Bachlehrweg Hollersbach: Unterschied zwischen den Versionen

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==Der Bachlehrweg in seinen 14 Tafeln==  
 
==Der Bachlehrweg in seinen 14 Tafeln==  
Neben zwei allgemeinen Tafeln über den Nationalpark werden in vorbildlicher Weise sehr anschaulich vorgestellt:  
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Neben zwei allgemeinen Tafeln über den Nationalpark werden in vorbildlicher Weise und sehr anschaulich vorgestellt:  
 
   
 
   
 
* Der naturnahe Gebirgsbach der Tauerntäler ist stets begleitet durch einen typischen '''Gebirgs-Auwald''', den '''Grauerlenwald''' mit den typischen Pflanzenarten Weiße Pestwurz, Behaarter Kälberkropf, Brennnessel, Gefleckter Taubnessel, Hain-Sternmiere und Straußfarn. Auch die Grauerle selbst mit ihren Knöllchenbakterien als Stickstoff-Lieferanten wird vorgestellt.  
 
* Der naturnahe Gebirgsbach der Tauerntäler ist stets begleitet durch einen typischen '''Gebirgs-Auwald''', den '''Grauerlenwald''' mit den typischen Pflanzenarten Weiße Pestwurz, Behaarter Kälberkropf, Brennnessel, Gefleckter Taubnessel, Hain-Sternmiere und Straußfarn. Auch die Grauerle selbst mit ihren Knöllchenbakterien als Stickstoff-Lieferanten wird vorgestellt.  

Version vom 3. Juli 2018, 12:02 Uhr

Vom Parkplatz beim Gasthaus "Seestube" am Eingang zum Hollersbachtal führt der gerade für Familien sehr ansprechende Lehrweg entlang des Stausees ein kurzes Stück über die dortige Alsphaltstrasse. Danach zweigt der Weg gut sichtbar markiert nach rechts zum Bachlauf hin ab. Er führt in de Folge entlang des Hollersbaches bis zur Senningeralm auf 1.132 m Höhe. Vorgestellt werden im Bachlehrweg, der stets entlang des Baches vom Stausee am Talanfang bis zur Senningeralm führt in 14 anschaulichen und didaktisch sehr gut dargestellten Lehrtafeln der Bachlauf in seiner Naturnähe und die Lebensräume im und am Bachlauf.

Im obersten Abschnitt ist der Bach vom Lehrweg aus allerdings nicht mehr sichtbar, er verbrigt sich hinter einem trotz der Nationalparkkriterien errichteten Hochwasserschutzwall, der den naturnahen Bachlauf stets begleitende Grauerlenbestand wurde fast zur Gänge gerodet, der Bach im Raum der Bachinseln begradigt und die Inseln entfernt, in der Bachsohle wurde die großen Steine entfernt und das Bachbett maschinell geglättet, der Bach bekam ein einheitlich breites Bachbett. In dem Abschnitt oberhalb des geschlossenen Waldes ist daher der Bach nicht mehr als natürlich und nicht mehr als naturnah anzusprechen. In der Folge der Gewässewrveränderungnen Maßnahmen konnten die bachnahen Almweideflächen in Fettwiesen umgewandelt und intensiviert werden. Die strukturreichen und blütenreichen Almweiden wichen strukturarmen und zunehmend auch blütenarmen Wiesen. Dadurch ist der Erholungswert und der naturschutzfachliche Wert des Baches und seiner Umgebung deutlich beeinträchtigt.


"Eines der Ziele bei der Planung des Nationalparkes Hohe Tauern war es, die letzten noch unverbauten Gletscherbäche Österreichs vom Ursprung bis in die Talniederung für die kommenden Generationen in ihrer natürlichen Dynamik zu erhalten"

Diese selbstgewählte Vorgabe ist im oberen Bachabschnitt (Almbereich) im Zuge der gewässerbaulichen Maßnahmen nicht berücksichtigt worden. Bis nach 1970 waren zwei Staustufen im Hollersbach diskutiert bzw. geplant, eine auf der Höhe des Kratzenbergsees und nördlich der Rossgrubalm. Die Oberpinzgauer Bachläufe zwischen dem Krimmler Tal und dem Stubachtal sollten dabei teilweise in die neuen Staustufen hin abgeleitet werden. Der Nationalparkgedanke setzte sich damals gegenüber der Verwirklichung von großen Speicherkraftwerken im Hollersbachtal aber letztendlich durch.

Weglänge und Dauer

Angeraten werden beim Besuch des Lehrweges hohe Bergschuhe und wetterfeste Bekleidung und zudem ausreichend Trinkwasser. Von 3-4 Stunden Wegzeit ist im Rahmen von Familienwanderungen auszugehen.

Der Bachlehrweg in seinen 14 Tafeln

Neben zwei allgemeinen Tafeln über den Nationalpark werden in vorbildlicher Weise und sehr anschaulich vorgestellt:

  • Der naturnahe Gebirgsbach der Tauerntäler ist stets begleitet durch einen typischen Gebirgs-Auwald, den Grauerlenwald mit den typischen Pflanzenarten Weiße Pestwurz, Behaarter Kälberkropf, Brennnessel, Gefleckter Taubnessel, Hain-Sternmiere und Straußfarn. Auch die Grauerle selbst mit ihren Knöllchenbakterien als Stickstoff-Lieferanten wird vorgestellt.
  • Typisch für die Schluchtwälder ist ein hoher "vielfältige, bizarre und vorsintflutliche" Reichtum an verschiedenen Farnpflanzen, wie Buchenfarn, Eichenfarn, Frauenfarn, Großer Dornfarn, Rippenfarn, Straußfarn, Tüpfelfarn, und Zerbrechlicher Blasenfarn sowie Wurmfarn. Der Generationswechsel der Farnpflanzen wird ebenfalls anschaulich erklärt.
  • Die Laub- und Lebermooses feuchter Wälder bilden oft bodendeckend die unterste Schicht der Vegetation: Dazu gehören Stockwerkmoos, Haarmützenmoos (auch Widertonmoos genannt) und verschiedene Torfmoose sowie das Brunnenlebermoos.
  • In weniger feuchten Bereichen am Bach gedeihen gerade auf Felsen verschiedene Flechtenarten, Symbiosen aus Pilz und Algen prägend. Auf verschiedene Wuchsformen (Krustenflechten, Bartflechten und Blattflechten) sowie typische Fechtenarten der Alpentäler wird näher eingegangen.
  • Besonders wichtig ist auch in den Alpentälern die vielfältige und nicht selten durch intensive Holznutzung bedrohte Tier- und Pilzwelt im Alt- und Totholz. Zahlreiche höhlenbrütende Kleinvögel, im Sommer auch seltene Baumfledermäuse benötigen Baumhöhlen. Verschiedene Spechtarten suchen sic hier ihre Nahrung. Besonders vielfältig und oft auch bedroht ist die Welt der holzbewohnenden Insektenarten.
  • Der Ameisenhaufen als "nützlicher Frauenstaat am Waldboden" sind im Wald in ihrer Aufgabe als sozialer Bekämpfer von Schädlingen unverzichtbar und stehen daher unter Naturschutz.
  • Ein gedeckter Tisch im kalten Nass ist für verschiedene Tierarten am Gebirgsbach der Bach. Dazu zählen auch die Gebirsstelze, die Bachstelze und die Wasseramael.
  • Der Gebirgsbach ist in seiner vielfältigen ökologischen Bedeutung vielfach Quelle und Bindeglied des Lebens. Die vielfältigen Wirbel, Gischten und das Tosen des Baches , die verschiedenen Uferformen bereichern den Erlebniswert und die landschaftliche Vielfalt des Tales.
  • Eine Tafel erklärt auch im Bach selbst lebenden Tiere - Groß und Klein in Gischt und Gumpen. Im Wasser leben Bachforellen und zwischen den Steinen am Gewässerboden die Koppen. Steinfliegen. Köcherfliegen, Eintagsfliegen und Lidmücken benötigen in ihrem Larvenstadium ebenfalls den Bach.
  • Die sehr auffällige schwefelgelbe Leuchtflechte gedeiht am besten regengeschützt an Felsen und Mauern mit hoher Luftfeuchtigkeit. Ihr werden fluoreszierende Eigenschaften nachgesagt.
  • Zu den verschiedenen Steinen und Bachkieseln im Hollersbach gehören vor allem Quarzit, Tonalitgneis, Paragneis Prasinit, Amphibolit
  • Erlebnis Gebirgsbach: Die Bäche im Gebirge sind gewissermaßen die Lebensader der Bäche. Auch in der Kulturlandschaft der Almen ist der Erhalt naturnaher Bäche mit einem vielfältigem Erscheinungsbild wichtig.