Lieferinger Hügel: Unterschied zwischen den Versionen

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== Geografie ==
== Geografie ==
Der nur etwa zwölf Meter hohe Hügel (verglichen zur Höhe der vorbeiführenden [[Westautobahn]]) hat eine Fläche von 5,6 Hektar und liegt südwestlich der [[Stadtpfarrkirche zu den Hll. Petrus und Paulus|Lieferinger Stadtpfarrkirche]]. Nördlich setzt sich der Hügel nach einer leichten Senke fort, die örtlich als Brandlbichl oder Brandlbühel bezeichnet wird und auf der unter anderem die Stadtpfarrkirche mit dem umgebenden Friedhof steht.
Der nur etwa zwölf Meter hohe Hügel (verglichen zur Höhe der vorbeiführenden [[A 1 West Autobahn]]) hat eine Fläche von 5,6 Hektar und liegt südwestlich der [[Stadtpfarrkirche zu den Hll. Petrus und Paulus|Lieferinger Stadtpfarrkirche]]. Nördlich setzt sich der Hügel nach einer leichten Senke fort, die örtlich als Brandlbichl oder Brandlbühel bezeichnet wird und auf der unter anderem die Stadtpfarrkirche mit dem umgebenden Friedhof steht.


Im Südwesten verläuft die [[Salzburg-München-Bahn]], wobei sich in diesem Bereich der [[Containerterminal Salzburg]] befindet. Im Südosten führt die [[Westautobahn]] vorbei und im Nordosten verläuft die [[Törringstraße]].
Im Südwesten verläuft die [[Salzburg-München-Bahn]], wobei sich in diesem Bereich der [[Containerterminal Salzburg]] befindet. Im Südosten führt die [[A 1 West Autobahn]] vorbei und im Nordosten verläuft die [[Törringstraße]].


== Geologie ==
== Geologie ==
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Auf dem Grafenhügel befindet sich auch die [[Villa Baillou|Baillou-Villa]].
Auf dem Grafenhügel befindet sich auch die [[Villa Baillou|Baillou-Villa]].


Während der [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen Herrschaft]] existierte beim Lieferinger Hügel das [[Lager Grafenhügel]], ein Lager für Zwangsarbeiter, die beim Bau des in einiger Entfernung befindlichen [[Flusskraftwerk Rott|Flusskraftwerks Rott]] in der [[Saalach]] sowie der nächstgelegenen [[Salzburg-München-Bahn]] eingesetzt wurden.  
Während der [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen Herrschaft]] existierte beim Lieferinger Hügel das [[Zwangsarbeiterlager Grafenberg]], ein Lager für Zwangsarbeiter, die beim Bau des in einiger Entfernung befindlichen [[Flusskraftwerk Rott|Flusskraftwerks Rott]] in der [[Saalach]] sowie der nächstgelegenen [[Salzburg-München-Bahn]] eingesetzt wurden.  


Die Bezeichnung "Franzosenhügel" ist ebenfalls ein Flurname und erinnert an die [[Schlacht am Walserfeld]] vom [[12. Dezember|12.]] bis [[14. Dezember]] [[1800]]. Auf dem von Felsgestein durchzogenen Hügel befanden sich die Artilleriestellungen des österreichischen Heeres in einem südwestlichen Bogen bis zum [[Schloss Kleßheim#Schlosspark|Kleßheimer Schlosspark]]; ebenso war hier die Redoute (Feldherrnhügel) der österreichischen Truppen. Bei der Schlacht am Walserfeld zwischen Österreich und den [[Salzburg unter Napoleon|napoleonischen Truppen]] war auch der Grafenhügel in Liefering heftig umkämpft. Heute befindet sich hier der Kinderspielplatz Brandelbühel. Die Geländebeschaffenheit wird als Rampe für eine Hügelrutsche und eine Rodelabfahrt genutzt.  
Die Bezeichnung "Franzosenhügel" ist ebenfalls ein Flurname und erinnert an die [[Schlacht auf dem Walserfeld]] vom [[12. Dezember|12.]] bis [[14. Dezember]] [[1800]]. Auf dem von Felsgestein durchzogenen Hügel befanden sich die Artilleriestellungen des österreichischen Heeres in einem südwestlichen Bogen bis zum [[Schlosspark Kleßheim|Kleßheimer Schlosspark]]; ebenso war hier die Redoute (Feldherrnhügel) der österreichischen Truppen. Bei der Schlacht auf dem Walserfeld zwischen Österreich und den [[Salzburg unter Napoleon|napoleonischen Truppen]] war auch der Grafenhügel in Liefering heftig umkämpft. Heute befindet sich hier der Kinderspielplatz Brandelbühel. Die Geländebeschaffenheit wird als Rampe für eine Hügelrutsche und eine Rodelabfahrt genutzt.  


[[1816]] fand laut mündlicher Überlieferung ein Einwohner von Liefering unbekannten Namens in einem verfallenen Schanzengraben des Franzosenhügels Geld, welches vermutlich von geflüchteten Einwohnern dort vergraben worden war. Den gefundenen Geldbetrag verwendete er zum Ankauf des Grundes vom Leopachergut und für den Aufbau eines Hauses; heute ist daraus der in einiger Entfernung gelegene Gasthof Kohlpeter geworden.
[[1816]] fand laut mündlicher Überlieferung ein Einwohner von Liefering unbekannten Namens in einem verfallenen Schanzengraben des Franzosenhügels Geld, welches vermutlich von geflüchteten Einwohnern dort vergraben worden war. Den gefundenen Geldbetrag verwendete er zum Ankauf des Grundes vom Leopachergut und für den Aufbau eines Hauses; heute ist daraus der in einiger Entfernung gelegene Gasthof Kohlpeter geworden.