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Karl Hartwig Kaltner studierte an der [[Universität Salzburg]] Geschichte und Romanistik. Anschließend folgte ein Studium der Malerei von [[1984]] bis [[1988]] an der Kunstakademie | Karl Hartwig Kaltner studierte an der [[Universität Salzburg]] Geschichte und Romanistik. Anschließend folgte ein Studium der Malerei von [[1984]] bis [[1988]] an der Kunstakademie "Brera" in Mailand. Seit [[1994]] lebt und arbeitet Kaltner wieder in Österreich. Zahlreiche Ausstellungen in [[Österreich]], [[Deutschland]], [[Italien]] und [[Japan]]. Auf dem [[Wildkogel]] in [[Bramberg am Wildkogel|Bramberg]] im [[Pinzgau]] setzte er gemeinsam mit dem [[Verein Tauriska|Verein TAURISKA]] das ''Projekt Friedensgarten'' auf 2 224 [[m ü. A.]] um. | ||
Am Sonntag, den [[3. Juli]] [[2022]], zelebrierte [[Erzbischof]] [[Franz Lackner (Erzbischof)|Franz Lackner]] um 10 Uhr im [[Salzburger Dom]] eine Messe für die selige [[Maria Theresia Ledochowska]]. Zu diesem Anlass entstanden mehrere Fahnen von Karl Hartwig Kaltner, welche im Dom an das Wirken dieser außerordentlichen Frau hinweisen. | Am Sonntag, den [[3. Juli]] [[2022]], zelebrierte [[Erzbischof]] [[Franz Lackner (Erzbischof)|Franz Lackner]] um 10 Uhr im [[Salzburger Dom]] eine Messe für die selige [[Maria Theresia Ledochowska]]. Zu diesem Anlass entstanden mehrere Fahnen von Karl Hartwig Kaltner, welche im Dom an das Wirken dieser außerordentlichen Frau hinweisen. | ||
==== Welche Rolle hat das Lamm in den Buchreligionen? ==== | ==== Welche Rolle hat das Lamm in den Buchreligionen? ==== | ||
''Welche Rolle hat das Lamm in den Buchreligionen?'' war der Titel eines Vortrags von Kaltner am [[8. April]] [[2022]] im Rahmen des EU-Projektes SchafOhrMarke, TAURISKA-[[Kammerlanderstall]] in [[Neukirchen am Großvenediger]]. Im Anschluss an den Vortrag wurde ein elfminütiges Video von Karl Hartwig Kaltner mit dem Titel ''Misere'' (Latein für | ''Welche Rolle hat das Lamm in den Buchreligionen?'' war der Titel eines Vortrags von Kaltner am [[8. April]] [[2022]] im Rahmen des EU-Projektes SchafOhrMarke, TAURISKA-[[Kammerlanderstall]] in [[Neukirchen am Großvenediger]]. Im Anschluss an den Vortrag wurde ein elfminütiges Video von Karl Hartwig Kaltner mit dem Titel ''Misere'' (Latein für "Erbarmen") gezeigt, welches speziell für den Karfreitag entstanden ist. Es soll dem Betrachter in sehr eindringlicher Bildsprache einen Spiegel vorführen und unseren Umgang mit der Schöpfung und mit unseren eigenen Werten hinterfragen. Es entstand in Zusammenarbeit mit "Terra Arte" in Blera und dem Verein "Tauriska" in Neukirchen am Großvenediger. Regie: Roberto Orazi, Szenenbild: Sandro Scarmiglia.<ref>Presseaussendung Karl Hartwig Kaltner vom 31. März 2022</ref> | ||
<blockquote>''Wie kaum ein anderes Tier hat uns das [[Schaf]] bei unserer Entwicklung zum Menschsein begleitet. Schon die Besiedlung vieler Erdteile aber auch die Sesshaftwerdung der Menschen wäre ohne die Domestizierung der Schafe unmöglich gewesen, man denke nur an die vielfältigen Produkte, welche dieses Tier dem Menschen liefert. Vom archaischen Filz für die Zelte der Nomaden, dem wetterfesten Loden und der feinsten Merinowolle der aktuellen Hout Couture hin bis zu Milch, Käse und Fleisch hat das Schaf eine tragende Bedeutung in unserer Kultur. | <blockquote>''Wie kaum ein anderes Tier hat uns das [[Schaf]] bei unserer Entwicklung zum Menschsein begleitet. Schon die Besiedlung vieler Erdteile aber auch die Sesshaftwerdung der Menschen wäre ohne die Domestizierung der Schafe unmöglich gewesen, man denke nur an die vielfältigen Produkte, welche dieses Tier dem Menschen liefert. Vom archaischen Filz für die Zelte der Nomaden, dem wetterfesten Loden und der feinsten Merinowolle der aktuellen Hout Couture hin bis zu Milch, Käse und Fleisch hat das Schaf eine tragende Bedeutung in unserer Kultur. | ||
''Dies schlägt sich natürlich auch in den großen Buchreligionen nieder. Das Schaf spielt sowohl im Judentum als auch bei den Christen und im Islam als Symbol und Opfertier eine bedeutende Rolle. Dieser großen symbolischen Bedeutung steht allerdings eine bestialische Realität gegenüber, in der Schafe wochenlang in rostigen Transportschiffen quer über den Erdball transportiert werden um als Ware der kapitalistischen Geldvermehrung dienen. Es spiegelt dies die Verlogenheit und Gnadenlosigkeit unserer Wertegesellschaft wider! Dennoch beten die Christen | ''Dies schlägt sich natürlich auch in den großen Buchreligionen nieder. Das Schaf spielt sowohl im Judentum als auch bei den Christen und im Islam als Symbol und Opfertier eine bedeutende Rolle. Dieser großen symbolischen Bedeutung steht allerdings eine bestialische Realität gegenüber, in der Schafe wochenlang in rostigen Transportschiffen quer über den Erdball transportiert werden um als Ware der kapitalistischen Geldvermehrung dienen. Es spiegelt dies die Verlogenheit und Gnadenlosigkeit unserer Wertegesellschaft wider! Dennoch beten die Christen "Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünde der Welt.." und der österliche Lammbraten lässt uralte Opferrituale auferstehen, welche sowohl im Judentum als auch im Islam eine bedeutende Rolle spielen. Dies gilt natürlich auch für den sprichwörtlichen "Sündenbock", welcher bereits in mesopotamischen Kulturen auftritt und der als Dämon in modernen Horrorfilmen heute noch als Azazel zitiert wird. | ||
''Die Veranstaltung soll diese symbolische Ebene ins Bewusstsein rücken und uns verdeutlichen, wie lange wir schon in Symbiose mit diesem Tier leben und wie Bedeutsam seine Symbolik für unsere Kultur und unsere Zivilisation ist.</blockquote> | ''Die Veranstaltung soll diese symbolische Ebene ins Bewusstsein rücken und uns verdeutlichen, wie lange wir schon in Symbiose mit diesem Tier leben und wie Bedeutsam seine Symbolik für unsere Kultur und unsere Zivilisation ist.</blockquote> | ||
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Karl Hartwig Kaltner ist in [[Puch bei Hallein]] zu Hause, wo sich seine Familie [[1974]] niederließ. Er besuchte zunächst das [[Akademisches Gymnasium|Akademische Gymnasium]], dann das [[Musisches Gymnasium|Musisch-Pädagogische Gymnasium]] in Salzburg, wo er [[1979]] maturierte. Anschließend studierte er an der [[Universität Salzburg]] Geschichte und Italienisch, absolvierte zugleich eine Lehre als Fresko-Maler in Bozen in [[Südtirol]] und ging nach Beendigung seines Studiums [[1984]] an die "''Accademia di Belle Arti di Brera''", die Kunstakademie Mailand ( | Karl Hartwig Kaltner ist in [[Puch bei Hallein]] zu Hause, wo sich seine Familie [[1974]] niederließ. Er besuchte zunächst das [[Akademisches Gymnasium|Akademische Gymnasium]], dann das [[Musisches Gymnasium|Musisch-Pädagogische Gymnasium]] in Salzburg, wo er [[1979]] maturierte. Anschließend studierte er an der [[Universität Salzburg]] Geschichte und Italienisch, absolvierte zugleich eine Lehre als Fresko-Maler in Bozen in [[Südtirol]] und ging nach Beendigung seines Studiums [[1984]] an die "''Accademia di Belle Arti di Brera''", die Kunstakademie Mailand (Italien), die er [[1988]] mit Auszeichnung abschloss. Nach zwölf Jahren in Italien kehrte er [[1992]] nach Puch zurück. Sein täglich Brot verdient sich Kaltner einerseits seit [[1995]] durch einen Lehrauftrag an der [[Pädagogische Hochschule Salzburg|pädagogischen Hochschule]], sowie als Lehrer für Italienisch, Geschichte und Sozialkunde sowie Bildnerische Erziehung am [[Bundesgymnasium Nonntal]]. Zum anderen als freischaffender Künstler. | ||
Oft sind es sakrale Räume, in denen er tätig wird: Er hat im [[Bildungszentrum Borromäum|Bildungszentrum]] des [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|Erzbischöflichen Privatgymnasiums Borromäum]] in der Stadt Salzburg einen Meditationsraum eingerichtet und in der [[Chirurgie West]] des [[Landeskrankenhaus Salzburg|Landeskrankenhauses Salzburg]] einen Liturgieraum gestaltet. Auch hat er Bilderzyklen für [[Bildungshaus St. Virgil|St. Virgil]] und das [[Erzbischöfliches Palais|Erzbischöfliche Palais]] in Salzburg geschaffen. [[2018]] gestaltete er die Glasstelen vor dem [[Russenfriedhof (St. Johann im Pongau)]]. | Oft sind es sakrale Räume, in denen er tätig wird: Er hat im [[Bildungszentrum Borromäum|Bildungszentrum]] des [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|Erzbischöflichen Privatgymnasiums Borromäum]] in der Stadt Salzburg einen Meditationsraum eingerichtet und in der [[Chirurgie West]] des [[Landeskrankenhaus Salzburg|Landeskrankenhauses Salzburg]] einen Liturgieraum gestaltet. Auch hat er Bilderzyklen für [[Bildungshaus St. Virgil|St. Virgil]] und das [[Erzbischöfliches Palais|Erzbischöfliche Palais]] in Salzburg geschaffen. [[2018]] gestaltete er die Glasstelen vor dem [[Russenfriedhof (St. Johann im Pongau)]]. | ||
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Kaltner arbeitet nach wie vor mit historischen Pigmenten und Asche. Die kostspielige Farbe in ihrer Kombination mit Distelöl deutet darauf hin, welche bezeichnende Rolle Echtheit und Sinnlichkeit in Kaltners Bildern spielen. Die Asche als Bestandteil der Arbeiten hebt einerseits eine besondere Haptik hervor. Sie wird in den neueren Arbeiten allerdings sparsamer verwendet. Andererseits ist der Einsatz dieses Materials nicht ohne Anlehnung an die Beschäftigung mit der österreichischen Vergangenheit zu denken. Das offene Spiel mit der Fantasie des Betrachters ist gewiss ein Zugang zu seiner Kunst. Kaltner provoziert nicht, weil die Provokation per se eine aufdringliche Komponente beinhaltet, die sich zu seinen Arbeiten in einem Widerspruch befindet. Kaltners Bilderwelten bieten ein Hinschauen und "Sich-Hineinlassen" an. Seine Arbeiten, auch als Spiegel einer Künstlerseele verstanden, lassen Existenzielles, Wesentliches, Bedrohliches ahnen, auf Archaisches schließen. | Kaltner arbeitet nach wie vor mit historischen Pigmenten und Asche. Die kostspielige Farbe in ihrer Kombination mit Distelöl deutet darauf hin, welche bezeichnende Rolle Echtheit und Sinnlichkeit in Kaltners Bildern spielen. Die Asche als Bestandteil der Arbeiten hebt einerseits eine besondere Haptik hervor. Sie wird in den neueren Arbeiten allerdings sparsamer verwendet. Andererseits ist der Einsatz dieses Materials nicht ohne Anlehnung an die Beschäftigung mit der österreichischen Vergangenheit zu denken. Das offene Spiel mit der Fantasie des Betrachters ist gewiss ein Zugang zu seiner Kunst. Kaltner provoziert nicht, weil die Provokation per se eine aufdringliche Komponente beinhaltet, die sich zu seinen Arbeiten in einem Widerspruch befindet. Kaltners Bilderwelten bieten ein Hinschauen und "Sich-Hineinlassen" an. Seine Arbeiten, auch als Spiegel einer Künstlerseele verstanden, lassen Existenzielles, Wesentliches, Bedrohliches ahnen, auf Archaisches schließen. | ||
Kaltners Bilder waren bereits in Ländern wie Italien, Deutschland, Österreich und | Kaltners Bilder waren bereits in Ländern wie Italien, Deutschland, Österreich und Japan zu sehen. | ||
Von [[2010]] bis [[2017]] leitete Kaltner den Fachbereich '"Bildnerische Erziehung" an der Pädagogischen Hochschule Salzburg und lehrte von [[2012]] bis [[2018]] auch an der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien. | Von [[2010]] bis [[2017]] leitete Kaltner den Fachbereich '"Bildnerische Erziehung" an der Pädagogischen Hochschule Salzburg und lehrte von [[2012]] bis [[2018]] auch an der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien. | ||
== Auszeichnung == | == Auszeichnung == | ||
[[1998]] war Kaltner [[Kulturfondspreise der Stadt Salzburg | [[1998]] war Kaltner [[Kulturfondspreise der Stadt Salzburg|Preisträger]] des [[Kulturfonds der Stadt Salzburg]]. | ||
== Weblinks == | == Weblinks == | ||