Walter Lager: Unterschied zwischen den Versionen
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K Textersetzung - „Le nozze di Figaro“ durch „Le Nozze di Figaro“ |
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Als Requisitenmeister ist er mit seinem Team im Großen Festspielhaus und am [[Domplatz]] dafür verantwortlich, dass jeder Darsteller stets das zur Hand hat, was die Regie vorsieht: Das reicht in "Il trittico" zum Beispiel vom zerknüllten Testament, das im aufgedeckten Totenbett von Buoso Donati liegt, über einen Leierkasten und das Interieur eines Lastenkahns im zweiten Teil bis zur angegessenen Tafel Schokolade, von der eine Süßigkeiten liebende Nonne in der dritten Geschichte von "Il trittico" verbotenerweise genascht hat. | Als Requisitenmeister ist er mit seinem Team im Großen Festspielhaus und am [[Domplatz]] dafür verantwortlich, dass jeder Darsteller stets das zur Hand hat, was die Regie vorsieht: Das reicht in "Il trittico" zum Beispiel vom zerknüllten Testament, das im aufgedeckten Totenbett von Buoso Donati liegt, über einen Leierkasten und das Interieur eines Lastenkahns im zweiten Teil bis zur angegessenen Tafel Schokolade, von der eine Süßigkeiten liebende Nonne in der dritten Geschichte von "Il trittico" verbotenerweise genascht hat. | ||
Walter Lager gehört zu jenen, die noch mit [[Herbert von Karajan]] zusammengearbeitet haben. Mit ihm habe er bei großen Opern wie "Aida", "Don Carlo" oder "Le | Walter Lager gehört zu jenen, die noch mit [[Herbert von Karajan]] zusammengearbeitet haben. Mit ihm habe er bei großen Opern wie "Aida", "Don Carlo" oder "Le Nozze di Figaro" zu tun gehabt. "Geschimpft hat er mich nie, aber er war stets sehr reserviert. Nur ein Mal habe ich von ihm größtes Lob erhalten. Das war, als ich für [[Plácido Domingo]] in ,Maskenball' eine Holzattrappe einer Waffe zu einer zweiläufigen Duellpistole umarbeiten ließ. Da war er sehr angetan." Das war kurz vor Karajans Tod, der den Großteil der Proben geleitet hatte, aber noch vor der Premiere verstarb. | ||
Waffen seien generell ein in Opern häufig benötigtes Requisit. Und immer wieder habe er mit den mit Platzpatronen bestückten Waffen auch "geschossen", berichtet der Requisitenmeister. Etwa, um sie vorab zu testen. So wie einmal, als ein Statist in "Don Carlo" schießen sollte. Auf Wunsch des Regisseurs sollte dabei aus dem Lauf eine Stichflamme kommen. Als Walter Lager die gelieferten Platzpatronen auf der Seitenbühne ausprobierte und damit große Löcher in ein fünf Meter entfernt aufgehängtes Packpapier schoss, erklärte er das Ganze für zu gefährlich und bestellte neue, mit deutlich weniger Schießpulver bestückte Platzpatronen. | Waffen seien generell ein in Opern häufig benötigtes Requisit. Und immer wieder habe er mit den mit Platzpatronen bestückten Waffen auch "geschossen", berichtet der Requisitenmeister. Etwa, um sie vorab zu testen. So wie einmal, als ein Statist in "Don Carlo" schießen sollte. Auf Wunsch des Regisseurs sollte dabei aus dem Lauf eine Stichflamme kommen. Als Walter Lager die gelieferten Platzpatronen auf der Seitenbühne ausprobierte und damit große Löcher in ein fünf Meter entfernt aufgehängtes Packpapier schoss, erklärte er das Ganze für zu gefährlich und bestellte neue, mit deutlich weniger Schießpulver bestückte Platzpatronen. | ||