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[[Bild:Stadtteil_parsch.jpg|thumb|left|Der Salzburger Stadtteil Parsch]]
 
[[Bild:Stadtteil_parsch.jpg|thumb|left|Der Salzburger Stadtteil Parsch]]
 
[[Datei:Salzburg-Aufnahme von Gaisberg von Herbert Strobl, Salzburg IMG 9510 DxO1.jpg|thumb|Stadtteil Parsch von Gaisberg aus]]  
 
[[Datei:Salzburg-Aufnahme von Gaisberg von Herbert Strobl, Salzburg IMG 9510 DxO1.jpg|thumb|Stadtteil Parsch von Gaisberg aus]]  
'''Parsch''' ist ein Stadtteil der Stadt [[Salzburg]]. Er liegt am Fuß des [[Gaisberg]]es im Osten der Stadt. In Parsch wohnen um 2008 fast 10 000 Bewohner.
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[[Datei:Eingangstor zur Villa Schmederer.JPG|thumb|Eingangstor zur Villa Schmederer]]
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'''Parsch''' ist ein [[Salzburger Stadtteil|Stadtteil]] der Stadt [[Salzburg]]. Er befindet sich am Fuß des [[Gaisberg]]es im Osten der Stadt. In Parsch wohnten 2015 ca. 11 000 Menschen.
    
==Lage==
 
==Lage==
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==Geschichte==
 
==Geschichte==
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[[Datei:Blick von Parsch auf die Festung Hohensalzburg nach 1913.jpg|thumb|Blick von Parsch auf die Festung Hohensalzburg nach 1913]]
 
Zum Namen: Erstmals taucht der Name Parsch als „Porras“ [[1122]] und „Porss“ auf. Die Bedeutung des Namens ist bis heute umstritten. Vielleicht stammt es vom lateinischen „pars“ = Teil ab, vielleicht vom „parzigen“ (verkrüppelten, geschneitelten) Buschwerk des einstigen Gehölzsaumes am [[Gersbach]]. Auch eine Herkunft aus dem [[Kelten|Keltischen]] ist nicht auszuschließen.
 
Zum Namen: Erstmals taucht der Name Parsch als „Porras“ [[1122]] und „Porss“ auf. Die Bedeutung des Namens ist bis heute umstritten. Vielleicht stammt es vom lateinischen „pars“ = Teil ab, vielleicht vom „parzigen“ (verkrüppelten, geschneitelten) Buschwerk des einstigen Gehölzsaumes am [[Gersbach]]. Auch eine Herkunft aus dem [[Kelten|Keltischen]] ist nicht auszuschließen.
    
Erstmals scheint hier am Schwemmfächer des Gersbaches bzw. am Hangfuß des Gaisberges eine [[Bronzezeit|bronzezeitliche]] Siedlung mit Bronzegießerei auf. Auch aus der [[La-Tène-Zeit]] sind vom [[Gersberg]] und von Parsch Siedlungsfunde bekannt. Der Name Parsch ist [[Romanik|romanischen]] oder vorromanischen keltischen Ursprungs.   
 
Erstmals scheint hier am Schwemmfächer des Gersbaches bzw. am Hangfuß des Gaisberges eine [[Bronzezeit|bronzezeitliche]] Siedlung mit Bronzegießerei auf. Auch aus der [[La-Tène-Zeit]] sind vom [[Gersberg]] und von Parsch Siedlungsfunde bekannt. Der Name Parsch ist [[Romanik|romanischen]] oder vorromanischen keltischen Ursprungs.   
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Die ursprünglichen Siedlungskerne des heutigen Parsch lagen einerseits im Raum der heutigen [[Eder-Kreuzung]] und im Raum um den heutigen [[Ludwig-Schmederer-Platz|Schmedererplatz]] nächst dem Gersbach und dem [[Apothekerhof]]. Während der nächste Raum um den Schmedererplatz schon früh dichter bebaut war, lagen im Umfeld verstreut einzelne Höfe und Bauerngüter: der [[Fondachhof]] (Fondohof), das [[Heffterhof|Hefftergut]] (heute Hotel und Landwirtschaftliches Bildungszentrum) und das Luegergut sowie südlich das [[Esterergut]] und der [[Abfalterhof]] und nördlich das [[Wolfsgartengut]]. Auch das uralte [[Gut Flederbach|Flederbachschlösschen]] ist hier zu nennen.
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Die ursprünglichen Siedlungskerne des heutigen Parsch lagen einerseits im Raum der heutigen [[Eder-Kreuzung]] und im Raum um den heutigen [[Ludwig-Schmederer-Platz|Schmedererplatz]] nächst dem Gersbach und dem [[Apothekerhof]]. Während der nächste Raum um den Schmedererplatz schon früh dichter bebaut war, lagen im Umfeld verstreut einzelne Höfe und Bauerngüter: der [[Fondachhof]] (Fondohof), das [[Heffterhof|Hefftergut]] (heute Hotel und Landwirtschaftliches Bildungszentrum) und das Luegergut sowie südlich das [[Esterergut]] und der [[Abfalterhof]] und nördlich das [[Wolfsgartengut]]. Auch das uralte [[Flederbachschlössl]] ist hier zu nennen.
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Schon in der ersten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s wurde das alte Wolfsgartenfeld (beim Wolfsgartengutshaus gelegen) zunehmend bebaut. Die Weichselbaumsiedlung entstand um [[1940]]. Ansonsten fand südlich der [[Gaisbergstraße (Stadt Salzburg)|Gaisbergstraße]] eine Baulandnutzung wesentlich erst nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] statt.
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Schon in der ersten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s wurde das alte Wolfsgartenfeld (beim [[Wolfsgartengutshaus]] gelegen) zunehmend bebaut. Die Weichselbaumsiedlung entstand um [[1940]]. Ansonsten fand südlich der [[Gaisbergstraße (Stadt Salzburg)|Gaisbergstraße]] eine Baulandnutzung wesentlich erst nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] statt.
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Vor [[1811]] gehörte der Raum Parsch bis hinauf auf den unteren Gersberg lange Zeit mit zum [[Stadtrecht]] der Stadt Salzburg. Dann aber kam der Raum des heutigen Stadtteiles Parsch im Zuge einer Neufestlegung der Gemeindegrenzen zum Ort Aigen bei Salzburg. Der Nordteil von Parsch kam [[1935]] zurück zur Stadtgemeinde, der Südteil wurde [[1939]] eingemeindet.
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Vor [[1811]] gehörte der Raum Parsch bis hinauf auf den unteren [[Gersberg]] lange Zeit mit zum [[Stadtrecht]] der Stadt Salzburg. Dann aber kam der Raum des heutigen Stadtteiles Parsch im Zuge einer Neufestlegung der Gemeindegrenzen zum Ort [[Aigen]] (damals noch) ''bei'' Salzburg. Der Nordteil von Parsch kam [[1935]] zurück zur Stadtgemeinde, der Südteil wurde [[1939]] eingemeindet.
    
==Der Kreuzberg in Parsch==
 
==Der Kreuzberg in Parsch==
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Östlich oberhalb des historischen Ortskerns bzw. am Beginn der [[Kreuzbergpromenade]] befindet sich als ''Kreuzberg'' bezeichnete, nicht näher bestimmbare<ref>kein Eintrag in [[SAGIS]] zu finden</ref> Ausläufer des [[Gaisberg]]es. Allseits von Wald umgeben steht auf dem höchsten Punkt dieser Erhebung wohl seit Jahrhunderten eine kleine Kapelle. Die heutige Waldkapelle ist ein gemauerter [[Bildstock]] mit einer tiefen Nische und einem schmiedeeisernen Gitter sowie einer Figur der Schmerzhaften Madonna aus dem [[18. Jahrhundert]]. Auf der Kapelle steht ein hohes Kreuz (Kruzifix) aus dem [[19. Jahrhundert]].
Direkt oberhalb des historischen Ortskerns bzw. am Beginn der [[Kreuzbergpromenade]] befindet sich als Ausläufer des [[Gaisberg]]es der [[Kreuzberg]]. Allseits von Wald umgeben steht auf der höchsten Erhebung dieses Berges wohl seit Jahrhunderten eine kleine Kapelle. Die heutige Waldkapelle ist ein gemauerter [[Bildstock]] mit einer tiefen Nische und einem schmiedeeisernen Gitter sowie einer Figur der Schmerzhaften Madonna aus dem [[18. Jahrhundert]]. Auf der Kapelle steht ein hohes Kreuz (Kruzifix) aus dem [[19. Jahrhundert]].
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== Der Gersberg ==
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[[Datei:Ausblick auf Salzburg vom Gersbergweg in Parsch.jpg|Ausblick auf Salzburg vom Gersbergweg in Parsch]]
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Ein weiterer Vorberg des Gaisbergs, der [[Gersberg]], gehört ebenfalls zum Stadtteil Parsch. In seinem Bereich verläuft die [[Gaisberg Landesstraße]], die auf das [[Gaisberg-Plateau]] führt. Von ihm führt die alte [[Gersbergwasserleitung]] in die Stadt Salzburg.
    
== Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut ==
 
== Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut ==
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Schon seit [[1840]] gab es ein diözesanes Knabenseminar in Salzburg, das [[1846]] in den [[Primogeniturpalast|Lodronschen Primogenitur-Palast]] übersiedelt wurde und seit [[1848]] – nach dem Mailänder Erzbischof Carlo Borromeo – den Namen "[[Borromäum]]" führte. Um [[1900]] gingen hier etwa 200 Knaben zur Schule. [[1905]] bot sich die Gelegenheit, von der Herzoglich [[Arenberg]]ische Domänenverwaltung Grund zu kaufen und am heutigen Platz einen Neubau zu planen. [[Matthäus Schlager]] zeichnete gemeinsam mit Weihbischof [[Balthasar Kaltner]] die Baupläne der neuen Schule. Erzbischof [[Johann V. Baptist Katschthaler]] weihte nach einer Bauzeit von [[1910]] - 1912 im Jahre [[1912]] Schule und Kirche.  
 
Schon seit [[1840]] gab es ein diözesanes Knabenseminar in Salzburg, das [[1846]] in den [[Primogeniturpalast|Lodronschen Primogenitur-Palast]] übersiedelt wurde und seit [[1848]] – nach dem Mailänder Erzbischof Carlo Borromeo – den Namen "[[Borromäum]]" führte. Um [[1900]] gingen hier etwa 200 Knaben zur Schule. [[1905]] bot sich die Gelegenheit, von der Herzoglich [[Arenberg]]ische Domänenverwaltung Grund zu kaufen und am heutigen Platz einen Neubau zu planen. [[Matthäus Schlager]] zeichnete gemeinsam mit Weihbischof [[Balthasar Kaltner]] die Baupläne der neuen Schule. Erzbischof [[Johann V. Baptist Katschthaler]] weihte nach einer Bauzeit von [[1910]] - 1912 im Jahre [[1912]] Schule und Kirche.  
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Heute ist im ''Bildungszentrum Borromäum'' (BZB) weiterhin das ''EB. Privatgymnasium Borromäum'' mit angeschlossener Tagesbetreuung untergebracht. Schulerhalter ist die [[Erzdiözese Salzburg]]. Seit [[2003]] befinden sich im BZB auch zwei Institute der [[Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein|Kirchlichen Pädagogischen Hochschule - Edith Stein]] und das Katechetische Amt, drei Abteilungen des Seelsorgeamtes, das Referat Berufungspastoral und die AV-Medienstelle der Erzdiözese Salzburg.
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Heute ist im ''Bildungszentrum Borromäum'' (BZB) weiterhin das ''EB. Privatgymnasium Borromäum'' mit angeschlossener Tagesbetreuung untergebracht. Schulerhalter ist die [[Erzdiözese Salzburg]]. Seit [[2003]] befinden sich im BZB auch zwei Institute der [[Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein|Kirchlichen Pädagogischen Hochschule - Edith Stein]] und das [[Katechetisches Amt der Erzdiözese Salzburg]], drei Abteilungen des Seelsorgeamtes, das Referat Berufungspastoral und die AV-Medienstelle der [[Erzdiözese Salzburg]].
    
=== Parsch-Süd ===
 
=== Parsch-Süd ===
 
'''Die Weichselbaumsiedlung''' <br />
 
'''Die Weichselbaumsiedlung''' <br />
Im direkten Umfeld des alten Weichselbaumhofes entstand während der Kriegsjahre des zweiten Weltkrieges die heutige Weichselbaumsiedlung. Sie ist dabei neben der [[Aiglhof]]siedlung das größte Siedlungsprojekt dieser Zeit. Kennzeichnend sind die vergleichsweise größeren Gärten, die zur besseren Eigenversorgung mit Obst und Gemüse beitragen sollten. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand dann mittig in der neu entstandenen Siedlung die Kirche als neues Zentrum.
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:''Hautpartikel: [[Weichselbaumsiedlung]]''
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Im direkten Umfeld des alten [[Weichselbaumhof]]es entstand während der Kriegsjahre des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] die heutige Weichselbaumsiedlung. Sie ist dabei neben der [[Aiglhofsiedlung]] das größte Siedlungsprojekt dieser Zeit. Kennzeichnend sind die vergleichsweise größeren Gärten, die zur besseren Eigenversorgung mit Obst und Gemüse beitragen sollten. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand dann mittig in der neu entstandenen Siedlung die Kirche als neues Zentrum.
    
'''Die Rennbahnsiedlung'''<br />
 
'''Die Rennbahnsiedlung'''<br />
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:''Hautpartikel: [[Rennbahnsiedlung]]''
 
Der Raum der einstigen [[Trabrennbahn]] nächst der [[Salzach]] wurde in den Jahren [[1963]] bis etwa [[1970]] in gleichartigen und charakteristischen Wohnblöcken verbaut.
 
Der Raum der einstigen [[Trabrennbahn]] nächst der [[Salzach]] wurde in den Jahren [[1963]] bis etwa [[1970]] in gleichartigen und charakteristischen Wohnblöcken verbaut.
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Die erste ''Rennbahn'' übersiedelte [[1902]] von [[Froschheim]] nach Parsch, wo die dortigen Gründe von Baron [[Mayr-Melnhof]] gepachtet worden waren. Dort erlebte der Trabrennsport in den Jahren zwischen [[1950]] und 1960 seine aktivsten und erfolgreichsten Jahre. Es gab auch einige [[Motorsport|motorsportliche]] Veranstaltungen, z. B. Sandbahnrennen.
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Zuletzt war dort aber die Trabrennbahn bereits von Wohnbauten umgeben und die Wohnungsnot verlangte dringend neue Wohnbauten. Die oft auch als ''Aigner'' bezeichnete Rennbahn wurde so in den Jahren [[1963]] bis etwa [[1970]] zur Wohnsiedlung. Nur der Name der Siedlung und ihre eigenartige Form erinnern heute noch an die alte Trabrennbahn. Der Trabrennsport übersiedelte [[1961]] an den heutigen Standort in [[Liefering]] - [[Herrenau]].
      
==Parsch heute==
 
==Parsch heute==
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* Das größte Salzburger Russenlager nach dem Zweiten Weltkrieg war das [[Russenlager in Parsch]] und bestand aus 32 Baracken eines NS-Arbeitsdienstlagers.  
 
* Das größte Salzburger Russenlager nach dem Zweiten Weltkrieg war das [[Russenlager in Parsch]] und bestand aus 32 Baracken eines NS-Arbeitsdienstlagers.  
 
* Es gab von [[1954]] bis [[1972]] von Parsch aus den [[Gaisberg-Sessellift]], der  bis zum [[Hotel Kobenzl]] führte.
 
* Es gab von [[1954]] bis [[1972]] von Parsch aus den [[Gaisberg-Sessellift]], der  bis zum [[Hotel Kobenzl]] führte.
* Seit [[5. März]] [[2010]] hat auch wieder das bekannte Restaurant "Hirschenwirt" unter dem neuen Namen [[Restaurant Schmederer]] seine Türen geöffnet.
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==Bildergalerie==
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== Weitere Einrichtungen in diesem Stadtteil ==
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* [[Freibad Volksgartenbad]]
Datei:Blick von Parsch auf die Festung Hohensalzburg nach 1913.jpg|Blick von Parsch auf die Festung Hohensalzburg nach 1913
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* [[Eisarena Salzburg]]
Datei:Ausblick auf Salzburg vom Gersbergweg in Parsch.jpg|Ausblick auf Salzburg vom Gersbergweg in Parsch
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=== Temporär ===
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* [[Winterfest im Volksgarten]]
===  weitere Bilder ===
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== Bilder ==
 
{{Commonscat|Parsch (Salzburg)|Parsch}}
 
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==Quellen==
 
==Quellen==

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