Geschichte des Pongaus: Unterschied zwischen den Versionen
K Textersetzung - „[[Salzburger Bauernaufstände im 16. Jahrhundert|“ durch „[[Salzburger Bauernaufstände|“ |
|||
| (20 dazwischenliegende Versionen von 5 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 2: | Zeile 2: | ||
==Eiszeit== | ==Eiszeit== | ||
Der [[Dachstein]]gletscher und der [[ | Der [[Dachstein]]<nowiki>gletscher</nowiki> und der [[Salzachgletscher]] bedeckten als ungeheure Eisströme das Gebiet des heutigen [[Pongau]]es. Es gibt keine Spuren, die auf eine Besiedelung in dieser Zeit hinweisen. Die Eiszeit dauerte zirka zwei Millionen Jahre. | ||
==Steinzeit== | ==Steinzeit== | ||
Funde von Steinwerkzeugen am [[Götschenberg]] in [[Bischofshofen]] lassen auf eine Besiedelung in der Jungsteinzeit ( | Funde von Steinwerkzeugen am [[Götschenberg]] in [[Bischofshofen]] lassen auf eine Besiedelung in der [[Jungsteinzeit]] (10000 bis 1800 v. Chr.) schließen. Neben Jagd und Fischerei beschäftigten sich die Menschen gegen Ende der [[Steinzeit]] schon mit Ackerbau und Viehzucht. | ||
==Bronzezeit== | ==Bronzezeit== | ||
Die Epoche der [[Bronzezeit]] (1900 - 1250 v. Chr.) bescherte dem Pongau als Zentrum des [[Kupferbergbau]]s in den [[Ostalpen]] eine erste wirtschaftliche Blüte: In [[Mitterberg (Pongau)|Mitterberg]] bei [[Mühlbach am Hochkönig]] und in den benachbarten [[Bergbau]]gebieten wurden bis ca. 700 v. Chr. mehr als 20 | Die Epoche der [[Bronzezeit]] (1900 - 1250 v. Chr.) bescherte dem Pongau als Zentrum des [[Kupferbergbau]]s in den [[Ostalpen]] eine erste wirtschaftliche Blüte: In [[Mitterberg (Pongau)|Mitterberg]] bei [[Mühlbach am Hochkönig]] und in den benachbarten [[Bergbau]]gebieten wurden bis ca. 700 v. Chr. mehr als 20 000 Tonnen Kupfer gefördert. | ||
Forschungen haben ergeben, dass zu dieser Zeit bereits bis zu | |||
Forschungen haben ergeben, dass zu dieser Zeit bereits bis zu 1 000 Menschen im Kupferbergbau tätig waren. | |||
==Eisenzeit== | ==Eisenzeit== | ||
Aus der Zeit | Aus der Zeit zwischen 1000 bis 16 v. Chr. gibt es Hinweise auf Eisen- und [[Goldbergbau]] im Gebirge. Die Blockhäuser waren auf Steinsockeln errichtet. | ||
Um 300 v. Chr. begann die Besiedelung des Gebietes durch die [[Kelten]]. | Um 300 v. Chr. begann die Besiedelung des Gebietes durch die [[Kelten]]. | ||
==Römerzeit== | ==Römerzeit== | ||
Unter dem römischen Kaiser Augustus wurden die keltischen | Unter dem [[Römer|römischen]] Kaiser Augustus wurden die [[Kelten|keltischen]] [[Taurisker]]heere, die in Italien eingefallen waren, besiegt und die Volksstämme in unseren [[Alpen]] der römischen Herrschaft unterworfen. Diese Herrschaft dauerte über vierhundert Jahre. Das römische Straßennetz von Aquileia bis nach Salzburg wurde gebaut. Ebenso die [[Römerstraße (römisches Straßennetz)|Römerstraße]], die von [[Werfen]] abzweigte und ins [[Gasteinertal]] über den [[Mallnitzer Tauern]] führte. | ||
==Gründung des Pongaues== | ==Gründung des Pongaues== | ||
Der Bezirk [[ | Der Bezirk [[St. Johann im Pongau]] wird landläufig als Pongau bezeichnet und ist eigentlich der alte Name von Bischofshofen, ''Pongowe''. Der Name Pongau (Pongawi, Pongo) wurde bereits [[750]] und [[788]] urkundlich erwähnt. "Pongo" setzt sich aus dem keltischen "Pon", das heißt Niederlassung oder Siedlung, und dem altdeutschen "Gau" zusammen. Mit diesem Wort wurde ein Gebiet bezeichnet, das am Wasser liegt. Die Bezeichnung "Pongau" breitete sich im Laufe von zweihundert Jahren auf das gesamte nördliche Salzachtal aus. | ||
Seit dem [[8. Jahrhundert]] dürfte es bereits die ersten Siedlungen im [[Salzachtal]], [[Fritztal]] und [[Ennstal]] gegeben haben. Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von der Viehwirtschaft, es wurde aber auch Getreide wie Hafer, Roggen und Rossbohne angebaut. Im [[10. Jahrhundert]] wurden Hopfenanbau und [[Bier|Bierbrauerei]] im Raum Bischofshofen-[[Goldegg]] erwähnt. Im Fritztal wurde bereits im [[11. Jahrhundert]] Goldwäscherei betrieben. | |||
Das Fritztal und die [[Flachau]] wurden [[1074]] von [[Erzbischof]] [[Gebhard]] dem [[Benediktinerstift Admont]] geschenkt. Im [[12. Jahrhundert|12.]] und [[13. Jahrhundert]] wurden die [[Burg Wagrain]], das [[Schloss Goldegg]], die [[Burg Klammstein]] und die [[Burg Plankenau]] errichtet. Die weltliche Macht der [[Salzburger Erzbischöfe]] dauerte vom 13. Jahrhundert bis zum Jahre [[1803]]. Ein Aufstand der Bauern und [[Bergknappen]] des ''[[Innergebirg]]''s führte zu den beiden [[Salzburger Bauernaufstände|Bauernkriegen]] von [[1525]] und [[1526]]. Die Aufständischen wurden vor [[Radstadt]] geschlagen und es folgte ein furchtbares Strafgericht. Seit dieser Zeit gab es Spannungen unter der Bevölkerung des Pongaues. Der [[Protestantismus]] konnte von der erzbischöflichen Regierung nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden. So kam es [[1731]]/[[1732]] zur [[Protestantenvertreibung|Ausweisung]] von rund 20 000 Protestanten. | |||
== Herrschaft, Verwaltung, Gerichte == | |||
[[1243]] wird das sehr große [[Pfleggericht]] [[Werfen]] (das kurz den [[Guetrater|Guetratern]] zukam) umorganisiert, das den Pongau inklusive dem [[Lammertal]], aber nicht den [[Enns-Pongau]] und das [[Gasteinertal]] umfasst. Dieses war in Gerichtsstäbe unterteilt. [[1575]] wird ein Amt Pongau vom Kloster Admont vom [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistum]] (zurück-)gekauft. [[1672]] wird das zu große Pfleggericht Werfen geteilt und mehrere Landgerichte geschaffen. Diese sind neben den vielen Grundherrschaften an die Abgaben zu leisten waren, neben Justiz auch für Verwaltungsfragen zuständig. Daneben gab es z. B. in Bischofshofen im Ortszentrum eine [[Bischöfe von Chiemsee|chiemseeische]] geschlossene Hofmark (ab [[1215]]/16 chimseeische Besitze, [[10. Dezember]] [[1674]] Rezess (offizielle Hofmark) - bis 1806). [[1820]] erfolgt eine erneute Organisationsänderung der Salzburger und Pongauer Pfleggerichte. | |||
[[1848]] bis [[1850]], bzw. bis [[1867]] erfolgte die gänzliche Neuregelung der Landesverwaltung, Aufhebung des alten Systems der Grundherrschaften und finanzielle Ablöse, Trennung von Justiz und Verwaltung und Bildung selbständiger Ortsgemeinden mit wählbaren Gemeindevertretungen. Die Einführung der Gemeindeordnung ergab ab 1850 für den Bezirk Pongau 44 Gemeinden. | |||
Die [[Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau|Bezirkshauptmannschaft]] war von 1850 bis [[1867]] in Werfen untergebracht (?) (bzw. gab es vor 1867 für den Pongau die vier Bezirksämter St. Johann, Werfen, [[Gastein]] und [[Radstadt]], die dann in St. Johann zusammengelegt wurden)und übersiedelte danach nach St. Johann im Pongau. | |||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
*Homepage des Landes Salzburg | *Homepage des Landes Salzburg | ||
*Chronik der Gemeinde Bischofshofen | |||
*Beiträge in Salzburg-Wiki | *Beiträge in Salzburg-Wiki | ||
[[Kategorie:Pongau]] | [[Kategorie:Pongau]] | ||
[[Kategorie:Geschichte]] | [[Kategorie:Geschichte]] | ||