Mönchsberg: Unterschied zwischen den Versionen

ergänzt
K Textersetzung - „Benediktiner-Erzabtei St. Peter“ durch „Benediktinererzabtei St. Peter“
Markierungen: Mobile Bearbeitung Mobile Web-Bearbeitung
 
(4 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 18: Zeile 18:


=== Name ===
=== Name ===
Der Name Mönchsberg leitet sich von den Mönchen des an seinem Fuße gelegenen [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerklosters St. Peter]] ab. Der stadtnahe Teil des Mönchsberg gehörte im [[Mittelalter]] einst in weiten Teilen dem Kloster.
Der Name Mönchsberg leitet sich von den Mönchen des an seinem Fuße gelegenen [[Benediktinererzabtei St. Peter|Benediktinerklosters St. Peter]] ab. Der stadtnahe Teil des Mönchsberg gehörte im [[Mittelalter]] einst in weiten Teilen dem Kloster.


=== Aussichtspunkte ===
=== Aussichtspunkte ===
Zeile 36: Zeile 36:
* Die [[Bürgerwehr]]
* Die [[Bürgerwehr]]
* ein [[Buddhistische Stupa|buddhistische Stupa]]  
* ein [[Buddhistische Stupa|buddhistische Stupa]]  
* die [[Edmundsburg]] mit [[Stefan-Zweig-Center]]
* die [[Edmundsburg]] mit dem [[Stefan Zweig Centre Salzburg]]
* das [[Freyschlösschen]], auch Freyvilla genannt
* das [[Freyschlösschen]], auch Freyvilla genannt
* die [[Grasmayr-Villa]]
* die [[Grasmayr-Villa]]
Zeile 51: Zeile 51:


=== Im Berg befinden sich ===
=== Im Berg befinden sich ===
* Der [[Mönchsbergaufzug]]  
* Die [[Katakomben]]
* der [[Mönchsbergaufzug]]  
* die [[Mönchsberggaragen]] mit Ausgängen in die Altstadt ([[Toscaninihof]] und [[Bürgerspital St. Blasius‎‎]]) sowie einem direkten Zugang zu den [[Salzburger Festspielhäuser]]n
* die [[Mönchsberggaragen]] mit Ausgängen in die Altstadt ([[Toscaninihof]] und [[Bürgerspital St. Blasius‎‎]]) sowie einem direkten Zugang zu den [[Salzburger Festspielhäuser]]n
* das Sigmundstor
* das Sigmundstor
* der [[Stiftsarmstollen des Almkanals|Stiftsarmstollen]] des [[Almkanal]]s an der Grenze zum Festungsberg
* der [[Stiftsarmstollen des Almkanals|Stiftsarmstollen]] des [[Almkanal]]s an der Grenze zum Festungsberg
* der [[Trinkwasser-Hochbehälter Mönchsberg]]  
* der [[Trinkwasser-Hochbehälter Mönchsberg]]  
* eine [[Tropfsteinhöhle im Mönchsberg|Tropfsteinhöhle]]  
* eine [[Tropfsteinhöhle im Mönchsberg|Tropfsteinhöhle]]
 
=== Kleindenkmäler und Kunstwerke ===
* [[Eduard-Richter-Denkmal]]
* [[Katschthaler Kreuz]]
* [[Denkmal für Sylvester Wagner auf dem Salzburger Mönchsberg]]
* [[Stolperstein]] für [[Veronika Maultasch]] vor dem Haus Mönchsberg Nr. 9
* Skulpturenpark Kupelwieserplatzl
* [[Sky-Space]]


=== Museen ===
=== Museen ===
Zeile 92: Zeile 101:
Der Berg besteht weitestgehend aus [[Konglomerat]]. Das Gestein besteht aus schräg übereinander liegenden Bänken aus feinkörnigen und mittelkörnigen Schichten, zwischen denen sich schmale Sandlagen befinden (meist Grobsand, sehr selten Feinsand). Die Lagen sind unterschiedlich stark verkittet, die wenig verfestigten Lagen sind aufgrund der höheren Verwitterungsanfälligkeit gut als Nischen in den Felswänden erkennbar.
Der Berg besteht weitestgehend aus [[Konglomerat]]. Das Gestein besteht aus schräg übereinander liegenden Bänken aus feinkörnigen und mittelkörnigen Schichten, zwischen denen sich schmale Sandlagen befinden (meist Grobsand, sehr selten Feinsand). Die Lagen sind unterschiedlich stark verkittet, die wenig verfestigten Lagen sind aufgrund der höheren Verwitterungsanfälligkeit gut als Nischen in den Felswänden erkennbar.


Bohrungen, die den Konglomerat durchstießen, zeigen, dass das Gestein des Mönchsbergs nicht auf hartem Untergrund, sondern vielfach auf weichem [[Flysch]], auf <span style="color:green">Gosau-Schichten</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Gosau-Schichten]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> (Sandstein und Mergel) und kleinräumig auch auf einer Grundmoräne liegt. Im Bereich der steilen Felswände bildeten sich hangparallele Entspannungsklüfte, die sich z. T. mit Lehm gefüllt haben. Sie dürften durch die Unterschneidung des Bergs durch die [[Salzach]], durch Skarpierungs- und Steinbrucharbeiten oder durch natürliche Entspannungsvorgänge entstanden sein. Die Brüche bewirken, dass vermehrt Wasser in das Gestein eindringt. Durch Frost und Erosion erweitern sich der Risse, was zum Abbruch ganzer Felspartien führen kann. Die Nord-Ost-Flanke des Mönchsbergs besteht zu einem großen Teil aus vertikalen alten Skarpierungswänden. Auch an der Ostseite lassen sich Erosionskehlen entdecken. Die Seite Richtung Mülln und [[Riedenburg]] wurde aus Verteidigungsgründen besonderst stark skarpiert (vertikal abgearbeitet). Am Mönchsberg herrschten zwei Arten von Massenbewegungen vor: Kleine Steinschläge, die durch oberflächliche Verwitterung ausgelöst wurden und [[Felsstürze]] bis zu ca. 100&nbsp;000&nbsp;m³. In den frühen Morgenstunden des [[16. Juli]] [[1669]] fand auf Häuser der [[Gstättengasse]] und die [[Berglkirchlein zu Unserer Lieben Frau|Berglkirche]] herab der wohl schwerste Felssturz in der Stadt Salzburg statt.  
Bohrungen, die den Konglomerat durchstießen, zeigen, dass das Gestein des Mönchsbergs nicht auf hartem Untergrund, sondern vielfach auf weichem [[Flysch]], auf <span style="color:green">Gosau-Schichten</span><ref>siehe EnnstalWiki → [[enns:Gosau-Schichten]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> (Sandstein und Mergel) und kleinräumig auch auf einer Grundmoräne liegt. Im Bereich der steilen Felswände bildeten sich hangparallele Entspannungsklüfte, die sich z. T. mit Lehm gefüllt haben. Sie dürften durch die Unterschneidung des Bergs durch die [[Salzach]], durch Skarpierungs- und Steinbrucharbeiten oder durch natürliche Entspannungsvorgänge entstanden sein. Die Brüche bewirken, dass vermehrt Wasser in das Gestein eindringt. Durch Frost und Erosion erweitern sich der Risse, was zum Abbruch ganzer Felspartien führen kann. Die Nord-Ost-Flanke des Mönchsbergs besteht zu einem großen Teil aus vertikalen alten Skarpierungswänden. Auch an der Ostseite lassen sich Erosionskehlen entdecken. Die Seite Richtung Mülln und [[Riedenburg]] wurde aus Verteidigungsgründen besonderst stark skarpiert (vertikal abgearbeitet). Am Mönchsberg herrschten zwei Arten von Massenbewegungen vor: Kleine Steinschläge, die durch oberflächliche Verwitterung ausgelöst wurden und [[Felsstürze]] bis zu ca. 100&nbsp;000&nbsp;m³. In den frühen Morgenstunden des [[16. Juli]] [[1669]] fand auf Häuser der [[Gstättengasse]] und die [[Berglkirchlein zu Unserer Lieben Frau|Berglkirche]] herab der wohl schwerste Felssturz in der Stadt Salzburg statt.  


Als Plateauberg stellt er mit seinem kleinräumigen Wechsel von Wald und Wiesen (z. B. die [[Paschkoffwiese]]) und seinen vielen Aussichtsplätzen einen Naherholungsraum und Ausflugsziel dar. Kleinräumig ist zum Erhalt der Erholungslandschaft die Verbesserung historischer Aussichten das Zurücksetzen von Wald (Niederwaldkultur) oder die die Rückführung kleiner Waldteile in Magerrasen wichtig.
Als Plateauberg stellt er mit seinem kleinräumigen Wechsel von Wald und Wiesen (z. B. die [[Paschkoffwiese]]) und seinen vielen Aussichtsplätzen einen Naherholungsraum und Ausflugsziel dar. Kleinräumig ist zum Erhalt der Erholungslandschaft die Verbesserung historischer Aussichten das Zurücksetzen von Wald (Niederwaldkultur) oder die die Rückführung kleiner Waldteile in Magerrasen wichtig.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
In alter Zeit waren der [[Festungsberg]] und der Mönchsberg, die durch die [[Mönchsbergscharte]] verbunden sind (einem talähnlichen Einschnitt, dessen Sohle im Laufe der Jahrhunderte der beginnenden [[Neuzeit]] künstlich erhöht wurde), durch keinerlei Weg verbunden. Der Mönchsberg gehörte bis zur [[Bürgerwehr]] seit jeher zur Grundherrschaft des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]] und wurde noch bis ins [[18. Jahrhundert]] für den Viehauftrieb benützt. Nachdem früher ein steiler steiniger Weg von St. Peter aus auf den Mönchsberg hinausgeführt hatte, der unten seit 1630 mit einem Steckentor absperrbar war, wurde [[1654]] die [[Clemens-Holzmeister-Stiege|Peterswachtstiege]] gebaut, die bis [[1859]] gedeckt war.<ref name="ANNO1913">[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19130427&query=%22schartenwall%22+%22stadtmauer%22&seite=4 ANNO], "[[Salzburger Chronik]]", Ausgabe vom 27. April 1913, Seite 4, Beitrag [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Vortrag Frank: "Altes und Neues vom Mönchsberg"</ref>
In alter Zeit waren der [[Festungsberg]] und der Mönchsberg, die durch die [[Mönchsbergscharte]] verbunden sind (einem talähnlichen Einschnitt, dessen Sohle im Laufe der Jahrhunderte der beginnenden [[Neuzeit]] künstlich erhöht wurde), durch keinerlei Weg verbunden. Der Mönchsberg gehörte bis zur [[Bürgerwehr]] seit jeher zur Grundherrschaft des [[Benediktinererzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]] und wurde noch bis ins [[18. Jahrhundert]] für den Viehauftrieb benützt. Nachdem früher ein steiler steiniger Weg von St. Peter aus auf den Mönchsberg hinausgeführt hatte, der unten seit 1630 mit einem Steckentor absperrbar war, wurde [[1654]] die [[Clemens-Holzmeister-Stiege|Peterswachtstiege]] gebaut, die bis [[1859]] gedeckt war.<ref name="ANNO1913">[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19130427&query=%22schartenwall%22+%22stadtmauer%22&seite=4 ANNO], "[[Salzburger Chronik]]", Ausgabe vom 27. April 1913, Seite 4, Beitrag [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Vortrag Frank: "Altes und Neues vom Mönchsberg"</ref>


Schon [[1137]] bis [[1143]] wurde der [[Stiftsarmstollen des Almkanals|Stiftsarmstollen]] des [[Almkanal]]s bergmännisch durch den Berg getrieben, um das Wasser des Almkanals in den [[St.-Peter-Bezirk]] zu leiten und dort über mehrere Kanäle durch die Altstadt geführt wurde. Dieses einzigartige Stollenbauwerk ist bis heute erhalten und kann während der jährlichen [[Almabkehr]] im [[September]] besichtigt werden.  
Schon [[1137]] bis [[1143]] wurde der [[Stiftsarmstollen des Almkanals|Stiftsarmstollen]] des [[Almkanal]]s bergmännisch durch den Berg getrieben, um das Wasser des Almkanals in den [[St.-Peter-Bezirk]] zu leiten und dort über mehrere Kanäle durch die Altstadt geführt wurde. Dieses einzigartige Stollenbauwerk ist bis heute erhalten und kann während der jährlichen [[Almabkehr]] im [[September]] besichtigt werden.