Hellbrunner Berg: Unterschied zwischen den Versionen
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Der '''Hellbrunner Berg''', früher ''Waldemsberg'', ist ein Moränenhügel mit 515 [[m ü. A.]] im [[Salzburger Becken]], bestehend aus [[Konglomerat]] (Nagelfluh). | Der '''Hellbrunner Berg''', früher ''Waldemsberg'', ist ein Moränenhügel mit 515 [[m ü. A.]] im [[Salzburger Becken]], bestehend aus [[Konglomerat]] (Nagelfluh). | ||
== Geografie == | == Geografie == | ||
Der Hellbrunner Berg liegt im Süden der [[Stadt Salzburg]] im [[Landschaftsraum Hellbrunn]] im [[Schlosspark Hellbrunn]]. Er gehört zum [[Landschaftsschutzgebiet]] [[Landschaftsschutzgebiet Salzburg-Süd|Salzburg-Süd]] (LSG 52). | Der Hellbrunner Berg liegt im Süden der [[Stadt Salzburg]] im [[Landschaftsraum Hellbrunn]] im [[Schlosspark Hellbrunn]]. Er gehört zum [[Landschaftsschutzgebiet]] [[Landschaftsschutzgebiet Salzburg-Süd|Salzburg-Süd]] (LSG 52). | ||
[[Datei:Bildmitte_Hellbrunner_Berg_v._S%C3%BCd.jpg|thumb|Bildmitte der Hellbrunner Berg, gesehen aus Süden von [[Puch bei Hallein]].]] | |||
=== Bauten === | === Bauten === | ||
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am Westfuß des Berges | am Westfuß des Berges | ||
* die Bauten des [[Zoo Salzburg|Zoos Salzburg]] | * die Bauten des [[Zoo Salzburg|Zoos Salzburg]] | ||
[[Datei:2024_08_20_Hellbrunner Berg von der_Festung_Hohensalzburg.jpg|thumb|Blick von der [[Festung Hohensalzburg]] nach Süden zum Hellbrunner Berg mit dem [[Monatsschlössl]]. Im Hintergrund Rauch aus einem Schlot von [[AustroCel Hallein]], ehemals [[Halleiner Papierfabrik]] (August 2024).]] | |||
=== Aussichten === | === Aussichten === | ||
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* von der [[Niedere Aussicht auf dem Hellbrunner Berg|Niederen Aussicht]] auf den [[Untersbergstock]], auf [[Schloss Glanegg]] und das [[Staufengebirge]] (nach Westen) | * von der [[Niedere Aussicht auf dem Hellbrunner Berg|Niederen Aussicht]] auf den [[Untersbergstock]], auf [[Schloss Glanegg]] und das [[Staufengebirge]] (nach Westen) | ||
* vom [[Watzmannblick am Hellbrunner Berg|Watzmannblick]] (nach Süden): Blick auf [[Pfarrkirche zum hl. Oswald|Kirche]] und [[Wasserschloss Anif]] sowie dahinter auf den [[Watzmannstock|Watzmann]]-, den Untersberg- (nach Westen) und den [[Göllstock]] | * vom [[Watzmannblick am Hellbrunner Berg|Watzmannblick]] (nach Süden): Blick auf [[Pfarrkirche zum hl. Oswald|Kirche]] und [[Wasserschloss Anif]] sowie dahinter auf den [[Watzmannstock|Watzmann]]-, den Untersberg- (nach Westen) und den [[Göllstock]] | ||
[[Datei:Hellbrunn vom hellbrunner berg.jpg|thumb|Ausblick von der [[Hohe Aussicht auf dem Hellbrunner Berg|Hohen Aussicht]] auf [[Schloss Hellbrunn|Schloss]] und Garten Hellbrunn sowie den Landschaftsgarten, im Hintergrund die [[Festung Hohensalzburg]].]] | |||
=== Erreichbarkeit === | === Erreichbarkeit === | ||
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* vom Westen, vom [[Zoo Hellbrunn]] (Parkplatz gegen Gebühr) über einen Fußweg entlang der Schlossparkmauer entweder nach Norden zum Aufstieg zum [[Monatsschlössl]] oder nach Süden zum Eingang in den Schlosspark ([[Anifer Tor]]) oder | * vom Westen, vom [[Zoo Hellbrunn]] (Parkplatz gegen Gebühr) über einen Fußweg entlang der Schlossparkmauer entweder nach Norden zum Aufstieg zum [[Monatsschlössl]] oder nach Süden zum Eingang in den Schlosspark ([[Anifer Tor]]) oder | ||
* vom Süden, vom Ort [[Anif]] über einen Fußweg (historisch [[Fürstenweg (Anif)|Anifer Fürstenweg]]) zum Eingang in den Schlosspark (Anifer Tor); | * vom Süden, vom Ort [[Anif]] über einen Fußweg (historisch [[Fürstenweg (Anif)|Anifer Fürstenweg]]) zum Eingang in den Schlosspark (Anifer Tor); | ||
[[Datei:2025_05_03_Hellbrunner Berg.jpg|thumb|Der Hellbrunner Berg vom [[Schlosspark Hellbrunn]] beim [[Spielplatz Hellbrunn]].]] | |||
== Geologie == | == Geologie == | ||
Der Hellbrunner Berg besteht aus [[Eiszeit|eiszeit]]lichen Konglomeraten und ganz im Süden auch aus kreidezeitlichen [[Gosau Konglomerat]]<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19421105&query=text:%22Gosaukonglomerat%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 5. November 1942, Seite 4</ref> mit einem Alter von etwa 240 000 Jahren. Der Riegel aus harten Gosau Konglomeraten hat bewirkt, dass die [[Gletscher]] der [[Eiszeit]]en die später verfestigten Schotter aus dem Salzachbeckensee nicht wieder wegschürfen konnten und der Konglomerat so erhalten blieb. Die Felswand im Westen entstand vor etwa 6 000 Jahren, als die [[Salzach]] bzw. deren Seitenarme hier vorbei flossen<ref>Zitat, [[Anif. Kultur, Geschichte und Wirtschaft von Anif, Niederalm und Neu-Anif]] von Univ.-Prof. Dr. [[Heinz Dopsch]], Beitrag von Christian Uhlir, Seite 17</ref>. Der Konglomerat wurde im Bereich des [[Steintheater]]s wesentlich wohl für den Bau von [[Schloss Hellbrunn]] gebrochen. | Der Hellbrunner Berg besteht aus [[Eiszeit|eiszeit]]lichen Konglomeraten und ganz im Süden auch aus kreidezeitlichen [[Gosau Konglomerat]]<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19421105&query=text:%22Gosaukonglomerat%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 5. November 1942, Seite 4</ref> mit einem Alter von etwa 240 000 Jahren. Der Riegel aus harten Gosau Konglomeraten hat bewirkt, dass die [[Gletscher]] der [[Eiszeit]]en die später verfestigten Schotter aus dem Salzachbeckensee nicht wieder wegschürfen konnten und der Konglomerat so erhalten blieb. Die Felswand im Westen entstand vor etwa 6 000 Jahren, als die [[Salzach]] bzw. deren Seitenarme hier vorbei flossen<ref>Zitat, [[Anif. Kultur, Geschichte und Wirtschaft von Anif, Niederalm und Neu-Anif]] von Univ.-Prof. Dr. [[Heinz Dopsch]], Beitrag von Christian Uhlir, Seite 17</ref>. Der Konglomerat wurde im Bereich des [[Steintheater]]s wesentlich wohl für den Bau von [[Schloss Hellbrunn]] gebrochen. | ||
[[Datei:RIMG0003 Hellbrunner Berg und Schlossmauer.jpg|thumb|Hellbrunner Berg mit Schlosspark-Mauer beim Zoo Salzburg, Ansicht: Süd nach Nord]] | |||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Auf dem Hellbrunner Berg konnte [[Martin Hell]] zuerst [[1917]] gemeinsam mit seiner Frau Lina Keramikscherben der älteren [[Bronzezeit]] im Raum des Watzmannblickes bergen. [[1944]] fand Hell außerdem in einer Halbhöhle im Norden des Berges verschiedene einfache Gebrauchsgegenstände der Jung[[steinzeit]] und der ältesten Bronzezeit. Später fand Hell einen Brandopferplatz auf dem Berg mit einer Fülle von rituell zerschlagenen Scherben der Bronzezeit. Im Bereich einer historischen Abfallgrube fand er weiters kostbare Fundstücke und auch Wohnpodien in der Nordhälfte des Hellbrunner Berges, die von einem [[Kelten|keltischen]] Fürstensitz der jüngeren [[Hallstattzeit]] stammen. Diese keltischen Fürsten konnten in Verbindung mit der [[Salzbergbau|Salzgewinnung]] am [[Dürrnberg (Hallein)|Dürrnberg]] in [[Hallein]] zu größerem Wohlstand kommen. Am Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. wurde in zunehmend kriegerischen Zeiten die Höhensiedlung auf dem Berg aufgegeben, der Fürstensitz wurde in der nun folgenden Zeit auf den Dürrnberg selbst verlegt. | Auf dem Hellbrunner Berg konnte [[Martin Hell]] zuerst [[1917]] gemeinsam mit seiner Frau Lina Keramikscherben der älteren [[Bronzezeit]] im Raum des Watzmannblickes bergen. [[1944]] fand Hell außerdem in einer Halbhöhle im Norden des Berges verschiedene einfache Gebrauchsgegenstände der Jung[[steinzeit]] und der ältesten Bronzezeit. Später fand Hell einen Brandopferplatz auf dem Berg mit einer Fülle von rituell zerschlagenen Scherben der Bronzezeit. Im Bereich einer historischen Abfallgrube fand er weiters kostbare Fundstücke und auch Wohnpodien in der Nordhälfte des Hellbrunner Berges, die von einem [[Kelten|keltischen]] Fürstensitz der jüngeren [[Hallstattzeit]] stammen. Diese keltischen Fürsten konnten in Verbindung mit der [[Salzbergbau|Salzgewinnung]] am [[Dürrnberg (Hallein)|Dürrnberg]] in [[Hallein]] zu größerem Wohlstand kommen. Am Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. wurde in zunehmend kriegerischen Zeiten die Höhensiedlung auf dem Berg aufgegeben, der Fürstensitz wurde in der nun folgenden Zeit auf den Dürrnberg selbst verlegt. Die Siedlung auf dem Berg wurde offensichtlich aufgegeben, nur im Nordwesten des Hellbrunner Berges (und im Raum [[Morzg]]) bestanden in der [[La-Tène-Zeit]] weiterhin kleine Siedlungen, in römischer Zeit befand sich hier eine Villa. | ||
In der Folge bestand im Spätmittelalter zumindest seit [[1421]] hier ein Jagdwildgarten, der Teil deines [[Gotik|spätgotischen]] Ansitzes im Raum des heutigen Schlosses Hellbrunn war. [[Markus Sittikus]] gestaltete den Berg als zentralen Teil seines erneuerten Jagdwildgartens aus. Hier siedelte er [[1616]]/[[1617]] auch Steinwild und Gämsen an. Der männliche Steinbock überlebte die Zwangsübersiedlung aber nicht und verstarb 1617. Die bald erneuerte kleine Steinwildkolonie überdauerte mit wechselnder Größe bis um [[1790]], als eine Seuche einen Großteil der Tiere tötete. Die nachfolgenden Steinbock-Ziegenmischlinge wurden im März [[1801]] gemeinsam mit allen anderen Tieren des Jagdwildgartens in einem einzigen Tag vom französischen General Moreau erlegt. | |||
[[Datei:Hellbrunner Mauer u. Berg.JPG|thumb|Schlosspark-Mauer beim [[Zoo Salzburg]] mit Hellbrunner Berg.]] | |||
[[1825]] bis 1829 wurde auch der Hellbrunner Berg im Hintergrund vom Landschaftsmaler [[Johann Michael Sattler]] auf seinem [[Sattler-Panorama|Salzburg Panorama]] dargestellt<ref>vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Sattler-Panorama#/media/File:Sattler_panorama_sued_gross.jpg Blick nach Süden]</ref> | [[1825]] bis 1829 wurde auch der Hellbrunner Berg im Hintergrund vom Landschaftsmaler [[Johann Michael Sattler]] auf seinem [[Sattler-Panorama|Salzburg Panorama]] dargestellt<ref>vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Sattler-Panorama#/media/File:Sattler_panorama_sued_gross.jpg Blick nach Süden]</ref> | ||
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== Quellen == | == Quellen == | ||
* [[Reinhard Medicus|Medicus, Reinhard]]: ''[[Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit]]'', [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg, 2021 | * [[Reinhard Medicus|Medicus, Reinhard]]: ''[[Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit]]'', [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg, 2021 | ||