Josef Brunauer junior: Unterschied zwischen den Versionen

K Textersetzung - „Karl Steinocher“ durch „Karl Steinocher
 
(14 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
'''Josef Brunauer''' (* [[4. August]] [[1921]] in [[Stadt Salzburg|Salzburg]]; † [[9. September]] [[1999]] ebenda) war ein Politiker der Salzburger [[SPÖ]] und Präsident der Salzburger [[Arbeiterkammer]].
'''Josef Brunauer junior''' (* [[4. August]] [[1921]] in der [[Stadt Salzburg]]; † [[9. September]] [[1999]] ebenda) war ein Politiker der Salzburger [[SPÖ]] und Präsident der Salzburger [[Arbeiterkammer]].


==Leben==
==Leben==
Josef Brunauer junior war der Sohn des gleichnamigen Vaters, des Postbeamten, [[Josef Brunauer (senior)]], der in den [[1930er]]-Jahren als Sozialdemokrat unter die politischen Maßregelungen fiel und nach [[1945]] maßgeblich am Wiederaufbau des Postwesens im [[Land Salzburg]] beteiligt war, und seiner Frau Maria, geborene Kobler. Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule begann Brunauer [[1937]] als Lehrling in einem Salzburger Tischlereibetrieb. Seine Ausbildung schloss er mit der Gesellenprüfung ab und arbeitete als Geselle. Während seiner Tischlerausbildung war er Funktionär der (illegalen) [[Sozialistische Jugend Österreichs|Sozialistischen Jugend]], weshalb er [[1942]] verhaftet wurde. Nach zwei Monaten Haft wurde er zum [[Zweiter Weltkrieg|Kriegsdienst]] bei der Deutschen [[Wehrmacht]] entlassen, in die er seit [[1941]] eingezogen worden war. Nach russischer Kriegsgefangenschaft kehrte er [[1947]] zurück und begann seine Karriere als Gewerkschafter und Politiker.  
Josef Brunauer junior war der Sohn des gleichnamigen Vaters, des Postbeamten, [[Josef Brunauer senior]], der in den [[1930er]]-Jahren als Sozialdemokrat unter die politischen Maßregelungen fiel und nach [[1945]] maßgeblich am Wiederaufbau des Postwesens im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] beteiligt war, und seiner Frau Maria, geborene Kobler. Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule begann Brunauer [[1937]] als Lehrling in einem Salzburger Tischlereibetrieb. Seine Ausbildung schloss er mit der Gesellenprüfung ab und arbeitete als Geselle. Während seiner Tischlerausbildung war er Funktionär der (illegalen) [[Sozialistische Jugend Österreichs|Sozialistischen Jugend]], weshalb er [[1942]] verhaftet wurde. Nach zwei Monaten Haft wurde er zum [[Zweiter Weltkrieg|Kriegsdienst]] bei der Deutschen [[Wehrmacht]] entlassen, in die er seit [[1941]] eingezogen worden war. Nach russischer Kriegsgefangenschaft kehrte er [[1947]] zurück und begann seine Karriere als Gewerkschafter und Politiker.  


[[1948]] wurde Josef Brunauer Sekretär der Bau- und Holzarbeitergewerkschaft und trug maßgeblich zur Beseitigung der Winterarbeitslosigkeit im Baugewerbe bei. Außerdem wirkte er an der Verbesserung des Arbeitsmarktes in den strukturell benachteiligten Landesteilen maßgeblich mit. Bereits [[1954]] wurde er in die [[Arbeiterkammer|Kammer für Arbeiter und Angestellte]] (AK) gewählt. Zwei Jahre später sandte ihn die [[SPÖ]] als Nachfolger von [[Josef Kaut]], der [[Landesrat]] wurde, in den [[Salzburger Landtag]]. Am [[4. Juli]] [[1956]] wurde er angelobt und legte dieses Mandat, dem er sich immer mit großem Ernst verpflichtet fühlte, am [[18. Oktober]] [[1983]] zurück.
[[1948]] wurde Josef Brunauer Sekretär der Bau- und Holzarbeitergewerkschaft und trug maßgeblich zur Beseitigung der Winterarbeitslosigkeit im Baugewerbe bei. Außerdem wirkte er an der Verbesserung des Arbeitsmarktes in den strukturell benachteiligten Landesteilen maßgeblich mit. Bereits [[1954]] wurde er in die [[Arbeiterkammer|Kammer für Arbeiter und Angestellte]] (AK) gewählt. Zwei Jahre später sandte ihn die [[SPÖ]] als Nachfolger von [[Josef Kaut]], der [[Landesrat]] wurde, in den [[Salzburger Landtag]]. Am [[4. Juli]] [[1956]] wurde er angelobt und legte dieses Mandat, dem er sich immer mit großem Ernst verpflichtet fühlte, am [[18. Oktober]] [[1983]] zurück.
Zeile 10: Zeile 10:
In seiner Eigenschaft als AK-Präsident förderte er vor allem jene Einrichtungen, die von den Arbeitnehmern unmittelbar in Anspruch genommen werden konnten. Als Beispiel ist die Konsumenteninformation zu erwähnen, die neben individueller Beratung auch umfangreiche Preis- und Qualitätstests vornimmt und dadurch in vielen Fällen Verbesserungen für den Konsumenten erreicht.
In seiner Eigenschaft als AK-Präsident förderte er vor allem jene Einrichtungen, die von den Arbeitnehmern unmittelbar in Anspruch genommen werden konnten. Als Beispiel ist die Konsumenteninformation zu erwähnen, die neben individueller Beratung auch umfangreiche Preis- und Qualitätstests vornimmt und dadurch in vielen Fällen Verbesserungen für den Konsumenten erreicht.


Die von Brunauer angestrebte stärkere persönliche Betreuung von Arbeitnehmern − schon früh wurde er von den Arbeitern freundschaftlich „unser Joschi“ genannt − führte ferner zur Erweiterung der Beratungsangebote im arbeitsrechtlichen und sozialpolitischen Bereich sowie in Steuerangelegenheiten.
Die von Brunauer angestrebte stärkere persönliche Betreuung von Arbeitnehmern − schon früh wurde er von den Arbeitern freundschaftlich "unser Joschi" genannt − führte ferner zur Erweiterung der Beratungsangebote im arbeitsrechtlichen und sozialpolitischen Bereich sowie in Steuerangelegenheiten.


Seit [[1978]] war Präsident Josef Brunauer Vizepräsident des [[Rotes Kreuz Salzburg|Roten Kreuzes]] und hat neben Präsident Dr. [[Karl Margreiter]] wesentliche Impulse für das [[Rotes Kreuz Salzburg|Österreichische Rote Kreuz, Landesverband Salzburg]], gesetzt.
Seit [[1978]] war Präsident Josef Brunauer Vizepräsident des [[Rotes Kreuz Salzburg|Roten Kreuzes]] und hat neben Präsident Dr. [[Karl Margreiter]] wesentliche Impulse für das [[Rotes Kreuz Salzburg|Österreichische Rote Kreuz, Landesverband Salzburg]], gesetzt.


==Ehrungen==
== Ehrungen ==
[[1983]] wurde Brunauer das ''[[Großes Ehrenzeichen|Große Ehrenzeichen]] des Landes Salzburg'' verliehen.
[[1983]] wurde Brunauer das [[Großes Ehrenzeichen des Landes Salzburg|Große Ehrenzeichen des Landes Salzburg]] verliehen.


Am [[4. Februar]] [[1997]] erhielt er von [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Josef Dechant|Dr. Josef Dechant]] den [[Bürgerbrief der Stadt Salzburg]].  
Am [[4. Februar]] [[1997]] erhielt er von [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Josef Dechant|Dr. Josef Dechant]] den [[Bürgerbrief der Stadt Salzburg]].  


== Quelle ==
== Quellen ==
* [http://www.stadt-salzburg.at/internet/extras/presse/aussendungen/1997/p2_69963.htm Presseaussendung der Stadt Salzburg]
* [http://www.stadt-salzburg.at/internet/extras/presse/aussendungen/1997/p2_69963.htm Presseaussendung der Stadt Salzburg]
* [[Josef Kaut|Kaut, Josef]]: ''Der steinige Weg. Geschichte der sozialistischen Arbeiterbewegung im Lande Salzburg''. 2. Aufl. Salzburg (Graphia) 1982, S. 239.
* [[Josef Kaut|Kaut, Josef]]: ''Der steinige Weg. Geschichte der sozialistischen Arbeiterbewegung im Lande Salzburg''. 2. Aufl. Salzburg (Graphia) 1982, S. 239.
Zeile 26: Zeile 26:
|AMT=[[Präsidenten der Salzburger Arbeiterkammer|Präsident]] der Salzburger [[Arbeiterkammer]]
|AMT=[[Präsidenten der Salzburger Arbeiterkammer|Präsident]] der Salzburger [[Arbeiterkammer]]
|ZEIT=[[1966]]–[[1982]]
|ZEIT=[[1966]]–[[1982]]
|VORGÄNGER=[[Karl Steinocher]]
|VORGÄNGER=[[Karl Steinocher (Politiker)|Karl Steinocher]]
|NACHFOLGER=[[Herbert Suko]]
|NACHFOLGER=[[Herbert Suko]]
}}
}}


{{SORTIERUNG:Brunauer (junior), Josef}}
{{SORTIERUNG:Brunauer junior, Josef}}
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
[[Kategorie:Person (Politik)]]
[[Kategorie:Person (Politik)]]
[[Kategorie:Politik]]
[[Kategorie:Land Salzburg]]
[[Kategorie:Landtag]]
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter]]
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter]]
[[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]]
[[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]]
[[Kategorie:Töchter und Söhne der Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Geboren 1921]]
[[Kategorie:Gestorben 1999]]