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{{stub}}[[Datei:Dechanthof Thalgau, Eingangsseite.jpg|thumb|Dechanthof Thalgau, Eingangsseite mit Kreuzkapelle]]Die '''Kreuzkapelle''' ist eine [[Katholische Kirche|römisch-katholische]] Kapelle in der [[Flachgau]]er Marktgemeinde [[Thalgau]] beim [[Dechanthof Thalgau|Dechanthof]].
 
{{stub}}[[Datei:Dechanthof Thalgau, Eingangsseite.jpg|thumb|Dechanthof Thalgau, Eingangsseite mit Kreuzkapelle]]Die '''Kreuzkapelle''' ist eine [[Katholische Kirche|römisch-katholische]] Kapelle in der [[Flachgau]]er Marktgemeinde [[Thalgau]] beim [[Dechanthof Thalgau|Dechanthof]].
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==Geschichte==
 
==Geschichte==
Der Pfarrhof, seit [[1812]] "Dechanthof", liegt etwa einen Kilometer nordölich des Ortszentrums am Fuß des [[Thalgauberg]]es. Ein marmorner Relief­stein im Flur erinnert an einen grundlegenden Um- bzw. Neubau unter Pfarrer Wolfgang Haberl [[1583]]. Wegen der Entfernung zur Kirche richtete er im 2. Stock auch eine Beichtkapelle ein, die [[1601]] geweiht wurde. [[1722]] ließ Pfarrer G. S. von Gabelkoven das Haus in die heutige Gestalt mit geschwungenen Fensterumrahmungen und großem Zeltdach bringen.
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Der Pfarrhof, seit [[1812]] "Dechanthof", liegt etwa einen Kilometer nordöstlich des Ortszentrums am Fuß des [[Thalgauberg]]es. Ein [[marmor]]ner Relief­stein im Flur erinnert an einen grundlegenden Um- bzw. Neubau unter Pfarrer Wolfgang Haberl [[1583]]. Wegen der Entfernung zur Kirche richtete er im zweiten Stock auch eine Beichtkapelle ein, die [[1601]] geweiht wurde. [[1722]] ließ Pfarrer G. S. von Gabelkoven das Haus in die heutige Gestalt mit geschwungenen Fensterumrahmungen und großem Zeltdach bringen.
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[[1754]]-[[1755]] ließ Pfarrer J. G. Griennagel aus eigenen Mitteln an der Südostecke des Pfarrhofes eine neue Kapelle zu Ehren des hl. Kreuzes und der hl. Maria Magdalena errichten und bestimmte sie auch als seine Grablege. Die Mitpatronin Magdalena als Vorbild der Bußfertigen sowie die Funktion, an die die zwei Rokokobeichtstühle erinnern, hat sie von der alten Hauskapelle übernommen.
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[[1754]] bis [[1755]] ließ Pfarrer J. G. Griennagel aus eigenen Mitteln an der Südostecke des Pfarrhofes eine neue Kapelle zu Ehren des hl. Kreuzes und der hl. Maria Magdalena errichten und bestimmte sie auch als seine Grablege. Die Mitpatronin Magdalena als Vorbild der Bußfertigen sowie die Funktion, an die die zwei Rokokobeichtstühle erinnern, hat sie von der alten Hauskapelle übernommen.
    
Bei der neuen Kapelle handelt es sich um einen zweiachsigen Saalbau mit eingezogenem, flachbogig geschlossenem Chörlein. Über dem Westgiebel erhebt sich ein Dachreiter mit achtseitigem Aufsatz und Zwiebelhaube. Der Innenraum ist mit Stichkappentonnen überwölbt und mit bewegten Rokoko-Stuckaturen (Rocaillen, Palmzweige, Gitterfelder) verziert. An der Decke des Langhauses ist im zentralen Feld als Relief Mose mit der kupfernen Schlange (Num 21,4-9) dargestellt.
 
Bei der neuen Kapelle handelt es sich um einen zweiachsigen Saalbau mit eingezogenem, flachbogig geschlossenem Chörlein. Über dem Westgiebel erhebt sich ein Dachreiter mit achtseitigem Aufsatz und Zwiebelhaube. Der Innenraum ist mit Stichkappentonnen überwölbt und mit bewegten Rokoko-Stuckaturen (Rocaillen, Palmzweige, Gitterfelder) verziert. An der Decke des Langhauses ist im zentralen Feld als Relief Mose mit der kupfernen Schlange (Num 21,4-9) dargestellt.
    
Durch den Anblick der Schlange auf der Signalstange erfuhren die Israeliten, die von Giftschlan­gen gebissen worden waren, Heilung - ein alttestamentlicher Hinweis auf das Heil, das vom gekreuzigten Herrn dem (neuen) Gottesvolk zufließt. Im Chorgewölbe erscheint das Auge im Dreieck, ein Symbol für den dreifal­tigen Gott. Vier Putti mit Leidenswerkzeugen stellen thematisch die Klamer zum Hochaltar her.  
 
Durch den Anblick der Schlange auf der Signalstange erfuhren die Israeliten, die von Giftschlan­gen gebissen worden waren, Heilung - ein alttestamentlicher Hinweis auf das Heil, das vom gekreuzigten Herrn dem (neuen) Gottesvolk zufließt. Im Chorgewölbe erscheint das Auge im Dreieck, ein Symbol für den dreifal­tigen Gott. Vier Putti mit Leidenswerkzeugen stellen thematisch die Klamer zum Hochaltar her.  
      
Dort ist unter einem roten Baldachin eine bewegte Kreuzigungsgruppe aufgestellt. Sie stammt samt den knienden Engeln und den Blütenvasen auf den Opfergangsportalen offensichtlich von Sebastian Eberl. Stilistisch passt auch der Tabernakelaufbau dazu, allerdings lassen die Kleinteiligkeit und Zartheit der Architektur und der Figuren die Vermutung aufkommen, dass dieses Ensemble ursprünglich noch für die zimmerartige Kapelle im 2. Obergeschoß des Pfarrhofes geschaffen worden sei. Zwischen den Säulchen sind auf Konsolen Statuetten der vier lateinischen Kirchenväter (Ambrosius, Hieronymus, Gregor d. Gr., Augustinus) angebracht, in Nischen jedoch Szenen aus dem Leben der hl. Maria Magdalena, nämlich rechts die Salbung der Füße Jesu (Mt 26,6-13) und links die Begegnung mit dem Auferstandenen am Ostermorgen (Joh 20,11-18).
 
Dort ist unter einem roten Baldachin eine bewegte Kreuzigungsgruppe aufgestellt. Sie stammt samt den knienden Engeln und den Blütenvasen auf den Opfergangsportalen offensichtlich von Sebastian Eberl. Stilistisch passt auch der Tabernakelaufbau dazu, allerdings lassen die Kleinteiligkeit und Zartheit der Architektur und der Figuren die Vermutung aufkommen, dass dieses Ensemble ursprünglich noch für die zimmerartige Kapelle im 2. Obergeschoß des Pfarrhofes geschaffen worden sei. Zwischen den Säulchen sind auf Konsolen Statuetten der vier lateinischen Kirchenväter (Ambrosius, Hieronymus, Gregor d. Gr., Augustinus) angebracht, in Nischen jedoch Szenen aus dem Leben der hl. Maria Magdalena, nämlich rechts die Salbung der Füße Jesu (Mt 26,6-13) und links die Begegnung mit dem Auferstandenen am Ostermorgen (Joh 20,11-18).