Geschichte der Stadt Hallein: Unterschied zwischen den Versionen

K Textersetzung - „Augustiner-Eremiten-Kloster“ durch „Augustiner-Eremiten-Kloster
K Textersetzung - „Rupert von Worms“ durch „Rupert von Salzburg
 
(7 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 14: Zeile 14:
Das vorläufige Ende der Besiedlung im Raum Hallein markierten die Markomannenkriege zwischen 167 bis 180 nach Christus. Dann folgte eine neuerliche Besiedlungswelle, diesmal waren es Römer, die in der Umgebung von Hallein, etwa in der [[Kellau]] in [[Golling an der Salzach]], am [[Adneter Riedl]] und in [[Puch]] Landsitze errichteten. Ab dem [[3. Jahrhundert]] nach Christus sind dann wieder römische Ansiedlungen im Halleiner Gebiet nachweisbar, vor allem durch Münzfunde aus der Zeit Kaisers Aurelian (270 bis 275 n. Chr.) bis Kaiser Valerian I. So fand man einen römischen Töpferofen im Garten des Wohnhauses der [[Halleiner Schulschwestern]].
Das vorläufige Ende der Besiedlung im Raum Hallein markierten die Markomannenkriege zwischen 167 bis 180 nach Christus. Dann folgte eine neuerliche Besiedlungswelle, diesmal waren es Römer, die in der Umgebung von Hallein, etwa in der [[Kellau]] in [[Golling an der Salzach]], am [[Adneter Riedl]] und in [[Puch]] Landsitze errichteten. Ab dem [[3. Jahrhundert]] nach Christus sind dann wieder römische Ansiedlungen im Halleiner Gebiet nachweisbar, vor allem durch Münzfunde aus der Zeit Kaisers Aurelian (270 bis 275 n. Chr.) bis Kaiser Valerian I. So fand man einen römischen Töpferofen im Garten des Wohnhauses der [[Halleiner Schulschwestern]].


Um [[450]] tauchte der heilige [[Severin]] in diesem Gebiet auf. Nach seinem Tod begann der Niedergang der [[Provincia Noricum]] bis Anfang des [[6. Jahrhundert]]s die [[Bajuwaren]] in das Salzburger Gebiet und somit auch in den Raum Hallein vorstießen. Auf [[Rupert von Worms]] folgte Bischof [[Arno]], der in seinem [[Salzburger Güterverzeichnis]] alle Orte in seinem Herrschaftsgebiet festhielt.
Um [[450]] tauchte der heilige [[Severin]] in diesem Gebiet auf. Nach seinem Tod begann der Niedergang der [[Provincia Noricum]] bis Anfang des [[6. Jahrhundert]]s die [[Bajuwaren]] in das Salzburger Gebiet und somit auch in den Raum Hallein vorstießen. Auf [[Rupert von Salzburg]] folgte Bischof [[Arno]], der in seinem [[Salzburger Güterverzeichnis]] alle Orte in seinem Herrschaftsgebiet festhielt.


==Der Beginn Halleins==
==Der Beginn Halleins==
Zeile 20: Zeile 20:


==Erste neuerliche Salzgewinnung==
==Erste neuerliche Salzgewinnung==
Und auch Salz wird wieder gewonnen. Doch (noch) nicht am Dürrnberg, sondern am ''Tuval'', dem Bergzug zwischen der [[Ruine Guetrat]] und [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] (siehe auch [[Niederalm#Geschichte#Salzgewinnung der Fürstpropstei Berchtesgaden in Niederal|Salzgewinnung der Fürstpropstei Berchtesgaden in Niederalm]]). Allerdings geologisch konnte Salz nur im Bereich der Ruine in Richtung [[Kaltenhausen]] vorgekommen sein. Nun setzen wieder Beurkundungen ein: [[1123]] schenkte in einer Urkunde [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] dem Salzburger [[Domkapitel]] eben eine Saline auf dem Tuval. Allerdings stellte sich diese Urkunde als Fälschung aus dem Jahr 1195/96 heraus. Dies, um alte Besitzrechte gegenüber der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] geltend machen zu können (vergleiche dazu auch [[Salzkrieg]]). Die erste echte, ungefälschte Urkunde stammt dann vom [[14. April]] [[1191]], in der erstmals eine Saline auf dem Tuval bezeugt wird.  
Und auch Salz wird wieder gewonnen. Doch (noch) nicht am Dürrnberg, sondern am ''Tuval'', dem Bergzug zwischen der [[Burgruine Guetrat]] und [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] (siehe auch [[Niederalm#Geschichte#Salzgewinnung der Fürstpropstei Berchtesgaden in Niederal|Salzgewinnung der Fürstpropstei Berchtesgaden in Niederalm]]). Allerdings geologisch konnte Salz nur im Bereich der Ruine in Richtung [[Kaltenhausen]] vorgekommen sein. Nun setzen wieder Beurkundungen ein: [[1123]] schenkte in einer Urkunde [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] dem Salzburger [[Domkapitel]] eben eine Saline auf dem Tuval. Allerdings stellte sich diese Urkunde als Fälschung aus dem Jahr 1195/96 heraus. Dies, um alte Besitzrechte gegenüber der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] geltend machen zu können (vergleiche dazu auch [[Salzkrieg]]). Die erste echte, ungefälschte Urkunde stammt dann vom [[14. April]] [[1191]], in der erstmals eine Saline auf dem Tuval bezeugt wird.  


Eine erste urkundliche Erwähnung des Ortes Hallein findet sich dann [[1198]] als  ''muelpach'', jedoch ist der [[Salzbergbau|Salzabbau]] am [[Bad  Dürrnberg|Dürrnberg]] schon [[1191]] nachgewiesen. Wann aber tatsächlich dort Salzlager wieder entdeckt wurden, ist heute nicht mehr nachweisbar. Die Urkunde aus 1198 von Erzbischof [[Adalbert III.]] verfügt, dass aller Ertrag des Salzwerkes am Tuval von den [[Barmsteine]]n bis zur ''Alm'' ([[Königsseeache]]) und [[Grafengaden]] zwischen dem Erzbischof, dem [[Domkapitel]] und dem Stift Berchtesgaden gleichmäßig aufgeteilt werden sollte.  
Eine erste urkundliche Erwähnung des Ortes Hallein findet sich dann [[1198]] als  ''muelpach'', jedoch ist der [[Salzbergbau|Salzabbau]] am [[Bad  Dürrnberg|Dürrnberg]] schon [[1191]] nachgewiesen. Wann aber tatsächlich dort Salzlager wieder entdeckt wurden, ist heute nicht mehr nachweisbar. Die Urkunde aus 1198 von Erzbischof [[Adalbert III.]] verfügt, dass aller Ertrag des Salzwerkes am Tuval von den [[Barmsteine]]n bis zur ''Alm'' ([[Königsseeache]]) und [[Grafengaden]] zwischen dem Erzbischof, dem [[Domkapitel]] und dem Stift Berchtesgaden gleichmäßig aufgeteilt werden sollte.  
Zeile 27: Zeile 27:
Zur Stadt wird  Hallein [[1230]] erhoben, den Namen ''Hallein'' trägt sie dann ab der ersten Hälfte des [[13. Jahrhundert]]s (''Hallinum'' [1237], ''Haellinum'' [1244], ab 1300 dann als ''Haellin'', ''Haellein'' und schließlich ''Hallein''). Zu dieser Zeit wird es still um die Salzgewinnung am Tuval, der Dürrnberg gewinnt wieder an Bedeutung. [[1218]] standen im Stadtgebiet neun Salzpfannen<ref>siehe auch [[Salzwelten Salzburg]]</ref>, die im [[19. Jahrhundert]] mit Ausnahme des [[Colloredo-Sudhaus]]es  von [[1798]], abgetragen wurden  und es kam zur Verlegung der [[Saline Hallein|Saline]] in den Jahren [[1854]] bis [[1862]] auf die [[Pernerinsel]]. Es war auch Sitz eines  [[Pflegegericht]]s, wie im [[Atlas Salisburgensis]] vom Salzburger  Kartografen [[Joseph Jakob Fürstaller]] angeführt.
Zur Stadt wird  Hallein [[1230]] erhoben, den Namen ''Hallein'' trägt sie dann ab der ersten Hälfte des [[13. Jahrhundert]]s (''Hallinum'' [1237], ''Haellinum'' [1244], ab 1300 dann als ''Haellin'', ''Haellein'' und schließlich ''Hallein''). Zu dieser Zeit wird es still um die Salzgewinnung am Tuval, der Dürrnberg gewinnt wieder an Bedeutung. [[1218]] standen im Stadtgebiet neun Salzpfannen<ref>siehe auch [[Salzwelten Salzburg]]</ref>, die im [[19. Jahrhundert]] mit Ausnahme des [[Colloredo-Sudhaus]]es  von [[1798]], abgetragen wurden  und es kam zur Verlegung der [[Saline Hallein|Saline]] in den Jahren [[1854]] bis [[1862]] auf die [[Pernerinsel]]. Es war auch Sitz eines  [[Pflegegericht]]s, wie im [[Atlas Salisburgensis]] vom Salzburger  Kartografen [[Joseph Jakob Fürstaller]] angeführt.


Um die [[Stadtpfarrkirche Hallein]] entwickelte sich gegen Ende des [[12. Jahrhundert]]s der älteste Kern Halleins. Die Sudhäuser lagen tiefer auf einer kleinen Ebene zwischen der [[Salzach]] und dem Kotbach-Schwemmkegel. Es war der Beginn der Entwicklung eines Kerns oben bei der Kirche und unten um den [[Unterer Markt|Unteren Markt]].
Um die [[Stadtpfarrkirche Hallein]] entwickelte sich gegen Ende des [[12. Jahrhundert]]s der älteste Kern Halleins. Die Sudhäuser lagen tiefer auf einer kleinen Ebene zwischen der [[Salzach]] und dem Kothbach-Schwemmkegel. Es war der Beginn der Entwicklung eines Kerns oben bei der Kirche und unten um den [[Unterer Markt|Unteren Markt]].


Am [[17. Juli]] [[1284]] fiel eine große Menge [[Schnee]] und in Folge trat eine fürchterliche Hungersnot ein, in der viele Menschen verhungerten.
Am [[17. Juli]] [[1284]] fiel eine große Menge [[Schnee]] und in Folge trat eine fürchterliche Hungersnot ein, in der viele Menschen verhungerten.
Zeile 35: Zeile 35:
==Quellen==
==Quellen==
* [[Franz Xaver Gruber (Autor)|Gruber, Franz]]: ''Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung''. Ein Beitrag zur Heimatkunde, Salzburg: Verlag von M. Glonner ([[Duyle'sche_Buchdruckerei#Ära_Duyle|Duyle’sche Buchhandlung]] am Mozartplatz) 1870 (Unveränderter Nachdruck, mit einem Vorwort von Horst Holztrattner, hg. vom Sozialistischen Freien Wirtschaftsverband Tennengau, Hallein: Burgfried-Verlag, H. Nowak 1979), ISBN 3-85388-005-3 <small>[https://books.google.at/books?id=rJraaPSs7wEC&pg=PA81 Online-Link]</small>
* [[Franz Xaver Gruber (Autor)|Gruber, Franz]]: ''Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung''. Ein Beitrag zur Heimatkunde, Salzburg: Verlag von M. Glonner ([[Duyle'sche_Buchdruckerei#Ära_Duyle|Duyle’sche Buchhandlung]] am Mozartplatz) 1870 (Unveränderter Nachdruck, mit einem Vorwort von Horst Holztrattner, hg. vom Sozialistischen Freien Wirtschaftsverband Tennengau, Hallein: Burgfried-Verlag, H. Nowak 1979), ISBN 3-85388-005-3 <small>[https://books.google.at/books?id=rJraaPSs7wEC&pg=PA81 Online-Link]</small>
* [[Ernst Penninger]], [[Georg Stadler]] ''Hallein, Ursprung und Geschichte der Salinenstadt'', bearbeitet von [[Pert Peternell]], 1970, Verlag der [[Salzburger Nachrichten]].
* [[Ernst Penninger (Archäologe)|Ernst Penninger]], [[Georg Stadler (Lehrer)|Georg Stadler]] ''Hallein, Ursprung und Geschichte der Salinenstadt'', bearbeitet von [[Pert Peternell]], 1970, Verlag der [[Salzburger Nachrichten]].
* [[Hermann Friedrich Wagner|H. F. Wagner]], ''Topographie von Alt-[[Hallein]]'', in: [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19150003&zoom=2&seite=00000001 MGSLK 55, 1915, S. 1-44] (=&nbsp;[http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/MGSL_55_0001-0044.pdf PDF] [9,9&nbsp;MB, daher nicht auf dem Rechner von Salzburgwiki speicherbar], downloadbar unter [http://www.biologiezentrum.at http://www.biologiezentrum.at]).
* [[Hermann Friedrich Wagner|H. F. Wagner]], ''Topographie von Alt-[[Hallein]]'', in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19150003&zoom=2&seite=00000001 MGSLK 55, 1915, S. 1-44] (=&nbsp;[http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/MGSL_55_0001-0044.pdf PDF] [9,9&nbsp;MB, daher nicht auf dem Rechner von SALZBURGWIKI speicherbar], downloadbar unter [http://www.biologiezentrum.at http://www.biologiezentrum.at]).
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vfr&datum=19060210&query=%22stadtbr%c3%bccke%22&seite=6 ANNO], [[Volksfreund]], 10. Februar 1906, Seite 6, zur Chronik der Stadt
* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vfr&datum=19060210&query=%22stadtbr%c3%bccke%22&seite=6 ANNO], [[Volksfreund]], 10. Februar 1906, Seite 6, zur Chronik der Stadt
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vfr&datum=19061027&query=%22Pitschachinsel%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], Volksfreund, 27. Jänner 1906, Seite 6, zur Chronik der Stadt
* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vfr&datum=19061027&query=%22Pitschachinsel%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], Volksfreund, 27. Jänner 1906, Seite 6, zur Chronik der Stadt
====Einzelnachweis====
==Einzelnachweis==
<references/>
<references/>