Großarler Bergbahnen GmbH & Co KG: Unterschied zwischen den Versionen

Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(Eine dazwischenliegende Version derselben Benutzerin wird nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
Großarler Bergbahnen GmbH & Co KG
Die '''Großarler Bergbahnen GmbH &amp; Co.<!--der Punkt ist Teil des Namens--> KG''' ist die Betreibergesellschaft von [[Aufstiegshilfen]] im [[Großarltal]].
Die '''Großarler Bergbahnen GmbH &amp; Co.<!--der Punkt ist Teil des Namens--> KG''' ist die Betreibergesellschaft von [[Aufstiegshilfen]] im [[Großarltal]].


Zeile 9: Zeile 10:
Im Fall der Großarler Bergbahnen ''GmbH &amp; Co. KG'' ist Komplementärin der Kommanditgesellschaft lediglich die Großarler Bergbahnen ''GmbH''; bei den übrigen Gesellschaftern handelt es sich um beiläufig 200 Kommanditisten.<ref name="SNMinich">[[Salzburger Nachrichten]], 3. Mai 2023: [https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/gericht-erklaert-bergbahnen-ag-im-pongau-fuer-rechtswidrig-138109018  ''Gericht erklärt Bergbahnen-AG im Pongau für rechtswidrig''] ([[Michael Minichberger]])</ref>
Im Fall der Großarler Bergbahnen ''GmbH &amp; Co. KG'' ist Komplementärin der Kommanditgesellschaft lediglich die Großarler Bergbahnen ''GmbH''; bei den übrigen Gesellschaftern handelt es sich um beiläufig 200 Kommanditisten.<ref name="SNMinich">[[Salzburger Nachrichten]], 3. Mai 2023: [https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/gericht-erklaert-bergbahnen-ag-im-pongau-fuer-rechtswidrig-138109018  ''Gericht erklärt Bergbahnen-AG im Pongau für rechtswidrig''] ([[Michael Minichberger]])</ref>


Die Bergbahnen GmbH wiederum besteht aus 19 Gesellschaftern und hat ein Stammkapital von 500.000 €; die Höhe der Anteile der einzelnen Gesellschafter bewegt sich zwischen 1,94 % und 13,56 %.<ref>FirmenABC, [https://www.firmenabc.at/grossarler-bergbahnen-gesellschaft-mit-beschraenkter-haftung_PaJ ''Großarler Bergbahnen Gesellschaft mit beschränkter Haftung''] (FN 056175k)</ref>
Die Großarler Bergbahnen GmbH wiederum besteht aus 19 Gesellschaftern und hat ein Stammkapital von 500.000 €; die Höhe der Anteile der einzelnen Gesellschafter bewegt sich zwischen 1,94 % und 13,56 %.<ref>FirmenABC, [https://www.firmenabc.at/grossarler-bergbahnen-gesellschaft-mit-beschraenkter-haftung_PaJ ''Großarler Bergbahnen Gesellschaft mit beschränkter Haftung''] (FN 056175k)</ref>


Es gibt Bestrebungen, diese Gesellschaftskonstruktion in Richtung einer Konstruktion als Aktiengesellschaft zu verändern. Diese Bestrebungen sind aber bisher gescheitert, da einzelne Gesellschafter ihre Zustimmung verweigert hatten. Die beschlossene Umgründung in eine Aktiengesellschaft "Skischaukel Großarltal Dorfgastein AG" wurde gerichtlich für rechtsunwirksam erklärt.<ref name="SNMinich"/>
Es gibt Bestrebungen, diese Gesellschaftskonstruktion in Richtung einer Konstruktion als Aktiengesellschaft zu verändern. Diese Bestrebungen sind aber bisher gescheitert, da einzelne Gesellschafter ihre Zustimmung verweigert hatten. Die beschlossene Umgründung in eine Aktiengesellschaft "Skischaukel Großarltal Dorfgastein AG" wurde gerichtlich für rechtsunwirksam erklärt.<ref name="SNMinich"/>
== Geschichte ==
== Geschichte ==
=== 1966: Gründung ===
=== 1966: Gründung ===
Die Gesellschaft wurde im Mai [[1966]] gegründet. 23 Gesellschafter und 67 Kommanditisten sowie kräftige Unterstützung seitens der Gemeinde [[Großarl]] ermöglichten die Aufbringung des Gründungskapitals von 1 Million Schilling (72.672 Euro). Der erste Schlepplift am Hochbrand konnte in Unterberg entstehen.<ref>''50 Jahre Großarler Bergbahnen 1966/67 – 2016/17''. S.&nbsp;2</ref>
Die Gesellschaft wurde im Mai [[1966]] besonders auf Betreiben des Ski- und Tourismuspioniers [[Anton Knapp]] unter dem Namen "Großarler Skilift GmbH & Co KG" gegründet. 23 Gesellschafter und 67 Kommanditisten sowie kräftige Unterstützung seitens der Gemeinde [[Großarl]] ermöglichten die Aufbringung des Gründungskapitals von rund 1 Million [[Schilling]] (Stammkapital 100.000 öS, Kommanditkapital 996.000 öS). Der erste Schlepplift am Hochbrand konnte in Unterberg entstehen.<ref>''50 Jahre Großarler Bergbahnen 1966/67 – 2016/17''. S.&nbsp;2, 6, 7 und 15</ref>


=== 1971: Schaffung der Skischaukel Dorfgastein-Großarltal ===
=== 1971: Schaffung der Skischaukel Dorfgastein-Großarltal ===
Im Jahr [[1971]] wurde gemeinsam mit den Dorfgasteiner Bergbahnen die Skischaukel Dorfgastein-Großarltal geschaffen.<ref>''50 Jahre Großarler Bergbahnen 1966/67 – 2016/17''. S.&nbsp;2, 18 und 30</ref>
Im Jahr [[1971]] wurde gemeinsam mit den Dorfgasteiner Bergbahnen die Skischaukel Dorfgastein-Großarltal geschaffen und am 19. Dezember 1971 mit den Schleppliften [[Harbach]]  und [[Kreuzkogel (Dorfgastein)|Kreuzkogel]] eröffnet.<ref>''50 Jahre Großarler Bergbahnen 1966/67 – 2016/17''. S.&nbsp;2, 18 und 30</ref>
 
=== 1973 bis 1989: Weitere Aufschließung des Großarler Skigebietes ===
Die weitere Aufschließung des Großarler Skigebietes umfasste folgende Meilensteine:<ref>''50 Jahre Großarler Bergbahnen 1966/67 – 2016/17''. S.&nbsp;18</ref>
*[[1973]]: Erstmalige Aufstellung des Übungsliftes Fischbacher
*[[1975]]: Bau des Kurvenschleppliftes Panorama
*[[1976]]: Elektrifizierung aller Anlagen
*[[1978]]: Bau des Doppelsesselliftes Hochbrand und des Einsesselliftes Harbach
*[[1980]]: Umbau des Einsesselliftes Harbach in einen Doppelsessellift
*[[1983]]: Bau des Doppelsesselliftes Kreuzkogel
*[[1989]]: Bau der Beschneiungsanlage kombiniert mit einem Kleinkraftwerk
=== 1990: Bau der 6er-Kabinenbahn "Panoramabahn Großarltal" ===
Im Jahr [[1990]] wurde die 6er-Kabinenbahn "Panoramabahn Großarltal" errichtet.
Sie umfasste drei Seilbahnstationen mit einer mehr als 2,7 km langen Strecke. Mit Errichtung dieser ersten „kuppelbaren“ Seilbahnanlage wurde auch im Großarltal das Zeitalter der Schnelligkeit und des Beförderungskomforts eröffnet. Diese Bahn ist nach wie vor (2016) die Hauptzubringeranlage ins Großarler Skigebiet und mit mehr als 7 Millionen Erstgasterfassungen.<ref>''50 Jahre Großarler Bergbahnen 1966/67 – 2016/17''. S.&nbsp;25</ref>
 
=== 1998 bis 2002: Abschied von der Schleppliftära ===
Weitere Investitionen beendeten die Schleppliftära:<ref>''50 Jahre Großarler Bergbahnen 1966/67 – 2016/17''. S.&nbsp;27</ref>
 
*Da die Gäste die höheren Regionen eines Skigebietes bevorzugen, war die Beförderungskapazität des Schleppliftes und des Doppelsesselliftes Kreuzkogel bald zu gering, der Schlepplift erfüllte auch die Qualitätsansprüche der Kunden immer weniger.<br>Im Jahr [[1998]] wurde daher der Schlepplift durch eine 6er-Sesselbahn ersetzt und die Talstation zu der des bestehenden Doppelsesselliftes Kreuzkogel verlegt.
*Im Jahr [[1999]] wurde der insbesondere bei Einheimischen sehr beliebte Panoramalift („Kurvenlift“) durch einen fixgeklemmten 4er-Sessellift – die „Sonnenbahn Großarltal“ ersetzt.
*Im Jahr [[2002]] wurden schließlich der Doppelsessellift und der Schlepplift Harbach durch die 6er-Sesselbahn Harbach, mit einer auf Niveau der Mittelstation Panoramabahn Großarltal tiefergelegten Talstation, ersetzt.
Damit war die Schleppliftära, abgesehen von den Übungsliften, im Großarltal zu Ende.
 
=== 2001/2013: Übernahme der Dorfgasteiner Bergbahnen ===
Im Jahr [[2001]] waren die Dorfgasteiner Bergbahnen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten und nicht mehr zur Erfüllung von Investitionsverpflichtungen imstande. So trat man an die Großarler Bergbahnen mit dem Wunsch heran, ins dortige Unternehmen einzusteigen. Die Großarler entschieden, hauptsächlich zur Vermeidung von Fremdbestimmung am gemeinsamen Skiberg, sich durch Eigenkapitaleinbringung von 30 Millionen Schilling (2,18 Millionen Euro) an der Dorfgasteiner Bergbahnen AG zu beteiligen und so die dringend notwendigen Investitionen zu ermöglichen.<ref name="Großarl50">''50 Jahre Großarler Bergbahnen 1966/67 – 2016/17.'' S.&nbsp;2, 18 und 30</ref>
 
Im Jahr [[2013]] erwarb die Großarler Bergbahnen GmbH & Co. KG die Anteilsmehrheit an der Dorfgasteiner Bergbahnen AG.<ref name="Großarl50"/> In der Folge übernahm die Großarler Bergbahnen GmbH & Co. KG in der Geschäftsführung der Dorfgasteiner Bergbahnen AG selbst das Ruder. Insbesondere wurde der damalige kaufmännische Geschäftsführer der Großarler, [[Josef Gruber (Großarler Bergbahnen)|Josef "Sepp" Gruber]], auch einer der beiden Vorstände der Dorfgasteiner Bergbahnen<ref>Seilbahn.net, 8. Juni 2020: [https://web.archive.org/web/20240826073323/https://seilbahn.net/sn/bericht_handy.php?news=10349 Führung der Skischaukel Großarltal-Dorfgastein wieder komplett]</ref>.
=== 2001: "Ski Amadé" ===
Seit dem Jahr [[2001]] beteiligen sich die Großarler Bergbahnen, nach anfänglichen Zweifeln und Diskussionen, an dem Skigebieteverbund „[[Ski Amadé]]“. Im ersten Winter kam es wegen gestiegener Preise zu massiven Kundenprotesten.<ref>''50 Jahre Großarler Bergbahnen 1966/67 – 2016/17''. S.&nbsp;29–31.</ref>
 
=== Ab 2003: Ausbau der Beschneiungskapazitäten ===
Bereits im Jahr [[1989]] gab es im Großarltal die ersten Schneekanonen, vorerst zur Beschneiung tiefergelegener Pisten und zur punktuellen Stärkung der Schneedecke an starkbefahrenen Pistenabschnitten. Hydrant, Stromversorgung, Schneekanone sowie eine Bedienungsperson genügten damals:<ref name="FS33">''50 Jahre Großarler Bergbahnen 1966/67 – 2016/17''. S.&nbsp;33&nbsp;f.</ref>
 
Zunehmend wärmere Winter und wachsende Pistennutzung erforderten größere Lösungen unter Errichtung von Wasserspendern in Form von Teichen. Der erste Teich in nennenswerter Dimension wurde im Jahr [[2003]] an der Mittelstation der Panoramabahn errichtet. Im Jahr [[2011]] hatte das Schneeanlagennetz auch den höchsten Punkt des Skigebietes erreicht, um eine Lücke in der Schneeerzeugung, nämlich die Skischaukelverbindung, zu schließen. So wurde schließlich [[2016]]/[[2017|17]] am Standort Himmelreich ein Teich mit einem Fassungsvermögen von 70.000 m³ errichtet. Nun galt die Aufmerksamkeit schon einem weiteren Teichprojekt, diesmal im [[Gasteinertal]] mit den Dorfgasteiner Bergbahnen als Partner.<ref name="FS33"/>


=== 2022/23: "Skischaukel Großarltal Dorfgastein AG" ===
=== 2022/23: "Skischaukel Großarltal Dorfgastein AG" ===
Eine Mehrheit der Gesellschafter unternahm es, die ''Großarler Bergbahnen GmbH &amp; Co. KG'' in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen "Skischaukel Großarltal Dorfgastein AG" umzugründen. Die Aktiengesellschaft nahm ihre Tätigkeit auf, es wurde ein zwölfköpfiger Aufsichtsrat und der Baumeister [[Gerhard Lindorfer]] wurde mit Wirksamkeit vom 15. Mai [[2023]] zum Vorstand der Gesellschaft bestellt.<ref name="Auffi22">Auffi. Alle Gemeinsam am Berg, [https://bergbahnkarriere.at/wp-content/uploads/2022/09/Postwurf-AUFFI-Ausgabe-Oktober-2022.pdf Ausgabe Oktober 2022] (Postwurfsendung der Skischaukel Großarltal Dorfgastein AG), S. 3: ''Grossarler Bergbahnen sind jetzt Aktiengesellschaft''</ref> Die Umsetzung des Projekts einer neuen 10er-Kabinenbahn auf das Kieserl wurde in Angriff genommen. Die Umgründungsbeschlüsse der Gesellschafter wurden aber in der Folge gerichtlich für rechtsunwirksam erklärt; es erwies sich, dass die Aktiengesellschaft, die bereits ihre Tätigkeit aufgenommen hatte, als nicht existent zu betrachten war.<ref name="SNMinich"/>
Eine Mehrheit der Gesellschafter unternahm es, die ''Großarler Bergbahnen GmbH &amp; Co. KG'' in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen "Skischaukel Großarltal Dorfgastein AG" umzugründen. Die Aktiengesellschaft nahm ihre Tätigkeit auf, es wurde ein zwölfköpfiger Aufsichtsrat gewählt und der Baumeister [[Gerhard Lindorfer]] wurde mit Wirksamkeit vom 15. Mai [[2023]] zum Vorstand der Gesellschaft bestellt.<ref name="Auffi22">Auffi. Alle Gemeinsam am Berg, [https://bergbahnkarriere.at/wp-content/uploads/2022/09/Postwurf-AUFFI-Ausgabe-Oktober-2022.pdf Ausgabe Oktober 2022] (Postwurfsendung der Skischaukel Großarltal Dorfgastein AG), S. 3: ''Grossarler Bergbahnen sind jetzt Aktiengesellschaft''</ref> Die Umsetzung des Projekts einer neuen 10er-Kabinenbahn auf das Kieserl wurde in Angriff genommen. Die Umgründungsbeschlüsse der Gesellschafter wurden aber in der Folge gerichtlich für rechtsunwirksam erklärt; es erwies sich, dass die Aktiengesellschaft, die bereits ihre Tätigkeit aufgenommen hatte, als nicht existent zu betrachten war.<ref name="SNMinich"/>


=== 2023 ===
=== 2023: Zehner-Kabinenbahn auf das Kieserl===
[[2023]] entstand eine neue 10er-Kabinenbahn auf das Kieserl. Sie kostet mit Tal-, Mittel- und Bergstation plus Restaurant 75 Millionen Euro. Die Marktgemeinde Großarl leistete dafür eine Kapitalaufstockung von 3,8 Millionen Euro, der [[Tourismusverband Großarltal]] eine von fünf Millionen Euro. Insgesamt konnte das Großarltal 35 Millionen Euro Eigenkapital aufbringen - also eine Quote von 50 Prozent. Die Baustelle lag Mitte Oktober im Zeitplan, die Bahn sollte Anfang Dezember fertig sein, die behördliche Abnahme war für die erste Dezemberhälfte vorgesehen. Die Eröffnung war für den 13. und 14. Jänner [[2024]] geplant.<ref>Salzburger Nachrichten, 17. Oktober 2023: [https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/grossarltal-guenstige-saisonkarte-einheimische-ski-zugzwang-147081538 ''Großarltal: Günstige Saisonkarte für Einheimische bringt [[Ski Amadé|Ski amadé]] unter Zugzwang'']</ref>
[[2023]] entstand die neue 10er-Kabinenbahn auf das Kieserl. Sie kostet mit Tal-, Mittel- und Bergstation plus Restaurant 75 Millionen Euro. Die Marktgemeinde Großarl leistete dafür eine Kapitalaufstockung von 3,8 Millionen Euro, der [[Tourismusverband Großarltal]] eine von fünf Millionen Euro. Insgesamt konnte das Großarltal 35 Millionen Euro Eigenkapital aufbringen - also eine Quote von 50 Prozent. Die Baustelle lag Mitte Oktober im Zeitplan, die Bahn sollte Anfang Dezember fertig sein, die behördliche Abnahme war für die erste Dezemberhälfte vorgesehen. Die Eröffnung war für den 13. und 14. Jänner [[2024]] geplant.<ref>Salzburger Nachrichten, 17. Oktober 2023: [https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/grossarltal-guenstige-saisonkarte-einheimische-ski-zugzwang-147081538 ''Großarltal: Günstige Saisonkarte für Einheimische bringt Ski amadé unter Zugzwang'']</ref>


== Literatur ==
== Literatur ==