Geschichte der Stadt Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Philipp Harpff Salzburg von Norden 1643.jpg|thumb|Salzburg von Norden, 1643, Federzeichnung in Braun, 16,2 x 90,7 cm (Ausschnitt) ]]
[[Datei:Philipp Harpff Salzburg von Norden 1643.jpg|thumb|Salzburg von Norden, 1643, Federzeichnung in Braun, 16,2 x 90,7 cm (Ausschnitt)]]
[[Datei:1643.jpg|thumb|Philipp Harpff, Ansicht der gesamten Stadt, 1643]]
[[Datei:Kulstrunk Franz Salzburg Stadtansicht 1916 2.jpg|thumb| Franz Kulstrunk: Die Stadt Salzburg im Jahre 1916]]  
Die '''Geschichte der Stadt Salzburg'''.
Die '''Geschichte der Stadt Salzburg'''.


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Als die Stadt Salzburg [[1861]] ihrem größten Sohn, [[Wolfgang Amadé Mozart]], ein [[Mozart-Denkmal am Mozartplatz|Denkmal]] setzte, stieß man beim Ausheben des Fundaments am Mozartplatz auf drei übereinander liegende Mosaikböden, von denen der oberste aus dem [[4. Jahrhundert]] n. Chr. die folgende, nur zum Teil erhaltene Inschrift trug: "''Hier wohnt das Glück, nichts Böses soll Zutritt finden''". Obwohl es Aufzeichnungen von diesem Mosaik gibt, ist es unauffindbar verschollen.
Als die Stadt Salzburg [[1861]] ihrem größten Sohn, [[Wolfgang Amadé Mozart]], ein [[Mozart-Denkmal am Mozartplatz|Denkmal]] setzte, stieß man beim Ausheben des Fundaments am Mozartplatz auf drei übereinander liegende Mosaikböden, von denen der oberste aus dem [[4. Jahrhundert]] n. Chr. die folgende, nur zum Teil erhaltene Inschrift trug: "''Hier wohnt das Glück, nichts Böses soll Zutritt finden''". Obwohl es Aufzeichnungen von diesem Mosaik gibt, ist es unauffindbar verschollen.


Damals allerdings waren Stadt und Land längst vom Glück und der wirtschaftlichen Blüte verlassen. Im Markomannenkrieg um [[170]] n. Chr. war ''Iuvavum'' völlig zerstört und anschließend nur in verkleinertem Umfang wieder aufgebaut worden. Seit dem [[3. Jahrhundert]] bildeten germanische Stämme, besonders die Alamannen, eine ständige Bedrohung. Zunächst wurden die [[Römische Gutshöfe|Gutshöfe]] auf dem Lande aufgegeben, im [[5. Jahrhundert]] verödeten auch Teile von Iuvavum. Als der hl. [[Severin]] um [[470]] an die [[Salzach]] kam, hatte sich die Bevölkerung von ''Cucullis'' ([[Kuchl]]) wieder auf die befestigte Höhe des [[Georgenberg (Kuchl)|Georgenberges]] zurückgezogen, die sie am Beginn der römischen Herrschaft verlassen musste. In ''Iuvavum'' fand Severin zwar eine blühende Christengemeinde und ein Kloster, bald darauf aber wurde die Stadt am Salzachufer aufgegeben. Die Reste der romanischen Bevölkerung, die „''Iuvavenser''“, zogen sich auf die befestigten Höhen des Festungs- und des [[Nonnberg]]s zurück, wo sie die beiden "dunklen Jahrhunderte" der [[Völkerwanderung]] überdauerten.
Damals allerdings waren Stadt und Land längst vom Glück und der wirtschaftlichen Blüte verlassen. Im Markomannenkrieg um [[170]] n. Chr. war ''Iuvavum'' völlig zerstört und anschließend nur in verkleinertem Umfang wieder aufgebaut worden. Seit dem [[3. Jahrhundert]] bildeten germanische Stämme, besonders die Alamannen, eine ständige Bedrohung. Zunächst wurden die [[Römische Gutshöfe|Gutshöfe]] auf dem Lande aufgegeben, im [[5. Jahrhundert]] verödeten auch Teile von Iuvavum. Als der hl. [[Severin]] um [[470]] an die [[Salzach]] kam, hatte sich die Bevölkerung von ''Cucullis'' ([[Kuchl]]) wieder auf die befestigte Höhe des [[Georgenberg (Kuchl)|Georgenberges]] zurückgezogen, die sie am Beginn der römischen Herrschaft verlassen musste. In ''Iuvavum'' fand Severin zwar eine blühende Christengemeinde und ein Kloster, bald darauf aber wurde die Stadt am Salzachufer aufgegeben. Die Reste der romanischen Bevölkerung, die "''Iuvavenser''", zogen sich auf die befestigten Höhen des Festungs- und des [[Nonnberg]]s zurück, wo sie die beiden "dunklen Jahrhunderte" der [[Völkerwanderung]] überdauerten.


== Von der Völkerwanderung zur Romanik ==
== Von der Völkerwanderung zur Romanik ==
Der Salzburger Gründerheilige und Landespatron [[Rupert von Worms]], der einer vornehmen fränkischen Adelssippe entstammte, war gegen Ende des [[7. Jahrhundert]] Bischof von Worms. Der Gegensatz zu den neuen Machthabern, den karolingischen Hausmeiern, veranlasste ihn, einer Einladung des [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzogs]] [[Theodo]] zu folgen. Nach einem Aufenthalt in [[Regensburg]] und einer vergeblichen Missionsreise an die Awarengrenze erhielt er um das Jahr [[696]] von Herzog Theodo die Reste der alten Römerstadt ''Iuvavum'' übertragen. Dort residierte im Bereich des Festungsbergs in der [[Salzpurch]] der Herzogssohn und Mitregent [[Theudebert|Theodbert]], und im Bereich der [[Altstadt]] hatten sich bayerische Siedler niedergelassen.
Der Salzburger Gründerheilige und Landespatron [[Rupert von Salzburg]], der einer vornehmen fränkischen Adelssippe entstammte, war gegen Ende des [[7. Jahrhundert]] Bischof von Worms. Der Gegensatz zu den neuen Machthabern, den karolingischen Hausmeiern, veranlasste ihn, einer Einladung des [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzogs]] [[Theodo]] zu folgen. Nach einem Aufenthalt in [[Regensburg]] und einer vergeblichen Missionsreise an die Awarengrenze erhielt er um das Jahr [[696]] von Herzog Theodo die Reste der alten Römerstadt ''Iuvavum'' übertragen. Dort residierte im Bereich des Festungsbergs in der [[Salzpurch]] der Herzogssohn und Mitregent [[Theudebert|Theodbert]], und im Bereich der [[Altstadt]] hatten sich bayerische Siedler niedergelassen.


Rupert gründete mit Hilfe der romanischen Restbevölkerung das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]], wobei er an ältere, noch lebendige kultische Traditionen anknüpfen konnte. Für die Mönche errichtete er eine stattliche Kirche, die wohl an der Stelle des heutigen Doms stand. Im Auftrag Theodos weihte er [[713]]/[[715|15]] das [[Benediktinenstift Nonnberg|adelige Damenstift]] auf dem [[Nonnberg]], das der Herzog als „Hauskloster“ seiner Familie errichtet und reich ausgestattet hatte. Als erste [[Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Äbtissin]] setzte Rupert seine Verwandte [[Erintrudis]] ein, die er aus seiner fränkischen Heimat nach Salzburg geholt hatte.
Rupert gründete mit Hilfe der romanischen Restbevölkerung das [[Benediktinererzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]], wobei er an ältere, noch lebendige kultische Traditionen anknüpfen konnte. Für die Mönche errichtete er eine stattliche Kirche, die wohl an der Stelle des heutigen Doms stand. Im Auftrag Theodos weihte er [[713]]/[[715|15]] das [[Benediktinenstift Nonnberg|adelige Damenstift]] auf dem [[Nonnberg]], das der Herzog als "Hauskloster" seiner Familie errichtet und reich ausgestattet hatte. Als erste [[Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg|Äbtissin]] setzte Rupert seine Verwandte [[Erintrudis]] ein, die er aus seiner fränkischen Heimat nach Salzburg geholt hatte.


[[739]] wurde Salzburg Sitz eines Bischofs, [[798]] [[Erzbistum Salzburg|Erzbistum]] und zur Metropole der Kirchenprovinz Bayern.  
[[739]] wurde Salzburg Sitz eines Bischofs, [[798]] [[Erzbistum Salzburg|Erzbistum]] und zur Metropole der Kirchenprovinz Bayern.  
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Die Stadt Salzburg wurde zu einem Zentrum der Kunst, Kultur und Literatur. In Salzburger Werkstätten entstanden Meisterwerke der Goldschmiedekunst, darunter der [[Tassilokelch]] für das [[Benediktinerstift Kremsmünster|Benediktinerstift]] in [[Kremsmünster]], und mit dem prachtvollen Evangeliar des Angelsachsen [[Cutbercht]] begann die große Zeit der [[Salzburger Buchmalerei]]. Virgil errichtete einen fünfschiffigen [[Salzburger Dom#Virgilianische Dom|Virgilianische Dom]] von so imposanten Ausmaßen, dass dahinter der Einfluss Herzog [[Tassilo III.|Tassilos III.]] von Bayern vermutet wurde; er habe dieses Gotteshaus als Krönungskirche für das von ihm erstrebte Königtum konzipiert.  
Die Stadt Salzburg wurde zu einem Zentrum der Kunst, Kultur und Literatur. In Salzburger Werkstätten entstanden Meisterwerke der Goldschmiedekunst, darunter der [[Tassilokelch]] für das [[Benediktinerstift Kremsmünster|Benediktinerstift]] in [[Kremsmünster]], und mit dem prachtvollen Evangeliar des Angelsachsen [[Cutbercht]] begann die große Zeit der [[Salzburger Buchmalerei]]. Virgil errichtete einen fünfschiffigen [[Salzburger Dom#Virgilianische Dom|Virgilianische Dom]] von so imposanten Ausmaßen, dass dahinter der Einfluss Herzog [[Tassilo III.|Tassilos III.]] von Bayern vermutet wurde; er habe dieses Gotteshaus als Krönungskirche für das von ihm erstrebte Königtum konzipiert.  


Virgil ließ die Gebeine des [[Rupert von Worms]] zunächst aus Worms in die [[Stiftskirche St. Peter]] überführen und dann zur Domweihe [[774]] in seinen neuen Dom und sicherte damit das Andenken an den fast vergessenen Gründerheiligen. Rupert wurde in den folgenden Jahrhunderten zum Schutzpatron und zum Landesheiligen von Salzburg. Als Vermächtnis hat Virgil das berühmte [[Verbrüderungsbuch]] von [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] hinterlassen, das in seinem Todesjahr [[784]] entstand und in St. Peter verwahrt wird.
Virgil ließ die Gebeine des [[Rupert von Salzburg]] zunächst aus Worms in die [[Stiftskirche St. Peter]] überführen und dann zur Domweihe [[774]] in seinen neuen Dom und sicherte damit das Andenken an den fast vergessenen Gründerheiligen. Rupert wurde in den folgenden Jahrhunderten zum Schutzpatron und zum Landesheiligen von Salzburg. Als Vermächtnis hat Virgil das berühmte [[Verbrüderungsbuch]] von [[Benediktinererzabtei St. Peter|St. Peter]] hinterlassen, das in seinem Todesjahr [[784]] entstand und in St. Peter verwahrt wird.


Die Keimzelle der befand sich im Bereich des heutigen [[Waagplatz]]es, wo sich eine [[Pfalz]] und die [[Bischofsburg in Salzburg|Bischofsburg]] befanden.
Die Keimzelle der befand sich im Bereich des heutigen [[Waagplatz]]es, wo sich eine [[Pfalz]] und die [[Bischofsburg in Salzburg|Bischofsburg]] befanden.
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=== Bürgerschaft drängt auf Einfluss ===
=== Bürgerschaft drängt auf Einfluss ===
Mit dem zunehmenden Wohlstand strebte die Bürgerschaft auch nach politischem Einfluss. Sie verlangte Anteil am Stadtregiment, das bis dahin allein in der Hand des Erzbischofs lag. Als Fürsterzbischof [[Bernhard von Rohr]] in eine langwierige Auseinandersetzung mit Kaiser [[Friedrich III.]] verwickelt wurde, ergriff die Bürgerschaft für den Kaiser Partei. Dieser verlieh [[1481]] der Stadt im [[Ratsbrief]] das Recht der freien Wahl von [[Salzburger Stadtrat|Stadtrat]] und [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] sowie "''dieselben Rechte, wie sie andere Reichsstädte besitzen''".  
Mit dem zunehmenden Wohlstand strebte die Bürgerschaft auch nach politischem Einfluss. Sie verlangte Anteil am Stadtregiment, das bis dahin allein in der Hand des Erzbischofs lag. Als Fürsterzbischof [[Bernhard von Rohr]] in eine langwierige Auseinandersetzung mit Kaiser [[Friedrich III.]] verwickelt wurde, ergriff die Bürgerschaft für den Kaiser Partei. Dieser verlieh [[1481]] der Stadt im [[Ratsbrief]] das Recht der freien Wahl von [[Salzburger Stadtsenat|Stadtrat]] und [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] sowie "''dieselben Rechte, wie sie andere Reichsstädte besitzen''".  


Den daraus resultierenden Konflikt, der sich immer mehr zuspitzte, löste Fürsterzbischof [[Leonhard von Keutschach]] ([[1495]]–[[1519]]) durch einen Gewaltstreich: Er lud Bürgermeister und Stadtrat zu einem [[Gastmahl Festung Hohensalzburg|Gastmahl]] am [[23. Jänner]] [[1511]], nahm sie gefangen und zwang sie zur Auslieferung des Ratsbriefs und aller Privilegien. Erneute Freiheitsregungen der Bürgerschaft unterdrückte Kardinal [[Matthäus Lang]] im "[[Lateinischer Krieg|Lateinischen Krieg]]" [[1523]] mit dem Einsatz von Söldnern. Die [[1524]] erlassene "Stadt- und Polizeiordnung" sicherte die absolute Stadtherrschaft des Fürsterzbischofs bis zum Ende des geistlichen Staates ([[1803]]).
Den daraus resultierenden Konflikt, der sich immer mehr zuspitzte, löste Fürsterzbischof [[Leonhard von Keutschach]] ([[1495]]–[[1519]]) durch einen Gewaltstreich: Er lud Bürgermeister und Stadtrat zu einem [[Gastmahl Festung Hohensalzburg|Gastmahl]] am [[23. Jänner]] [[1511]], nahm sie gefangen und zwang sie zur Auslieferung des Ratsbriefs und aller Privilegien. Erneute Freiheitsregungen der Bürgerschaft unterdrückte Kardinal [[Matthäus Lang]] im "[[Lateinischer Krieg|Lateinischen Krieg]]" [[1523]] mit dem Einsatz von Söldnern. Die [[1524]] erlassene "Stadt- und Polizeiordnung" sicherte die absolute Stadtherrschaft des Fürsterzbischofs bis zum Ende des geistlichen Staates ([[1803]]).


=== Der Aufstand der Bauern ===
=== Der Aufstand der der Bergknappen und Bauern ===
Als sich [[1525]] Bauern, Bürger und Bergknappen, beeinflusst von den reformatorischen Ideen Martin Luthers, gegen Kardinal Matthäus Lang erhoben, scheiterte dieser [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Aufstand]] vor den Mauern von [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]].
Als sich [[1525]] Bauern, Bürger und [[Bergknappen]], beeinflusst von den reformatorischen Ideen Martin Luthers, gegen Kardinal Matthäus Lang erhoben, scheiterte dieser [[Salzburger Bauernaufstände|Aufstand]] vor den Mauern von [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]].


== Nach Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ==
== Nach Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ==
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Erst [[1628]], mitten im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]], konnte der von [[Santino Solari]] aus Verna (Italien) erbaute, deutlich bescheidenere Dom geweiht werden.
Erst [[1628]], mitten im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]], konnte der von [[Santino Solari]] aus Verna (Italien) erbaute, deutlich bescheidenere Dom geweiht werden.
[[Datei:1643.jpg|thumb|Philipp Harpff, Ansicht der gesamten Stadt, 1643]]


=== Schloss Hellbrunn entsteht ===
=== Schloss Hellbrunn entsteht ===
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In der zweiten Hälfte des [[18. Jahrhundert]]s kam das Musik-Genie [[Wolfgang Amadé Mozart]] in der Stadt Salzburg zur Welt. Als sein Arbeitgeber Fürsterzbischof [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]], ein verständnisvoller Förderer Mozarts, [[1771]] starb, fand er in seinem Nachfolger [[Hieronymus Graf Colloredo]], einem modernen Fürst der Aufklärung, der [[1772]] Salzburger Fürsterzbischof wurde, keinen so verständnisvollen Fürsten mehr. Es kam zu einem Zerwürfnis mit diesem, das mit dem Fußtritt in Wien des erzbischöflichen Angestellten [[Karl Joseph Felix Graf von Arco]] am [[10. Mai]] [[1781]] das Arbeitsverhältnis Mozarts mit dem Fürsterzbischof beendete und am [[8. Juni]] zum endgültigen Bruch mit dem Fürsterzbischof führte.
In der zweiten Hälfte des [[18. Jahrhundert]]s kam das Musik-Genie [[Wolfgang Amadé Mozart]] in der Stadt Salzburg zur Welt. Als sein Arbeitgeber Fürsterzbischof [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]], ein verständnisvoller Förderer Mozarts, [[1771]] starb, fand er in seinem Nachfolger [[Hieronymus Graf Colloredo]], einem modernen Fürst der Aufklärung, der [[1772]] Salzburger Fürsterzbischof wurde, keinen so verständnisvollen Fürsten mehr. Es kam zu einem Zerwürfnis mit diesem, das mit dem Fußtritt in Wien des erzbischöflichen Angestellten [[Karl Joseph Felix Graf von Arco]] am [[10. Mai]] [[1781]] das Arbeitsverhältnis Mozarts mit dem Fürsterzbischof beendete und am [[8. Juni]] zum endgültigen Bruch mit dem Fürsterzbischof führte.


Unter dem letzten regierenden Fürsterzbischof, Hieronymus Graf Colloredo ([[1772]]–[[1803]]), wurde Salzburg zum Zentrum der Aufklärung in Süddeutschland. Wissenschaft, Literatur und Medienwesen blühten, das Schulwesen wurde gründlich reformiert. [[Lorenz Hübner]] gab seine „Oberdeutsche allgemeine Literaturzeitung“ und die [[Salzburger Landeszeitung]] in Salzburg heraus und der Ruf des Naturwissenschafters [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll]] war so groß, dass [[Alexander von Humboldt]] sich einen ganzen Winter lang seiner Bibliothek widmete.
[[Datei:Grundriss der Hochfürstlich-Erzbischöflichen Haupt und Residenz Stadt Salzburg 1789.jpg|thumb|Grundriss der Hochfürstlich-Erzbischöflichen Haupt und Residenz Stadt Salzburg 1789]]


Die von [[Johann Franz Thaddäus von Kleinmayrn]] verfasste „''Iuvavia''“ leitete die moderne Geschichtsschreibung ein. Mit der traditionsreichen [[Hofmusik]] ging der durchaus musikalische aber sparsame Fürsterzbischof Colloredo deutlich strenger um als sein Vorgänger Schrattenbach. Wolfgang Amadé Mozart verließ enttäuscht seine Heimatstadt, um in Wien Karriere zu machen.  
Unter dem letzten regierenden Fürsterzbischof, Hieronymus Graf Colloredo ([[1772]]–[[1803]]), wurde Salzburg zum Zentrum der Aufklärung in Süddeutschland. Wissenschaft, Literatur und Medienwesen blühten, das Schulwesen wurde gründlich reformiert. [[Lorenz Hübner]] gab seine "Oberdeutsche allgemeine Literaturzeitung" und die [[Salzburger Landeszeitung]] in Salzburg heraus und der Ruf des Naturwissenschafters [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll]] war so groß, dass [[Alexander von Humboldt]] sich einen ganzen Winter lang seiner Bibliothek widmete.
 
Die von [[Johann Franz Thaddäus von Kleinmayrn]] verfasste ''Iuvavia'' leitete die moderne Geschichtsschreibung ein. Mit der traditionsreichen [[Hofmusik]] ging der durchaus musikalische aber sparsame Fürsterzbischof Colloredo deutlich strenger um als sein Vorgänger Schrattenbach. Wolfgang Amadé Mozart verließ enttäuscht seine Heimatstadt, um in Wien Karriere zu machen.  


Die französischen Revolutionskriege machten die als veraltet und überholt angesehenen geistlichen Staaten zum Entschädigungsobjekt der Großmächte. Schon drei Jahre bevor im Reichsdeputationshauptschluss von Regensburg [[1803]] die [[Säkularisation]] Salzburgs verfügt wurde, war Colloredo aus seiner Residenzstadt geflohen. Er hat durch die beharrliche Verweigerung seines Rücktritts zwar den Fortbestand des Erzbistums Salzburg als geistlicher Institution erreicht, im Wiener Exil jedoch für das schwere Schicksal seiner früheren Untertanen kaum Verständnis gezeigt.
Die französischen Revolutionskriege machten die als veraltet und überholt angesehenen geistlichen Staaten zum Entschädigungsobjekt der Großmächte. Schon drei Jahre bevor im Reichsdeputationshauptschluss von Regensburg [[1803]] die [[Säkularisation]] Salzburgs verfügt wurde, war Colloredo aus seiner Residenzstadt geflohen. Er hat durch die beharrliche Verweigerung seines Rücktritts zwar den Fortbestand des Erzbistums Salzburg als geistlicher Institution erreicht, im Wiener Exil jedoch für das schwere Schicksal seiner früheren Untertanen kaum Verständnis gezeigt.
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Nach positiven Anfängen der neuen Regierung, die zur Errichtung einer medizinischen Fakultät führten, fiel Salzburg schon drei Jahre später, [[1806]], an Österreich. Nur die exponierte Lage an der Grenze zu Bayern, einem Verbündeten [[Napoleon Bonaparte|Napoleons]], sicherte damals den Fortbestand des Landes.  
Nach positiven Anfängen der neuen Regierung, die zur Errichtung einer medizinischen Fakultät führten, fiel Salzburg schon drei Jahre später, [[1806]], an Österreich. Nur die exponierte Lage an der Grenze zu Bayern, einem Verbündeten [[Napoleon Bonaparte|Napoleons]], sicherte damals den Fortbestand des Landes.  


[[1809]] wurde Salzburg zum dritten Mal von französischen Truppen besetzt. Es kam zum [[Befreiungskriege (Überblick)|Freiheitskampf]] der Salzburger gegen die Franzosen. Nach dem Scheitern des Freiheitskampfes erpresste die französische Verwaltung unter Marschall Lefèbvre enorme Kontributionszahlungen aus dem völlig verarmten und verschuldeten Land.
[[1809]] wurde Salzburg zum dritten Mal von französischen Truppen besetzt. Es kam zum [[Koalitionskriege (Überblick)|Koalitionskrieg]] der Salzburger gegen die Franzosen. Nach dem Scheitern des Koalitionskriegs erpresste die französische Verwaltung unter Marschall Lefèbvre enorme Kontributionszahlungen aus dem völlig verarmten und verschuldeten Land.


==== Salzburg unter Bayerischer Herrschaft ====
==== Salzburg unter Bayerischer Herrschaft ====
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=== Salzburg kämpft sich zurück ===
=== Salzburg kämpft sich zurück ===
:''Hauptartikel: [[Herzogtum Salzburg]] (Kronland)
:''Hauptartikel  [[Herzogtum Salzburg]] (Kronland)


Erst die Aktivitäten des aus [[Tirol]] stammenden Advokaten Dr. [[Alois Fischer]], der später Landeschef von [[Oberösterreich]] wurde, und das Revolutionsjahr 1848 führten zu einem Umschwung. Salzburg wurde zu einem [[Kronland Salzburg|Kronland]] der [[Habsburgermonarchie|Monarchie]] und erhielt – verzögert durch die Ära des Neoabsolutismus – [[1860]]/[[1861|61]] eigene Landesbehörden und Landstände.
Erst die Aktivitäten des aus [[Tirol]] stammenden Advokaten Dr. [[Alois Fischer]], der später Landeschef von [[Oberösterreich]] wurde, und das Revolutionsjahr 1848 führten zu einem Umschwung. Salzburg wurde zu einem [[Kronland Salzburg|Kronland]] der [[Habsburgermonarchie|Monarchie]] und erhielt – verzögert durch die Ära des Neoabsolutismus – [[1860]]/[[1861|61]] eigene Landesbehörden und Landstände.


Übergeordnete Behörden wie die Bundesbahndirektion, das Oberlandesgericht und die [[Post- und Telegraphendirektion für Salzburg]], die ihren Sitz in Linz hatten bzw. noch haben, erinnerten lange an die Zeit als fünfter Kreis von Oberösterreich, die von den Salzburgern als tiefe Erniedrigung empfunden wurde. Der Weg nach Österreich war steinig und entbehrungsreich!
Übergeordnete Behörden wie die Bundesbahndirektion, das Oberlandesgericht und die [[Post- und Telegraphendirektion für Salzburg]], die ihren Sitz in Linz hatten bzw. noch haben, erinnerten lange an die Zeit als fünfter Kreis von Oberösterreich, die von den Salzburgern als tiefe Erniedrigung empfunden wurde. Der Weg nach Österreich war steinig und entbehrungsreich!
[[Datei:Plan von Salzburg 1850.jpg|thumb|Stadtplan der Stadt Salzburg 1850]]
[[Datei:Stadtplan der Stadt Salzburg 1860.jpg|thumb|Stadtplan der Stadt Salzburg 1860.]]


== Die Stadterweiterung der Gründerzeit ==  
== Die Stadterweiterung der Gründerzeit ==  
Die Eröffnung der [[Westbahn|Kaiserin-Elisabeth-Westbahn]] im Jahr [[1860]], die Salzburg mit Wien und [[München]] verband, führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Als Kaiser [[Franz Joseph I.]] im selben Jahr Salzburg als Festung aufließ und die Bastionen, die bis dahin die Stadt wie ein Korsett eingeschnürt hatten, der Bürgerschaft schenkte, setzte ein zunehmender Bauboom ein.  
Die Eröffnung der [[Westbahnstrecke|Kaiserin-Elisabeth-Westbahn]] im Jahr [[1860]], die Salzburg mit Wien und [[München]] verband, führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Als Kaiser [[Franz Joseph I.]] im selben Jahr Salzburg als Festung aufließ und die Bastionen, die bis dahin die Stadt wie ein Korsett eingeschnürt hatten, der Bürgerschaft schenkte, setzte ein zunehmender Bauboom ein.  


Die Grundlinien für die Stadterweiterung wurden [[1861]] in mehreren Varianten von einem Planungs-Ko­mi­tee erörtert. In der Sitzung vom [[30. November]] einigte man sich auf die Plan-Skizze von [[Rudolf Bayer]], nach welcher Salzburg nicht den Charakter einer großen [[Residenz]]- oder Fabrikstadt, sondern einer Saisonstadt anstreben sollte.<ref>Die Plan-Skizze sah auf einen neuen Platz radial verlaufende Straßenzüge vor</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18611227&seite=5 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 27. Dezember 1861: "Plan-Skizze zur Erweiterung der Stadt Salzburg"</ref> Die Plan-Skizze war 1882 Gegenstand einer lebhaften öffentlichen Diskussion.
Die Grundlinien für die Stadterweiterung wurden [[1861]] in mehreren Varianten von einem Planungs-Ko­mi­tee erörtert. In der Sitzung vom [[30. November]] einigte man sich auf die Plan-Skizze von [[Rudolf Bayer]], nach welcher Salzburg nicht den Charakter einer großen [[Residenz]]- oder Fabrikstadt, sondern einer Saisonstadt anstreben sollte.<ref>Die Plan-Skizze sah auf einen neuen Platz radial verlaufende Straßenzüge vor</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18611227&seite=5 ANNO], "[[Salzburger Zeitung]]", 27. Dezember 1861: "Plan-Skizze zur Erweiterung der Stadt Salzburg"</ref><ref>[[Otto Holzapfel]]; Umut Balci [Batman Üniversitesi, Türkei]: "Stadtentwicklung und Tourismus. Die Salzburger Idee einer "Saisonstadt" anno 1861 im Vergleich zum Beginn des Tourismus im Osmanischen Reich". In: ''RESS Journal. Route Educational & Social Science Journal'' 11/3 (Mai 2024), S. 68-89. Online www.http://dx.doi.org/10.17121/ressjournal.3541.</ref>
<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18611016&seite=1&query=%22stadterweiterung%22 ANNO], Salzburger Zeitung, 16. Oktober 1861</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620226&seite=1 ANNO], Salzburger Zeitung, 26. Februar 1862</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620227&seite=1 ANNO], Salzburger Zeitung, 27. Februar 1862</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620228&seite=1 ANNO], Salzburger Zeitung, 28. Februar 1862</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620307&seite=1 ANNO], Salzburger Zeitung, 7. März 1862</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620409&seite=1 ANNO], Salzburger Zeitung, 9. April 1862</ref> Im Juni 1862 überließ die [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadt Salzburg]] zur [[Salzachregulierung|Regulierung]] der Salzach den Bauunternehmern [[Carl Andeßner]] und dem Eisenbahn-Bauunternehmer [[Karl Freiherr von Schwarz]] vertraglich das Areal zwischen der [[Staatsbrücke|Stadtbrücke]] und der [[Eisenbahnbrücke (Stadt Salzburg)|Eisenbahnbrücke]],<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620623&query=%22Stadterweiterung%22&ref=anno-search&seite=1 ANNO], Salzburger Zeitung, 23. Juni 1862</ref> wodurch dort die bauliche Entwicklung mit Villen entlang dem neuen [[Elisabethkai|'Elisabeth-Damm']] und der neuen  [[Schwarzstraße|'Rudolf-Straße']] am rechten Salzachufer praktisch festgelegt war. Karl Freiherr von Schwarz legte dem [[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderat]] in der Folge auch für den Teil östlich von [[Schloss Mirabell]] einen neuen Plan vor, wodurch in der [[Neustadt]] die typische Straßengliederung in Form von parallelen und rechtwinkelig angeordneten Straßen innerhalb und außerhalb des Bogens der ehemaligen Stadtbefestigungen festgelegt wurde.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18621224&seite=2 ANNO], Salzburger Zeitung, 24. Dezember 1862</ref>  
 
[[Datei:Planskizze Stadterweiterung1861.JPG|thumb|Planskizze zur Erweiterung der Stadt Salzburg 1861, Farbdruck: "Entworfen von Architekt [[Rudolf Bayer|Rud. Bayer]], und einstimmig angenommen in der Stadterweiterungs-Comité-Sitzung vom 30. November 1861."]]
Plan-Skizze zur Erweiterung der Stadt Salzburg. Entworfen von Architekt Rud. Bayer; angenommen vom Stadterweiterungskomitee am 30. November 1861.<ref>Vgl. dazu den bei den [[Kobler-Spängler-Briefe]]n von 1861 davorstehenden "Sonderdruck: Randglossen" 30. November 1861; aus diesem Bericht ergeben sich auch manche Ergänzungen.</ref> Farbdruck: N. Kränzl, Salzburg; Format 34 x 27,5 cm. Aus dem Besitz von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]. Handschriftliche Anmerkungen am Rand; [Ergänzungen]; [?] fragliche Stelle, für mich [O. H.] unleserlich; {heutige Entsprechungen und Hinweise}; die handschriftliche Nummerierung beginnt am Ende der [[Linzergasse]] neben dem geplanten "Exercier- und Dult-Platz" D und setzt sich von dort nach Westen in Richtung Bahnhof fort:<br />
 
''Plan-Skizze zur Erweiterung der Stadt Salzburg'' […] ''Nach Pezolts Randglossen sollen die neuen Straßen, Plä[t]ze und Höfe folgende Namen erhalten: 1 Rupertusstraße'' {Verlängerung der Linzergasse} ''/ 2 Museumsstraße'' {Wolf-Dietrich-Straße; vgl. 14} ''/ 3 XXXstr. [?] / 4 Bürgerspitalstr. / 5. [[Schrannengasse (Stadt Salzburg)|Schrannengasse]]. / 6 Schrannenpla[t]z'' {mit nahem Bahnanschluss; nicht ausgeführt, vgl. 28} ''/ 7 [[Bahnhofstraße (Stadt Salzburg)|Bahnhofstr]]. / 8 u. 9. [[Gurkerhof|Gurker]]- u. [[Lavanterhof|Lavanter.hof]].<ref>nicht ausgeführt und nicht identisch mit dem [[Gurkerhof]] und dem [[Lavanterhof]] in der Kaigasse</ref> / 10, 11, 12. Waginger- Teisendorfer- Windischmatreyer-Hof.'' {Pezolt malte um 1849 "Windischmatrey gegen den Tauern"} ''/ 13 Sekkauerhof. / 14 [[Wolf-Dietrich-Straße|Wolfdietrichstr]].'' {[[Schwarzstraße]], vgl. 2} ''/ 15 Kuen Belasy-straße.'' {Kuen-Belasy-; vgl. [[Johann Jakob Kuen von Belasy]]} ''/ 16. Schrannenprom.[enade] / 17 Sachsenb[ur]gerstr. / 18. Mühlstätterstr. / 19 Sausalerstr.<ref>vgl. [[Sausal]]</ref> / 20 Lodronhof.<ref>vgl. [[Lodron]]</ref> / 21 Sittichhof ? <ref>[[Markus Sittikus von Hohenems]]</ref> / 22 Kronprinz-Rudolph-Str.'' {[[Rainerstraße]]} ''/ 23 Landschaftsprom.[enade]'' {nicht ausgeführt; zwischen [[Hubert-Sattler-Gasse]] und [[Franz-Josef-Straße]]<ref>"Landschaft" bezieht sich auf die alte Bezeichnung der Salzburger Landesvertretung.</ref>} ''/ 24 Heinrichgasse / 25 Kasernenstr. / 26 u 27. Colloredo u Hemmahof. <ref>vgl. [[Hieronymus Graf Colloredo]] und [[Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg]]</ref> / 28 Fruchtpla[t]z.'' {heutige [[Schranne (Markt)]], vor der [[Andräkirche]], die in anderer Form und zurückgesetzt gebaut wurde; vgl. 6} ''/ 29 Parazelsusstr.'' {[[Faberstraße]]; [[Paracelsusstraße]]} ''/ 30 Klostergasse.'' {nicht ausgeführt: hier Verlauf der Stadtmauer} ''/ 31. Dultgasse / 32 Exerzierg. ? / 33 Schillerpl.[atz]'' {[[Makartplatz]]} ''/ 34. Vitalsstr. / 35 K.[aiserin] Elisabeth-Damm'' {[[Elisabethkai]]} ''/ 36. Virgil-Pl.[atz] / 37. Virgilstr.<ref>Der Name bezieht sich auf das frühere Virgiltor bzw. [[Mirabelltor]].</ref> / 38. Arnstraße. / 39. Friedrichstr. / 40. Thiemostraße.<ref>vgl. [[Thiemo]]</ref> / 41, 42, 43 Mühldorfer- Laufner- Friesacher-Hof<ref>vgl. [[Mühldorf am Inn]], [[Laufen an der Salzach]] und [[Friesach]]</ref> / 44. Harrach Promenade<ref>vgl. [[Franz Anton Fürst Harrach]]</ref> / 45, 46, 47, 48 Kleinmayrn-, Moll- u Vierthaler Hof, Herzog v. Salzburg. <ref>vgl. [[Johann Franz Thaddäus von Kleimayrn]], auch von Kleinmayr; [[Moll]]; vgl. [[Vierthalerstraße (Stadt Salzburg)|Vierthalerstraße]]</ref> / 49. Süddamm'' {[[Giselakai]]} ''/ 50 Oberer- [Mozartdamm]'' {Rudolfskai} ''/ 51 Unterer Mozartdamm'' {[[Rudolfskai]]} ''/ 52 Wellenburger Hof.<ref>vgl. [[Lang von Wellenburg]]</ref> / 53. Kajetanergasse'' {Kajetanerplatz} ''/ 54 Max Gandolph-Hof.<ref>vgl. [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]]</ref> / 55 Keutschachgasse ?'' {[[Landhausgasse]]} ''/ 56 Ehrentrudgasse.'' {in etwa: [[Sebastian-Stief-Gasse]]} ''/ 57 Sterngasse.'' {[[Sterngässchen]]}
<ref>Quelle siehe [[Kobler-Spängler-Briefe_von_1860_bis_1869#1861#Planskizze zur Stadterweiterung 1861|Kobler-Spängler-Briefe von 1860 bis 1869]]</ref>
 
Die Plan-Skizze war 1882 Gegenstand einer lebhaften öffentlichen Diskussion.
<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18611016&seite=1&query=%22stadterweiterung%22 ANNO], "Salzburger Zeitung", 16. Oktober 1861</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620226&seite=1 ANNO], Salzburger Zeitung, 26. Februar 1862</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620227&seite=1 ANNO], Salzburger Zeitung, 27. Februar 1862</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620228&seite=1 ANNO], "Salzburger Zeitung", 28. Februar 1862</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620307&seite=1 ANNO], Salzburger Zeitung, 7. März 1862</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620409&seite=1 ANNO], "Salzburger Zeitung", 9. April 1862</ref> Im Juni 1862 überließ die [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadt Salzburg]] zur [[Salzachregulierung|Regulierung]] der Salzach den Bauunternehmern [[Carl Andeßner]] und dem Eisenbahn-Bauunternehmer [[Karl Freiherr von Schwarz]] vertraglich das Areal zwischen der [[Staatsbrücke|Stadtbrücke]] und der [[Eisenbahnbrücke (Stadt Salzburg)|Eisenbahnbrücke]],<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620623&query=%22Stadterweiterung%22&ref=anno-search&seite=1 ANNO], "Salzburger Zeitung", 23. Juni 1862</ref> wodurch dort die bauliche Entwicklung mit Villen entlang dem neuen [[Elisabethkai|'Elisabeth-Damm']] und der neuen  [[Schwarzstraße|'Rudolf-Straße']] am rechten Salzachufer praktisch festgelegt war. Karl Freiherr von Schwarz legte dem [[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderat]] in der Folge auch für den Teil östlich von [[Schloss Mirabell]] einen neuen Plan vor, wodurch in der [[Neustadt]] die typische Straßengliederung in Form von parallelen und rechtwinkelig angeordneten Straßen innerhalb und außerhalb des Bogens der ehemaligen Stadtbefestigungen festgelegt wurde.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18621224&seite=2 ANNO], "Salzburger Zeitung", 24. Dezember 1862</ref>  


Das bürgerliche Selbstbewusstsein kam in großen Festen und in zahlreichen Vereinsgründungen, darunter der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] ([[1880]]) zum Ausdruck.  
Das bürgerliche Selbstbewusstsein kam in großen Festen und in zahlreichen Vereinsgründungen, darunter der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] ([[1880]]) zum Ausdruck.  
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== Das 20. Jahrhundert ==
== Das 20. Jahrhundert ==
=== Daten aus dem Jahr 1900 ===
=== Daten aus dem Jahr 1900 ===
1900 zählte<ref>Quelle [[Salzburg und seine Fürsten]], Seite 15</ref> die Stadt Salzburg rund 36&nbsp;600 Einwohner: 33&nbsp;034 Personen Zivilbevölkerung, darunter 901 [[Protestanten]] und 156 [[Juden in Salzburg|Israeliten]], die Garnison zählte 1&nbsp;479 Mann; in der Stadt Salzburg wurden in diesem Jahr rund 111.000 Hektoliter [[Bier]] getrunken und acht Millionen (!) Brief  verschickt sowie sieben Millionen (!) empfangen.  
1900 zählte<ref>"[[Salzburg und seine Fürsten]]", Seite 15</ref> die Stadt Salzburg rund 36&nbsp;600 Einwohner: 33&nbsp;034 Personen Zivilbevölkerung, darunter 901 [[Protestanten]] und 156 [[Juden in Salzburg|Israeliten]], die Garnison zählte 1&nbsp;479 Mann; in der Stadt Salzburg wurden in diesem Jahr rund 111.000 Hektoliter [[Bier]] getrunken und acht Millionen (!) Briefe verschickt sowie sieben Millionen (!) empfangen.  
 
[[Datei:Kulstrunk Franz Salzburg Stadtansicht 1916 2.jpg|thumb| Franz Kulstrunk: Die Stadt Salzburg im Jahre 1916]]


=== An der Grenze zu Deutschland - Salzburg im 20. Jahrhundert ===
=== An der Grenze zu Deutschland - Salzburg im 20. Jahrhundert ===
[[Datei:Altstadt Festung Nonnberg Gewerbeschule.jpg|thumb|Die [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]] [[1914]]: links die [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] am [[Nonnberg]], Mitte oben [[Festung Hohensalzburg]] und Bildmitte unten vorne das [[Gebäude der Staatsgewerbeschule Salzburg]].]]
[[Datei:Altstadt Festung Nonnberg Gewerbeschule.jpg|thumb|Die [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]] [[1914]]: links die [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] am [[Nonnberg]], Mitte oben [[Festung Hohensalzburg]] und Bildmitte unten vorne das [[Gebäude der Staatsgewerbeschule Salzburg]].]]
Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] leistete Salzburg einen hohen Blutzoll. Von 49&nbsp;000 Soldaten, die das Land stellte, fanden 6&nbsp;000 den Tod. Zu ihnen zählte auch der Dichter [[Georg Trakl]], der [[1914]] im Lazarett von Krakau starb. Aber bereits mitten im Krieg erfolgte [[1916]] in Wien die Gründung der [[Salzburger Festspielhaus-Gemeinde]]. Gegen Kriegsende kam es im [[September]] [[1918]] in der Landeshauptstadt zu Unruhen und Plünderungen durch eine hungrige Volksmenge. Am [[7. November]] erklärte die Landesversammlung von Salzburg den Beitritt zum Staate Deutschösterreich, der später den Namen Österreich erhielt. Die Proklamation der Republik "Deutschösterreich" am [[12. November]] deutete bereits an, dass der Zusammenschluss mit Deutschland als einzige Überlebenschance des kleinen "Restösterreich" betrachtet wurde. Am [[25. November]] [[1920]] wiederholte der [[Salzburger Landtag]] in feierlicher Weise seinen Beitritt zum Bundesstaat Österreich.  Eine am [[29. Mai]] [[1921]] in Salzburg durchgeführte, inoffizielle Volksabstimmung über den Anschluss an Deutschland ergab 98.986 Pro-Stimmen, nur 889 Personen waren dagegen.
[[Datei:Bilder aus der Stadt Salzburg Sommer 1931.jpg|thumb|Bilder aus der Stadt Salzburg Sommer 1931]]
Im [[Ersten Weltkrieg]] leistete Salzburg einen hohen Blutzoll. Von 49&nbsp;000 Soldaten, die das Land stellte, fanden 6&nbsp;000 den Tod. Zu ihnen zählte auch der Dichter [[Georg Trakl]], der [[1914]] im Lazarett von Krakau starb. Aber bereits mitten im Krieg erfolgte [[1916]] in Wien die Gründung der [[Salzburger Festspielhaus-Gemeinde]]. Gegen Kriegsende kam es im [[September]] [[1918]] in der Landeshauptstadt zu Unruhen und Plünderungen durch eine hungrige Volksmenge. Am [[7. November]] erklärte die Landesversammlung von Salzburg den Beitritt zum Staate Deutschösterreich, der später den Namen "Österreich" erhielt. Die Proklamation der Republik "Deutschösterreich" am [[12. November]] deutete bereits an, dass der Zusammenschluss mit Deutschland als einzige Überlebenschance des kleinen "Restösterreich" betrachtet wurde. Am [[25. November]] [[1920]] wiederholte der [[Salzburger Landtag]] in feierlicher Weise seinen Beitritt zum Bundesstaat Österreich.  Eine am [[29. Mai]] [[1921]] in Salzburg durchgeführte, inoffizielle Volksabstimmung über den Anschluss an Deutschland ergab 98.986 Pro-Stimmen, nur 889 Personen waren dagegen.


=== Zahlreiche Großprojekte werden durchgesetzt ===
=== Zahlreiche Großprojekte werden durchgesetzt ===
Der [[Christlichsoziale Partei|christlichsoziale]] [[Landeshauptmann]]  Dr. [[Franz Rehrl]], der von [[1922]] bis [[1938]] an der Spitze der [[Landesregierung]] stand, suchte in den schwierigen Zeiten der Weltwirtschaftskrise die Zusammenarbeit auch mit den politischen Gegnern. Für die [[Salzburger Festspiele]], die unter der Regie von [[Max Reinhardt]] internationale Anerkennung gefunden hatten, erstellte Rehrl angesichts der finanziellen Krise [[1925]]/[[1926|26]] ein Sanierungskonzept. Der Bau des [[Haus für Mozart|Kleinen Festspielhauses]] [[1937]] bedeutete einen Höhepunkt in dieser Entwicklung. Rehrl war auch die treibende Kraft bei der Errichtung der [[Schmittenhöhebahn]], der [[Großglockner Hochalpenstraße]] und für den Beginn der [[Tauernkraftwerke Kaprun]]
Der [[Christlichsoziale Partei|christlichsoziale]] [[Landeshauptmann]]  Dr. [[Franz Rehrl]], der von [[1922]] bis [[1938]] an der Spitze der [[Landesregierung]] stand, suchte in den schwierigen Zeiten der Weltwirtschaftskrise die Zusammenarbeit auch mit den politischen Gegnern. Für die [[Salzburger Festspiele]], die unter der Regie von [[Max Reinhardt]] internationale Anerkennung gefunden hatten, erstellte Rehrl angesichts der finanziellen Krise [[1925]]/[[1926|26]] ein Sanierungskonzept. Der Bau des [[Haus für Mozart|Kleinen Festspielhauses]] [[1937]] bedeutete einen Höhepunkt in dieser Entwicklung. Rehrl war auch die treibende Kraft bei der Errichtung der [[Schmittenhöhebahn]] und der [[Großglockner Hochalpenstraße]] sowie für den Beginn der [[Tauernkraftwerke Kaprun]].


=== Blutiger Putschversuch der Nazis ===
=== Blutiger Putschversuch der Nazis ===
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=== Viel Jubel beim Einmarsch Hitlers ===
=== Viel Jubel beim Einmarsch Hitlers ===
Nach dem Rücktritt der autoritären Bundesregierung unter Bundeskanzler [[Kurt Schuschnigg]] am Abend des [[11. März]] [[1938]] besetzte der illegale SA-Standartenführer und technische Inspektor im städtischen Bauamt [[Anton Giger]] mit Hilfe der [[SA]] das [[Rathaus (Stadt Salzburg)|Rathaus]].  
Nach dem Rücktritt der autoritären Bundesregierung unter Bundeskanzler [[Kurt Schuschnigg]] am Abend des [[11. März]] [[1938]] besetzte der illegale SA-Standartenführer und technische Inspektor im städtischen Bauamt [[Anton Giger]] mit Hilfe der [[SA]] das [[Rathaus der Stadt Salzburg|Rathaus]].  


Dass der Einmarsch deutscher Truppen in Salzburg am [[12. März]] 1938 mit besonderem Jubel begrüßt wurde, hatte mehrere Gründe. Einerseits war schon am Ende des 19. Jahrhunderts der Liberalismus von einem entschiedenen Deutschnationalismus abgelöst worden, was im Ergebnis der Volksabstimmung [[1921]] deutlich zum Ausdruck kam. Andererseits hatte die Arbeitsbeschaffungspolitik des NS-Regimes in dem Grenzland Salzburg, das zeitweise 32 % Arbeitslose zählte, große Hoffnungen geweckt. [[Adolf Hitler|Hitler]] selbst hielt sich häufig in unmittelbarer Nachbarschaft, auf dem [[Berghof]] in [[Berchtesgaden]], auf. Am [[13. März]] 1938 wurde [[Richard Hildmann]] als [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]] abgesetzt und durch Anton Giger als provisorischer regierungskommisär mit der Stadtverwaltung betraut.  
Dass der Einmarsch deutscher Truppen in Salzburg am [[12. März]] 1938 mit besonderem Jubel begrüßt wurde, hatte mehrere Gründe. Einerseits war schon am Ende des 19. Jahrhunderts der Liberalismus von einem entschiedenen Deutschnationalismus abgelöst worden, was im Ergebnis der Volksabstimmung [[1921]] deutlich zum Ausdruck kam. Andererseits hatte die Arbeitsbeschaffungspolitik des NS-Regimes in dem Grenzland Salzburg, das zeitweise 32 % Arbeitslose zählte, große Hoffnungen geweckt. [[Adolf Hitler|Hitler]] selbst hielt sich häufig in unmittelbarer Nachbarschaft, auf dem [[Berghof]] in [[Berchtesgaden]], auf. Am [[13. März]] 1938 wurde [[Richard Hildmann]] als [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]] abgesetzt und Anton Giger als provisorischer Regierungskommissär mit der Stadtverwaltung betraut.  


Die Nationalsozialisten benannten eine Reihe von Straßen und Plätzen nach ihren Größen, die Erinnerung an ihre austrofaschistischen Vorgänger wurde dagegen getilgt. Der ''Dollfuß-Platz'' wurde noch im [[März]] 1938 in ''Adolf-Hitler-Platz'' umbenannt, der Name jedoch kurze Zeit später auf Befehl Hitlers wieder in [[Makartplatz]] geändert.  
Die Nationalsozialisten benannten eine Reihe von Straßen und Plätzen nach ihren Größen, die Erinnerung an ihre austrofaschistischen Vorgänger wurde dagegen getilgt. Der ''Dollfuß-Platz'' wurde noch im [[März]] 1938 in ''Adolf-Hitler-Platz'' umbenannt, der Name jedoch kurze Zeit später auf Befehl Hitlers wieder in [[Makartplatz]] geändert.  
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=== US-Bomben beschädigen den Dom ===
=== US-Bomben beschädigen den Dom ===
:''Hauptartikel [[Bomben auf Salzburg]]''
:''Hauptartikel [[Bomben auf die Stadt Salzburg]]  


Den Bombenangriffen der Amerikaner, die im [[Oktober]] [[1944]] einsetzten, fielen in der Stadt Salzburg der Dom und 46 % der Wohnobjekte zum Opfer. Die gänzliche Zerstörung konnte dadurch verhindert werden, dass der gemäßigte [[Gauleiter]], Dr. [[Gustav Adolf Scheel]], und der Kampfkommandant, Oberst [[Hans Lepperdinger]], Anfang Mai [[1945]] die kampflose Übergabe der Stadt an amerikanische Truppen durchsetzten. In der [[Nachkriegszeit]] erhielt Salzburg, das in der amerikanischen Besatzungszone und damit im "goldenen Westen" lag, bald wieder politische und wirtschaftliche Bedeutung. Hier fanden die "Länderkonferenzen" des Jahres [[1945]] statt, auf denen die westlichen Bundesländer von Salzburg aus ihren Beitritt zur Regierung Renner und damit zur Zweiten Republik vollzogen. Die [[Salzburger Festspiele]], die auch von den Nationalsozialisten sehr geschätzt worden waren, brachten bald wieder internationales Publikum in die Landeshauptstadt.
Den Bombenangriffen der Amerikaner, die im [[Oktober]] [[1944]] einsetzten, fielen in der Stadt Salzburg der Dom und 46 % der Wohnobjekte zum Opfer. Die gänzliche Zerstörung konnte dadurch verhindert werden, dass der gemäßigte [[Gauleiter]], Dr. [[Gustav Adolf Scheel]], und der Kampfkommandant, Oberst [[Hans Lepperdinger]], Anfang Mai [[1945]] die kampflose Übergabe der Stadt an amerikanische Truppen durchsetzten. In der [[Nachkriegszeit]] erhielt Salzburg, das in der amerikanischen Besatzungszone und damit im "goldenen Westen" lag, bald wieder politische und wirtschaftliche Bedeutung. Hier fanden die "Länderkonferenzen" des Jahres [[1945]] statt, auf denen die westlichen Bundesländer von Salzburg aus ihren Beitritt zur Regierung Renner und damit zur Zweiten Republik vollzogen. Die [[Salzburger Festspiele]], die auch von den Nationalsozialisten sehr geschätzt worden waren, brachten bald wieder internationales Publikum in die Landeshauptstadt.


=== Beständiger Aufschwung beginnt ===
=== Beständiger Aufschwung beginnt ===
[[Datei:Salzburg_Welser_08_Jun_72.jpg|thumb|500px|1972: [[Hans Heinrich Welser]] fotografierte von Bord einer "DC-9" der [[Austrian Airlines]] beim Landeanflug auf den [[Salzburger Flughafen]] die [[Altstadt]] von der [[Stadt Salzburg]] mit der [[Festung Hohensalzburg]] aus der Luft.]]
[[Datei:Salzburg_Welser_08_Jun_72.jpg|thumb|500px|1972: [[Hans Heinrich Welser]] fotografierte von Bord einer "DC-9" der [[Austrian Airlines]] beim Landeanflug auf den [[Salzburger Flughafen]] die [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]] mit der [[Festung Hohensalzburg]] aus der Luft.]]
Die Jahrzehnte der Zugehörigkeit zur Zweiten Republik bieten seit den von Hunger und Entbehrung gezeichneten ersten Nachkriegsjahren das Bild eines beständigen, ungehemmten Aufschwungs. Als wirtschaftliche und kulturelle Akzente in dieser Entwicklung sind die Gründung der [[Osterfestspiele]], der Bau des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]], die Wiedererrichtung der Universität und die Erhebung des [[Universität Mozarteum|Mozarteums]] zur Hochschule hervorzuheben.  
Die Jahrzehnte der Zugehörigkeit zur Zweiten Republik bieten seit den von Hunger und Entbehrung gezeichneten ersten Nachkriegsjahren das Bild eines beständigen, ungehemmten Aufschwungs. Als wirtschaftliche und kulturelle Akzente in dieser Entwicklung sind die Gründung der [[Osterfestspiele]], der Bau des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]], die Wiedererrichtung der Universität und die Erhebung des [[Universität Mozarteum|Mozarteums]] zur Hochschule hervorzuheben.  


=== Grünlandgürtel wird festgelegt ===
=== Grünlandgürtel wird festgelegt ===
Die negativen Auswirkungen des "Wirtschaftswunders" und des übersteigerten [[Fremdenverkehr]]s wurden vor allem in der Stadt Salzburg rechtzeitig erkannt. Ein vorbildliches [[Altstadterhaltungsgesetz]] bewahrte den alten Stadtkern vor der Verunstaltung durch Hochhäuser und stillose Geschäftsbauten. Die grüne Bewegung, die sich in der Salzburger [[Bürgerliste]] rasch und schlagkräftig formierte, setzte die Sicherung eines breiten [[Grünlandgürtel]]s im Süden der Stadt durch. Diese kritische Einstellung der Bevölkerung sorgt dafür, dass es auch nach dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Gemeinschaft zu keinem Ausverkauf kommt.
Die negativen Auswirkungen des "Wirtschaftswunders" und des übersteigerten [[Fremdenverkehr]]s wurden vor allem in der Stadt Salzburg rechtzeitig erkannt. Ein vorbildliches [[Altstadterhaltungsgesetz]] bewahrte den alten Stadtkern vor der Verunstaltung durch Hochhäuser und stillose Geschäftsbauten. Die grüne Bewegung, die sich in der Salzburger [[Bürgerliste]] rasch und schlagkräftig formierte, setzte die Sicherung eines breiten [[Grüngürtel des Regionalverbandes "Die Stadt Salzburg und Umgebungsgemeinden"|Grünlandgürtels]] im Süden der Stadt durch. Diese kritische Einstellung der Bevölkerung sorgt dafür, dass es auch nach dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Gemeinschaft zu keinem Ausverkauf kommt.


== Das 21. Jahrhundert ==
== Das 21. Jahrhundert ==
Das [[Mozartjahr 2006]] brachte einen Rekord an Zuschauern und Einnahmen, das Kleine Festspielhaus wurde umgestaltet und als [[Haus für Mozart]] neu eröffnet;  das [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]] bezog mit der Ausstellung „Viva Mozart“ seine neue Heimstätte im Gebäude der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]] und wurde in ''Salzburg Museum'' umbenannt. [[2014]] entstand das [[DomQuartier Salzburg]], das die Museen in der [[Alte Residenz|Alten Residenz]], im Dom und das [[Museum St. Peter] mit [[Langer Gang|Langem Gang]] in der Benediktiner-Erzabtei St. Peter miteinander verbindet.  
Das [[Mozartjahr 2006]] brachte einen Rekord an Zuschauern und Einnahmen, das Kleine Festspielhaus wurde umgestaltet und als [[Haus für Mozart]] neu eröffnet;  das [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]] bezog mit der Ausstellung "Viva Mozart" seine neue Heimstätte im Gebäude der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]] und wurde in ''Salzburg Museum'' umbenannt. [[2014]] entstand das [[DomQuartier Salzburg]], das die Museen in der [[Alte Residenz|Alten Residenz]], im Dom und das [[Museum St. Peter] mit [[Langer Gang|Langem Gang]] in der Benediktinererzabtei St. Peter miteinander verbindet.  


Trotz des starken Anstiegs der Energiekosten gelang es der Salzburger Wirtschaft, die Exporte deutlich zu steigern und erstmals seit vielen Jahren die Zahl der Arbeitslosen zu senken. Salzburg kann sich jedenfalls auch in Zukunft auf seine gesunde Wirtschaft, auf seine große Geschichte und kulturelle Tradition stützen, denen es seine Spitzenposition im Westen Österreichs verdankt.
Trotz des starken Anstiegs der Energiekosten gelang es der Salzburger Wirtschaft, die Exporte deutlich zu steigern und erstmals seit vielen Jahren die Zahl der Arbeitslosen zu senken. Salzburg kann sich jedenfalls auch in Zukunft auf seine gesunde Wirtschaft, auf seine große Geschichte und kulturelle Tradition stützen, denen es seine Spitzenposition im Westen Österreichs verdankt.
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== Quellen und Literaturtipps ==
== Quellen und Literaturtipps ==
* Beiträge aus Salzburgwiki (Die Geschichte im Überblick)
* Beiträge aus SALZBURGWIKI (Die Geschichte im Überblick)
* Buch [[Kleine Geschichte Salzburgs]]
* Buch [[Kleine Geschichte Salzburgs]]
* Buch [[Salzburg, die Geschichte einer Stadt]]
* Buch [[Salzburg, die Geschichte einer Stadt]]
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* [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/#OV_48_1 Österreichischer Städteatlas/Salzburg], diese Quelle erweist sich allerdings vielfach als wenig verlässlich, siehe dazu [[Diskussion:Österreichischer Städteatlas Salzburg|Diskussion:Österreichischer Städteatlas Salzburg - Fehlerhaftigkeit des Österreichischen Städteatlas Salzburg]]
* [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/#OV_48_1 Österreichischer Städteatlas/Salzburg], diese Quelle erweist sich allerdings vielfach als wenig verlässlich, siehe dazu [[Diskussion:Österreichischer Städteatlas Salzburg|Diskussion:Österreichischer Städteatlas Salzburg - Fehlerhaftigkeit des Österreichischen Städteatlas Salzburg]]


==== Einzelnachweise ====
== Einzelnachweise ==
<references/>
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Geschichte (Stadt Salzburg)]]
[[Kategorie:Geschichte]]