| | Der Salzburger Landesherr, [[Erzbischof]] [[Heinrich von Pirnbrunn]], erließ um [[1342]] die "Gasteiner Bergordnung" und setzte einen eigens dafür ernannten [[Bergrichter]] ein, der den Bergwerks-Angehörigen das Recht sprach. Zum einen ging es um sachbezogene Anweisungen an die vor Ort arbeitenden Bergleute, zum anderen um die Rechte (Steuern) des Landesherrn, dem - wie auch anderswo üblich - die Regalrechte vom Kaiser zugesprochen worden waren. Als [[Landrichter]] ist für das Jahr [[1340]] (und wohl auch [[1342]]) ein gewisser Nikla von Aussee belegt. Der Name des ersten [[Bergrichter]]s ist unbekannt. Die Kompetenzen der beiden - oft konkurrierenden - Richter sind in der Ordnung detailliert festgelegt. | | Der Salzburger Landesherr, [[Erzbischof]] [[Heinrich von Pirnbrunn]], erließ um [[1342]] die "Gasteiner Bergordnung" und setzte einen eigens dafür ernannten [[Bergrichter]] ein, der den Bergwerks-Angehörigen das Recht sprach. Zum einen ging es um sachbezogene Anweisungen an die vor Ort arbeitenden Bergleute, zum anderen um die Rechte (Steuern) des Landesherrn, dem - wie auch anderswo üblich - die Regalrechte vom Kaiser zugesprochen worden waren. Als [[Landrichter]] ist für das Jahr [[1340]] (und wohl auch [[1342]]) ein gewisser Nikla von Aussee belegt. Der Name des ersten [[Bergrichter]]s ist unbekannt. Die Kompetenzen der beiden - oft konkurrierenden - Richter sind in der Ordnung detailliert festgelegt. |
| − | Der Umfang des Edelmetall-Bergbaues war mit einer Jahresproduktion von ca. 55 Gewichtsmark (ca. 16 kg) noch gering und machte grob annähernd ein Prozent (bis zwei Prozent) der Produktion zur Blütezeit um die Mitte des [[16. Jahrhundert]]s aus, doch beteiligten sich bereits "Außerleut", die von weit entfernten Gegenden (Ungarn, Amberg, Reichenstein) nach [[Gastein]] kamen. Das gewonnene Edelmetall, meist drei bis fünf Teile [[Silberbergbau|Silber]] auf einen Teil [[Goldbergbau|Gold]], musste ausnahmslos an den Landesherrn abgeliefert werden. Die kleinen Bergbauunternehmer ("Gruebmeister", meist halb-bäuerliche Personen) erhielten als Gegenleistung geprägte Münzen ausbezahlt, deren Wert deutlich unter dem Handelswert des eingelieferten Edelmetalls lag. Der erste "Gruebmeister" ([[Gewerke]]), der namentlich nachweisbar ist, war "Heinzel Arzer de Heusing", um [[1350]] ("Arzer" ist ein "Erz-Mann"). Diese Erstnennung gilt für den gesamten Bereich der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]], und zwar sowohl für die Nordseite als auch für deren Südseite. Den Namen "Heusing" gibt es in abgewandelter Form noch heute in Gastein: [[Heißing]] und [[Heißing-Felding]], beide in der Marktgemeinde [[Bad Hofgastein. Bereits [[1344]] traten Bergwerkspächter aus Judenburg auf den Plan, die aber bloße Financiers und keine Bergleute waren. <ref> Das Original im Haus-, Hof-, und Staatsarchiv (Wien), AUR 1342 August 30. Ebenda auch eine handschriftliche Kopie im Salzburger Kammerbuch V, 154 f., S. 305-307, mit sekundär gesetzter Überschrift in Latein. Dazu mehrere Drucke, z. B. bei H. Sigl/C. Tomaschek, Die Salzburger Taidinge, Wien 1871, S. 199-20.</ref> | + | Der Umfang des Edelmetall-Bergbaues war mit einer Jahresproduktion von ca. 55 Gewichtsmark (ca. 16 kg) noch gering und machte grob annähernd ein Prozent (bis zwei Prozent) der Produktion zur Blütezeit um die Mitte des [[16. Jahrhundert]]s aus, doch beteiligten sich bereits "Außerleut", die von weit entfernten Gegenden (Ungarn, Amberg, Reichenstein) nach [[Gastein]] kamen. Das gewonnene Edelmetall, meist drei bis fünf Teile [[Silberbergbau|Silber]] auf einen Teil [[Goldbergbau|Gold]], musste ausnahmslos an den Landesherrn abgeliefert werden. Die kleinen Bergbauunternehmer ("Gruebmeister", meist halb-bäuerliche Personen) erhielten als Gegenleistung geprägte Münzen ausbezahlt, deren Wert deutlich unter dem Handelswert des eingelieferten Edelmetalls lag. Der erste "Gruebmeister" ([[Gewerke]]), der namentlich nachweisbar ist, war "Heinzel Arzer de Heusing", um [[1350]] ("Arzer" ist ein "Erz-Mann"). Diese Erstnennung gilt für den gesamten Bereich der [[Hohen Tauern]], und zwar sowohl für die Nordseite als auch für deren Südseite. Den Namen "Heusing" gibt es in abgewandelter Form noch heute in Gastein: [[Heißing]] und [[Heißing-Felding]], beide in der Marktgemeinde [[Bad Hofgastein. Bereits [[1344]] traten Bergwerkspächter aus Judenburg auf den Plan, die aber bloße Financiers und keine Bergleute waren. <ref> Das Original im Haus-, Hof-, und Staatsarchiv (Wien), AUR 1342 August 30. Ebenda auch eine handschriftliche Kopie im Salzburger Kammerbuch V, 154 f., S. 305-307, mit sekundär gesetzter Überschrift in Latein. Dazu mehrere Drucke, z. B. bei H. Sigl/C. Tomaschek, Die Salzburger Taidinge, Wien 1871, S. 199-20.</ref> |