Bucculatrix nigricomella: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Bucculatrix nigricomella''' (''Lyonetia nigricomella'' Zeller, 1839: 215) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Bucculatricidae]] (Zwergwickler).
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Die nahezu einfarbig bronzegoldenen Vorderflügel, die schwarze Kopfbeschuppung und die weißen Augendeckel sind für die Art charakteristisch und machen sie unverwechselbar.
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==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
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''B. nigricomella'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] weit verbreitet und wurde bereits in allen Landesteilen mit Ausnahme des [[Lungau]]es nachgewiesen (Embacher et al. 2024). Allerdings liegen die letzten Funde aus den [[Schieferalpen]] (Zone III) bereits vor 1970. Die Höhenverbreitung in Salzburg ist bisher von 400 bis 1400 m dokumentiert, Lebensraum der Art sind blütenreiche Magerwiesen, Halbtrockenrasen und ebensolche Straßen- und Wegränder, aber auch Schotteraufschüttungen und naturnahe Gärten. Die Art fliegt in Salzburg vermutlich in zwei Generationen und zwar von Ende April bis Juni und von Juli bis August (Kurz & Kurz 2025).
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==Nachbarfaunen==
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Nach Huemer (2013) kommt ''B. nigricomella'' in allen österreichischen Bundesländern vor. Die Art ist auch aus allen Landesteilen von Oberösterreich bekannt (Klimesch 1990) und ebenso aus allen vier Naturräumen von [[Bayern]], wobei der letzte Fund aus dem ostbayrischen Grundgebirge aber vor dem Jahr 2000 datiert (Haslberger & Segerer 2016).
  
'''Bucculatrix nigricomella''' (''Lyonetia nigricomella'' Zeller, 1839) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Bucculatricidae]].
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie==
 
''B. nigricomella'' ist in Salzburg weit verbreitet und wurde bereits in allen Landesteilen mit Ausnahme des [[Lungau]] nachgewiesen (Embacher et al. 2011). Allerdings liegen die letzten Funde aus der [[Stadt Salzburg]] (Zone Ia) und aus den Schieferalpen (Zone III) bereits mehr als 100 Jahre zurück (Mitterberger 1909). Die Höhenverbreitung in Salzburg ist bisher von 400 - 1300 m dokumentiert, Lebensraum der Art sind blütenreiche Magerwiesen und ebensolche Straßen- und Wegränder. Die Art fliegt in Salzburg vermutlich in zwei Generationen und zwar von Mai bis Juni und von Juli bis August (Kurz & Kurz 2011).
 
 
==Biologie und Gefährdung==
 
==Biologie und Gefährdung==
Die Imagines fliegen im Sonnenschein, zumindest am späteren Nachmittag, kommen aber auch nach Einbruch der Dunkelheit an künstliche Lichtquellen (Kurz & Kurz 2011). Zur Lebensweise der Tiere liegen sonst keine weiteren Daten vor. Die Raupen fressen an Margeriten-Arten (''Leucanthemum'' sp.), wobei sie jung zuerst in den Blättern eine kurze Gangmine erzeugen, später aber frei an den Blättern fressen. Weder die Minen, noch die Raupen wurden in Salzburg bisher allerdings gefunden. Wegen der Bindung an magere Wiesen muss ''B. nigricomella'' trotz der weiten Verbreitung in Salzburg als potentiell bedroht angesehen werden. Neben der Überdüngung magerer Standorte oder der Aufgabe traditioneller Bewirtschaftungsformen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, stellt in letzter Zeit besonders das oftmalige Mähen der Straßen- und Wegränder eine besondere Bedrohung für diese Art durch Vernichtung der Lebensräume dar.
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Die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] fliegen im Sonnenschein, zumindest am späteren Nachmittag, kommen aber auch nach Einbruch der Dunkelheit an künstliche Lichtquellen (dokumentierte Funde zwischen 17 und 19 Uhr, sowie von 21 bis 24 Uhr MEZ nach ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Zur Lebensweise der Tiere liegen sonst keine weiteren Daten vor. Die Raupen fressen an [[Margerite]]n-Arten (''Leucanthemum'' sp.), wobei sie jung zuerst in den Blättern eine kurze Gangmine erzeugen, später aber frei an den Blättern fressen. Weder die Minen, noch die Raupen wurden in Salzburg bisher allerdings gefunden. Wegen der Bindung an magere Wiesen muss ''B. nigricomella'' trotz der weiten Verbreitung in Salzburg als gefährdet angesehen werden. Neben der Überdüngung magerer Standorte oder der Aufgabe traditioneller Bewirtschaftungsformen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, stellt in letzter Zeit besonders das oftmalige Mähen der Straßen- und Wegränder eine besondere Bedrohung für diese Art durch Vernichtung der Lebensräume und der Verbindungskorridore dar (Einstufung VU nach Embacher et al. 2024).
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==Quellen==
 
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*Embacher, G., P. Gros, M.E. Kurz, M.A.Kurz & C. Zeller-Lukashort 2011: Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematisches Verzeichnis mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). In Vorbereitung
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*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2011. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 27 September 2011].
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*{{Quelle Embacher et al. 2024}}
*Mitterberger, K. 1909. Verzeichnis der im Kronlande Salzburg bisher beobachteten Mikrolepidopteren (Kleinschmetterlinge). – In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 49: 195-552.
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*Haslberger, A. &amp; A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp.
[[Kategorie: Biologie]]
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*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
[[Kategorie: Pflanzen und Tiere]]
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*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
[[Kategorie: Tiere]]
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*Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.03.11].
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== Einzelnachweis ==
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[[Kategorie:Wissenschaft]]
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[[Kategorie:Naturwissenschaft]]
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[[Kategorie:Biologie]]
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[[Kategorie:Fauna]]
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[[Kategorie:Insekt]]
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[[Kategorie:Schmetterling]]
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[[Kategorie:Kleinschmetterling]]

Aktuelle Version vom 14. März 2025, 08:57 Uhr

Salzburg, Flachgau, Thalgau, Enzersberg, 1989.05.18

Bucculatrix nigricomella (Lyonetia nigricomella Zeller, 1839: 215) ist eine Art aus der Ordnung Lepidoptera, Familie Bucculatricidae (Zwergwickler).

Diagnose

Die nahezu einfarbig bronzegoldenen Vorderflügel, die schwarze Kopfbeschuppung und die weißen Augendeckel sind für die Art charakteristisch und machen sie unverwechselbar.

Verbreitung, Lebensraum und Phänologie[1]

B. nigricomella ist in Salzburg weit verbreitet und wurde bereits in allen Landesteilen mit Ausnahme des Lungaues nachgewiesen (Embacher et al. 2024). Allerdings liegen die letzten Funde aus den Schieferalpen (Zone III) bereits vor 1970. Die Höhenverbreitung in Salzburg ist bisher von 400 bis 1400 m dokumentiert, Lebensraum der Art sind blütenreiche Magerwiesen, Halbtrockenrasen und ebensolche Straßen- und Wegränder, aber auch Schotteraufschüttungen und naturnahe Gärten. Die Art fliegt in Salzburg vermutlich in zwei Generationen und zwar von Ende April bis Juni und von Juli bis August (Kurz & Kurz 2025).

Nachbarfaunen

Nach Huemer (2013) kommt B. nigricomella in allen österreichischen Bundesländern vor. Die Art ist auch aus allen Landesteilen von Oberösterreich bekannt (Klimesch 1990) und ebenso aus allen vier Naturräumen von Bayern, wobei der letzte Fund aus dem ostbayrischen Grundgebirge aber vor dem Jahr 2000 datiert (Haslberger & Segerer 2016).

Biologie und Gefährdung

Die Imagines fliegen im Sonnenschein, zumindest am späteren Nachmittag, kommen aber auch nach Einbruch der Dunkelheit an künstliche Lichtquellen (dokumentierte Funde zwischen 17 und 19 Uhr, sowie von 21 bis 24 Uhr MEZ nach (Kurz & Kurz 2025). Zur Lebensweise der Tiere liegen sonst keine weiteren Daten vor. Die Raupen fressen an Margeriten-Arten (Leucanthemum sp.), wobei sie jung zuerst in den Blättern eine kurze Gangmine erzeugen, später aber frei an den Blättern fressen. Weder die Minen, noch die Raupen wurden in Salzburg bisher allerdings gefunden. Wegen der Bindung an magere Wiesen muss B. nigricomella trotz der weiten Verbreitung in Salzburg als gefährdet angesehen werden. Neben der Überdüngung magerer Standorte oder der Aufgabe traditioneller Bewirtschaftungsformen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, stellt in letzter Zeit besonders das oftmalige Mähen der Straßen- und Wegränder eine besondere Bedrohung für diese Art durch Vernichtung der Lebensräume und der Verbindungskorridore dar (Einstufung VU nach Embacher et al. 2024).

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen und Hilfe:

Naturkundliche Gesellschaft

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Über das SALZBURGWIKI-Projekt Fauna und Flora
Das SALZBURGWIKI-Projekt Fauna und Flora möchte eine Übersicht über alle Pflanzen-, Pilz- und Tierarten des Landes Salzburg erstellen. Wer eine Art beschreiben will, kann sich die hier hinterlegte Formatvorlage kopieren und für einen neuen Artikel verwenden. Im Abschnitt "Material und Methoden" wird erklärt, wann deutsche und wann lateinische Namen als Artikelnamen verwendet werden sollen.

Bilder

 Bucculatrix nigricomella – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

  • Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp.
  • Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
  • Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
  • Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.03.11].

Einzelnachweis