Kobler-Spängler-Briefe von 1882: Unterschied zwischen den Versionen
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==== Brief von 1882 von Otto Spängler an Franz | ==== Brief von 1882 von Otto Spängler an Franz Spängler ==== | ||
ohne Datum | Brief ohne Datum, erschlossen 1882, von [[Otto Spängler]], Salzburg, an den Bruder [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ohne Umschlag; [Ergänzung]; [?] = fragliche Lesung:<br /> | ||
''Mein lieber Franz! Ich war recht froh, aus deiner Karte u. dann aus deinem Briefe zu entnehmen, dß du glücklich in Mitte[n] deiner lieben Angehörigen angekommen bist. – Bei einem so hartem schmerzlichen Verluste, wie es der Tod unserer beßten unvergeßlichen Mutter für uns beide war, ist das eigene glückliche Familienleben wol der einzige Trost, der beßte Ersaz! – Ich kann mich an den Gedanken noch immer nicht gewöhnen, meine liebe Mutter nicht wiederzusehen; wie oft im Tage meine ich, sie müßte zur gewohnten Stunde, wie sonst, zur Thüre hereinkommen! Ich weine wol oft u. oft um sie! Allmälig werde ich wol die Fassung wieder gewinnen, um an die Beantwortung all der liebe Briefe und die Abstattung der Besuche gehen zu können. Die Bilder mit den Fotografien habe ich noch nicht erhalten; von den anderen liegen hier 2 Duzend bei. Die Kiste für den großen Kasten habe ich angeschafft; wir werden im Laufe dieser Woche sie erhalten u dann sofort paken. – Die Stockuhr, lieber Franz, würde ich, sowie das Arbeitstischchen der Mutter recht gerne hier behalten. Den Spieltisch hebe ich dir auf; Zur hübschen Couvertdecke übers Bett gehört auch ein gleicher Teppich über den Tisch, welchen ich dir selbstverständlich auch beipaken werde; ebenso die Laufteppiche. Der Spiegel ist beim Vergolden. Zu Andenken habe ich nebst mehreren Schalen, die Spielrequisiten, und einige Bilder, Statuetten etc verwendet'' [vgl. vorstehende Liste, Anm.] ''. Das schwarzseidene Kleid, ein hübscher Tuchmantel werden gleich dem großen Kafensake [?] eingepakt. Ebenso auch mehrere Gegenstände für Eure Mägde: Arme sind ein Menge gekommen, und haben um Sachen gebeten. Louise hat die minderen Kleidungsstüke, welche weder der Sammlung noch der Aufbewahrung noch des Verkaufes wert waren, dazu verwendet. Auch fand sich eine Menge geradezu wertloser Fleke, Gestelle von Schirmen, Schachteln etc., welche wir um Plaz u Ordnung [?] zu machen, wol einfach wegwerfen mußten. Soll ich im eidenstättigen Vermögensbekenntniße das halbe Keglewichloos angeben, das die Mutter gemeinsam mit uns besaß? Dr Faistauer hat die Rechn[un]g noch immer nicht geschikt. Ist die anruhende Grabschrift recht? Aus deinem Concepte als Vermögensbekenntester entnehme ich, dß du auch den Grabstein unter die Abzugsposten sezen willst. Ist das so Gepflogenheit? – Ich werde bemüht sein, allen deinen Wünschen nach Möglichkeit gerecht zu werden. Mit den herzlichsten Grüßen an dich u deine lieben Angehörigen bin ich wie stets dein Bruder Otto. – Von Louise u den Kindern alles Schöne!'' | |||
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==== Brief | ==== Brief ca. 10. April 1882 von Otto Spängler an Franz Spängler ==== | ||
Brief ohne Datum, erschlossen ca. 10. April 1882, von [[Otto Spängler]] an den Bruder [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ohne Umschlag, aufgedruckt "Dr. Otto Spängler. Salzburg.":<br /> | |||
''Lieber Franz! Zu deinem Geburtstage'' [10. April, Anm.] ''u. Eueren Hochzeitstage bringe ich dir für mich u. die meinen unsere herzlichen Glückwünsche dar. – Die gute Mutter, deren fromme Wünsche an diesem Tage dir leider fehlen, wird ihren Segen vom Himmel senden, und so möge dieser Doppelfesttag Euch recht oft und glücklich wiederkehren. – Meine Karte u. dein lezter Brief haben sich gekreuzt; ich besorge heute noch den Stein. Mit dem baren Gelde bin ich bereits fertig; ich bestreite einstweilen natürlich alles; wenn die zum Verkauf bestimmten Sachen werden verkauft sein, dann mache ich mir wieder alles gut. Betreffend diese Auslagen bitte ich auf das entschiedenste um eines nämlich, dß wenn einzelne Dinge davon auch nur dich allein angehen, wir sie miteinander tragen. Entgegne mir nichts darauf, ich bitte dich recht schön! – Was nun die zwischen uns geteilten Papiere betrifft, so stellt sich deren Wert folgender Maßen: Rumänierobligation 400 RM al pari – 236 fl [Gulden] – Xr [Kreuzer]/ 1860er Loos – 132 / 368 fl – Xr – Dem entgegen 2 Pfandbriefe al pari – 200 fl/ eine Perlmosser Actie 90 / 290 fl. – Also hast du mir die Hälfte der Differenz p. 78 f., id est 39 f. zu vergüten welchen betrag ich nach deiner Genehmhaltung dir in deiner Rechnung zu Last schreiben und mir aus den Julicoupons seinerzeit gutmachen werde. Oblige Cursdaten habe ich den Curszetteln bei Carl'' [Spängler; Bank, Anm.] ''entnommen. Die Zinsen habe ich der Einfachheit der Rechnung halber weggelaßen. – Im anruhenden Zettel'' [als Einzelblatt beigelegt, folgt, Anm.] ''habe ich versucht, deinem Wunsch wegen der Andenken nach Möglichkeit zu entsprechen. Auf Vollständigkeit macht das Verzeichniß keinen Anspruch. Im nächsten Briefe bitte ich dich, mir die Adresse der Frau von Martens bekannt zu geben'' [mit Bleistift:] '', ebenso wie die der Frau von Sattler – Mit Kuß u Gruß an Euch Alle dein Otto. – Charsamstag Abends.'' | |||
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==== Brief vom 17. April 1882 von Therese von Lürzer an Franz | ==== Brief vom 17. April 1882 von Therese von Lürzer an Franz Spängler ==== | ||
ein Briefbogen; vgl. den Brief vom 1. Dezember 1881 mit weiteren Hinweisen.<br /> | Brief vom 17. April 1882 von Therese von Lürzer an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Briefbogen; vgl. den Brief vom 1. Dezember 1881 mit weiteren Hinweisen.<br /> | ||
''Hall den 17 April 1882[.] Mein Theurer Lieber Franz[.] Schon lange wohlte [!] ich dir lieber Franz schreiben, alein meine rechte Hand hat so gezitert das es mir unmöglich war, so gerne ich dir gedankt hätte für deinen Brief, er enthielt zwar eine sehr schmerzliche Nachricht von den hinscheiden meiner lieben lieben Schwester<ref>[[Antonia Lürzer von Zechenthal]], Toni, * 1803; † 15. März 1882 in Salzburg, Mutter von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]</ref>, auf welche ich mich schon so jnnigst gefreut habe, einige Wochen so recht gemütlich zusamen zu leben, in diesen Fall kann / nur die Religion u die Zeit trösten u der Gedanken daß Sie in Ihrer waren Haimat [!] ist, im Himmel, u Sie nicht mehr zurück möchte. Traurig ist ist'' [zweites "ist" gestrichen, Anm.] ''es nur für die zurück gebliebenen, ich glaube gerne lieber Franz, das dir unendlich leid ist um die liebe gute Mutter sie war so ganz Liebe u Sorgfalt in jeder Hinsicht. Für mich war es schon auch sehr hart, am 2 ten März den Bruder / Leopold<ref>Leopold Lürzer von Zechental (* 14. Oktober 1805 in Hallein; † 2. März 1882 vielleicht in Lustenau, Vorarlberg, wo er "Kommerzialzollamtsaufseher" war.)</ref>, u am 15 März meine liebe unvergesliche Schwester Toni'' [Verb fehlt, Anm.], ''es [ist, Anm.] mir oft so traurig zu muht [!] das ich jetzt so allein da stehe, keine liebende Schwester u keinen Bruder zu haben. Denke lieber Franz am 9 Marz hat die Toni mir noch einen 4 Seiten langen lieben Brief geschrieben u keine silbe noch vom krank sein, u am 15 ist Sie schon gestorben. Wie lieber Franz geht es deiner lieben Frau u Kinderle, seyd Ihr möglichst wohl, wie es eben diese traurigen Umstände erlauben, bei mir ist es auch so,'' [wie; Kleks, Anm.] ''bei so alten Personen wie ich bin, nehmlich 81 Jahr / da hat immer etwas zu bekämpfen u geht halt schwer, weil man schwach ist, jenun in Gottes Namen alles zu seiner Ehre. Sei so gut u lasse mich wieder ein mal etwas von Euch meine lieben hören, wie es Euch allen geht, meine Hand zitert schon wieder gewaltig. Grüße deine liebe Frau und und Kinderle herzlich von mir[.] Euch allen den Schutz Gottes Empfehlend verbleibe ich Deine dich liebende Tante Theres v Lürzer'' | ''Hall den 17 April 1882[.] Mein Theurer Lieber Franz[.] Schon lange wohlte [!] ich dir lieber Franz schreiben, alein meine rechte Hand hat so gezitert das es mir unmöglich war, so gerne ich dir gedankt hätte für deinen Brief, er enthielt zwar eine sehr schmerzliche Nachricht von den hinscheiden meiner lieben lieben Schwester<ref>[[Antonia Lürzer von Zechenthal]], Toni, * 1803; † 15. März 1882 in Salzburg, Mutter von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]</ref>, auf welche ich mich schon so jnnigst gefreut habe, einige Wochen so recht gemütlich zusamen zu leben, in diesen Fall kann / nur die Religion u die Zeit trösten u der Gedanken daß Sie in Ihrer waren Haimat [!] ist, im Himmel, u Sie nicht mehr zurück möchte. Traurig ist ist'' [zweites "ist" gestrichen, Anm.] ''es nur für die zurück gebliebenen, ich glaube gerne lieber Franz, das dir unendlich leid ist um die liebe gute Mutter sie war so ganz Liebe u Sorgfalt in jeder Hinsicht. Für mich war es schon auch sehr hart, am 2 ten März den Bruder / Leopold<ref>Leopold Lürzer von Zechental (* 14. Oktober 1805 in Hallein; † 2. März 1882 vielleicht in Lustenau, Vorarlberg, wo er "Kommerzialzollamtsaufseher" war.)</ref>, u am 15 März meine liebe unvergesliche Schwester Toni'' [Verb fehlt, Anm.], ''es [ist, Anm.] mir oft so traurig zu muht [!] das ich jetzt so allein da stehe, keine liebende Schwester u keinen Bruder zu haben. Denke lieber Franz am 9 Marz hat die Toni mir noch einen 4 Seiten langen lieben Brief geschrieben u keine silbe noch vom krank sein, u am 15 ist Sie schon gestorben. Wie lieber Franz geht es deiner lieben Frau u Kinderle, seyd Ihr möglichst wohl, wie es eben diese traurigen Umstände erlauben, bei mir ist es auch so,'' [wie; Kleks, Anm.] ''bei so alten Personen wie ich bin, nehmlich 81 Jahr / da hat immer etwas zu bekämpfen u geht halt schwer, weil man schwach ist, jenun in Gottes Namen alles zu seiner Ehre. Sei so gut u lasse mich wieder ein mal etwas von Euch meine lieben hören, wie es Euch allen geht, meine Hand zitert schon wieder gewaltig. Grüße deine liebe Frau und und Kinderle herzlich von mir[.] Euch allen den Schutz Gottes Empfehlend verbleibe ich Deine dich liebende Tante Theres v Lürzer'' | ||
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==== Brief vom 15. Mai 1882 von Otto Spängler an Franz | ==== Brief vom 15. Mai 1882 von Otto Spängler an Franz Spängler ==== | ||
15. Mai [ | Brief vom 15. Mai 1882 von [[Otto Spängler]] an den Bruder [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]:<br /> ''Lieber Franz! Im Nachhange zu meinem durch Rose dir gesendeten Briefe berichte ich dir, dß ich Cortolezis zur Abfuhr des Geldes aufmahnte und heute auch für einen Theil der Sachen das Geld erhielt. Ich sende dir anruhend die Originalverrechnung sammt allen Beilagen u. bitte mir dieselbe nach Prüfung mit den Beilagen wieder zu senden. Den verbliebenen Barrest fl. 3.32 habe ich auf gemeinschaftliche Rechnung übertragen. Die Erbserklärung u das eidesstättige Vermögensbekenntniß habe ich deinen Weisungen entsprechend überreicht. Mir thut es sehr leid, dß gerade jezt eine so lange Zeit keine Veranlaßung zu einer Wienerreise sich für mich ergibt; denn es möchte mich unendlich freuen, mit dir wieder einen Tag in der Erinnerung an unsere gute herzliebe Mutter zuzubringen. – Mit herzlichen Grüßen von all den Meinen an dich und deine liebe Familie bin ich wie stets dein treuer Bruder Otto.'' ([[Otto Spängler]]) | ||
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==== Brief vom 2. August 1882 von Franz | ==== Brief vom 2. August 1882 von Franz Spängler an Fanni Spängler ==== | ||
Franz Spängler | Brief vom 2. August 1882 von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an Fanni / [[Franziska Spängler]] in Salzburg; ohne Umschlag; [Ergänzung]; [?] = fragliche Lesung:<br /> | ||
''Pottenstein 2 Aug 1882/ Innigstgeliebte Fanni! Heute endlich finde ich Zeit, dir einen Brief zu schreiben; zunächst berichte ich dir, d[a]ß ich mich wohl befinde, u. freue mich, wieder gute Nachrichten zu erhalten. Auf den nun schon in mehreren Karten versprochenen langen Brief freue ich mich schon, u. ich hoffe, daraus auch näheres über die Reise-Erlebnisse zu erhalten. - Das gestrige Fest ist sehr gut ausgefallen; es hat sich alles recht gut unterhalten. Von Schwechat waren einschließlich der ganzen Familie Bechtel bis 40 Personen hier. Das Concert bei Mayer war sehr besucht, u. ist sehr gelungen. Das Wetter war sehr schön, in Folge dessen auch sehr heiß, so daß bei dem Concerte die ganze Gesellschaft unter Hitze ziemlich zu leiden hatte; es war zudem so voll, dß manche ohne den Eintritt zu versuchen wieder weggingen; wir konnten eben von den Nebenlokalitäten keine haben, da sie sämtlich vermiethet sind. Dr Bechtel und Frau lassen sich dir empfehlen; waren über meine Bitte so freundlich, das Clavier anzusehen u. zu versuchen, u. hat es für ganz gut u. preiswürdig erklärt, nur sei der Ton im Sopran etwas zu schwer gegenüber dem Baße, es'' [sind] ''die höchsten Töne ein wenig verstimmt. Dem lezten Mangel wird sich ja nöthigenfalls leicht abhelfen lassen. - Alle Bekannten lassen sich dir empfehlen, insbes. Defant, u. Frau Megel [?], Frl Zemsauer, Thernten [?], Frau Dr Laad, Haidl etc.; ebenso Frau Zinken, bei denen ich Samstags zu kurzem Besuche war; er ist wieder an einem Bronchialkatarrh erkrankt. Sie lud mich dringend ein, sobald ihr Gema[h]l besser sei, einen Abend bei ihnen zu verbringen, was ich auch zusagte. - Auch Herr Pittel und Frau empfehlen sich, sie waren ebenfalls beim Concerte.'' | |||
'' - Heute Abends werde ich mich'' [mit | '' - Heute Abends werde ich mich'' [mit] ''Tomanntys [?] zusammen sein; wo, weiß ich noch nicht; ich hole sie verabredeter Massen um 3/4 8 Abends ab/ Zu Mittag u zum Frühstück gehe ich zum Hirschen. Abends bin ich bald dort, bald da. - Wie geht es den Verwandten, insbes. bei Otto u dessen Familie, dann bei Schlegel. Maria ist wie ich aus deiner mir heute zugekommen[en] Karte erfahre, bereits in Salzburg angekommen. - Hast du in Angelegenheiten der Familie Lanser nichts näheres erfahren? ich erhielt am Tage deiner Abreise eine Karte von ihm. - Ich muß dir noch berichten, dß ich in dem Eilzuge, welcher bald nach Eurer Abreise St Pölten passirte, auch Frau von Biraphi [?] gesehen zu haben glaube dß'' [da] ''war der Zug schon im Fahren, u so konnte ich sie nur noch eiligst grüßen, sie bemerkte u erwiderte meinen Gruß. Frage sie doch, wenn du sie siehst, ob sie es wirklich war. - Ist Julius in Salzburg? Grüße mir ihn u seine Familie bestens wenn du Jemand siehst. Das gleiche Angermayer, Carl u Rudolf Spängler. - Nun lebe recht wohl, denke oft meiner, wie auch ich deiner in aufrichtiger Liebe oft gedenke. - Küße die Kinder von mir, u. sage ihnen dß sie ja gewiß brav seien, u. sorge auch dafür, dß sie ihr Morgen- und Abendgebet ordentlich beten. - Mit herzlichsten Grüßen an Euch alen insbes. auch die Großmutter dein treuer Franz - Warst du schon am Grabe der Mutter? Wirst du nicht se[l]ber wieder ein Kranz auf dasselbe geben?'' | ||
[[Franz II. Xaver Gregor Spängler]], seit 1880 Bezirksrichter in Pottenstein (und dann ab 1887 am Kreisgericht in Krems) an seine Frau Fanni. Viele Wörter zusammengeschrieben [hier mit Abstand] bzw. abgekürzt, manchmal scheint der letzte Buchstabe im Wort ein Komma zu sein. - "Otto u dessen Familie": Bruder Otto Spängler; "Schlegel": Familie der Frau; "Maria": vielleicht Angermayer (siehe unten); "Angermayer": Maria Josepha Spängler (* 1832; † 1896), verh. mit Vinc. Angermayer (* 1815; † 1886), zuletzt Landesgerichtsrat in Wien; "Carl": Carl Spängler (* 1825; † 1902), verh. mit Leopoldine Duregger ("Bank-Linie" in Salzburg; sie wohnen im Haus am Mozartplatz Nr. 4); "Rudolf Spängler" (* 1830; † 1895), verh. Marie Weinwurm, Vizebürgermeister und Vizehandelskammerpräsident in Salzburg). Carl, Rudolf, Maria und Julius (und weitere) sind Cousins und Cousinen von Franz Spängler. – "Mayer" (?): vgl. Partezettel für Theresia Mayer (* 1806; † 1878). - "Lanser": vgl. Partezettel für Carl von Lanser (* 1805; † 1869 in Salzburg); Brief von Anna Lanser [noch ungelesen; ohne Datum]. | [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]], seit 1880 Bezirksrichter in Pottenstein (und dann ab 1887 am Kreisgericht in Krems) an seine Frau Fanni. Viele Wörter zusammengeschrieben [hier mit Abstand] bzw. abgekürzt, manchmal scheint der letzte Buchstabe im Wort ein Komma zu sein. - "Otto u dessen Familie": Bruder Otto Spängler; "Schlegel": Familie der Frau; "Maria": vielleicht Angermayer (siehe unten); "Angermayer": Maria Josepha Spängler (* 1832; † 1896), verh. mit Vinc. Angermayer (* 1815; † 1886), zuletzt Landesgerichtsrat in Wien; "Carl": Carl Spängler (* 1825; † 1902), verh. mit Leopoldine Duregger ("Bank-Linie" in Salzburg; sie wohnen im Haus am Mozartplatz Nr. 4); "Rudolf Spängler" (* 1830; † 1895), verh. Marie Weinwurm, Vizebürgermeister und Vizehandelskammerpräsident in Salzburg). Carl, Rudolf, Maria und Julius (und weitere) sind Cousins und Cousinen von Franz Spängler. – "Mayer" (?): vgl. Partezettel für Theresia Mayer (* 1806; † 1878). - "Lanser": vgl. Partezettel für Carl von Lanser (* 1805; † 1869 in Salzburg); Brief von Anna Lanser [noch ungelesen; ohne Datum]. | ||
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==== Brief vom 7. und 8. August 1882 von Franz | ==== Brief vom 7. und 8. August 1882 von Franz Spängler an Fanni Spängler ==== | ||
Franz Spängler an Fanni Spängler:<br /> | Brief vom 7. und 8. August 1882 von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an Fanni / [[Franziska Spängler]] in Salzburg; ohne Umschlag; [Ergänzungen]; [?] = fragliche Lesung:<br /> | ||
''Pottenstein 7 Aug 1882 / früh. 6 Uhr / Liebste Fanni! Für deinen ausführlichen Brief nochmals meinen besten Dank! Ich freute mich daraus zu erfahren, dß Ihr dieses Reise-Abenteuer glüklich über standen habt u. dß die Kinder sich bei dieser ganzen Geschichte brav benommen haben. - Von mir kann ich nicht viel berichten. Am Montag Abends war ich mit Tomannty [?]; u. Staats-Amwalt'' [-anwalt | ''Pottenstein 7 Aug 1882 / früh. 6 Uhr / Liebste Fanni! Für deinen ausführlichen Brief nochmals meinen besten Dank! Ich freute mich daraus zu erfahren, dß Ihr dieses Reise-Abenteuer glüklich über standen habt u. dß die Kinder sich bei dieser ganzen Geschichte brav benommen haben. - Von mir kann ich nicht viel berichten. Am Montag Abends war ich mit Tomannty [?]; u. Staats-Amwalt'' [-anwalt] ''Hindezs [?] sammt Frau beim Bierbaumer; am Dienstag Nachm in Enzasfeld, u. Abends beim Hirschen, wo der 50ste GeburtsTag Schörbichlers mit einigen Bouteillen Wein gefeiert wurde; gestern (Mittwoch) Abends bei Thernten [?] zu einer Whistpartie. Alle empfehlen sich dir; Anna sagte sie werde dir nächstens schreiben. -'' | ||
[gleicher Brief:] ''Pottenstein 8/8 1882/ Gestern Abds'' [abends | [gleicher Brief:] ''Pottenstein 8/8 1882/ Gestern Abds'' [abends] ''war ich im Gesang-Verein, u. theile auch mit Tomannty [?] u Hindezs [?] zusammen bei Friedrich. Heute gehe ich Abds in den Pfarrhof u morgen (Samstag) bin ich bei Baron Pittel geladen. Du siehst, dß ich meir die Abende so gut als es in meiner Einsamkeit möglich ist, vertreibe. - Was mein Kommen nach Salzburg betrifft, so habe ich dir vor allem zu berichten, dß gestern im Gesang-Verein beschloßen wurde das für August beabsichtigte Concert nicht abzuhalten/ Ich habe daher in dieser Hinsicht gar keine Rücksichten zu nemen, u. werde daher entweder Donnerstag 21. od Freitag den 22. von hier abreisen, wahrscheinlich mit Benutzung des Schnellzuges od noch über Nacht. Das bestimmte werde ich dir schon rechtzeitig mittheilen. Hoffentlich bleibt mir ein ähnl Abenteuer, wie das Eure war, erspart - Heute habe ich das Gesuch wegen Tonis Schuleintritt geschrieben. Was machen die Kinder? Arbeiten Franzi u Toni doch mitunter etwas?, u lernt auch Franz mitunter. Ich habe bisher vergeblich auf einen Brief von ihr gewartet. Treibe sie nur dazu an! Ich werde ihr dann schon antworten - 8/8 1882 Nachm./ Eben erhielt ich deinen lieben Brief mit Franzi’s Zeilen. Ich danke ihr einstweilen; doch sage ihr, dß sie einige Schreibfehler gemacht hat; mein Versprechen ihr direkt zu schreiben, werde ich nächstens erfüllen. - B[e]ide bitte ich von mir bestens zu grüßen. Es freut mich für dich, dß Ihr heuer wieder zusammen getroffen'' [hier fehlt etwas? Anm.] ''. Wie befindet sich Mama Plachetka? - Ich muß für heute schließen, damit der Brief noch weggeht. Lebe recht wohl u. denke fleißig deines treuen Franz'' | ||
"Mama Plachetka": von der Familie Plachetka ist in den Briefen und im Tagebuch des Franz Spängler von 1860/61 öfters die Rede; die Schwester der Marie Plachetka, Lida [ | "Mama Plachetka": von der Familie Plachetka ist in den Briefen und im Tagebuch des Franz Spängler von 1860/61 öfters die Rede; die Schwester der Marie Plachetka, Lida, verheiratet [[von Guttenberg]], ist auch eine gute Freundin von Fanni Schlegel, verh. Spängler. | ||
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==== Brief ohne Datum, Mitte August 1882<ref>Da der Brief im Bündel an dieser Stelle lag und Schrift und Papier sich gleichen, habe ich [O. H.] ihn bei 1882 belassen; siehe dazu auch eine Anmerkung.</ref>, | ==== Brief ohne Datum, Mitte August 1882, von Franz Spängler an Fanni Spängler. ==== | ||
Brief ohne Datum, erschlossen Mitte August 1882<ref>Da der Brief im Bündel an dieser Stelle lag und Schrift und Papier sich gleichen, habe ich [O. H.] ihn bei 1882 belassen; siehe dazu auch eine Anmerkung.</ref>, von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; XX = unleserlich:<br /> | |||
''Liebste Fanni! // Heute muß ich mich zunächst entschuldigen, dß ich gestern nicht dazu kam, dir eine Karte zu senden, dafür erhälst du heute einen Brief Zunächst nun meinen herzlichsten Dank für deinen mir gestern zugekommenen Brief, sowie für die Briefchen an die Kinder, welche daran große Freude hatten; ich habe sie jedoch ihnen nicht zum Spielen gelassen, sondern aufgehoben, als die ersten an sie gerichteten Zeilen ihrer Mutter. // Tante Rosa'' [Rosa Schlegel, Anm.] ''läßt dir für den Brief u Glü[c]kwunsch ebenfalls danken, u wird dir nächstens schreiben. // Anna ist heute früh für einige Tage nach Wien gereist, u so hatte ich doch Glü[c]k heute von Rosas Brief- / kunst zu partitiren [!], welche jedenfalls die der Anna übertrifft. // Heute ist der Partezettel von dem Ableben des Vaters der Frau Professor Langer eingetroffen<ref>Bertha (Betti) Langer (* 1844; † 1926), verheiratet mit Julius Spängler (* 1837; † 1903), ein Sohn von [[Aloys Spängler]]; vgl. auch den Brief vom 24. bis 28. März 1873. Nähere Angaben zu Bertha Langers Vater habe ich [O. H.] leider nicht; eine genauere Datierung des Briefes ergibt sich daraus also nicht.</ref>; derselbe ist am 17. nach kurzem Leiden im 84. Lebensjahre verschieden. Ich bin wirklich in Verlegenheit, wohin ich eine Condolenzkarte richten soll; am sichersten glaube ich doch nach Lambach, da man dort jedenfalls wißen wird, wo sie sind, falls sie nicht dort sein sollten. Ich bin neugierig darauf, zu erfahren, worin'' [sich] ''die Wunderlichkuchen der Großmutter erneuerlich zeigen; sie müßten jedenfalls ziemlich stark sein, da du nun zum 2 od. 3. Male davon schreibst. Beiliegend erhälst du die Verrechnung für die Großmutter. / Ueber unser Befinden kann ich Gottlob berichten, dß wir gesund sind, insbesondere sind die 2 Kinder sehr wohl, u, im ganzen genommen, sehr brav. //'' | ''Liebste Fanni! // Heute muß ich mich zunächst entschuldigen, dß ich gestern nicht dazu kam, dir eine Karte zu senden, dafür erhälst du heute einen Brief Zunächst nun meinen herzlichsten Dank für deinen mir gestern zugekommenen Brief, sowie für die Briefchen an die Kinder, welche daran große Freude hatten; ich habe sie jedoch ihnen nicht zum Spielen gelassen, sondern aufgehoben, als die ersten an sie gerichteten Zeilen ihrer Mutter. // Tante Rosa'' [Rosa Schlegel, Anm.] ''läßt dir für den Brief u Glü[c]kwunsch ebenfalls danken, u wird dir nächstens schreiben. // Anna ist heute früh für einige Tage nach Wien gereist, u so hatte ich doch Glü[c]k heute von Rosas Brief- / kunst zu partitiren [!], welche jedenfalls die der Anna übertrifft. // Heute ist der Partezettel von dem Ableben des Vaters der Frau Professor Langer eingetroffen<ref>Bertha (Betti) Langer (* 1844; † 1926), verheiratet mit Julius Spängler (* 1837; † 1903), ein Sohn von [[Aloys Spängler]]; vgl. auch den Brief vom 24. bis 28. März 1873. Nähere Angaben zu Bertha Langers Vater habe ich [O. H.] leider nicht; eine genauere Datierung des Briefes ergibt sich daraus also nicht.</ref>; derselbe ist am 17. nach kurzem Leiden im 84. Lebensjahre verschieden. Ich bin wirklich in Verlegenheit, wohin ich eine Condolenzkarte richten soll; am sichersten glaube ich doch nach Lambach, da man dort jedenfalls wißen wird, wo sie sind, falls sie nicht dort sein sollten. Ich bin neugierig darauf, zu erfahren, worin'' [sich] ''die Wunderlichkuchen der Großmutter erneuerlich zeigen; sie müßten jedenfalls ziemlich stark sein, da du nun zum 2 od. 3. Male davon schreibst. Beiliegend erhälst du die Verrechnung für die Großmutter. / Ueber unser Befinden kann ich Gottlob berichten, dß wir gesund sind, insbesondere sind die 2 Kinder sehr wohl, u, im ganzen genommen, sehr brav. //'' | ||
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==== Brief vom 18. August 1882 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ==== Brief vom 18. August 1882 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ||
Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] ohne Umschlag | Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] ohne Umschlag; ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br /> | ||
''Salzburg, 18/8 1882 // Liebster Mann! // Zu meiner großen Freude und Beruhigung erhielt ich gestern Nachmittag noch deine Karte und Rosa’s lieben Brief. Gott sei gedankt, daß es Euch Allen so gut geht, daß vor Allem die Kinder gesund sind. // Vetter Eduard grüße ich herzlich, und bedaure, daß ich ihn dießmal nicht sehe. // Auch uns geht es gut, nur läßt das Wetter sehr viel zu wünschen übrig. Gestern fuhr ich mit Mutter und Franzi auf den neuen Friedhof. Es war viel zu wenig warm und schön, um Haana [?] mitzu- / nehmen, so blieb sie unter Minna’s Obhut. // Du glaubst nicht, Liebster, wie weh es mir that, meine Lieben so auf den Friedhöfen besuchen zu müßen. // Vorgestern brachte ich einen Kranz zu dem Grabe unserer lieben, guten Mutter<ref>[[Antonia Spängler]] († am 15. März 1882)</ref>, gestern einen ähnlichen auf die Grabstätte meines unvergeßlichen Vaters<ref>[[Richard Franz Schlegel]] († am 1. März 1881)</ref>. – Gott gebe ihnen Beiden die ewige Ruhe. // '' | ''Salzburg, 18/8 1882 // Liebster Mann! // Zu meiner großen Freude und Beruhigung erhielt ich gestern Nachmittag noch deine Karte und Rosa’s lieben Brief. Gott sei gedankt, daß es Euch Allen so gut geht, daß vor Allem die Kinder gesund sind. // Vetter Eduard grüße ich herzlich, und bedaure, daß ich ihn dießmal nicht sehe. // Auch uns geht es gut, nur läßt das Wetter sehr viel zu wünschen übrig. Gestern fuhr ich mit Mutter und Franzi auf den neuen Friedhof. Es war viel zu wenig warm und schön, um Haana [?] mitzu- / nehmen, so blieb sie unter Minna’s Obhut. // Du glaubst nicht, Liebster, wie weh es mir that, meine Lieben so auf den Friedhöfen besuchen zu müßen. // Vorgestern brachte ich einen Kranz zu dem Grabe unserer lieben, guten Mutter<ref>[[Antonia Spängler]] († am 15. März 1882)</ref>, gestern einen ähnlichen auf die Grabstätte meines unvergeßlichen Vaters<ref>[[Richard Franz Schlegel]] († am 1. März 1881)</ref>. – Gott gebe ihnen Beiden die ewige Ruhe. // '' | ||
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==== Brief ohne Datum, August 1882<ref>Da der Brief im Bündel an dieser Stelle lag und Schrift und Papier sich gleichen, habe ich [O. H.] ihn bei 1882 belassen. Auch inhaltlich spricht m. E. nichts dagegen. Vgl. die Anmerkung zum vorigen Brief und den datierten folgenden Brief. Leider gibt es bei der flüchtigen Schrift viele für mich [O. H.] unleserliche Stellen. Insgesamt bin ich mit meiner Übertragung wenig zufrieden, auch wo ich das nicht markiert habe.</ref>, | ==== Brief ohne Datum, August 1882, von Franz Spängler an Fanni Spängler ==== | ||
Brief ohne Datum, August 1882<ref>Da der Brief im Bündel an dieser Stelle lag und Schrift und Papier sich gleichen, habe ich [O. H.] ihn bei 1882 belassen. Auch inhaltlich spricht m. E. nichts dagegen. Vgl. die Anmerkung zum vorigen Brief und den datierten folgenden Brief. Leider gibt es bei der flüchtigen Schrift viele für mich [O. H.] unleserliche Stellen. Insgesamt bin ich mit meiner Übertragung wenig zufrieden, auch wo ich das nicht markiert habe.</ref>, von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; XX = unleserlich:<br /> | |||
''Liebste Fanni! // Du hast dich bisher mit Correspondenzkarten von mir begnügen müßen, Da ich nicht die Zeit fand, Dir einen Brief zu schreiben; heute will ich es ja doch nicht unterlassen, Dir einen Brief zu schreiben. // Ich bin sehr erfreut zu hören, dß es Dir u den Kindern gut geht. Wir sind auch wohl, u. es sind auch die beiden Kinder im Ganzen recht brav. Toni liefert mir immer, eine ungeschi[c]kte Stü[c]ke, od doch komische Äußerungen. // Die kleine Rosa zeigt wohl, wenn man sie fragt, wo die Mama ist, dß sie nicht da sei; darauf beschränkt sich aber auf Ihre Erinnerung; dank der Aufmerksamkeit u Sorgfalt / der Tante Rosa macht Deine Anwesenheit aber fast gar keinen Eindruck auf die Kinder. Daß Du aber mir schon abgehst, u. ich mich auf deine Rü[c]kkunft freue, brauche ich Dich wohl nicht erst zu versichern. // Neues kann ich von hier nichts berichten, kürzlich hatte ich eine längere Unterredung mit dem Notar über verschiedene private Verhältniße, u. deren Rü[c]kwirkung auf seine ämtliche Thätigkeit; er ist wirklich zu bedauern, XX als er selbst auch schon nahe daran ist, das geistige Gleichgewicht zu verlieren und Misanthrop zu werden. Näheres hierüber mündlich. // Von der Liedertafel XX zu der auch Rosa und Eduard, (le[t]ztere beide mitsammen, da ich schon früher hingegangen war) kann ich Dir nur berichten, / dß XX das unsichere Wetter u. mehrfach sich wiederholenden XX, der Besuch ein sehr guter war; die Familien Pittne Zinken D Bechtel, Carnides, dann viele Sommerparthien waren da; ich habe bei dieser Gelegenheit auch die Familie Carnides kennen gelernt. Die genannten Familien laßen sich Dir empfehlen, ebenso Frau von Land welche gestern Ab[en]ds hieher zurückkam. //'' | ''Liebste Fanni! // Du hast dich bisher mit Correspondenzkarten von mir begnügen müßen, Da ich nicht die Zeit fand, Dir einen Brief zu schreiben; heute will ich es ja doch nicht unterlassen, Dir einen Brief zu schreiben. // Ich bin sehr erfreut zu hören, dß es Dir u den Kindern gut geht. Wir sind auch wohl, u. es sind auch die beiden Kinder im Ganzen recht brav. Toni liefert mir immer, eine ungeschi[c]kte Stü[c]ke, od doch komische Äußerungen. // Die kleine Rosa zeigt wohl, wenn man sie fragt, wo die Mama ist, dß sie nicht da sei; darauf beschränkt sich aber auf Ihre Erinnerung; dank der Aufmerksamkeit u Sorgfalt / der Tante Rosa macht Deine Anwesenheit aber fast gar keinen Eindruck auf die Kinder. Daß Du aber mir schon abgehst, u. ich mich auf deine Rü[c]kkunft freue, brauche ich Dich wohl nicht erst zu versichern. // Neues kann ich von hier nichts berichten, kürzlich hatte ich eine längere Unterredung mit dem Notar über verschiedene private Verhältniße, u. deren Rü[c]kwirkung auf seine ämtliche Thätigkeit; er ist wirklich zu bedauern, XX als er selbst auch schon nahe daran ist, das geistige Gleichgewicht zu verlieren und Misanthrop zu werden. Näheres hierüber mündlich. // Von der Liedertafel XX zu der auch Rosa und Eduard, (le[t]ztere beide mitsammen, da ich schon früher hingegangen war) kann ich Dir nur berichten, / dß XX das unsichere Wetter u. mehrfach sich wiederholenden XX, der Besuch ein sehr guter war; die Familien Pittne Zinken D Bechtel, Carnides, dann viele Sommerparthien waren da; ich habe bei dieser Gelegenheit auch die Familie Carnides kennen gelernt. Die genannten Familien laßen sich Dir empfehlen, ebenso Frau von Land welche gestern Ab[en]ds hieher zurückkam. //'' | ||
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==== Brief vom 19. August 1882 von Franz | ==== Brief vom 19. August 1882 von Franz Spängler an Fanni Spängler ==== | ||
Franz Spängler an Fanni Spängler | Brief vom 19. August 1882 von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an Fanni / [[Franziska Spängler]]; ohne Umschlag; [Ergänzung]]; [?] = fragliche Lesung:<br /> | ||
''Liebste Fanni! In Beantwortung deiner letzten Karte inbetreff des Schlüßels möchte ich dir folgendes vorschlagen. - Da es Frl Rupi seit gestern um vieles bessergeht, so kann ich die Schlüssel dr Frl Anna Zemsauer [?] geben, u[nd] ich habe sie auch bereits darum gebeten, u sie es mir gestattet. Es frägt sich nur, welche Schlüßel? Soll ich insbes. auch jenen Schlüßel den jezt Frau Steinmayer hat derselben abverlangen u. dr Zemsauer geben? Was die Rückkunft der Anna betrifft so besteht doch keine Nothwendigkeit, d[a]ß sie mit dem lezten um 1/2 11 Uhr ankommenden Abendzuge hier eintrifft, sie kann ja bereits mit dem Zuge um 8 Uhr kommen, od[er] auch am Samstag früh, denn ich meine, dß es uns fast besser taugen wird, am Samstag im Gasthause zu essen, od schon zu Hause zu kochen. - Diese leztere Frage können wir übrigens auch noch mündlich besprechen, die erstere wegen der Schlüßel-Aufbewahrung ist aber schon teilweise erledigt; über die eben noch offengelassenen Punkte bitte ich umgehend um deine Willensmeinung. - Gestern Abends war ich bei Zink [?] eingeladen, beide lassen sich dir empfehlen/ Neues kann ich nichts berichten. Ich schließe für heute, u küße u grüße dich u die Kinder herzlichst. Dein treuer Franz - Pottenstein 19. 8. 1882.'' | ''Liebste Fanni! In Beantwortung deiner letzten Karte inbetreff des Schlüßels möchte ich dir folgendes vorschlagen. - Da es Frl Rupi seit gestern um vieles bessergeht, so kann ich die Schlüssel dr Frl Anna Zemsauer [?] geben, u[nd] ich habe sie auch bereits darum gebeten, u sie es mir gestattet. Es frägt sich nur, welche Schlüßel? Soll ich insbes. auch jenen Schlüßel den jezt Frau Steinmayer hat derselben abverlangen u. dr Zemsauer geben? Was die Rückkunft der Anna betrifft so besteht doch keine Nothwendigkeit, d[a]ß sie mit dem lezten um 1/2 11 Uhr ankommenden Abendzuge hier eintrifft, sie kann ja bereits mit dem Zuge um 8 Uhr kommen, od[er] auch am Samstag früh, denn ich meine, dß es uns fast besser taugen wird, am Samstag im Gasthause zu essen, od schon zu Hause zu kochen. - Diese leztere Frage können wir übrigens auch noch mündlich besprechen, die erstere wegen der Schlüßel-Aufbewahrung ist aber schon teilweise erledigt; über die eben noch offengelassenen Punkte bitte ich umgehend um deine Willensmeinung. - Gestern Abends war ich bei Zink [?] eingeladen, beide lassen sich dir empfehlen/ Neues kann ich nichts berichten. Ich schließe für heute, u küße u grüße dich u die Kinder herzlichst. Dein treuer Franz - Pottenstein 19. 8. 1882.'' | ||
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==== Brief vom 2. und 3. September 1882 von Otto Spängler an Franz | ==== Brief vom 2. und 3. September 1882 von Otto Spängler an Franz Spängler ==== | ||
2. und 3. September 1882 [[Otto Spängler]], Salzburg, an Franz Spängler:<br /> | Brief vom 2. und 3. September 1882 von [[Otto Spängler]], Salzburg, an den Bruder [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ohne Umschlag; [?] = fragliche Lesung; XX = unleserlich:<br /> | ||
''Lieber Franz! Endlich komme ich dazu, dir wieder zu schreiben. Wie du aus meiner lezten Karte entnommen haben wirst, in welcher ich dir dankend den Empfang Eurer lieben Briefe bestätigte, war ich mittlerweile mit Louise auf 24 Stunden in München. Ich hatte in Handelskammerangelegenheiten dort zu thun; wir haben nämlich den Verkauf des ganzen gewerkschaftlichen besizes angebahnt; ob es gelingt, weiß ich allerdings noch nicht. Ferner gebe ich dir nachfolgend wieder Verrechnung: Einnahmen ...Coupons 36'' [Gulden, Anm.] ''Ausgaben Franz zu Reise geliehen 25 fl ...36'' [Gulden, Anm.] ''– Was nun die Abrechnung aus dem Nachlasse der Mutter betrifft, so habe ich mit Ausnahme des Dr Faistauer, von welchem ich troz dreimaliger Mahnung noch immer keine Rechnung erhielt, alles bezalt; Von der Einrichtung habe ich noch immer keinen Erlös erhalten; ich bringe es auch nicht über mich, ihr darum anzugehen; mir war das ganze Räumen u Weggeben der Sachen so gräßlich, dß ich den Muth nicht mehr hatte, in die leere Wohnung zu gehen. – Das runde Arbeitstischchen, an dem die gute Mutter so viele Stunden ihres Lebens saß, habe ich politiren u zusammenrichten lassen; es steht neben meinem Schreibtische; u. in der hölzernen Kassette, welche auf dem Kasten im ersten Zimmer stand, habe ich den ganzen Schaz der Andenken an unsere liebe unvergeßliche Mutter zusammengegeben; ihre Bilder, ihre Briefe, Haare u.s.f. Von XXXken habe ich noch nachzutragen, dß ich Frl. Amalia Tockr [?] auch eine der hübschen Schalen gab. – Bezüglich ds Xxbestättigen Vermögensbekenntnißes möchte ich dich nun fragen, ob es nicht gleich wäre, wenn wir an Barschaft u. Salzburger Sparkassebüchl im Aktivum so viel wegließen, als Doktor, Grabstein, Mietzins etc. im Passivum ausmachen würden? Bitte mir hierüber zu schreiben; mir käme es schöner u. nobler vor und dem Acrar gegenüber bliebe es sich gleich. Von all den meinen an die deinen herzlichste Grüße! Mit stets gleicher treuer Bruderliebe dein Otto. – Übermorgen muß ich einige Tage ins Gebirge. XXX.'' | ''Lieber Franz! Endlich komme ich dazu, dir wieder zu schreiben. Wie du aus meiner lezten Karte entnommen haben wirst, in welcher ich dir dankend den Empfang Eurer lieben Briefe bestätigte, war ich mittlerweile mit Louise auf 24 Stunden in München. Ich hatte in Handelskammerangelegenheiten dort zu thun; wir haben nämlich den Verkauf des ganzen gewerkschaftlichen besizes angebahnt; ob es gelingt, weiß ich allerdings noch nicht. Ferner gebe ich dir nachfolgend wieder Verrechnung: Einnahmen ...Coupons 36'' [Gulden, Anm.] ''Ausgaben Franz zu Reise geliehen 25 fl ...36'' [Gulden, Anm.] ''– Was nun die Abrechnung aus dem Nachlasse der Mutter betrifft, so habe ich mit Ausnahme des Dr Faistauer, von welchem ich troz dreimaliger Mahnung noch immer keine Rechnung erhielt, alles bezalt; Von der Einrichtung habe ich noch immer keinen Erlös erhalten; ich bringe es auch nicht über mich, ihr darum anzugehen; mir war das ganze Räumen u Weggeben der Sachen so gräßlich, dß ich den Muth nicht mehr hatte, in die leere Wohnung zu gehen. – Das runde Arbeitstischchen, an dem die gute Mutter so viele Stunden ihres Lebens saß, habe ich politiren u zusammenrichten lassen; es steht neben meinem Schreibtische; u. in der hölzernen Kassette, welche auf dem Kasten im ersten Zimmer stand, habe ich den ganzen Schaz der Andenken an unsere liebe unvergeßliche Mutter zusammengegeben; ihre Bilder, ihre Briefe, Haare u.s.f. Von XXXken habe ich noch nachzutragen, dß ich Frl. Amalia Tockr [?] auch eine der hübschen Schalen gab. – Bezüglich ds Xxbestättigen Vermögensbekenntnißes möchte ich dich nun fragen, ob es nicht gleich wäre, wenn wir an Barschaft u. Salzburger Sparkassebüchl im Aktivum so viel wegließen, als Doktor, Grabstein, Mietzins etc. im Passivum ausmachen würden? Bitte mir hierüber zu schreiben; mir käme es schöner u. nobler vor und dem Acrar gegenüber bliebe es sich gleich. Von all den meinen an die deinen herzlichste Grüße! Mit stets gleicher treuer Bruderliebe dein Otto. – Übermorgen muß ich einige Tage ins Gebirge. XXX.'' | ||
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==== Brief ohne Datierung [ca. November 1882] von Fanni Spängler an Franziska Kobler ==== | ==== Brief ohne Datierung [ca. November 1882] von Fanni Spängler an Franziska Kobler ==== | ||
Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franziska Kobler]]; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br /> | Brief ohne Datierung [erschlossen ca. November 1882] von [[Franziska Spängler]] an [[Franziska Kobler]]; ein Bogen ohne Umschlag; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br /> | ||
''Liebe Großmutter! // Ich danke dir herzlich für dein liebes Schreiben. // Wir freuen uns jedesmal, von dir zu hören, daß du wo[h]l bist. // Auch uns Gott sei Dank, geht es recht gut. Die Kinder sind schlimm, aber gesund. Die kleine Hanna<ref>(* 16. Mai 1882; u.a. daraus ergibt sich die Datierung des Briefes.)</ref> si[t]zt schon frei und ist ein gutes, lustiges Kind. // Roserl fängt nun endlich auch an zu sprechen. Toni ist kugelrund und dabei recht groß. Auch Franzi wächst stark, sie ist recht verständig aber hat sehr schlim[m]e Tage. Ich glaube, ich war wie'' [? Fleck; Anm.] ''sie schlimm in ihrem Alter. / Liebe Großmutter, unser Frauen-Wo[h]ltätigkeitsverein bereitet auch heuer wieder eine Weihnachtsbetheilung armer Schulkinder vor. Zu diesem Zwe[c]ke geben die Mitglieder ferner auch viele andere Leute eine Geldspende. // Auch wir haben bereits unser Schärflein beigetragen. Da du auch unserm Verein angehörst, so war ich so frei im Vertrauen auf deine gewohnte Mildthätigkeit in deinem Namen 2 fl: zu geben, und hoffe daß es dir recht ist. Solltest du wünschen, mehr beizusteuern, so bitte ich, mir dieß bekannt zu geben. Wir werden wieder gegen 100 Kinder zu betheilen haben, du kannst dir denken, wie notwendig wir Geld brauchen. Es gibt viele Arme hier. / '' | ''Liebe Großmutter! // Ich danke dir herzlich für dein liebes Schreiben. // Wir freuen uns jedesmal, von dir zu hören, daß du wo[h]l bist. // Auch uns Gott sei Dank, geht es recht gut. Die Kinder sind schlimm, aber gesund. Die kleine Hanna<ref>(* 16. Mai 1882; u.a. daraus ergibt sich die Datierung des Briefes.)</ref> si[t]zt schon frei und ist ein gutes, lustiges Kind. // Roserl fängt nun endlich auch an zu sprechen. Toni ist kugelrund und dabei recht groß. Auch Franzi wächst stark, sie ist recht verständig aber hat sehr schlim[m]e Tage. Ich glaube, ich war wie'' [? Fleck; Anm.] ''sie schlimm in ihrem Alter. / Liebe Großmutter, unser Frauen-Wo[h]ltätigkeitsverein bereitet auch heuer wieder eine Weihnachtsbetheilung armer Schulkinder vor. Zu diesem Zwe[c]ke geben die Mitglieder ferner auch viele andere Leute eine Geldspende. // Auch wir haben bereits unser Schärflein beigetragen. Da du auch unserm Verein angehörst, so war ich so frei im Vertrauen auf deine gewohnte Mildthätigkeit in deinem Namen 2 fl: zu geben, und hoffe daß es dir recht ist. Solltest du wünschen, mehr beizusteuern, so bitte ich, mir dieß bekannt zu geben. Wir werden wieder gegen 100 Kinder zu betheilen haben, du kannst dir denken, wie notwendig wir Geld brauchen. Es gibt viele Arme hier. / '' | ||
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==== Brief vom 29. Dezember 1882 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== | ==== Brief vom 29. Dezember 1882 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== | ||
Brief vom 29. Dezember 1882 von Fanny / [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] an Fanni / [Franziska Spängler]]:<br /> | |||
''Salzburg am 29te Dez. 1882./ Liebe Fanni! Das ihr Gott sey Dank, euch alle Wohl befindet hat mir mir viele Freude gemacht. Ich danke dir für die guten und vielen Süßigkeiten die du mir güsch'' [geschickt? Anm.] ''hast. Ich an deiner Stelle hätte weniger so feine und gebrächliche Sachen gemacht. Es gehört viel Geduld dazu; und den Christbaum damit zu schmücken ebenfalls. Mein Befinden ist Gott sey dank, so ziemlich gut. Ich danke euch für die guten Wünsche zum Neuenjahr. Möge Gott meine inigsten Wünsche erhören und auch Gesundheit und Zufriedenheit schücken, auch im kommenden Jahr schücken. An Christabenten warn meine Gedanken immer bey euch; die Kinder werden nicht genug ausdrücken wie schön alles ist. - Grüße deinen Mann und deine Kinder recht herzlich von mir. Bey mir war der Christabend sehr still und langweilig. Lebe wohl liebe Fanni zum Neuenjahr alles gut wünscht deine Großmutter Fanni.'' | ''Salzburg am 29te Dez. 1882./ Liebe Fanni! Das ihr Gott sey Dank, euch alle Wohl befindet hat mir mir viele Freude gemacht. Ich danke dir für die guten und vielen Süßigkeiten die du mir güsch'' [geschickt? Anm.] ''hast. Ich an deiner Stelle hätte weniger so feine und gebrächliche Sachen gemacht. Es gehört viel Geduld dazu; und den Christbaum damit zu schmücken ebenfalls. Mein Befinden ist Gott sey dank, so ziemlich gut. Ich danke euch für die guten Wünsche zum Neuenjahr. Möge Gott meine inigsten Wünsche erhören und auch Gesundheit und Zufriedenheit schücken, auch im kommenden Jahr schücken. An Christabenten warn meine Gedanken immer bey euch; die Kinder werden nicht genug ausdrücken wie schön alles ist. - Grüße deinen Mann und deine Kinder recht herzlich von mir. Bey mir war der Christabend sehr still und langweilig. Lebe wohl liebe Fanni zum Neuenjahr alles gut wünscht deine Großmutter Fanni.'' | ||
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