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Das '''Café Wasserfall''' entstand als Café Endres als drittes [[Caféhäuser in der Stadt Salzburg|Salzburger Café]] [[1778]] in der heutigen [[Linzer Gasse]] Nr. 10.  
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Das '''Café Endres''' war ein Salzburger [[Caféhäuser in der Stadt Salzburg|Kaffeehaus]] im Haus  [[Linzer Gasse]] Nr. 10.  


Der Besitzer hieß Pechtl und war Spezereiwarenhändler. Die Tochter heiratete den aus Augsburg stammenden Franz Endres. [[1880]] wird Franz Burgstaller als Besitzer genannt, der es in "Café Wasserfall" umbenannte, nach einer Wandmalerei im Kaffeehaus, die die [[Krimmler Wasserfälle]] darstellt. [[1933]] betrieb Augst Mayer das Kaffeehaus als Weinstube und schließlich erwarb Augustin Heuberger [[1990]] das Haus und nennt es in geschichtlicher Erinnerung "Café Wasserfall".
== Geschichte ==
An der rechten Seite der Gasse steht eine sehr alte Behausung, die mit der Rückseite an den [[Kapuzinerberg]] angebaut wurde und heute die [[Hausnummern|Hausnr.]] 10 trägt. Die Häuser der mittleren Reut stammen aus dem [[13. Jahrhundert]], die durch eine Ringmauer und eine Mauer hinauf zum [[Trompeterschlößl]] geschützt wurden.  


==Quelle==
Zu Anfang des 15. Jahrhunderts wird die Behausung als "das ander haws vom [[Inneres Ostertor|Ostertor]] herab" erstmals erwähnt. [[1453]] heißt es: "Martin Oesterl kauft die Wirthsbehawsung enthalb der pruggen in der St. Ruprechtgaßen zwischen der Peckhen und Sleinzerbehawsung". [[1499]] kauft das Haus Erhart Zieher, Gastgeb, [[1556]] ist dort der Sohn Metzger und Gastgeb, [[1600]] ist es Michl Pichler, Metzger und Gastgeb beim Ostertor, [[1636]] gehört das Haus Paul Niernfteinlechner. [[1698]] kauft es von seinen Erben Johann Pampichler, [[1713]] gehört es dessen Sohn Philipp, der eine «Metzgerbank und Sudelkuchl enthalb der Brüggen" hat. Das Wirtshaus wurde zum "weißen Lamm" oder "Lamplwirtshaus"». [[1748]] heiratete Philipp Pampichlers Witwe Franz Rottenburger.
* Schriftenreihe des Vereins "Freunde der Geschichte Salzburg", Band 20, 1995, Walburg Schobesberger ''Vom Cafégewölb zum Literatencafé''


[[1811]] beurkundet das Hypothekenbuch: "Die Behausung enthalb der Brucken, das Metzger- oder Rottenburgerhaus benannt, wurde am [[7. Juli]] d. J. öffentlich versteigert und um das Meistgebot von 7000 [[Gulden]] der Franziska Holzbauer, geschiedene Winter, zugesprochen". [[1826]] übernahm das Haus M. A. Lüftenegger.
[[1843]] kauften es Franz und Maria Endres um 10.000 [[Gulden]]. Das Gasthaus wurde in ein Kaffeehaus umgewandelt. Seit [[1878]] war das Kaffeehaus verpachtet, und zwar vorerst an Franz Burgstaller, nach dessen Tode an Karl Metz, sodann an Franz Ehrenegger, zuletzt an Joses Obermayer. Das Haus blieb jedoch im Besitze der Familie Endres.
Der Spezereiwarenhändler<ref name = "Schobersberger">[[Walburg Schobersberger]]: "Vom Cafégewölb zum Literatencafé", in: [[Salzburg Archiv]], Band&nbsp;20 (1995), S.&nbsp;332</ref> Pechtl, Inhaber des [[Pechtl'sches Kaffeehaus|Pechtl'schen Kaffeehauses]], hatte eine Tochter, die den aus [[Augsburg]] stammenden Advokaten<ref name = "MGSLK">[[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nekrologe|Nekrolog]] auf Heinrich Endres, [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19070006&zoom=6&seite=00000411 47, 1907, S.&nbsp;411.]</ref> Dr.&nbsp;Franz<ref>Vorname ''Franz'' bereits in der Urfassung dieses Artikels, allerdings ohne Quellenangabe</ref> [[Endres]] heiratete.
Beider Sohn Franz (II.) [[Endres]] war zuerst Buchhalter, beschloss aber nach seiner Verehelichung, die Kaffeehausgerechtsame<ref>Anscheinend war die Spezereiwarenhandelsgerechtsame Vater Pechtls inzwischen zu einer Kaffeehausgerechtsame geworden. (Anm.&nbsp;[[Benutzer:Karl Irresberger|K.&nbsp;I.]])</ref> seiner Mutter auszuüben, und errichtete im Haus Linzer Gasse Nr.&nbsp;10 ein Kaffeehaus<ref>Die Quelle (Nekrolog auf Heinrich Endres) legt die Deutung nahe, dass die Kaffehausgerechtsame vor der Errichtung des Café Endres nicht (von der Advokatensgattin) ausgeübt wurde und dass sie ursprünglich an einer anderen Adresse ausgeübt wurde. Damit stimmt sehr gut überein, dass für das Jahr [[1813]] sechs Salzburger "Kaffee-Häuser" verzeichnet wurden (siehe den Artikel "[[Caféhäuser_in_der_Stadt_Salzburg#Die_Geschichte_der_Salzburger_Caf.C3.A9h.C3.A4user|Caféhäuser in der Stadt Salzburg]]", gestützt auf [[Franz Xaver Weilmeyr|F.&nbsp;X.&nbsp;Weilmeyr]]), allerdings keines in der Linzer Gasse, und dass für das Pechtl'sche Kaffeehaus (im Artikel "[[Pechtl'sches Kaffeehaus]]") die Adresse Linzer Gasse Nr.&nbsp;''5'' angegeben wird. (Anm.&nbsp;[[Benutzer:Karl Irresberger|K.&nbsp;I.]])</ref>.
Das Ehepaar hatte es von [[1815]]<ref>Jahreszahl zurückgerechnet: 1867 minus 52 = 1815. (Anm.&nbsp;[[Benutzer:Karl Irresberger|K.&nbsp;I.]])</ref> durch volle 52 Jahre inne; erst [[1867]] gab es die Witwe auf.<ref name = "MGSLK"/> Wenn Walburg Schobersberger<ref name = "Schobersberger"/> schreibt, dass dieses Café bereits [[1778]] als drittes Kaffeehaus an der Linzer Gasse entstanden war, dessen Besitzer (schon) der Spezereienhändler Pechtl gewesen war, so bezieht sie das Pechtl'sche Kaffeehaus, als Vorläufer des Café Endres, mit ein. Erst ab [[1858]] wurde es unter dem Namen ''Endres'' geführt.<ref name ="Schobersberger"/>
Vor allem in den Nachtstunden entwickelte sich dieses Café zu einem beliebten Studentencafé. Bald war es ein Salzburger Volkscafé. Das Lokal bestand aus einem sogenannten Billardzimmer mit anschließender Kaffeeküche, dahinter lag noch ein Kaffeestübchen. An der Rückwand dieses Stübchens ließ Burgstaller das Bild des [[Gollinger Wasserfall]]es<ref>Quelle [[Josef Eder (Baumeister)|Josef Eder]]</ref> anbringen. Nun hieß es "Beim Wasserfall". Die Quelle Schobersberger (Seite 332) schreibt hingegen "[[1880]] wird Franz Burgstaller als Besitzer genannt, der es in "Café Wasserfall" umbenannte, nach einer Wandmalerei im Caféhaus, die die [[Krimmler Wasserfälle]] darstellt"<ref name = "Schobersberger"/>
[[1906]] kauften die Kaufmanns-Eheleute Hans und Karolina Ortner der Franziska Endres das Haus ab. 1910 ließen die Eheleute Ortner durch die Baufirma [[Wagner (Baumeister)|''Gebr. Wagner'']] die ebenerdigen Lokale in ein Kolonialwarengeschäft umbauen. Die Kaffeehaus[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|gerechtsame]] wurde im Februar [[1911]] als ruhend angemeldet. [[1919]] starb Kaufmann Hans Ortner und der väterliche Anteil ging an den Sohn über.
[[1927]] kaufte die reale Kaffeehausgerechtsame [[Georg Lohr]]. Er überbrachte sie aus das Haus [[Linzer Gasse 1 (Denkstein-Haus)|Linzer Gasse 1]]. [[1928]] kauften das Haus August und Johanna Mayer, die planten, die Räumlichkeiten in größerem Umfange für ihren Betrieb zu verwenden. Die schlechten Geschäftsverhältnisse machten diese Absichten zunichte. Im Jahre [[1933]] kaufte nun August Mayer eine Wirtshauskonzession, baute das Lokal um und eröffnete in ihm das "Kapuzinerberg-Weinstübl".
[[1933]] betrieb August Mayer das Caféhaus als Weinstube und schließlich erwarb [[Augustin Heuberger]] [[1990]] das Haus und benannte es in geschichtlicher Erinnerung "Café Wasserfall".<ref name = "Schobersberger"/> Im "Café Wasserfall" begann dann Sasa "Backi" Jakovljevic, der heute die [[Pescheria Backi]] im [[Kleiner Grünmarkt|Kleinen Grünmarkt]] im [[Andräviertel]] führt, als Abwäscher, bevor er dort eine Lehre beginnen konnte.
== Nachfolgebetriebe im 21. Jahrhundert  ==
[[2008]] wurde es als italienisches Restaurant unter dem Namen "Restaurant Wasserfall" geführt<ref>lt. [https://www.restaurant-wasserfall.at/mediterran-geniessen/ homepage], bei einer Überprüfung am 28. September 2024 war nur mehr die Startseite sichtbar mit dem Text "Liebe Gäste, wir haben wegen Umbauarbeiten vorübergehend geschlossen"</ref> Dann schloss auch dieses Lokal mit 24. April 2024,<ref>Daten abgefragt am 9. August 2024</ref>. Im Herbst [[2024]] übernahmen die Salzburger Gastronomin Xiaorong Wang und ihr Mann Xianyi Chen das frühere Restaurant Wasserfall als neue Pächter und werden es als zweites "East" Mitte Oktober eröffnen.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/neues-salzburger-gastro-szene-beim-wasserfall-ramen-165773566 www.sn.at], 28. September 2024</ref>
== Quelle ==
* [[Josef Eder (Baumeister)|Josef Eder]]: "Das alte Lampl-Wirtshaus" [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19330527&query=%22Eder%22&seite=10 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Sa, 27. Mai 1933, Seite 10
== Einzelnachweise ==
<references/>
{{SORTIERUNG: Wasserfall, Café}}
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Altstadt (rechtes Salzachufer)]]
[[Kategorie:Unternehmen]]
[[Kategorie:Unternehmen (Geschichte)]]
[[Kategorie:Gastronomie]]
[[Kategorie:Gaststätten und Restaurants]]
[[Kategorie:historische Gaststätte]]
[[Kategorie:Cafe]]
[[Kategorie:Cafe]]
[[Kaegorie:Neustadt]]
[[Kategorie:Restaurant]]