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| | Das '''Logo der Salzburger Festspiele''' sorgte gegen Ende Dezember [[2018]] kurz für Aufregung, weil es mit dem [[Nationalsozialismus]] in Zusammenhang gebracht wurde. | | Das '''Logo der Salzburger Festspiele''' sorgte gegen Ende Dezember [[2018]] kurz für Aufregung, weil es mit dem [[Nationalsozialismus]] in Zusammenhang gebracht wurde. |
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| − | == ''Das Logo sollte ausgetauscht werden'' == | + | == ''"Das Logo sollte ausgetauscht werden"'' == |
| | Mit dieser Forderung ging der ehemalige [[SPÖ]]-Politiker, Historiker und Buchautor [[Walter Thaler]] nach [[Weihnachten]] 2018 an die Öffentlichkeit. Da im Sommer 2020 die [[Salzburger Festspiele]] ihren 100. Geburtstag feiern, wäre dies eine gute Gelegenheit, sich von diesem Logo zu trennen. | | Mit dieser Forderung ging der ehemalige [[SPÖ]]-Politiker, Historiker und Buchautor [[Walter Thaler]] nach [[Weihnachten]] 2018 an die Öffentlichkeit. Da im Sommer 2020 die [[Salzburger Festspiele]] ihren 100. Geburtstag feiern, wäre dies eine gute Gelegenheit, sich von diesem Logo zu trennen. |
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| | Im Zuge seiner Recherchen für sein 2017 erschienenes Buch "Pinzgauer! Helden - Narren - Pioniere.", die 55 Kurzbiografien enthalten, stieß Thaler auf den [[Uttendorf]]er Bauernsohn [[Kajetan Mühlmann]]. Er war während der nationalsozialistischen Herrschaft einer der größten Kunsträuber und von [[1932]] bis [[1941]] mit der Grafikerin [[Poldi Wojtek]] verheiratet. | | Im Zuge seiner Recherchen für sein 2017 erschienenes Buch "Pinzgauer! Helden - Narren - Pioniere.", die 55 Kurzbiografien enthalten, stieß Thaler auf den [[Uttendorf]]er Bauernsohn [[Kajetan Mühlmann]]. Er war während der nationalsozialistischen Herrschaft einer der größten Kunsträuber und von [[1932]] bis [[1941]] mit der Grafikerin [[Poldi Wojtek]] verheiratet. |
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| − | Mühlmann arbeitete in den [[1920er]]-Jahren als Werbfachmann für die Salzburger Festspiele, Wojtek war dort als Grafikerin tätig. In dieser Funktion entwarf sie das heute noch verwendete Logo der Salzburger Festspiele, das dann von [[Max Reinhardt]] auch aus mehreren Entwürfen ausgewählt hatte. Wie bekannt verließ Reinhardt vom von der nationalsozialistischen Regierung enteignet und ging in die [[USA]]. | + | Mühlmann arbeitete in den [[1920er]]-Jahren als Werbefachmann für die Salzburger Festspiele, Wojtek war dort als Grafikerin tätig. In dieser Funktion entwarf sie das heute noch verwendete Logo der Salzburger Festspiele, das dann von [[Max Reinhardt]] auch aus mehreren Entwürfen ausgewählt hatte. Wie bekannt verließ Reinhardt vom von der nationalsozialistischen Regierung enteignet und ging in die [[USA]]. |
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| | Allerdings erhielt Wojtek während ihrer Ehe aufgrund der hohen Stellung ihres Mannes Aufträge vom NS-Regime und nach ihrer Scheidung die Villa in [[Anif]], der der Lebensgefährtin von Max Reinhardt, [[Helene von Taussig]], 1940 weggenommen wurde. Diese Villa hatte der Vater von Wojtek, Josef Wojtek, der als [[Hofrat]] beim [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land Salzburg]] für "konfiszierte Gebäude" zuständig war, vermutlich als Abfindung von Mühlmann für die Scheidung erhalten. | | Allerdings erhielt Wojtek während ihrer Ehe aufgrund der hohen Stellung ihres Mannes Aufträge vom NS-Regime und nach ihrer Scheidung die Villa in [[Anif]], der der Lebensgefährtin von Max Reinhardt, [[Helene von Taussig]], 1940 weggenommen wurde. Diese Villa hatte der Vater von Wojtek, Josef Wojtek, der als [[Hofrat]] beim [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land Salzburg]] für "konfiszierte Gebäude" zuständig war, vermutlich als Abfindung von Mühlmann für die Scheidung erhalten. |