Schloss Arenberg: Unterschied zwischen den Versionen
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== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Das in Salzburg-[[Äußerer Stein]] an der [[Arenbergstraße]] 8/10 in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]] stehende Gebäude stammt in seinen ältesten Bauteilen rund um das zentrale Stiegenhaus aus dem [[14. Jahrhundert]]. Den heutigen Namen erhielt das Schloss mit dem Erwerb und Ausbau von Prinzessin [[Sophie von Arenberg]] im Jahr [[1861]]. Bis dahin hieß es [[Bürglsteingut]]. Im Jahr [[1627]] wurde vom damaligen Eigentümer die nach ihm benannte [[Ritzenkapelle zu Unsere Lieben Frau von Bürglstein|Ritzenkapelle | Das in Salzburg-[[Äußerer Stein]] an der [[Arenbergstraße]] 8/10 in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]] stehende Gebäude stammt in seinen ältesten Bauteilen rund um das zentrale Stiegenhaus aus dem [[14. Jahrhundert]]. Den heutigen Namen erhielt das Schloss mit dem Erwerb und Ausbau von Prinzessin [[Sophie von Arenberg]] im Jahr [[1861]]. Bis dahin hieß es [[Bürglsteingut]]. Im Jahr [[1627]] wurde vom damaligen Eigentümer die nach ihm benannte [[Ritzenkapelle zu Unsere Lieben Frau von Bürglstein|Ritzenkapelle "Zu Unserer Lieben Frau von Bürglstein"]] im Südwesten an das Gebäude angebaut. | ||
=== Sitz Pirglstein === | === Sitz Pirglstein === | ||
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Der Schriftsteller [[Hermann Bahr]] und seine Frau, die Opernsängerin und Mitbegründerin der [[Salzburger Festspiele]], [[Anna Bahr-Mildenburg]] verbrachten hier zehn Jahre von [[1912]] bis [[1922]]. Sie machten das Schloss zu einem Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen. | Der Schriftsteller [[Hermann Bahr]] und seine Frau, die Opernsängerin und Mitbegründerin der [[Salzburger Festspiele]], [[Anna Bahr-Mildenburg]] verbrachten hier zehn Jahre von [[1912]] bis [[1922]]. Sie machten das Schloss zu einem Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen. | ||
Nach dem [[ | Nach dem [[Ersten Weltkrieg]] gab es Pläne zur Errichtung eines [[Mozart]]-[[Festspielhäuser|Festspielhauses]] auf dem Bürglstein. | ||
[[1931]] wurde die Liegenschaft zu vier Fünftel von der [[Salzburger Sparkasse]] und zu einem Fünftel von der [[Stadtgemeinde Salzburg]] gekauft. Zu dieser Zeit hatten die [[Arenberggründe]] ein Ausmaß von 66 000 m² und reichten bis zum [[ | [[1931]] wurde die Liegenschaft zu vier Fünftel von der [[Salzburger Sparkasse]] und zu einem Fünftel von der [[Stadtgemeinde Salzburg]] gekauft. Zu dieser Zeit hatten die [[Arenberggründe]] ein Ausmaß von 66 000 m² und reichten bis zum [[Äußeren Stein]]. [[1932]] führte die Stadt einen großen Architektenwettbewerb durch mit dem Ziel eine bestmögliche Nutzung zu erreichen. Keines der eingereichten Projekte wurde weiterverfolgt. Ein erheblicher Teil der Fläche wurde dann in den Jahren [[1950]]-[[1953]] für den Bau des [[Unfallkrankenhaus Salzburg|Unfallkrankenhauses]] verwendet. | ||
Am Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] trafen fünf [[Bomben auf die Stadt Salzburg|Fliegerbomben]] das Gelände. So auch die Ritzenkapelle, die auf dem Bürglstein errichtete Gloriette und das römische Gräberfeld. Von der Gloriette sind nur mehr die Grundmauern zu sehen und die im Eigentum des Priesterhausfonds stehende stark beschädigte Kapelle wurde im Jahr [[1951]] abgerissen. Seit September [[1945]] diente sie der Tischlerei Seidl als Lagerraum. | Am Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] trafen fünf [[Bomben auf die Stadt Salzburg|Fliegerbomben]] das Gelände. So auch die Ritzenkapelle, die auf dem Bürglstein errichtete Gloriette und das römische Gräberfeld. Von der Gloriette sind nur mehr die Grundmauern zu sehen und die im Eigentum des Priesterhausfonds stehende stark beschädigte Kapelle wurde im Jahr [[1951]] abgerissen. Seit September [[1945]] diente sie der Tischlerei Seidl als Lagerraum. | ||
Von [[1968]] bis [[1995]] befand sich im Gebäude die [[Max Reinhardt Forschungs- und Gedenkstätte]]. Die Eröffnung | Von [[1968]] bis [[1995]] befand sich im Gebäude die [[Max Reinhardt Forschungs- und Gedenkstätte]]. Die Eröffnung wurde am [[26. Juli]] [[1968]] durch Bundespräsident Franz Jonas in Anwesenheit der Witwe [[Helene Thimig-Reinhardt]] vorgenommen. | ||
[[1989]] wurde das Schloss - ohne Park - vom [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] erworben und im Juli [[2001]] im Rahmen einer öffentlichen Feilbietung von der [[Salzburg Stiftung]] der [[American Austrian Foundation]] gemeinnützige Privatstiftung mit den Vorständen Dr. Wolfgang Aulitzky und Komm.-Rat [[Heinrich Spängler]] gekauft. Ende [[2002]] erwarb die Salzburg Stiftung den [[Milton and Roslyn Wolf-Park|Park]] im Ausmaß von 17 822 m² von der Salzburger Sparkasse (vier Fünftel) und der Stadt Salzburg (ein Fünftel). | [[1989]] wurde das Schloss - ohne Park - vom [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] erworben und im Juli [[2001]] im Rahmen einer öffentlichen Feilbietung von der [[Salzburg Stiftung]] der ''[[American Austrian Foundation]]'' gemeinnützige Privatstiftung mit den Vorständen Dr. Wolfgang Aulitzky und Komm.-Rat [[Heinrich Spängler]] gekauft. Ende [[2002]] erwarb die Salzburg Stiftung auch den [[Milton and Roslyn Wolf-Park|Park]] im Ausmaß von 17 822 m² von der Salzburger Sparkasse (vier Fünftel) und der Stadt Salzburg (ein Fünftel). Ermöglicht wurde dies durch eine Spende des ehemaligen Botschafters der [[Vereinigte Staaten von Amerika|Vereinigten Staaten von Amerika]] in Österreich Milton A. Wolf ([[1977]]–[[1980]]). | ||
=== Das Schloss im 21. Jahrhundert === | === Das Schloss im 21. Jahrhundert === | ||
Die stark zunehmende Anzahl der medizinischen Wochenseminare führte zu Überlegungen, eigene Seminar-und Unterkunftsmöglichkeiten zu schaffen und in der Folge zum Erwerb von Schloss Arenberg. Das Gebäude befand sich in einem baulich desolaten Zustand sodass umfangreiche Umbau- und Sanierungsarbeiten nach Plänen der Architekten DI Hans Werner Scheicher und Mag. Reiner Kaschl erforderlich waren. Auf Grundlage der rechtskräftigen Baubewilligung vom [[13. August]] [[2002]] begannen die Bauarbeiten im September [[2003]] und dauerten eindreiviertel Jahre. Vom [[29. Mai]] bis [[4. Juni]] [[2005]] konnte das erste Seminar auf Schloss Arenberg | Die stark zunehmende Anzahl der medizinischen Wochenseminare führte zu Überlegungen, eigene Seminar-und Unterkunftsmöglichkeiten zu schaffen und in der Folge zum Erwerb von Schloss Arenberg. Das Gebäude befand sich in einem baulich desolaten Zustand sodass umfangreiche Umbau- und Sanierungsarbeiten nach Plänen der Architekten DI Hans Werner Scheicher und Mag. Reiner Kaschl erforderlich waren. Auf Grundlage der rechtskräftigen Baubewilligung vom [[13. August]] [[2002]] begannen die Bauarbeiten im September [[2003]] und dauerten eindreiviertel Jahre. Vom [[29. Mai]] bis [[4. Juni]] [[2005]] konnte das erste Seminar auf Schloss Arenberg ''Infectious Diseases'' mit den Kursdirektoren Richard Roberts, ''Weill Cornell Medical College'' New York und Wolfgang Graninger, Universität [[Wien]], abgehalten werden. Die Eröffnungsfeier (''Ribbon Cutting Ceremony'') von Schloss Arenberg fand am [[24. Juli|24.]] und [[25. Juli]] 2005 statt.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=XiaNKyHrNZ0I0ih74OwMXKbKYXsuqSaBs8n6M51Lbes55nRItvV7KgsHxRa2Ll5vp4Cii60%2F%2FW%2BVgI1pXFp87Ebxc%2BrAU0Gj8V8MiUSiVPVuiF%2F9t4MbBH6zJM6B8EFs&id1=lo20050723_20&q=%2522Salzburg%2520Stiftung%2520der%2520AAF%2522#slide132 www.sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]", Ausgabe vom 23. Juli 2005, Seite 22</ref> | ||
Durch den [[Brand des Schlosses Arenberg 2009|Ausbruch eines Feuers]] bei Dachsanierungsarbeiten am [[20. April]] [[2009]] wurde das Dachgeschoß zerstört und der Rest des Hauses durch Wasserschäden stark in Mitleidenschaft gezogen. Insbesondere die aus dem [[16. Jahrhundert]] stammenden Renaissance-Holztäfelungen und Türumrahmungen im Festsaal waren stark gefährdet. Erfreulicherweise konnten Fachleute gefunden werden, denen eine Trocknung und Wiederherstellung dieser wertvollen Kulturzeugen gelang. Nach kurzer Vorbereitungszeit und nur elf Monaten Sanierungsarbeiten konnte das Gebäude am [[29. Mai]] [[2010]] wieder in Betrieb genommen werden. Das Haus verfügte nunmehr über 54 Zimmer (37 Einzelzimmer, sieben Doppelzimmer und zehn Suiten). | |||
Seit Aufnahme der Seminartätigkeit in Salzburg im November 1993 wurden über 750 Wochenseminare in allen medizinischen Fachgebieten - von der Anästhesie über die Orthopädie bis zur Urologie - mit über 28 000 Fachärzten aus 128 Ländern abgehalten (Stand April 2024). Vortragende (''Faculty'') sind Mediziner der renommiertesten Universitätskliniken der USA wie ''Weill Cornell Medical College'' New York, ''Columbia University'' New York, ''The Children´s Hospital of Philadelphia'', ''Duke University'', etc., aber auch aus Europa, jeweils in Kooperation mit ihren Fachkollegen der österreichischen Universitätsspitäler Wien, Graz, Innsbruck, Salzburg. Besonders bemerkenswert ist die Bereitschaft der Vortragenden ihr im Verlauf ihres Berufslebens erworbenes Wissen unentgeltlich weiterzugeben. Durch die Weitergabe des letzten Standes des medizinischen Wissens an Fachärzte aus aller Welt findet eine Multiplikation dieses Wissens statt, das unmittelbar zum Wohl einer großen Zahl von Patienten eingesetzt werden kann. | |||
Die Medizinseminare finden im Rahmen des ''Open Medical Institutes'', einem Programm der ''American Austrian Foundation'', statt. Medizinischer Direktor seit Anbeginn ist Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Aulitzky. Während der Seminarpause im Sommer werden im Schloss Arenberg ''Opern-camps'' für Kinder und Jugendliche unter der Leitung von Mitgliedern der [[Wiener Philharmoniker]] abgehalten. | |||
Die Medizinseminare finden im Rahmen des ''Open Medical Institutes'', einem Programm der ''American Austrian Foundation'', statt. Medizinischer Direktor seit Anbeginn ist Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Aulitzky. Während der Seminarpause im Sommer werden | |||
== Milton and Roslyn Wolf-Park == | == Milton and Roslyn Wolf-Park == | ||
Im [[Milton and Roslyn Wolf-Park]] befinden sich die [[Würth Skulpturen Garten bei Schloss Arenberg|Würth Skulpturen]]. | Im [[Milton and Roslyn Wolf-Park]] befinden sich die [[Würth Skulpturen Garten bei Schloss Arenberg|Würth Skulpturen]]. | ||
== Literatur == | |||
[[2020]] wurde ein Buch, das der ehemalige Wissenschafts-Chef der "[[Salzburger Nachrichten]]", [[Josef Bruckmoser]], und die AAF-Mitarbeiterin Stephanie Faschang vorgestellt, das auf 124 Seiten Geschichte und Gegenwart des Hauses und seiner Nutzung beschreibt.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/arenberg-hinter-der-schlossfassade-werden-spitzen-aerzte-ausgebildet-92468122 www.sn.at], 6. September 2020</ref> | |||
== Bilder == | == Bilder == | ||
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: --> dortiger Autor [[Reinhard Medicus]] | : --> dortiger Autor [[Reinhard Medicus]] | ||
* [http://www.burgen-austria.com/archive.php?id=1747 www.burgen-austria.com] | * [http://www.burgen-austria.com/archive.php?id=1747 www.burgen-austria.com] | ||
* [ | * [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19410604&query=%22B%c3%bcrglstein%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", Ausgabe vom 4. Juni 1941, Seite 3: Dr. [[Friedrich Breitinger]]: ''Bürglstein und Josef Rosenegger'' | ||
* [[Rudolf Aichinger]] (18. Juli 2021, via E-Mail an Admin. [[Benutzer:Peter Krackowizer|Peter]]) | * [[Rudolf Aichinger]] (18. Juli 2021, via E-Mail an Admin. [[Benutzer:Peter Krackowizer|Peter]]) | ||
== Einzelnachweise == | |||
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[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]] | [[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]] | ||
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