Kobler-Spängler-Briefe von 1878 bis 1879: Unterschied zwischen den Versionen
| (31 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 24: | Zeile 24: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Fotos Fasching 1878 1 bis 4 ==== | ==== Fotos zum Fasching 1878 1 bis 4 ==== | ||
Personen von links: Camilla Mertens, weißes Kleid, datierbar 1846; Goldhaube wohl vor 1837. - Fanni: grünes Kleid, offenbar datierbar vor 1837, Pelzhaube ebenso vor 1837. - Marie Spängler [sitzend]: weißes Kleid, offenbar datierbar 1837. - Gabriele Egghofer: blau-braun gestreiftes Kleid, Schürze. - Fotos von Rudolf Krziwanek (* 1843; † 1905), Hoffotograf in Wien. | Personen von links: Camilla Mertens, weißes Kleid, datierbar 1846; Goldhaube wohl vor 1837. - Fanni: grünes Kleid, offenbar datierbar vor 1837, Pelzhaube ebenso vor 1837. - Marie Spängler [sitzend]: weißes Kleid, offenbar datierbar 1837. - Gabriele Egghofer: blau-braun gestreiftes Kleid, Schürze. - Fotos von Rudolf Krziwanek (* 1843; † 1905), Hoffotograf in Wien. | ||
<gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> | ||
| Zeile 182: | Zeile 182: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief ohne Datum, | ==== Brief ohne Datum, ca. 22. Juli 1878, von Franz Spängler an Fanni Spängler ==== | ||
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] | Brief ohne Datum, erschlossen ca. 22. Juli 1878, von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br /> | ||
''Liebste Fanny // Für Deinen Brief meinen herzlichsten Dank; er freute mich um so mehr als er sehr ausführlich u. länger, als der le[t]zte war. // Für deine Mittheilung danke ich Dir bestens; ich sehe daraus dß es Dir u. Franzi Gottlob gut geht. // Nun zur Beantwortung Deiner Fragen. Den Koffer bitte ich gelegentlich schon in der nächsten Woche mir zu senden; erkundige Dich selbst od[er] durch Otto, welche Sendungsart billiger ist, durch Post od[er] Bahn-Eilgut; mir wäre ersteres bequemer, da das Abholen bei der Post viel einfacher ist als das bei der Bahn. // Den Schlüßel kannst Du, wenn der Koffer leer ist, in Papier eingesiegelt anhängen, od[er] in einer folgenden Postsendung schi[c]ken. / Gestern ließ ich den 1. Coupons pro August wechseln, um die Wäsche zahlen zu können, welche bei 3 fl'' [Gulden, Anm.] ''ausmachte. Die Wäsche haben wir in den Kasten eingeräumt, u. ich hoffe so, dß du nicht zur Klage über Unordnung Anlaß hast. // Bezüglich der Wäsche werde ich mich nach Deinem Briefe richten, nur die 2 weißen Gilets gebe ich schon Ende in dieser Woche zum Waschen der Frau Minna. //'' | ''Liebste Fanny // Für Deinen Brief meinen herzlichsten Dank; er freute mich um so mehr als er sehr ausführlich u. länger, als der le[t]zte war. // Für deine Mittheilung danke ich Dir bestens; ich sehe daraus dß es Dir u. Franzi Gottlob gut geht. // Nun zur Beantwortung Deiner Fragen. Den Koffer bitte ich gelegentlich schon in der nächsten Woche mir zu senden; erkundige Dich selbst od[er] durch Otto, welche Sendungsart billiger ist, durch Post od[er] Bahn-Eilgut; mir wäre ersteres bequemer, da das Abholen bei der Post viel einfacher ist als das bei der Bahn. // Den Schlüßel kannst Du, wenn der Koffer leer ist, in Papier eingesiegelt anhängen, od[er] in einer folgenden Postsendung schi[c]ken. / Gestern ließ ich den 1. Coupons pro August wechseln, um die Wäsche zahlen zu können, welche bei 3 fl'' [Gulden, Anm.] ''ausmachte. Die Wäsche haben wir in den Kasten eingeräumt, u. ich hoffe so, dß du nicht zur Klage über Unordnung Anlaß hast. // Bezüglich der Wäsche werde ich mich nach Deinem Briefe richten, nur die 2 weißen Gilets gebe ich schon Ende in dieser Woche zum Waschen der Frau Minna. //'' | ||
| Zeile 192: | Zeile 192: | ||
==== Brief vom 23. und 24. Juli 1878 von Fanni Spängler an Franz Spängler. ==== | ==== Brief vom 23. und 24. Juli 1878 von Fanni Spängler an Franz Spängler. ==== | ||
Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] | Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; Leseabsätze eingefügt; [Ergänzung]:<br /> | ||
''Salzburg, 23. Juli 1878. // Mein lieber Mann! // Unser Weibi<ref>die älteste Tochter Franziska Spängler (* 18. Juni 1877)</ref>, dem es sehr gut geht, hat sich je[t]zt angewöhnt, um 17 Uhr Mitt[a]g einzuschlafen, somit habe ich um diese Zeit einige Ruhe, die ich meist dazu benütze, an dich zu schreiben. Vorerst muß ich dir danken für die Karte und dir erzählen, daß ich mich alle Tage noch mehr freue dich wieder zu sehen. Franzi kennt deine Fotografie im Medaillon und auch bei deiner Mutter und küßt und herzt dein liebes Bild. Deine Mutter ist sehr lieb gegen uns, sie hat die Kleine recht gern, was mich um so mehr freut, als du ja weißt, was ich immer fürchtete. 24/7 Gestern kam ich wirklich nicht mehr zum Schreiben; es kam Tante Alois<ref>die Frau von [[Aloys Spängler]]</ref>, welche bisher die einzige ist, die gegen das Tragen meiner Kleinen etwas einzuwenden hat.<ref>Wegen einer Fuß-Fehlstellung, die erfolgreich behandelt wurde, konnte Franziska zuerst schlecht selbst laufen. Vgl. Briefe seit dem 1. März 1877, Brief vom 29. Juli 1877 mit Anmerkung, vom 20. Juli 1878 mit Anmerkung und öfter.</ref> / Gestern war Otto so freundlich, die Aufgabe des Koffers zu besorgen. Der Koffer kommt als Eilgut gegen Nachna[h]me in deine Hände<ref>Der Koffer wird leer geschickt; Franz braucht ihn zu seiner Reise nach Salzburg. Vgl. die Briefe vom 17., ca. 22. und 27. Juli 1878.</ref>, bitte, sage der Anna, daß sie ihn übernimmt und gleich die Rechnung bezahlt. Schreib mir doch, wenn und wie viel Geld ich dir durch Otto schicken soll.'' | ''Salzburg, 23. Juli 1878. // Mein lieber Mann! // Unser Weibi<ref>die älteste Tochter Franziska Spängler (* 18. Juni 1877)</ref>, dem es sehr gut geht, hat sich je[t]zt angewöhnt, um 17 Uhr Mitt[a]g einzuschlafen, somit habe ich um diese Zeit einige Ruhe, die ich meist dazu benütze, an dich zu schreiben. Vorerst muß ich dir danken für die Karte und dir erzählen, daß ich mich alle Tage noch mehr freue dich wieder zu sehen. Franzi kennt deine Fotografie im Medaillon und auch bei deiner Mutter und küßt und herzt dein liebes Bild. Deine Mutter ist sehr lieb gegen uns, sie hat die Kleine recht gern, was mich um so mehr freut, als du ja weißt, was ich immer fürchtete. 24/7 Gestern kam ich wirklich nicht mehr zum Schreiben; es kam Tante Alois<ref>die Frau von [[Aloys Spängler]]</ref>, welche bisher die einzige ist, die gegen das Tragen meiner Kleinen etwas einzuwenden hat.<ref>Wegen einer Fuß-Fehlstellung, die erfolgreich behandelt wurde, konnte Franziska zuerst schlecht selbst laufen. Vgl. Briefe seit dem 1. März 1877, Brief vom 29. Juli 1877 mit Anmerkung, vom 20. Juli 1878 mit Anmerkung und öfter.</ref> / Gestern war Otto so freundlich, die Aufgabe des Koffers zu besorgen. Der Koffer kommt als Eilgut gegen Nachna[h]me in deine Hände<ref>Der Koffer wird leer geschickt; Franz braucht ihn zu seiner Reise nach Salzburg. Vgl. die Briefe vom 17., ca. 22. und 27. Juli 1878.</ref>, bitte, sage der Anna, daß sie ihn übernimmt und gleich die Rechnung bezahlt. Schreib mir doch, wenn und wie viel Geld ich dir durch Otto schicken soll.'' | ||
| Zeile 201: | Zeile 201: | ||
==== Brief vom 27. Juli 1878 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ==== Brief vom 27. Juli 1878 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ||
Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] | Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; XX = unleserlich:<br /> | ||
''Salzburg 27 Juli 1878 // Mein lieber Franzl! // Dein lieber Brief machte mir große Freude, ich küße dich dafür herzlichst. // Zur angene[h]men Neuigkeit theile ich dir mit, daß ich heute bei unserm Mädi den ersten Stockzahn entdeckt habe. Daß bald wieder ein Zahn kommen wird, habe ich wo[h]l gedacht, da die Kleine etwas bläßer aussah, und Nachts öfters im Schlafe aufschrie, wie sie es immer thut, wenn ein Zahn im Durchbrechen war. Übrigens befindet und unterhält sie sich hier ganz ausgezeichnet. Ich thue mein Bestes, daß ich das Verziehen vermeide, und hoffe auch, daß es mir gelingen wird, unser Kind so einfach zu erhalten, wie bisher. Ich bin schon so neugierig, ob du unser Mäde besser entwickelt findest, wenn du kommst. // Je näher der Tag deines Kommens rückt, besto mehr freue ich mich auf ein frohes Wiedersehen. // Ich denke die kleine Maus wird dir auch wieder gut gefallen. // Solltest du zufällig Dr: Lorinser noch einmal sehen, so sage ihm, daß der Vater bisher noch nicht das Gewünschte hat erhalten können. //'' | ''Salzburg 27 Juli 1878 // Mein lieber Franzl! // Dein lieber Brief machte mir große Freude, ich küße dich dafür herzlichst. // Zur angene[h]men Neuigkeit theile ich dir mit, daß ich heute bei unserm Mädi den ersten Stockzahn entdeckt habe. Daß bald wieder ein Zahn kommen wird, habe ich wo[h]l gedacht, da die Kleine etwas bläßer aussah, und Nachts öfters im Schlafe aufschrie, wie sie es immer thut, wenn ein Zahn im Durchbrechen war. Übrigens befindet und unterhält sie sich hier ganz ausgezeichnet. Ich thue mein Bestes, daß ich das Verziehen vermeide, und hoffe auch, daß es mir gelingen wird, unser Kind so einfach zu erhalten, wie bisher. Ich bin schon so neugierig, ob du unser Mäde besser entwickelt findest, wenn du kommst. // Je näher der Tag deines Kommens rückt, besto mehr freue ich mich auf ein frohes Wiedersehen. // Ich denke die kleine Maus wird dir auch wieder gut gefallen. // Solltest du zufällig Dr: Lorinser noch einmal sehen, so sage ihm, daß der Vater bisher noch nicht das Gewünschte hat erhalten können. //'' | ||
| Zeile 207: | Zeile 207: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief ohne Datum, | ==== Brief ohne Datum, ca. 27. Juli 1878, von Franz Spängler an Fanni Spängler ==== | ||
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br /> | Brief ohne Datum, erschlossen ca. 27. Juli 1878, von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br /> | ||
''Meine liebe Fanny! // In Beantwortung Deines lieben Briefes bestätige ich Dir zunächst das richtige Einlangen des Koffers, für den ich zugleich an Fracht u. Zustellungsgebü[h]r 1 fl'' [Gulden, Anm.] ''zahlen mußte, dann des heute eingelangten Schlüßels. In dem Koffer ist auch Dein alter graugrüner Ro[c]k enthalten; was soll’s mit diesem, dß du hieher schi[c]ktest. Die Einkäufe werde ich schon besorgen jedoch selbstverständlich die Sachen erst selbst mitbringen; od[er] soll ich sie gleich kaufen u. schi[c]ken? // Am Mittwoch war ich bei Director Lorinser, der sich Dir bestens empfehlen läßt; er äußerte sich über das Füßchen der Franzi recht zufrieden gestellt auch rühmte den großen Fleiß, den du auf die Sache verwendet hast. An Verhaltensmaßregeln hat er mir nichts aufgetragen, als daß du Nachts immer auch die Bandage anlegen sollst. / Er selbst wird Anfang September, vielleicht auch Ende August nach Salzburg kommen. Dr Lorinser läßt den Vater bestens grüßen, u. ihn erinnern wegen des vor einigen Wochen gestellten Ersuchens wegen des Schlußes der Arbeit des Prof. Walz<ref>Vgl. [[Michael Walz]], [[Die Grabdenkmäler von St. Peter und Stift Nonnberg zu Salzburg]], 1867 bis 1875. Offenbar geht es um den III. Teil, der nicht mehr im Druck erschienen ist.</ref> über die Salzburgischen Grabdenkmale in den Mittheilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Ich war am selben Nachmittag auch bei Sattler, welche sich Dir empfehlen laßen, u. bald auf der durchreise nach Gießen zur Hochzeit Huberts durch Salzburg kommen werden. Die Hochzeit finden am 12. August statt. //'' | ''Meine liebe Fanny! // In Beantwortung Deines lieben Briefes bestätige ich Dir zunächst das richtige Einlangen des Koffers, für den ich zugleich an Fracht u. Zustellungsgebü[h]r 1 fl'' [Gulden, Anm.] ''zahlen mußte, dann des heute eingelangten Schlüßels. In dem Koffer ist auch Dein alter graugrüner Ro[c]k enthalten; was soll’s mit diesem, dß du hieher schi[c]ktest. Die Einkäufe werde ich schon besorgen jedoch selbstverständlich die Sachen erst selbst mitbringen; od[er] soll ich sie gleich kaufen u. schi[c]ken? // Am Mittwoch war ich bei Director Lorinser, der sich Dir bestens empfehlen läßt; er äußerte sich über das Füßchen der Franzi recht zufrieden gestellt auch rühmte den großen Fleiß, den du auf die Sache verwendet hast. An Verhaltensmaßregeln hat er mir nichts aufgetragen, als daß du Nachts immer auch die Bandage anlegen sollst. / Er selbst wird Anfang September, vielleicht auch Ende August nach Salzburg kommen. Dr Lorinser läßt den Vater bestens grüßen, u. ihn erinnern wegen des vor einigen Wochen gestellten Ersuchens wegen des Schlußes der Arbeit des Prof. Walz<ref>Vgl. [[Michael Walz]], [[Die Grabdenkmäler von St. Peter und Stift Nonnberg zu Salzburg]], 1867 bis 1875. Offenbar geht es um den III. Teil, der nicht mehr im Druck erschienen ist.</ref> über die Salzburgischen Grabdenkmale in den Mittheilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Ich war am selben Nachmittag auch bei Sattler, welche sich Dir empfehlen laßen, u. bald auf der durchreise nach Gießen zur Hochzeit Huberts durch Salzburg kommen werden. Die Hochzeit finden am 12. August statt. //'' | ||
| Zeile 216: | Zeile 216: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief | ==== Brief vom 28. Juli 1878 von Franz Spängler an Fanni Spängler ==== | ||
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br /> | Brief ohne Datum, erschlossen 28. Juli 1878 früh, von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br /> | ||
''Meine liebe Fanny! // Meinen herzlichen Dank für deinen lieben Brief, den ich heute früh erhielt; mit Freude entna[h]m ich daraus, daß [!] Ihr Euch wo[h]lbefindet, u. dß auch der 1. Sto[c]zahn ohne Müe[h]ungen des Wo[h]lbefinden[s] der Kleinen glü[c]klich durchkam. // Ich habe gestern die Nadeln gekauft, die Wolle werde ich dieser Tage kaufen; nur hinsichtlich der Nachtlichter bitte ich um Angabe, welche von den verschiedenen Größen od[er] Qualitäten, die sie etwa haben, ich ne[h]men soll, und ob ich ein porzellanenes Schwimmerl auch kaufen soll.<ref>"beim nachtlicht ein einsatz (von kork oder papier), der das licht hält und auf dem öl schwimmt" (Grimm, ''Deutsches Wörterbuch'' digital; woerterbuchnetz.de, Bd. 14/15, 1898, Sp. 2643, ''Schwimmer'')</ref> Was die Carlsbader Oblaten betrifft, so kann ich nichts versprechen, bevor ich einpa[c]ke; ist es mir möglich, so werde ich welche mitbringen. // Was die Geldfrage betrifft, so muß ich dich ersuchen mir am liebsten den ganzen Betrag der August’coupons'' [Zinsen von Aktien, Anm.] ''welche Otto in Händen hat (33 fl 60 Xr)'' [Gulden, Kreuzer; Anm.] ''od. mit Rü[c]ksicht auf den Cassarest / den Otto hat rund'' [unterstrichen:] ''35 fl'' [Gulden, Anm.] ''zu senden um für alle Eventualitäten gesichert zu sein. Sage dem Otto, dß ich das Monathgeld der Mutter pro August schon dieser selbst geben werde.'' | ''Meine liebe Fanny! // Meinen herzlichen Dank für deinen lieben Brief, den ich heute früh erhielt; mit Freude entna[h]m ich daraus, daß [!] Ihr Euch wo[h]lbefindet, u. dß auch der 1. Sto[c]zahn ohne Müe[h]ungen des Wo[h]lbefinden[s] der Kleinen glü[c]klich durchkam. // Ich habe gestern die Nadeln gekauft, die Wolle werde ich dieser Tage kaufen; nur hinsichtlich der Nachtlichter bitte ich um Angabe, welche von den verschiedenen Größen od[er] Qualitäten, die sie etwa haben, ich ne[h]men soll, und ob ich ein porzellanenes Schwimmerl auch kaufen soll.<ref>"beim nachtlicht ein einsatz (von kork oder papier), der das licht hält und auf dem öl schwimmt" (Grimm, ''Deutsches Wörterbuch'' digital; woerterbuchnetz.de, Bd. 14/15, 1898, Sp. 2643, ''Schwimmer'')</ref> Was die Carlsbader Oblaten betrifft, so kann ich nichts versprechen, bevor ich einpa[c]ke; ist es mir möglich, so werde ich welche mitbringen. // Was die Geldfrage betrifft, so muß ich dich ersuchen mir am liebsten den ganzen Betrag der August’coupons'' [Zinsen von Aktien, Anm.] ''welche Otto in Händen hat (33 fl 60 Xr)'' [Gulden, Kreuzer; Anm.] ''od. mit Rü[c]ksicht auf den Cassarest / den Otto hat rund'' [unterstrichen:] ''35 fl'' [Gulden, Anm.] ''zu senden um für alle Eventualitäten gesichert zu sein. Sage dem Otto, dß ich das Monathgeld der Mutter pro August schon dieser selbst geben werde.'' | ||
| Zeile 227: | Zeile 227: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief | ==== Brief vom 28. Juli 1878 von Franz Spängler an Fanni Spängler ==== | ||
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]. Ein Blatt; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; XX = unleserlich; sehr flüchtige Schrift:<br /> | Brief ohne Datum, erschlossen 28. Juli 1878 abends, von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]. Ein Blatt; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; XX = unleserlich; sehr flüchtige Schrift:<br /> | ||
''Meine liebe Fanny! // Ich war heute so pressi[e]rt, insbesondere durch Gänge, die ich in der Angelegenheit der bewußten Verlassenschaften<ref>vgl. Briefe vom 20. Juli 1878 und ca. 22. Juli 1878</ref> zu machen hatte, dß ich erst je[t]zt um 6 Uhr Abends dazukomme, dir zu schreiben. Ich muß mich daher sehr kurz fassen, um den Brief weiter zu bringen. Was zunächst die Uebergabe des Kindertischchens an den Tischler betrifft, so bin ich nicht recht damit einverstanden, dasselbe je[t]zt zu Tischler zu geben. Es läge beinahe 4 Wochen herum, u würde höchstens vielleicht die neue La[c]ki[e]rung wieder beschädigt werden, ich meine daher, wir sollen lieber es erst nach unserer Rü[c]kkunft zum Tischler geben, da der Bedarf desselben auch dann noch kein so dringender sein wird Anna hat gebeten, dß sie das De[c]kbrett des Tafelbettes zum Tisch[l]er geben dürfe, damit es ausgebessert u. neu angestrichen werde; bist du damit einverstanden? // Ich bitte dich mir über diese 2 Punkte noch umgehend zu schreiben / Ferner was soll ich mit den 3 XXde[c]ken auf den Betten machen, sollen Sie aufgebreitet liegenbleiben, od[er] mit einem Leintuch od[er] dergl. zugede[c]kt od[er] zusammengelegt u. in den Betten od[er] in einem Kasten aufgehoben werden? Auch hierüber bitte ich noch um Antwort. // Hiemit glaube ich um alles nachgefragt zu haben, was ich zu fragen hat[te]. // Nun lebe wohl, au[f] baldiges frohes Wiedersehen freut sich von ganzem Herzen // Dein // Dich treuliebender // Franz'' | ''Meine liebe Fanny! // Ich war heute so pressi[e]rt, insbesondere durch Gänge, die ich in der Angelegenheit der bewußten Verlassenschaften<ref>vgl. Briefe vom 20. Juli 1878 und ca. 22. Juli 1878</ref> zu machen hatte, dß ich erst je[t]zt um 6 Uhr Abends dazukomme, dir zu schreiben. Ich muß mich daher sehr kurz fassen, um den Brief weiter zu bringen. Was zunächst die Uebergabe des Kindertischchens an den Tischler betrifft, so bin ich nicht recht damit einverstanden, dasselbe je[t]zt zu Tischler zu geben. Es läge beinahe 4 Wochen herum, u würde höchstens vielleicht die neue La[c]ki[e]rung wieder beschädigt werden, ich meine daher, wir sollen lieber es erst nach unserer Rü[c]kkunft zum Tischler geben, da der Bedarf desselben auch dann noch kein so dringender sein wird Anna hat gebeten, dß sie das De[c]kbrett des Tafelbettes zum Tisch[l]er geben dürfe, damit es ausgebessert u. neu angestrichen werde; bist du damit einverstanden? // Ich bitte dich mir über diese 2 Punkte noch umgehend zu schreiben / Ferner was soll ich mit den 3 XXde[c]ken auf den Betten machen, sollen Sie aufgebreitet liegenbleiben, od[er] mit einem Leintuch od[er] dergl. zugede[c]kt od[er] zusammengelegt u. in den Betten od[er] in einem Kasten aufgehoben werden? Auch hierüber bitte ich noch um Antwort. // Hiemit glaube ich um alles nachgefragt zu haben, was ich zu fragen hat[te]. // Nun lebe wohl, au[f] baldiges frohes Wiedersehen freut sich von ganzem Herzen // Dein // Dich treuliebender // Franz'' | ||
<hr> | <hr> | ||
| Zeile 250: | Zeile 250: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 15. und 17. September 1878 von | ==== Brief vom 15. und 17. September 1878 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> | Brief vom 15. und 17. September 1878 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stelle:<br /> | ||
''Salzburg den 15/9 [18]78 Meine inigstgeliebten Theuren! Gottlob! ich hörte schon gleich, durch die Karte an die Rosa, das Ihr glücklich hinab'' [nach Wien, Anm.] ''gekommen seid, dan durch der Großmutter ihren Brief und dan durch den meinen das es Euch gut geht, und meine liebe Franzerl schon so gute Fortschritte im Laufen macht. O mein Gott wie froh bin ich für die Fany und Franzerl, die Fany wird sich um vieles leichter thun. Und die kleine wird immer sich glücklicher fühlen, je gewagter sie wird gehen können. Schreibt es ja gleich, damit wir uns, mit Euch, freuen können. Franzerls Bild nehme ich wohl oft in die Hand, und freue mich immer das sie so gut getroffen ist. / auch habe ich sie schon vielen meinen Bekanten gezeugt, und alle fanden sie sehr lieb. Meine liebe Fany glaube mir, ich hatte gewiß keine geringere Freude, um dich zu sein als es dir angenehm war; das wir so manche Stunde in traulichen geplauder zu brachten, ich möchte sie oft widereranbrechen sehen. Die Großmutter ist wie immer, im ganzen Gesund, bis auf ihr Klopfen, außruhen kann sie nun auch genug, da sie nun alles wider in gehöriger Ordnung haben.'' | ''Salzburg den 15/9 [18]78 Meine inigstgeliebten Theuren! Gottlob! ich hörte schon gleich, durch die Karte an die Rosa, das Ihr glücklich hinab'' [nach Wien, Anm.] ''gekommen seid, dan durch der Großmutter ihren Brief und dan durch den meinen das es Euch gut geht, und meine liebe Franzerl schon so gute Fortschritte im Laufen macht. O mein Gott wie froh bin ich für die Fany und Franzerl, die Fany wird sich um vieles leichter thun. Und die kleine wird immer sich glücklicher fühlen, je gewagter sie wird gehen können. Schreibt es ja gleich, damit wir uns, mit Euch, freuen können. Franzerls Bild nehme ich wohl oft in die Hand, und freue mich immer das sie so gut getroffen ist. / auch habe ich sie schon vielen meinen Bekanten gezeugt, und alle fanden sie sehr lieb. Meine liebe Fany glaube mir, ich hatte gewiß keine geringere Freude, um dich zu sein als es dir angenehm war; das wir so manche Stunde in traulichen geplauder zu brachten, ich möchte sie oft widereranbrechen sehen. Die Großmutter ist wie immer, im ganzen Gesund, bis auf ihr Klopfen, außruhen kann sie nun auch genug, da sie nun alles wider in gehöriger Ordnung haben.'' | ||
| Zeile 268: | Zeile 268: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 10. November 1878 von | ==== Brief vom 10. November 1878 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stellen:<br /> | Brief vom 10. November 1878 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stellen:<br /> | ||
''Salzburg den 10/11 [18]78 Meine inigst geliebten Theuren! Recht herzlichen Dank, für Eure lieben Briefe, es freute mich unge[mein] das es Euch so gut geht, und besonders das die Kleine allein läuft. Wie wohl wird es ihr thun wen sie so herum gehen kann in den Zimmern es vergeht ihnen ja die Zeit weit schneller, und Fany ist es ja auch viel weniger beschwerlich wen sie die kleine nicht immer auf den Armmen haben muß. Franzi hat nun gerade das liebste Alter, wo sie zu sprechen beginen, es steht ihnen alles so gut man freut sich [an] jeden neuen Wort, welches sie sprechen, – ich sehe es ja bey der B[P]aula, die fängt auch schon an einzelne worte zu sprechen. Ich freue mich schon jetzt wider auf ein so gott will frohes wider sehen.'' | ''Salzburg den 10/11 [18]78 Meine inigst geliebten Theuren! Recht herzlichen Dank, für Eure lieben Briefe, es freute mich unge[mein] das es Euch so gut geht, und besonders das die Kleine allein läuft. Wie wohl wird es ihr thun wen sie so herum gehen kann in den Zimmern es vergeht ihnen ja die Zeit weit schneller, und Fany ist es ja auch viel weniger beschwerlich wen sie die kleine nicht immer auf den Armmen haben muß. Franzi hat nun gerade das liebste Alter, wo sie zu sprechen beginen, es steht ihnen alles so gut man freut sich [an] jeden neuen Wort, welches sie sprechen, – ich sehe es ja bey der B[P]aula, die fängt auch schon an einzelne worte zu sprechen. Ich freue mich schon jetzt wider auf ein so gott will frohes wider sehen.'' | ||
| Zeile 286: | Zeile 286: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 30. November 1878 von | ==== Brief vom 30. November 1878 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> | Brief vom 30. November 1878 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stelle:<br /> | ||
''Salzburg den 30/11 [18]78. Meine inigstgeliebten Theuren! Recht herzlichen Dannck meine lieben, für die Erinerung zu meinen Hochzeitstag – ja wohl ist es ein Tag der verschiedensten Gefühle – nie – und nimmer kommen die wichtigsten Mommente dieser Zeit und Tage, auß demm Gedächtniß Nun zu etwas andren, am 3 t[en] dezember ist lieber Franz dein Nammenstag; ich wünsche dir alles erdenckliche Gute was dich beglücken kann. Besonders wünsche ich das bey deiner lieben Gattin alles recht glücklich vorüber geht. – Die Liebe Franzi recht gesund bleibt, und recht brav / damit Ihr Euch des Lebens erfreuen könnt. Mir lieber Franz behalte immer ein Plätzchen in deinen Herzen. Das die Kleine Franzi schon so brav ma[r]schirt, ist doch ein wahres Glück. , und wie sie selbst es freuen wird. Franzi wird schon von jugend auf gewöhnt, sich allein zu unterhalten, dieß wird ihr, und dir, gut zu statten kommen besonders wen einmal ein 2 tes Kindlein da ist, weil mann dadurch viele Zeit gewint.'' | ''Salzburg den 30/11 [18]78. Meine inigstgeliebten Theuren! Recht herzlichen Dannck meine lieben, für die Erinerung zu meinen Hochzeitstag – ja wohl ist es ein Tag der verschiedensten Gefühle – nie – und nimmer kommen die wichtigsten Mommente dieser Zeit und Tage, auß demm Gedächtniß Nun zu etwas andren, am 3 t[en] dezember ist lieber Franz dein Nammenstag; ich wünsche dir alles erdenckliche Gute was dich beglücken kann. Besonders wünsche ich das bey deiner lieben Gattin alles recht glücklich vorüber geht. – Die Liebe Franzi recht gesund bleibt, und recht brav / damit Ihr Euch des Lebens erfreuen könnt. Mir lieber Franz behalte immer ein Plätzchen in deinen Herzen. Das die Kleine Franzi schon so brav ma[r]schirt, ist doch ein wahres Glück. , und wie sie selbst es freuen wird. Franzi wird schon von jugend auf gewöhnt, sich allein zu unterhalten, dieß wird ihr, und dir, gut zu statten kommen besonders wen einmal ein 2 tes Kindlein da ist, weil mann dadurch viele Zeit gewint.'' | ||
| Zeile 307: | Zeile 307: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 26. Dezember 1878 von | ==== Brief vom 26. Dezember 1878 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> | Brief vom 26. Dezember 1878 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stelle:<br /> | ||
''Salzburg den 26/12 1878. Meine inigst geliebten Theuren! Wie sehr erfreute mich Euer Christgeschenck. Ich habe selbes schon 4 mal getragen, hat allgemeinen Beyfall und taugt mir vor allen, sehr gut auf den Kopf, ich kann sie auch auch [!] sehr gut brauchen weil ich die ich doch imer Hauben trage schon ein ganzes Jahr keine mehr bekommen habe auch der Schlips<ref>Diese Bedeutung von "Schlips" kann ich, [[Otto Holzapfel]], nicht identifizieren.</ref> ist sehr hübsch, ich trage selben immer zur Haube. Nehmt meinen Herzlichen dannck dafür. Ich dachte am Heil Abend wohl auch an Euch meine Lieben. Wie werden die Augelein der Kleinen Fany geglänzt haben, und wie / wird sie gehüpft sein vor Freude ich hätte sie recht gerne sehen mögen, und Papa, und Mama, werden sich an der Kleinen ihrer Freude geweidet haben. Bey Otto war auch ein schöner Christbaum, die Kinder wurden reichlich beschenkt. Als jedes ein Buch je nach dem Alter beschaffen dan die größren Schlittschuhe, die 3 Kleinen Pupen dan Geldtaschen. Dan Zeug zu warmen Regenmäntele dan Schlips die größren Etwie mit Briefpapier und Quwert. Stiefl und noch eine menge Kleinigkeiten. Ich wurde auch noch überrascht, mit einen sehr hübschen Sammthut, von Frau von Duregger, und Emile zusammen, der mich auch sehr freut, nun bin ich ganz schön zusammen gerichtet, für den Winter.'' / | ''Salzburg den 26/12 1878. Meine inigst geliebten Theuren! Wie sehr erfreute mich Euer Christgeschenck. Ich habe selbes schon 4 mal getragen, hat allgemeinen Beyfall und taugt mir vor allen, sehr gut auf den Kopf, ich kann sie auch auch [!] sehr gut brauchen weil ich die ich doch imer Hauben trage schon ein ganzes Jahr keine mehr bekommen habe auch der Schlips<ref>Diese Bedeutung von "Schlips" kann ich, [[Otto Holzapfel]], nicht identifizieren.</ref> ist sehr hübsch, ich trage selben immer zur Haube. Nehmt meinen Herzlichen dannck dafür. Ich dachte am Heil Abend wohl auch an Euch meine Lieben. Wie werden die Augelein der Kleinen Fany geglänzt haben, und wie / wird sie gehüpft sein vor Freude ich hätte sie recht gerne sehen mögen, und Papa, und Mama, werden sich an der Kleinen ihrer Freude geweidet haben. Bey Otto war auch ein schöner Christbaum, die Kinder wurden reichlich beschenkt. Als jedes ein Buch je nach dem Alter beschaffen dan die größren Schlittschuhe, die 3 Kleinen Pupen dan Geldtaschen. Dan Zeug zu warmen Regenmäntele dan Schlips die größren Etwie mit Briefpapier und Quwert. Stiefl und noch eine menge Kleinigkeiten. Ich wurde auch noch überrascht, mit einen sehr hübschen Sammthut, von Frau von Duregger, und Emile zusammen, der mich auch sehr freut, nun bin ich ganz schön zusammen gerichtet, für den Winter.'' / | ||
| Zeile 328: | Zeile 328: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 25. Februar 1879 von | ==== Brief vom 25. Februar 1879 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stellen:<br /> | Brief vom 25. Februar 1879 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stellen:<br /> | ||
''Salzburg den 25/2 [18]79 Meine inigstgeliebten Theuren! Habt recht herzlichen Dannck für Euren letzten lieben mir theuren Brief; es freut mich ja immer so sehr wen ich von Euch und der kleinen Franzl höre. Gott sey lob und dannck das sie so gedeit, jetzt muß sie schon ganz herzig sein, weil sie schon anfängt allerlei zu sprechen. Die Olgar bey Koch spricht schon sehr viele Worte recht deutlich, weniger die Berta, sie spricht schon Papa Mama Aua Didi heißt bey ihr Louise Erta heißt Berta, verstehen thut sie alles, was man zu ihr sagt, und ist einen sehr zugethan. / Die Berta hat 16 Zähne, die Olgar 6 und der Siegmund hat auch schon 2 das ist ein starckes Kind was man sagen kann, und sehr gut, er liegt Stunden und spielt mit seinen Füeßchen. Wie werde ich mich freuen wen ich höre, das alles glücklich vorbey ist, bey dir, liebe Fany, ich bethe schon alle Tage fleißig für Euch Alle. Rosa freut sich gewiß nicht münder hinunter nach Wien als du dich auf sie freust, am nächsten Sontag 8 Tag wird sie Abends in Wien eintreffen. Wen es ein Mädchen ist und meinen Nahmmen bekömmt, wird es mich sehr freuen, ich will dan schon ganz besonders für Sie bethen das sie unter dem Schutz des Heil Antoni ein recht braves Mädchen wird, welches denen Eltern einst eine Stütze wird, im Alter. Die Franzel ist halt deinen Fleiß so gewöhnt, das sie glaubt es muß so sein das du immer nähst. Nun zur Beantwortung des Briefes von Franz. /'' | ''Salzburg den 25/2 [18]79 Meine inigstgeliebten Theuren! Habt recht herzlichen Dannck für Euren letzten lieben mir theuren Brief; es freut mich ja immer so sehr wen ich von Euch und der kleinen Franzl höre. Gott sey lob und dannck das sie so gedeit, jetzt muß sie schon ganz herzig sein, weil sie schon anfängt allerlei zu sprechen. Die Olgar bey Koch spricht schon sehr viele Worte recht deutlich, weniger die Berta, sie spricht schon Papa Mama Aua Didi heißt bey ihr Louise Erta heißt Berta, verstehen thut sie alles, was man zu ihr sagt, und ist einen sehr zugethan. / Die Berta hat 16 Zähne, die Olgar 6 und der Siegmund hat auch schon 2 das ist ein starckes Kind was man sagen kann, und sehr gut, er liegt Stunden und spielt mit seinen Füeßchen. Wie werde ich mich freuen wen ich höre, das alles glücklich vorbey ist, bey dir, liebe Fany, ich bethe schon alle Tage fleißig für Euch Alle. Rosa freut sich gewiß nicht münder hinunter nach Wien als du dich auf sie freust, am nächsten Sontag 8 Tag wird sie Abends in Wien eintreffen. Wen es ein Mädchen ist und meinen Nahmmen bekömmt, wird es mich sehr freuen, ich will dan schon ganz besonders für Sie bethen das sie unter dem Schutz des Heil Antoni ein recht braves Mädchen wird, welches denen Eltern einst eine Stütze wird, im Alter. Die Franzel ist halt deinen Fleiß so gewöhnt, das sie glaubt es muß so sein das du immer nähst. Nun zur Beantwortung des Briefes von Franz. /'' | ||
| Zeile 346: | Zeile 346: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 11. März 1879 von Richard | ==== Brief vom 11. März 1879 von Richard Schlegel an Franz Spängler ==== | ||
11. März 1879, Brief ohne Umschlag [Salzburg] von [Nr. 38<ref>"Nr. 39" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881) an [Nr. 18] Franz Spängler ([[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; * 1839; † 1912):<br /> | 11. März 1879, Brief ohne Umschlag [Salzburg] von [Nr. 38<ref>"Nr. 39" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881) an [Nr. 18] Franz Spängler ([[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; * 1839; † 1912):<br /> | ||
''Lieber Franz! Ich besitze gar Nichts, was auf meine verstorbenen Eltern u. Geschwister Bezug hätte, was da war habe ich dem Notar Kofler übergeben u. das alles ist jetzt in deinem Besitz. Fritz ist von Leitmeritz nur zum Militair abgestellt worden, zu welcher Zeit er bei den Eltern lebte, der Vater ist ein geborener Leitmeritzer u. als pensionierter Oberarzt dort gestorben. Der Bruder Vincenz ist im Jahre 1807 in Theresienstadt geboren. – Die Mutter ist in Bemisch Leippa'' [Böhmisch Leipa] ''geboren, ihre Eltern sind aber nach Theresienstadt überzogen, wo der Vater sie geheirathet hat. Unterstützung von der Gemeinde Leitmeritz hat sie nie eine gehabt. Ob nach dem Tode der Geschwister Verlassenschaftsabhandlungen gepflogen wurden oder nicht, ist mir unbekannt, es läßt sich aber leicht denken, daß die betreffenden Akten als werthlose Papiere beseitigt wurden, da sie Alle ohne Vermögen gestorben sind. – Lebet wohl u. bleibt gesund, die herzlichsten Grüße von uns Allen u. Euch allen. Wir freuen uns immer sehr, wenn wir von den Kunststücken der Franzl etwas zu hören bekommen, ich hoffe, Rosa wird fleißig berichten. Euer Vater Richard 11/3 79.'' | ''Lieber Franz! Ich besitze gar Nichts, was auf meine verstorbenen Eltern u. Geschwister Bezug hätte, was da war habe ich dem Notar Kofler übergeben u. das alles ist jetzt in deinem Besitz. Fritz ist von Leitmeritz nur zum Militair abgestellt worden, zu welcher Zeit er bei den Eltern lebte, der Vater ist ein geborener Leitmeritzer u. als pensionierter Oberarzt dort gestorben. Der Bruder Vincenz ist im Jahre 1807 in Theresienstadt geboren. – Die Mutter ist in Bemisch Leippa'' [Böhmisch Leipa, Anm.] ''geboren, ihre Eltern sind aber nach Theresienstadt überzogen, wo der Vater sie geheirathet hat. Unterstützung von der Gemeinde Leitmeritz hat sie nie eine gehabt. Ob nach dem Tode der Geschwister Verlassenschaftsabhandlungen gepflogen wurden oder nicht, ist mir unbekannt, es läßt sich aber leicht denken, daß die betreffenden Akten als werthlose Papiere beseitigt wurden, da sie Alle ohne Vermögen gestorben sind. – Lebet wohl u. bleibt gesund, die herzlichsten Grüße von uns Allen u. Euch allen. Wir freuen uns immer sehr, wenn wir von den Kunststücken der Franzl etwas zu hören bekommen, ich hoffe, Rosa wird fleißig berichten. Euer Vater Richard 11/3 79.'' | ||
Nr. 76, der Vater von Richard, Franz #Schlegel, geb. 1769 in Leitmeritz in Böhmen, ist Wundarzt und Oberarzt beim Fürstl. Reuss Plauen Infanterie Regiment; der Sohn, Nr. 38, [[Richard Franz Schlegel]], ist 1811 in Theresienstadt geboren. Fritz und Vincenz müssten verstorbene Brüder von Richard sein. – Die Mutter: Nr. 77 Maria Theresia Heygel, geb. 20. Oktober 1783 in Böhmisch-Leipa. | Nr. 76, der Vater von Richard, Franz #Schlegel, geb. 1769 in Leitmeritz in Böhmen, ist Wundarzt und Oberarzt beim Fürstl. Reuss Plauen Infanterie Regiment; der Sohn, Nr. 38, [[Richard Franz Schlegel]], ist 1811 in Theresienstadt geboren. Fritz und Vincenz müssten verstorbene Brüder von Richard sein. – Die Mutter: Nr. 77 Maria Theresia Heygel, geb. 20. Oktober 1783 in Böhmisch-Leipa. | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 6. Mai 1879 von | ==== Brief vom 6. Mai 1879 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> | Brief vom 6. Mai 1879 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stelle:<br /> | ||
''Salzburg den 6/5 [18]79 Meine inigst geliebten Theuren. Schon lange schulde ich Euch eine Antwort auf Euren lieben Brief. zu meinen geburtstag, habet Tausend danck für all die guten Wünsche; der liebe gott möge sie erfühlen. In diesen Alter wie ich jetzt bin, läßt sich für eine Zukunft, nicht mehr viel hoffen, den; es kann ein jeder Tag, der letzte sein; wie gott will, man muß sich immer darauf gefast machen – freuen wird es mich, wen mir noch die Freude zu theil wird, deine lieben Kindlein zu sehen Rudolf Spángler entrichte[te] mir, von Euch meine lieben recht viele Grüße und von der lieben Franzerl ein Bußerl, und sagte mir zugleich daß du lieber Franz auf Pfingsten zu uns kommen / wirst um den Otto selbst zur heiligen Firmmung zu führen, was mich sehr freut, weil ich weis, das du es so meinnst, wie es sein soll, natürlich das du bey mir bleibst, ich freue mich schon recht sehr, dich lieber Franz wieder einmal bey mir zu haben Nun werdet Ihr in Wien recht viel schönes gesehen haben, was wir gelesen, muß es wohl wunderschön geweßen sein, was man vieleicht in seinen leben nie mehr sehen wird. Wie freut es mich zu hören, das bey Euch alles recht wohl ist, und die Kinder so gut, gedeien. Wen nur die Wittrunng einmal beständiger würde, das man mehr sich ins freye begeben könte. Der kleine Otto war eben da und ich sagte das ich dir schreibe, so sagte er, ich / möchte dir schreiben, er freue sich schon recht sehr auf dich, und die heilige Handlung.'' | ''Salzburg den 6/5 [18]79 Meine inigst geliebten Theuren. Schon lange schulde ich Euch eine Antwort auf Euren lieben Brief. zu meinen geburtstag, habet Tausend danck für all die guten Wünsche; der liebe gott möge sie erfühlen. In diesen Alter wie ich jetzt bin, läßt sich für eine Zukunft, nicht mehr viel hoffen, den; es kann ein jeder Tag, der letzte sein; wie gott will, man muß sich immer darauf gefast machen – freuen wird es mich, wen mir noch die Freude zu theil wird, deine lieben Kindlein zu sehen Rudolf Spángler entrichte[te] mir, von Euch meine lieben recht viele Grüße und von der lieben Franzerl ein Bußerl, und sagte mir zugleich daß du lieber Franz auf Pfingsten zu uns kommen / wirst um den Otto selbst zur heiligen Firmmung zu führen, was mich sehr freut, weil ich weis, das du es so meinnst, wie es sein soll, natürlich das du bey mir bleibst, ich freue mich schon recht sehr, dich lieber Franz wieder einmal bey mir zu haben Nun werdet Ihr in Wien recht viel schönes gesehen haben, was wir gelesen, muß es wohl wunderschön geweßen sein, was man vieleicht in seinen leben nie mehr sehen wird. Wie freut es mich zu hören, das bey Euch alles recht wohl ist, und die Kinder so gut, gedeien. Wen nur die Wittrunng einmal beständiger würde, das man mehr sich ins freye begeben könte. Der kleine Otto war eben da und ich sagte das ich dir schreibe, so sagte er, ich / möchte dir schreiben, er freue sich schon recht sehr auf dich, und die heilige Handlung.'' | ||
| Zeile 375: | Zeile 375: | ||
==== Brief vom 24. Juni 1879 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== | ==== Brief vom 24. Juni 1879 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== | ||
[Nr. 79] [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] an [Nr. 19] Fanni Spängler:<br />''Salzburg am 24te Juni 1879.'' [darüber:] ''Ausgehen kann ich noch nicht allein.// Liebe Fanni! // Wie ich deinen ersten Brief gelesen habe, dacht ich mir wie wäre es den[n] möglich die Fanni mit ihren zwey lieben Kindern abzuweisen [?] und ich ging zur Lida'' [Guttenberg, Anm.] ''und bath sie dir zu schreiben du sollst nur kommen, und wie freue ich darauf wenn du komst. Deinem Mann den ich schnüsten'' [am schönsten] ''grüße sag ihm er möchte nicht pöse seyn auf mich'' [sein] ''; das ich ihm dießmal nicht beherbergen kann. Der Lida ihr Mäthen'' [Mädchen] ''erinert mich sehr an dein[e] Franzi. Küß deine Kinder für mich. Lebt alle recht wohl, das ist der inigste Wunsch deiner Großmutter Fanni. - Grüße Rosa.'' | [Nr. 79] [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] an [Nr. 19] Fanni Spängler:<br />''Salzburg am 24te Juni 1879.'' [darüber:] ''Ausgehen kann ich noch nicht allein.// Liebe Fanni! // Wie ich deinen ersten Brief gelesen habe, dacht ich mir wie wäre es den[n] möglich die Fanni mit ihren zwey lieben Kindern abzuweisen [?] und ich ging zur Lida'' [von Guttenberg, Anm.] ''und bath sie dir zu schreiben du sollst nur kommen, und wie freue ich darauf wenn du komst. Deinem Mann den ich schnüsten'' [am schönsten] ''grüße sag ihm er möchte nicht pöse seyn auf mich'' [sein] ''; das ich ihm dießmal nicht beherbergen kann. Der Lida ihr Mäthen'' [Mädchen] ''erinert mich sehr an dein[e] Franzi. Küß deine Kinder für mich. Lebt alle recht wohl, das ist der inigste Wunsch deiner Großmutter Fanni. - Grüße Rosa.'' | ||
Ein Bogen mit vorgeschriebenen Linien, auf denen mit doch fester Schrift die fast 83jährige Großmutter schreibt. Kein Briefumschlag. | Ein Bogen mit vorgeschriebenen Linien, auf denen mit doch fester Schrift die fast 83jährige Großmutter schreibt. Kein Briefumschlag. | ||
| Zeile 387: | Zeile 387: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 20. Juli 1879 von Fanni Spängler an Franz | ==== Brief vom 20. Juli 1879 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ||
Fanni Spängler | Brief vom 20. Juli 1879 von Fanni / [[Franziska Spängler]] in Salzburg an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; Brief ohne Umschlag; ... = Auslassungen; Inhalt referiert: | ||
Fanni ist in Salzburg angekommen, es sind keine ''Reiseabentheuer zu berichten.'' Die Kinder schliefen im Zug. ''Franzi erwachte in Attnang und war von da an kreuzfidel.'' Sie sind bei der Großmutter [[Franziska Kobler]] untergebracht, die Schwestern [Stiefschwestern von Fanni] helfen ''in jeder Hinsicht.'' In Salzburg hat Fanni Fr. v. Kaserer samt Sohn getroffen, die auf dem Weg nach Saalfelden waren. Um 9 Uhr waren sie in St. Peter bei der hl. Messe, ''Franzi war recht brav'', Toni war auf dem Arm der Mutter, aber da diese sie nicht hinlegte, hat sie sie nass gemacht. ''Großmutter entsetzt sich einigermaßen über unseren Hunger ... die Luft wird uns Allen gut thun. Eben regnet es wieder.'' Franz soll einen Bekannten aus Salzburg in Wien beim Kauf einer Zither beraten, eine Halb Palisander Zither. - ''Den Coupon ließ ich mir von Otto auszahlen.'' Franz soll Stoff für Rosa kaufen. ''Heute über 3 Wochen sind wir mit Gottes Hilfe wieder beisammen ... Es küßt dich 100 mal deine Alte ... Bußl von Franzi ... Franzi und Toni schicken dir viele viele Bußerl. Kom bald nach Salzburg.'' | |||
<hr> | <hr> | ||
| Zeile 398: | Zeile 399: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 24. Juli 1879 von Fanni Spängler an Franz | ==== Brief vom 24. Juli 1879 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ||
Fanni Spängler | Brief vom 24. Juli 1879 von Fanni / [[Franziska Spängler]] in Salzburg an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; Brief ohne Umschlag; [Ergänzung]; ... = Auslassungen; Inhalt referiert:<br /> | ||
''24. Juli'' [1879] ... [Franzi ist knapp 2 Jahre alt:] ''will immer bei ‚den Tanten’ sein. Madi jetzt den Vater schreiben: Lieber Vater komm bald zur Mutter und zur schlimmen Franzi und zu den schlimmen Tanten u. Toni'' [jüngere Schwester Toni, * 30. März 1879; Anm.] ''. Ich ein Bußi schicken. Behüt Gott, lieber Vater. Deine Franzi. Bußi'' [im Kreis] ... ''Montag waren wir bei Luise'' [Louise Spängler; Anm.] '', Franzi hat recht nett mit den Kindern gespielt, Toni lag meistens auf dem Bette der kl. Emilie und strampelte und lachte.'' Die Großmutter entsetzt sich, dass Toni ''so viel Freiheit für ihre Füßchen beansprucht'' und bemüht sich vergeblich, ''die kleine Unruhe hübsch ordentlich in Flanell zu hüllen, aber ohne Erfolg.'' – ''Es ist schwer, die Kinder bei Otto'' [Spängler, Bruder vom Franz; Anm.] ''sollen nichts vom Stillen wissen, so muß ich jedesmal mit Toni verschwinden, wenn ihr der Hunger kommt. ... Der kleine Rudolf ist ein sehr starkes, hübsches Kind, doch wird er sehr viel wärmer gehalten als unsere Kinder, und was mich ganz besonders wundert, er hat einen Schnuller, ganz kunstgerecht nach alter Sitte gefertigt. Ich glaube, Luise'' [Louise Spängler, Anm.] ''kam neulich ein wenig in Verlegenheit, als ich dieses Überbleibsel früherer Zeiten bemerkte. Die kleine Bertha ist etwas kleiner als Franzi, und spricht weniger deutlich'' ... ''Bisher hat Großmutter mich noch nie etwas zahlen laßen, es wird auch ganz zu Hause gekocht, einfach aber vollständig genug.'' Fanni hat aber Kaffee zum Frühstück aus Wien mit... Franz soll das der Anna [wohl die neue Magd, Anm.] sagen, Fanni braucht evtl. noch Kaffee aus Wien ... über Geld, sie kann ihm [!] schicken, kann mit Otto darüber sprechen ... Großmutter ist froh über den Regenmantel [vgl. Brief von Otto Spängler] und grüßt. | |||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 31. Juli und 1. August 1879 von Fanni Spängler an Franz | ==== Brief vom 31. Juli und 1. August 1879 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ||
Brief von [ | Brief vom 31. Juli und 1. August 1879 von Fanni / [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; Brief ohne Umschlag; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fragliche Stelle:<br /> | ||
''Salzburg 31. Juli 1879. // Mein Herzensfranzl! Wie sehr ich mich nun schon auf dich freue, kann ich dir nicht sagen. Noch 10 Tage, und dann wirst du, Lieber, doch wenigstens in demselben Bete mit mir sein, wenn schon nicht so bei mir u. den Kindern wie ich es gerne hätte. Nun, hoffentlich wird der Herr Doctor uns doch öfters die Ehre seines Besuches gönnen? Heute also bekam ich das Paket, und Rosa und ich danken dir für deine Mühe 1/8. Mutter hat Freude an dem Stoffe; Rosa dankt für die Bestellung zugleich auch für deine Namenstags gratulation, welche, da Rosa am 30: Aug: ist, sicherlich bald genug dran ist. Rosa hofft, doch im Laufe des kommenden Monats einmal mit dir sprechen zu können. / Deine Mutter war so gut mich schon für Sonntag den 10/8 mit den Kindern zu Mittag zu laden, so daß wir gleich am 1. Tage zusammen sein können! O, wie ich mich auf dich freue! // Uns geht es immer gut, die Kinder sehen Gottlob gut aus. Ich gehe aber auch an die Luft, so viel ich nur kann. Gestern sprach ich einen Augenblick mit Hr: Kalhofer [?], er ver[r]eist am 11./8. Hiermit sende ich dir das verlangte Sparkassen/buch, und erinnere dich bei dieser Gelegenheit daß du die Bücheln unsrer Kinder hierher mitnemen wolltest. Wie steht es denn mit dem Geld? Ob Großmutter unsere Zulage bekommt, weiß ich noch nicht. Soll ich dir durch Otto Geld schicken? Ich habe jedenfalls genug hier, bis du kommst, auch mal länger. / Sei doch so gut und sage der Anna, sie soll die Bettwäsche, worin Dr: Pohl geschlafen hat, ausschwemmen dann überbügeln und wieder auf das Bett geben. Dann soll Anna dir eine Büchse gebrannten Kafe mitgeben, mein Vorrath erreicht sein Ende, bis du kommst. Übrigens grüße ich Anna sowie alle Bekannten. Das Feuilleton über den Kuß finde ich eigenthümlich, ich habe gleich der Franzi ein wolüberlegtes Bußerl gegeben nur des Studiums wegen. Auch ich freue mich auf einige wolstudirte K.... // Heute gehe ich mit deiner Mutter zur Überfuhr. Es ist jezt sehr heiß hier. // Großmutter die dich grüßt, läßt dich bitten, ihr von Wien um 20 bis 30 f'' [Gulden] ''Weinscharlzuckerl [?] zu bringen, sie behauptet, sie bekomme / hier keine, die einen ordentlichen Geschmack haben. Sei so gut und sieh ob du bei einem Konditor oder in einer Apotheke welche bekommst, die ziemlich säuerlich schmecken. Haben sie solche Sachen nicht auch beim schwarzen Hund? Sei nicht böse wenn ich schließe Toni wird unruhig. // Es küßt dich deine Alte //'' [etwa dunklere Tinte:] ''Lieber Vater // Kom bald zu uns Franzi und Toni freuen sich sehr so sehr auf dich XXX'' [Unterschrift, Anm.] | ''Salzburg 31. Juli 1879. // Mein Herzensfranzl! Wie sehr ich mich nun schon auf dich freue, kann ich dir nicht sagen. Noch 10 Tage, und dann wirst du, Lieber, doch wenigstens in demselben Bete mit mir sein, wenn schon nicht so bei mir u. den Kindern wie ich es gerne hätte. Nun, hoffentlich wird der Herr Doctor uns doch öfters die Ehre seines Besuches gönnen? Heute also bekam ich das Paket, und Rosa und ich danken dir für deine Mühe 1/8. Mutter hat Freude an dem Stoffe; Rosa dankt für die Bestellung zugleich auch für deine Namenstags gratulation, welche, da Rosa am 30: Aug: ist, sicherlich bald genug dran ist. Rosa hofft, doch im Laufe des kommenden Monats einmal mit dir sprechen zu können. / Deine Mutter war so gut mich schon für Sonntag den 10/8 mit den Kindern zu Mittag zu laden, so daß wir gleich am 1. Tage zusammen sein können! O, wie ich mich auf dich freue! // Uns geht es immer gut, die Kinder sehen Gottlob gut aus. Ich gehe aber auch an die Luft, so viel ich nur kann. Gestern sprach ich einen Augenblick mit Hr: Kalhofer [?], er ver[r]eist am 11./8. Hiermit sende ich dir das verlangte Sparkassen/buch, und erinnere dich bei dieser Gelegenheit daß du die Bücheln unsrer Kinder hierher mitnemen wolltest. Wie steht es denn mit dem Geld? Ob Großmutter unsere Zulage bekommt, weiß ich noch nicht. Soll ich dir durch Otto Geld schicken? Ich habe jedenfalls genug hier, bis du kommst, auch mal länger. / Sei doch so gut und sage der Anna, sie soll die Bettwäsche, worin Dr: Pohl geschlafen hat, ausschwemmen dann überbügeln und wieder auf das Bett geben. Dann soll Anna dir eine Büchse gebrannten Kafe mitgeben, mein Vorrath erreicht sein Ende, bis du kommst. Übrigens grüße ich Anna sowie alle Bekannten. Das Feuilleton über den Kuß finde ich eigenthümlich, ich habe gleich der Franzi ein wolüberlegtes Bußerl gegeben nur des Studiums wegen. Auch ich freue mich auf einige wolstudirte K.... // Heute gehe ich mit deiner Mutter zur Überfuhr. Es ist jezt sehr heiß hier. // Großmutter die dich grüßt, läßt dich bitten, ihr von Wien um 20 bis 30 f'' [Gulden] ''Weinscharlzuckerl [?] zu bringen, sie behauptet, sie bekomme / hier keine, die einen ordentlichen Geschmack haben. Sei so gut und sieh ob du bei einem Konditor oder in einer Apotheke welche bekommst, die ziemlich säuerlich schmecken. Haben sie solche Sachen nicht auch beim schwarzen Hund? Sei nicht böse wenn ich schließe Toni wird unruhig. // Es küßt dich deine Alte //'' [etwa dunklere Tinte:] ''Lieber Vater // Kom bald zu uns Franzi und Toni freuen sich sehr so sehr auf dich XXX'' [Unterschrift, Anm.] | ||
| Zeile 409: | Zeile 411: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 27. August 1879 von Betti Katzinger<ref>Fanny Koblers jüngere Cousine Betti Kobler (* 1825; † 10. August 1881 in Grein), verheiratet mit Leopold Katzinger, schreibt sie als "Großmutter" an. Vgl. Aufstellung des Stammbaums Spängler, Kobler usw. bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org])</ref> | ==== Brief vom 27. August 1879 von Betti Katzinger, Grein, an Fanny Kobler, Salzburg ==== | ||
Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."<ref>wohl Fanny Koblers Schrift</ref> Ein Bogen, blaues Papier mit Prägedruck "Grein an der Donau"; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen; XX = unleserlich<br /> | Brief vom 27. August 1879 von Betti Katzinger<ref>Fanny Koblers jüngere Cousine Betti Kobler (* 1825; † 10. August 1881 in Grein), verheiratet mit Leopold Katzinger, schreibt sie als "Großmutter" an. Vgl. Aufstellung des Stammbaums Spängler, Kobler usw. bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org])</ref> in Grein, an Fanny Kobler, * 1796, Salzburg. - Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."<ref>wohl Fanny Koblers Schrift</ref> Ein Bogen, blaues Papier mit Prägedruck "Grein an der Donau"; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen; XX = unleserlich<br /> | ||
''27. August 1879. Liebe gute Großmutter! Ein Brief von Deiner lieben Hand, welch frohe unsagbare freudige Ueberraschung! Ich wollte kaum meinen Augen trauen, aber mein Herz jubelte auf, meine Augen strömten über vor Freude den ich hielt ja Deinen theueren Brief in Händen! Vor allem dankte ich Gott innigst, daß Er Dir die Kraft zu diesem Entschluß gab, und das die Operation glückte! Ich möchte die geschickten Hände des braven Hr. Doktors Kerschbaumer der Dich operirte küßen und rufe Gottes Segen auf ihm herab! Und nun gute Großmutter nimm meinen und meines Mannes herzlichsten Glückwunsch und sey überzeugt das wir beyde uns aufrichtig mit Dir freuen, daß Gott Dir wenigstens auf einem Auge das Sehen wieder ermöglichte, es ist gewiß ein großes großes Glück!'' ./. [Zeichen zum Seitenwechsel] / ''Was gebe ich darum wenn ich nur auf einem Ohr mein Gehör erlangen könnte – aber für mich gibt es keine Hoffnung, ich muß schon mein Unglück bis zum Ende ertragen. –'' [… Teile übersprungen]<ref>Auch die folgenden Übertragungen dieser Briefe 1880 und 1881 beschränken sich auf Inhalte, die für Salzburg relevant scheinen.</ref> / […] ''Welche Freude wirst du an Deinen beyden lieben Enkelkinderchen haben, heuer kannst Du sie doch sehen, wie liebreitzend wird mein Herzpünkerl die kleine Franzi<ref>Franziska [[Spängler]], * 1877 in Wien</ref>sein, wenn sie mit ihrem noch kleineren Schwesterchen spielt? Fanni<ref>[[Franziska Schlegel]], verheiratet mit [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]</ref> ist wirklich eine glückliche Mutter so gesunde kräftige Kinder Gott erhalte segne und beschütze sie Alle! Das Theres'' [langjährige Hilfe im Haus] ''so herabgekommen mit ihrer Gesundheit bedauere ich sehr, und wünsche das sie von Hofgastein gesünder zurückkehren möchte'' […] / […] ''und sey versichert das ich jederzeit wenn Du es wünschest mit Freuden zu Dir auf Besuch komme, auf ein paar Wochen kann mein Leopold mich schon entbehren, obwohl er immer brummt wenn ich von fortreisen sage, aber zu Dir ließe er mich nach am ehesten, wir waren vor 14 Tagen mitsamen in Steyeregg u. Wels. Nun lebe recht wohl mein Mann läßt Dir die Hand küßen, ich aber küße Dich recht innig im Geiste und am XX'' [winzige Schrift]. ''Deine dankbare Betti'' | ''27. August 1879. Liebe gute Großmutter! Ein Brief von Deiner lieben Hand, welch frohe unsagbare freudige Ueberraschung! Ich wollte kaum meinen Augen trauen, aber mein Herz jubelte auf, meine Augen strömten über vor Freude den ich hielt ja Deinen theueren Brief in Händen! Vor allem dankte ich Gott innigst, daß Er Dir die Kraft zu diesem Entschluß gab, und das die Operation glückte! Ich möchte die geschickten Hände des braven Hr. Doktors Kerschbaumer der Dich operirte küßen und rufe Gottes Segen auf ihm herab! Und nun gute Großmutter nimm meinen und meines Mannes herzlichsten Glückwunsch und sey überzeugt das wir beyde uns aufrichtig mit Dir freuen, daß Gott Dir wenigstens auf einem Auge das Sehen wieder ermöglichte, es ist gewiß ein großes großes Glück!'' ./. [Zeichen zum Seitenwechsel] / ''Was gebe ich darum wenn ich nur auf einem Ohr mein Gehör erlangen könnte – aber für mich gibt es keine Hoffnung, ich muß schon mein Unglück bis zum Ende ertragen. –'' [… Teile übersprungen]<ref>Auch die folgenden Übertragungen dieser Briefe von Betti Katzinger aus den Jahren 1880 und 1881 beschränken sich auf Inhalte, die für Salzburg relevant scheinen.</ref> / […] ''Welche Freude wirst du an Deinen beyden lieben Enkelkinderchen haben, heuer kannst Du sie doch sehen, wie liebreitzend wird mein Herzpünkerl die kleine Franzi<ref>Franziska [[Spängler]], * 1877 in Wien</ref>sein, wenn sie mit ihrem noch kleineren Schwesterchen spielt? Fanni<ref>[[Franziska Schlegel]], verheiratet mit [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]</ref> ist wirklich eine glückliche Mutter so gesunde kräftige Kinder Gott erhalte segne und beschütze sie Alle! Das Theres'' [langjährige Hilfe im Haus] ''so herabgekommen mit ihrer Gesundheit bedauere ich sehr, und wünsche das sie von Hofgastein gesünder zurückkehren möchte'' […] / […] ''und sey versichert das ich jederzeit wenn Du es wünschest mit Freuden zu Dir auf Besuch komme, auf ein paar Wochen kann mein Leopold mich schon entbehren, obwohl er immer brummt wenn ich von fortreisen sage, aber zu Dir ließe er mich nach am ehesten, wir waren vor 14 Tagen mitsamen in Steyeregg u. Wels. Nun lebe recht wohl mein Mann läßt Dir die Hand küßen, ich aber küße Dich recht innig im Geiste und am XX'' [winzige Schrift]. ''Deine dankbare Betti'' | ||
<hr> | <hr> | ||
| Zeile 423: | Zeile 425: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 5. September 1879 von | ==== Brief vom 5. September 1879 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt):<br /> | Brief vom 5. September 1879 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); [Ergänzung]:<br /> | ||
''Salzburg den 5/9 1879 Mein lieber theuerster Franz! Ich dancke dir recht herzlich für die Karte. Ich bin herzlich froh das Ihr glücklich in Wien angekommen seid. Soeben war ich bey Otto welcher mir sagte das Herr von Groß welcher hier Stadtsanwald supstitut war und Landesgerichtsrath in Wien wurde, zu Otto sagte, Franz köne leicht, wen er wolte hier seine Stelle erreichen, sonst wird es gewiß nicht mehr lange dauern, bis er eine Bezirks richte[r]s stelle bekömmt, um nichts zu versäumen schreibe ich dir es gleich. Otto reist eben in einer halben Stunde fort; sonst hätte er dir selbst geschrieben / Der liebe Gott wird dir eingeben was zu thun. Uns würde es gewiß alle freuen wen du hieher kommen würdest. Die Therese von der Großmutter ist nun hier und kömmt mir schon viel frischer vor Die Großmutter liegt im Bett, sie glaubt doch sie habe sich zu viel angestrengt, sie hatte auch Fieber, heute hat sie keines mehr, sie ist nur noch matt, es wird sich bald wider geben, das die These wider da ist bin ich schon recht froh, sie läßt das Essen noch hollen, es ist recht gut so darf sie nicht ein[m]al an das Kochen dencken.'' | ''Salzburg den 5/9 1879 Mein lieber theuerster Franz! Ich dancke dir recht herzlich für die Karte. Ich bin herzlich froh das Ihr glücklich in Wien angekommen seid. Soeben war ich bey Otto welcher mir sagte das Herr von Groß welcher hier Stadtsanwald supstitut war und Landesgerichtsrath in Wien wurde, zu Otto sagte, Franz köne leicht, wen er wolte hier seine Stelle erreichen, sonst wird es gewiß nicht mehr lange dauern, bis er eine Bezirks richte[r]s stelle bekömmt, um nichts zu versäumen schreibe ich dir es gleich. Otto reist eben in einer halben Stunde fort; sonst hätte er dir selbst geschrieben / Der liebe Gott wird dir eingeben was zu thun. Uns würde es gewiß alle freuen wen du hieher kommen würdest. Die Therese von der Großmutter ist nun hier und kömmt mir schon viel frischer vor Die Großmutter liegt im Bett, sie glaubt doch sie habe sich zu viel angestrengt, sie hatte auch Fieber, heute hat sie keines mehr, sie ist nur noch matt, es wird sich bald wider geben, das die These wider da ist bin ich schon recht froh, sie läßt das Essen noch hollen, es ist recht gut so darf sie nicht ein[m]al an das Kochen dencken.'' | ||
| Zeile 430: | Zeile 432: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 30. September 1879 von | ==== Brief vom 30. September 1879 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> | Brief vom 30. September 1879 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stelle; [...] = Auslassungen bzw. unleserlich:<br /> | ||
''Salzburg den 30/9 [18]79 Meine inigstgeliebten Theuren! Ich dancke recht herzlich für den lieben Brief von Franz, so wie für die Carte wie froh bin ich das es Euch auch in Wien wider gut geht, auch wir sind gottlob'' ["wider" gestrichen] ''alle wohl. Die Großmutter befindet sich recht gut sieht sehr gut auß, und geht entweder mit der Therese, oder mit Liese zimmlich weit spatzieren, ohne sich zu ermüden, sie scheint auch beßerer Laune zu sein. Die Therese ist wohl auch bedeutend beßer, was ich sehr froh bin. Franzel wird wohl noch oft an Salzburg denncken und besonders an die Tanten, deren Umgang sie ganz beglückte. Wie würde es mich freuen wenn ihr hier währt, und wir könten ofter zusammen kommen, oder ich könte Euch öfter etwas büliges besorgen, ich thät es mit vergnügen. /'' | ''Salzburg den 30/9 [18]79 Meine inigstgeliebten Theuren! Ich dancke recht herzlich für den lieben Brief von Franz, so wie für die Carte wie froh bin ich das es Euch auch in Wien wider gut geht, auch wir sind gottlob'' ["wider" gestrichen] ''alle wohl. Die Großmutter befindet sich recht gut sieht sehr gut auß, und geht entweder mit der Therese, oder mit Liese zimmlich weit spatzieren, ohne sich zu ermüden, sie scheint auch beßerer Laune zu sein. Die Therese ist wohl auch bedeutend beßer, was ich sehr froh bin. Franzel wird wohl noch oft an Salzburg denncken und besonders an die Tanten, deren Umgang sie ganz beglückte. Wie würde es mich freuen wenn ihr hier währt, und wir könten ofter zusammen kommen, oder ich könte Euch öfter etwas büliges besorgen, ich thät es mit vergnügen. /'' | ||
''Die Nähmaschine wird wohl der Fany und Rosa recht gut taugen, weil alles doch schneller geht mit einer so guten Maschine. Das Euch der Aufenthalt hier so gut gethan freut mich sehr, und es wird mich freuen wen du ein andermal wider bey mir wohnen wirst wen ich noch am Leben bin. Wie sehr bedauere ich die Leithe das sie nun sterben mußte, es wird wohl eine Lemung eingetreten sein. Ich bitte bey Gelegenheit mein Beyleid zu entrichten. Die werden den Verlust tief empfinden. Wie leid thut es mir das du keine von den Stellen bekommen hast, aber Herr Oberlandes gerichtsrath [klein darüber:] Hitzinger sagte mir / da du nur eine Stelle gewunschen an der Bahn, so war es für dich schwer eine Stelle zu erlangen, weil so viele ältere an der Dienstzeit waren. Er hat dich übrigens sehr gelobt. Es wird wohl doch auch einmal die Reihe an dich kommen, man muß halt, die Geduld nicht verlieren. Vieleicht ist es zum Glück für dich der liebe Gott wir[d] es beßer wissen. Um Baron Handel wird dir sehr leid sein, weil er sehr lieb gegen dich war Baron Scherer [?] ist hier sehr kranck, er hatte eine Zahngeschwulst, und nahm dafür etwas in den Mund, und wurde darauf so geschwollen das man fürchtete, er müße erstüken.'' | ''Die Nähmaschine wird wohl der Fany und Rosa recht gut taugen, weil alles doch schneller geht mit einer so guten Maschine. Das Euch der Aufenthalt hier so gut gethan freut mich sehr, und es wird mich freuen wen du ein andermal wider bey mir wohnen wirst wen ich noch am Leben bin. Wie sehr bedauere ich die Leithe das sie nun sterben mußte, es wird wohl eine Lemung eingetreten sein. Ich bitte bey Gelegenheit mein Beyleid zu entrichten. Die werden den Verlust tief empfinden. Wie leid thut es mir das du keine von den Stellen bekommen hast, aber Herr Oberlandes gerichtsrath'' [klein darüber:] ''Hitzinger sagte mir / da du nur eine Stelle gewunschen an der Bahn, so war es für dich schwer eine Stelle zu erlangen, weil so viele ältere an der Dienstzeit waren. Er hat dich übrigens sehr gelobt. Es wird wohl doch auch einmal die Reihe an dich kommen, man muß halt, die Geduld nicht verlieren. Vieleicht ist es zum Glück für dich der liebe Gott wir[d] es beßer wissen. Um Baron Handel wird dir sehr leid sein, weil er sehr lieb gegen dich war Baron Scherer [?] ist hier sehr kranck, er hatte eine Zahngeschwulst, und nahm dafür etwas in den Mund, und wurde darauf so geschwollen das man fürchtete, er müße erstüken.'' | ||
''Ich bekomme in meinen Zimmer neue Fenster, die sind / nun eben in der Arbeit ich mußte die Vorfenster einhangen lassen weil die imer weg sind da die neuen Beschläge angemacht wurden, aber die Ramen erst eingeglaßt und angestrichen wurden, so habe<ref>In den nächsten 8 Zeilen sind Flecken, d.h. schwer- und unleserliche […] Stellen.</ref> dermalen für 8 Tage nur […] Vorfenster. Aber ich bin froh das ich neue bekomme […] die Alten waren so schlecht. [Bey der G]roßmutter wird alles neu […]t, und überzogen, und Boden eingelaßen, da wird [es] schön werden. Die Großmutter läßt die Kost noch immer tragen. Lebt alle recht wohl es küßt Euch alle recht herzlich samt Rosa Eure treue Mutter Spángler'' [daneben:] ''beyliegend folgt von Otto nebst herzlichen Grüßen der Schnaps!'' [Seite 2 oben auf dem Kopf:] ''Frau von Lanser läßt sich entschuldigen wegen den gegenbesuch aber es waren gerade Freunde da, und sie konnte nicht dazu kommen.'' | ''Ich bekomme in meinen Zimmer neue Fenster, die sind / nun eben in der Arbeit ich mußte die Vorfenster einhangen lassen weil die imer weg sind da die neuen Beschläge angemacht wurden, aber die Ramen erst eingeglaßt und angestrichen wurden, so habe<ref>In den nächsten 8 Zeilen sind Flecken, d.h. schwer- und unleserliche […] Stellen.</ref> dermalen für 8 Tage nur […] Vorfenster. Aber ich bin froh das ich neue bekomme […] die Alten waren so schlecht. [Bey der G]roßmutter wird alles neu […]t, und überzogen, und Boden eingelaßen, da wird [es] schön werden. Die Großmutter läßt die Kost noch immer tragen. Lebt alle recht wohl es küßt Euch alle recht herzlich samt Rosa Eure treue Mutter Spángler'' [daneben:] ''beyliegend folgt von Otto nebst herzlichen Grüßen der Schnaps!'' [Seite 2 oben auf dem Kopf:] ''Frau von Lanser läßt sich entschuldigen wegen den gegenbesuch aber es waren gerade Freunde da, und sie konnte nicht dazu kommen.'' | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 29. und 30. November 1879 von | ==== Brief vom 29. und 30. November 1879 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> | Brief vom 29. und 30. November 1879 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stelle:<br /> | ||
''Salzburg den 29/11 1879 Meine inigst geliebten Theuren! Ich dancke recht herzlich, für Eure lieben Briefe; ich bin wohl recht froh das die Sache nicht so arg ist, wie es Fany in der Großmutter ihren Brief geschrieben hat, ich dachte mir schon ich will mir gerne manches versagen, nur nicht Euch verzagt wissen. Ich hatte es mir gedacht das es dich wird sehr gefreut haben, den Otto in Wien zu sehen, man kann doch auch manches besprechen was sich nicht so leicht schreiben läßt. Gottlob das Ihr alle wohl seid, ich denke oft an Euch – – ob die Toni schon den ersten Zahn hat. Die Toni scheint überhaupt lebhafter zu sein, als die Franzi bey Franzi mag wohl an mancher Bewegung die Maschine der abhaltungspunkt gewesen sein, / Toni wird auch mehr aufsicht brauchen, es wird nicht lange dauern wird sie überal aufstehen, und ist man nicht dabey, so könnte sie oft umfallen Sie wird gewiß auch schon ihren Nahmen recht gut kenen. Otto sagte das die Franzi sehr lieb spricht, ich glaube es recht gern den sie hat ja hier recht lieb gesprochen.'' | ''Salzburg den 29/11 1879 Meine inigst geliebten Theuren! Ich dancke recht herzlich, für Eure lieben Briefe; ich bin wohl recht froh das die Sache nicht so arg ist, wie es Fany in der Großmutter ihren Brief geschrieben hat, ich dachte mir schon ich will mir gerne manches versagen, nur nicht Euch verzagt wissen. Ich hatte es mir gedacht das es dich wird sehr gefreut haben, den Otto in Wien zu sehen, man kann doch auch manches besprechen was sich nicht so leicht schreiben läßt. Gottlob das Ihr alle wohl seid, ich denke oft an Euch – – ob die Toni schon den ersten Zahn hat. Die Toni scheint überhaupt lebhafter zu sein, als die Franzi bey Franzi mag wohl an mancher Bewegung die Maschine der abhaltungspunkt gewesen sein, / Toni wird auch mehr aufsicht brauchen, es wird nicht lange dauern wird sie überal aufstehen, und ist man nicht dabey, so könnte sie oft umfallen Sie wird gewiß auch schon ihren Nahmen recht gut kenen. Otto sagte das die Franzi sehr lieb spricht, ich glaube es recht gern den sie hat ja hier recht lieb gesprochen.'' | ||
| Zeile 465: | Zeile 467: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 21. Dezember 1879 von | ==== Brief vom 21. Dezember 1879 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> | Brief vom 21. Dezember 1879 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stelle:<br /> | ||
''Salzburg den 21/12 [18]79 Meine inigstgeliebten Theuren Mit einiger Freude ergreiffe ich die Feder um an Euch zu schreiben Ich wünsche Euch vor allen recht glückliche Feyertage – und ein recht glückliches neues Jahr – im nächsten Jahr könen wir doch mit'' [zwei Wörter unterstrichen:] ''Zuversicht hoffen, das deine'' [vier Wörter unterstrichen:] ''Stellung eine beßere wird. Der liebe Gott möge hirzu seinen Heil Segen geben, das es für dich, eine Angenehme sey. Dan möge er Euch'' [unterstrichen:] ''mit – und'' [zwei Wörter unterstrichen:] ''in allen segnen, damit Es Euch immer gut gehe. Ich bethe oft für Euch alle; der liebe Gott möge mein schwa[c]hes gebeth erhören, dan wird gewiß alles recht werden. Ich dancke / dir lieber Franz für alles was du mir in diesen Jahr gegeben, es thut mir recht weh es annehmen zu müßen, da du selbst nicht zu viel hast. Wie oft dencke ich wie leicht könnte ich mit meinen Loos etwas gewinnen nur so viel verlange ich wie das ich mich selbst erhalten könnte, da würde ich mich ganz glücklich fühlen.'' | ''Salzburg den 21/12 [18]79 Meine inigstgeliebten Theuren Mit einiger Freude ergreiffe ich die Feder um an Euch zu schreiben Ich wünsche Euch vor allen recht glückliche Feyertage – und ein recht glückliches neues Jahr – im nächsten Jahr könen wir doch mit'' [zwei Wörter unterstrichen:] ''Zuversicht hoffen, das deine'' [vier Wörter unterstrichen:] ''Stellung eine beßere wird. Der liebe Gott möge hirzu seinen Heil Segen geben, das es für dich, eine Angenehme sey. Dan möge er Euch'' [unterstrichen:] ''mit – und'' [zwei Wörter unterstrichen:] ''in allen segnen, damit Es Euch immer gut gehe. Ich bethe oft für Euch alle; der liebe Gott möge mein schwa[c]hes gebeth erhören, dan wird gewiß alles recht werden. Ich dancke / dir lieber Franz für alles was du mir in diesen Jahr gegeben, es thut mir recht weh es annehmen zu müßen, da du selbst nicht zu viel hast. Wie oft dencke ich wie leicht könnte ich mit meinen Loos etwas gewinnen nur so viel verlange ich wie das ich mich selbst erhalten könnte, da würde ich mich ganz glücklich fühlen.'' | ||
| Zeile 474: | Zeile 476: | ||
<hr> | <hr> | ||
==== Brief vom 28. Dezember 1879 von | ==== Brief vom 28. Dezember 1879 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> | Brief vom 28. Dezember 1879 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stelle:<br /> | ||
''Salzburg den 28/12 [18]79. Meine inigst geliebten Theuren! Ihr habt mich, durch Euer so großes, und schönes Geschenck, in eine unendliche Freude – aber auch in eine große Verlegenheit versetzt; wie kontet Ihr Euch ummeinetwillen so weh thun, und so viel geld außlegen – mir ist es zu viel, ich muß mich wohl schämmen, das ich so wenig gethan habe. Wie die Minna die Sachen brachte, wolte ich es gar nicht glauben, ich sagte zur Minna es ist gewiß eine Irung, aber die Minna sagte mir es gehört ganz gewiß dein, ich nahm alles auß den Tuch und freute mich irig, und habe beides, / noch am selben Abend getragen so wie alle folgenden Feyertage. Es war am Heil Abend, dießmal wider bey Karl Spángler<ref>[[Carl I. Spängler]]</ref>, die Einladung, wo besonders das Häubchen so sehr bewundert wurde. Zum Heil Tag war ich Mitag bey Otto geladen, und Abends bey Duregger wo ich überal beydes trug, denncke dir nur der Rock ist in der länge 170'' [oder: , 70?] ''wie in der Weite bey den innen Haftel, ganz recht, wir staunten nur wie es möglich war das Fany es so errathen hat. Das Kleid war mir sogar nothwendig, aber ich wolte selbes ersparen; Louise sagte ein paar Tage zuvor zu mir Mutter jetzt hast du dir noch keinen Rock gekauft, und sagte ihr, ich dencke ich kann denselben / ersparen. Ich dancke Tausendmahl für alles, ich trage es gewiß fleißig, wie ich alles von Euch trage. Von Otto und Louise bekomme ich einen Tipet zu einer neuen Jacke, von F v Duregger bekamm ich ein sehr gutes weiches Tuch gewürckt; dunkel blau. Das Karl die Sege verkauft hat, war ein großes Glück, es scheint sie waren sehr zufrieden mit den Verkauf, was ich ihnen sehr vergöne.'' | ''Salzburg den 28/12 [18]79. Meine inigst geliebten Theuren! Ihr habt mich, durch Euer so großes, und schönes Geschenck, in eine unendliche Freude – aber auch in eine große Verlegenheit versetzt; wie kontet Ihr Euch ummeinetwillen so weh thun, und so viel geld außlegen – mir ist es zu viel, ich muß mich wohl schämmen, das ich so wenig gethan habe. Wie die Minna die Sachen brachte, wolte ich es gar nicht glauben, ich sagte zur Minna es ist gewiß eine Irung, aber die Minna sagte mir es gehört ganz gewiß dein, ich nahm alles auß den Tuch und freute mich irig, und habe beides, / noch am selben Abend getragen so wie alle folgenden Feyertage. Es war am Heil Abend, dießmal wider bey Karl Spángler<ref>[[Carl I. Spängler]]</ref>, die Einladung, wo besonders das Häubchen so sehr bewundert wurde. Zum Heil Tag war ich Mitag bey Otto geladen, und Abends bey Duregger wo ich überal beydes trug, denncke dir nur der Rock ist in der länge 170'' [oder: , 70?] ''wie in der Weite bey den innen Haftel, ganz recht, wir staunten nur wie es möglich war das Fany es so errathen hat. Das Kleid war mir sogar nothwendig, aber ich wolte selbes ersparen; Louise sagte ein paar Tage zuvor zu mir Mutter jetzt hast du dir noch keinen Rock gekauft, und sagte ihr, ich dencke ich kann denselben / ersparen. Ich dancke Tausendmahl für alles, ich trage es gewiß fleißig, wie ich alles von Euch trage. Von Otto und Louise bekomme ich einen Tipet zu einer neuen Jacke, von F v Duregger bekamm ich ein sehr gutes weiches Tuch gewürckt; dunkel blau. Das Karl die Sege verkauft hat, war ein großes Glück, es scheint sie waren sehr zufrieden mit den Verkauf, was ich ihnen sehr vergöne.'' | ||
| Zeile 491: | Zeile 493: | ||
{{Kobler-Spängler-Briefe}} | {{Kobler-Spängler-Briefe}} | ||
[[Kategorie:Korrespondenz]] | [[Kategorie:Korrespondenz]] | ||
[[Kategorie:Spängler]] | [[Kategorie:Spängler]] | ||
[[Kategorie:Kobler]] | [[Kategorie:Kobler]] | ||