Großdeutsche Volkspartei: Unterschied zwischen den Versionen
K Textersetzung - „““ durch „"“ |
K Linkfix |
||
| Zeile 9: | Zeile 9: | ||
Insgesamt blieb das nationale Lager aber nach "Standesinteressen" in drei Parteigruppierungen gespalten: | Insgesamt blieb das nationale Lager aber nach "Standesinteressen" in drei Parteigruppierungen gespalten: | ||
* die (bürgerlichen) Großdeutschen, | * die (bürgerlichen) Großdeutschen, | ||
* den (bäuerlichen) Landbund<ref>In Salzburg schloss sich der deutschnationale | * den (bäuerlichen) Landbund<ref>In Salzburg schloss sich der deutschnationale "Salzburger Freiheitliche Bauernbund" zwar den Großdeutschen an, doch war der konkurrierende Landbund auch in Salzburg präsent.</ref> und | ||
* die [[DNSAP|Nationalsozialisten]]. | * die [[DNSAP|Nationalsozialisten]]. | ||
===Salzburg=== | ===Salzburg=== | ||
Am 12. November [[1919]] schlossen sich die vier bis dahin in der Stadt Salzburg bestehenden deutschfreiheitlichen – das heißt: deutschnationalen bürgerlichen – Gruppierungen | Am [[12. November]] [[1919]] schlossen sich die vier bis dahin in der Stadt Salzburg bestehenden deutschfreiheitlichen – das heißt: deutschnationalen bürgerlichen – Gruppierungen | ||
* Salzburger Bürgerklub | * Salzburger Bürgerklub, führende Politiker: [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Max Ott]] und [[Ignaz Eder]], | ||
* Deutschfreiheitlicher Volksbund | * Deutschfreiheitlicher Volksbund, führende Politiker: [[Anton Hueber]], Dr. [[Julius Sylvester]]?, Dr. [[Arthur Stölzel]]?, Dr. [[Friedrich Hlavacek]] und Ing. [[Karl (III.) Irresberger|Karl Irresberger]], | ||
* Deutschfreiheitliche Vereinigung | * Deutschfreiheitliche Vereinigung, führende Politiker: Dr. [[Viktor Wimmer]], [[Karl Lackner]], [[Heinrich Clessin]] und | ||
* Salzburger Wirtschaftsklub | * Salzburger Wirtschaftsklub, führende Politiker: [[Franz Engl]] und Dr. [[Josef Reitlechner]] | ||
zur "Deutschfreiheitlichen Partei in der Stadt Salzburg" zusammen. | zur "Deutschfreiheitlichen Partei in der Stadt Salzburg" zusammen. | ||
Obmann war zunächst Ing. Karl Irresberger, ab 15. Mai 1920 Franz Engl. | Obmann war zunächst Ing. Karl Irresberger, ab [[15. Mai]] [[1920]] Franz Engl. | ||
Am 29. Juni 1920 schlossen sich die deutschfreiheitlichen Gruppierungen des Landes Salzburg – | Am [[29. Juni]] 1920 schlossen sich die deutschfreiheitlichen Gruppierungen des Landes Salzburg – | ||
* die "Deutschfreiheitlichen Partei in der Stadt Salzburg" sowie | * die "Deutschfreiheitlichen Partei in der Stadt Salzburg" sowie | ||
* die auf dem Land bestehenden Volksvereine ("Deutscher Volksverein für den Pinzgau", "Deutschfreiheitlicher Volksverein Saalfelden", "Deutschfreiheitlicher Volksverein für den Pongau", "Deutscher Volksverein für den Tennengau") | * die auf dem Land bestehenden Volksvereine ("Deutscher Volksverein für den Pinzgau", "Deutschfreiheitlicher Volksverein Saalfelden", "Deutschfreiheitlicher Volksverein für den Pongau", "Deutscher Volksverein für den Tennengau") | ||
– zur "Deutschfreiheitlichen Partei für das Land Salzburg" zusammen. Die Leitung der Partei sollte aus je zwei Vertretern eines jeden Gaues sowie vier Vertretern der Stadt Salzburg bestehen; Obmann der Landespartei sollte der jeweilige Obmann der "Deutschfreiheitlichen Partei in der Stadt Salzburg" sein<ref>Die "Deutschfreiheitliche Partei in der Stadt Salzburg" bestand also zunächst weiter; ihr Rechtsnachfolger war der bis 1926 existierende Verein "Großdeutsche Volkspartei, Stadtleitung".</ref>. | – zur "Deutschfreiheitlichen Partei für das Land Salzburg" zusammen. Die Leitung der Partei sollte aus je zwei Vertretern eines jeden Gaues sowie vier Vertretern der Stadt Salzburg bestehen; Obmann der Landespartei sollte der jeweilige Obmann der "Deutschfreiheitlichen Partei in der Stadt Salzburg" sein<ref>Die "Deutschfreiheitliche Partei in der Stadt Salzburg" bestand also zunächst weiter; ihr Rechtsnachfolger war der bis 1926 existierende Verein "Großdeutsche Volkspartei, Stadtleitung".</ref>. | ||
Am 12. November 1920 fand ein erster Landesparteitag statt. [[ | Am [[12. November]] 1920 fand ein erster Landesparteitag statt. Ing. [[Karl Krieger]] wurde zum Obmann gewählt. | ||
Die rechtswirksame Parteigründung in Vereinsform erfolgte aber erst im Februar 1921, nachdem am 8. August 1920 im Wiener Parlamentsgebäude die (gesamtösterreichische) Großdeutsche Volkspartei gegründet worden war; die Salzburger Landespartei gab sich den Namen "Landesverein Salzburg der Großdeutschen Volkspartei". | Die rechtswirksame Parteigründung in Vereinsform erfolgte aber erst im Februar 1921, nachdem am 8. August 1920 im Wiener Parlamentsgebäude die (gesamtösterreichische) Großdeutsche Volkspartei gegründet worden war; die Salzburger Landespartei gab sich den Namen "Landesverein Salzburg der Großdeutschen Volkspartei". | ||
Landesparteiobmann war<br/> | Landesparteiobmann war<br/> | ||
von | von 1920/[[1921|/21]] bis 1923 Karl Krieger,<br/> | ||
von [[1923]] bis | von [[1923]] bis 1931 Heinrich Clessin,<br/> | ||
von [[1931]] bis | von [[1931]] bis 1933 [[Rudolf Palfinger]],<br/> | ||
[[1933]]/[[1934]] [[Rudolf Edelmayer]]. | [[1933]]/[[1934|34]] [[Rudolf Edelmayer]]. | ||
Landesgeschäftsführer war von [[1922]] bis [[1936]] [[Emmerich Sabatin]]. | Landesgeschäftsführer war von [[1922]] bis [[1936]] [[Emmerich Sabatin]]. | ||
Die Mitgliederzahl der Landespartei lag 1921 bei | Die Mitgliederzahl der Landespartei lag 1921 bei 2 000, 1922 bei 3 500, 1923 bei 1 850, 1924 bis 1926 zwischen 2 100 und 2 200, 1927 bis 1930 zwischen 2 600 und 2 800; sie halbierte sich 1931 auf ca. 1 400. 1932 bestand die Partei nur mehr auf dem Papier. | ||
==Wahlergebnisse== | ==Wahlergebnisse== | ||
| Zeile 61: | Zeile 61: | ||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
* [[Robert Kriechbaumer]]: "Die großen Erzählungen der Politik. Politische Kultur und Parteien in Österreich von der Jahrhundertwende bis 1945." Böhlau-Verlag Graz–Wien–Köln 2001, ISBN 3-205-99400-0. Insb. [http://books.google.at/books?id=yheSqWHjExYC&pg=PA473&lpg=PA473 S. 473 ff.] | |||
* [[Robert Kriechbaumer]] | * [[Richard Voithofer]]: "»Drum schließt Euch frisch an Deutschland an ...« Die Geschichte der Großdeutschen Volkspartei in Salzburg 1920–1936.", Wien 2000 (Dissertation; = Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Band 9). Insb. [http://books.google.at/books?id=l_epwaB5q98C&pg=PA346&lpg=PA346&dq=Clessin&source=bl#v=onepage&q=Clessin&f=false S. 346.] | ||
* [[Richard Voithofer]] | |||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
| Zeile 70: | Zeile 69: | ||
[[Kategorie:Politik]] | [[Kategorie:Politik]] | ||
[[Kategorie:Politik (Geschichte)]] | [[Kategorie:Politik (Geschichte)]] | ||
[[Kategorie:Organisation]] | |||
[[Kategorie:Verein]] | [[Kategorie:Verein]] | ||
[[Kategorie:Partei]] | [[Kategorie:Partei]] | ||
[[Kategorie:Geschichte]] | [[Kategorie:Geschichte]] | ||