Hotel Münchnerhof: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Muenchnerhof_Weinstube_1928.jpg|thumb|die Weinstube, 1928]] | [[Datei:Muenchnerhof_Weinstube_1928.jpg|thumb|die Weinstube, 1928]] | ||
[[Datei:Muenchnerhof_Zweibettzimmer_1928.jpg|thumb|Beispiel Zweibettzimmer, 1928]] | [[Datei:Muenchnerhof_Zweibettzimmer_1928.jpg|thumb|Beispiel Zweibettzimmer, 1928]] | ||
Der Tod seiner Frau traf Hofinger sehr. Sie hatte 30 Jahre an seiner Seite mit ihm gearbeitet. Im Jahre 1929 wandte sich Hofinger an seinen Cousin, Michael Schwediauer in Wien, und bat, dass dieser seine jüngste Tochter Fini nach Salzburg schicke, um ihm beim Hotelbetrieb zu helfen. Fini hatte eine sehr gute Schulausbildung an der Wiener Handelsakademie absolviert. Sie konnte fließend Englisch und Französisch sprechen und schreiben, | Der Tod seiner Frau traf Hofinger sehr. Sie hatte 30 Jahre an seiner Seite mit ihm gearbeitet. Im Jahre 1929 wandte sich Hofinger an seinen Cousin, Michael Schwediauer in Wien, und bat, dass dieser seine jüngste Tochter Fini nach Salzburg schicke, um ihm beim Hotelbetrieb zu helfen. Fini hatte eine sehr gute Schulausbildung an der Wiener Handelsakademie absolviert. Sie konnte fließend Englisch und Französisch sprechen und schreiben, [[Stenograph]]ieren und mit der Schreibmaschine schreiben; auch konnte sie andere Büromaschinen bedienen. Sie war gescheit, talentiert und hatte einen wunderbaren Frohsinn. Sie war bei allen Gästen, wie auch beim Hotelpersonal sehr beliebt. | ||
Der New Yorker Börsensturz im Oktober 1929 hatte sich auch in Europa ausgewirkt. Wenig Gäste stiegen ab, daher waren die Einkünfte geringer und das Personal musste eingeschränkt werden um Geld zu ersparen. Fini war überall im Einsatz: in der Rezeption, im Büro, sie übersah die Wäscherei und das Personal. Am meisten hatte sie aber als Küchenkassiererin fungiert. Am [[2. Oktober]] [[1933]] heirateten Fini und Rudolf, ältester Sohn von Michael Hofinger. Fini arbeitete täglich viele Stunden, manchmal bis 2 Uhr morgens, alles ohne Gehalt. Sie war unermüdlich, verlässlich und hat nie geklagt. Sie hatte sich nie Freizeit genommen, weil der Münchnerhof und ihr Schwiegervater sie brauchten. Mit wenig Geld hatte sie die Fremdenzimmer geschmacklich ausgestattet. Fini liebte die Kunst, speziell die Musik. Sie selbst konnte wunderbar Klavier spielen. Ihre charmante Gastfreundlichkeit brachte viele Gäste ins Haus, die oft als Stammgäste zurückkehrten. Jedes Jahr sind viele [[Salzburger Festspiele|Festspiel]]-Künstler im Münchnerhof abgestiegen, darunter war der bekannte Opernsänger [[Richard Mayr]] ein regelmäßiger Gast. Auch andere Persönlichkeiten von den Salzburger Festspielen sind eingekehrt, wie Dirigenten, Schauspieler, Opernsänger und Bühnenbildner. | Der New Yorker Börsensturz im Oktober 1929 hatte sich auch in Europa ausgewirkt. Wenig Gäste stiegen ab, daher waren die Einkünfte geringer und das Personal musste eingeschränkt werden um Geld zu ersparen. Fini war überall im Einsatz: in der Rezeption, im Büro, sie übersah die Wäscherei und das Personal. Am meisten hatte sie aber als Küchenkassiererin fungiert. Am [[2. Oktober]] [[1933]] heirateten Fini und Rudolf, ältester Sohn von Michael Hofinger. Fini arbeitete täglich viele Stunden, manchmal bis 2 Uhr morgens, alles ohne Gehalt. Sie war unermüdlich, verlässlich und hat nie geklagt. Sie hatte sich nie Freizeit genommen, weil der Münchnerhof und ihr Schwiegervater sie brauchten. Mit wenig Geld hatte sie die Fremdenzimmer geschmacklich ausgestattet. Fini liebte die Kunst, speziell die Musik. Sie selbst konnte wunderbar Klavier spielen. Ihre charmante Gastfreundlichkeit brachte viele Gäste ins Haus, die oft als Stammgäste zurückkehrten. Jedes Jahr sind viele [[Salzburger Festspiele|Festspiel]]-Künstler im Münchnerhof abgestiegen, darunter war der bekannte Opernsänger [[Richard Mayr]] ein regelmäßiger Gast. Auch andere Persönlichkeiten von den Salzburger Festspielen sind eingekehrt, wie Dirigenten, Schauspieler, Opernsänger und Bühnenbildner. | ||
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Im Jahre 1938 wurde sie mit Brustkrebs diagnostiziert. Sie hatte mehrere Operationen in Wien, München und Salzburg, aber sie konnte nicht gerettet werden. Jedes Mal, wenn sie vom Spital zurück kam sah sie blässer aus, aber sie hatte weiter an der Küchenkasse gearbeitet, so lange es ihr möglich war. Sie starb am Freitag, 25. Oktober 1940 im Landeskrankenhaus Salzburg. Mit großer Traurigkeit wurde sie am [[30. Oktober]] [[1940]], an ihrer Tochter Liselotte's vierten Geburtstag, zu Grabe getragen. Viele Salzburger Bürger und prominente Geschäftsleute nahmen an ihrem Begräbnis teil. Sie war nur 39 Jahre alt geworden. | Im Jahre 1938 wurde sie mit Brustkrebs diagnostiziert. Sie hatte mehrere Operationen in Wien, München und Salzburg, aber sie konnte nicht gerettet werden. Jedes Mal, wenn sie vom Spital zurück kam sah sie blässer aus, aber sie hatte weiter an der Küchenkasse gearbeitet, so lange es ihr möglich war. Sie starb am Freitag, 25. Oktober 1940 im Landeskrankenhaus Salzburg. Mit großer Traurigkeit wurde sie am [[30. Oktober]] [[1940]], an ihrer Tochter Liselotte's vierten Geburtstag, zu Grabe getragen. Viele Salzburger Bürger und prominente Geschäftsleute nahmen an ihrem Begräbnis teil. Sie war nur 39 Jahre alt geworden. | ||
Michael Hofinger erkrankte im Frühjahr 1944 und starb am [[25. Mai]] [[1944]] an einem Schlaganfall. Da sein Sohn Rudolf viel auf Reisen war und sein Sohn Otto im [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] war, hatte er noch vor seinem Tode einen Familienrat gegründet. Er wählte vorsichtig sechs Salzburger Geschäftsfreunde und seinen persönlichen Freund, den Kunstmaler [[ Karl Reisenbichler]], zu diesen ehrenamtlichen Stellungen. Der Familienrat trat in Kraft um wichtige zukünftige Entscheidungen für den Münchnerhof zu treffen. Dieser Familienrat wurde mit Otto's Rückkehr aus dem Kriege am [[13. Oktober]] [[1945]] aufgehoben. | Michael Hofinger erkrankte im Frühjahr 1944 und starb am [[25. Mai]] [[1944]] an einem Schlaganfall. Da sein Sohn Rudolf viel auf Reisen war und sein Sohn Otto im [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] war, hatte er noch vor seinem Tode einen Familienrat gegründet. Er wählte vorsichtig sechs Salzburger Geschäftsfreunde und seinen persönlichen Freund, den Kunstmaler [[Karl Reisenbichler]], zu diesen ehrenamtlichen Stellungen. Der Familienrat trat in Kraft um wichtige zukünftige Entscheidungen für den Münchnerhof zu treffen. Dieser Familienrat wurde mit Otto's Rückkehr aus dem Kriege am [[13. Oktober]] [[1945]] aufgehoben. | ||
=== Eine Zeitbombe fiel auf den Münchnerhof === | === Eine Zeitbombe fiel auf den Münchnerhof === | ||
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Otto hatte nicht das gastronomische Talent wie sein Vater oder Fini. Andere Hotelbetriebe Salzburg's hatten viel bessere Vorteile gegenüber dem Hotel Münchnerhof, besonders wenn diese eine gute Aussicht für Gäste boten. Noch dazu wurden die drei Parkplätze vor dem Hotel von der Stadtgemeinde nicht genehmigt, weil der [[Obus]] durch die Dreifaltigkeitsgasse fuhr. Immer weniger Gäste stiegen ab. Otto entschloss, das Hotel in ein Bürohaus umzuwandeln. Dies geschah am [[1. Jänner]] [[1960]] und das Haus heißt seither nur mehr [[Münchnerhof]]. Seine beiden Nichten, Michaela und Liselotte, ebenso Teilhaber des Münchnerhofs, sind im Jahre 1956 nach [[Kanada]] ausgewandert. Otto Hofinger starb am [[7. Juni]] [[1990]]. Er blieb unverheiratet und hatte keine Nachfolger. Er war der letzte männliche Nachfolger Michael Hofingers. Mit seinem Tode ist die 'Hofinger Dynastie', ausgestorben. Der Münchnerhof wurde verkauft und hat jetzt neue Besitzer. | Otto hatte nicht das gastronomische Talent wie sein Vater oder Fini. Andere Hotelbetriebe Salzburg's hatten viel bessere Vorteile gegenüber dem Hotel Münchnerhof, besonders wenn diese eine gute Aussicht für Gäste boten. Noch dazu wurden die drei Parkplätze vor dem Hotel von der Stadtgemeinde nicht genehmigt, weil der [[Obus]] durch die Dreifaltigkeitsgasse fuhr. Immer weniger Gäste stiegen ab. Otto entschloss, das Hotel in ein Bürohaus umzuwandeln. Dies geschah am [[1. Jänner]] [[1960]] und das Haus heißt seither nur mehr [[Münchnerhof]]. Seine beiden Nichten, Michaela und Liselotte, ebenso Teilhaber des Münchnerhofs, sind im Jahre 1956 nach [[Kanada]] ausgewandert. Otto Hofinger starb am [[7. Juni]] [[1990]]. Er blieb unverheiratet und hatte keine Nachfolger. Er war der letzte männliche Nachfolger Michael Hofingers. Mit seinem Tode ist die 'Hofinger Dynastie', ausgestorben. Der Münchnerhof wurde verkauft und hat jetzt neue Besitzer. | ||
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Datei:Muenchnerhof_Badezimmer_1928.jpg|Beispiel Badezimmer, 1928. | Datei:Muenchnerhof_Badezimmer_1928.jpg|Beispiel Badezimmer, 1928. | ||
Datei:Muenchnerhof_Bauplan_Treppenhaus_01.jpg|Bauplan des Treppenhauses. | Datei:Muenchnerhof_Bauplan_Treppenhaus_01.jpg|Bauplan des Treppenhauses. | ||
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;Der Münchnerhof im 21. Jahrhundert, Aufnahmen aus dem Stiegenhaus | ;Der Münchnerhof im 21. Jahrhundert, Aufnahmen aus dem Stiegenhaus | ||
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Münchnerhof Salzburg 01.JPG | Münchnerhof Salzburg 01.JPG | ||
Münchnerhof Salzburg 02.JPG| | Münchnerhof Salzburg 02.JPG| | ||