ↑ StAM (RA) 15739 (Individuen der Regierungs Kammer des Inneren Landgerichts Personal und Landgerichtsärzte)
- ↑ Churpfalzbaierisches Regierungsblatt. IX. Stück. München den 29. Februar 1804, 195.
- ↑ Königlich-Baierisches 1818 Regierungsblatt. LXXX. Stück. München, Samstag den 18. November 1809 , 1835-1836.
- ↑ Baierische National-Zeitung: 1815, München 23. Dezember 1815.
- ↑ Der Bayerische Landbote: 1828, 1035.
- ↑ Königlich-bayerisches Intelligenzblatt für den Isarkreis: 1833, 27.
- ↑ Matrikelbuch, Ingolstadt, 230.