Niederalm Brücke: Unterschied zwischen den Versionen
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Die ''' | Die '''Niederalm Brücke'''<ref>Im Kraftfahrzeuglärmkataster für das Bundesland Salzburg (2015), Hrsg. [[Amt der Salzburger Landesregierung]], ist auf der B 159 bei km 2,827 die "Niederalm Brücke" als Messpunkt verzeichnet, siehe [https://www.salzburg.gv.at/umweltnaturwasser_/Documents/b159.pdf pdf]</ref> ist eine Straßenbrücke der [[B 159 Salzachtal Straße]] über die [[Königsseeache]]. | ||
== Geografie == | == Geografie == | ||
Die Brücke im südlichen [[Flachgau]] über die Königsseeache in [[Anif]] in der Ortschaft [[Niederalm]] führt in den Norden der [[Tennengau]]er Bezirkshauptstadt [[Hallein]] in der Ortschaft [[Taxach]]. In der Mitte der Brücke, über die die Salzachtal Straße führt, verlaufen die Gemeindegrenzen. | |||
Ihr Scheitelpunkt befindet sich rund sechs Meter über dem Wasserspiegel auf 446,5 [[m ü. A.]]. | |||
Wie auf historischen Karten ersichtlich, nannte man die Königsseeache früher ''Niederalm'' (im Gegensatz zur [[Oberalm (Gewässer)|Oberalm]] am östlichen [[Salzach]]ufer). Die Brücke führt daher möglicherweise den historischen Namen der heutigen Königsseeache (zur Namensgebung siehe auch [[Königsseeache#Begriffsgeschichte]]). | |||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Auf einer Karte von [[ | [[Datei:Philipp Apian Ausschnitt Landtafeln 23 und 24.jpg|thumb|Philipp Apian, Ausschnitt Landtafeln 23 und 24 mit der Teilung der Königsseeache in zwei Arme, wobei über den südlicheren einen Brücke zu sehen ist.]] | ||
[[Datei:Hans_Faistenauer,_Karte_der_Fürstpropstei_Berchtesgaden,_1628,_Ausschnitt(Foto_Andreas_Hirsch).JPG|thumb|[[Hans Faistenauer]], Karte der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]], [[1628]], mit eingezeichneter Niederalm Brücke.]] | |||
Auf einer Karte von [[Philipp Apian]] aus dem Jahr [[1568]] erkennt man eine Teilung der Königsseeache in zwei Arme. Über den südlicheren Arm im Gebiete von [[Rif]] ist eine Brücke eingezeichnet. Aufgrund der Ungenauigkeit der Karte - Niederalm fehlt - ist eine genauere örtliche Zuordnung der Lage der Brücke nicht möglich. | |||
[[1628]] ist eine Brücke bei Niederalm auf einer historischen Karte verzeichnet. Ebenso verzeichnet sind der Ort ''Niederalm'' und die ''Achen''. | |||
[[1786]] und [[1787]] führten große Überschwemmungen auf [[Berchtesgadener Land|bayerischer]] Seite der [[Ache]] zu Zerstörungen zweier Brücken, mehrere Mühlen und Häuser in dessen Umgebung sowie im Markt [[Marktschellenberg|Schellenberg]]. Die Niederalm Brücke wurde bei diesem Hochwasser ebenfalls zerstört.<ref>Brugger, Walter; [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]; [[Peter F. Kramml|Kramml, Peter F.]]: ''Geschichte von [[Berchtesgaden]]'', 2002</ref> | |||
[[1870]] wurde die Niederalm Brücke erneuert.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700125&query=%22Niederalm-Br%c3%bccke%22&seite=5 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 25. Jänner 1870, Seite 5</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700128&query=%22Niederalm-Br%c3%bccke%22&seite=5 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 28. Jänner 1870, Seite 5</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700201&query=%22Niederalm-Br%c3%bccke%22&seite=7 ANNO], Salzburger Zeitung, 1. Februar 1870, Seite 7</ref> | |||
Im Jahr [[1871]] gab es eine Mautverordnung für die Niederalm Brücke.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18710704&query=%22Niederalmer%22+%22Br%c3%bccke%22&seite=5 ANNO], Salzburger Zeitung, 4. Juli 1871, Seite 5</ref> | |||
[[1873]] erfolgte ein weiteres Mal eine Erneuerung der Brücke.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18870901&query=%22Niederalm-Br%c3%bccke%22&seite=2 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 1. September 1887, Seite 2</ref> | |||
Auf fünf Jahre wurde [[1879]] das Fischereirecht von der Niederalm Brücke flussabwärts bis zur Mündung in die [[Salzach]] verpachtet.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18781114&query=%22Niederalmer%22+%22Br%c3%bccke%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], Salzburger Volksblatt, 14. November 1878, Seite 4</ref> | |||
Ein [[Hochwasser]] zerstörte [[1896]] die Schleuse auf Höhe des [[Hangendenstein Pass]]es, das Wehr in Schellenberg und die Niederalm Brücke. Die Brücke war während ihres Wiederaufbaus vom [[7. Oktober|7.]] bis [[14. Oktober]] d. J. für jeden Verkehr gesperrt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18960813&query=%22Niederalmer%22+%22Br%c3%bccke%22&seite=3 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 13. August 1896, Seite 3</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18961005&seite=3&zoom=33 ANNO], Salzburger Volksblatt, 5. Oktober 1896, Seite 3</ref> | |||
Und neuerlich beschädigte ein Hochwasser im Jahr [[1899]] Brücke so schwer, dass sie wiederum bis auf weiteres unpassierbar wurde.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18990916&query=%22Niederalmer%22+%22Br%c3%bccke%22&seite=6 ANNO], Salzburger Volksblatt, 16. September 1899, Seite 6</ref> | |||
[[ | [[1912]] war sie vom [[2. Dezember|2.]] bis [[30. Dezember]] nur für leichtes Fuhrwerk bis zu 2 000 Kilogramm Nutzlast passierbar, da eine dringender Erneuerung erfolgte.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19121129&query=%22Br%c3%bccke%22+%22K%c3%b6nigsseeache%22+%22Leonhard%22&seite=7 ANNO], Salzburger Volksblatt, 29. November 1912, Seite 7</ref> | ||
[[ | Ein Brücke in Stahlbeton, Typ Eisenbahn-Bogenbrücke, System Oberbaurat Dr. Fritz Emperger, mit einer Spannweite von 60 Metern wurde [[1920]] neu erbaut. [[1921]] wurde sie für den Verkehr freigegeben. Sie überspannte die Königsseeache in einem einzigen Bogen mit 34 m Spannweite. Technisch war die Ausführung dadurch interessant, dass zum ersten Mal an Stelle von Stahlgelenken solche aus Eisenbeton mit eingelegten Bleiplatten verwendet wurden, die sich bei der Belastungsprobe glänzend bewährt haben. Das Projekt der Brücke wurde unter der Leitung des [[Hofrat]]es Ing. Raimund Schneider, von Baurat Ing. Max Utschig ausgearbeitet, der auch die direkte Bauleitung seitens der [[Landesregierung]] besorgte. Ausgeführt wurde die Brücke von der Bauunternehmung Kastner & Gruber in Salzburg.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=bau&datum=19210004&query=(((text:Niederalm)+AND+(text:Brückenbau)))&ref=anno-search&seite=30 ANNO], Der Bautechniker, 1921, Nr. 3, Seite 20</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=zia&datum=1930&page=108 ANNO], Zeitschrift des österreichischen Ingenieur-Vereines, 1930, Seite 88</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19290128&query=%22Almbr%c3%bccke%22&seite=4 ANNO], Reichspost, 28. Januar 1929, Seite 4</ref> | ||
[[ | In den letzten Tagen des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]], kurz vor dem Zusammenbruch im Mai 1945, wurde die Brücke wie andere auch von den ins [[Innergebirg]] zurückweichenden SS-Truppen am [[4. Mai]] gesprengt. Die amerikanischen Truppen errichteten dann eine Holznotbrücke. m [[15. Juli]] [[1946]] konnte eine neue Brücke eröffnet werden. Sie war vom [[Landesbauamt]] erbaut worden.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=san&datum=19460712&query=%22Niederalmer%22+%22Br%c3%bccke%22&seite=3 ANNO], [[Salzburger Nachrichten]], 12. Juli 1946, Seite 3</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svz&datum=19460716&query=%22Niederalmbr%c3%bccke%22&seite=3 ANNO], [[Salzburger Volkszeitung]], 16. Juli 1946, Seite 3</ref> | ||
Technisch gesehen ist die Brückenkonstruktion der neuen Niederalm Brücke ein statisch bestimmter Dreigelenksbogen‚ dessen Gelenke in Eisenbeton- Spezialkonstruktion ausgebildet sind. Die Brücke wurde als Massivbauwerk für eine Belastung von 70 Tonnen gebaut. Planend- und ausführende Behörde war die Brückenbauabteilung des Landesbauamtes Salzburg unter Leitung des Regierungs-Oberbaurates Ing. Ferstl‚ Ing. Runge. Der Bau wurde von der Baufirma A. Porr-A.-G durch Baumeister Roucka ausgeführt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=san&datum=19460805&query=%22K%c3%b6nigssee-Ache%22&seite=3 ANNO], [[Salzburger Nachrichten]], 5. August 1946, Seite 3</ref> | |||
Die heutige Brücke ist dann ohne Stützpfeiler in den [[1960er]]-Jahre errichtet worden.<ref>[[:Diskussion:Niederalm_Brücke#Es gab zwei Brücken!]]</ref> | |||
Auf der Tennengauer Seite steht noch heute das ehemalige Brückenmauthaus, Es wurde als Teil des Gasthofs Brückenwirt umgebaut. Unmittelbar neben der Brücke wohnte in einem noch bestehenden Wohnblock der ehemalige Salzburger [[Landeshauptmann]] und späterer Bundeskanzler Dr. [[Josef Klaus (Politiker)|Josef Klaus]]. | |||
=== Sagen === | |||
In einer [[Sagen um den Untersberg|Untersbergsage]] traf auf der Brücke ein Salzburger Zimmermann, der von einer Hochzeit aus Hallein zurückkehrte, auf die ''Untersberger Mandln'', Sagengestalten des [[Untersberg]]es.<ref>[https://books.google.at/books?id=_44xAQAAIAAJ&pg=PA131 books.google.at/58. Untersberger auf der Niederalmer Brücke]</ref> | |||
Eine weitere Sage berichtet von vier allzu übermütigen Musikanten, die dem Berggeist um Mitternacht ein Ständchen darbrachten. Der Gedanke war einem von ihnen bei der Niederalm Brücke gekommen.<ref>R. Freisauff von Neudegg, Alte Sagen aus dem Salzburger Land </ref>.<ref>[http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/salzburg/div/dieviermusikanten.html www.sagen.at/dieviermusikanten]</ref> | |||
Von einem "schlauen Fuhrmann", der mit einer Fuhre Wein aus Tirol an der Brücke in Niederalm ein Bergmännlein aus dem Untersberg traf, handelt eine weitere Sage.<ref>Karl Haiding, Österreichs Sagenschatz</ref><ref>[http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/salzburg/div/derweinfuhrmann.html www.sagen.at/derweinfuhrmann]</ref> | |||
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== Quellen == | == Quellen == | ||
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[[Kategorie:Kunst]] | [[Kategorie:Kunst]] | ||
[[Kategorie:Brücke]] | [[Kategorie:Brücke]] | ||
[[Kategorie:Sagen und Legenden]] | |||