Phyllocnistis xenia: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Phyllocnistis xenia''' M. Hering, 1936: 369 ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
 
==Diagnose==
 
[[Glossar Biologie#I|Imag]]ines von ''P. xenia'' sind von jenen der ''[[Phyllocnistis labyrinthella]]'' nicht mit Sicherheit zu unterscheiden. Die Minen an ''[[Populus alba]]'' (und ''Populus x canescens''?) sind aber neben der verschiedenen Nahrungspflanze durch die breitere grünliche Kotspur von ''P. labyrinthella'' eindeutig unterscheidbar. Aus diesem Grund wird ''P. xenia'' im Allgemeinen heute als eigenständige Art aufgefasst, auch wenn das letzte Wort hier noch nicht gesprochen sein dürfte (siehe auch Huemer 2013: 210).
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
 
''P. xenia'' wurde erst am 28.10.2011 zum ersten Mal in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] festgestellt und ist daher in der Liste von Embacher et al. (2011) noch nicht verzeichnet. Der Autor fand an diesem Tag eine bereits ausgewaschene Mine auf der Blattoberseite einer jungen Weiß[[pappel]] in der Nähe der [[Überfuhr]] in der [[Stadt Salzburg]] im Gehölzstreifen am linken [[Salzach]]<nowiki>ufer</nowiki> (Zone Ia nach Embacher et al. 2024). Im August 2018 wurden dann wenige hundert Meter weiter nördlich frische Minen sowie auch einige Puppen an Weißpappel gefunden. Aus einer der mitgenommenen Puppen wurde allerdings keine Imago erhalten. Die beiden bisher bekannten Fundorte liegen in rund 420 bis 425 m Höhe (Kurz&nbsp;&amp;&nbsp;Kurz&nbsp;2025).
 
==Nachbarfaunen==
 
Huemer (2013) meldet ''P. xenia'' auf Basis des obigen Erstfundes nur aus Salzburg. Minen an ''Populus alba'' fand der Autor aber auch 2018 in [[Niederösterreich]] in der Nähe von Grafenegg am Kamp-Rundweg sowie im [[Burgenland]] in den Jahren 2012 (Dorfmuseum in Mönchhof), 2017 (Umgebung von Weiden am Neusiedlersee) und 2019 (Tierpark Pamhagen, alle Daten nach Kurz & Kurz 2025). Zudem meldet bereits Klimesch (1990) die Art aus dem [[oberösterreich]]ischen [[Alpenvorland]]. In [[Bayern]] sind Funde aus dem Tertiär-Hügelland und den voralpinen Schotterdecken sowie aus dem Schichtstufenland bekannt (Haslberger & Segerer 2016).


'''Phyllocnistis xenia''' M. Hering, 1936 ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Gracillariidae]].
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie==
''P. xenia'' wurde erst am 28.10.2011 zum ersten Mal in Salzburg festgestellt und ist daher in der Liste von Embacher et al. (2011) noch nicht verzeichnet. Der Autor fand an diesem Tag eine bereits ausgewaschene Mine auf der Blattoberseite einer jungen Weißpappel in der Nähe der Überfuhr in der [[Stadt Salzburg]] im Gehölzstreifen am linken [[Salzach]]ufer (Kurz & Kurz 2012). ''P. xenia'' ist morphologisch von ''[[Phyllocnistis labyrinthella]]'' nicht mit Sicherheit zu unterscheiden, verhält sich biologisch aber als eigenständige Art und wird hier auch als solche geführt.
==Biologie und Gefährdung==
==Biologie und Gefährdung==
Die Raupen von ''P. xenia'' fressen monophag an der Weißpappel (''[[Populus alba]]''), was den Hauptunterschied zu ''[[Phyllocnistis labyrinthella]]'' ausmacht. Die Raupen der letzteren Art fressen ausschließlich an den Blättern von ''[[Populus tremula]]'', der Zitterpappel. Beide Arten erzeugen an den Blättern ihrer Fraßpflanzen sehr lange und auffallend silberweiße, vielfach gewundene Gangminen mit dunkler Mittellinie, die sowohl auf der Ober- wie auch auf der Unterseite verlaufen können. Eine ungezielte Nachsuche nach weiteren Minen von ''P. xenia'' an Weißpappeln im Bereich der [[Stadt Salzburg]] verlief bisher ergebnislos, doch erlaubt der Mangel an Daten keine Beurteilung einer eventuellen Gefährdung. Geeignete Lebensräume finden sich in Salzburg hauptsächlich in den Auwaldresten an der [[Salzach]] nörlich der [[Stadt Salzburg]], sowie am Unterlauf der [[Saalach]].
 
Die Raupen von ''P. xenia'' fressen nahezu ausschließlich an der Weißpappel (''Populus alba''), was den Hauptunterschied zu ''[[Phyllocnistis labyrinthella]]'' ausmacht. Die Raupen der letzteren Art fressen fast ausschließlich an den Blättern von ''[[Populus tremula]]'', der Zitterpappel. Beide Arten erzeugen an den Blättern ihrer Nahrungspflanzen sehr lange und auffallend silberweiße, vielfach gewundene Gangminen mit dunkler Mittellinie, die sowohl auf der Ober- wie auch auf der Unterseite verlaufen können. Diese dunkle Kotspur ist bei ''P. labyrinthella'' fein und schwarz, bei ''P. xenia'' aber breiter und grünlich. An denselben Weißpappelbüschen, an denen 2018 die Minen von ''P. xenia'' gefunden wurden, traten auch Fraßspuren von ''[[Phyllonorycter comparella]]'' und ''[[Stigmella assimilella]]'' auf, allerdings niemals auf demselben Blatt. Weitere geeignete Lebensräume würden sich in Salzburg sonst nur in den Auwaldresten an der Salzach nördlich der Stadt Salzburg sowie am Unterlauf der [[Saalach]] finden, sodass die Art als bedroht angesehen werden muss (Einstufung VU nach Embacher et al. 2024).
 
==Weiterführende Informationen==
==Weiterführende Informationen==
{{NKIS | taxonid=164208}}
{{NKIS | taxonid=164208}}
[[Salzburgwiki:Projekt_Fauna_und_Flora|Projekt:  Fauna und Flora von Salzburg]]
{{Fauna und Flora Projekt}}
 
== Weitere Bilder ==
{{Commonscat|Phyllocnistis xenia}}
 
==Quellen==
==Quellen==
*Embacher, G., P. Gros, M.E. Kurz, M.A.Kurz & C. Zeller-Lukashort 2011: Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematisches Verzeichnis mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur 19: 5-89.
 
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2012. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 16 April 2012].
*{{Quelle Embacher et al.}}{{Quelle Embacher et al. 2024}}
[[Kategorie: Biologie]]
*Haslberger, A. &amp; A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp.
[[Kategorie: Pflanzen und Tiere]]
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
[[Kategorie: Tiere]]
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
*Kurz, M. A. &amp; [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.09.23].
 
== Einzelnachweis ==
<references/>
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]
[[Kategorie:Naturwissenschaft]]
[[Kategorie:Biologie]]
[[Kategorie:Fauna]]
[[Kategorie:Insekt]]
[[Kategorie:Schmetterling]]
[[Kategorie:Kleinschmetterling]]