Coleophora serratella: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Coleophora serratella''' (''Phalaena (Tinea) serratella'' Linnaeus, 1761) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Coleophoridae]] (Miniersackträger).
'''Coleophora serratella''' (''Phalaena (Tinea) serratella'' Linnaeus, 1761) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Coleophoridae]] (Miniersackträger).


==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==


''C. serratella'' ist in Salzburg eine der häufigsten und am weitesten verbreiteten Arten der [[Colephoridae]]. Nachweise liegen aus allen Landesteilen vor, auch wenn die Funde im Lungau (Zone V nach Embacher et al. 2024) bereits vor dem Jahr 1970 stammen. Auch die Höhenverbreitung ist mit rund 400 bis 1800 m für einen sehr weiten Bereich dokumentiert, zumal die Raupen an Laubhölzern leben (Kurz & Embacher 2022). Lebensraum der Art sind daher Waldränder, Galeriewälder, Gebüschstreifen, Schlagfluren, aber auch Moorbirkenbestände auf Hochmooren, sowie Gärten und Parks. Die Art besitzt also eine sehr große ökologische Amplitude (Shannon-Wiener-Index 2,64 nach Kurz & Kurz 2024).
''C. serratella'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] eine der häufigsten und am weitesten verbreiteten Arten der [[Coleophoridae]]. Nachweise liegen aus allen Landesteilen vor, auch wenn die Funde im [[Lungau]] (Zone V nach Embacher et al. 2024) bereits aus der Zeit vor dem Jahr [[1970]] stammen. Auch die Höhenverbreitung ist mit rund 400 bis 1&nbsp;800&nbsp;[[m&nbsp;ü.&nbsp;A.]] für einen sehr weiten Bereich dokumentiert, zumal die Raupen an Laubhölzern leben (Kurz &amp; Embacher 2022). Lebensraum der Art sind daher [[Wald (Pflanzenformation)|Wald]]<nowiki></nowiki>ränder, Galeriewälder, Gebüschstreifen, Schlagfluren, aber auch Moorbirkenbestände auf Hoch[[moor]]en, sowie Gärten und Parks. Die Art besitzt also eine sehr große ökologische Amplitude (Shannon-[[Wien]]er-Index 2,64 nach Kurz &amp; Kurz 2024).
Die Imagines fliegen in einer Generation im Jahr von Mai bis August, die Raupen überwintern und wurden im Frühjahr noch im Mai und Juni gefunden (Kurz & Kurz 2024).
Die [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines fliegen in einer Generation im Jahr von Mai bis August, die Raupen überwintern und wurden im Frühjahr noch im Mai und Juni gefunden (Kurz &amp; Kurz 2024).


==Biologie und Gefährdung==
==Biologie und Gefährdung==


Über die Lebensweise der Imagines ist aus Salzburg fast nichts bekannt. Die Raupen fressen in ihrem Sack an verschiedensten Betulaceae, wobei für Salzburg folgende Arten dokumentiert sind: ''[[Alnus incana]]'', ''[[Alnus glutinosa]]'', ''[[Alnus alnobetula]'', ''[[Betula pendula]]'', ''[[Betula pubescens]]'', ''[[Carpinus betulus]]'' und ''[[Corylus avellana]]''. Ein Sack mit einer Puppe wurde auch an einem Blatt von ''[[Prunus padus]]'' angesponnen gefunden, wobei aber zweifelhaft ist, ob die Traubenkirsche auch als Nahrungspflanze genutzt worden ist. An ihren Nahrungspflanzen treten die Raupen in Konkurrenz zu verschiedensten anderen Phytophagen, meist blattminierenden Lepidopteren- und Coleopterenarten. In Salzburg wurden bisher folgende Nahrungskonkurrenten festgestellt:
Über die Lebensweise der Imagines ist aus Salzburg fast nichts bekannt. Die Raupen fressen in ihrem Sack an verschiedensten Betulaceae, wobei für Salzburg folgende Arten dokumentiert sind: ''[[Alnus incana]]'', ''[[Alnus glutinosa]]'', ''[[Alnus alnobetula]]'', ''[[Betula pendula]]'', ''[[Betula pubescens]]'', ''[[Carpinus betulus]]'' und ''[[Corylus avellana]]''. Ein Sack mit einer Puppe wurde auch an einem Blatt von ''[[Prunus padus]]'' angesponnen gefunden, wobei aber zweifelhaft ist, ob die Traubenkirsche auch als Nahrungspflanze genutzt worden ist. An ihren Nahrungspflanzen treten die Raupen in Konkurrenz zu verschiedensten anderen Phytophagen, meist blattminierenden Lepidopteren- und Coleopterenarten. In Salzburg wurden bisher folgende Nahrungskonkurrenten festgestellt:


[[Lepidoptera]]:<ul>
[[Lepidoptera]]:<ul>
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[[Trombidiformes]] (Acari):<ul>
[[Trombidiformes]] (Acari):<ul>
<li>''[[Eriophyes laevis]]''
<li>''[[Eriophyes laevis]]''
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Als Parasiten wurden mehrfach Angehörige der [[Ichneumonidae]] festgestellt (alle Informationen nach Kurz & Kurz 2024).
Als Parasiten wurden mehrfach Angehörige der [[Ichneumonidae]] festgestellt (alle Informationen nach Kurz & Kurz 2024).
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==Weiterführende Informationen==
==Weiterführende Informationen==
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{{Fauna und Flora Projekt}}
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== Weitere Bilder ==
== Bilder ==
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==Quellen==
==Quellen==
{{Quelle Embacher et al. 2024}}
*Kurz, M. A. &amp; G. Embacher 2022. Die Coleophoridae (Lepidoptera) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Entomologen 74: 55–69.
*Kurz, M. A. &amp; [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2024. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2024.03.11].


{{Quelle Embacher et al. 2024}}
== Einzelnachweis ==
*Kurz, M. A. & G. Embacher 2022. Die Coleophoridae (Lepidoptera) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Entomologen 74: 55-69.
<references />
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2024. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2024.03.11].


[[Kategorie:Wissenschaft]]
[[Kategorie:Wissenschaft]]