Kobler-Spängler-Briefe von 1870: Unterschied zwischen den Versionen

 
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==== Brief vom 28. und 29. Juni 1870 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
==== Brief vom 28. und 29. Juni 1870 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Brief vom 28. und 29. Juni 1870 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen, "englischer" Prägedruck "Löwe, Wappen und Einhorn"; / = Seitenwechsel; fragliche [?] und unleserliche XX Stellen:<br />
Brief vom 28. und 29. Juni 1870 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen, "englischer" Prägedruck "Löwe, Wappen und Einhorn"; / = Seitenwechsel; fragliche [?] und unleserliche XX Stellen:<br />
''Salzburg den 28/6 [18]70. Mein inigst geliebter Franz! Endlich kommen wir dazu dir die Sachen zu schüken, ich packte doch die 2 Hosen dazu fürs Erste sind sie gut und können dir doch gut taugen, und fürs 2te ist so viel Platz, das wir froh sind die Kiste etwas voller zu machen. Wie geht es dir lieber Franz? ich freue mich schon wider auf einen Brief, von dir. Der Louise geht es zimlich gut, nur hat sie dieß mal mehr Anstände mit der Brust, aber bis Morgen hoffe ich zu gott, wird es schon beßer werden. sonst geht es allen gut, der kleine Max<ref>Maximilian Spängler (* 23. Juni 1870; † 26. Januar 1871); vgl. Brief vom 30. Januar 1871</ref> ist recht lieb. Otto spricht schon alles, auch vieles zusammen-hängend. Herzig steht ihm wen [er] au[c]h zur ersten gottlihen Person sagt / statt gott Vater / gott Papa. / Die Paula lauft nun schon brav und ist imer sehr zu gethan, sie ist ein sehr zärtliches Kind. Otto hat dich noch nicht vergeßen er sagt sehr oft von dir. Leopold ist noch hier geht aber am donnerstag fort. Heute den 29 t[en] schreibe ich weiter, der Louise geht es gottlob beßer noch nicht ganz gut. Leopold welcher eben bey mir war läßt dich recht herzlich grüßen. Noch habe ich dir nicht geschrieben das die Bücher schon ein paar Monathe alle weg sind ich habe nun den schmutzigen Theil geweißt und nun kömmt unsere grauer Kleider kasten an die Rükwärtige Wand, das Fenster bietet und eine sehr schone Außicht und eine herliche Luft. Nur schade daß du keinen genuß mehr davon hattest. Denke dir, heuer soll, / Wen sie'' [gestrichen] ''Hohen Aschau verkauft wird, eine 7 Jahr Außbeite werden in der Hamerau'' [Hammerau] '', als ersatz für die früheren Jahre<ref>Vgl. zum Brief vom 27. Juli 1870</ref> Dieß wäre wohl sehr zu wünschen. Die Direktor [[Kottinger]]<ref>Magdalena, geborene [[Angermayer von Rebenberg]] (* 1808 in Wien; † im Juni 1870 in der Stadt Salzburg), die Ehefrau von Mathematik-Professor Hermenegild Kottinger, siehe Brief vom 29. Dezember 1847</ref> ist gestern begraben worden, sie erlag der Pflage [?], und starb an einer Herzbeutelentzündung. Angermeyer ist hier. Die Kusine Schattenfach [?] ist auch sehr krank an einer gebährmutterentzündung. Die Schüßtl'' [!] [Louise Schiestl?]<ref>vgl. Brief vom 20. Juli 1876</ref> ''hat den kleinen Max zur Taufe gehalten im nahmen des Papa. Eine menge Bekannte grüßen dich recht herzlich die Höllbrauer Fani''  [&nbsp;[[Franziska Kobler]], Anm.] ''und die Junge dan die Zeller bey welchen ich erst wen du die Zeller Marie bey geschnitz[er] Wall, Stibitz, Sattler, Toda [?], Malli, Louise Schißtl. / Lebe recht wohl es küßt dich inig im geiste deine treue Mutter Spängler.''
''Salzburg den 28/6 [18]70. Mein inigst geliebter Franz! Endlich kommen wir dazu dir die Sachen zu schüken, ich packte doch die 2 Hosen dazu fürs Erste sind sie gut und können dir doch gut taugen, und fürs 2te ist so viel Platz, das wir froh sind die Kiste etwas voller zu machen. Wie geht es dir lieber Franz? ich freue mich schon wider auf einen Brief, von dir. Der Louise geht es zimlich gut, nur hat sie dieß mal mehr Anstände mit der Brust, aber bis Morgen hoffe ich zu gott, wird es schon beßer werden. sonst geht es allen gut, der kleine Max<ref>Maximilian Spängler (* 23. Juni 1870; † 26. Januar 1871); vgl. Brief vom 30. Januar 1871</ref> ist recht lieb. Otto spricht schon alles, auch vieles zusammen-hängend. Herzig steht ihm wen [er] au[c]h zur ersten gottlihen Person sagt / statt gott Vater / gott Papa. / Die Paula lauft nun schon brav und ist imer sehr zu gethan, sie ist ein sehr zärtliches Kind. Otto hat dich noch nicht vergeßen er sagt sehr oft von dir. Leopold ist noch hier geht aber am donnerstag fort. Heute den 29 t[en] schreibe ich weiter, der Louise geht es gottlob beßer noch nicht ganz gut. Leopold welcher eben bey mir war läßt dich recht herzlich grüßen. Noch habe ich dir nicht geschrieben das die Bücher schon ein paar Monathe alle weg sind ich habe nun den schmutzigen Theil geweißt und nun kömmt unsere grauer Kleider kasten an die Rükwärtige Wand, das Fenster bietet und eine sehr schone Außicht und eine herliche Luft. Nur schade daß du keinen genuß mehr davon hattest. Denke dir, heuer soll, / Wen sie'' [gestrichen] ''Hohen Aschau verkauft wird, eine 7 Jahr Außbeite werden in der Hamerau'' [Hammerau] '', als ersatz für die früheren Jahre<ref>Vgl. zum Brief vom 27. Juli 1870</ref> Dieß wäre wohl sehr zu wünschen. Die Direktor [[Kottinger]]<ref>Magdalena, geborene [[Angermayer von Rebenberg]] (* 1808 in Wien; † im Juni 1870 in der Stadt Salzburg), die Ehefrau von Mathematik-Professor [[Hermenegild Kottinger]], siehe Brief vom 29. Dezember 1847</ref> ist gestern begraben worden, sie erlag der Pflage [?], und starb an einer Herzbeutelentzündung. Angermeyer ist hier. Die Kusine Schattenfach [?] ist auch sehr krank an einer gebährmutterentzündung. Die Schüßtl'' [!] [Louise Schiestl?]<ref>vgl. Brief vom 20. Juli 1876</ref> ''hat den kleinen Max zur Taufe gehalten im nahmen des Papa. Eine menge Bekannte grüßen dich recht herzlich die Höllbrauer Fani''  [&nbsp;[[Franziska Kobler]], Anm.] ''und die Junge dan die Zeller bey welchen ich erst wen du die Zeller Marie bey geschnitz[er] Wall, Stibitz, Sattler, Toda [?], Malli, Louise Schißtl. / Lebe recht wohl es küßt dich inig im geiste deine treue Mutter Spängler.''


[mit Abstand:] ''An meinen lieben Franz Spängler. denke dir die Reißigl Pepi sagte mir neulich, wen sie stürbe, so würde sie den genuß ihres Vermögen der Marie zu wenden, so lange die Marie lebt, und dan erst, sollen es die Lürzer bekommen.<ref>Vgl. 'Geneanet oholzapfel' (https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org zu Franz Lürzer von Zehendthal (* 1796; † 1870), verheiratet vor 1834 mit Marie Reisigl (* 1807; † 1850) und Bemerkung [Nov. 2022] dort: "von hier besteht eine (bisher ungeklärte) Verbindung zur Famililie Schaupp; nach Josepha XX, verh. N.N. Schaupp (gestorben vor 1870), ist "Pepi" Reisigl 1870 Alleinerbin und deren Erbe soll dann an die Familie Lürzer gehen"</ref> geht dieses? weigstens glaube ich, müßten sie doch die 1200 gulden gleich bekommen, sonst hätten sie ja mehr Schaden dabey? nicht wahr? Ich dachte mir ich werde es wegen der 1200 gulden einmal zu ihn sagen.''
[mit Abstand:] ''An meinen lieben Franz Spängler. denke dir die Reißigl Pepi sagte mir neulich, wen sie stürbe, so würde sie den genuß ihres Vermögen der Marie zu wenden, so lange die Marie lebt, und dan erst, sollen es die Lürzer bekommen.<ref>Vgl. 'Geneanet oholzapfel' (https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org zu Franz Lürzer von Zehendthal (* 1796; † 1870), verheiratet vor 1834 mit Marie Reisigl (* 1807; † 1850) und Bemerkung [Nov. 2022] dort: "von hier besteht eine (bisher ungeklärte) Verbindung zur Famililie Schaupp; nach Josepha XX, verh. N.N. Schaupp (gestorben vor 1870), ist "Pepi" Reisigl 1870 Alleinerbin und deren Erbe soll dann an die Familie Lürzer gehen"</ref> geht dieses? weigstens glaube ich, müßten sie doch die 1200 gulden gleich bekommen, sonst hätten sie ja mehr Schaden dabey? nicht wahr? Ich dachte mir ich werde es wegen der 1200 gulden einmal zu ihn sagen.''
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==== Brief vom 26. Juli 1870 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
==== Brief vom 26. Juli 1870 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Brief vom 26. Juli 1870 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen, "englischer" Prägedruck "Löwe, Wappen und Einhorn"; / = Seitenwechsel:<br />
Brief vom 26. Juli 1870 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen, "englischer" Prägedruck "Löwe, Wappen und Einhorn"; / = Seitenwechsel:<br />
''Salzburg den 26/7 [18]70. Mein inigst geliebter theuerster Franz! Endlich erhalte ich einmal wieder ein Briefchen von dir, welches mich recht sehr freute, ich hörte wohl immer das du mit Otto in Coresspondenz warst – alleine weiter hörte ich nichts, den es waren geld angelegenheiten, ich bath wohl den Otto einmal er soll dir schreiben du möchtest nichts kauffen aber Otto nahm sich nicht Zeit es zu schreiben, ich habe öfter gebethet, der liebe Gott möge dir den Sinn eingeben, nichts zu kauffen, den bey diesen wechselvollen Zeiten ist es gewiß sehr gewagt, so etwas zu thun. Der liebe Gott hat mein gebeth erhört, den es ist für dich gewiß so beßer. / ich denke auch du wirst die Obligationen gewiß wider mitbringen wen du vieleicht mit dem Vergnügungszug kömmst, auch das Leintuch denke ich wirst du mitbringen. Der nächste Zug ist auch der Letzte wie ich höre O wie freue ich mich darauf, Gott gebe das die Kriegsver-Hältniße<ref>Am 19. Juli 1870 ist der Deutsch-Französische Krieg ausgebrochen. Auch in den folgenden Briefen ist von diesem Krieg die Rede</ref> nichts darein machen. Der kleine Otto sagte gestern wie er auf seinen Wiegenpferd geritten ich reitte zum Onkel Franz nach Mödling, alles spricht er jetzt, es steht ihm sehr lieb an, du wirst gewiß eine große Freude daran haben. Auch die Paula ist sehr lieb. Kathi und ich sind oft und viel oben, oder die Kinder bey mir. Ich muß es schon gestehen es ist für beyde Theile angenehm / das wir ins Duregger Hauß<ref>[[Antretterhaus]], [[Mozartplatz]] Nr. 4</ref> gezogen sind. Dir wie uns vergeht die Zeit so schnell das man es kaum glauben soll so ist wider ein Monnath vorüber, in diesen Monnath hatte ich fürchterlich viele Außgaben als ein großes Klafter Holz – nebst Menschenlohn – 7 1/2 M'' [durchstrichenes M] ''Kasse'' [kostete] ''weil es theurer wird den Zucker auch etwas Mehl Millikreuzer damit man doch etwas herzunehmen hat, weil die Bahnen für die Frachten, wie auch sogar für den Personen verkehr gespert werden. Gott gebe nur das Östreich [!] nicht verwüstet wird. Denke dir, in Reichenhall sind neulich in 2 Tagen 700 Personen fort es mußte von hier Wägen hinüber um die Leute auf die Bahn zu befördern, so gings zu eben so war es in Ischl alles was Außländer waren, ging fort. /  
''Salzburg den 26/7 [18]70. Mein inigst geliebter theuerster Franz! Endlich erhalte ich einmal wieder ein Briefchen von dir, welches mich recht sehr freute, ich hörte wohl immer das du mit Otto in Coresspondenz warst – alleine weiter hörte ich nichts, den es waren geld angelegenheiten, ich bath wohl den Otto einmal er soll dir schreiben du möchtest nichts kauffen aber Otto nahm sich nicht Zeit es zu schreiben, ich habe öfter gebethet, der liebe Gott möge dir den Sinn eingeben, nichts zu kauffen, den bey diesen wechselvollen Zeiten ist es gewiß sehr gewagt, so etwas zu thun. Der liebe Gott hat mein gebeth erhört, den es ist für dich gewiß so beßer. / ich denke auch du wirst die Obligationen gewiß wider mitbringen wen du vieleicht mit dem Vergnügungszug kömmst, auch das Leintuch denke ich wirst du mitbringen. Der nächste Zug ist auch der Letzte wie ich höre O wie freue ich mich darauf, Gott gebe das die Kriegsver-Hältniße<ref>Am 19. Juli 1870 ist der Deutsch-Französische Krieg ausgebrochen. Auch in den folgenden Briefen ist von diesem Krieg die Rede.</ref> nichts darein machen. Der kleine Otto sagte gestern wie er auf seinen Wiegenpferd geritten ich reitte zum Onkel Franz nach Mödling, alles spricht er jetzt, es steht ihm sehr lieb an, du wirst gewiß eine große Freude daran haben. Auch die Paula ist sehr lieb. Kathi und ich sind oft und viel oben, oder die Kinder bey mir. Ich muß es schon gestehen es ist für beyde Theile angenehm / das wir ins Duregger Hauß<ref>[[Antretterhaus]], [[Mozartplatz]] Nr. 4</ref> gezogen sind. Dir wie uns vergeht die Zeit so schnell das man es kaum glauben soll so ist wider ein Monnath vorüber, in diesen Monnath hatte ich fürchterlich viele Außgaben als ein großes Klafter Holz – nebst Menschenlohn – 7 1/2 M'' [durchstrichenes M] ''Kasse'' [kostete, Anm.] ''weil es theurer wird den Zucker auch etwas Mehl Millikreuzer damit man doch etwas herzunehmen hat, weil die Bahnen für die Frachten, wie auch sogar für den Personen verkehr gespert werden. Gott gebe nur das Östreich [!] nicht verwüstet wird. Denke dir, in Reichenhall sind neulich in 2 Tagen 700 Personen fort es mußte von hier Wägen hinüber um die Leute auf die Bahn zu befördern, so gings zu eben so war es in Ischl alles was Außländer waren, ging fort. /  


''Ich bin sehr froh daß du so viel außen herum zu thun hast so tragt es dir auch etwas'' [ein] ''und du kömmst doch leichter zum abzahlen, was gewiß sehr nothwendig ist. Das du mit die Sattler eine Partie gemacht freute mich weil ihr Euch gewiß alle recht gut unterhalten habt. Wegen der Hamerau'' (Hammerau; [[Stahlwerk Annahütte]] in [[Ainring]]) ''ist es so das Schloß Hohenaschau ist in unter Handlung mit einen Prinzen oder Herzog, und kommt dieser Kauf zu Stande, so kommen so viele Außbeiter'' [Ausbeute, Dividende auf Wertpapiere] ''als nach Zahlung von denen Jahren wo wir nichts bekammen. Das der Weinwurm<ref>Stanislaus Weinwurm, Fabrikbesitzer in Wien; vgl. Brief vom 18. April 1870</ref> neulich die Kinder fort nahm, und sie unten in sein Fabrick gab wo seine Mutter ist und Schwester, und sie Prozes führt weiß[t] du vieleicht schon wissen auch das Warum'' [unterstrichen] ''Lebe recht wohl es grüßen dich eine menge Leute recht herzlich, mit iniger Liebe deine treue Mutter Spängler''
''Ich bin sehr froh daß du so viel außen herum zu thun hast so tragt es dir auch etwas'' [ein] ''und du kömmst doch leichter zum abzahlen, was gewiß sehr nothwendig ist. Das du mit die Sattler eine Partie gemacht freute mich weil ihr Euch gewiß alle recht gut unterhalten habt. Wegen der Hamerau'' (Hammerau; [[Stahlwerk Annahütte]] in [[Ainring]]) ''ist es so das Schloß Hohenaschau ist in unter Handlung mit einen Prinzen oder Herzog, und kommt dieser Kauf zu Stande, so kommen so viele Außbeiter'' [Ausbeute, Dividende auf Wertpapiere, Anm.] ''als nach Zahlung von denen Jahren wo wir nichts bekammen. Das der Weinwurm<ref>Stanislaus Weinwurm, Fabrikbesitzer in Wien; vgl. Brief vom 18. April 1870</ref> neulich die Kinder fort nahm, und sie unten in sein Fabrick gab wo seine Mutter ist und Schwester, und sie Prozes führt weiß[t] du vieleicht schon wissen auch das Warum'' [unterstrichen] ''Lebe recht wohl es grüßen dich eine menge Leute recht herzlich, mit iniger Liebe deine treue Mutter Spängler''


Beigelegt ein Blatt vom Bruder [[Otto Spängler]]: ''Lieber Franz! Ich füge mir noch einige Zeilen bei; ich habe in dieser ganzen Baisse noch um keinen Kreuzer gekauft<ref>Wertpapiere</ref> und glaube, d[a]ß die Situation noch zu wenig geklärt ist, um mit Sicherheit schon kaufen zu können. Creditfirmen wären [?] das passendste. Rehms Wechselstube ging ebenfalls an die Salzburg Oberöstereicher Bank über, die Industriebann-Generalagentur hier hat M. Geschnizer''  [&nbsp;[[Mathias Gschnitzer]], Anmm.] ''übernommen. Wegen der 7 Jahres Ausbeute<ref>Dividenden</ref> aus Hohenaschau hat die Mutter geschrieben, doch schwebt der Kauf noch in der Ferne. / Gestern hat Kemff [?] gezalt 4 fl für 2 malige Promessen, die 3 Bücher sind da; ich habe sie nur übersehen, mitzusenden. Mit den nächsten Vergnügungszuge hofft dich zu sehen Dein treuer Bruder Otto Spängl[er] 27/7 70''
Beigelegt ein Blatt vom Bruder [[Otto Spängler]]: ''Lieber Franz! Ich füge mir noch einige Zeilen bei; ich habe in dieser ganzen Baisse noch um keinen Kreuzer gekauft<ref>Wertpapiere</ref> und glaube, d[a]ß die Situation noch zu wenig geklärt ist, um mit Sicherheit schon kaufen zu können. Creditfirmen wären [?] das passendste. Rehms Wechselstube ging ebenfalls an die Salzburg Oberöstereicher Bank über, die Industriebann-Generalagentur hier hat M. Geschnizer''  [&nbsp;[[Mathias Gschnitzer]], Anm.] ''übernommen. Wegen der 7 Jahres Ausbeute<ref>Dividenden</ref> aus Hohenaschau hat die Mutter geschrieben, doch schwebt der Kauf noch in der Ferne. / Gestern hat Kemff [?] gezalt 4 fl für 2 malige Promessen, die 3 Bücher sind da; ich habe sie nur übersehen, mitzusenden. Mit den nächsten Vergnügungszuge hofft dich zu sehen Dein treuer Bruder Otto Spängl[er] 27/7 70''
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==== Brief vom 7. August 1870 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
==== Brief vom 7. August 1870 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Brief vom 7. August 1870 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen, "englischer" Prägedruck "Löwe, Wappen und Einhorn"; / = Seitenwechsel; fragliche [?] und unleserliche XX Stellen:<br />
Brief vom 7. August 1870 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen, "englischer" Prägedruck "Löwe, Wappen und Einhorn"; / = Seitenwechsel; fragliche [?] und unleserliche XX Stellen:<br />
''Salzburg den 7/8 [18]70. Mein Liebster bester theuerster Franz! Ich danke dir recht herzlich für den lieben Brief welchen ich dieser Tage erhalten habe, ich ging eben mit denen Spängler in den Kaserenhof als Otto mir i[h]n gab. Wir sind gottlob alle gesund Leopoldin geht am Monntag auf 14 Tag mit 4 Kindern und Bonne'' [Kindermädchen] ''nach [[Unken]]. Ich weiß noch nicht recht was ich thue, ich möchte mir auch gerne etwas zu guten kommen lassen, ob ich vieleicht ins Moos oder nach Unken gehe, erst muß ich aber wissen ob du mit den Vergnügungszug kömmst auf die 2 Feyertage. Vieleicht gehe ich hernach irgendwohin / wenn uns der Krieg nichts dazwischen macht. Ich bitte dich lieber Franz wen es ein wenig für Ostreich gefährlich außsieht, deine Noth-Papiere'' [unterstrichen] ''herauf zu schücken'' [zwei Wörter unterstrichen] ''den ich halte selbe hier'' [unterstrichen] ''für sicherer'' [unterstrichen] ''als unten'' [unterstrichen, d.h. in Mödling]. ''Gott gebe das kein Krieg mit Ostreich wird oder vielmehr wir nicht hinein gezogen werden. Es giebt schon eine menge ängstliche Leute hier. Wir sind halt nahe an der Gränze. Die Frau von Lanser ist gekommen soll ganz gut außsehen aber die Betti schlechter, sie sollen beyde sehr froh seyn, das sie wider hier sind. Sattler Hubert ist auch hier ich habe aber denselben noch nicht gesehen. Anton kömmt erst am Montag, machen aber keine große Reise weil Fany nicht fort getraut auf länger, wegen den Krieg, also werden sie doch länger bey der Mama verweilen können / Hubert soll hübsch mager sein.
''Salzburg den 7/8 [18]70. Mein Liebster bester theuerster Franz! Ich danke dir recht herzlich für den lieben Brief welchen ich dieser Tage erhalten habe, ich ging eben mit denen Spängler in den Kaserenhof als Otto mir i[h]n gab. Wir sind gottlob alle gesund Leopoldin geht am Monntag auf 14 Tag mit 4 Kindern und Bonne'' [Kindermädchen, Anm.] ''nach [[Unken]]. Ich weiß noch nicht recht was ich thue, ich möchte mir auch gerne etwas zu guten kommen lassen, ob ich vieleicht ins Moos oder nach Unken gehe, erst muß ich aber wissen ob du mit den Vergnügungszug kömmst auf die 2 Feyertage. Vieleicht gehe ich hernach irgendwohin / wenn uns der Krieg nichts dazwischen macht. Ich bitte dich lieber Franz wen es ein wenig für Ostreich gefährlich außsieht, deine Noth-Papiere'' [unterstrichen] ''herauf zu schücken'' [zwei Wörter unterstrichen] ''den ich halte selbe hier'' [unterstrichen] ''für sicherer'' [unterstrichen] ''als unten'' [unterstrichen, d.h. in Mödling; Anm.]. ''Gott gebe das kein Krieg mit Ostreich wird oder vielmehr wir nicht hinein gezogen werden. Es giebt schon eine menge ängstliche Leute hier. Wir sind halt nahe an der Gränze. Die Frau von Lanser ist gekommen soll ganz gut außsehen aber die Betti schlechter, sie sollen beyde sehr froh seyn, das sie wider hier sind. Sattler Hubert ist auch hier ich habe aber denselben noch nicht gesehen. Anton kömmt erst am Montag, machen aber keine große Reise weil Fany nicht fort getraut auf länger, wegen den Krieg, also werden sie doch länger bey der Mama verweilen können / Hubert soll hübsch mager sein.


''Die Koch und Louise sehen gottlob beyde rech gut auß. Louise ist schon wider sehr thätig, und fleißig, im Hauß, es giebt auch zu thun genug. August Nieder moßer in Wien heurathet eine reiche gutsbesitzerstoch[t]er in Wien hübsch und alle edlen Vorzüge sollen ihn eigen sein er hat 6000 fl [Gulden] gehalt und noch nebenbezüge. der hatte ein großes Glück eine solche Anstehlung zu bekommen, der Jüngste Niedermoßer hat auch schon 2000 fl gehalt. Diese Jungen Leute haben großes glück. Otto läßt dich herzlich grüßen und dir sagen du mochtest es ihm anzeugen, das du die 70 fl erhalten hast. Hast du schon etwas gekauft? Otto hat noch gar nichts gekauft'' [wohl Wertpapiere]. ''Ich bin froh / der Saulich Resi geht es doch gottlob wider beßer, auch Rupert Spatzen Egger welche nun aufs Land gezogen sind, in Mönch berg. Neues giebt es nichts hier Lürzer Otto ist in Zell am See, und geht ihm gut. Du wirst froh sein wen einmal die Taxen abgezahlt sind damit du die ganze Einnahme zum genießen hast. Wie froh werde erst ich sein wen du von deinen Schulden wirst frey sein. Mir ist oft bange mit deiner Schuldenlast. Eine ganze Menge lassen dich recht herzlich grüßen ganz [?] Lanser Zeller Stibitzischen Wahl Fräulen Rosalie. Duregger Louise, der kleine Otto, Kochs und noch viele andere. Lebe recht wohl, die Hoffnung nicht ganz aufgebend, dich vieleicht doch noch in diesen Monath zu sehen wen ein Vergnügungszug ginge. küßt dich recht herzlich und XXlich deine treue Mutter Spängler.''
''Die Koch und Louise sehen gottlob beyde rech gut auß. Louise ist schon wider sehr thätig, und fleißig, im Hauß, es giebt auch zu thun genug. August Nieder moßer in Wien heurathet eine reiche gutsbesitzerstoch[t]er in Wien hübsch und alle edlen Vorzüge sollen ihn eigen sein er hat 6000 fl'' [Gulden] ''gehalt und noch nebenbezüge. der hatte ein großes Glück eine solche Anstehlung zu bekommen, der Jüngste Niedermoßer hat auch schon 2000 fl gehalt. Diese Jungen Leute haben großes glück. Otto läßt dich herzlich grüßen und dir sagen du mochtest es ihm anzeugen, das du die 70 fl erhalten hast. Hast du schon etwas gekauft? Otto hat noch gar nichts gekauft'' [wohl Wertpapiere, Anm.]. ''Ich bin froh / der Saulich Resi geht es doch gottlob wider beßer, auch Rupert Spatzen Egger'' [Spatzenegger] ''welche nun aufs Land gezogen sind, in Mönchberg. Neues giebt es nichts hier Lürzer Otto ist in Zell am See, und geht ihm gut. Du wirst froh sein wen einmal die Taxen abgezahlt sind damit du die ganze Einnahme zum genießen hast. Wie froh werde erst ich sein wen du von deinen Schulden wirst frey sein. Mir ist oft bange mit deiner Schuldenlast. Eine ganze Menge lassen dich recht herzlich grüßen ganz [?] Lanser Zeller Stibitzischen Wahl Fräulen Rosalie. Duregger Louise, der kleine Otto, Kochs und noch viele andere. Lebe recht wohl, die Hoffnung nicht ganz aufgebend, dich vieleicht doch noch in diesen Monath zu sehen wen ein Vergnügungszug ginge. küßt dich recht herzlich und XXlich deine treue Mutter Spängler.''
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==== Brief vom 20. August 1870 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
==== Brief vom 20. August 1870 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Brief vom 20. August 1870 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen, "englischer" Prägedruck "Löwe, Wappen und Einhorn"; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
Brief vom 20. August 1870 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen, "englischer" Prägedruck "Löwe, Wappen und Einhorn"; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
''Salzburg den 20/8 [18]70. Mein inigst geliebter Franz! Leider kontest du wider nicht kommen und ich habe mich schon gefreut auf dich, denke dir, als ich hörte das ein Vergnügungszug kömmt, so habe ich den Fräulein Rosalie Hempf welche ich für den Sontag geladen hatte, abgesagt und sie dafür am Donerstag zuvor geladen damit wir ja ganz für uns sind, und wider freute ich mich umsonst. Ich meine jetzt soltest du schon warten, bis du einen ordntlichen Urlaub bekommen kannst sonst hast du eine gewaltige Hetze. Ich glaube schon es wäre beßer zu kommen wen die Leute wider in der Stadt sind weil man da weniger Zeit verliert mit gehen'' [Besuche machen] ''. / Die Frau von Lanser hat es sehr gefreut das sie diesen Nachmittag mit dir zubringen konnte, sie fand dich sehr gut außsehen, und auch recht heiter was für mich ein wahrer Trost ist. Die Leopoldin ist dermalen in Unken und wird noch 10 Tag dort bleiben mit den 4 jungen Kindern und die Bonne. Leider ist es großtentheil schlecht Wetter. Der Schmelzing ist aus Unken zurück nun ist die Frau und die Limfavt [?] nach Reichenberg. Was sagst du zu den Krieg<ref>Deutsch-Französischer Krieg; vgl. Brief vom 26. Juli 1870</ref> nun wird wohl ein Ende herauß gehen, da die Franzosen so ganz geschlagen sind. gott gebe das wir keine Folgen zu tragen haben, man sagt es seyen vieleich[t] 100 0000<ref>von anderer Hand (Otto Spängler?) eingeklammert, mit Fragezeichen versehen und unten am Rand: "dürfte wohl eine 0 zu viel sein. Anmerkung des Absenders"</ref>Mann zu grunde gegangen sind von beyden Seiten zusammen. / Wen nur in Frankreich kein Refolution auf[s]bricht<ref>"f" auf "s" korrigiert</ref> , weil sich solche Sachen immer genau weiter verbreiten, gottlob das Ostreich sich nicht betheiligte. Ich bin zu dato noch nirgens hin es ist mir dermalen noch die Wittrung zu unbeständig, und mit den Krig weis man au[c]h noch nicht wie es auß geht. Ich gehe wie die Witt[r]ung schön ist, dort und dahin, auch auf über Mittag damit ich die fre[i]e [?] Luft genüße. Bey Louise bin ich auch öfter besonders bey schlechter Wittrung, bald ist es schon nach Massen [?]. Der Winter wird bald wider da sein man darf sich schon wider ferrichten dazu. recht viele Bekan[ten] grüßen dich recht herzlich alles freut sich recht herzlich auf dich. / Die Kinder bey Otto gedeien alle recht gut gottlob, die Paula wird jetzt allerliebst, Otto spricht alles, und ist unendlich gut und lieb auch der kleine Max lacht schon recht wen man ihm etwas vormacht, ich habe sie alle sehr gern, und die Kinder mich. Lebe recht wohl es küßt und segnet dich inig deine treue Mutter Spängler. Die Kathi küßt die Hände. Von allen Bekanten viele herzliche grüße.''
''Salzburg den 20/8 [18]70. Mein inigst geliebter Franz! Leider kontest du wider nicht kommen und ich habe mich schon gefreut auf dich, denke dir, als ich hörte das ein Vergnügungszug kömmt, so habe ich den Fräulein Rosalie Hempf welche ich für den Sontag geladen hatte, abgesagt und sie dafür am Donerstag zuvor geladen damit wir ja ganz für uns sind, und wider freute ich mich umsonst. Ich meine jetzt soltest du schon warten, bis du einen ordntlichen Urlaub bekommen kannst sonst hast du eine gewaltige Hetze. Ich glaube schon es wäre beßer zu kommen wen die Leute wider in der Stadt sind weil man da weniger Zeit verliert mit gehen'' [Besuche machen, Anm.] ''. / Die Frau von Lanser hat es sehr gefreut das sie diesen Nachmittag mit dir zubringen konnte, sie fand dich sehr gut außsehen, und auch recht heiter was für mich ein wahrer Trost ist. Die Leopoldin ist dermalen in Unken und wird noch 10 Tag dort bleiben mit den 4 jungen Kindern und die Bonne. Leider ist es großtentheil schlecht Wetter. Der Schmelzing ist aus Unken zurück nun ist die Frau und die Limfavt [?] nach Reichenberg. Was sagst du zu den Krieg<ref>Deutsch-Französischer Krieg; vgl. Brief vom 26. Juli 1870</ref> nun wird wohl ein Ende herauß gehen, da die Franzosen so ganz geschlagen sind. gott gebe das wir keine Folgen zu tragen haben, man sagt es seyen vieleich[t] 100 0000<ref>von anderer Hand (Otto Spängler?) eingeklammert, mit Fragezeichen versehen und unten am Rand: "dürfte wohl eine 0 zu viel sein. Anmerkung des Absenders"</ref>Mann zu grunde gegangen sind von beyden Seiten zusammen. / Wen nur in Frankreich kein Refolution auf[s]bricht<ref>"f" auf "s" korrigiert</ref> , weil sich solche Sachen immer genau weiter verbreiten, gottlob das Ostreich sich nicht betheiligte. Ich bin zu dato noch nirgens hin es ist mir dermalen noch die Wittrung zu unbeständig, und mit den Krig weis man au[c]h noch nicht wie es auß geht. Ich gehe wie die Witt[r]ung schön ist, dort und dahin, auch auf über Mittag damit ich die fre[i]e [?] Luft genüße. Bey Louise bin ich auch öfter besonders bey schlechter Wittrung, bald ist es schon nach Massen [?]. Der Winter wird bald wider da sein man darf sich schon wider ferrichten dazu. recht viele Bekan[ten] grüßen dich recht herzlich alles freut sich recht herzlich auf dich. / Die Kinder bey Otto gedeien alle recht gut gottlob, die Paula wird jetzt allerliebst, Otto spricht alles, und ist unendlich gut und lieb auch der kleine Max lacht schon recht wen man ihm etwas vormacht, ich habe sie alle sehr gern, und die Kinder mich. Lebe recht wohl es küßt und segnet dich inig deine treue Mutter Spängler. Die Kathi küßt die Hände. Von allen Bekanten viele herzliche grüße.''
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==== Brief vom Oktober 1870 ====
==== Brief vom Oktober 1870 ====
Ein Blatt, Prägedruck "X[?] S", ohne Datum, erschlossen Oktober 1870:<br />
Ein Blatt, Prägedruck "X[?] S", ohne Datum, erschlossen Oktober 1870:<br />
''P. T. Fenzl mitzutheilen! / Auszug aus dem Testamente dr Frau Josefa Schaupp. Alleinige und Universalerbin: Frl Pepi Reisigl. Legate:'' ([verschiedene Namen und Summen, u. a.:] "den Verwandten des Herrn Schaupp [der offenbar bereits gestorben ist] 4200 fl [Gulden], Gabriele Spängler<ref>* 1840; † 1910; 1868 verheiratet mit Franz Egghofer (* 1836; † 1872), eine Tochter von Hofrichter Franz Anton [[Spängler]] (* 1790; † 1862)</ref> 200 fl, Köchin Marie 200 fl" … "Die Mutter bekommt dn großen goldenen Spiegel, ein Madonnenbild, den Spieltisch (mit grünem Tuch, und das Himmelbett. Der die selige Schaupp dabei leitende Gedanke war: Die Lürzerischen bekommen ohnehin alles nach der Pepi Tod.")<ref>Vergleiche Brief der Antonia Spängler an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] vom 12. Oktober 1870: "Über Reisigls Angelegenheiten nächstens." Die Verbindung zur Familie [[Lürzer von Zechenthal]] geht über Franz Lürzer von Zehendthal (* [[1796]] in [[Hallein]]; † [[1870]] in der Stadt Salzburg), verheiratet mit Marie Reisigl (* 1807; † 1850) und in zweiter Ehe ohne Nachkommen verheiratet mit Marie Spängler (* [[1820]] in der Stadt Salzburg; † [[1880]] ebenda); aus erster Ehe eine Tochter Josepha Lürzer von Zehendthal (* [[1834]] in Agordo, [[Venetien]]; † 1904 in Salzburg), sie ist Stiftsdame in Hall in Tirol. Franz Lürzer von Zehendthal (so schreibt er sich) ist ein Sohn von [[Franz Lürzer von Zechenthal]] (* [[1768]] in der Stadt Salzburg; † 1830 in Hall in Tirol); Marie Spängler ist eine Tochter von Josef Ignatius Johann Thadäus Zacharias Spängler (* [[1786]] in der Stadt Salzburg; † [[1861]] ebenda) und Elisabeth Auer (* [[1802]]; † [[1870]]). Vgl. 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org], nach Anmeldung offen einsehbar.</ref>
''P. T. Fenzl mitzutheilen! / Auszug aus dem Testamente dr Frau Josefa Schaupp. Alleinige und Universalerbin: Frl Pepi Reisigl. Legate:'' ([verschiedene Namen und Summen, u.a.:] ''den Verwandten des Herrn Schaupp'' [der offenbar bereits gestorben ist] ''4200 fl'' [Gulden] '', Gabriele Spängler<ref>* 1840; † 1910; 1868 verheiratet mit Franz Egghofer (* 1836; † 1872), eine Tochter von Hofrichter Franz Anton [[Spängler]] (* 1790; † 1862)</ref> 200 fl, Köchin Marie 200 fl'' [...] Die Mutter bekommt den großen goldenen Spiegel, ein Madonnenbild, den Spieltisch (mit grünem Tuch, und das Himmelbett. Der die selige Schaupp dabei leitende Gedanke war: Die Lürzerischen bekommen ohnehin alles nach der Pepi Tod.)<ref>Vergleiche Brief der Antonia Spängler an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] vom 12. Oktober 1870: Über Reisigls Angelegenheiten nächstens. Die Verbindung zur Familie [[Lürzer von Zechenthal]] geht über Franz Lürzer von Zehendthal (* [[1796]] in [[Hallein]]; † [[1870]] in der Stadt Salzburg), verheiratet mit Marie Reisigl (* 1807; † 1850) und in zweiter Ehe ohne Nachkommen verheiratet mit Marie Spängler (* [[1820]] in der Stadt Salzburg; † [[1880]] ebenda); aus erster Ehe eine Tochter Josepha Lürzer von Zehendthal (* [[1834]] in Agordo, [[Venetien]]; † 1904 in Salzburg), sie ist Stiftsdame in Hall in Tirol. Franz Lürzer von Zehendthal (so schreibt er sich) ist ein Sohn von [[Franz Lürzer von Zechenthal]] (* [[1768]] in der Stadt Salzburg; † 1830 in Hall in Tirol); Marie Spängler ist eine Tochter von Josef Ignatius Johann Thadäus Zacharias Spängler (* [[1786]] in der Stadt Salzburg; † [[1861]] ebenda) und Elisabeth Auer (* [[1802]]; † [[1870]]). Vgl. 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org], nach Anmeldung offen einsehbar.</ref>
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==== Brief vom 2. Oktober 1870 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
==== Brief vom 2. Oktober 1870 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Brief vom 2. Oktober 1870 von der Mutter (Nr. 37)<ref>"Nr. 37" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel'. (https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org</ref> [[Antonia Spängler]] an den Sohn (Nr. 18) [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; [?] = fraglich; XX = unlesbar:<br />
Brief vom 2. Oktober 1870 von der Mutter (Nr. 37)<ref>"Nr. 37" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel'. (https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org</ref> [[Antonia Spängler]] an den Sohn (Nr. 18) [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; [?] = fraglich; XX = unlesbar:<br />
''Salzburg den 2.10.70. Mein innigst geliebter theuerster Franz! Was wirst du dir denken das ich heute noch nicht geschrieben habe, und dir nicht einmal gedankt für die so hübsche Jop[p]e welche mir so gute Dienste leistet, ich habe sie heute in die Kirche zum erstenmahl angezogen sie steht zu jedem Kleid. Ich danke dir also recht herzlich dafür. Otto [der andere Sohn] und Louise sind glücklich hier angekommen, und grüßen dich recht herzlich. Wie gut hat es Otto das er dich nun öfter sehen kann. Die starken Stiefel werde ich dir im November [be]vor er hinunter geht schücken, so darf [braucht] man niemand fremden plagen. Otto sagte mir du siehst recht gut auß was mich sehr freut. Otto hat also die Stelle nicht angenohmen; mir ist es ganz recht, weil er zu wenig Sicherheit [für] sich gesehen, ich meine er soll jetzt so bald wie möglich die Advokaten Prüfung machen dan kann er wenigstens Advokat werden, wen wie man sagt alle Strücke reissen. Hier lassen dich eine menge Leute recht herzlich grüßen.''
''Salzburg den 2.10.70. Mein innigst geliebter theuerster Franz! Was wirst du dir denken das ich heute noch nicht geschrieben habe, und dir nicht einmal gedankt für die so hübsche Jop[p]e welche mir so gute Dienste leistet, ich habe sie heute in die Kirche zum erstenmahl angezogen sie steht zu jedem Kleid. Ich danke dir also recht herzlich dafür. Otto'' [der andere Sohn, Anm.] ''und Louise sind glücklich hier angekommen, und grüßen dich recht herzlich. Wie gut hat es Otto das er dich nun öfter sehen kann. Die starken Stiefel werde ich dir im November [be]vor er hinunter geht schücken, so darf'' [braucht, Anm.] ''man niemand fremden plagen. Otto sagte mir du siehst recht gut auß was mich sehr freut. Otto hat also die Stelle nicht angenohmen; mir ist es ganz recht, weil er zu wenig Sicherheit'' [für] ''sich gesehen, ich meine er soll jetzt so bald wie möglich die Advokaten Prüfung machen dan kann er wenigstens Advokat werden, wen wie man sagt alle Strücke reissen. Hier lassen dich eine menge Leute recht herzlich grüßen.''


''Die Zeller ist mit Emma und Pfaundler Loni nach Ischl und geXXXden auf einige Tage. Die Stipitz ist wie ich höre in der Hoffnung. Die Ida von den Schlögelhofer ist verlobt mit den jungen Erlach. Die Betti Langer ist noch in Linz, die Frau läßt dich recht herzlich grüßen. Der kleine Otto'' [Otto Spänglers Sohn] ''spricht recht viel von dir, und die kleine Paula'' [Tochter] ''sagt auch ihn wen man sie fragt wer das ist auf dem Bild der Papa und dan frage ich ist dies Onkl Franz, dan sagt sie ja; die Kinder sind zimlich oft bey mein freunden, diese Tage seit sie zurück sind war ich so viel Oben weil es so viel zu thun gab sie hatten eben große Wasch, da gab es für die Mägde zu bügeln und ich war viel bey denen Kindern besonde[r]s bey den kleinen Max, welcher nun auch schon auf gelagt wird, und recht frezig ist. Diesen Tage war ich gar in Bertolsgrund [?], aber nicht in See mit den Fräulein Rosa Gunauer [?] welche die Frau v Danegger'' [Duregger?] ''die Fräulein Rosalie Henf und mich eingeladen hat, es war ein wunderschöner Tag, die Gegend, und die vielen Landha[ä]user wunderschön, wird haben uns sehr gut unterhalten, und gut gelebt. Die Leopoldin Spängler ist gestern mit Herman nach Kremsmünster gereißt, wo sie heute Nacht zurück kommen wird es ist ihr wohl etwas schwer angekommen, es war einmal beschloßen, und konte nicht mehr geändert werden, er ging ganz gerne. Ich bin doch sehr begierig ob Leopold Lürzer würklich seine Heußmine heurathet, es wär doch zu dum, aber die Schwester Therese fürchtet es, den er thut sehr lieb mit ihr, mir thäte es für den jungen Leopold leid weil dieser dan um sein Erbtheil kömmt, und zuletzt noch für die Stiefmutter sorgen müßte. Lebe recht wohl mein lieber Franz noch einmal recht vielen herzlichen Dank für die so hübsche Jacke. Sey recht innigst gegrüßt und geküßt von deiner dich herzlich liebenden Mutter Spängler – Otto Lovinser und die Kinder grüßen dich herzlich. Heute ist die Kepsa'' [Kobsa] ''mit den Kindern bey Sauter.''  
''Die Zeller ist mit Emma und Pfaundler Loni nach Ischl und geXXXden auf einige Tage. Die Stipitz ist wie ich höre in der Hoffnung. Die Ida von den Schlögelhofer ist verlobt mit den jungen Erlach. Die Betti Langer ist noch in Linz, die Frau läßt dich recht herzlich grüßen. Der kleine Otto'' [Otto Spänglers Sohn, Anm.] ''spricht recht viel von dir, und die kleine Paula'' [Tochter, Anm.] ''sagt auch ihn wen man sie fragt wer das ist auf dem Bild der Papa und dan frage ich ist dies Onkl Franz, dan sagt sie ja; die Kinder sind zimlich oft bey mein freunden, diese Tage seit sie zurück sind war ich so viel Oben weil es so viel zu thun gab sie hatten eben große Wasch, da gab es für die Mägde zu bügeln und ich war viel bey denen Kindern besonde[r]s bey den kleinen Max, welcher nun auch schon auf gelagt wird, und recht frezig ist. Diesen Tage war ich gar in Bertolsgrund [?], aber nicht in See mit den Fräulein Rosa Gunauer [?] welche die Frau v Danegger'' [Duregger?] ''die Fräulein Rosalie Henf und mich eingeladen hat, es war ein wunderschöner Tag, die Gegend, und die vielen Landha[ä]user wunderschön, wird haben uns sehr gut unterhalten, und gut gelebt. Die Leopoldin Spängler ist gestern mit Herman nach Kremsmünster gereißt, wo sie heute Nacht zurück kommen wird es ist ihr wohl etwas schwer angekommen, es war einmal beschloßen, und konte nicht mehr geändert werden, er ging ganz gerne. Ich bin doch sehr begierig ob Leopold Lürzer würklich seine Heußmine heurathet, es wär doch zu dum, aber die Schwester Therese fürchtet es, den er thut sehr lieb mit ihr, mir thäte es für den jungen Leopold leid weil dieser dan um sein Erbtheil kömmt, und zuletzt noch für die Stiefmutter sorgen müßte. Lebe recht wohl mein lieber Franz noch einmal recht vielen herzlichen Dank für die so hübsche Jacke. Sey recht innigst gegrüßt und geküßt von deiner dich herzlich liebenden Mutter Spängler – Otto Lorinser und die Kinder grüßen dich herzlich. Heute ist die Kepsa'' [Kobsa] ''mit den Kindern bey Sauter.''  


"Betti Langer/Linz": Frau von Julius Spängler (* 1837; † 1903), verh. mit Bertha Langer [später Wien]. - "Rosalie Henf": Frl. Rosalie Henf wird z.B. in einem Brief von Fanni Schlegel an Franz Spängler vom 6. Dezember 1871 genannt und in "Verteilte Andenken" an die Mutter Spängler am 10. April 1882 bedacht. - Die Rechtschreibung der Mutter Spängler ist zumeist unkonventionell und eher an Mündlichkeit orientiert. Sie schreibt durchgehend deutsche Schrift, außer bei ihrem eigenen Namen "Spángler" und einigen anderen, die lateinische Buchstaben bekommen. - "Kobsa / #Sauter": Marie Steiner, geb. Kobsa, Ehefrau von Friedrich Steiner (* 1849; † 1901, Prag); offenbar gute Bekannte [und über Lürzer Verwandte], vgl. "gesammelte Todesanzeigen" von u. a. Philomena Bamberger, geb. Sauter, Wien (* 1836; † 1897), aus Innsbruck. - Anna Payr, geb. [[Sauter]] († 1908) [u. a. Bruder: Eduard von Sauter, k.k. Vizepräsident] in Lans/Innsbruck. - Karl Payr, Univ.-Prof. Innsbruck (* 1835; † 1907) [Ehefrau: Anna Payr, geb. Sauter]. - Eduard Sauter Edler von Riedenegg, k.k. Vizepräsident [Finanzverwaltung] (* 1839; † 1910), Innsbruck. - Friedrich Steiner (* 1849; † 1901), Prag [Schwester: Tochter Payr]. - Vgl. Andreas Sauter (* 1802; † 1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine [[Lürzer von Zehendthal]] [Josephine v. Lürzer] (* 1800; † 1872) [Partezettel 1872].
"Betti Langer/Linz": Frau von Julius Spängler (* 1837; † 1903), verh. mit Bertha Langer [später Wien]. - "Rosalie Henf": Frl. Rosalie Henf wird z.B. in einem Brief von Fanni Schlegel an Franz Spängler vom 6. Dezember 1871 genannt und in "Verteilte Andenken" an die Mutter Spängler am 10. April 1882 bedacht. - Die Rechtschreibung der Mutter Spängler ist zumeist unkonventionell und eher an Mündlichkeit orientiert. Sie schreibt durchgehend deutsche Schrift, außer bei ihrem eigenen Namen "Spángler" und einigen anderen, die lateinische Buchstaben bekommen. - "Kobsa / #Sauter": Marie Steiner, geb. Kobsa, Ehefrau von Friedrich Steiner (* 1849; † 1901, Prag); offenbar gute Bekannte [und über Lürzer Verwandte], vgl. "gesammelte Todesanzeigen" von u. a. Philomena Bamberger, geb. Sauter, Wien (* 1836; † 1897), aus Innsbruck. - Anna Payr, geb. [[Sauter]] († 1908) [u. a. Bruder: Eduard von Sauter, k.k. Vizepräsident] in Lans/Innsbruck. - Karl Payr, Univ.-Prof. Innsbruck (* 1835; † 1907) [Ehefrau: Anna Payr, geb. Sauter]. - Eduard Sauter Edler von Riedenegg, k.k. Vizepräsident [Finanzverwaltung] (* 1839; † 1910), Innsbruck. - Friedrich Steiner (* 1849; † 1901), Prag [Schwester: Tochter Payr]. - Vgl. Andreas Sauter (* 1802; † 1872), Forstdirektor, verh. mit Josefine [[Lürzer von Zehendthal]] [Josephine v. Lürzer] (* 1800; † 1872) [Partezettel 1872].
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''Max war auch sehr leidend an Zahnwehen und Cartahr. Die Sachen gabuinden [?] wurde heute zum 2ten mahl verkündet mit den Consipianten Huber bey Gestimme [?]. Wen sie nicht neue Zulagen von Hauß bekommt, so darf sie schauen darauß zu kommen den es ist keine Kleinigkeit was man braucht um zu leben. Es wird dir ganz angenehm sein das Ludwich Sauter in Wien ist, den er ist ein ganz netter Mann lebt das Kind von Emil guttenberg? Die Lürzer hat ihre Pension noch nicht erledigt bekommen, hoft es eben alle Tage. Die Pepi will nun wieder vormund um die Prebende'' [Präbende, Pfründe; Anm.] ''bitten. Vielleicht erreicht sie dieselben würdest du vielleicht gelegenheit haben zum Minister Taffe mit dem Bittgesuch zu gehen und zu bitten weil er um die ganze Sache recht gut weiß. Die Lürzer wird dir selbst schreiben. / auf den 17 en lasse ich für den Paten eine heil Meße lesen ich denke um Pathe auch für die Eltern lasse ich dieser Tage eine H Meße lesen. Dieser Tage habe ich die Duregger Familie Nachmittag geladen und am nächsten Dienstag die Zeller mit ihre Leute. für Carl Spängler lag kein Conte in meinem Brief bey. Ich heitze schon seit Mitte Oktober ich mache schon wieder Frühstück in meinem Ofen, Jause und Nachtsupe, es thut mir so wohl ein warmes Zimer. Lebe recht wohl mein lieber Franz: sehen wir uns auf Weihnachten? Es küßt und segnet dich im geiste deine treue Mutter Spängler / alle Bekante grüßen dich recht herzlich, der kleine Otto spricht oft von dir.''  
''Max war auch sehr leidend an Zahnwehen und Cartahr. Die Sachen gabuinden [?] wurde heute zum 2ten mahl verkündet mit den Consipianten Huber bey Gestimme [?]. Wen sie nicht neue Zulagen von Hauß bekommt, so darf sie schauen darauß zu kommen den es ist keine Kleinigkeit was man braucht um zu leben. Es wird dir ganz angenehm sein das Ludwich Sauter in Wien ist, den er ist ein ganz netter Mann lebt das Kind von Emil guttenberg? Die Lürzer hat ihre Pension noch nicht erledigt bekommen, hoft es eben alle Tage. Die Pepi will nun wieder vormund um die Prebende'' [Präbende, Pfründe; Anm.] ''bitten. Vielleicht erreicht sie dieselben würdest du vielleicht gelegenheit haben zum Minister Taffe mit dem Bittgesuch zu gehen und zu bitten weil er um die ganze Sache recht gut weiß. Die Lürzer wird dir selbst schreiben. / auf den 17 en lasse ich für den Paten eine heil Meße lesen ich denke um Pathe auch für die Eltern lasse ich dieser Tage eine H Meße lesen. Dieser Tage habe ich die Duregger Familie Nachmittag geladen und am nächsten Dienstag die Zeller mit ihre Leute. für Carl Spängler lag kein Conte in meinem Brief bey. Ich heitze schon seit Mitte Oktober ich mache schon wieder Frühstück in meinem Ofen, Jause und Nachtsupe, es thut mir so wohl ein warmes Zimer. Lebe recht wohl mein lieber Franz: sehen wir uns auf Weihnachten? Es küßt und segnet dich im geiste deine treue Mutter Spängler / alle Bekante grüßen dich recht herzlich, der kleine Otto spricht oft von dir.''  


"die Lürzer... Pension": Marie Spängler, verh. mit Nr. 37 a Franz Lürzer von Zehendthal, † 1870 (siehe vorhergehenden Brief). - "Ludwig Sauter", siehe Brief vom 2. Oktober 1870.
"die Lürzer... Pension": Marie Spängler, verh. mit Nr. 37 a Franz Lürzer von Zehendthal, † 1870 (siehe vorhergehenden Brief). - "Ludwig Sauter", siehe Brief vom 2. Oktober 1870. - Emil [[von Guttenberg]] (* 1841; † 1941).
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''Auch bey uns war der November größtentheils schön, mit 1 Dezember hat der Winter fest, begonnen, die Schlitten fahren schon über und über, wen auch noch nicht so viel Schne ist, das der Weg gut gut ist, aber es muß gefahren sein. Wie ist es den mit deinem hieher kommen? auf Weihnachten das es mich unendlich freut wen du komen kannst weißt du, wen es aber durchauß nicht sein kann, so muß ich mich halt auch fügen. Die Lürzer hat nichts in den Händen wegen ihrer Pension, währentdem die Wahlhüselstätter die Pension schon im Vorigen Monnath schon erhalten hat. Ich glaube schon es liegt schon lange hier, aber der Wamhe [?] ist gar so beq[u]em, vieleicht bekömmt sie es dieser Tage. Die Lürzer läßt dich recht schön bitten zu thun was möglich ist wegen der Pepi. Ich hoffe lieber Franz du machst es mir zu wissen durch Otto ob du kömmst, da Otto ohnedies vieleicht 10- bis 12 Tage in Wien ist wird er schon öfter an Louise schreiben du kannst auch du mir vieleicht einmal ein Zettel einschließen Was glaubst du lieber Franz? köntest du vieleicht nicht zu denen vielen Komissionen welche du zu machen hast, Handstützerln brau[ch]en? ich würde sie dir von rother und Schwarzer Wolle strücken. Bey Sautter in Inspruck geht es den geregelten gang beßer gottlob. Lebe recht wohl mein lieber guter Franz ich bethe schon fleißig für dich vergiß auch du der Mutter nicht im gebeth. Es küßt und segnet dich im Geiste deine treue Mutter die Spängler / Von allen Bekanten recht viele herzliche grüße. Otto und Paula schreiben oft an dich, bald mit Kreide bald mit Bleistift.''  
''Auch bey uns war der November größtentheils schön, mit 1 Dezember hat der Winter fest, begonnen, die Schlitten fahren schon über und über, wen auch noch nicht so viel Schne ist, das der Weg gut gut ist, aber es muß gefahren sein. Wie ist es den mit deinem hieher kommen? auf Weihnachten das es mich unendlich freut wen du komen kannst weißt du, wen es aber durchauß nicht sein kann, so muß ich mich halt auch fügen. Die Lürzer hat nichts in den Händen wegen ihrer Pension, währentdem die Wahlhüselstätter die Pension schon im Vorigen Monnath schon erhalten hat. Ich glaube schon es liegt schon lange hier, aber der Wamhe [?] ist gar so beq[u]em, vieleicht bekömmt sie es dieser Tage. Die Lürzer läßt dich recht schön bitten zu thun was möglich ist wegen der Pepi. Ich hoffe lieber Franz du machst es mir zu wissen durch Otto ob du kömmst, da Otto ohnedies vieleicht 10- bis 12 Tage in Wien ist wird er schon öfter an Louise schreiben du kannst auch du mir vieleicht einmal ein Zettel einschließen Was glaubst du lieber Franz? köntest du vieleicht nicht zu denen vielen Komissionen welche du zu machen hast, Handstützerln brau[ch]en? ich würde sie dir von rother und Schwarzer Wolle strücken. Bey Sautter in Inspruck geht es den geregelten gang beßer gottlob. Lebe recht wohl mein lieber guter Franz ich bethe schon fleißig für dich vergiß auch du der Mutter nicht im gebeth. Es küßt und segnet dich im Geiste deine treue Mutter die Spängler / Von allen Bekanten recht viele herzliche grüße. Otto und Paula schreiben oft an dich, bald mit Kreide bald mit Bleistift.''  


"ein Mädchen": die Verlobung mit Fanni Schlegel war am 8. September 1871 in Salzburg. - "Schlitten fahren": Vom Schlittenfahren ist in den Briefen des öfteren die Rede. Der Schlitten diente nicht nur einfach dem Transport im Winter (so z.B. auch im Brief vom 4. Dezember 1871 und in den frühen Briefen vom z.B. 22. Januar 1843 und vom 28. Dezember 1844), sondern auch der Geselligkeit. So ist in den Briefen vom 23. Januar 1847 und vom 12. Februar 1848 vom "Bockschlitten" die Rede, im ersteren Brief mit einer Fahrt in fröhlicher Gesellschaft. Vielleicht stammt die fast Handteller große Kokarde (mit Schleier ca. 10 cm Durchmesser; siehe Fotos) von einem derartigen Vergnügen, falls ich, [[Otto Holzapfel]], die Inschrift richtig interpretiere: "Erinnerung an die qualvolle Fahrt am 2. Februar im Jahre des Heil‘s 1869." Das Abzeichen zum Anstecken lag bei den Briefen, es fehlt aber [bisher] der Bezug zu einem bestimmten Brief.
"ein Mädchen": die Verlobung mit Fanni Schlegel war am 8. September 1871 in Salzburg. - "Schlitten fahren": Vom Schlittenfahren ist in den Briefen des öfteren die Rede. Der Schlitten diente nicht nur einfach dem Transport im Winter (so z.B. auch im Brief vom 4. Dezember 1871 und in den frühen Briefen vom z.B. 22. Jänner 1843 und vom 28. Dezember 1844), sondern auch der Geselligkeit. So ist in den Briefen vom 23. Jänner 1847 und vom 12. Februar 1848 vom "Bockschlitten" die Rede, im ersteren Brief mit einer Fahrt in fröhlicher Gesellschaft. Vielleicht stammt die fast Handteller große Kokarde (mit Schleier ca. 10 cm Durchmesser; siehe Fotos) von einem derartigen Vergnügen, falls ich, [[Otto Holzapfel]], die Inschrift richtig interpretiere: "Erinnerung an die qualvolle Fahrt am 2. Februar im Jahre des Heil‘s 1869." Das Abzeichen zum Anstecken lag bei den Briefen, es fehlt aber [bisher] der Bezug zu einem bestimmten Brief.


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[[Kategorie:Geschichte (Stadt Salzburg)]]
[[Kategorie:Korrespondenz]]
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[[Kategorie:Spängler]]
[[Kategorie:Spängler]]
[[Kategorie:Kobler]]
[[Kategorie:Kobler]]