Kobler-Spängler-Briefe von 1792 bis 1842: Unterschied zwischen den Versionen

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Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  


Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref>
Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Schlegel]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich, [[Otto Holzapfel]], zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref>


== 1792 ==
== 1792 ==
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''Mein Entschluß Ihnen das Geständnis schriftlich darzubringen, und es Ihnen nicht vor meiner Abreise mündlich anzuvertrauen, wurde bloß durch die noch zweyfelhafte Entwiklung der Sache veranlaßt, so viel ich auch getrachtet habe, war es mir doch nicht möglich, so lange zu verweilen, als nothwendig war, um meine Vermutung in Sicherheit zu verwandeln. Um jemand von meiner Redlichkeit mündlich versichern zu können, theilte ich dem Herrn Doktor Bayer das Geheimniß und mein Vorhaben mit; sein gütiges Versprechen Ihnen die nöthigen Aufschlüße zu geben, der Fany behülflich zu seyn, und Ihnen in der Leitung der Sache an die Hand zu gehen, laßen mich hoffen, daß die Fany Ihre Verzeihung und ich Ihr Zutrauen erhalten werden. Die Frau Mutter zu beruhigen sey Ihre Sorge, ich wendete mich deshalb an Sie, weil mehr dem Manne, als dem Weib gegeben ist, bey eintretenden UnglüksFällen, mit Standhaftigkeit, und Vernunft zu handeln. Zum Beweise Ihrer Versöhnung erbitte ich mir die Beantwortung dieses Briefes, und indem ich sehnsuchtsvoll auf deßen Aufnahme spanne, verlaße ich Sie mit der Versicherung daß die Entfernung die uns scheidet nicht vermögen wird, über die redlichen Gesinnungen die mich beseelen, und über den mir angebohrnen, und von meiner Erziehung verstärkten edlen Carackter zu wirken. // Salzburg am letzten des Jahres 1820 // Ihr // Aufrichtigster Freund Castelli // OberLieutenant im Genie Corps''
''Mein Entschluß Ihnen das Geständnis schriftlich darzubringen, und es Ihnen nicht vor meiner Abreise mündlich anzuvertrauen, wurde bloß durch die noch zweyfelhafte Entwiklung der Sache veranlaßt, so viel ich auch getrachtet habe, war es mir doch nicht möglich, so lange zu verweilen, als nothwendig war, um meine Vermutung in Sicherheit zu verwandeln. Um jemand von meiner Redlichkeit mündlich versichern zu können, theilte ich dem Herrn Doktor Bayer das Geheimniß und mein Vorhaben mit; sein gütiges Versprechen Ihnen die nöthigen Aufschlüße zu geben, der Fany behülflich zu seyn, und Ihnen in der Leitung der Sache an die Hand zu gehen, laßen mich hoffen, daß die Fany Ihre Verzeihung und ich Ihr Zutrauen erhalten werden. Die Frau Mutter zu beruhigen sey Ihre Sorge, ich wendete mich deshalb an Sie, weil mehr dem Manne, als dem Weib gegeben ist, bey eintretenden UnglüksFällen, mit Standhaftigkeit, und Vernunft zu handeln. Zum Beweise Ihrer Versöhnung erbitte ich mir die Beantwortung dieses Briefes, und indem ich sehnsuchtsvoll auf deßen Aufnahme spanne, verlaße ich Sie mit der Versicherung daß die Entfernung die uns scheidet nicht vermögen wird, über die redlichen Gesinnungen die mich beseelen, und über den mir angebohrnen, und von meiner Erziehung verstärkten edlen Carackter zu wirken. // Salzburg am letzten des Jahres 1820 // Ihr // Aufrichtigster Freund Castelli // OberLieutenant im Genie Corps''
{{Absatz}}
'''Bild 1:''' Brief Francesco Castelli, 31. Dez. 1820, S. 1<br />
'''Bild 2:''' Brief Francesco Castelli, 31. Dez. 1820, Umschlag<br />
'''Bild 3:''' Brief Francesco Castelli, 31. Dez. 1820, Umschlag Rückseite<br />
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Datei:Brief Francesco Castelli, 31. Dez. 1820, S. 1.JPG
Datei:Brief Francesco Castelli, 31. Dez. 1820, Umschlag.JPG
Datei:Brief Francesco Castelli, 31. Dez. 1820, Umschlag Rückseite.JPG
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== 1821 ==
== 1821 ==
==== Brief vom 30. Jänner 1821 von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====  
==== Brief vom 30. Jänner 1821 von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====  
Brief von Franz bzw. Francesco Castelli [Nr. 78<ref>"Nr. 78" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] an [[Franziska Kobler]] [Nr. 79]:
Brief von Franz bzw. Francesco Castelli [Nr. 78<ref>"Nr. 78" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] an [[Franziska Kobler]] [Nr. 79]:<br />
[Peterwardein, 30. 1. 1821] ''No 3/ Liebe Fany. Gestern den 29.ten Januar (unwürdiger Tag meines Lebens) bin ich endlich in Peterwardein angekommen. Meine liebe, du kannst dir keinen Begriff machen wie traurig das verdammte Nest ist. In Neusatz wo man doch Menschen sieht, auf dem sich das Erträglichseyn der Festung stützt, sind lauter Juden, oder Kaufleute, bey denen das Intereße von allen Gesichtszügen hervorleuchtet; der 1.te Stock von allen Häusern, ist der Dachboden; ebene Erde, und 1.ter Stock zusammen, zählen zwey Fenster. In Peterwardein ist noch viel änger'' [enger] '', alles was sich dem Auge darbringt, ruft mir zu "Dienst, Dienst["]. Bewaffnete, Arestanten oder Bürger die dem Straßenräuber ähnlich sehen, erregen Mittleid und scheinen mit Ihren ermatteten Blicke mir Trost zusprechen zu wollen, indem sie doch noch mehr leiden wie ich. Die Festungswerke sind sehr ausgedehnt, und alte Gräben mit stehendem verfaulten Wasser gefüllt; Ursache dessen hier auch die Luft peßtilenzialisch, und für meine Constitution (ich will sagen, Beschaffenheit des Körpers) höchst schädlich. Ich erwarte beynahe wollte ich sagen, mit Sehnsucht, die ohnehin unausbleibliche Krank[h]eit, um sie desto eher überstanden zu haben. Von meiner Reise werde ich dir nur das Merkwürdigste in kurzen Worten schreiben. In Wien ist nichts neues, und es regnet in einem fort. In Ofen und Pesth'' [Budapest, Anm.] ''bin ich drey Tage geblieben. Schön gebaut, groß, lebhaft und bevölkert sind die zwei Städte, was ich aber sonderbar finde, ist: daß in der Hauptstadt Ungarns, höchstens der zehnte Theil Ungarisch versteht; und das keine stehende Brücke über die Donau ist. Bey Theresianopel sind mir zweymal die Pferde durchgegangen, der Wagen wurde schändlich zusammen gerichtet; mir aber im Schutz Gottes,'' [ist, Anm.] ''nichts geschehen. Aus allen dem wirst du leicht einsehen, daß meine Lage nicht die beste ist, wenn sie noch dazu von deinem Stillschweigen verschlimmert wird, dann versichere ich dich Fany, ich würde es nicht aushalten können. Schreibe gleich, gleich, es fä[e]hlt dir nicht an Zeit, und Gelegenheit, aber deswegen kann ich dir auch nicht recht verzeihen, daß du nach Wien nicht geschrieben hast. Dem Herrn Doctor'' [Bayer, Anm.] ''bitte ich alles schön auszurichten. Lebe wohl. Meine Unruhe über die Entwicklung unserer Verhältnisse, wächst alle Tage immer mehr, es ist nothwendig auf das Ende los zu gehen. Thue es, ich bitte dich, und beruhige mich mit dem nächsten Brief./ Peterwardein den 30.ten Januar/ Dein Castelli''  
[Peterwardein, 30. 1. 1821] ''No 3/ Liebe Fany. Gestern den 29.ten Januar (unwürdiger Tag meines Lebens) bin ich endlich in Peterwardein angekommen. Meine liebe, du kannst dir keinen Begriff machen wie traurig das verdammte Nest ist. In Neusatz wo man doch Menschen sieht, auf dem sich das Erträglichseyn der Festung stützt, sind lauter Juden, oder Kaufleute, bey denen das Intereße von allen Gesichtszügen hervorleuchtet; der 1.te Stock von allen Häusern, ist der Dachboden; ebene Erde, und 1.ter Stock zusammen, zählen zwey Fenster. In Peterwardein ist noch viel änger'' [enger] '', alles was sich dem Auge darbringt, ruft mir zu "Dienst, Dienst["]. Bewaffnete, Arestanten oder Bürger die dem Straßenräuber ähnlich sehen, erregen Mittleid und scheinen mit Ihren ermatteten Blicke mir Trost zusprechen zu wollen, indem sie doch noch mehr leiden wie ich. Die Festungswerke sind sehr ausgedehnt, und alte Gräben mit stehendem verfaulten Wasser gefüllt; Ursache dessen hier auch die Luft peßtilenzialisch, und für meine Constitution (ich will sagen, Beschaffenheit des Körpers) höchst schädlich. Ich erwarte beynahe wollte ich sagen, mit Sehnsucht, die ohnehin unausbleibliche Krank[h]eit, um sie desto eher überstanden zu haben. Von meiner Reise werde ich dir nur das Merkwürdigste in kurzen Worten schreiben. In Wien ist nichts neues, und es regnet in einem fort. In Ofen und Pesth'' [Budapest, Anm.] ''bin ich drey Tage geblieben. Schön gebaut, groß, lebhaft und bevölkert sind die zwei Städte, was ich aber sonderbar finde, ist: daß in der Hauptstadt Ungarns, höchstens der zehnte Theil Ungarisch versteht; und das keine stehende Brücke über die Donau ist. Bey Theresianopel sind mir zweymal die Pferde durchgegangen, der Wagen wurde schändlich zusammen gerichtet; mir aber im Schutz Gottes,'' [ist, Anm.] ''nichts geschehen. Aus allen dem wirst du leicht einsehen, daß meine Lage nicht die beste ist, wenn sie noch dazu von deinem Stillschweigen verschlimmert wird, dann versichere ich dich Fany, ich würde es nicht aushalten können. Schreibe gleich, gleich, es fä[e]hlt dir nicht an Zeit, und Gelegenheit, aber deswegen kann ich dir auch nicht recht verzeihen, daß du nach Wien nicht geschrieben hast. Dem Herrn Doctor'' [Bayer, Anm.] ''bitte ich alles schön auszurichten. Lebe wohl. Meine Unruhe über die Entwicklung unserer Verhältnisse, wächst alle Tage immer mehr, es ist nothwendig auf das Ende los zu gehen. Thue es, ich bitte dich, und beruhige mich mit dem nächsten Brief./ Peterwardein den 30.ten Januar/ Dein Castelli''  


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==== Brief vom 8. März 1821 von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====
==== Brief vom 8. März 1821 von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====
Brief von Franz bzw. Francesco Castelli an [[Fanny Kobler]]:
Brief von Franz bzw. Francesco Castelli an [[Franziska Kobler]]:<br />
[Peterwardein, 8. März 1821] ''Liebe gute Fany/ Zwischen Hoffnung und Furcht war ich bis jetzt unentschlossen, ob ich dir oder dem Doctor'' [Bayer, Anm.] ''schreiben soll, um die Ursache deines Stillschweigens zu erfahren. Meine Fantasie beschäftigt sich immer mit verzweyflungsvollen Gedanken, die mich den ganzen Tag peinigen und martern. Wie sehnsuchtsvoll warte ich auf die Ankunft der Post, aber immer vergebens; wie kannst du mich so tief kränken, und mir einen ganzen Monathe deine Nachrichten berauben. Jede Ursache, die ich zu deiner Entschuldigung ausstudiere, ist für mich wie ein P[B]litzstrahl im Herzen, denn entweder bist du ja schon krank daß du die Feder nicht regieren kannst, oder deine Liebe zu mir, hat sich so weit erkältigt daß du sogar auf deine Pflichten vergißt. Diese beyde[n] für mich gleich entsetzliche[n] Bilder, mahlen'' [malen, Anm.] ''sich in vielerley Gestalten vor meiner Einbildungskraft, und verursachen mir sehr bittere Stunden. Meine theuerste Fany ich bitte dich wenn du mich je geliebt hast, schreibe, schreibe. Laße dir die paar Minuten nicht berei[u]hen, die du mir widmest, denn sie üben mir große Wohlthat aus. Vom Doctor weis ich auch noch nicht was seine Krankheit für ein Ende genommen hat[t]e. Das Schicksal hätte bey Gott kein böseres Spiel mit mir ausüben können, als mich in eine solche Lage zu versetzen. Ich, von der Menscheit verbannt, diejenige, die einst mein Leben versüßen soll außer Stand zu schreiben, und der einzige Grund von dem ich Trost abwarte entweder auf mich vergeßen, oder untunligst selbst diesem bösen Geschicke. Von nun an werde ich dir nicht wieder schreiben, bis ich nicht von dir was erfahren habe. Lebe wohl, und beglück mich bald mit einigen Zeilen. Deine Gegenliebe zu beSitzen, dich meiner Beständigkeit würdig zu wißen wird stets der große Lohn seyn, den ich für alle meine Schritte, und Bemühungen am liebsten abwarte, und wodurch ich nie aufhören werde zu seyn/ Peterwardein den 8ten März./ Dein getreuer C... -  
[Peterwardein, 8. März 1821] ''Liebe gute Fany/ Zwischen Hoffnung und Furcht war ich bis jetzt unentschlossen, ob ich dir oder dem Doctor'' [Bayer, Anm.] ''schreiben soll, um die Ursache deines Stillschweigens zu erfahren. Meine Fantasie beschäftigt sich immer mit verzweyflungsvollen Gedanken, die mich den ganzen Tag peinigen und martern. Wie sehnsuchtsvoll warte ich auf die Ankunft der Post, aber immer vergebens; wie kannst du mich so tief kränken, und mir einen ganzen Monathe deine Nachrichten berauben. Jede Ursache, die ich zu deiner Entschuldigung ausstudiere, ist für mich wie ein P[B]litzstrahl im Herzen, denn entweder bist du ja schon krank daß du die Feder nicht regieren kannst, oder deine Liebe zu mir, hat sich so weit erkältigt daß du sogar auf deine Pflichten vergißt. Diese beyde[n] für mich gleich entsetzliche[n] Bilder, mahlen'' [malen, Anm.] ''sich in vielerley Gestalten vor meiner Einbildungskraft, und verursachen mir sehr bittere Stunden. Meine theuerste Fany ich bitte dich wenn du mich je geliebt hast, schreibe, schreibe. Laße dir die paar Minuten nicht berei[u]hen, die du mir widmest, denn sie üben mir große Wohlthat aus. Vom Doctor weis ich auch noch nicht was seine Krankheit für ein Ende genommen hat[t]e. Das Schicksal hätte bey Gott kein böseres Spiel mit mir ausüben können, als mich in eine solche Lage zu versetzen. Ich, von der Menscheit verbannt, diejenige, die einst mein Leben versüßen soll außer Stand zu schreiben, und der einzige Grund von dem ich Trost abwarte entweder auf mich vergeßen, oder untunligst selbst diesem bösen Geschicke. Von nun an werde ich dir nicht wieder schreiben, bis ich nicht von dir was erfahren habe. Lebe wohl, und beglück mich bald mit einigen Zeilen. Deine Gegenliebe zu beSitzen, dich meiner Beständigkeit würdig zu wißen wird stets der große Lohn seyn, den ich für alle meine Schritte, und Bemühungen am liebsten abwarte, und wodurch ich nie aufhören werde zu seyn/ Peterwardein den 8ten März./ Dein getreuer C... -  


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==== Brief vom 29. April 1821 von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====
==== Brief vom 29. April 1821 von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====
'''Franz Castelli''' an '''Fanny Kobler''':
Brief von Francesco Castelli an [[Franziska Kobler]]:<br />
 
[Peterwardein, 29. 4. 1821] Brief, grauer Umschlag bezeichnet "Nr. 9 – Peterwardein – An Herrn Doctor Bayer hochwohlgebohren zu Salzburg – abzugeben im Johannes Spital", postalischer Ovalstempel "Peterwardein", Siegel (ohne erkennbares Wappen). – "auch [?] Nr. 6." [! der Brief an Fanny lag wohl dem Brief an Dr. Bayer bei, der ihn weiterbeförderte?] ''Liebe, gute Fany. Seit der Zeit, daß ich in Peterwardein schmachte, habe ich schon fünf oder sechs mal das, für mich empfindsamste Beyspiel erlebt, daß bekannte Frauen stolz auf die gegebenen Beweiße ihrer Gefühle, in den Armen ihrer Männer, und unter ihren Liebkosungen, und immer zuerfreuende Freuden das Ziel ihrer Liebe glücklich erreicht, und nun wieder frisch, und gesund, das nehmliche was für uns Unglück war, mit tausend Freuden erwarten'' [sie erwartet von ihm ein uneheliches Kind, Anm.]''. Bey solchem Anblick ist die Empöhrung meines Gemüths auf das höchste, und nie werde ich mich genug über das Schicksaal beklagen können, das mich mit dem peinigt, was einen anderen beglückt. Das unterstrichene im Anfang dieses, habe ich schon als nothwendig in meinem vorigen Brief anvertraut, und in Anwendung gebracht'' [Nummerierung des Briefes? Brief "Nr. 5" geht dem voran, Anm.]'', thue das nehmliche damit ich weis, ob du meine Nummern richtig erhaltest oder nicht. Vor kurzem erhielt ich einen Brief von meinem Vater, ich schrieb ihm wieder, ich machte jedoch von dir noch keine Erwähnung, denn der beste Wille mich auszuhelfen, könnte bey den bestehenden Verhältnißen nicht das mindeste verändern. Er soll alles erfahren, jedoch nur dann wenn alles den besten Erfolg zu erwarten hat. Der gegenwärtige Zustand meiner Gesundheit trotz der sehr häufigen Krank[h]eiten, die ich hersche [?], läßt mein'' [mich, Anm.] ''glauben daß Gott mich in seinem Schutz genommen hat, ob das durch mein Verdienst, oder deinetwegen bewirkt wird, ist mir unbewußt, ich fühle nur daß meine Beständigkeit zu dir, dieser Gnade würdig ist. Ich beschäftige mich Sogleich mit dem Gedanken wie du jetzt aussehen magst, und jede Vorstellung meiner Einbildung, verschaft mir Freude, und Schmerzt. Du warst ja manchmal so gut mir in der Wirklichkeit zu erscheinen, erscheine mir jetzt wenigstens im Traum, jedoch mit deiner wahren Gestalt daß ich dich sehen, bewundern, und mich in meinen Handlungen erkennen kann. Liebe Fany, unseren Glauben verspricht Vergeltung für alle Leiden, wenn das ist, so muß die Natur nun Freuden erschaffen, oder unsere Zusammenkunft beschleunigen, denn das erlittene ist größer als jede zu erwartende Freude. Jetzt habe ich zu viel zu thun, so bald ich einen Tag frey haben werde, werde ich nicht'' XXX''gete für den Herrn Doctor etwas für seinen Stammbuch zu zeichnen, er möchte indeßen gedulden, und mich nicht meiner Nachläßigkeit beschuldigen. Deinen Eltern alles erdenkliche, und an die Familie Laschinki'' [Laschensky, Anm.] ''meine Empfehlungen, auch vergiß nicht die Therese, die ohne Zweifel von allem erkundigt seyn wird, recht herzlich zu grüßen, und trag ihr auf auch dir von meiner Seite tausend Pußeln [Busserln] zu geben. Die Streitigkeit wegen der Unterschrift ist nun zu Ende, die Parteyen mit friedlichen Gesinnungen beseelt, wollen sich mit Güte vertragen und durch mich den ersten Beweis der gütigen Uibereinkunft und Versöhnung geben – Den 29te April [1]821. Dein dich ewig getreuer Petergribier'' [? Peterwardeiner, Anm.]'': Franz Castell[i]''
[Peterwardein, 29. 4. 1821] Brief, grauer Umschlag bezeichnet "Nr. 9 – Peterwardein – An Herrn Doctor Bayer hochwohlgebohren zu Salzburg – abzugeben im Johannes Spital", postalischer Ovalstempel "Peterwardein", Siegel (ohne erkennbares Wappen). – "auch [?] Nr. 6." [! der Brief an Fanny lag wohl dem Brief an Dr. Bayer bei, der ihn weiterbeförderte?] ''Liebe, gute Fany. Seit der Zeit, daß ich in Peterwardein schmachte, habe ich schon fünf oder sechs mal das, für mich empfindsamste Beyspiel erlebt, daß bekannte Frauen stolz auf die gegebenen Beweiße ihrer Gefühle, in den Armen ihrer Männer, und unter ihren Liebkosungen, und immer zuerfreuende Freuden das Ziel ihrer Liebe glücklich erreicht, und nun wieder frisch, und gesund, das nehmliche was für uns Unglück war, mit tausend Freuden erwarten'' [sie erwartet von ihm ein uneheliches Kind, Anm.]''. Bey solchem Anblick ist die Empöhrung meines Gemüths auf das höchste, und nie werde ich mich genug über das Schicksaal beklagen können, das mich mit dem peinigt, was einen anderen beglückt. Das unterstrichene im Anfang dieses, habe ich schon als nothwendig in meinem vorigen Brief anvertraut, und in Anwendung gebracht'' [Nummerierung des Briefes? Brief "Nr. 5" geht dem voran, Anm.]'', thue das nehmliche damit ich weis, ob du meine Nummern richtig erhaltest oder nicht. Vor kurzem erhielt ich einen Brief von meinem Vater, ich schrieb ihm wieder, ich machte jedoch von dir noch keine Erwähnung, denn der beste Wille mich auszuhelfen, könnte bey den bestehenden Verhältnißen nicht das mindeste verändern. Er soll alles erfahren, jedoch nur dann wenn alles den besten Erfolg zu erwarten hat. Der gegenwärtige Zustand meiner Gesundheit trotz der sehr häufigen Krank[h]eiten, die ich hersche [?], läßt mein'' [mich, Anm.] ''glauben daß Gott mich in seinem Schutz genommen hat, ob das durch mein Verdienst, oder deinetwegen bewirkt wird, ist mir unbewußt, ich fühle nur daß meine Beständigkeit zu dir, dieser Gnade würdig ist. Ich beschäftige mich Sogleich mit dem Gedanken wie du jetzt aussehen magst, und jede Vorstellung meiner Einbildung, verschaft mir Freude, und Schmerzt. Du warst ja manchmal so gut mir in der Wirklichkeit zu erscheinen, erscheine mir jetzt wenigstens im Traum, jedoch mit deiner wahren Gestalt daß ich dich sehen, bewundern, und mich in meinen Handlungen erkennen kann. Liebe Fany, unseren Glauben verspricht Vergeltung für alle Leiden, wenn das ist, so muß die Natur nun Freuden erschaffen, oder unsere Zusammenkunft beschleunigen, denn das erlittene ist größer als jede zu erwartende Freude. Jetzt habe ich zu viel zu thun, so bald ich einen Tag frey haben werde, werde ich nicht'' XXX''gete für den Herrn Doctor etwas für seinen Stammbuch zu zeichnen, er möchte indeßen gedulden, und mich nicht meiner Nachläßigkeit beschuldigen. Deinen Eltern alles erdenkliche, und an die Familie Laschinki'' [Laschensky, Anm.] ''meine Empfehlungen, auch vergiß nicht die Therese, die ohne Zweifel von allem erkundigt seyn wird, recht herzlich zu grüßen, und trag ihr auf auch dir von meiner Seite tausend Pußeln [Busserln] zu geben. Die Streitigkeit wegen der Unterschrift ist nun zu Ende, die Parteyen mit friedlichen Gesinnungen beseelt, wollen sich mit Güte vertragen und durch mich den ersten Beweis der gütigen Uibereinkunft und Versöhnung geben – Den 29te April [1]821. Dein dich ewig getreuer Petergribier'' [? Peterwardeiner, Anm.]'': Franz Castell[i]''
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==== Brief vom 10. Juni 1821 von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====
==== Brief vom 10. Juni 1821 von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====
'''Franz Castelli''' an '''Fanny Kobler''':
Brief von Francesco Castelli an [[Franziska Kobler]]:<br />
 
[Peterwardein, 10. 6. 1821] ''Theuerste Fany/ Vor zwey Wochen mußte ich in der größten Eile nach Semlin um einen Grund aufzunehmen, und einer Schatzung'' [Steuerschätzung, Anm.] ''beizuwohnen; vor der Abreise war es mir nicht möglich deinen Brief zu beantworten, in Semlin ergab sich keine Gelegenheit, nun aber daß ich wieder zurück bin, erfülle ich meine erste Pflicht, dich von meiner Abreise, Aufenthalt, und Ankunft zu benachrichtigen. Obschon von Geschäften, und Aufträgen aller Art überhäuft, ließ ich doch diese Gelegenheit nicht unbenutzt, um nach Belgrad zu fahren. Der Uibergang von unserem ins türkische Land ist zwar, wie von einem schön möblirten Zimmer, in einem[n] Schweinstall, es bleibt doch deswegen diese Fahrt höchst intereßant, und der schandvolle Anblick ihrer Wildheit, gewährt uns das Bewuß[t]seyn einer beßeren Existenz. Ich wurde beym Wisir'' [Wesir, Anm.] ''aufgeführt, er war sehr galant, ließ mir sogleich einen Stuhl bringen, der gewiß zu schlecht für eine Küche wäre, wartete mich mit Caffé auf, jedoch ohne Zucker, und presentierte mir eine Pfeiffe; das Einzige was man bey ihnen schön heißen kann; ich schmauchte sie mit Gusto ganz aus, und bewunderte indeßen die Anwesenden seines Gefolge''[s] '', die sich um uns versammelt hatten. Wir gingen von ihm, in die Stadt um die Paläste zu betrachten. Trümmer, Brandstätte, Steinhaufen, und die aus der Erde noch hervorragende Knochen, erinnerten uns noch an die letzte Belagerung. Damit du einen Begriff von der Bauart der Türcken faßen kannst mag es hinlänglich seyn zu erinnern, daß im Hofe des Hauses des Gouverneurs Misthaufen verbrannt werden; daß die Fenster in seinem Appartement, mit Papier verpappt sind, und daß der Wisir in seinem Audienz Saal über die vermorschten Löcher des Fußbodens stolpern muß, auch haben in diesem Saal die Schwalben ihre Nester, und die Spinnen ihr Gewebe mit höchster Zulaßung aufgebaut.
[Peterwardein, 10. 6. 1821] ''Theuerste Fany/ Vor zwey Wochen mußte ich in der größten Eile nach Semlin um einen Grund aufzunehmen, und einer Schatzung'' [Steuerschätzung, Anm.] ''beizuwohnen; vor der Abreise war es mir nicht möglich deinen Brief zu beantworten, in Semlin ergab sich keine Gelegenheit, nun aber daß ich wieder zurück bin, erfülle ich meine erste Pflicht, dich von meiner Abreise, Aufenthalt, und Ankunft zu benachrichtigen. Obschon von Geschäften, und Aufträgen aller Art überhäuft, ließ ich doch diese Gelegenheit nicht unbenutzt, um nach Belgrad zu fahren. Der Uibergang von unserem ins türkische Land ist zwar, wie von einem schön möblirten Zimmer, in einem[n] Schweinstall, es bleibt doch deswegen diese Fahrt höchst intereßant, und der schandvolle Anblick ihrer Wildheit, gewährt uns das Bewuß[t]seyn einer beßeren Existenz. Ich wurde beym Wisir'' [Wesir, Anm.] ''aufgeführt, er war sehr galant, ließ mir sogleich einen Stuhl bringen, der gewiß zu schlecht für eine Küche wäre, wartete mich mit Caffé auf, jedoch ohne Zucker, und presentierte mir eine Pfeiffe; das Einzige was man bey ihnen schön heißen kann; ich schmauchte sie mit Gusto ganz aus, und bewunderte indeßen die Anwesenden seines Gefolge''[s] '', die sich um uns versammelt hatten. Wir gingen von ihm, in die Stadt um die Paläste zu betrachten. Trümmer, Brandstätte, Steinhaufen, und die aus der Erde noch hervorragende Knochen, erinnerten uns noch an die letzte Belagerung. Damit du einen Begriff von der Bauart der Türcken faßen kannst mag es hinlänglich seyn zu erinnern, daß im Hofe des Hauses des Gouverneurs Misthaufen verbrannt werden; daß die Fenster in seinem Appartement, mit Papier verpappt sind, und daß der Wisir in seinem Audienz Saal über die vermorschten Löcher des Fußbodens stolpern muß, auch haben in diesem Saal die Schwalben ihre Nester, und die Spinnen ihr Gewebe mit höchster Zulaßung aufgebaut.


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== 1822 ==
== 1822 ==
'''Franz Castelli''' an '''Fanny Kobler''' (* 1796; † 1886; Nr. 79):
==== Brief von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====  
==== Brief vom 7. November 1822 von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====
Brief vom 7. November 1822 von Francesco Castelli an [[Franziska Kobler]]; Briefumschlag "Madmoiselle Mad.lle Françoise [Fanny] de Kobler, Salzburg" aus "Podvin", handschriftlich "von Brod", No. 22; Reste von rotem Lacksiegel, Ankunftsstempel Salzburg 07. 11. 1822. – Briefbogen, "No. 22":<br />  
Briefumschlag "Madmoiselle Mad.lle Françoise [Fanny] de Kobler, Salzburg" aus "Podvin", handschriftlich "von Brod", No. 22; Reste von rotem Lacksiegel, Ankunftsstempel Salzburg 07. 11. 1822. – Briefbogen, "No. 22":<br />  
''Theuerste Fany. So eben komme ich von einer Hochzeit, meine Rolle war diesmahl wichtig, ich war Beystand jetzt stell[s]t du dich vor wie mir zu Muthe ist, die schöne Braut war dir sehr ähnlich wodurch meine Einbildungskraft'' XXX ''Luftschlößer gehabt hat. Wie glücklich würden wir beide wenn nur die Hälfte meiner eingebildeten Glückseligkeiten zur Erfüllung gebracht würden.'' XXX ''Es sind nun bald zwei Jahre daß wir getrennt leben und unsere Verhältniße haben sich nicht um das mindeste gebeßert XXX da ich täglich stummer bleibe. Im Monate Jänner künftigen Jahres wird die berühmte Lotterie über die Grein[?]schaft Ernsdorf gezogen. Diesmahl'' XXX '', und nie wieder, da würden wohl alle Bedenklichkeiten ein Ende haben. Indeßen glücklich kann ich seyn, aber leider immer nur im Traum. Der Unfall meiner Amalia war ein wenig ungeschickt, der Dienstboth hätte wohl verdient'' XXX ''zu werden. Ich brauche dir nichts Einkünftlig zu'' XXX ''du sollst jetzt sorgen, ich später. Lebe wohl, grüße deine Aeltern. Brod den 4ten XXX 822. Dein dich ewig liebender Castelli.'' - "Amalia" Castelli/ Kobler ist über ein Jahr alt.
''Theuerste Fany. So eben komme ich von einer Hochzeit, meine Rolle war diesmahl wichtig, ich war Beystand jetzt stell[s]t du dich vor wie mir zu Muthe ist, die schöne Braut war dir sehr ähnlich wodurch meine Einbildungskraft'' XXX ''Luftschlößer gehabt hat. Wie glücklich würden wir beide wenn nur die Hälfte meiner eingebildeten Glückseligkeiten zur Erfüllung gebracht würden.'' XXX ''Es sind nun bald zwei Jahre daß wir getrennt leben und unsere Verhältniße haben sich nicht um das mindeste gebeßert XXX da ich täglich stummer bleibe. Im Monate Jänner künftigen Jahres wird die berühmte Lotterie über die Grein[?]schaft Ernsdorf gezogen. Diesmahl'' XXX '', und nie wieder, da würden wohl alle Bedenklichkeiten ein Ende haben. Indeßen glücklich kann ich seyn, aber leider immer nur im Traum. Der Unfall meiner Amalia war ein wenig ungeschickt, der Dienstboth hätte wohl verdient'' XXX ''zu werden. Ich brauche dir nichts Einkünftlig zu'' XXX ''du sollst jetzt sorgen, ich später. Lebe wohl, grüße deine Aeltern. Brod den 4ten XXX 822. Dein dich ewig liebender Castelli.'' - "Amalia" Castelli/ Kobler ist über ein Jahr alt.
== 1825 ==
==== Brief vom 8. bis 10. April 1825 von Antonia Lürzer von Zehendthal an Franz I. Xaver Spängler ====
[[Datei:Brief von Antonia Spängler, 8. bis 10. April 1825, S. 1.JPG|thumb|Brief von Antonia Spängler, 8. bis 10. April 1825, S. 1]]
Brief von "Toni"<ref>Dem folgenden Brief vom 17. April 1826 der Mutter an Franz Xaver Spängler ist die Schreiberin tatsächlich Antonia Lürzer von Zechenthal (* 1803), verheiratete [[Antonia Spängler]], die Franz 1826 heiratete, obwohl mir, [[Otto Holzapfel]], im Vergleich der Handschrift mit späteren Briefen zuerst starke Zweifel aufkamen.</ref> an [[Franz Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen, gefaltet als Brief: ''An // Wohlgeboren Herrn Franz Xaver // '' [unterstrichen:] ''Spangler // in // '' [unterstrichen:] ''Salzburg.''; kleines gebrochenes, rotes Lacksiegel; auf der Adressenseite verschiedene Notizen von anderer Hand: ''1825 // '' XX […] ''erwähnt Beantw'' […]; kleiner Zettel beiliegend; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
''Hall den 8 t[en] bis 10 April'' [unterstrichen:] ''1825. // Theuerster Freund! // Ich darf Ihnen wohl nicht mehr sagen, wie viele Freude mir Ihre theure Zuschrift nach welcher ich sehnlichst harrte, gewährte. Sie sind ja ohnehin längst davon überzeugt, ich lese Ihre Briefe immer zwey, oder dreymal, den[n] daß erstemahl überfliegt sie mein Auge nur; dann lese ich sie erst bedachtsam. Also auch bey Ihnen zeigt sich schon das Frühjahr? Das ist auch mir sehr lieb, so habe ich Hoffnung, mich bald eines Blümchen von Ihnen erfreuen zu können, bey uns liegt nur in Bergen noch Schnee, übrigens fängt alles schon zu grünen an, in Gärten wird schon überall angebaut, – ja es blühen schon kleine Blümchen. Ich danke Ihnen lieber Freund! für die Beruhigung, die Sie mir geben, in Hinsicht Ihrer vielen Arbeiten, es ward mir nicht ohne Grund bange, o nein, - den[n] ich erinnre mich, noch sehr gut, wie Sie bey meinen dort seyn, als Sie einmal so Blaß außehen, aber in diesen Zeitpunkt sagten, das Sie so viele Arbeit hätten, und so ward mir, im stillen öfters schon bange für Ihre Gesundheit, doch Sie gaben mir die Versicherung, für Ihre Gesundheit zu sorgen, und so bin ich beruhigt, es ist wahr in gesel[l]schaft wäre es freylich angenehmer spazieren zu gehen, doch wenn selbes nicht seyn kann, so erheitert es schon das Gemüth, wenn man sich in der freyen Natur herum sieht. // ''
''Ich, lieber Xaver [!] genieße der freyen Luft genug, denn wir haben einen Garten und da giebt es immer zu thun genug, ohne sich dabey zu überarbeiten.'' […] Bitte, herzliche Grüße auszurichten; diese Korrespondenz ist nur Ersatz für freundlichen Umgang; Sehnsucht nach dem lieblichen Farbenspiel der Blumen. / Sie schreiben sich gegenseitig Briefe mit Rätsel, "Logogripf" [?], die es zu lösen gilt. [… nur überflogen] / […] ''Leben Sie recht wohl schreiben Sie mir bald, seyen Sie herzlich gegrüßt von // Ihrer // Sie wa[h]rhaft liebenden Freundin Toni. // '' [zwei Spalten nebeneinander:] links ein Gedicht mit eingebauten Rätseln / Zahlen, "Logogrypf"; rechts: Bitte die Schwester zu grüßen, bald den Brief zu beantworten. ''Verzeihen Sie mir meine schlechte Schrift, denn ich schrieb wirklich in großer Eille [!], den[n] ich bin heute Köchin, und da mußte ich immer davon laufen, und danach wol[l]te ich ihn in heute noch auf geben.'' /
[beiliegender Zettel:] ''Lieber Freund! // Die wenigen Zeillen gehören noch zum LogoXX, aber als ich den Brief schließen wol[l]te, sah ich die XX noch fehlen und so schrieb ich sie noch auf di[e]sen Zettel. Leben Sie wohl. / Jetzt rathet schnell, und sprechet frey, Wer es nicht kann, räth 3.4.3., Und wem es nicht gefallen kann, Spricht 3.4.5. und 5 wann [?].''
<hr>


== 1826 ==
== 1826 ==
'''Maria Anna Lürzer von Zehendthal''' [Nr. 75<ref>"Nr. 75" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel'.</ref>] an '''Franz Xaver Spängler''' [Nr. 36]:
==== Brief vom 17. April 1826 von Maria Anna Lürzer von Zehendthal an Franz I. Xaver Gregor Spängler ====
==== Brief vom 17. April 1826 von Maria Anna Lürzer von Zehendthal an Franz I. Xaver Gregor Spängler ====
Brief von Maria Anna Lürzer von Zehendthal<ref>Maria Anna, geborene Graßl, verheiratet mit [[Franz Lürzer von Zechenthal]]</ref> an [[Franz Xaver Gregor Spängler]]; [Hall in Tirol, 17. 4. 1826] [...abgerissene Briefteile] ''verhältnisse setzen, Sie'' [...] ''würde; den na[c]h disser berufung, welche'' [...das Weitere ist weggerisssen, Anm.] ''Ihnen beizt [?] und, aus zu führen, wen es eine Unnag'' [XX? das Weitere ist weggerisssen, Anm.] ''aus disser Handlung fortkomen zu könen. Sie könen nicht wohl anders als auf bessere Zeiten warten, alles zu nuzten. Indessen, walten aber, no[c]h immer die nehmlichen Verhältnisse ob, wie damals, als Sie um u[n]ssere Tony'' [Maria Anthonia Lürzer, Nr. 37; er heiratet sie im November 1826, Anm.] ''anhielten, Sie sind no[c]h immer in der Scheztnerischen'' [Gschnitzer, Anm.] ''Handlung, u[n]d weis Gott wie lange, es sich no[c]h hinaus zieht, bis ein Käufer, oder Pächter, zu disser Handlung vorkömmbt; u[n]d findet sich au[c]h disser, so wird es dissen villeicht sehr erwünscht seyn, wen Sie no[c]h in der Handlung bleiben, wenigstens, eine Zeit, und'' [...eine halbe Seite weggerissen, Anm.] ''waren, allein es erstens [?] sich hierbey [...] der Etablierung, auf eine art geschehen müße, wobey die Subhüflen'' [-hilfe, Unterstützung, Anm.] ''gesichert were; da aber um die Handlung [die] verhältnisse so schlecht stehen, wird es besser seyn, gegenwärtig nichts zu kaufen sondern, das gewisse, den ungewissen vorzuziehen; und wie Sie schon anfangs gewolt, als Spetitur in die Scheztnerischen Handlung zu heyrathen; wo Sie doch leben können, und nichts wagen dürfen von Ihren Vermögen; auf uns ist Ihre offenherzig sagen, würde sich die Tony, wenn das Ziel ihrer Wünsche noch gar so weit sich hinaus ziehen würde, sich gar zu sehr ab härmen, ich spreche ihr nach kräften Worte des trostes zu, führ ihr Muth einzuflössen. Sie ist au[c]h oft ganz getröstet; allein, es gibt hier so ville bösse oder villmehr unkluge Menschen, welche sich die undelikatesten bemerkungen erlauben ihr in das Gesicht zu sagen, und mein ganzes gebäude, welches ich mit Mühe erbaut, stürzt dann in einem Nu zusammen. sie weint dan ein par Stunden und nur mit Mühe kann ich sie dan beruhigen, weill sie alles erst tief fühlt, und sie wirklich oft gekränkt wird. Das beste ist, daß ein Gott über uns waltet, u[n]ssere Schi[c]ksale leitet, und alles zu u[n]sseren besten wendet; auf dissen wollen wir u[n]sser Vertrauen setzen. Uns alle in seinem göttlichen Schutze verlassen und bleibe ich stets die mit aller Liebe Sie auftente [?] Lürzer. Meinn Mann küst Sie herzlich mit mir''  
Brief von Maria Anna Lürzer von Zehendthal = Maria Anna, geborene Graßl</ref> [Nr. 75<ref>"Nr. 75" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel'.</ref>], verheiratet mit [[Franz Lürzer von Zechenthal]] an [Nr. 36] [[Franz Xaver Gregor Spängler]]:<br />
[Hall in Tirol, 17. 4. 1826] [...abgerissene Briefteile] ''verhältnisse setzen, Sie'' [...] ''würde; den na[c]h disser berufung, welche'' [...das Weitere ist weggerisssen, Anm.] ''Ihnen beizt [?] und, aus zu führen, wen es eine Unnag'' [XX? das Weitere ist weggerisssen, Anm.] ''aus disser Handlung fortkomen zu könen. Sie könen nicht wohl anders als auf bessere Zeiten warten, alles zu nuzten. Indessen, walten aber, no[c]h immer die nehmlichen Verhältnisse ob, wie damals, als Sie um u[n]ssere Tony'' [Maria Anthonia Lürzer, Nr. 37; er heiratet sie im November 1826, Anm.] ''anhielten, Sie sind no[c]h immer in der Scheztnerischen'' [Gschnitzer, Anm.] ''Handlung, u[n]d weis Gott wie lange, es sich no[c]h hinaus zieht, bis ein Käufer, oder Pächter, zu disser Handlung vorkömmbt; u[n]d findet sich au[c]h disser, so wird es dissen villeicht sehr erwünscht seyn, wen Sie no[c]h in der Handlung bleiben, wenigstens, eine Zeit, und'' [...eine halbe Seite weggerissen, Anm.] ''waren, allein es erstens [?] sich hierbey [...] der Etablierung, auf eine art geschehen müße, wobey die Subhüflen'' [-hilfe, Unterstützung, Anm.] ''gesichert were; da aber um die Handlung [die] verhältnisse so schlecht stehen, wird es besser seyn, gegenwärtig nichts zu kaufen sondern, das gewisse, den ungewissen vorzuziehen; und wie Sie schon anfangs gewolt, als Spetitur in die Scheztnerischen Handlung zu heyrathen; wo Sie doch leben können, und nichts wagen dürfen von Ihren Vermögen; auf uns ist Ihre offenherzig sagen, würde sich die Tony, wenn das Ziel ihrer Wünsche noch gar so weit sich hinaus ziehen würde, sich gar zu sehr ab härmen, ich spreche ihr nach kräften Worte des trostes zu, führ ihr Muth einzuflössen. Sie ist au[c]h oft ganz getröstet; allein, es gibt hier so ville bösse oder villmehr unkluge Menschen, welche sich die undelikatesten bemerkungen erlauben ihr in das Gesicht zu sagen, und mein ganzes gebäude, welches ich mit Mühe erbaut, stürzt dann in einem Nu zusammen. sie weint dan ein par Stunden und nur mit Mühe kann ich sie dan beruhigen, weill sie alles erst tief fühlt, und sie wirklich oft gekränkt wird. Das beste ist, daß ein Gott über uns waltet, u[n]ssere Schi[c]ksale leitet, und alles zu u[n]sseren besten wendet; auf dissen wollen wir u[n]sser Vertrauen setzen. Uns alle in seinem göttlichen Schutze verlassen und bleibe ich stets die mit aller Liebe Sie auftente [?] Lürzer. Meinn Mann küst Sie herzlich mit mir''  


"An des Wohlgeborenen Herrn Franz Xaver Spangler in Salzburg"; vorpostalischer Stempel: XX Salzburg 18 Apr. XX. Ohne Absender; handschriftlich "1826 v Lurzer M. A Hall 17 April Empf[angen] 18 April Beantw[ortet] 3 May" [Maria Anna Lürzer, Hall in Tirol]. Reste von rotem Siegel. Anfang des Briefes auf einer halben Seite abgerissen; dadurch fehlt auch auf der zweiten Seite eine Hälfte. Vieles ist schwer zu lesen; die Anschrift ist mit anderer Hand und anderer Tinte. Im Brief sind einzelne Zusätze bzw. Verdeutlichungen mit anderer Hand und anderer Tinte darüber geschrieben (hier nicht besonders vermerkt). Praktisch durchgehend steht "ud" für ‘und’ und "ih" für ‘ich’, "noh" für ‘noch’ und ähnlich (hier nicht besonders vermerkt; ‘ch’ oft nur als ‘h’, ‘sch’ als ‘sh’ abgekürzt geschrieben). Bei einigen Lesungen bin ich mir weiterhin unsicher.  
"An des Wohlgeborenen Herrn Franz Xaver Spangler in Salzburg"; vorpostalischer Stempel: XX Salzburg 18 Apr. XX. Ohne Absender; handschriftlich "1826 v Lurzer M. A Hall 17 April Empf[angen] 18 April Beantw[ortet] 3 May" [Maria Anna Lürzer, Hall in Tirol]. Reste von rotem Siegel. Anfang des Briefes auf einer halben Seite abgerissen; dadurch fehlt auch auf der zweiten Seite eine Hälfte. Vieles ist schwer zu lesen; die Anschrift ist mit anderer Hand und anderer Tinte. Im Brief sind einzelne Zusätze bzw. Verdeutlichungen mit anderer Hand und anderer Tinte darüber geschrieben (hier nicht besonders vermerkt). Praktisch durchgehend steht "ud" für ‘und’ und "ih" für ‘ich’, "noh" für ‘noch’ und ähnlich (hier nicht besonders vermerkt; ‘ch’ oft nur als ‘h’, ‘sch’ als ‘sh’ abgekürzt geschrieben). Bei einigen Lesungen bin ich mir weiterhin unsicher.  
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== 1827 ==
== 1827 ==
'''Franz Castelli'''  [Nr. 78] an '''Fanny Kobler''' [Nr. 79]: No 35
==== Brief ohne Datum [1827] von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====
==== Brief ohne Datum [1827] von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====
Brief ohne Ort und Datum, erschlossen: Venedig, 1827, von Francesco Castelli an [[Franziska Kobler]]:<br />
[Venedig, 1827] ''Liebe Fany. Daß ich dir so lange nicht schrieb, waren die Verhältniße in denen ich bis jetzt verwikelt war daran Schuld. Ich versuchte wie du weißt meinem Bruder eine Civil Anstellung zu verschaffen, es wäre mir sicher gelungen, aber der gute Mann anstatt sich die Kenntniße zu erwerben die ihm erforderlich waren, und durch Fleiß und Studium das einzuhohlen, was er vernachläßigt hatte, fing an ein liederliches Leben zu führen, auf meine Rechnung Schulden zu machen etc. etc. Die Sachen gingen zu weit, als daß ich nicht Einhalt zu thun trachten sollen, und beschloß ihn zu entfernen. Gesagt, gethan, er ist nun nach Petersburg'' [Peterwardein? Anm.] ''abgereist, die Expedition kostet mir freylich über 300 fl'' [Gulden] ''Münzen, ich hoffe aber daß diese für ihn die letzte Auslage seyn wird, und daß ich, wenn nicht bald, doch mit der Zeit die ungeheuren Lücken ausfüllen werde, die er auf eine sehr indiscrete Weise hinterlaßen hat. - Die Amalia hat von mir viel zu fordern, ich weis es, und werde mit nach, und nach meine Schuld abtragen; auch du bist meine Gläubnerin, und auch mit dir hoffe'' [ich] ''in Balde in Ordnung zu kommen, und zwar dadurch daß ich die Gelegenheit benutze in Brescia, wo ich um meinen Vater, und die Schwester zu besuchen, auf ein Paar Wochen auf Urlaub gehen möchte, von meinem guten Freunde, und zugleich guten Mahler ein Portrait machen laße, und dir zusende. Daß ich so lange damit warten laße, wirst du vergeben, ich denke wohl immer daran ohne es machen laßen zu können. Ich übersende dir 15 fl C.M.'' [? Kurant-, gängige Münze, Anm.] ''mehr kann ich nicht, weil selbst diese mir schwer fallen. Wir haben das Project fahren laßen, hier das Geld zu erlegen, daß dir von meinem dortigen Haus'' [Bank, Anm.] ''gezahlt wurde; der erste Versuch hat wohl fehlgeschlagen. Man sollte aber noch weiter fragen, vielleicht wäre auch dieses einzuleiten möglich. Ich erwarte recht bald Nachrichten von dir, und von der Amalia, so wie einige Erkundigungen über deine Familie die ich freylich grüßen laße. Addio Fanny/ Venedig den 19.ten N''[ovem]''ber [1]827./ Dein aufrichtiger Freund Castelli''
[Venedig, 1827] ''Liebe Fany. Daß ich dir so lange nicht schrieb, waren die Verhältniße in denen ich bis jetzt verwikelt war daran Schuld. Ich versuchte wie du weißt meinem Bruder eine Civil Anstellung zu verschaffen, es wäre mir sicher gelungen, aber der gute Mann anstatt sich die Kenntniße zu erwerben die ihm erforderlich waren, und durch Fleiß und Studium das einzuhohlen, was er vernachläßigt hatte, fing an ein liederliches Leben zu führen, auf meine Rechnung Schulden zu machen etc. etc. Die Sachen gingen zu weit, als daß ich nicht Einhalt zu thun trachten sollen, und beschloß ihn zu entfernen. Gesagt, gethan, er ist nun nach Petersburg'' [Peterwardein? Anm.] ''abgereist, die Expedition kostet mir freylich über 300 fl'' [Gulden] ''Münzen, ich hoffe aber daß diese für ihn die letzte Auslage seyn wird, und daß ich, wenn nicht bald, doch mit der Zeit die ungeheuren Lücken ausfüllen werde, die er auf eine sehr indiscrete Weise hinterlaßen hat. - Die Amalia hat von mir viel zu fordern, ich weis es, und werde mit nach, und nach meine Schuld abtragen; auch du bist meine Gläubnerin, und auch mit dir hoffe'' [ich] ''in Balde in Ordnung zu kommen, und zwar dadurch daß ich die Gelegenheit benutze in Brescia, wo ich um meinen Vater, und die Schwester zu besuchen, auf ein Paar Wochen auf Urlaub gehen möchte, von meinem guten Freunde, und zugleich guten Mahler ein Portrait machen laße, und dir zusende. Daß ich so lange damit warten laße, wirst du vergeben, ich denke wohl immer daran ohne es machen laßen zu können. Ich übersende dir 15 fl C.M.'' [? Kurant-, gängige Münze, Anm.] ''mehr kann ich nicht, weil selbst diese mir schwer fallen. Wir haben das Project fahren laßen, hier das Geld zu erlegen, daß dir von meinem dortigen Haus'' [Bank, Anm.] ''gezahlt wurde; der erste Versuch hat wohl fehlgeschlagen. Man sollte aber noch weiter fragen, vielleicht wäre auch dieses einzuleiten möglich. Ich erwarte recht bald Nachrichten von dir, und von der Amalia, so wie einige Erkundigungen über deine Familie die ich freylich grüßen laße. Addio Fanny/ Venedig den 19.ten N''[ovem]''ber [1]827./ Dein aufrichtiger Freund Castelli''


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== 1832 ==
== 1832 ==
==== Brief vom 20. März 1832 von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====
==== Brief vom 20. März 1832 von Francesco Castelli an Fanny Kobler ====
Brief von Francesco Castelli an [[Franziska Kobler]]; Original, ein Bogen gefaltet, aufgeschnittenes Siegel, und drei Fotokopien, dazu eine masch.schriftl. Abschrift<ref>Abschrift, masch.schriftl. Durchschlag, beglaubigt durch das Amtsgericht Klagenfurt, 16. April 1943. Meine [O. H.] Übertragung weicht geringfügig von dieser Abschrift ab und ist mit dem Original verglichen worden.</ref>; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
Brief von Francesco Castelli an [[Franziska Kobler]]; Original, ein Bogen gefaltet, aufgeschnittenes Siegel, und drei Fotokopien, dazu eine masch.schriftl. Abschrift<ref>Abschrift, masch.schriftl. Durchschlag, beglaubigt durch das Amtsgericht Klagenfurt, 16. April 1943. Meine, [[Otto Holzapfel]], Übertragung weicht geringfügig von dieser Abschrift ab und ist mit dem Original verglichen worden.</ref>; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
[Briefumschlag:] ''No 49 // À Mademoselle // M. Françoise de Kobler // à // Salzburg en Autriche // abzugeben beym Höllbräuer.'' Poststempel: Venezia 20. Mar // Salzburg 25 Mar 18XX [verwischt]. ''Liebe Fany // Du mußt schon vergeben wenn ich so nachläßig bin, es ist wirklich die Krankheit mit der ich geplagt bin, die mir sogar meine Pflichten vergessen läßt. Gott straft mich mit beständig anhaltenden Schmerzen, vermutlich wegen deiner, ich habe mir sonst nichts vorzuwerfen; ich wollte nur, daß auch mit Beendigung der Strafe alles gut würde, nähmlich daß du glücklich würdest. Montag also den 26.t[en] dieses reise ich von hier nach Brescia auf Urlaub, und bleibe wenigstens zwey Monate, um die lezte Repaurce [?], nähmlich die Veränderung des Clima auf meine Krankheit anzuwenden; es ist die letzte Hoffnung in der ich aber viel Vertrauen hege, nachdem ich auch vor sieben Jahren durch eben eine Luftveränderung von einem ähnlichen Zustande befreyt wurde.'' [am Rand:] ''Erhalten 30t[er] März. Von Brescia aus wirst du von mir Nachrichten erhalten, und wenn du mich mit deinem nächsten Schreiben noch vor dem 15. Juny beglücken willst so schreibe nur nach Brescia ohne die Adresse sonst zu verändern. Von der heutigen Diligence erhälst du 16 fl C.M.'' [Gulden] ''für die zwey Monate März und April; ich wünschte der Amalia hunderte geben zu können, meine Auslagen sind aber für / Doctor und Medikamente so bedeutend, daß ich kaum auslangen kann. Grüße und küße vielmahl die Amalia, und sage ihr, daß ich nicht ermangeln werde während meinem Aufenthalte in Brescia ihren zärtlichen Brief zu beantworten. Deinen Eltern und Brüdern bitte ich viel Schönes auszurichten. Lebe recht wohl und vergnügt, welches wohl thunlich seyn dürfte, auch ohne den von den bekannten Umstämden unerreichbar gemachten Besitz // Deines aufrichtigsten Freundes // Castelli. Venedig den 19. März 1832.''
[Briefumschlag:] ''No 49 // À Mademoselle // M. Françoise de Kobler // à // Salzburg en Autriche // abzugeben beym Höllbräuer.'' Poststempel: Venezia 20. Mar // Salzburg 25 Mar 18XX [verwischt]. ''Liebe Fany // Du mußt schon vergeben wenn ich so nachläßig bin, es ist wirklich die Krankheit mit der ich geplagt bin, die mir sogar meine Pflichten vergessen läßt. Gott straft mich mit beständig anhaltenden Schmerzen, vermutlich wegen deiner, ich habe mir sonst nichts vorzuwerfen; ich wollte nur, daß auch mit Beendigung der Strafe alles gut würde, nähmlich daß du glücklich würdest. Montag also den 26.t[en] dieses reise ich von hier nach Brescia auf Urlaub, und bleibe wenigstens zwey Monate, um die lezte Repaurce [?], nähmlich die Veränderung des Clima auf meine Krankheit anzuwenden; es ist die letzte Hoffnung in der ich aber viel Vertrauen hege, nachdem ich auch vor sieben Jahren durch eben eine Luftveränderung von einem ähnlichen Zustande befreyt wurde.'' [am Rand:] ''Erhalten 30t[er] März. Von Brescia aus wirst du von mir Nachrichten erhalten, und wenn du mich mit deinem nächsten Schreiben noch vor dem 15. Juny beglücken willst so schreibe nur nach Brescia ohne die Adresse sonst zu verändern. Von der heutigen Diligence erhälst du 16 fl C.M.'' [Gulden] ''für die zwey Monate März und April; ich wünschte der Amalia hunderte geben zu können, meine Auslagen sind aber für / Doctor und Medikamente so bedeutend, daß ich kaum auslangen kann. Grüße und küße vielmahl die Amalia, und sage ihr, daß ich nicht ermangeln werde während meinem Aufenthalte in Brescia ihren zärtlichen Brief zu beantworten. Deinen Eltern und Brüdern bitte ich viel Schönes auszurichten. Lebe recht wohl und vergnügt, welches wohl thunlich seyn dürfte, auch ohne den von den bekannten Umständen unerreichbar gemachten Besitz // Deines aufrichtigsten Freundes // Castelli. Venedig den 19. März 1832.''
<hr>
 
==== Brief vom 26. November 1832 von Giovanni Antonio Castelli an Franziska Kobler ====
Italienischer Brief vom 26. November 1832 von Giovanni Antonio Castelli an [[Franziska Kobler]], vgl. den folgenden Text einer deutschen Übersetzung. Ein Bogen, gefaltet als Brief: ''A // Madmoiselle Madmoiselle Françoise Kobler // Ricapito presto Höllbräuer. // A'' [unterstrichen:] ''Salzburg''; Adressenseite und Rückseite rot durchgestrichen; Poststempel "R.4.Salzburg // 4 Dec. 1832"; Siegel o.ä. gebrochen bzw. entfernt. Nicht übertragen (ohne Italienischkenntnisse), vgl. die Fotos.
 
<hr>
'''Bild 1:''' Brief von Giovanni Antonio Castelli, 26. November 1832, S. 1<br />
'''Bild 2:''' Brief von Giovanni Antonio Castelli, 26. November 1832, S. 3<br />
'''Bild 3:''' Brief von Johann Anton Castelli, 26. November 1832, S. 1<br />
'''Bild 4:''' Brief von Johann Anton Castelli, 26. November 1832, S. 4<br />
 
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Datei:Brief von Giovanni Antonio Castelli, 26. November 1832, S. 1.JPG
Datei:Brief von Giovanni Antonio Castelli, 26. November 1832, S. 3.JPG
Datei:Brief von Johann Anton Castelli, 26. November 1832, S. 1.JPG
Datei:Brief von Johann Anton Castelli, 26. November 1832, S. 4.JPG
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==== Brief vom 26. November 1832 von Johann Anton Castelli an die Familie Kobler ====
Brief ohne Umschlag von Johann Anton Castelli<ref>Johann Anton / Giovanni Antonio Castelli (* 1766 in Brescia, Lombardei; † nach 1832) ist der Vater von Franz / Francesco Filastro Castelli (* 17. Juli 1796 in Brescia; † 20. April 1832 in Brescia), dem "Verlobten" von [[Franziska Kobler]] und Vater der [[Zäzilia Amalia Schlegel]]. Vgl. die Briefe seit dem Brief vom 31. Dezember 1820 und dem Brief ohne Datum [1827]; vgl. auch den lückenhaften italienischen Brief vom Februar 1833. Das Schreiben mit der Nr. 1 ist offensichtlich eine Übersetzung des voranstehenden italienischen Briefes vom gleichen Datum, vielleicht ein Teil von Salzburger Akten nach dem Tod von Francesco Castelli.</ref>, ein Bogen, geschöpftes Papier; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]:<br />
''No 1. // Brescia de[n] 26 Novbr 1832 // P. T. // Obgleich vom lebhaftesten Schmerz durchdrungen beeile ich mich Ihren zärtlichen und rührenden Brief vom 14 d. zu beantworten. – Ihr Schmerz und Ihre mir gestandenen Gefühle ließen mich von neuem bittere Thränen vergießen über den Verlust meines geliebten Sohnes, dem einzigen Gegenstand aller meiner Hoffnungen, und ich gestehe es Ihnen, daß es keinen unglücklicheren Vater giebt wie ich es gegenwärtig bin. – In meinem vorgerückten Alter von 66 Jahren, war Franz meine einzige Stütze und Trost, er als der besterzogene Sohn wurde in den Stand gesetzt, die zu seiner Erziehung und für die eines andern Bruders und nun verheuratheten Schwester gemachten schweren Aufopferungen wieder vergelten zu können. Ein verhängnißvolles und unersetzliches Unglück, brach im Frühling / seines Lebens und seines Glückes seine kostbaren Tage ab, und warf seinen unglücklichen Vater in tiefe Verwirrung und Schmerz, und da ich leben muß bin ich gezwungen Tag und Nacht zu arbeiten um mich zu erhalten. – Man hat noch nicht erfahren können welches Vermögen er zurückgelaßen habe, da sein Ganzes /: weil er ohne Testament gestorben :/ wie es Vorschrift ist, vom Gericht in Verwahrung genommen und bis jetzt keine Entschließung in dieser Beziehung gekommen ist. – Von allem dem waren von dem Seinigen zurückgelaßen, muß man zwey Theilungen machen, eine gehört mir, und der andere den zwei obengenannten und von mir getrennten Kindern. –''
 
''Der unglückliche Franz starb den 20. April d: J. in dem Hause seiner Schwester. Da ich mich allein befinde, glaubte er beßer zu thun bey seiner Schwester zu wohnen um beßer gepflegt werden zu können. – Beinahe neun ganze Monate ertrug er seine Krankheit, welche mit den Hemorroiden'' [Hämorriden, Anm.] ''seinen Anfang hatte, und welche / da sie schlecht kurirt wurden in die Eingeweide und dann in die Blase übergingen. – Seine Jugend und die Vernachläßigung den Rathgebungen erfahrener Ärzte kein Gehör gegeben zu haben, vergrößerten immer mehr seine Krankheit und wurde immer mehr geschwächt, endlich nahm er um die schrecklichen Schmerzen vovon er gequält war zu heben, eine starke Medizin und diese war Ursache, daß er alle Besinnung verlor, und nicht mehr sprechen konnte; er starb ohne eine schriftliche oder mündliche Anordnung treffen zu können. – Aber da das Unglück nie allein kommt, muß ich Ihnen bemerken, daß das Geld welches er hatte nach seinem Tode sich nicht mehr vorfand, auch konnte ich nicht das kleinste Andenken von seinem Nachlaß erhalten. – Ich mußte an ein gebührendes Leichenbegräbniß und ein ehrenvolles Begräbniß in unserm Kirchhofe denken, welches mich 600 Zwanz. Kostete, ich unterlaße wegen Kürze sehr viele andere Ausgaben welche mich im Laufe seiner Krankheit traffen. –''
 
''Dieses ist alles was ich Ihnen gegenwärtig in solch / schmerzhaften Inhalt zu wißen mache. – Ich erwarte von Wien die Antwort meiner Bitte an Sn. K. K. Hohheit den Erzherzog Johann um einige Vergütung /: was sehr schwer halten wird :/ und ebenfalls um den Nachlaß des armen Hauptmanns. // Auch diesem, welches ich Ihnen mit aller Aufrichtigkeit an den Tag gelegt, werden Sie verkennen, daß nicht Sie allein unglücklich, sondern daß auch ich von tausend Unglücken gedrückt bin. – Bitten wir den Himmel, daß er mir Gesundheit schenke und meine Geschäfte fördere, damit ich die Mittel habe irgend eine Verfügung treffen zu können. – Nehmen Sie indeßen die zärtlichen Gefühle meiner Hochachtung // Ihr gewogenster // Johann Ant. Castelli''
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==== Notizen auf einer Buchseite, 1832 ff. ====  
==== Notizen auf einer Buchseite, 1832 ff. ====  
'''Fanny Kobler''' (* 1796; † 1886; Nr. 79): Buchseite herausgeschnitten, rosa Rückseite (Vorsatzblatt), jeweils durch einen Strich getrennt:  
Notizen der [[Franziska Kobler]] (* 1796; † 1886; Nr. 79): Buchseite herausgeschnitten, rosa Rückseite (Vorsatzblatt), jeweils durch einen Strich getrennt:<br />
 
''1832. den 20ten April starb mein unvergeßlicher Fo. Castelli/ 1837. den 17ten April starb meine brave, gute, gute Mutter./ 1841. den 30ten Jenner starb mein lieber, guter Vater./ 1842. den 14ten May starb mein guter Bruder./ 1848. den 14ten Juni starb meine liebe, gute, gute Maly'' [Amalie Kobler, Anm.] ''./ Gott gebe das wir uns Jenseitz alle wiedersehen./'' <small>[Abstand und mit etwas anderer Schrift:]</small> ''Die gute Betti Katzinger ist den 10ten August 1881<ref>richtig: 9. August, siehe Partezettel</ref> in Grein an der Donau gestorben.''  
''1832. den 20ten April starb mein unvergeßlicher Fo. Castelli/ 1837. den 17ten April starb meine brave, gute, gute Mutter./ 1841. den 30ten Jenner starb mein lieber, guter Vater./ 1842. den 14ten May starb mein guter Bruder./ 1848. den 14ten Juni starb meine liebe, gute, gute Maly'' [Amalie Kobler, Anm.] ''./ Gott gebe das wir uns Jenseitz alle wiedersehen./'' <small>[Abstand und mit etwas anderer Schrift:]</small> ''Die gute Betti Katzinger ist den 10ten August 1881<ref>richtig: 9. August, siehe Partezettel</ref> in Grein an der Donau gestorben.''  


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== 1833 ==
== 1833 ==
=== Brief vom Februar 1833 von Francesco Castelli an Fanny Kobler ===
=== Brief vom Februar 1833 von Giovanni Antonio Castelli an Fanny Kobler ===
Brief an [Nr. 79] [[Franziska Kobler]] von [Nr. 78] Francesco Castelli, vgl. die gemeinsame Tochter [Nr. 39] Cäcilia Amalia Kobler-Castelli (* 1821; † 1848), [[Zäzilia Amalia Kobler]]. - [Briefbogen gefaltet, Siegel fehlt]:
Brief an [Nr. 79] [[Franziska Kobler]] von [Nr. 78] Francesco Castelli, vgl. die gemeinsame Tochter [Nr. 39] Cäcilia Amalia Kobler-Castelli (* 1821; † 1848), [[Zäzilia Amalia Schlegel]]. - [Briefbogen gefaltet, Siegel fehlt]:<br />
 
''A Mademoisel Francoise Kobler. Ricapito presto Hóllbr''[Höllbäurer, Anm.] ''a Salisburg.'' [undeutliche Stempel:] ''RES GEN[X] 28 / A SALZBURG 3 FEB 1XXX'' [1833]: [unsichere Lesung, vielfach "u" für v:] ''Sig/n Janni Stim/men'' [?] ''. Se tardai sino ad oggi a dos riscontro alla casa scea del 8 curente deue atribuisla al interessamento che senta il mio cuore a tante disauentura sucesse alle nostra Famiglie quali ni occupasso la mente che non so come prender la pena in mano per compicor il mio douare di repondere a si compassionati lettera – Sapia adunque che tutt ora presente sono anur alle siccro di quassto posso auer lasciato il pouero Capitano esenda parte de suoi effetti a Venezia presce il Genio, e parto a Brescia in casa de mio Genero sotto sugallo; e come dissi io non tengo presso di me il piu picolo degli efetti fasciati, per conseqenzo non so se il portafoglio che dica sia a do una parte o dal altra, mi fo pero Carico di n’ntraciati al momento opotune e se mi viesce ouerti di forme tosto la spedizione el suo addressa.  
''A Mademoisel Francoise Kobler. Ricapito presto Hóllbr''[Höllbäurer, Anm.] ''a Salisburg.'' [undeutliche Stempel:] ''RES GEN[X] 28 / A SALZBURG 3 FEB 1XXX'' [1833]: [unsichere Lesung, vielfach "u" für v:] ''Sig/n Janni Stim/men'' [?] ''. Se tardai sino ad oggi a dos riscontro alla casa scea del 8 curente deue atribuisla al interessamento che senta il mio cuore a tante disauentura sucesse alle nostra Famiglie quali ni occupasso la mente che non so come prender la pena in mano per compicor il mio douare di repondere a si compassionati lettera – Sapia adunque che tutt ora presente sono anur alle siccro di quassto posso auer lasciato il pouero Capitano esenda parte de suoi effetti a Venezia presce il Genio, e parto a Brescia in casa de mio Genero sotto sugallo; e come dissi io non tengo presso di me il piu picolo degli efetti fasciati, per conseqenzo non so se il portafoglio che dica sia a do una parte o dal altra, mi fo pero Carico di n’ntraciati al momento opotune e se mi viesce ouerti di forme tosto la spedizione el suo addressa.  
''Con le sue lettera che erano presso di me esequi li suoi ordini; aurei molte cose a dira ma a che giono quando l’impotenzo mete in ridicola la speranza. – Mi tengo nel numero degli infelici dio mi Baccio allo figlio, e attendiamo un maglio avenia e con tutto stimo e amori sono – Brescia 06 Genajo 1833 – il Suo aff Gio Anto'' [anderer Brief: Giovanni Anto., Anm.] ''Castelli''


''Con le sue lettera che erano presso di me esequi li suoi ordini; aurei molte cose a dira ma a che giono quando l’impotenzo mete in ridicola la speranza. – Mi tengo nel numero degli infelici dio mi Baccio allo figlio, e attendiamo un maglio avenia e con tutto stimo e amori sono – Brescia 06 Genajo 1833 il Suo aff Gio Anto'' [anderer Brief: Giovanni Anto., Anm.] ''Castelli''  
Aus "''Brescia am 6. [[Jänner|Januar]]'' [[1833]]:<br />
''Wenn sich bis heute die Begegnung in seinem Haus verzögert hat, am 8. dieses Monats'' ... ''verliere ich das Interesse mit allem Unglück, das unsere Familie verfolgt und meinen Geist belastet um, wie eine Strafe die Pflicht zu erfüllen, mitleidenswerten Briefen zu antworten. Ich weiß also, dass ich jetzt nur von der Vergangenheit'' ... ''von einer Seite die Zuneigung des Capitans in Venedig'' ... '', auf der anderen Seite in Brescia in dem Haus, das mein Schwiegersohn unter'' ... ''und wie gesagt'' ... ''ich kann nicht in der Nähe von diesen kleinen, wunderbaren Zuneigungen, von deren Nachfolge ich nicht weiß, und nicht sein Portefeuille, wie die einen oder die anderen, mir macht in dem günstigen Moment die'' <small>[Urkunde]</small> ... ''und alle Formalitäten für die Spedition an seine Adressse. Mit seinen Briefen, die mich verpflichtet haben, mich immer an seine Anweisungen zu halten'' ... ''und viele Worte sagen, aber die Unfähigkeit macht diese Hoffnung lächerlich. Ich halte mich an die Zahl der Unglücklichen, gib dem Sohn'' [!] ''einen Kuss und wir warten auf eine bessere Zukunft. Mit aller Achtung und Liebe bin ich ihr'' ...


Aus "''Brescia am 6. [[Jänner|Januar]]'' [[1833]]:
Franceso Castelli ist bereits am [[20. April]] [[1832]] verstorben; der "Kuss" soll wohl der Tochter Amalia Kobler gelten, zwölf Jahre alt. Den Brief, den der Vater schreibt (Vgl. den Brief vom Vater vom 26. November 1832 auf Italienisch mit einer Übersetzung ins Deutsche.), kann ich, [[Otto Holzapfel]], auch wegen mangelnder Italienisch-Kenntnisse kaum entziffern; eine Kollegin hat ihn mir bruckstückhaft zu übersetzen versucht.


''Wenn sich bis heute die Begegnung in seinem Haus verzögert hat, am 8. dieses Monats'' ... ''verliere ich das Interesse mit allem Unglück, das unsere Familie verfolgt und meinen Geist belastet um, wie eine Strafe die Pflicht zu erfüllen, mitleidenswerten Briefen zu antworten. Ich weiß also, dass ich jetzt nur von der Vergangenheit'' ... ''von einer Seite die Zuneigung des Capitans in Venedig'' ... '', auf der anderen Seite in Brescia in dem Haus, das mein Schwiegersohn unter'' ... ''und wie gesagt'' ... ''ich kann nicht in der Nähe von diesen kleinen, wunderbaren Zuneigungen, von deren Nachfolge ich nicht weiß, und nicht sein Portefeuille, wie die einen oder die anderen, mir macht in dem günstigen Moment die'' <small>[Urkunde]</small> ... ''und alle Formalitäten für die Spedition an seine Adressse. – Mit seinen Briefen, die mich verpflichtet haben, mich immer an seine Anweisungen zu halten'' ... ''und viele Worte sagen, aber die Unfähigkeit macht diese Hoffnung lächerlich. Ich halte mich an die Zahl der Unglücklichen, gib dem Sohn'' [!] ''einen Kuss und wir warten auf eine bessere Zukunft. Mit aller Achtung und Liebe bin ich ihr'' ...
== 1834 ==
==== Firmungsnachweis für Zäzilia Amalia Kobler, 18. März 1834 ====
[[Datei:Firmungsnachweis für Zäzilia Amalia Kobler, 18. März 1834.JPG|thumb|Firmungsnachweis für Zäzilia Amalia Kobler, 18. März 1834]]


Franceso Castelli ist bereits am [[20. April]] [[1832]] verstorben; der "Kuss" soll wohl der Tochter Amalia Kobler gelten, zwölf Jahre alt. Den Brief, den offenbar ein Verwandter schreibt [vielleicht ein Bruder, vgl. Brief von 1827; der Vater schreibt auf Deutsch], kann ich [O. H.] auch wegen mangelnder Italienisch-Kenntnisse kaum entziffern; eine Kollegin hat ihn mir bruckstückhaft zu übersetzen versucht.
"Denkzettel"<ref>In dieser Bedeutung eines Firmungsnachweises offenbar bisher nicht in den gängigen Wörterbüchern; vgl. Grimm, "Wörterbuch" u.a. (www.woerterbuchnetz.de).</ref> für ''Amali Josepha Kastelli'', [[Zäzilia Amalia Schlegel]], an die Firmung durch den Erzbischof von Salzburg am 18. März 1834, ''Salzburg in der Domkirche''; Firmpatin war ''Josepha Baurnfeind'', [[Paurnfeind]]; 16,5 x 10 cm.
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== 1839 ==
== 1839 ==
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== 1840 ==
== 1840 ==
==== Brief vom 7. November 1840 an Zäzilia Amalia Kobler ====
==== Brief vom 7. November 1840 an Zäzilia Amalia Kobler ====
Brief (gefaltet, mit gebrochenem roten Lacksiegel= sechszackiger [jüd.] Stern mit [nicht erkennbaren] Buchstaben; keine Adresse angegeben [Umschlag fehlt?]) an [Nr. 39<ref>"Nr. 39" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel'.</ref>] '''Cäcilia Amalia Kobler-Castelli''' (* 1821; † 1848):  
Brief (gefaltet, mit gebrochenem roten Lacksiegel= sechszackiger [jüd.] Stern mit [nicht erkennbaren] Buchstaben; keine Adresse angegeben [Umschlag fehlt?]) an [Nr. 39<ref>"Nr. 39" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel'.</ref>] Cäcilia Amalia Kobler-Castelli (* 1821; † 1848) = [[Zäzilia Amalia Schlegel]]:<br />
 
''An Fräulein Mally Kobler. – Festung Königstein den 7 Novbr. 1840. Werthestes Fräulein! Schon hatte ich die Hoffnung, daß Sie Wort  halten und schreiben würden, fast aufgegeben, und war entschlossen, statt an Sie, an Ihr Fräulein Schwester'' [!] ''Fanni zu schreiben, um Sie zu verklagen- als ich von einer Landpartie zurückkommend, am 3 Novbr. höchstangenehm durch die Zeilen Ihrer Hand überrascht wurde. Aber wie lange sind di[e]se- schon am 28 Septbr geschriebenen Worte unterwegs gewesen!- Destomehr beeile ich mich, unverzüglich zu antworten, um Sie nicht längere Zeit in dem Argwohn zu lassen, daß wir so schnell vergessen könnten, als wir schnell liebgenommen. Das läßt kein ächter Sachse sich zu Schulden kommen!- Uiber unsere weitere Reise von Salzburg aus werden Sie ohne Zweifel einen ausführlichen Bericht von meiner Schwägerin erhalten, [w]ie Sie ja auch durch ein längeres Schreiben von d[e]n übrigen Reisegefährten begünstiget haben'' [sind] ''. Daß es uns aber nirgends wieder so wohl geworden ist, als in Salzburg, muß auch ich Ihnen bekennen. Im Bilde hängt das herrliche Salzburg über meinem Schreibepulte, und das Bild ist mir doppelt werth, weil es Salzburg von der Seite darstellt, die Ihr freundliches Wohnhaus zeigt. – Auch nicht der mindeste Unfall ist uns auf der Reise nach der Heimath zugestoßen, und im besten Wohlsein traf ich die Meinigen zu Hause an. Meine gute Frau sah sich für die lange Trennung reich entschädigt durch die Mittheilung all des Guten, das uns zu Theil geworden. Ihre Grüße giebt sie Ihnen freundlichst zurück.''  
''An Fräulein Mally Kobler. – Festung Königstein den 7 Novbr. 1840. Werthestes Fräulein! Schon hatte ich die Hoffnung, daß Sie Wort  halten und schreiben würden, fast aufgegeben, und war entschlossen, statt an Sie, an Ihr Fräulein Schwester'' [!] ''Fanni zu schreiben, um Sie zu verklagen- als ich von einer Landpartie zurückkommend, am 3 Novbr. höchstangenehm durch die Zeilen Ihrer Hand überrascht wurde. Aber wie lange sind di[e]se- schon am 28 Septbr geschriebenen Worte unterwegs gewesen!- Destomehr beeile ich mich, unverzüglich zu antworten, um Sie nicht längere Zeit in dem Argwohn zu lassen, daß wir so schnell vergessen könnten, als wir schnell liebgenommen. Das läßt kein ächter Sachse sich zu Schulden kommen!- Uiber unsere weitere Reise von Salzburg aus werden Sie ohne Zweifel einen ausführlichen Bericht von meiner Schwägerin erhalten, [w]ie Sie ja auch durch ein längeres Schreiben von d[e]n übrigen Reisegefährten begünstiget haben'' [sind] ''. Daß es uns aber nirgends wieder so wohl geworden ist, als in Salzburg, muß auch ich Ihnen bekennen. Im Bilde hängt das herrliche Salzburg über meinem Schreibepulte, und das Bild ist mir doppelt werth, weil es Salzburg von der Seite darstellt, die Ihr freundliches Wohnhaus zeigt. – Auch nicht der mindeste Unfall ist uns auf der Reise nach der Heimath zugestoßen, und im besten Wohlsein traf ich die Meinigen zu Hause an. Meine gute Frau sah sich für die lange Trennung reich entschädigt durch die Mittheilung all des Guten, das uns zu Theil geworden. Ihre Grüße giebt sie Ihnen freundlichst zurück.''  


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"Vater", "Bruder", "Schwester": Die Mutter ist [Nr. 79] Franziska Kobler (* 1796; † 1886), Amalia ist ihr uneheliches Kind. Es gibt einen Bruder der Mutter, [Nr. 79 a] N.N. Kobler († 1842), und einige Cousins und Cousinen: Betti Kobler, verh. Katzinger (* 1825; † 1881) [in Schärding und Grein], Wilhelm Kobler, Luise Kobler, Paul Kobler und Babette Kobler, verh. Weyrer. - "Fanni oder Malli": Die Mutter Fanny ist 44 Jahre alt, die Tochter 19; sie könnten einem Außenstehenden vielleicht als Schwestern vorkommen. Dem Porträt der (älteren) Höllbräuin nach war sie eine wunderschöne Frau. "Malli", die Briefempfängerin Amalia, heiratet 1846 Richard Franz Schlegel.
"Vater", "Bruder", "Schwester": Die Mutter ist [Nr. 79] Franziska Kobler (* 1796; † 1886), Amalia ist ihr uneheliches Kind. Es gibt einen Bruder der Mutter, [Nr. 79 a] N.N. Kobler († 1842), und einige Cousins und Cousinen: Betti Kobler, verh. Katzinger (* 1825; † 1881) [in Schärding und Grein], Wilhelm Kobler, Luise Kobler, Paul Kobler und Babette Kobler, verh. Weyrer. - "Fanni oder Malli": Die Mutter Fanny ist 44 Jahre alt, die Tochter 19; sie könnten einem Außenstehenden vielleicht als Schwestern vorkommen. Dem Porträt der (älteren) Höllbräuin nach war sie eine wunderschöne Frau. "Malli", die Briefempfängerin Amalia, heiratet 1846 Richard Franz Schlegel.
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==== Brief anonym und ohne Datum, ca. 1840, an Zäzilia Amalia Kobler ====
Brief, Datierung angenommen mit etwa 1840 an [[Zäzilia Amalia Schlegel]]; schmaler Umschlag mit goldenem Rand, ein Poststempel "Salzburg 4. Mar." [ohne Jahr]; ''A // Demoiselle la Demoiselle Amélie Castelli // a // " [unterstrichen:] "Salzburg // Stadt, Judengaße No 67"; rückseitig rotes Lacksiegel von einem Wappenring [Wappen nicht erkennbar<ref>viergeteiltes Allianzwappen, zwei Helme mit Helmschmuck</ref>]; ein Bogen, als Schmuck eine blaue Kornblume; elegante lateinische Schrift; hier nur der erste Satz übertragen, Schriftform belassen, einschließlich der z. T. falschen Akzentformen:<br />
''Trés aimable Amélie! // La grande estime, quelle m’inspirent Vos prééminentes qualitès, a reveillè en moi ce tendre sentiment, que le createur des mondes a plantè dans nos coeurs, pour nous faire heureux par la sympathi des ces sentiments.'' [… Zusammenfassung:] Ich glaube, dass Sie mit Ihrer spirituellen Vorausschau den Sinn meiner Worte erkennen. // Mit diesen Zeilen möchte ich meine glühenden Gefühle vermitteln, Sie werden in Ihrer Liebe zu mir mich nicht zurückweisen. // Entschuldigen Sie, liebe Amélie, meine sehnsüchtige Bitte nach einer süßen Antwort / auf meine zarten Absichten. // Ich verehre Sie und nenne mich in schüchterner Verehrung // Ihren // sehr vertrauten Liebhaber // Anonym.
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== 1841 ==
==== Brief vom 18. Juli 1841 von Gustav Raschig an Zäzilia Amalia Kobler ====
Brief von Gustav Raschig an [[Zäzilia Amalia Schlegel]]; ein Bogen; Briefumschlag: ''An // Fräulein Malli Kobler // d. Güte<ref>durch Boten; siehe im Brief</ref> // in // Salzburg. // '' [mehrere Zeilen:] Im Gasthofe zur Hölle zunächst dem Gasthofe zum Erzherzog Karl<ref>[[Hôtel Erzherzog Karl]] am [[Waagplatz 1]]</ref>. Judengasse No. 67.'' Rückseitig rotes Lacksiegel, Buchstaben nicht zu erkennen; // = Absatz; / = Seitenwechsel:<br />
''Verehrtes Fräulein, // Mit dem innigsten Bedauern vernehmen wir von Ihnen die Kunde von dem Dahinscheiden Ihres Vaters.<ref>[[Seraphin Kobler]], † 30. Jänner 1841 in der Stadt Salzburg</ref> So mußte schon so bald Sie der harte Schlag treffen, auf welchen man sich nie genug gefaßt machen kann! Unsrer innigsten Theilnahme halten Sie Sich gewiß versichert. Meine Frau würde Ihnen selbst schreiben, wäre sie nicht seit / längerer Zeit schon so leidend, daß sie selbst an ihre Eltern und Schwester Mathilde nur sehr selten schreibt. // Daß letztere Braut ist, wird sie Ihnen wohl selbst vielleicht schon geschrieben haben. Wir haben ihren Bräutigam, den Oberlieutenant Kühn in Schneeberg, selbst noch nicht gesehen, werden auch der Hochzeit nicht beiwohnen können. // ''
''Die Veranlassung, daß ich Ihnen allein schreibe, ist nächst der Trennung von meinem Bruder und meiner Schwägerin, die sich mir eben darbietende Gelegenheit, diesen Brief durch einen mir sehr befreundeten hiesigen Herrn, den H Zollrath Süßmilch, welcher nebst Familie nach Salzburg, diesen uns ewig unvergeßlichen Paradiese, zu reisen ge- / denkt, zu befördern. Es würde mich sehr freuen, wenn er mit Familie bei Ihnen Unterkommen finden könnte. Sollte dieß nicht der Fall sein, so würden Sie wenigstens mir eine große Gefälligkeit erzeigen, wenn Sie denselben ein andres gutes Unterkommen zuweisen könnten. Ach wer doch so glücklich wäre, mitreisen zu können! Ich kann mich schwer an den Gedanken gewöhnen, vielleicht Salzburg nicht wieder zu sehen. Ist es irgend möglich, so reise ich mindestens noch einmal dahin. Erst einmal habe ich seit der schönen Reise mit meinem Bruder zusammen kommen können. Wie viel wir uns da von Salzburg und von dem zauberischen Aufenthalte in Ihrem Hause unterhielten, können Sie denken. / Die herzlichsten Grüße sendet Ihnen und Ihrer verehrten Fräulein Schwester Fanni<ref>Es gibt keine "Schwester Fanni". Könnte die Mutter "Fanny", [[Franziska Kobler]] gemeint sein?</ref> mit mir meiner Frau und um Ihr ferneres freundliches Andenken bittend verbleibe ich // Ihr // ganz ergebenster // Gustav Raschig. // Budissin'' [Bautzen, Anm.] ''in Sachsen am 18ten Juli 1841.''
<hr>


== 1842 ==
== 1842 ==
W.[Wiener] Neustadt am 27 Aug. [1]842 [Brief von Rosa Hablin {siehe nachstehende Briefe vom 28. Juni 1844 und 20. Juni 1845 und öfter} an [Nr. 39] Cäcilia Amalia Kobler-Castelli, * 1821; † 1848]  
=== Brief vom 27. August 1842 von Rosa Hablin an Zäzilia Amalia Kobler ===
 
W. [Wiener] Neustadt am 27 Aug. [1]842 [Brief von Rosa Hablin {siehe nachstehende Briefe vom 28. Juni 1844 und 20. Juni 1845 und öfter} an [Nr. 39] Cäcilia Amalia Kobler-Castelli (* 1821; † 1848) = [[Zäzilia Amalia Schlegel]]:<br />
''Meine theure unvergeßliche Freundin! Kannst du mir denn verzeihen, meine innig geliebte Maly, daß ich Saumselige jetzt erst dem so heilig und feyerlich gegebenen Versprechen nachkomme- allein bevor du über mein Verbrechen den Stab brichst, gönne mir Verteidigung;- vor Allem glaube nicht, daß es Mangel an Freundschaft- Vergeßlichkeit sey, was mein Stillschweigen veranlaßte, diese Beschuldigung nämlich'' [...] (nicht weiter gelesen; sieben [!] eng beschriebene Blätter, markiert 1 bis 7, Schluss fehlt wohl, keine Unterschrift, auf unterschiedlichem Papier, zum Teil sehr schwer lesbar; am 28. Jänner, dann kurz danach am 31. Mai in Opeka [Kroatien], also offenbar über einen längeren Zeitraum geschrieben).
''Meine theure unvergeßliche Freundin! Kannst du mir denn verzeihen, meine innig geliebte Maly, daß ich Saumselige jetzt erst dem so heilig und feyerlich gegebenen Versprechen nachkomme- allein bevor du über mein Verbrechen den Stab brichst, gönne mir Verteidigung;- vor Allem glaube nicht, daß es Mangel an Freundschaft- Vergeßlichkeit sey, was mein Stillschweigen veranlaßte, diese Beschuldigung nämlich'' [...] (nicht weiter gelesen; sieben [!] eng beschriebene Blätter, markiert 1 bis 7, Schluss fehlt wohl, keine Unterschrift, auf unterschiedlichem Papier, zum Teil sehr schwer lesbar; am 28. Jänner, dann kurz danach am 31. Mai in Opeka [Kroatien], also offenbar über einen längeren Zeitraum geschrieben).