Missionshaus St. Rupert: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Missionshaus02.jpg|thumb|Missionshaus St. Rupert]]
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[[Bild:St-rupert_mw01.jpg|thumb|Missionshaus St. Rupert]]
[[Bild:Missionshaus01.jpg|thumb|Missionshaus mit dem 47,5 m hohen Turm]]
[[Bild:Missionshaus01.jpg|thumb|Missionshaus mit dem 47,5 m hohen Turm]]
[[Datei:Statue Missionshaus St. Rupert 1 (3).jpg|thumb|Christusstatue beim Missionshaus St. Rupert.]]
[[Datei:P1070624 Missionshaus St. Rupert von Westen.jpg|thumb| Missionshaus St. Rupert von Westen]]
[[Datei:P1070624 Missionshaus St. Rupert von Westen.jpg|thumb| Missionshaus St. Rupert von Westen]]
[[Datei:Missionshausfriedhof_St._Rupert_u._Friedhofskapelle_20220225_(21).jpg|thumb|Friedhof und Friedhofskapelle des Missionshauses.]]
[[Datei:Kreuzberg Bischofshofen Missionshaus St. Rupert 1930.jpg|thumb|Blick auf das Missionshaus St. Rupert  am [[Kreuzberg (Bischofshofen)|Kreuzberg]] in [[Bischofshofen]]. Links fließt die [[Salzach]], rechts mündet das [[Fritztal]]  mit dem [[Fritzbach]] ins [[Salzachtal]]. Aufnahme in den [[1930er]]-Jahren.]]
Das '''Missionshaus St. Rupert''' in [[Bischofshofen]] ist sowohl ein kleines missionarisches Zentrum für den [[Pongau]] als auch ein [[Missionsprivatgymnasium St. Rupert|katholisches Privatgymnasium]] und steht unter [[Denkmalgeschützte Objekte in Bischofshofen|Denkmalschutz]].
Das '''Missionshaus St. Rupert''' in [[Bischofshofen]] ist sowohl ein kleines missionarisches Zentrum für den [[Pongau]] als auch ein [[Missionsprivatgymnasium St. Rupert|katholisches Privatgymnasium]] und steht unter [[Denkmalgeschützte Objekte in Bischofshofen|Denkmalschutz]].


==Geschichte==
==Geschichte==
Das Missionshaus St. Rupert wurde von Arnold Janssen, dem Stifter des Steyler Missionswerkes, im Jahre [[1904]] gegründet. Die von ihm entsandten Ordensbrüder errichteten auf dem angekauften Gut „Großkreuzberg“ ein Werkhaus und einen Wohntrakt. In der Niederlassung des Missionswerkes in Bischofshofen sollten junge Menschen für den Missionsdienst herangebildet werden. Zwei Jahre nach der Gründung zogen die ersten Mitbrüder ein. [[1907]] wurde die Schule eröffnet. Die Zahl der Schüler stieg in den darauffolgenden Jahren auf 100 an. Zum Missionshaus kam ein Werkhaus und ein Sägewerk dazu. Es erhielt eine hauseigene Wasserleitung sowie eine Gärtnerei und einen eigenen Friedhof.
Das Missionshaus St. Rupert wurde von Arnold Janssen, dem Stifter des Steyler Missionswerkes, im Jahre [[1904]] gegründet. Die von ihm entsandten Ordensbrüder errichteten auf dem angekauften Gut "Großkreuzberg" ein Werkhaus und einen Wohntrakt. In der Niederlassung des Missionswerkes in Bischofshofen sollten junge Menschen für den Missionsdienst herangebildet werden. Zwei Jahre nach der Gründung zogen die ersten Mitbrüder ein. [[1907]] wurde die Schule eröffnet. Die Zahl der Schüler stieg in den darauffolgenden Jahren auf 100 an. Zum Missionshaus kam ein Werkhaus und ein Sägewerk dazu. Es erhielt eine hauseigene Wasserleitung sowie eine Gärtnerei und einen eigenen Friedhof.


Der Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] stoppte das Aufblühen des Hauses. Es wurde ein Notspital mit über 100 Betten eingerichtet. Die Schule konnte nur noch eingeschränkt weitergeführt werden.  
Der Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] stoppte das Aufblühen des Hauses. Es wurde ein Notspital mit über 100 Betten eingerichtet. Die Schule konnte nur noch eingeschränkt weitergeführt werden.  
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Die [[Zwischenkriegszeit]] bescherte dem Missionshaus eine einzigartige Entwicklung. Die Schule wurde von 150 Buben besucht. Sie erlernten in den Werkstätten einen Beruf, um danach als Missionare in alle Kontinente zu gehen. Von [[1925]] bis [[1929]] wurde an dem Bau einer neuen Klosterkirche gearbeitet.  
Die [[Zwischenkriegszeit]] bescherte dem Missionshaus eine einzigartige Entwicklung. Die Schule wurde von 150 Buben besucht. Sie erlernten in den Werkstätten einen Beruf, um danach als Missionare in alle Kontinente zu gehen. Von [[1925]] bis [[1929]] wurde an dem Bau einer neuen Klosterkirche gearbeitet.  


[[1938]] musste das [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum]] aus der [[Stadt Salzburg]] ins Missionshaus umziehen, da das Gebäude am [[19. Juni]] in [[Parsch]] enteignet und zum ''Michael-Gaismayer-Hof'' mit zahlreichen Kanzleien und Ablagen wurde. Bereits am [[28. Oktober]] 1938 bemächtigte sich die [[NS]]-Gauleitung auch der neuen Bleibe in Bischofshofen. Das "''Fürsterzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum in St. Rupert''" wurde zur [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] ''"Deutschen Heimschule Kreuzberg - Oberschule für Jungen"'', einer Vorstufe zur Errichtung einer ''Nationalpolitischen Lehranstalt'' (NAPOLA), wie die NS-Kaderschmieden genannt wurden.<ref>https://salzburg.orf.at/v2/news/stories/2921876/ ORF Salzburg am 29.06.2018: ''Kaderschmiede des Sazistaates erforscht''</ref>
[[1938]] musste das [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum]] aus der [[Stadt Salzburg]] ins Missionshaus umziehen, da das Gebäude am [[19. Juni]] in [[Parsch]] enteignet und zum ''Michael-Gaismayer-Hof'' mit zahlreichen Kanzleien und Ablagen wurde. Bereits am [[28. Oktober]] 1938 bemächtigte sich die [[NS]]-Gauleitung auch der neuen Bleibe in Bischofshofen. Das "Fürsterzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum in St. Rupert" wurde zur [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] ''"Deutschen Heimschule Kreuzberg - Oberschule für Jungen"'', einer Vorstufe zur Errichtung einer ''Nationalpolitischen Lehranstalt'' (NAPOLA), wie die NS-Kaderschmieden genannt wurden.<ref>https://salzburg.orf.at/v2/news/stories/2921876/ ORF Salzburg am 29.06.2018: ''Kaderschmiede des Sazistaates erforscht''</ref>


[[1939]] wurde das Missionshaus samt Schule von den [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] enteignet und als „nationalsozialistische Musterschule“ weitergeführt. Gegen Ende des Krieges wurde das Haus zu einem Lazarett umfunktioniert. 79 Soldaten wurden auf dem Klosterfriedhof beerdigt.
[[1939]] wurde das Missionshaus samt Schule von den [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] enteignet und als "nationalsozialistische Musterschule" weitergeführt. Gegen Ende des Krieges wurde das Haus zu einem Lazarett umfunktioniert. 79 Soldaten wurden auf dem Klosterfriedhof beerdigt.


[[1945]] konnte der Orden St. Rupert wieder zurückgewinnen. [[1953]] fand die erste Reifeprüfung nach dem Krieg statt. Ab [[1971]] wurde die Schule auch externen Schülern zugänglich gemacht. [[1988]] wurde sie auch für Mädchen geöffnet. [[1999]] übernahm die Leitung des Missionsprivatgymnasiums erstmals kein Ordensangehöriger.
[[1945]] konnte der Orden St. Rupert wieder zurückgewinnen. [[1953]] fand die erste Reifeprüfung nach dem Krieg statt. Ab [[1971]] wurde die Schule auch externen Schülern zugänglich gemacht. [[1988]] wurde sie auch für Mädchen geöffnet. [[1999]] übernahm die Leitung des Missionsprivatgymnasiums erstmals kein Ordensangehöriger.
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:''Hauptartikel [[Rektoren des Missionshauses St. Rupert]]''
:''Hauptartikel [[Rektoren des Missionshauses St. Rupert]]''


==Kirche==
==Kreuzbergkirche ==
Die neu[[barock]]e Kirche wurde [[1929]] eingeweiht. Sie ist dem [[Rupert von Worms|Heiligen Rupert]], dem Landes- und Hauspatron, geweiht. Der Turm ist 47,5 Meter hoch und das Wahrzeichen von St. Rupert.
:'' Hauptartikel [[Kreuzbergkirche]]


Die Kirche wurde [[2004]] umfangreich renoviert. Der barocke Hochaltar mit mächtigem Säulenaufbau umschließt ein großes Tafelbild mit der Darstellung des [[Rupert von Worms|heiligen Rupert]], wie er das Kreuz aufrichtet. Das Gemälde wurde vom Tiroler Künstler Wolfram Köberl hergestellt.
== Literatur ==
*Gertrude Chalupny, ''Deutsche Heimschule Kreuzberg bei Bischofshofen. Erziehung zur NS-Elite in Salzburg.'' [[Edition Tandem]], Salzburg 2022;


Die Altäre des Ordensgründers (des heiligen Arnold Janssen) und des China-Missionars (des heiligen Josef Freinademetz) wurden [[1980]] von [[Ferdinand Kubitschek]] gestaltet.
== Bilder ==
{{Bildkat}}
== Weblink ==
* [https://www.sn.at/salzburg/chronik/schattenorte-ns-eliteschule-in-bischofshofen-mit-drill-zum-krieg-erzogen-128007898?utm_campaign=crossdomain-traffic&utm_source=salzburg24-at&utm_medium=referral&utm_content=teaser  www.sn.at], 10. Oktober 2022: "NS-Eliteschule in Bischofshofen: Mit Drill zum Krieg erzogen"


==Weblinks==
==Quellen==
{{Homepage|http://www.steyler.at/svd/at/Niederlassungen}}
{{Homepage|http://www.steyler.at/svd/at/Niederlassungen}}
==Quellen==
* Homepage des Missionshauses St. Rupert
* [http://www.bischofshofen.at/fileadmin/chef-redakteure/Contentbilder/Aktuelles/Stadtzeitung/Zeitung_Oktober_2013.pdf Stadtzeitung Bischofshofen informiert, 18. Jahrgang Nr. 3 vom Oktober 2013]
* [http://www.bischofshofen.at/fileadmin/chef-redakteure/Contentbilder/Aktuelles/Stadtzeitung/Zeitung_Oktober_2013.pdf Stadtzeitung Bischofshofen informiert, 18. Jahrgang Nr. 3 vom Oktober 2013]


==== Einzelnachweis ====
== Einzelnachweise ==
<references/>
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[[Kategorie:Bischofshofen]]
[[Kategorie:Bischofshofen]]
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
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[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Nationalsozialismus]]
[[Kategorie:Bildung]]
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[[Kategorie:Schule]]
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[[Kategorie:Geschichte (Erzdiözese)‎]]
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[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
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[[Kategorie:Kunst]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
[[Kategorie:Denkmalschutz]]