Großglockner (Berg): Unterschied zwischen den Versionen

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{{Salzburgbezug}}[[Datei:Glockner Gipfel.jpg|thumb|Der Gipfel des Großglockners (der rechte der beiden Gipfel in der Bildmitte).]]
[[Datei:Großglockner Gipfelaufnahmen Februar 2021 01.jpg|thumb|Der Gipfel des Großglockners von Südwesten aus Richtung Kals in Osttirol, Februar 2021.]]
[[Datei:Großglockner 1786 13-08-01.jpg|thumb|Der Großglockner vom [[Hocharn]] aus gesehen.]]
Der '''Großglockner''' ist mit 3 798 [[m ü. A.]] der höchste Berg Österreichs. Er liegt in den [[Hohen Tauern]] in [[Kärnten]], nur wenige Meter von der Grenze zu [[Osttirol]] entfernt.
[[Datei:Großglockner Bergsteiger im April 2021.jpg|thumb|Jeder rote Punkt ist ein Bergsteiger, berg- oder talswärts. Aufnahme vom 24. April 2021.]]
[[Datei:Grossglockner_Berg.jpg|thumb|Der Gipfel des Großglockners]]
[[Datei:Glocknergipfelkreuz von Robert Gruber 74602817 560285354725073 7423687680774373376 n.jpg|thumb|Großglockner-Gipfelkreuz v. Robert Gruber]]
[[Datei:Glockner_Kaprun.jpg|thumb|der Blick geht vom [[Kitzsteinhorn]] ziemlich genau nach Süden, links  unten kann man den [[Stausee Mooserboden]]  der [[Tauernkraftwerke  Kaprun]] erkennen, der letzte Spitz am Bild  ganz hinten ist der Großglockner.]]
[[Datei:Grossglockner Karlinger Kees.jpg|thumb|Dieses Bild wurde vom [[Kitzsteinhorn]] aus aufgenommen: ganz links der Großglockner, rechts der markante Spitz das  [[Teufelshorn]] (3 680 [[m ü. A.]]), der sich rechts anschließende Bergkamm ist die [[Glocknerwand]], die flache Spitze rechts im Bild der [[Johannisberg]] (3 353 m ü. A.), unter dem sich das [[Karlingerkees]] bis zum  [[Stausee Mooserboden]] hinunter zieht (auf ca. 2 200 m ü. A.).]]
Der '''Großglockner''' ist mit 3 798 [[m ü. A.]] der höchste Berg Österreichs und befindet sich in den [[Hohen Tauern]] in [[Kärnten]].


==Name==
== Name ==
Man nimmt an, dass sich der Name ''Glockner'' von ''Klocken'', dem Donner, den Steinschlag auslöst, abgeleitet wurde. Diese Annahme wird auch dadurch untermauert, als in früheren Jahrhunderten der Großglockner ''Glocknerer'', ''Glogger'' (Kals) oder ''Glöckner'' (vgl. [[Matthäus Merian]]) genannt wurde<ref>Quelle Buch [[Großglockner Saumpfad Römerweg Hochalpenstraße]]</ref>.
Der Name "Glockner" wird häufig vom Wort "Klocken" abgeleitet, das den Donner bezeichnet, der durch Steinschlag ausgelöst wird. Diese Deutung wird dadurch gestützt, dass der Berg in früheren Jahrhunderten als "Glocknerer", "Glogger" (Kals) oder "Glöckner" (vgl. [[Matthäus Merian]]) bezeichnet wurde.<ref>Buch "[[Großglockner Saumpfad Römerweg Hochalpenstraße]]"</ref>


In dem von Wolfgang Lazius, dem Hofhistoriografen des Kaiser Ferdinand I., [[1561]] publizierten Atlas der österreichischen [[Alpen]]<nowiki>länder</nowiki> führte er nur diesen einzigen Gipfel als ''Glocknerer'' (neben vielen Tauernpässen) an. [[1583]] nennt eine Grenzbeschreibung der [[Osttirol]]er Gemeinde Kals den Gipfel ''Glogger'' und in der ''Topographia proviniciarum austriacarum '' [[1649]] von Merian ist der Gipfel als ''Glockner mons'' eingetragen. In späteren Karten ist dieser Berg überhaupt nicht mehr eingetragen, bis die Tiroler Peter Anich und Blasius Huber [[1774]] die erste wirklich brauchbare Landkarte dieser Alpenregion mit Gipfelnamen zeichnen. In dieser Karte ist der Großglockner mit dem Namen ''Glocknerberg'' eingetragen und trägt einen Stern mit der Notiz "'zum Zeichen seiner außerordentlichen Höhe''".
[[Datei:Großglockner Bergsteiger im April 2021.jpg|thumb|Jeder rote Punkt ist ein Bergsteiger, berg- oder talwärts. Aufnahme vom 24. April 2021.]]


Der französische Alpinist [[Belsazar Hacquet]], der auch als "Erstbesteiger" der [[Pasterze]] gilt, bezeichnet den Berg nach seiner glockenartigen Form erstmals als ''Großglockner'' (althochdeutsch ''glocca'', im Dialekt ''glogga''). Als ''Glogga'' wurde in einem [[1856]] von Josef Wagner in Klagenfurt erschienenen Buch auch der  
Im von Wolfgang Lazius, Hofhistoriograf Kaiser Ferdinands I., [[1561]] publizierten Atlas der österreichischen [[Alpen]]<nowiki>länder</nowiki> wird der Gipfel als "Glocknerer" geführt. Eine Grenzbeschreibung der Gemeinde Kals in [[Osttirol]] nennt ihn [[1583]] "Glogger", und in der ''Topographia proviniciarum austriacarum'' ([[1649]]) von Merian erscheint er als ''Glockner mons''. In späteren Karten fehlt der Berg teilweise ganz, bis die Tiroler Peter Anich und Blasius Huber [[1774]] die erste verlässliche Karte dieser Alpenregion mit Gipfelnamen veröffentlichten. Dort ist der Großglockner als "Glocknerberg" eingetragen und mit einem Stern als besonders hoher Gipfel markiert.
Leithammel der Schafe im oberen Mölltal bezeichnet, der eine Glocke trägt.


[[1934]] führt Hans Fischer in seinem Buch "''Großglockner'' auf eine Bezeichnung aus dem [[14. Jahrhundert|14.]] und [[15. Jahrhundert]] zurück, wonach man mit "Glocke" einen komplett geschlossenen und mit einem Knopfloch versehene, weiten, aber kurzen Umhang bezeichnete. So soll dann die Bezeichnung "Glockner" für den schneebedeckten Gipfelbereich, aus dem der Hauptgipfel wie ein Kopf hervorragte, entstanden sein.<ref>Quelle [[Der Großglockner und seine Straße]], Seite 21f</ref>
Der französische Alpinist [[Belsazar Hacquet]], Erstbesteiger der [[Pasterze]], bezeichnete den Berg aufgrund seiner glockenartigen Form erstmals als "Großglockner" (althochdeutsch ''glocca'', dialektal ''glogga''). Als "Glogga" wurde im [[1856]] in Klagenfurt erschienenen Buch von Josef Wagner auch der Leithammel der Schafe im oberen Mölltal bezeichnet, der eine Glocke trägt.
 
[[1934]] führte Hans Fischer in seinem Buch "Großglockner" eine weitere mögliche Herkunft an: Demnach bezeichnete man im [[14. Jahrhundert|14.]] und [[15. Jahrhundert]] einen kurzen, weiten, geschlossenen Umhang mit Knopfloch als "Glocke". Der Name "Glockner" könnte sich somit auf den schneebedeckten Gipfelbereich beziehen, aus dem der Hauptgipfel wie ein Kopf hervorragt.<ref>[[Der Großglockner und seine Straße]], Seite 21f</ref>
 
== Geografie ==
Nördlich des Gipfels fließt das [[Glocknerkees]], das früher in die [[Pasterze]] mündete. Östlich liegt das [[Kleinglocknerkees]] und südöstlich das [[Hofmannskees]]. Zwischen Kleinglockner- und Hofmannskees befindet sich die [[Pallavicinirinne]], eine etwa 600 m hohe, steile Eisrinne. Südlich des Gipfels, auf Osttiroler Seite, fließt das Ködnitzkees und nordwestlich das Teischnitzkees. Im Trogtal im Nordosten fließt die [[Pasterze]].
 
Südöstlich des Großglockners folgt unmittelbar der [[Kleinglockner]], der nur 28 Meter niedriger ist. Danach liegt auf einem Sattel die [[Erzherzog-Johann-Hütte]]. An den südlichen Hängen befinden sich die [[Stüdlhütte]] und die Lucknerhütte, im Südosten in 2 651 m ü. A. die [[Salmhütte]] (siehe [[Großglockner Erstbesteigung]]), als einer der Ausgangspunkte für die Besteigung vom Kalsertal in [[Osttirol]]. Die Salmhütte ist auch von [[Heiligenblut]] in Kärnten erreichbar.
 
Vom Großglockner aus verläuft der [[Glocknerkamm]] nach Nordwesten bis zum [[Eiskögele]].
 
=== Gipfel ===
 
[[Datei:Großglockner_Schwarzfärbung_unterhalb_des_Gipfels_im_Sommer_2023.jpg|thumb|Die Schwarzfärbung 2023.]]
 
Der Gipfel (114 m²) sollte seit dem [[6. März]] [[2009]] nicht mehr dem [[Österreichischer Alpenklub|Alpenklub]] (ÖAK) gehören, sondern hätte an den [[Alpenverein]] gegen 220 m² Grundfläche unmittelbar neben der [[Erzherzog-Johann-Hütte]] getauscht werden sollen. Allerdings verzögerte sich der Tausch (Stand 2022). Der Tausch wäre notwendig gewesen, um Platz für eine Kläranlage zu schaffen.
 
Die im Sommer [[2023]] aufgetretene schwarze Schicht im Gletschereis unterhalb des Gipfels, zwischen der Erzherzog-Johann-Hütte und dem Gipfelgrat, gibt Glaziologen neue Rätsel auf. Bei einem Forschungsflug von [[Gerald Lehner]] am [[25. August]] 2023 für die Glaziologen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sagte Teamleiterin Andrea Fischer von der Universität Innsbruck, privat sehr erfahrene Bergsteigerin: "Besonders interessant und rätselhaft finde ich diese kohlrabenschwarze Schicht auf dem Glockner, so etwas hatten wir letztes Jahr an der [[Weißsee]]spitze. Wir wissen aber noch nicht, was das ist."<ref>[https://www.facebook.com/lehner.gerald/posts/pfbid07QxhpdRfmU5FdYrHc7TaCtV3r8vhBcZi8yG4Mut3NMRHtTbLP3C77SUSiCpA2Yavl facebook] von Gerald Lehner, Posting am 26. August 2023</ref>


==Geschichte==
==Geschichte==
Am [[28. Juli]] [[1800]] war die [[Großglockner Erstbesteigung|Erstbesteigung des Großglockners]] durch eine Expedition, der u. a. [[Franz Michael Vierthaler]], sowie P. [[Ulrich Schiegg]] und [[Valentin Stanig]] angehörten, die Vermessungsarbeiten vornahmen. Allerdings erfolgte die Erstbesteigung durch zwei Zimmerer (die das [[Großglockner Gipfelkreuz|Gipfelkreuz]] errichteten), die Brüder Martin und Sepp Klotz, den Organisator der Expedition (im Auftrag von Fürstbischof von Gurk, Franz Xaver Altgraf von Salm Reifferscheid) sowie vom 54-jährige Sigismund Ernst Hohenwart und Johann Zopoth. Stanig, der mit den Zimmerern aufgestiegen war, war der erste ''Tourist'' am Großglockner.  
Am [[28. Juli]] [[1800]] erfolgte die [[Großglockner Erstbesteigung|Erstbesteigung des Großglockners]] durch eine Expedition, der u. a. [[Franz Michael Vierthaler]], Pater [[Ulrich Schiegg]] [[OSB]] und [[Valentin Stanig]] angehörten und die Vermessungsarbeiten vornahm. Die tatsächliche Erstbesteigung wurde jedoch von zwei Zimmerern durchgeführt, die das [[Großglockner Gipfelkreuz|Gipfelkreuz]] errichteten: den Brüdern Martin und Sepp Klotz. Zur Expedition gehörten außerdem der Organisator im Auftrag des [[Bischof von Gurk|Fürstbischofs von Gurk]] [[Franz II. Xaver von Salm-Reifferscheidt-Krautheim]], der 54‑jährige Sigismund Ernst Hohenwart sowie Johann Zopoth. Stanig, der mit den Zimmerern aufgestiegen war, gilt als erster Tourist am Großglockner.
 
[[Datei:Aufgetischt am Großglockner 02.jpg|thumb|Wolkenstimmung über den Gipfeln.]]
 
In den "Mittheilungen der kaiserlich-königlichen Geographischen Gesellschaft" aus dem Jahr [[1860]] liest man: "... Zu den Curiositäten der Glocknerbesteigungen gehört auch die vom [[21. September]] [[1837]], an der ein Bauernmädchen aus Rojach bei Heiligenblut herzhaften Anteil nahm..."<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=geo&datum=18600004&query=((text:Rojach))&ref=anno-search&seite=127 ANNO], "Mittheilungen der kaiserlich-königlichen Geographischen Gesellschaft", Ausgabe 1860, Hauptteil Seite 127</ref>
 
[[1856]] besuchten Kaiser [[Franz Joseph I.]] und seine Gattin, Kaiserin [[Elisabeth von Österreich|Elisabeth]] (die allerdings nur bis zum [[Bretterboden]] aufstieg), die später nach ihm benannte [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe historisch|Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]], die etwas südöstlich vom Großglockner gegenüber liegt.
 
[[1863]] kam es zu einer Großglockner-Expedition, die [[Fotografie|fotografisch]] von [[Gustav Jaegermayer]] festgehalten wurde.


In den "Mittheilungen der kaiserlich-königlichen Geographischen Gesellschaft" aus dem Jahr [[1860]] liest man "... Zu den Curiositäten der Glocknerbesteigungen gehört auch die vom [[21. September]] [[1837]], an der ein Bauernmädchen aus Rojach bei Heiligenblut herzhaften Antheil nahm..."<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=geo&datum=18600004&query=((text:Rojach))&ref=anno-search&seite=127 ANNO], Mittheilungen der kaiserlich-königlichen Geographischen Gesellschaft, Ausgabe 1860, Hauptteil Seite 127</ref>
[[Mary Whitehead]] bestieg am [[24. Juli]] [[1869]] als erste Frau den Großglockner. Ihr folgte am [[21. August]] desselben Jahres als zweite Frau [[Anna von Frey]].<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=oav&datum=18700014&query=((text:Whitehead))&ref=anno-search&seite=509 ANNO], "Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins", Ausgabe 1870, Seite 507</ref>


[[1856]] besuchten Kaiser [[Franz Joseph I.]] mit seiner Gattin Kaiserin [[ Elisabeth von Österreich|Elisabeth]] (die allerdings nur bis zum Brettenboden aufstieg) die später nach ihm benannte [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe historisch|Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]].  
Am [[2. Jänner]] [[1875]] führte der Engländer Groham eine Besteigung des Großglockners durch. Schlechte Fernsicht lohnte die Mühe allerdings nicht. Dennoch galt das Ereignis für die damalige Zeit als Sportunikum.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19250102&query=%22Maurus+Berndl%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], "[[Salzburger Chronik]]", Ausgabe vom 2. Jänner 1925, Seite 4</ref>


[[1863]] kam es zu einer Großglockner-Expedition, die [[Fotografie|fotografisch]] von [[Gustav Jaegermayer]] festgehalten wurde.
=== Alpinistische Beschreibung ===
[[Karl Hofmann (Alpinist)|Karl Hofmann]] berichtete [[1867]] von Bergfahrten in der Glocknergruppe und erwähnte darin eine Bergfahrt auf den Glocknergipfel (Auszug).<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=oav&qid=RT3H7B59UAUZ4U5EQEBVC8W1H4QXKL&datum=1869&page=103&size=45 ANNO], "Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins", 1867, Seite 87: "Aus der Glocknergruppe"</ref>


[[Mary Whitehead]] bestieg am [[24. Juli]] [[1869]] als erste Frau den Großglockner. Ihr folgte am [[21. August]] desselben Jahres als zweite Frau [[Anna von Frey]].<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=oav&datum=18700014&query=((text:Whitehead))&ref=anno-search&seite=509 ANNO], Zeitschrift des deutschen und österreichischen Alpenvereins, Ausgabe 1870, Seite 507</ref>
[[Datei:Großglockner 1786 13-08-01.jpg|thumb|Der Großglockner, 2013 vom [[Hocharn]] aus gesehen.]]


Am [[2. Jänner]] [[1875]] führte der Engländer Groham eine Besteigung des Großglockners durch. Schlechte Fernsicht lohnte allerdings die Mühe nicht. Doch war das Ereignis für die damalige Zeit ein Sportunikum.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19250102&query=%22Maurus+Berndl%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 2. Jänner 1925, Seite 4</ref>
<blockquote>''Von den mehrfachen Glocknerfabrten, die wir in früheren Jahren und vor allem im heurigen unternahmen, dürfte gewiss die am [[5. August]] [[1869]] als die interessante hier erwähnt werden. Nicht nur wurde damals der neuvollendete Glocknerweg mit mehreren Freunden aus Lienz und Innsbruck feier­lich eröffnet. sondern es gelang mir auch an jenem Tage, zum erstenmale über den Kleinglockner, die Adlersruhe und das äussere (südlichere) Glocknerkahr zur Pasterze hinabzu­steigen. Meine Führer hiezu waren die Kaiser Thom. Groder und Joseph Kerer. Es traten uns weit weniger Schwierig­keiten entgegen, als ich vermuthet hatte. Ein rüstiger Berg­steiger wird von der Johannishütte aus in etwa 4 Stunden auf diesem Wege die Adlersruhe, in wenig über 5 Stunden die Spitze des Grossglockner erreichen können. Der Weg über das äussere Glocknerkahr empor ist bei günstiger Be­schaffenheit des Schnee’s nicht viel schwieriger als der alte Kaiserweg über den Ködnitzgletscher auf die Adlersruhe. Eine ausführliche Schilderung der Ersteigungen, die wir im [[Glocknerkamm]]e unternahmen, würde hier zu weit führen. Wir werden eine solche an anderem Ort veröffentlichen.</blockquote>


==Gipfel==
=== Tragischer Tod einer Alpinistin 2025 ===
Der Gipfel (114 m²) sollte seit [[6. März]] [[2009]] nicht mehr dem [[Österreichischer Alpenklub|Alpenklub]] (ÖAK) gehören, sondern hätte an den [[Alpenverein]] gegen 220 m² Grund unmittelbar neben der [[Erzherzog-Johann-Hütte]] getauscht werden sollen. Allerdings verzögerte sich nun der Tausch noch.  
Der Fall sorgte österreichweit für großes mediales Interesse: Am Donnerstag, den [[19. Februar]] [[2026]], musste sich am Landesgericht Innsbruck ein 37‑jähriger Bergsteiger wegen des Erfrierungstodes seiner 33‑jährigen Lebensgefährtin am Großglockner verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm grob fahrlässige Tötung vor. Er soll die Salzburgerin rund 50 Meter unterhalb des Gipfels "schutzlos, entkräftet, unterkühlt und desorientiert" zurückgelassen haben.


Der Tausch wäre notwendig, um Platz für eine Kläranlage zu schaffen.
Das Paar war am [[18. Jänner]] [[2025]] von Kals in [[Osttirol]] aus zu einer Tour über den [[Stüdlgrat]] aufgebrochen, mit geplantem Abstieg über [[Kleinglockner]] und [[Adlersruhe]]. Aufgrund seiner größeren Bergerfahrung sah die Staatsanwaltschaft den Mann als faktischen Führer der Tour.


==Umgebung==
Nach einer 14‑stündigen Verhandlung fiel am späten Donnerstagabend ein nicht rechtskräftiges Urteil: Der Angeklagte wurde der grob fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen und zu fünf Monaten bedingter Haft sowie 9.600 Euro Geldstrafe verurteilt.
Nördlich, unterhalb des Gipfels liegt das ''Glockner Kees'', das in die [[Pasterze]] mündet. Östlich der [[Hofmannskees]] und dazwischen die [[Pallavicinirinne]], eine etwa 600 m hohe Eiswand. Südlich des Gipfels, auf Osttiroler Seite, liegt der ''Teischnitz-Kees'', nordwestlich der ''Fruschnitz-Kees''.  


Am Bergrücken in südöstliche Richtung folgt nach dem Gipfel die ''Adersruhe'' mit der [[Erzherzog-Johann-Hütte]] und dann der [[Kleinglockner]]. Noch weiter südöstlich in 2&nbsp;651 m ü. A. befindet sich die ''Salm-Hütte'' (siehe [[Großglockner Erstbesteigung]]), als einer der Ausgangspunkte der Besteigung vom Kalsertal in [[Osttirol]] aus. Die zweite Route führt von [[Heiligenblut]] in Kärnten herauf.
Zentrale Punkte des Verfahrens:
* Gutachten: Der Sachverständige bezeichnete den späten Aufbruch als "Kardinalfehler". Bei Einbruch der Dunkelheit hätte umgekehrt werden müssen. Das Zurücklassen der Frau sei einem "Todesurteil" gleichgekommen; die einzig richtige Entscheidung wäre gewesen, bei ihr zu bleiben. Er schloss nahezu sicher aus, dass sie nach dem Weggang noch selbstständig handlungsfähig war.
* Anklage: Die Staatsanwaltschaft sah eine Kette grober Fahrlässigkeiten bestätigt und wertete das nächtliche Telefonat des Mannes nicht als Notruf.
* Verteidigung: Der Anwalt sprach von einem tragischen Bergunfall und betonte die Eigenverantwortung der erfahrenen Alpinistin. Unter den extremen Bedingungen liege keine grobe Fahrlässigkeit vor; er forderte einen Freispruch.
* Belastende Widersprüche: 
: Der Polizist und der Gutachter stuften das nächtliche Telefonat "definitiv nicht" als Notruf ein.
: Die Auffindesituation der Verstorbenen passte laut Gutachter und Bergrettung nicht zur Darstellung des Angeklagten.
: Eine Ex‑Partnerin berichtete, bei einer früheren Tour ebenfalls nachts allein zurückgelassen worden zu sein.<ref>[https://www.sn.at/panorama/oesterreich/gehen-um-jeden-preis-so-begruendet-der-richter-den-schuldspruch-im-glockner-prozess-art-636343?_gl=1*1cqj5bz*_up*MQ..*_ga*MjA5Nzk0OTAzNC4xNzcxNTc1MjQ1*_ga_8RT1Y6PF03*czE3NzE1NzUyNDUkbzEkZzAkdDE3NzE1NzUyNDUkajYwJGwwJGgw sn.at], 19. und 20. Februar 2026: "Gehen um jeden Preis": So begründete der Richter den Schuldspruch im Glockner-Prozess</ref><ref>[https://orf.at/stories/3420340/ orf.at], 19. Februar 2026: Prozess zu Tod auf Großglockner gestartet</ref>


== Ausstellung ==
== Ausstellung ==
Die Dauerausstellung [[Berg, die Frauen im Aufstieg]] im [[Besucherzentrum Kaiser-Franz-Josefs-Höhe|Besucherzentrum]] auf der [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]] geht der Frage nach, wer sich hinter den ersten beiden und anderen Gipfelstürmerinnen verbirgt und welchen gesellschaftlichen Vorurteilen und Hindernissen sie in diesem Zeitraum trotzten.  
Die Dauerausstellung "[[Berg, die Frauen im Aufstieg]]" im [[Besucherzentrum Kaiser-Franz-Josefs-Höhe|Besucherzentrum]] auf der [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]] geht der Frage nach, wer sich hinter den ersten beiden sowie weiteren Gipfelstürmerinnen verbirgt und welchen gesellschaftlichen Vorurteilen und Hindernissen sie damals trotzten.


== Bildergalerie ==
== Bildergalerie ==
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Datei:Großglockner.jpg|Die Aufnahme stammt vom [[Stubnerkogel]] und zeigt links den Gipfel des Großglockners
Datei:Grossglockner_Berg.jpg|Der Gipfel des Großglockners, 2002.
Datei:Großglockner 1.jpg|Rechts im Bild der Großglockner, Zoomaufnahme vom [[Fulseck]] in [[Dorfgastein]]
Datei:Grossglockner Karlinger Kees.jpg|Dieses Bild wurde 2010 vom [[Kitzsteinhorn]] aus aufgenommen: ganz links der Großglockner, rechts der markante Gipfel, das [[Teufelshorn (Glocknergruppe)|Teufelshorn]] (3&nbsp;680&nbsp;m&nbsp;ü.&nbsp;A.); rechts anschließend der Bergkamm der [[Glocknerwand]], die flache Spitze rechts im Bild ist der [[Johannisberg]] (3&nbsp;353&nbsp;m&nbsp;ü.&nbsp;A.), unter dem sich das [[Karlingerkees]] bis zum [[Stausee Mooserboden]] hinunterzieht (auf ca. 2&nbsp;200&nbsp;m&nbsp;ü.&nbsp;A.).
Datei:Großglockner hocharn 05179 2011-04-16.jpg|Der Großglockner vom [[Hocharn]] gesehen
Datei:Glockner_Kaprun.jpg|Der Blick geht vom [[Kitzsteinhorn]] ziemlich genau nach Süden; links unten ist der [[Stausee Mooserboden]] der [[Tauernkraftwerke Kaprun]] zu sehen, der letzte Gipfel im Bild, ganz hinten, ist der Großglockner. Aufnahme 2010.
Datei:Großglockner hocharn 05470 2008-08-19.jpg|Der Großglockner vom Hocharn gesehen
Datei:Großglockner.jpg|Die Aufnahme stammt vom [[Stubnerkogel]] und zeigt links den Gipfel des Großglockners.
Datei:Großglockner Kleinglockner Gipfelbereich Juni 2021 02.jpg|Der Großglockner von Südosten. Die roten Punkte markieren Bergsteiger, die auf dem Weg zum [[Kleinglockner]] (linker zweiteiliger Gipfel) und Großglockner (rechter Gipfel) unterwegs waren.  
Datei:Grossglockner Hochalpenstrasse Sinwelleck Gedenkzeichen Fuscher Törl.jpg|In der Bildmitte das [[Sinwelleck]], links davon im Hintergrund der [[Kleinglockner|Klein]]- und [[Großglockner (Berg)|Großglockner]].
Datei:Großglockner 1.jpg|Rechts im Bild der Großglockner, Zoomaufnahme vom [[Fulseck]] in [[Dorfgastein]].
Datei:Großglockner hocharn 05179 2011-04-16.jpg|Der Großglockner, 2011 vom [[Hocharn]] gesehen.
Datei:Großglockner hocharn 05470 2008-08-19.jpg|Der Großglockner, 2008 vom Hocharn gesehen.
Datei:Großglockner Kleinglockner Gipfelbereich Juni 2021 02.jpg|Der Großglockner von Südosten, 2021. Die roten Punkte markieren Bergsteiger, die auf dem Weg zum [[Kleinglockner]] (linker, zweiteiliger Gipfel) und zum Großglockner (rechter Gipfel) unterwegs sind.
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; Historische Aufnahmen  
; Historische Aufnahmen  
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Datei:Großglockner Teufelshorn Hofmannspitze Wiesbachhorn West 1957.jpg|Der Großglockner (rechts) von Westen. Links daneben [[Teufelshorn]], [[Hofmannspitze]] und die [[Glocknerwand]], ganz links im Hintergrund das [[Großes Wiesbachhorn|Große Wiesbachhorn]]. Aufnahme Oktober 1957.
Datei:Großglockner Teufelshorn Hofmannspitze Wiesbachhorn West 1957.jpg|Der Großglockner (rechts) von Westen. Links daneben [[Teufelshorn (Glocknergruppe)|Teufelshorn]], [[Hofmannspitze]] und die [[Glocknerwand]], ganz links im Hintergrund das [[Große Wiesbachhorn]]. Aufnahme Oktober 1957.
Datei:Grossglockner Südost 03.jpg|Der Großglockner von Südosten. Rechts im Schatten liegt die [[Pasterze]]. Aufnahme Oktober 1957.
Datei:Grossglockner Südost 03.jpg|Der Großglockner von Südosten. Rechts im Schatten liegt die [[Pasterze]]. Aufnahme Oktober 1957.
Datei:Grossglockner Südost 02.jpg| Der Großglockner von Südosten mit links der [[Glocknerwand]]. Im Vordergrund rechts das [[Ködnitzkees]] und genau am Winkelpunkt darüber die [[Erzherzog-Johann-Hütte]], links das [[Teischnitzkees]]. Rechts im Hintergrund der Spitz ist das [[Kitzsteinhorn]].  
Datei:Grossglockner Südost 02.jpg|Der Großglockner von Südosten mit links der [[Glocknerwand]]. Im Vordergrund rechts das [[Ködnitzkees]] und darüber am Winkelpunkt die [[Erzherzog-Johann-Hütte]], links das [[Teischnitzkees]]. Rechts im Hintergrund der Gipfel ist das [[Kitzsteinhorn]]. Aufnahme Oktober 1957.
Großglockner historisch.jpg|Historische Darstellungen und Karten.
Datei:Großglockner historisch.jpg|Historische Darstellungen und Karten.
Großglockner Gipfelkreuz Risch-Lau.jpg|Aufnahme in den [[1950er]]- oder [[1960]]er-Jahren.
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=== weitere Bilder ===
=== weitere Bilder ===
{{Bildkat}}
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=== Siehe auch ===
=== Siehe auch ===
* Übersichtsbild der [[Großglockner Gipfelregion]].
* [[Großglockner-Gipfelregion]] mit beschriftetem Panoramabild
* [[Großglockner und Pasterze im Laufe eines Jahres‎‎]]
* [[Großglockner und Pasterze im Laufe eines Jahres‎‎]], eine Bildreportage über die Veränderungen während der vier Jahreszeiten
 
[[Datei:Großglockner-Panorama von der Franz-Josef-Höhe.jpg|thumb|900px|center|Großglockner-Panorama von der [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]], 2011.]]


==Literaturtipps==
* Buch [[Großglockner Saumpfad Römerweg Hochalpenstraße]]
* Buch [[Kronland Salzburg]]
[[Datei:Großglockner-Panorama von der Franz-Josef-Höhe.jpg|thumb|900px|center|Großglockner-Panorama von der [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]].]]
== Weblinks ==
== Weblinks ==
* [http://www.austrianmap.at/amap/index.php?SKN=1&XPX=637&YPX=492 digitale Karte - Großglockner links im Suchfeld eingeben]
* Position auf [https://maps.bev.gv.at/#/center/12.6947,47.0742/zoom/15.5 AMap] (korrigierter Link, Datenstand: 6. November 2022)
 
==Quellen==
==Quellen==
{{Quelle Salzburgs Synchronik}}
{{Quelle Salzburgs Synchronik}}
* Buch [[Kronland Salzburg]]
* Buch "[[Großglockner Saumpfad Römerweg Hochalpenstraße]]"
* Buch [[Großglockner Saumpfad Römerweg Hochalpenstraße]]
* Buch "[[Kronland Salzburg]]"
* {{Quelle SN| 6. März 2009}}
* {{Quelle SN| 6. März 2009}}
{{Quelle AMap}}
== Einzelnachweise ==  
== Einzelnachweise ==  
<references/>
<references/>


[[Kategorie:Wissenschaft]]
[[Kategorie:Wissenschaft]]
[[Kategorie:Geografie]][[Kategorie:Glocknergruppe]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Landschaft]]
[[Kategorie:Landschaft]]
[[Kategorie:Berg]]
[[Kategorie:Berg]]
[[Kategorie:Kärnten]]
[[Kategorie:Kärnten]]
[[Kategorie:Osttirol]]
[[Kategorie:Osttirol]]
[[Kategorie:Ostalpen]]
[[Kategorie:Ostalpen]]
[[Kategorie:Zentralalpen]]
[[Kategorie:Zentralalpen]]
[[Kategorie:Hohe Tauern]]
[[Kategorie:Hohe Tauern]]
[[Kategorie:Glocknergruppe]]
[[Kategorie:Großglockner Gipfelregion]]
[[Kategorie:Nationalpark Hohe Tauern]]
[[Kategorie:Nationalpark Hohe Tauern]]
[[Kategorie:Berg (Nationalpark Hohe Tauern)]]
[[Kategorie:Berg (Nationalpark Hohe Tauern)]]
[[Kategorie:Ereignis]]
[[Kategorie:Gerichtsfall]]
[[Kategorie:Unglück]]