Caloptilia betulicola: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Caloptilia betulicola''' (''Gracilaria betulicola'' M. Hering, 1928: 168-169) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
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Bei Kenntnis der Nahrungspflanze durch Zucht ist die wenig gepunktete Art meist eindeutig zu erkennen, da ''[[Caloptilia populetorum]]'' im Allgemeinen eine stärkere Fleckung und zudem dunkle Außenfransen besitzt. Gefangene Tiere können aber nur durch anatomische Untersuchung sicher von anderen ähnlichen Arten, besonders ''[[Caloptilia elongella]]'' oder ''[[Caloptilia roscipennella]]'', aber auch ''[[Caloptilia rufipennella]]'' unterschieden werden. Die Minen und Blattrollen der Raupen sind ohne Zucht der [[Glossar Biologie#I|Imag]]o nicht sicher von jenen der ''[[Caloptilia populetorum]]'' zu unterscheiden, die Blattrollen sind aber im Gegensatz zu jener eher quer zur Mittelader des Blattes angelegt.
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''C. betulicola'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] aus den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]), Ia ([[Stadt Salzburg]]) und IV ([[Zentralalpen]], Zoneneinteilung nach Embacher et al. 024), in einer Höhe von 420 bis 1600 m bekannt geworden, wobei aus den Zentralalpen nur Minenfunde vorliegen. Lebensraum der Art ist im [[Unzing]]er Moor, im [[Weidmoos]] und im [Samer Mösl|Sam-Moos]] jeweils ein Hoch[[moor]] mit einem ausgedehnten Bestand von Moor[[birke]]n, in [[Kasern]] ein abwechslungsreich strukturierter [[Wald (Pflanzenformation)|Wald]]<nowiki></nowiki>rand ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Im Gebirge besiedelt die Art vermutlich Gebüschstreifen an den Bächen. Wie bei einigen ihrer Verwandten, entwickelt sich bei ''C. betulicola'' vermutlich nur eine Generation im Jahr, wobei die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] überwintern (Funde im März und April). Raupenfunde stammen aus dem Juli und August.
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==Nachbarfaunen==
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Nach Huemer (2013) fehlen in Österreich Nachweise der Art aus [[Osttirol]], [[Niederösterreich]], [[Wien]] und dem [[Burgenland]]. In [[Oberösterreich]] ist ''C. betulicola'' nur aus dem [[Mühlviertel]] bekannt (Klimesch 1990), ein neuerer Fund stammt aus dem [[Ibmer Moor]] (Kurz & Kurz 2025). In [[Bayern]] ist die Art rezent aus allen vier Naturräumen nachgewiesen (Haslberger & Segerer 2016).
  
'''Caloptilia betulicola''' (''Gracilaria betulicola'' M. Hering, 1928) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Gracillariidae]].
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie==
 
''C. betulicola'' ist aus Salzburg bisher nur durch ein einziges Weibchen bekannt geworden, das am 11.4.1989 im Unzinger Moor ([[Kraiwiesen]] bei [[Eugendorf]]) gefangen wurde. Der Fundort liegt in Zone I (Alpenvorland und Flyschzone) nach Embacher et al. (2011), in einer Höhe von 600 m. Lebensraum der Art ist hier ein Hochmoor mit einem ausgedehnten Bestand von Moorbirken (Kurz & Kurz 2011).
 
 
==Biologie und Gefährdung==
 
==Biologie und Gefährdung==
Das oben erwähnte Tier wurde gegen Abend fliegend angetroffen. Darüber hinaus ist über die Lebensweise der Imagines, wie auch über jene der Raupen in Salzburg nichts bekannt. Die Raupen fressen jung in einer Mine an Birkenblättern (''Betula'' sp.), später erzeugen sie Blattrollen, die quer zur Längsachse des Blattes orientiert sind. Eine eventuelle Gefährdung der Art in Salzburg kann mangels Daten nicht beurteilt werden.
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Eines der Tiere wurde gegen Abend fliegend angetroffen, ein zweites gegen Mittag ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] &amp; [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Darüber hinaus ist über die Lebensweise der Imagines, wie auch über jene der Raupen in Salzburg nichts bekannt. Die Raupen fressen jung in einer Mine an Birkenblättern (''Betula'' sp., in Salzburg sicher an der Moorbirke, ''[[Betula pubescens]]'' angetroffen), später erzeugen sie Blattrollen, die mehr oder weniger quer zur Längsachse des Blattes orientiert sind. Syntop und an derselben Nahrungspflanze konnten auch eine Reihe anderer Organismen dokumentiert werden (Konkurrenz durch gemeinsame Ressourcennutzung, neben den Raupen der eigenen Art, nach Kurz & Kurz 2025):<p>
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<li>''[[Eriocrania unimaculella]]''
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<li>''[[Stigmella betulicola]]''
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<li>''[[Bucculatrix demaryella]]''
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<li>''[[Caloptilia populetorum]]'' ?
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<li>''[[Parornix betulae]]''
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<li>''[[Phyllonorycter cavella]]''
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<li>''[[Coleophora serratella]]''
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Coleoptera:<ul>
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<li>''[[Altica aenescens]]''
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<li>''[[Deporaus betulae]]''
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<li>''[[Orchestes jota]]''
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<li>''[[Orchestes rusci]]''
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<li>''[[Agromyza alnibetulae]]''
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Eine eventuelle Gefährdung der Art in Salzburg kann mangels Daten nicht zuverlässig beurteilt werden. Die vorläufige Einstufung lautet auf "potentiell bedroht" wegen des bedrohten Lebensraumes Hochmoor (Einstufung NT nach Embacher et al. 2024).
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==Quellen==
 
==Quellen==
*Embacher, G., P. Gros, M.E. Kurz, M.A.Kurz & C. Zeller-Lukashort 2011: Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematisches Verzeichnis mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur 19: 3-87.
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*{{Quelle Embacher et al. 2024}}
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2011. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 27 Oktober 2011].
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*Haslberger, A. &amp; A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp.
[[Kategorie: Biologie]]
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*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
[[Kategorie: Pflanzen und Tiere]]
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*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
[[Kategorie: Tiere]]
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*Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.04.06].
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== Einzelnachweis ==
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[[Kategorie:Wissenschaft]]
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[[Kategorie:Naturwissenschaft]]
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[[Kategorie:Biologie]]
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[[Kategorie:Insekt]]
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[[Kategorie:Schmetterling]]
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[[Kategorie:Kleinschmetterling]]

Aktuelle Version vom 26. Mai 2025, 13:22 Uhr

Salzburg, Flachgau, Kasern, 1989.03.13

Caloptilia betulicola (Gracilaria betulicola M. Hering, 1928: 168-169) ist eine Art aus der Ordnung Lepidoptera (Schmetterlinge), Familie Gracillariidae (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).

Diagnose

Bei Kenntnis der Nahrungspflanze durch Zucht ist die wenig gepunktete Art meist eindeutig zu erkennen, da Caloptilia populetorum im Allgemeinen eine stärkere Fleckung und zudem dunkle Außenfransen besitzt. Gefangene Tiere können aber nur durch anatomische Untersuchung sicher von anderen ähnlichen Arten, besonders Caloptilia elongella oder Caloptilia roscipennella, aber auch Caloptilia rufipennella unterschieden werden. Die Minen und Blattrollen der Raupen sind ohne Zucht der Imago nicht sicher von jenen der Caloptilia populetorum zu unterscheiden, die Blattrollen sind aber im Gegensatz zu jener eher quer zur Mittelader des Blattes angelegt.

Verbreitung, Lebensraum und Phänologie[1]

C. betulicola ist in Salzburg aus den Zonen I (Alpenvorland und Flyschzone), Ia (Stadt Salzburg) und IV (Zentralalpen, Zoneneinteilung nach Embacher et al. 024), in einer Höhe von 420 bis 1600 m bekannt geworden, wobei aus den Zentralalpen nur Minenfunde vorliegen. Lebensraum der Art ist im Unzinger Moor, im Weidmoos und im [Samer Mösl|Sam-Moos]] jeweils ein Hochmoor mit einem ausgedehnten Bestand von Moorbirken, in Kasern ein abwechslungsreich strukturierter Waldrand (Kurz & Kurz 2025). Im Gebirge besiedelt die Art vermutlich Gebüschstreifen an den Bächen. Wie bei einigen ihrer Verwandten, entwickelt sich bei C. betulicola vermutlich nur eine Generation im Jahr, wobei die Imagines überwintern (Funde im März und April). Raupenfunde stammen aus dem Juli und August.

Nachbarfaunen

Nach Huemer (2013) fehlen in Österreich Nachweise der Art aus Osttirol, Niederösterreich, Wien und dem Burgenland. In Oberösterreich ist C. betulicola nur aus dem Mühlviertel bekannt (Klimesch 1990), ein neuerer Fund stammt aus dem Ibmer Moor (Kurz & Kurz 2025). In Bayern ist die Art rezent aus allen vier Naturräumen nachgewiesen (Haslberger & Segerer 2016).

Biologie und Gefährdung

Eines der Tiere wurde gegen Abend fliegend angetroffen, ein zweites gegen Mittag (Kurz & Kurz 2025). Darüber hinaus ist über die Lebensweise der Imagines, wie auch über jene der Raupen in Salzburg nichts bekannt. Die Raupen fressen jung in einer Mine an Birkenblättern (Betula sp., in Salzburg sicher an der Moorbirke, Betula pubescens angetroffen), später erzeugen sie Blattrollen, die mehr oder weniger quer zur Längsachse des Blattes orientiert sind. Syntop und an derselben Nahrungspflanze konnten auch eine Reihe anderer Organismen dokumentiert werden (Konkurrenz durch gemeinsame Ressourcennutzung, neben den Raupen der eigenen Art, nach Kurz & Kurz 2025):

Lepidoptera:

Coleoptera:

Diptera:

Eine eventuelle Gefährdung der Art in Salzburg kann mangels Daten nicht zuverlässig beurteilt werden. Die vorläufige Einstufung lautet auf "potentiell bedroht" wegen des bedrohten Lebensraumes Hochmoor (Einstufung NT nach Embacher et al. 2024).

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen und Hilfe:

Naturkundliche Gesellschaft

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Über das SALZBURGWIKI-Projekt Fauna und Flora
Das SALZBURGWIKI-Projekt Fauna und Flora möchte eine Übersicht über alle Pflanzen-, Pilz- und Tierarten des Landes Salzburg erstellen. Wer eine Art beschreiben will, kann sich die hier hinterlegte Formatvorlage kopieren und für einen neuen Artikel verwenden. Im Abschnitt "Material und Methoden" wird erklärt, wann deutsche und wann lateinische Namen als Artikelnamen verwendet werden sollen.


Quellen

  • Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp.
  • Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
  • Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
  • Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.04.06].

Einzelnachweis