Hotel Gaisbergspitze: Unterschied zwischen den Versionen
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
| − | Es wurde in den Jahren [[1880]] bis [[1881]] von [[Joseph Cathrein]] unweit der Bergstation der [[Gaisbergbahn]], fast an der Hangkante zur [[Stadt Salzburg]] hinunter, errichtet. Es war ein dreistöckiger Bau, der an der Südseite einen Turm hatte, auf dessen Spitze eine Aussichtsplattform eingerichtet war. Das Hotel bot für 50 Personen | + | Es wurde in den Jahren [[1880]] bis [[1881]] von [[Joseph Cathrein]] unweit der Bergstation der [[Gaisbergbahn]], fast an der Hangkante zur [[Stadt Salzburg]] hinunter, errichtet. Es war ein dreistöckiger Bau, der an der Südseite einen Turm hatte, auf dessen Spitze eine Aussichtsplattform eingerichtet war. Das Hotel bot Platz für 50 Personen und verfügte über einen großen Speisesaal. |
| − | Wie aus einer Anzeige im [[Salzburger Volksblatt]] vom 4. April 1885 hervorgeht hatte Cathrein sein Hotel verpachtet und dürfte auch das [[Hotel Restaurant Zistelalm|Hotel Zistelalm]] besessen haben. Auch dürfte das Hotel in den Wintermonaten geschlossen gewesen sein.<ref> | + | Wie aus einer Anzeige im "[[Salzburger Volksblatt]]" vom [[4. April]] [[1885]] hervorgeht, hatte Cathrein sein Hotel verpachtet und dürfte auch das [[Hotel Restaurant Zistelalm|Hotel Zistelalm]] besessen haben. Auch dürfte das Hotel in den Wintermonaten geschlossen gewesen sein.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18850404&query=%22Hotel+Gaisbergspitze%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=15 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 4. April 1885, Seite 15</ref> |
| − | + | [[Datei:Hotel Gaisbergspitze 02.jpg|thumb|Das Hotel Gaisbergspitze, Datum der Aufnahme nicht bekannt.]] | |
| − | + | Im Frühjahr 1885 suchte Cathrein um die Herstellung einer Telefonleitung zu beiden Hotels an.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18850516&seite=2&zoom=33&query=%22Hotel%2BGaisbergspitze%E2%80%8E%22&ref=anno-search ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 16. Mai 1885, Seite 2</ref> Wenige Tage später wurde die Zustimmung erteilt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18850521&query=%22Hotel+Gaisbergspitze%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 21. Mai 1885, Seite 4</ref> | |
| − | Am [[ | + | Am [[3. August]] 1885 besuchte Erzherzogin [[Marie Valerie Mathilde Amalie von Habsburg-Lothringen|Valerie von Habsburg-Lothringen]] den Gaisberg sowie die beiden Hotels von Cathrein. Sie sprach sich dabei höchst befriedigt über die ebenso geschmackvolle wie praktische Einrichtung beider ''Etablissements'' aus. Schließlich benutzte die Erzherzogin die neue Telefonleitung und erteilte vom Gaisberg den Auftrag, es möge an Ihre Majestät [[Elisabeth von Österreich]] ein [[Telegramm]] geschickt werden, ''welches Allerhöchst derselben das Wohlbefinden Ihrer Tochter melden soll.''<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18850803&query=%22Hotel+Gaisbergspitze%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 3. August 1885, Seite 2</ref> |
| − | + | Am [[6. Juni]] [[1887]] fuhr mit dem ersten Nachmittagszug um 14 Uhr der Sektionschef im Handelsministerium und Präsident der Generaldirektion der österreichischen Staatsbahnen Alois Czedik von Bründlsberg und Eysenberg in Begleitung mehrerer Herren von der Generaldirektion auf den Gaisberg. Die Gesellschaft nahm im Hotel Gaisbergspitze das ''Diner'' ein und sprach sich über alles sehr lobend aus.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18870607&query=%22Hotel+Gaisbergspitze%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 7. Juni 1887, Seite 2</ref> | |
| − | Die Herren des Hofstaates des deutschen Kaisers [[Wilhelm I.]] waren dann am [[11. August]] 1887 zu Besuch im Hotel. Mit dabei waren Alois Czedik von Bründlsberg und Eysenberg | + | Der Schubertbund aus Wien, der am [[26. Juli]] 1887 ein [[Wohltätigkeitskonzert des Schubertbundes aus Wien|Wohltätigkeitskonzert in Salzburg]] gab, war in der Früh um 07:40 Uhr mit zwei Sonderzügen auf den Gaisberg gefahren. Das Hotel war aus diesem Anlass festlich beflaggt. Bis zur Talfahrt um 11:30 Uhr war noch Zeit für ein Gruppenbild, das der Salzburger [[Fotograf]] [[Friedrich Pflauder]] machte, der neben dem Hotel in der [[Villa Pflauder]] sein Atelier hatte.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18870726&query=%22Hotel+Gaisbergspitze%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 26. Juli 1887, Seite 3</ref> |
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| + | Die Herren des Hofstaates des deutschen Kaisers [[Wilhelm I.]] waren dann am [[11. August]] 1887 zu Besuch im Hotel. Mit dabei waren Alois Czedik von Bründlsberg und Eysenberg sowie [[Hofrat]] Claudy.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18870811&query=%22Hotel+Gaisbergspitze%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 11. August 1887, Seite 3</ref> | ||
Die Teilnehmer des [[Kongress für internationale Erdmessung|Kongresses für internationale Erdmessung]] waren am [[18. September]] [[1888]] zu Mittag Gäste im Hotel. | Die Teilnehmer des [[Kongress für internationale Erdmessung|Kongresses für internationale Erdmessung]] waren am [[18. September]] [[1888]] zu Mittag Gäste im Hotel. | ||
| − | Das Hotel war im Besitz der [[Gaisbergbahn AG]]. An ihm war eine [[Thurwieser-Gedenktafel am Gaisberg|Thurwieser-Gedenktafel]] an den Meteorologen, Alpinisten und Theologieprofessor [[Peter Karl Thurwieser]] angebracht | + | Das Hotel war im Besitz der [[Gaisbergbahn AG]]. An ihm war eine [[Thurwieser-Gedenktafel am Gaisberg|Thurwieser-Gedenktafel]] an den Meteorologen, Alpinisten und Theologieprofessor [[Peter Karl Thurwieser]] angebracht. |
| − | + | Am [[24. Februar]] [[1939]] brannte es zur Mittagszeit ab und wurde nie wieder aufgebaut. Gerüchte, der Brand sei durch SS-Einheiten gelegt worden, da der Gipfelbereich für [[Gaisberg Radar Forschungsstation|militärische Forschungen]] verwendet werden sollte, wurden zwar heftig dementiert, aber nie aus der Welt geschafft. | |
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| − | * [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18820722&query=%22Hotel+Gaisbergspitze%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 22. Juli 1882, Seite 3: eine Werbeeinschaltung mit Preisen von Speisen und Getränken | + | * [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18820722&query=%22Hotel+Gaisbergspitze%e2%80%8e%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 22. Juli 1882, Seite 3: eine Werbeeinschaltung mit Preisen von Speisen und Getränken sowie Öffnungszeiten; |
| − | ==Quellen== | + | == Quellen == |
| − | * ''Salzburger Fotografien | + | * ''[[Salzburger Fotografien 1880–1918]] aus dem Atelier [[Würthle & Spinnhirn|Würthle]]'', [[Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg]] 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4 |
| − | * | + | * Pervesler, Wolfgang und Pervesler, Kurt: ''Geheime Kommandosache Gaisberg'' in Schriftenreihe des [[Verein Freunde der Salzburger Geschichte|Vereins Freunde der Salzburger Geschichte]], Band 22. |
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Aktuelle Version vom 23. Januar 2026, 09:34 Uhr
Das Hotel Gaisbergspitze war ein Berghotel auf der Gaisbergspitze des Salzburger Hausberges, des Gaisbergs.
Geschichte
Es wurde in den Jahren 1880 bis 1881 von Joseph Cathrein unweit der Bergstation der Gaisbergbahn, fast an der Hangkante zur Stadt Salzburg hinunter, errichtet. Es war ein dreistöckiger Bau, der an der Südseite einen Turm hatte, auf dessen Spitze eine Aussichtsplattform eingerichtet war. Das Hotel bot Platz für 50 Personen und verfügte über einen großen Speisesaal.
Wie aus einer Anzeige im "Salzburger Volksblatt" vom 4. April 1885 hervorgeht, hatte Cathrein sein Hotel verpachtet und dürfte auch das Hotel Zistelalm besessen haben. Auch dürfte das Hotel in den Wintermonaten geschlossen gewesen sein.[1]
Im Frühjahr 1885 suchte Cathrein um die Herstellung einer Telefonleitung zu beiden Hotels an.[2] Wenige Tage später wurde die Zustimmung erteilt.[3]
Am 3. August 1885 besuchte Erzherzogin Valerie von Habsburg-Lothringen den Gaisberg sowie die beiden Hotels von Cathrein. Sie sprach sich dabei höchst befriedigt über die ebenso geschmackvolle wie praktische Einrichtung beider Etablissements aus. Schließlich benutzte die Erzherzogin die neue Telefonleitung und erteilte vom Gaisberg den Auftrag, es möge an Ihre Majestät Elisabeth von Österreich ein Telegramm geschickt werden, welches Allerhöchst derselben das Wohlbefinden Ihrer Tochter melden soll.[4]
Am 6. Juni 1887 fuhr mit dem ersten Nachmittagszug um 14 Uhr der Sektionschef im Handelsministerium und Präsident der Generaldirektion der österreichischen Staatsbahnen Alois Czedik von Bründlsberg und Eysenberg in Begleitung mehrerer Herren von der Generaldirektion auf den Gaisberg. Die Gesellschaft nahm im Hotel Gaisbergspitze das Diner ein und sprach sich über alles sehr lobend aus.[5]
Der Schubertbund aus Wien, der am 26. Juli 1887 ein Wohltätigkeitskonzert in Salzburg gab, war in der Früh um 07:40 Uhr mit zwei Sonderzügen auf den Gaisberg gefahren. Das Hotel war aus diesem Anlass festlich beflaggt. Bis zur Talfahrt um 11:30 Uhr war noch Zeit für ein Gruppenbild, das der Salzburger Fotograf Friedrich Pflauder machte, der neben dem Hotel in der Villa Pflauder sein Atelier hatte.[6]
Die Herren des Hofstaates des deutschen Kaisers Wilhelm I. waren dann am 11. August 1887 zu Besuch im Hotel. Mit dabei waren Alois Czedik von Bründlsberg und Eysenberg sowie Hofrat Claudy.[7]
Die Teilnehmer des Kongresses für internationale Erdmessung waren am 18. September 1888 zu Mittag Gäste im Hotel.
Das Hotel war im Besitz der Gaisbergbahn AG. An ihm war eine Thurwieser-Gedenktafel an den Meteorologen, Alpinisten und Theologieprofessor Peter Karl Thurwieser angebracht.
Am 24. Februar 1939 brannte es zur Mittagszeit ab und wurde nie wieder aufgebaut. Gerüchte, der Brand sei durch SS-Einheiten gelegt worden, da der Gipfelbereich für militärische Forschungen verwendet werden sollte, wurden zwar heftig dementiert, aber nie aus der Welt geschafft.
Weblinks
- ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 22. Juli 1882, Seite 3: eine Werbeeinschaltung mit Preisen von Speisen und Getränken sowie Öffnungszeiten;
Quellen
- Salzburger Fotografien 1880–1918 aus dem Atelier Würthle, Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4
- Pervesler, Wolfgang und Pervesler, Kurt: Geheime Kommandosache Gaisberg in Schriftenreihe des Vereins Freunde der Salzburger Geschichte, Band 22.
Einzelnachweise
- ↑ ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 4. April 1885, Seite 15
- ↑ ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 16. Mai 1885, Seite 2
- ↑ ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 21. Mai 1885, Seite 4
- ↑ ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 3. August 1885, Seite 2
- ↑ ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 7. Juni 1887, Seite 2
- ↑ ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 26. Juli 1887, Seite 3
- ↑ ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 11. August 1887, Seite 3