Versuchte Flugzeuglandung bei Sturm: Unterschied zwischen den Versionen
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== Sturmwochenende == | == Sturmwochenende == | ||
Für den Sonntag waren Sturmwarnungen von der Nordsee bis nach Österreich ausgegeben worden - Sturmtief | Für den Sonntag waren Sturmwarnungen von der Nordsee bis nach Österreich ausgegeben worden - Sturmtief "Herwart" fegte über Österreich hinweg. Der Magistrat Salzburg sperrte vorsorglich den [[Schlosspark Hellbrunn]] und den [[Kommunalfriedhof]]. Am Fichtelberg in Mitteldeutschland wurden Sturmböen bis zu 176 km/h gemessen, in der [[Stadt Salzburg]] und im [[Flachgau]] gab es Windspitzen bis zu 90 km/h, im [[Observatorium Sonnblick]] hingegen betrug die höchste gemessen Windgeschwindigkeit an diesem Tag knapp über 20 km/h<ref>Quelle [https://www.sonnblick.net/de/daten/aktuelle-messdaten/meteorologie/ www.sonnblick.net], aktuelle Datenabfrage am 29. Oktober 2017 um 19:45 Uhr</ref> | ||
== Salzburger Flughafen == | == Salzburger Flughafen == | ||
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Da sich in Bodennähe besonders gefährliche Seitenwinde, sogenannte Scherwinde, schnell, unberechenbar und kurzfristig entwickeln können, erhalten Piloten wenige Sekunden vor der geplanten Landung vom ''Tower'' die genauen Wind-Messdaten aus dem direkten Bereich der Landebahn über Funk mitgeteilt. | Da sich in Bodennähe besonders gefährliche Seitenwinde, sogenannte Scherwinde, schnell, unberechenbar und kurzfristig entwickeln können, erhalten Piloten wenige Sekunden vor der geplanten Landung vom ''Tower'' die genauen Wind-Messdaten aus dem direkten Bereich der Landebahn über Funk mitgeteilt. | ||
Am Sonntag, den 29. Oktober 2017 betrugen die reinen Seitenwindkomponenten am Salzburger Flughafen laut Experten zwischen 20 und 30 Knoten (bis zu knapp 55 km/h). Die seitliche Abdrift muss der Pilot dabei im Endanflug durch einen Korrekturwinkel (Luvwinkel oder Vorhaltewinkel, engl. ''Wind Correction Angle'' [WCA]) der Flugzeug-Längsachse ausgleichen. Der WCA ist umso größer, je stärker der Seitenwind ist. Die übliche Landegeschwindigkeit einer Boeing 737 liegt bei etwa 140 Knoten (das sind etwa 260 km/h) Strömungsgeschwindigkeit der Luft auf den Tragflächen. Bei 30 Knoten Gegenwind landet die Maschine in Bezug zum Boden also " | Am Sonntag, den 29. Oktober 2017 betrugen die reinen Seitenwindkomponenten am Salzburger Flughafen laut Experten zwischen 20 und 30 Knoten (bis zu knapp 55 km/h). Die seitliche Abdrift muss der Pilot dabei im Endanflug durch einen Korrekturwinkel (Luvwinkel oder Vorhaltewinkel, engl. ''Wind Correction Angle'' [WCA]) der Flugzeug-Längsachse ausgleichen. Der WCA ist umso größer, je stärker der Seitenwind ist. Die übliche Landegeschwindigkeit einer Boeing 737 liegt bei etwa 140 Knoten (das sind etwa 260 km/h) Strömungsgeschwindigkeit der Luft auf den Tragflächen. Bei 30 Knoten Gegenwind landet die Maschine in Bezug zum Boden also "nur" noch mit 110 Knoten (ungefähr 200 km/h). | ||
== Folgen des abgebrochenen Landeanflugs der "Enter Air"== | == Folgen des abgebrochenen Landeanflugs der "Enter Air"== | ||
"Enter B738 at Salzburg on Oct 29th 2017, hard touchdown and go around", auf "The Aviation Herold" kann man den genauen Ablauf der letzten Sekunden des Landeanflugs der polnische "Enter Air" fachlich dargestellt nachlesen<ref>siehe [http://avherald.com/h?article=4b054ccf&opt=0 avherald.com]</ref> Diesem ist zu entnehmen, dass die Maschine in den kritischen Sekunden Scherwind-Geschwindigkeiten von 40 bis 50 Knoten hatte und lt. Meinungen in der darunter befindlichen Diskussion diese Windgeschwindigkeiten für diesen Boeing-Typ zu hoch gewesen wäre. | "Enter B738 at Salzburg on Oct 29th 2017, hard touchdown and go around", auf "The Aviation Herold" kann man den genauen Ablauf der letzten Sekunden des Landeanflugs der polnische "Enter Air" fachlich dargestellt nachlesen<ref>siehe [http://avherald.com/h?article=4b054ccf&opt=0 avherald.com]</ref> Diesem ist zu entnehmen, dass die Maschine in den kritischen Sekunden Scherwind-Geschwindigkeiten von 40 bis 50 Knoten hatte und lt. Meinungen in der darunter befindlichen Diskussion diese Windgeschwindigkeiten für diesen Boeing-Typ zu hoch gewesen wäre. | ||
Meldungen im Fernsehen nach (30. Oktober 2017) hätte der Pilot der "Enter Air" im Landeanflug dem Fluglotsen gegenüber Bedenken mitgeteilt. Dieser soll jedoch von normalen Windverhältnissen gesprochen haben. In einem deutschen Fernsehsender meinte ein Sprecher des Flughafens Frankfurt am Main, der Salzburger Flughafen hätte bei den herrschenden Wetterverhältnissen keine Startfreigabe für die Maschinen in Frankfurt erteilen dürfen. Auch soll unbestätigten Meldungen nach die österreichische Luftfahrtbehörde gegen den Salzburger Flughafen wegen Fahrlässigkeit ermitteln. | |||
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