Yponomeuta cagnagella: Unterschied zwischen den Versionen

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[[File:E-MK-17376a.jpg|thumb|Salzburg, [[Flachgau]], [[Wallersee]], [[Seekirchen]], Weng am Wallersee, 1990.05.29 e.l. 1990.07.12]]
[[File:BE-MK-6012a.jpg|thumb|Raupe von ''Yponomeuta cagnagella'' an ''[[Evonymus euopaea]]'': Salzburg, [[Flachgau]], [[Eugendorf]], Pebering, 2004.06.15]]
[[File:BE-MK-6012a.jpg|thumb|Raupe von ''Yponomeuta cagnagella'' an ''Euonymus euopaeus'': Salzburg, [[Flachgau]], [[Eugendorf]], [[Pebering]], 2004.06.15]]
'''Yponomeuta cagnagella''' (''Tinea cagnagella'' Hübner, [1813]) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Yponomeutidae]].
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie==
'''Yponomeuta cagnagella''' (''Tinea cagnagella'' Hübner, [1813]: Taf. 58, Fig. 391-392) ) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Yponomeutidae]] (Gespinst- und Knospenmotten).
''Y. cagnagella'' ist in Salzburg bisher nur von wenigen Fundorten nachgewiesen (Embacher & Kurz 2009), die sich auf die Zonen I (Alpenvorland und Flyschzone), Ia ([[Stadt Salzburg]]) und II (nördliche Kalkalpen) verteilen. Ursache dafür ist hauptsächlich, dass die Imagines nicht sicher von ''[[Yponomeuta malinellus]]'' und weißen Formen von ''[[Yponomeuta padella]]'' unterschieden werden können und der faunistische Nachweis nur über die Raupen und die Kenntnis der Futterpflanzen eindeutig möglich ist. Eine Suche nach den Raupen in den letzten Jahren hat aber gezeigt, dass die Art zumindest im Umkreis der [[Stadt Salzburg]] durchaus verbreitet und häufig ist. Die bisher dokumentierte Höhenverbreitung ist mit 420 - 610 m aber sehr gering und wird stark durch die Höhenverbreitung der Futterpflanze (''[[Evonymus europaea]]'', Pfaffenhütchen) bestimmt (in Salzburg von 420 - 720 m dokumentiert, siehe Kurz & Kurz 2012). Der Lebensraum der Art umfasst laubdominierte Gehölze, Waldränder, sowie hochstauden- und gebüschreiche Schlagflächen mit Vorkommen der Futterpflanze, wobei im Gegensatz zu verwandten Arten bisher kein besonderer Unterschied zwischen Raupen und Imagines festgestellt wurde. ''Y. cagnagella'' bringt nur eine Generation im Jahr hervor. Raupen sind hauptsächlich im Mai, Imagines von Juni bis August zu finden.
 
==Diagnose==
Die [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines können nicht sicher von anderen ''Yponomeuta''-Arten, besonders ''[[Yponomeuta padella]]'' oder ''[[Yponomeuta malinellus]]'', unterschieden werden. Die großen Gespinste mit Raupen an ''[[Euonymus europaeus]]'' sind aber bei Zucht der [[Glossar Biologie#I|Imag]]o zweifelsfrei zu bestimmen. Lediglich die Raupen von ''[[Yponomeuta irrorella]]'' fressen ebenfalls an derselben Pflanze, die Gespinste sind aber viel kleiner und unauffällig, die Falter besitzen einen grauen Fleck in der Flügelmitte.
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
''Y. cagnagella'' war in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] bisher nur von wenigen Fundorten nachgewiesen (Embacher & Kurz 2008), die sich auf die Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]), Ia ([[Stadt Salzburg]]) und II (nördliche Kalkalpen) verteilten (Zoneneinteilung nach Embacher et al. 2025). Ursache dafür ist hauptsächlich, dass die Imagines nicht sicher von ''[[Yponomeuta malinellus]]'' und weißen Formen von ''[[Yponomeuta padella]]'' unterschieden werden können und der faunistische Nachweis nur über die Raupen und die Kenntnis der Nahrungspflanzen eindeutig möglich ist. Eine Suche nach den Raupen in den letzten Jahren hat aber gezeigt, dass die Art zumindest im Umkreis der [[Stadt Salzburg]] durchaus verbreitet und häufig ist. Die bisher dokumentierte Höhenverbreitung ist mit 420 bis 630 m aber sehr gering und wird stark durch die Höhenverbreitung der Nahrungspflanze (''[[Euonymus europaeus]]'', das Pfaffenhütchen) bestimmt (in Salzburg von 400 bis 800 m dokumentiert, siehe Kurz&nbsp;&amp;&nbsp;Kurz&nbsp;2025). Allerdings fand eine Exkursion des Tiroler Landesmuseums im Wildgerlostal (Zone IV, Zentralalpen) ein Exemplar von ''Y. cagnagella'' auch auf fast 1700 m Höhe. Dabei dürfte es sich um ein mit Aufwinden verfrachtetes Tier gehandelt haben. 2023 fotografierte weiters Ernst Moßhammer südlich von [[Saalfelden]] (Zone III, Schieferalpen) ein Tier, das höchstwahrscheinlich ebenfalls zu ''Y. cagnagella'' gehört. Der Lebensraum der Art umfasst laubdominierte Gehölze, [[Wald (Pflanzenformation)|Wald]]<nowiki></nowiki>ränder, hochstauden- und gebüschreiche Schlagflächen, aber auch Gärten und [[Hecke]]n mit Vorkommen der Nahrungspflanze, wobei im Gegensatz zu verwandten Arten bisher kein besonderer Unterschied im Lebensraum zwischen Raupen und [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] festgestellt wurde. ''Y. cagnagella'' bringt nur eine Generation im Jahr hervor. Raupen sind hauptsächlich im Mai, Imagines von Juni bis August zu finden.
 
==Nachbarfaunen==
''Y. cagnagella'' kommt in allen österreichischen Bundesländern vor (Humer 2013). Die Art wurde auch in allen Landesteilen von Oberösterreich (Klimesch 1991, GBIF Austria 2025), als auch von [[Bayern]] (Haslberger & Segerer 2021) gefunden.
 
==Biologie und Gefährdung==
==Biologie und Gefährdung==
Über die Biologie der Imagines ist in Salzburg nichts bekannt. Die Raupen fressen bei uns ausschließlich am Gemeinen Pfaffenhütchen (''[[Evonymus europaea]]''). Wie die übrigen verwandten Gespinstmotten fertigen sie Gemeinschaftsnester aus Seide an, die einige Dutzend Tiere umfassen können. Gelegentlich treten sie auch in größeren Massen auf und können dann einzelne Büsche ihre Futterpflanzen kahl fressen. Die Verpuppung erfolgt in spindelförmigen Kokons, oft ebenfalls gemeinschaftlich im Nest. Als Parasit wurde in Salzburg eine bis jetzt nicht näher identifizierte Raupenfliege festgestellt. Trotz der geringen Höhenverbreitung kann die Art in Salzburg auf Basis der neueren Raupenfunde als ungefährdet angesehen werden.
Über die Biologie der Imagines ist in Salzburg nichts bekannt. Eine wahrscheinlich zu dieser Art gehörende Imago (Raupenvorkommen in der Nähe) kam zwischen 20 und 21 Uhr MEZ ans Licht. Die Raupen fressen bei uns ausschließlich am Gemeinen Pfaffenhütchen (''Euonymus europaeus''). Allerdings fand Hannes Pohla [[2016]] ein Raupennest in Salzburg-[[Parsch]] an ''[[Acer tataricum]]'' (Tatarischer Steppen-[[Ahorn]]). Die daraus erhaltenen Imagines stimmten beim DNA-barcoding zu 100% mit ''Y. cagnagella'' überein (Peter Huemer pers. Mitteilung, Embacher & Kurz 2017). Wie die übrigen verwandten Gespinstmotten fertigen die Raupen Gemeinschaftsnester aus Seide an, die einige Dutzend Tiere umfassen können. Gelegentlich treten sie auch in größeren Massen auf und können dann einzelne Büsche ihre Futterpflanzen kahl fressen. Die Verpuppung erfolgt in spindelförmigen Kokons, oft ebenfalls gemeinschaftlich im Nest. Neben der [[Tachinidae|Raupenfliege]] ''[[Bactromyia aurulenta]]'' wurden als Parasitoide an den Raupen auch der Fadenwurm ''[[Hexamermis albicans]]'' sowie nicht näher bestimmte Erzwespen (Chalcidoidea) in Salzburg festgestellt. Trotz der geringen Höhenverbreitung kann die ''Y. cagnagella'' in Salzburg auf Basis der neueren Funde als ungefährdet angesehen werden (Einstufung LC nach Embacher et al. 2025).
 
==Weiterführende Informationen==
==Weiterführende Informationen==
{{NKIS | taxonid=893}}
{{NKIS | taxonid=893}}
[[Salzburgwiki:Projekt_Fauna_und_Flora|Projekt:  Fauna und Flora von Salzburg]]
{{Fauna und Flora Projekt}}
==Quellen==
==Quellen==
*Embacher, G. & M. Kurz 2009. Yponomeutidae, Ypsolophidae, Plutellidae und Acrolepiidae (Lepidoptera) des Landes Salzburg. Beiträge zur Entomofaunistik 9: 3-11.
*Embacher, G. & M. Kurz 2008. Yponomeutidae, Ypsolophidae, Plutellidae und Acrolepiidae (Lepidoptera) des Landes Salzburg. Beiträge zur Entomofaunistik 9: 3-11.
*Embacher, G., P. Gros, M.E. Kurz, M.A.Kurz & C. Zeller-Lukashort 2011: Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematisches Verzeichnis mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur 19: 5-89.
*Embacher, G. & M. A. Kurz 2017. Fünfter Nachtrag zu "Die Schmetterlinge des Landes Salzburg" (Insecta, Lepidoptera). Beiträge zur Entomofaunistik 18: 61-67.
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2012. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 02 Juli 2012].
*{{Quelle Embacher et al. 2024}}
[[Kategorie: Biologie]]
*GBIF Austria 2025. Global Biodiversity Information Facility, participant node Austria. URL: https://www.gbif.at/ [online 2025.12.04].
[[Kategorie: Pflanzen und Tiere]]
*Haslberger, A. & A.H. Segerer 2021. Fünf Jahre "Checkliste der Schmetterlinge Bayerns". Eine Erfolgsgeschichte der bayerischen Insektenfaunistik auf neuestem Stand (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 111. Online-Supplement S6. Aktualisierte Checkliste (Hauptkatalog). Stand: 15.09.2021: 74 pp.
[[Kategorie: Tiere]]
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
*Klimesch, J. 1991. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 7. Microlepidoptera II. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1-301.
*Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.12.04].
 
== Einzelnachweis ==
<references />
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]
[[Kategorie:Naturwissenschaft]]
[[Kategorie:Biologie]]
[[Kategorie:Fauna]]
[[Kategorie:Insekt]]
[[Kategorie:Schmetterling]]
[[Kategorie:Kleinschmetterling]]