Tineidae: Unterschied zwischen den Versionen
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==Geschichte der Erforschung im Land== | ==Geschichte der Erforschung im Land== | ||
Die ersten Angaben zu Tineiden für Salzburg finden sich bereits bei [[Franz de Paula Storch junior|Storch]] (1868), der in seinem Catalogus Faunae Salisburgensis sechs „Tinea“-Arten auflistet. [[Karl Mitterberger|Mitterberger]] (1909) gibt bereits 15 Arten echte Motten für das Land an, wobei ''[[Nemapogon ruricolella]]'' (Stainton, 1849) mangels Beleges aber aus der Landesfauna wieder eliminiert werden musste (Kurz et al. 2010b). Durch die Sammeltätigkeit von [[Friedrich Mairhuber|Fritz Mairhuber]] in den [[1960er]]- und [[1970er]]-Jahren, von [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Michael]] und [[Marion Kurz]] sowie von [[Christof Zeller-Lukashort|Christof Zeller]] ab den [[1980er]]-Jahren erhöhte sich die Zahl der für Salzburg nachgewiesenen Tineidae schließlich bereits auf 23 bei Huemer & Tarmann (1993) und auf 27 bei Embacher et al. (2011). Von den letzten beiden Zahlen wurden zwei Arten dann zu den [[Meessiidae]] transferiert, vier neue kamen aber hinzu, sodass Embacher et al. (2024) in der Neuausgabe der Liste der Schmetterlinge Salzburgs 29 Arten aufzählen können. | Die ersten Angaben zu Tineiden für Salzburg finden sich bereits bei [[Franz de Paula Storch junior|Storch]] (1868), der in seinem Catalogus Faunae Salisburgensis sechs „Tinea“-Arten auflistet. [[Karl Mitterberger|Mitterberger]] (1909) gibt bereits 15 Arten echte Motten für das Land an, wobei ''[[Nemapogon ruricolella]]'' (Stainton, 1849) mangels Beleges aber aus der Landesfauna wieder eliminiert werden musste (Kurz et al. 2010b). Durch die Sammeltätigkeit von [[Friedrich Mairhuber|Fritz Mairhuber]] in den [[1960er]]- und [[1970er]]-Jahren, von [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Michael]] und [[Marion Kurz]] sowie von [[Christof Zeller-Lukashort|Christof Zeller]] ab den [[1980er]]-Jahren erhöhte sich die Zahl der für Salzburg nachgewiesenen Tineidae schließlich bereits auf 23 bei Huemer & Tarmann (1993) und auf 27 bei Embacher et al. (2011). Von den letzten beiden Zahlen wurden zwei Arten dann zu den [[Meessiidae]] transferiert, vier neue kamen aber hinzu, sodass Embacher et al. (2024) in der Neuausgabe der Liste der Schmetterlinge Salzburgs 29 Arten aufzählen können. Bei Kurz (2026) wird eine Fehlbstimmung von ''[[Monopis crocicapitella]]'' korrigiert, sodass nunmehr von 28 Arten im Land auszugehen ist. | ||
==Kenntnisstand der Gruppe in Salzburg== | ==Kenntnisstand der Gruppe in Salzburg== | ||
Tineidae gehören wegen der Schwierigkeiten bei der Bestimmung der Arten zu den besonders schlecht untersuchten Schmetterlingen in Salzburg. Gerade die häufigeren Arten sind oft nur durch anatomische Untersuchungen sicher voneinander zu unterscheiden, während viele andere Vertreter eine ausgesprochen versteckte Lebensweise führen und nur durch gezielte Suche überhaupt aufzufinden sind. So ist es nicht verwunderlich, dass erst [[2010]] eine einigermaßen vollständige Bearbeitung dieser Schmetterlingsfamilie für Salzburg publiziert wurde (Kurz et al. 2010b), in deren Rahmen 4 Arten als neu für die Landesfauna gegenüber der Übersicht von Huemer und Tarmann (1993) gemeldet wurden. Bei einer dieser Arten (''[[Niditinea truncicolella]]'') handelte es sich sogar um den ersten Nachweis für Österreich (siehe auch Kurz et al. 2010a). Seitdem folgten weitere vier Arten (Embacher et al. 2024). Die nun bekannten | Tineidae gehören wegen der Schwierigkeiten bei der Bestimmung der Arten zu den besonders schlecht untersuchten Schmetterlingen in Salzburg. Gerade die häufigeren Arten sind oft nur durch anatomische Untersuchungen sicher voneinander zu unterscheiden, während viele andere Vertreter eine ausgesprochen versteckte Lebensweise führen und nur durch gezielte Suche überhaupt aufzufinden sind. So ist es nicht verwunderlich, dass erst [[2010]] eine einigermaßen vollständige Bearbeitung dieser Schmetterlingsfamilie für Salzburg publiziert wurde (Kurz et al. 2010b), in deren Rahmen 4 Arten als neu für die Landesfauna gegenüber der Übersicht von Huemer und Tarmann (1993) gemeldet wurden. Bei einer dieser Arten (''[[Niditinea truncicolella]]'') handelte es sich sogar um den ersten Nachweis für Österreich (siehe auch Kurz et al. 2010a). Seitdem folgten weitere vier Arten (Embacher et al. 2024). Die nun bekannten 28 Arten (nach dem Ausschluss von M. crocicapitella) stellen aber sicherlich auch noch nicht das vollständige Arteninventar dar. Wie bei den meisten sogenannten Kleinschmetterlingen sind auch bei den Echten Motten die Gebirgsregionen des Landes in faunistischer Hinsicht besonders schlecht untersucht, und so ist durchaus noch der eine oder andere Zugang zur Landesfauna zu erwarten. Folgende Arten werden nun für Salzburg gemeldet: | ||
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|''[[Monopis obviella]]'' | |''[[Monopis obviella]]'' | ||
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|''[[Monopis imella]]'' | |''[[Monopis imella]]'' | ||
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|''[[Elatobia fuliginosella]]'' | |''[[Elatobia fuliginosella]]'' | ||
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|''[[Monopis crocicapitella]]'' | |||
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==Weiterführende Informationen== | ==Weiterführende Informationen== | ||
{{Naturfuehrer | taxonid=Tineidae}} | {{Naturfuehrer | taxonid=Tineidae}} | ||
{{Fauna und Flora Projekt}} | |||
== Quellen == | == Quellen == | ||
{{Quelle Embacher et al.}}{{Quelle Embacher et al. 2024}} | {{Quelle Embacher et al.}}{{Quelle Embacher et al. 2024}} | ||
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*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | ||
* Karsholt, O. & E. J. van Nieukerken 2010. Tineidae. In: Karsholt, O. & E. J. van Nieukerken (eds.). Lepidoptera, Moths. Fauna Europaea version 2.4., http://www.faunaeur.org [online 04 Februar 2011]. | * Karsholt, O. & E. J. van Nieukerken 2010. Tineidae. In: Karsholt, O. & E. J. van Nieukerken (eds.). Lepidoptera, Moths. Fauna Europaea version 2.4., http://www.faunaeur.org [online 04 Februar 2011]. | ||
*Kurz, M. A. 2026. Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil III: Tineoidea und Gracillarioidea (Insecta: Lepidoptera). Herausgegeben von der Naturkundlichen Gesellschaft, Salzburg, in preparation. | |||
* [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz, M. A.]], [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] & [[Gernot Embacher|G. Embacher]] 2010a. Erstnachweis von ''Niditinea truncicolella'' (Tengström, 1848) für Österreich (Lepidoptera: Tineidae). Newsletter (Salzburger [[Entomologische Arbeitsgemeinschaft]]) 2/2010: 11-12. | * [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz, M. A.]], [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] & [[Gernot Embacher|G. Embacher]] 2010a. Erstnachweis von ''Niditinea truncicolella'' (Tengström, 1848) für Österreich (Lepidoptera: Tineidae). Newsletter (Salzburger [[Entomologische Arbeitsgemeinschaft]]) 2/2010: 11-12. | ||
* Kurz, M. A., M. E. Kurz & G. Embacher 2010b. Die Tineidae (Lepidoptera) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Beiträge zur Entomofaunistik, 11: 3-8. | * Kurz, M. A., M. E. Kurz & G. Embacher 2010b. Die Tineidae (Lepidoptera) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Beiträge zur Entomofaunistik, 11: 3-8. | ||